Fachbeiträge & Interviews
Montag, 09. Dezember 2019
Ausgabe 6685 | Nr. 343 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

REWE treibt Modernisierung des Ladennetzes voran

# 15.11.2016

Nachhaltige Nutzung und Entwicklung von Immobilien im Fokus. 1,6 Milliarden Euro für europaweite Expansion und Erneuerung in 2016. Flexible Baukonzepte sollen Standortvorteile bringen

Einzelhandel investiert verstärkt in Eigenimmobilien

Die Rewe-Gruppe will bei ihrem europaweiten Expansionskurs auf nachhaltige Green-Building-Konzepte setzen. Foto: REWE Group Die Rewe-Gruppe will bei ihrem europaweiten Expansionskurs auf nachhaltige Green-Building-Konzepte setzen. Foto: REWE Group

Die großen Einzelhandelsunternehmen verfügen in Deutschland und Europa über ein flächendeckendes Netz an Immobilien. Die Einrichtungen wollen erhalten werden, neue sollen hinzukommen. Allein die REWE Group, zu der auch Marken wie PENNY und toom gehören, investiert nach eigenen Angaben in diesem Jahr rund 1,6 Milliarden Euro in ihr europäisches Ladennetz.

Dabei setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben voll und ganz auf Nachhaltigkeit durch Green Building-Projekte. Sämtliche Bestandsgebäude sollen demnach "Schritt für Schritt nach ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Kriterien der Nachhaltigkeit" auf- und umgerüstet werden.

Neuer Unternehmensbereich bei REWE für effizientere Immobiliennutzung

"Um für unsere Kunden auch morgen noch attraktiv zu sein, brauchen wir moderne Flächen. Deswegen werden wir unser Expansions- und Modernisierungstempo unverändert hoch halten", beschreibt Telerik Schischmanow, Vorstand im neuen Unternehmensbereich "Handel Deutschland", die Strategie. Dadurch sei man vom sowohl für den kleinen Convenience-Store mit 100 Quadratmetern als auch beim mehrere tausend Quadratmeter großen REWE-Center der richtige Partner.

Stephan Koof, Bereichsleiter Expansion Handel Deutschland, ergänzt: "Durch Handel Deutschland werden wir noch schneller und effizienter. Für nahezu jede Einzelhandelsimmobilie bieten wir das optimale Betreiberkonzept. Mit den neuen Strukturen können wir zudem Standort-Pakete besser realisieren und auch gemischte Standortportfolios kaufen." Eigenimmobilien könnten zudem nun auch effizienter entwickelt werden.

200 neue und erweiterte Supermärkte bis Jahresende

Für die REWE-Supermärkte sieht dessen Mutterkonzern moderne, kundennahe Sortimente mit einem hohen Anteil an Bioprodukten und regionalen Lebensmitteln sowie lange Öffnungszeiten, eine attraktive Lage und gute Erreichbarkeit als Erfolgsgaranten an. Flexible Konzepte für jeden Standort sollen dabei langfristig die Nahversorgung sichern.

Für 2016 sind nach Aussage des Unternehmens rund 200 Neueröffnungen und Erweiterungen geplant. Wachstumstreiber der Expansionsoffensive von REWE seien dabei weiterhin die Vertriebsformate REWE City, REWE Supermarkt und REWE Center. Aber auch mit REWE To go, ein Convenience-Format für den Direktverzehr zum Beispiel an Tankstellen, will REWE in hoch frequentierten Lagen expandieren.

Bei Bedarf, so heißt es, entwickle REWE auch Grundstücke bzw. bestehende Märkte in Eigenregie, um flexibel auf künftige vertriebliche Anforderungen reagieren zu können.

Discounter- und Baumarktsparten sollen ebenfalls wachsen

Für die REWE-Tochter PENNY sollen 2016 bis zu 90 Märkte neu eröffnet oder erweitert werden. Die neuen Standorte liegen vor allem in den Ballungsgebieten. Für die kommende Filialgeneration setzt man auf Luft-Luft-Wärmepumpen, welche witterungsabhängig frische Luft zirkulieren lässt und die Wärme aus der Umgebung und der Abluft der Kälteanlagen gewinnt. Hohe Decken und viel Glas sollen ein angenehmes Einkaufserlebnis fördern.

Die Marke toom verfügt aktuell über rund 320 Märkte, welche seit 2011 nach und nach modernisiert werden. Die Konzeptanpassungen sollen voraussichtlich 2017 größtenteils abgeschlossen sein. Weiterhin sind zehn Neubauten in 2017 geplant, darunter auch das bisher größte Neubau-Projekt im rheinland-pfälzischen Alzey mit rund 14.000 Quadratmetern Fläche.

Aktivitäten in Zentral- und Osteuropa werden intensiviert

Auch international verfolgt die REWE-Gruppe einen strengen Expansionskurs. Bis Ende 2016 will die REWE International AG in Österreich rund 100 bestehende Standorte umgebaut oder generalsaniert sowie 80 Filialen neu eröffnet haben. Insgesamt seien aus heutiger Sicht 2017 ebenfalls rund 80 neue Filialen und über 100 Generalsanierungen in Österreich geplant.

In den zentral- und osteuropäischen Ländern Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Ukraine, Russland und Kroatien, wo REWE mit der Eigenmarke BILLA vertreten ist, sollen bis Jahresende rund 30 Filialen umgebaut und mehr als 50 Standorte neu eröffnet werden. Für das nächste Jahr sind dort nach derzeitigem Stand 55 Umbauten und 65 Neueröffnungen geplant.

Die REWE Group

erzielte 2015 einen Gesamtaußenumsatz von über 52,4 Milliarden Euro. Das 1927 gegründete Unternehmen ist mit 330.000 Beschäftigten und 15.000 Märkten in 20 europäischen Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2015 rund 232.000 Mitarbeiter in rund 10.000 Märkten einen Umsatz von 38,2 Milliarden Euro.

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