Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Bauwirtschaft meldet Erfolge in der Nachwuchsgewinnung

# 10.02.2015

Projekt "Berufsstart Bau" von Sozialpartnern verlängert. Förderung soll Nachwuchs zu Ausbildung in der Bauwirtschaft animieren. Zahl beteiligter Maßnahmenträger um 30 Prozent gestiegen

Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

Damit der Polier am Ende nicht allein vor den großen Herausforderungen des Bauens steht, wirbt die Bauwirtschaft weiter verstärkt um Nachwuchs. Foto: Bernd Sterzl  / Pixelio Damit der Polier am Ende nicht allein vor den großen Herausforderungen des Bauens steht, wirbt die Bauwirtschaft weiter verstärkt um Nachwuchs. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio

Die Bauwirtschaft hat ein Luxusproblem: Arbeit gibt es genug, doch es werden die Fachkräfte knapp. Hintergrund ist vor allem der fehlende Nachwuchs. Laut einer Online-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) vom August 2014 müssen sich Unternehmen aufgrund sinkender Bewerberzahlen künftig verstärkt auf leistungsschwächere Azubis einstellen.

Insbesondere in Kleinbetrieben mit bis zu 20 Mitarbeitern bleiben Ausbildungsplätze oft unbesetzt. Auch Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen im Bausektor stärker gestiegen ist als im Branchendurchschnitt.

Alarmiert von den eindeutigen Zahlen, geht die Bauwirtschaft zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses seit 2013 neue Wege. Damals starteten die Sozialpartner der Baubranche, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, ein Pilotprojekt, mit dem Maßnahmen zur gezielten Vorbereitung auf eine Ausbildung in der Bauwirtschaft finanziell gefördert werden. Dafür stehen Mittel im Gesamtvolumen von bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung.

Mehr Betriebe an Förderung interessiert

Im Mai 2014 wurde der Förderzeitraum für das Pilotprojekt bis zum 31.08.2015 erweitert, mit dem Ergebnis, dass die Projektinitiatoren eine noch stärkere Beteiligung von Maßnahmenträgern verzeichnen konnten. Die Steigerung von Trägern, welche Förderanträge gestellt haben, liegt demnach bei über 30 Prozent.

Mit der Erweiterung des Förderzeitraums wurde auch eine Orientierungsphase in das Förderkonzept aufgenommen, um es potenziellen Teilnehmern zu ermöglichen, bereits vor Beginn der Qualifizierungsmaßnahme Abläufe und Inhalte kennen zu lernen. Dies soll einer möglichst zielgerichteten Qualifizierung dienen. Darüber hinaus wurde der Förderungsrahmen für den Stützlehrereinsatz etwas erweitert.

50 Prozent der Teilnehmer schlagen Karriere in Bauwirtschaft ein

Das Projekt Berufsstart Bau setzt auf regionale Maßnahmen der überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft in Kooperation mit den in der Region ansässigen Bauunternehmen und zielt auf ausbildungswillige junge Menschen im Sinne einer Einstiegsqualifizierung.

Ziel des Projektes ist es, die Teilnehmer optimal auf den Beginn einer Bau-Berufsausbildung vorzubereiten. Neben der Qualifizierung im Betrieb finden Ausbildungsblöcke in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt, deren Kosten – ebenso wie die Kosten für sozialpädagogische Begleitung – im Rahmen des Projektes gefördert werden.

Jeder zweite Teilnehmer, der die erste Förderperiode beendete, hat zum neuen Ausbildungsjahr eine Ausbildung in der Bauwirtschaft begonnen, heißt es von Seiten der Initiatoren.

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