Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 24. August 2019
Ausgabe 6578 | Nr. 236 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Vernetzung und Beteiligung: Wie ein Planungsbüro Mitarbeiter und Know-how bindet

# 17.10.2017

Gesamtplaner ATP verstärkt internationale und interdisziplinäre Struktur. Partnerschaftsmodell bindet Beschäftigte und Know-how im Unternehmen. TGA-Spezialist und Architekt leiten gemeinsam neuen Standort in Berlin

Planungsbüros: Fortschritt in Technik und Zwischenmenschlichkeit notwendig

Nicht nur international aufgestellte Planungsbüros können durch mehr Beteiligung die Bindung ihrer Mitarbeiter stärken. Foto: Stephanie Hofschlaeger / Pixelio Nicht nur international aufgestellte Planungsbüros können durch mehr Beteiligung die Bindung ihrer Mitarbeiter stärken. Foto: Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

Planungsbüros müssen sich sowohl für ihre Kunden als auch für ihre Angestellten als zuverlässige Partner erweisen und behaupten. Dazu dienen zum einen moderne Arbeitsplätze und -methoden, welche den technischen Fortschritt der Baubranche widerspiegeln.

Zum anderen braucht es zukunftsfähige Modelle der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit, sei es in der Beziehung von Geschäftsführung und Mitarbeiterstamm oder der Kooperation mit Geschäftspartnern und Auftraggebern.

Das international agierende Architektur- und Ingenieurbüro ATP verfolgt diese Ziele mit einer anspruchsvollen Unternehmensphilosophie. Die Verantwortlichen geben an, mittels integraler Planung "unsere Welt mit hervorragenden Gebäuden besser machen" zu wollen.

Gesamtplaner ATP expandiert in Norddeutschland

Offensichtlich gelingt es den Projektplanern von ATP, immer mehr Kunden von ihren hoch gesteckten Zielen und Leistungen zu überzeugen. Die Eröffnung der jüngsten Niederlassung in Berlin begründet ATP zumindest damit, dass sich die Auftragslage im norddeutschen Raum erhöht habe.

Für die Leitung des Büros am Kurfürstendamm konnte ATP zwei beschlagene Experten für sich gewinnen, welche beide zuvor in Diensten des ungleich größeren Konkurrenten Arup standen.

Fachexperten bringen internationale Erfahrung in neuen Standort ein

Der Architekt und Stadtplaner Elmar Rottkamp war zuletzt fünf Jahre als Associate Director der Arup Associates in London tätig. Neben einschlägigen Referenzprojekten im Vereinigten Königreich kann Rottkamp auch bereits auf Erfahrungen in unmittelbarer Nähe seiner neuen Wirkungsstätte verweisen, darunter die Entwicklung eines Stadtteilzentrums in Potsdam auf einem vormaligen Militärgelände sowie den Neubau der Fachhochschule Potsdam.

Der TGA-Spezialist Thomas Herter führte einst die Geschäfte der deutschen Arup-Gruppe mit rund 150 Mitarbeitern an drei Standorten in den Bereichen TGA, TWP, Projektsteuerung, Fassade, Bauphysik und Brandschutz. Seit 2016 ist er im Vorstand der ATP-Holding tätig.

ATP: Mitarbeiterbeteiligung durch Partnerschaftsmodell

Gemeinsam soll das Berliner Führungsduo helfen, die Position von ATP im gesamteuropäischen Raum weiter auszubauen. Um Fachkräfte und Experten wie sie langfristig an das Unternehmen zu binden, bietet ATP seinen Mitarbeitern seit 1990 spezielle Partnerschaften auf mehreren Ebenen an.

Das Modell bezieht dadurch nach ATP-Angaben eine breite Basis von Mitarbeitenden (aktuell rund 20 Prozent) in die unternehmerische Verantwortung ein und ermöglicht ihnen die Partizipation am Unternehmenserfolg. Unter den derzeit rund 650 Beschäftigten befinden sich demnach aktuell 32 Associate Partners und 71 Associates. Der Kreis der ATP-Partner (Aktionäre) wurde zudem zuletzt auf acht Mitglieder erweitert.

Die Vorteile einer solchen Beteiligung liegen für ATP auf der Hand: Aufgrund der überdurchschnittlich langen Zugehörigkeit des breiten Führungsteams (etwa 13 Jahre) bleibt das erworbene Know-how trotz des stetigen Wachstums von ATP dem gesamten Team erhalten.

Die ATP Planungs- und Beteiligungs AG (ATP architekten ingenieure)

wurde 1951 als reines Architekturbüro von Fred Achammer in Innsbruck gegründet. Heute arbeiten rund 650 Beschäftigte in interdisziplinären Teams an neun europäischen Standorten. Den Vorstandsvorsitz hat bis heute der Sohn des Gründers, Christoph M. Achammer, inne.

Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Nachgefragt bei: Thomas Herter
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