Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Repräsentative Bauten: Wie deutsche Bauunternehmen ihre Stärke demonstrieren

# 23.12.2021

Große Firmen investieren in Konzernzentralen. Hoher Qualitätsanspruch gegenüber Kunden und Belegschaft wird betont. Wolff & Müller stellt Campus am Stuttgarter Stammsitz fertig

Florierende Bauwirtschaft: Großunternehmen bauen Standorte aus

Mehrere große deutsche Bauunternehmen haben zuletzt in ihre Zentralen und Hauptstandorte investiert (im Bild: Wolff & Müller Campus in Stuttgart). Foto: Dominik Obertreis Mehrere große deutsche Bauunternehmen haben zuletzt in ihre Zentralen und Hauptstandorte investiert (im Bild: Wolff & Müller Campus in Stuttgart). Foto: Dominik Obertreis

Die gute Baukonjunktur der letzten Jahre spiegelt sich in den Investitionen der großen Bauunternehmen wider. Zahlreiche Unternehmensstandorte wurden großzügig erweitert oder ganz neu errichtet (siehe Quellen und Verweise). Die Imagepflege spielt dabei naturgemäß auch eine Rolle.

Wenn ein Bauunternehmen für sich selbst baut, sind die Ansprüche oft besonders hoch. Das gilt auch für den Wolff & Müller Campus in Stuttgart-Zuffenhausen. "Wir haben so gebaut, wie wir auch für unsere Kunden am liebsten bauen: nachhaltig und digital", sagt Albert Dürr, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens.

Die ausgebaute Unternehmenszentrale biete nicht nur ideale Arbeitsbedingungen für mehr als 500 Mitarbeiter am Standort, er verkörpere auch die Unternehmenswerte E.P.I. – Effektiv. Partnerschaftlich. Innovativ. Das Bauprojekt dient Wolff & Müller somit als Werbung in eigener Sache.

Ensemble aus Bestandsgebäuden und drei Neubauten

Im Mai 2017 begann der Ausbau des traditionellen Hauptsitzes in der Schwieberdinger Straße. Zu dem dreiteiligen Bestandsgebäude sind drei Neubauten hinzugekommen. Zunächst wurde ein B&B Hotel errichtet, welches auch ein Betriebsrestaurant beherbergt. Danach entstand ein Parkhaus und zuletzt ein Verwaltungsgebäude mit einer Bruttogeschossfläche von rund 7.000 Quadratmetern.

In letzterem befinden sich unter anderem auch Veranstaltungsräume und die sogenannte "Wolff & Müller-Welt", eine multimediale Ausstellung über die Unternehmensgruppe und ihre Produktion. "Wir haben unser neues Verwaltungsgebäude so gestaltet, dass wir effektiv und partnerschaftlich zusammenarbeiten können. Partnerschaftlich heißt auch transparent, deshalb haben wir eine Fassade mit hohen Glasanteilen und sehr offene Bürostrukturen", erklärt Albert Dürr.

Belegschaft in Büroplanung eingebunden

Die Bürowelt sei auf Grundlage einer standortweiten Studie zur Arbeitsweise der Mitarbeiter entwickelt worden und beruhe auf dem "Activity Based Working"-Prinzip. Statt fester Arbeitsplätze gibt es Bereiche für verschiedene Arbeitsweisen wie konzentriertes Arbeiten oder Teamarbeit. Zahlreiche Kommunikationsflächen sollen den Austausch fördern.

Im gesamten Planungsprozess nach der BIM-Methodik konnten die Angestellten immer wieder Wünsche und Rückmeldungen einbringen. So wurde zum Beispiel das Büroinventar vorab auf Pilotflächen getestet. Der Betreiber, die unternehmenseigene Wolff & Müller Immobilien-Service GmbH, kann für das Facility Management den digitalen BIM-Zwilling nutzen.

Teilweiser Einsatz von Recycling-Beton

Die Energieversorgung übernimmt ein Eisspeicher, ergänzt um eine Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung und Solar-Luftabsorber. Zusätzlich gibt es eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Ein Drittel des eingesetzten Betons ist Recycling-Beton. Die Bauabläufe wurden mit Lean-Methoden optimiert.

"Den größten Beitrag zur Nachhaltigkeit erbringen wir, indem wir besser planen, besser bauen, Fehler und somit Verschwendung vermeiden. Genau das will unser Gottlob-Müller-Prinzip, mit dem wir Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern", betont Geschäftsführer Albert Dürr.

Verwaltungsgebäude mit Stuttgarter ImmobilienAward ausgezeichnet

Für das Bauunternehmen wurden die intensiven Bemühungen um ein breit wahrgenommenes Bauprojekt, welches Maßstäbe setzt, durch die Verleihung des ImmobilienAward des Branchenverbands IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart bestätigt. Ausgezeichnet wurde man in der Kategorie "Büro" innerhalb der Metropolregion Stuttgart.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem, der Neubau stärke "die Revitalisierung und Umstrukturierung des alten Gewerbe- und Industriegebietes in Zuffenhausen-West" und setze einen "neuen städtebaulichen Akzent".

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Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/unternehmen/autotunnel-und-standortausbau-zueblin-strabag-praegt-karlsruhe/3391.htm
https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/bauprojekte/drees-sommer-neuer-firmensitz-dient-als-musterhaus-fuer-kunden/3204.htm
https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/unternehmen/45-millionen-neubau-in-koeln-strabag-wertet-traditionsstandort-auf/3000.htm
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