Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 23. Juni 2021
Ausgabe 7247 | Nr. 174 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Bauindustrie: Höhere Investitionen nur mit Design-Build-Verträgen machbar

# 10.06.2016

Vorstand der STRABAG AG neuer Präsident des Hauptverbandes. Verbindung von Planung und Ausführung soll Investitionswende bewirken. Ausbau bei BIM und seriellem Wohnungsbau als weiteres Ziel benannt

Auf Thomas Bauer folgt Peter Hübner

Fordert für mehr Investitionen die Trennung von Bauplanung und Bauausführung: der neu gewählte Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner. Foto: HDB Fordert für mehr Investitionen die Trennung von Bauplanung und Bauausführung: der neu gewählte Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner. Foto: HDB

Digitalisierung, Industrialisierung, Investitionswende - der neu gewählte Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) Peter Hübner hat damit die drei großen Themen seiner bevorstehenden Amtszeit benannt. Hübner dürfte damit auch die Konzernziele des großen deutschen Bauunternehmens ziemlich treffend formuliert haben, dessen Vorstand er angehört. Gemeint ist die STRABAG AG mit Sitz in Köln.

Als Nachfolger von Thomas Bauer, der nach fünf Jahren nicht wieder zur Wahl angetreten ist, begründete Hübner seine Schwerpunktlegung im Rahmen der letzten Mitgliederversammlung des HDB mit der allgemeinen Entwicklung in der Bauwirtschaft:

"Auftraggeber und Auftragnehmer der deutschen Bauwirtschaft stehen vor einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess. Die durchgängige Digitalisierung aller Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsprozesse, Stichwort 'Building-Information-Modeling', steht ebenso auf der Agenda wie die stärkere Industrialisierung des Bauens, Stichwort 'Serieller Wohnungsbau'."

Verbandschef fordert neue Beschaffungsformen

Gleichzeitig müssten auch die Beziehungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer auf eine neue partnerschaftliche Grundlage gestellt werden, wozu laut Hübner ein faires Bauvertragsrecht "ohne einseitiges Anordnungsrecht" sowie "neue Formen der Beschaffung" gehörten.

Für letztere wünscht sich der neue HDB-Chef mehr Design-and-Build-Verträge, in denen Planer und Bauwirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. "Nur so können wir die Investitionswende im Bereich der öffentlichen Infrastruktur schaffen, einen Beitrag zur Überwindung der gesamtwirtschaftlichen Investitionsschwäche leisten und die vor uns liegenden Herausforderungen im Wohnungsbau bewältigen", so Hübner.

Dipl.-Ing. Peter Hübner

startete seine Karriere als Bauingenieur 1986 in der Hauptniederlassung der Bilfinger Berger AG in Frankfurt am Main. Weitere Stationen waren 1990 der Wechsel zur Hermann Kirchner Bauunternehmung GmbH. 2006 wurde er Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen und damit gleichzeitig Mitglied im Präsidium des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

Nach Übernahme von Kirchner durch die STRABAG im Jahr 2008 verantwortete Hübner geschäftsführend das Osteuropageschäft von Hermann Kirchner Polska. Ab 2012 war er u. a. geschäftsführend für verschiedene Tochtergesellschaften der STRABAG AG in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark verantwortlich. Seit April 2013 ist Hübner Mitglied des Vorstands der STRABAG AG Deutschland.

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