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Donnerstag, 21. Februar 2019
Ausgabe 6394 | Nr. 52 | 18. Jahrgang
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Dränbeton soll Fahrbahnoberflächen sicherer und leiser machen

# 05.08.2016

Wasserdurchlässiger Baustoff verringert Aquaplaning-Gefahr. Hersteller verspricht Festigkeit wie bei normalem Beton. Lärmreduzierung als weiteren Vorteil benannt

Umwelteinflüsse stellen hohe Anforderungen an Oberflächen

Der Einbau des Dränbetons mit einem Fertiger verläuft kaum anders als bei herkömmlichem Beton. Foto: BetonBild Der Einbau des Dränbetons mit einem Fertiger verläuft kaum anders als bei herkömmlichem Beton. Foto: BetonBild

Speziell für Straßen gilt die Vorgabe, bei jedem Wetter das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten.

Um gezielt das Phänomen des Aquaplanings zu vermeiden, kommen wasserdurchlässigen Fahrbahnbefestigungen aus so genanntem Dränbeton zum Einsatz.

Auf einer derart beschaffenen Fahrbahnoberfläche kann ein Wasserfilm gar nicht erst entstehen, da der Niederschlag durch den Dränbeton versickert.

Dauerhafte Belastungsfähigkeit trotz Hohlräumen gegeben

Dränbeton ist im Gegensatz zu normalem Beton ein haufwerksporiger Beton. Er enthält eine ausschließlich enggestufte Gesteinskörnung, beispielsweise 5/8 Millimeter, die mithilfe von Zementleim verklebt wird. Die Hohlräume zwischen den Gesteinskörnern, die so genannten Haufwerksporen, sind dabei nicht mit Mörtel gefüllt.

Somit muss die gesamte Belastung durch den Straßenverkehr von der Gesteinskörner-Verklebung getragen werden. Durch Frost und den Einsatz von Taumitteln im Winter wird diese Verklebung zusätzlich stark beansprucht.

Um die Belastungsfähigkeit und Dauerhaftigkeit von Dränbeton zu steigern und dessen Anwendung im Straßenbau überhaupt erst zu ermöglichen, entwickelte der Bauchemie-Spezialist Sika die spezielle Polymerdispersion Sika Control E-260. Diese eignet sich laut Hersteller fließtechnisch speziell für die Herstellung von haufwerksporigem Beton.

Frost-Taumittel-Widerstand mit normalem Beton vergleichbar

So verbessere sich im Frischbeton durch den Einsatz der Beschichtung die Haftung und Standfestigkeit des polymermodifizierten Zementleims an den Gesteinskörnern. Der Zementleim könne bei Einbau und Verdichtung des Dränbetons nicht mehr von den Körnern ablaufen und dadurch die Haufwerksporen verstopfen.

Im Festbeton würden die Gesteinskörner durch Sika Control E-260 verstärkt verklebt. Dies führe dazu, dass die Festigkeit und der Frost-Taumittel-Widerstand des Dränbetons mit denen eines normalen, dichten Betons übereinstimmen.

Hersteller: Dränbeton übernimmt Entwässerung und Lärmschutz

Eine gebrauchsfertige Polymerdispersion sorgt für die nötige Festigkeit von flüssigkeitsdurchlässigem Dränbeton im Straßenbau. Foto: Sika Deutschland GmbH Eine gebrauchsfertige Polymerdispersion sorgt für die nötige Festigkeit von flüssigkeitsdurchlässigem Dränbeton im Straßenbau. Foto: Sika Deutschland GmbH

Um die Vorteile des flüssigkeitsdurchlässigen Dränbetons vollends auszuschöpfen, empfiehlt Sika für die Tragschicht das gleiche Material. So könne das Niederschlagswasser an Ort und Stelle direkt dem Grundwasser zugeführt werden und aufwändige Entwässerungseinrichtungen wären nicht mehr notwendig.

Dränbetondeckschichten bzw. Dränbetonpflaster reduzierten darüber hinaus die Reifenrollgeräusche deutlich, was den Baustoff als Lärmschutzmaßnahme interessant mache.

Die Veröffentlichung von FGSV-Merkblättern zu versickerungsfähigen Verkehrsflächen und Dränbetontragschichten unterstreicht nach Einschätzung der Experten bei Sika die Bedeutung des Themas. Die Merkblätter sollen demnach Anwender bei der Ausschreibung von Fahrbahnbefestigungen aus Dränbeton unterstützen.

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