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17. Jahrgang | Ausgabe 5843 | Nr. 231
Fachbeiträge für Bauingenieure » Tiefbau
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Bodenversiegelung in Bayern: Über 50 Prozent unter Beton

 

Hälfte der Siedlungsfläche im Freistaat bereits überbaut. Anstieg um vier Prozent binnen 15 Jahren. Auswertung der Universität Würzburg anhand von detaillierten Satellitenbildern

 

Viele Umweltprobleme durch Flächenversiegelung

Wo der Boden für Straßen und Gebäude versiegelt wird, sind natürliche Prozesse gestört, was zu Umweltproblemen führt. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio Wo der Boden für Straßen und Gebäude versiegelt wird, sind natürliche Prozesse gestört, was zu Umweltproblemen führt. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio

Wo neue Straßen, Häuser oder Industrieanlagen entstehen, verschwinden große Teile des Bodens unter Beton, Asphalt oder Pflastersteinen. Dieser als Versiegelung bezeichnete Prozess bringt etliche Umweltprobleme mit sich.

So können Flächen, die luftdicht überdeckt wurden, kein Regenwasser mehr aufnehmen oder speichern. Dadurch steigt bei starkem Regen das Risiko von Überschwemmungen. Im Sommer heizen versiegelte Flächen die Luft in den Städten zusätzlich auf. Außerdem geht wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren.

 

Umweltamt lässt landesweite Versiegelung untersuchen

Um über Ausmaß und Folgen der Versiegelung zu diskutieren, braucht es eine verlässliche Datengrundlage. Aus diesem Grund ließ der Freistaat Bayern den Grad der landesweiten Versiegelung erstmals im Jahr 2007 detailliert untersuchen. Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ermittelte die Universität Würzburg anhand von Satellitenbildern aus dem Jahr 2000, wie hoch der Anteil der versiegelten Fläche in den bayerischen Städten und Gemeinden, Landkreisen und Regionen tatsächlich ist.

Jetzt hat der Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität diese Untersuchung mit Daten aus dem Jahr 2015 wiederholt. Betrachtet wurden dabei nur Flächen, die in den Gemeinden als Siedlungs- und Verkehrsfläche ausgewiesen sind. Bundesweit werde der Anteil versiegelter Böden auf den Flächen, die für Siedlung und Verkehr beansprucht werden, auf 40 bis 50 Prozent geschätzt. Die restlichen 50 bis 60 Prozent bestehen zum Beispiel aus Gärten, Parks, Sportflächen oder Friedhöfen.

 

Fast 50 Quadratkilometer mehr versiegelte Fläche jährlich

Anhand des Vergleichs der Versiegelungssituation in einem Zeitabschnitt von 15 Jahren konnte eine signifikante Veränderung festgestellt werden: Die gesamten Siedlungs- und Verkehrsflächen waren im Jahr 2000 in Bayern zu rund 47 Prozent versiegelt.

Im Jahr 2015 waren es bereits 51 Prozent, was einer Fläche von gut 4.200 Quadratkilometern bzw. in etwa der achtfachen Fläche des Bodensees entspricht. Gegenüber 2000 habe die Flächenversieglung durchschnittlich um 44,7 Quadratkilometer pro Jahr zugenommen. Dies entspricht etwas mehr als der halben Fläche des Chiemsees.

 

Renaturierung bebauter Flächen kaum möglich

Es ist anzunehmen, dass auch in Bayern der Anteil der versiegelten Fläche in Zukunft nicht so schnell wieder unter die 50-Prozent-Marke sinken wird. Der Vorgang ist in der Regel unumkehrbar, warnen Experten.

Ein einmal versiegelter Boden lasse sich kaum wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückführen. Umso wichtiger sei es, das weitere Fortschreiten der Bodenversiegelung zu verhindern.

 
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