Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 12. Juli 2020
Ausgabe 6901 | Nr. 194 | 19. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Staatsanwaltschaft durchsucht Strabag-Zentrale in Köln

# 13.02.2007

Aus für Strabag-Standort Chemnitz nach Betrugsverdacht

Foto: Strabag Foto: Strabag

Im Zuge der staatsanwaltlichen Untersuchungen rund um den Bau der Autobahn 72 gab der Vorstand der Strabag AG in Köln Anfang Februar bekannt, dass die seit 14 Monaten andauernden Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz zur Aufdeckung eines kriminellen Netzwerkes geführt haben. Die Verhaftung des Niederlassungsleiters hatte bereits im Dezember 2005 die interne Revisionsabteilung auf den Plan gerufen. In mehreren anberaumten Treffen zwischen der Strabag und der Staatsanwaltschaft hat der Baukonzern nach eigenen Angaben seitdem alle Unterlagen offengelegt und Unternehmensabläufe dargestellt. Das aufgedeckte Betrugs- und Korruptionsnetzwerk hat nicht nur dem Unternehmen, sondern auch Dritten geschadet.

Nach Mitteilung der Strabag wurde offenbar durch das Stellen von Scheinrechnungen von Subunternehmern unter Mitwissen der örtlichen Geschäftsleitung ein Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Die genaue Schadenshöhe wird gegenwärtig noch ermittelt. Schäden bei Dritten, die die Revisionsabteilung der Strabag durch eigene Ermittlungen aufgedeckt hatte, wurden schon im vergangenen Jahr ausgeglichen. Weitergehende Schadenssachverhalte, die sich aus den Durchsuchungsbeschlüssen ergeben, werden vom Unternehmen nun eingehend untersucht.

Auch das örtliche Tiefbauamt ist in den Betrug verwickelt. Offenbar wurden für Schmiergeldzahlungen wichtige Tipps zur Vergabe der Bauleistungen weitergereicht. Ein Sachgebietsleiter des Tiefbauamtes ist Anfang Februar entlassen worden. Das bestätigte der Bürgermeister von Chemnitz Berthold Brehm gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk. Er sagte, dem bisherigen Sachgebietsleiter würden Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe sowie Handeln zum Nachteil der Stadt vorgeworfen.

Strabag teilte weiterhin mit, dass die Staatsanwaltschaft die Zentrale des Unternehmens in Köln Anfang Februar durchsucht hatte. Die Staatsanwaltschaft wollte herausfinden, in wie weit die Machenschaften in der Niederlassung Chemnitz in Köln bekannt waren. Als Konsequenz der Ermittlungen wurde die komplette Auflösung der Niederlassung Chemnitz beschlossen, von der nach einem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks 90 Mitarbeiter betroffen sind. In ganz Sachsen beschäftigt die Strabag 750 Mitarbeiter. Bereits im letzten Jahr wurden zehn involvierte Mitarbeiter entlassen. Weitere Erklärungen gab das Unternehmen im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen nicht ab.

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