Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 27. Februar 2020
Ausgabe 6765 | Nr. 58 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Bauindustrie: BIM für Großprojekte nutzen

# 19.11.2014

Arbeitsmethode soll baldmöglichst flächendeckend implementiert werden. HDB sieht Verbesserungsmöglichkeiten im Risikomanagement durch Digitalisierung. Enge Zusammenarbeit von Bundesministerien vorgeschlagen

BIM für manche immer noch Neuland

Informationen von der Bauplanung bis zum Betrieb können heute in digitaler Form fließen. Besonders für Großprojekte steckt hierin nach Meinung des HDB viel Effizienzpotenzial. Foto: S. Geissler / Pixelio Informationen von der Bauplanung bis zum Betrieb können heute in digitaler Form fließen. Besonders für Großprojekte steckt hierin nach Meinung des HDB viel Effizienzpotenzial. Foto: S. Geissler / Pixelio

Betrachtet man den Umgang der am Bau Beteiligten mit der Arbeitsmethode BIM (Building-Information-Modeling), fallen deutliche Unterschiede auf. Für die einen, darunter international tätige Ingenieurbüros, ist es gelebter Alltag, für die anderen immer noch eine Herausforderung für die Zukunft.

Innerhalb der Fachverbände, wo mutmaßlich eine Mischung aus sowohl innovationsfreudigen als auch konservativ eingestellten Branchenvertretern vorherrscht, steht das Thema inzwischen immerhin auf der Tagesordnung.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zum Beispiel will mit einer Plattform "Digitales Bauen, Planen und Betreiben" BIM auf der Agenda der eigenen Politik weiter nach vorne bringen. Zusammen mit vielen Partnerverbänden der Wertschöpfungskette Bau, insbesondere den Planern, Architekten und dem Baugewerbe sowie der Initiative buildingSMART, soll dies nach Aussage des Verbandspräsidenten Thomas Bauer gelingen.

Großprojekte beherrschbarer machen

Speziell für hierzulande sich schwer tuende Großprojekte soll BIM eine neue Sicherheit bieten. "Wir müssen die Digitalisierung des Bauens beschleunigen, um Großprojekte schneller, sicherer und risikoärmer zu realisieren", sagte Bauer im Vorfeld der 4. Sitzung der Reformkommission "Bau von Großprojekten" in Berlin.

Dazu sei die Implementierung von BIM-Prozessen tatsächlich ein sehr wichtiges Element, erklärte er. Es sei "höchste Zeit, die Effizienzpotenziale dieser Innovation zu nutzen und die Prozesse in der Wertschöpfungskette Bau darauf auszurichten."

Durch Digitalisierung Risiken verringern

Naturgemäß ist gerade das Risikomanagement im Rahmen von Großprojekten die Kernproblematik, wobei Bauer derzeit erste positive Ansätze sieht. Zu den zu diskutierenden Lösungsansätzen zählte er die verbindliche Einführung eines systematischen Risikomanagements zur Identifizierung und Analyse einzelner Risiken sowie die Selbstverpflichtung der öffentlichen Auftraggeber, ohne ein projektspezifisches Risikomanagement keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung zu stellen.

Auch die verpflichtende Durchführung von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen weise in die richtige Richtung, müsse aber, wie die anderen Punkte, noch auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden, erläuterte Bauer. Konkret schlägt der Verbandschef die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Bundesfinanz- und -verkehrsministerium vor, damit ressortübergreifende Vorschläge zügiger realisiert werden können.

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