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Ab wann Praktikum bei einem Ingenieurbüro?

55 Kommentare | 11103 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von SR | letzter Kommentar vom 16. Januar 2015 - 12:49

Hallo,
ich habe eine Frage wegen Praktikum und Berufserfahrung. Ich bin nun im 4.Semester aber fachlich noch im Grundstudium, lohnt es sich ein Praktikum jetzt zu machen bzw. habe ich eine Chance ein Praktikum machen zukönnen (wegen der schlechten Studienleistung)? Spielt der bisher erreichte Notendurchschnitt eine Rolle? Und was macht man da - kann mir jemand von seinen Praktikumserfahrungen berichten?
Grüsse SR

BauIng | 16. Januar 2015 - 12:49

@BaldIng:
Ob du deinen Bachelor in der Tasche hast oder nicht ist eher irrelevant, da kein Arbeitgeber ernsthaft erwägen wird an dir zu verdienen. Wenn du dich doof anstellst machst du eben nur Handlangertätigkeiten. Die rechtzeitige Bewerbung ist aber durchaus wichtig. Ich habe vor einigen Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele Büros zwar Praktikaplätze haben, aber diese doch recht frühzeitig verplant werden.

Spätestens ein halbes Jahr vor Praktikumsbeginn solltest du dich auf die Suche machen, damit du dir am Ende die schönste Stelle aussuchen kannst. Dabei spielt es keine Rolle, ob Stellen ausgeschrieben sind oder nicht. Zum einen macht sich kein Arbeitgeber große Mühe eine Praktikantenstelle auszuschreiben und zum anderen sind in den meisten größeren Büros sowieso Arbeitsplätze für Hiwis eingerichtet, die dann spontan um genutzt werden können.

BaldIng | 16. Januar 2015 - 10:08

Ich habe mal eine Frage bzgl. des Bewerbungszeitraums für eine Praktikumstelle. Kurz zu mir: Ich bin zurzeit im 5. Semester und werde voraussichtlich meinen Bauingenieur-Bachelor im Sommer in der Tasche haben. Habe dann vor, im Oktober/November eine 3-4 monatige "Auszeit" zu nehmen und ins Ausland zu gehen (Work & Travel). Danach (Zeitraum März) wollte ich unbedingt, bevor ich im Oktober 2016 meinen Master anfange, ein Praktikum in einem Ingenieurbüro machen, um etwas Praxiserfahrung zu sammeln.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Wann sollte ich mich am besten bei Firmen bewerben? Ein Jahr vorher oder erst wenn ich den Abschluss wirklich habe? Ist es sinnvoll auch bei Firmen nach Praktikumsstellen zu fragen, selbst wenn diese keine Stellen ausgeschrieben haben?

Oder wie würdet ihr das handhaben?
Vielen Dank im Voraus, BaldIng

Jean | 27. April 2012 - 22:16

Sehr geehrte Damen und Herren,

weil ich einen Studienplatz im Fachbereich Bauingenieurwesen an der Universität Essen-Duisburg für das nächste Wintersemester bekommen habe und da ein Vorpraktikum erforderlich ist, wende ich mich hiermit an SIE, um zu fragen, ob ich eventuell bei Ihnem mein Praktikum machen kann. Ich würde mich sehr freuen, etwas von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen, Jean Colbert Massock

FlipB | 17. November 2011 - 20:23

Bezahlung nach Leistung und ähnliches bringt nix, da du dich innerhalb der lächerlich niedrigen Gehaltsspanne von Bauingenieuren bewegst. Anders ausgedrückt: 3000 EUR brutto für 50 h Woche. Angemessen bedeutet, der Ausbildung entsprechend, der Verantwortung (Budget, Personal) entsprechend bzw. auf dem Niveau anderer Techniker in ähnlichen Positionen.

kakadou | 17. November 2011 - 19:59

"die individuelle Leistung bestimmt wo man sich in dem Gehaltsrahmen bewegt" >> genau.

Die individuelle Leistung ist abhängig von: Begabung + Fleiss + Teamworking (ohne Wichtung). Der Fleiß dürfte eine Funktion des Spaßes sein. Umgekehrt macht Spaß, wozu man begabt ist. Zufriedenheit macht Ausstrahlung und ein gutes Betriebsklima (=allgemein leistungssteigernd).

Wenn ich also entscheiden muss ob ich den strahlenden Überzeugungstäter für viel Geld oder den mosernden Pflichtschaffenden für wenig Geld einstellen soll, dann würde ich, falls die wirtschaftliche Lage das hergibt, den Überzeugungstäter einstellen. Gibt die wirtschaftliche Lage das nicht her, würde ich den Überzeugungstäter runterhandeln und mit guten Arbeitsbedingungen ködern. Erst wenn das nicht fruchtet (auch eine Firma kann kein Geld drucken und gerade auf dem Bau erwirtschaften die Leute mit Schaufel und Schubkarre das Geld für die feinen Herren), kommt notgedrungen der mosernde Pflichtarbeiter her, aber der wird schnellstmöglich wieder ersetzt oder jedenfalls nicht befördert.

Du siehst, jemand der Spaß an der Arbeit hat, hat größere Chancen gut zu verdienen. Aber er ist vom Verdienst weniger abhängig, da ein Teil des Lohnes aus Zufriedenheit besteht. Genaugenommen verdient der Spaßarbeiter also doppelt. Möglicherweise nicht gleich am Beginn der Karriere, aber am Ende (mit Spaß kommt man eben weiter).

Magnus | 14. November 2011 - 23:00

Ja, gute Frage was "angemessen" bedeutet. In der Regel gibt die Tätigkeit den Gehaltsrahmen vor, die individuelle Leistung bestimmt wo man sich in dem Gehaltsrahmen bewegt.

Ich habe Kakadou so verstanden, dass sie lieber eine Tätigkeit macht, die gehaltsmässig etwas niedriger angesiedelt ist und dafür Spass macht, als eine uninteressante Tätigkeit die gehaltstechnisch höher angesiedelt ist. Noch lieber würde sie wahrscheinlich eine Tätigkeit machen die gehaltstechnisch hoch angesiedelt ist und Spass macht. Leider haben es Prioritäten so an sich, dass nur eines an Nummer eins stehen kann. Wenn du die zweite Möglichkeit für dich vorziehst und damit glücklich bist, ist das schön für dich.

FlipB | 10. November 2011 - 19:29

>Was ist an der Einstellung falsch, das Arbeit Spass machen soll?

Das verleitet dazu, das Gehalt niedrig zu halten. Das setzt Angestellte, die ANGEMESSEN bezahlt werden wollen, also Versicherungen zahlen müssen, Verantwortung übernehnen und vor allem eine Familie gründen wollen, gehörig unter Druck, bloß weil ein Troll auf Arbeit erscheint und meint "Hauptsache es macht Spaß".

kakadou | 02. November 2011 - 20:10

Nachdem das hier wieder sachlicher zu werden scheint....

@JD73:
Zweitstudium ist Bauingenieurwesen (!), ich bin kein Bauingenieur, arbeite aber seit langem quasi als solcher. Dazu ist es ein Promotionsstudium, also viel Arbeit, selbstgewählten Inhalt (d.h. kein Müll), wenig Prüfungen (ich muss wegen fachfremdem Diplom ein paar machen) und dafür freie Zeiteinteilung. Ob ich es tatsächlich bis zum Ende nebenher oder überhaupt packe, weiss ich nicht. Bisher macht es Spaß und ich lerne viel dabei. Allerdings sehe ich das durchaus als Ausgleich zum Job, also ohne Finanz- und Ergebnisdruck. Fachlich gibt es sehr große Schnittmengen zum Job, was die Sache leichter macht. Da Arbeit und Studium mein Interesse zu 100 % trifft, passt es für mich.

Wer nicht wirklich gern arbeitet wie ein Tier sollte es tatsächlich besser lassen - das mit dem Zweitstudium ist keine Empfehlung für die Karriereentwicklung! Wer das aus Ehrgeiz macht, setzt die Energie besser direkt in den Job um.

Aus Büchern lerne ich gern, aber irgendwann kommt der Punkt an dem einen ein Gespräch mit einem anderen intelligenten und erfahrenen Menschen schneller weiterbringt. Ich bin ein soziales Wesen und mir ist der Austausch wichtig.

Das Beispiel mit der Baubetriebslehre habe ich angeführt, weil die studierte Theorie und die gelebte Praxis ziemlich auseinanderdriften können (da ist schon was dran an "gelehrtem Müll").

Magnus | 01. November 2011 - 20:34

@FlipB:
Was ist an der Einstellung falsch, das Arbeit Spass machen soll?

JD73 | 01. November 2011 - 11:08

@kakadou: ...so zufrieden und einen wunderbaren job und ach, ein zweitstsudium, nebenberuflich?! oops! dass das beinhart ist ist klar, vor allem für leute die gerne mal etwas länger arbeiten, bezahlung zweitrangig, mit tollem job, spass muss sein...und dann lernen abends, prüfungen und kurse am we!

warum macht das jemand, der doch so zufrieden ist? vor 20 Jahren wäre kaum einer auf die idee gekommen, heute wird das fast zur regel. klar ist, das man berufspezifisch alles was man braucht in büchern findet. auch total fachfremdes. in einem zweitstudium lernt man eine menge "müll", genau wie im ersten, den man nie mehr braucht. aber am ende gibt es eben einen abschluss! warum also einen kompletten studiengang, wenn die chancen als bauing. so gut sind und einem alle türen offen stehen??? man könnte sich doch aus fachliteratur spezifisch fortbilden. so war das früher! die antwort, warum ein zweitstudium, kann sich ja jeder der das liest selbst geben.

p.s.: mir hat´s übrigens geholfen, das zweitstudium...

FlipB | 31. Oktober 2011 - 17:17

@kakadou, meine Aussage mit den 1000 EUR netto und Verzicht auf die Rente bezog sich nur auf die falsche Einstellung, dass die Arbeit schließlich Spaß machen soll. Damit mag man sich zwar Bauwesen schön reden, vernachlässigt aber in Wirklichkeit sich selbst und die Bedürfnisse außerhalb der Arbeit, Dinge die für "normale" Techniker selbstverständlich weil leistbar sind.

Leser | 30. Oktober 2011 - 22:59

@Jupp:
Dieser Kommentar entspricht Ihrer bisher gezeigten Niveaulosigkeit. Zum Glück wird Ihr Typus immer häufiger wegen totaler Führungsunfähigkeit aussortiert. Denn professionell geführte Firmen erkennen, dass Proleten in leitenden Positionen ein signifikantens Existenzrisiko darstellen.

kakadou | 28. Oktober 2011 - 21:16

Mein letzter Beitrag in diesem Thread:

FlipB, Du schriebst wortwörtlich "Das überzeugt nicht, du überzeugst erst wenn du 1000 EUR netto verdienst und auf deine Rente verzichtest" und nicht "1000 EUR brutto weniger", wie dann später gepostet. Die 1000 EUR (ungefähr) netto kenne ich aus den Naturwissenschaften in manchen Bereichen als Anfangsgehalt (statistisch nicht relevante Erfahrungen im Bekanntenkreis). Ich habe Deine Aussage daher ernst genommen.

Ich persönlich und ganz für mich selbst entschieden sch....auf 1000,- (netto wie brutto) Differenz (!) wenn ich mich dafür verkaufen müsste, d.h. gegen mein Interesse arbeiten soll. In anderen Branchen nennt man das Prostitution. Übrigens mehrfach betont: statistisch belegt liegt der Durchschnittsverdienst des Bauingenieurs unter dem des Maschinenbauingenieurs. Quelle hab ich weiter unten bereits angegeben, mag ich nicht suchen. Ich glaube das hat hier niemand bestritten. Trotzdem empfehle ich, frühzeitig ein Praktikum zu machen, um festzustellen ob die gelebte (nicht die studierte) Praxis passt.

Ich studiere gerade nebenberuflich und habe heute eine Kommilitonin über das trockene Fach Baubetriebslehre stöhnen gehört. Tatsächlich bin ich u.a. in einem kleinen Bauunternehmen angestellt, hauptsächlich Kalkulation, früher auch Bauleitung, und finde das Thema Baubetrieb absolut spannend - aber nur in der Praxis mit den Höhen und Tiefen zwischen "Arbeit haben und Gewinn machen (oder Verlustvermeidung, auch das)". Als Studienfach sicher saublöd.

Wie sollen einen die Gerätekosten für einen alten Radlader interessieren, wenn nicht genau diese alte Rumpel mit der ganzen Faszination starker Maschinen auf einen wirkt oder eben die "schon wieder notwendige" Reparatur die Stillstandskosten in die Höhe treibt. So als Excel-blatt und Prüfungsbogen völlig öde. -----> ein Praktikum hilft bei solchen Dingen.

PS: Netto-Verdienste sind nicht aussagekräftig, da sie von Familienstand, Steuerklasse etc... abhängen und nicht von den Spendierhosen des Arbeitgebers.

Jupp | 28. Oktober 2011 - 11:19

@Flip + Tough + Klischee:
GäääääHHHHN - Langweilig !!

Tough | 28. Oktober 2011 - 11:04

@Jupp:
Genau, die Charakteristika - hart im Nehmen sein - ist sicher ein starkes Argument für High Potentials sich in einer Zeit der Wissengesellschaft für die Bauwirtschaft zu entscheiden. Aber die Bauindustrie benötigt ja nach Ihrer These auch nur - toughe low performer - und dürfte dann mit Ihnen gut zusammenarbeiten können.

FlipB | 27. Oktober 2011 - 19:35

> Wenn ich soviel Rumjammern würde, wieso wechsle ich dann nicht die Branche?
Und das ändert genau was an der miserablen Situation der Bauingenieure? Da wechselt einer die Branche, 100 andere MÜSSEN den frei gewordenen schlecht bezahlten Platz einnehmen, Hauptsache es macht Spaß, gell? Alles andere ist schon unwichtig geworden, eine Frau, Familie, Kinder, ne angemessene Rente, wozu auch, der Spaß an der Arbeit gleicht das ja aus. Burn-Out gibts nicht, die Erde ist immer noch ne Scheibe und der Mond wurde nie vom Menschen besucht. Selbst wenn ich Millionär wäre und von den Zinsen leben würde, ich würde weiterhin jedem vom Studium abraten, dann erst recht und mit mehr Zeit.

> Positive Statistiken werden mit gleicher Intensität bestritten
Solche gibt es nicht mal und "Ich kenne da jemanden..." ist keine Statistik.

Klischee | 27. Oktober 2011 - 16:16

@Jupp:
Sie bestätigen genau das vorhandene Image der Bauindustrie. Ob Sie darauf stolz sein können ist zumindestens für mich sehr fraglich.

Jupp | 27. Oktober 2011 - 14:44

Also dieser Forumsbeitrag läuft ja mal wieder gehörig aus dem Ruder, dank einiger Heulsusen die seit Jahren in allen Foren, immer wieder den gleichen Krempel verbreiten sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Positive Statistiken werden mit gleicher Intensität bestritten wie negative zum Manifest stilisiert. Mann Leute - Was ist euch denn passiert? - Bau ist kein BussiBussi Business!

Aber genau dass hat mich vor 20 Jahren, und auch heute noch, an der Branche gereizt. Und wer glaubt Maschinenbau wäre das Märchenwunderland, hat keine Ahnung wie es bei den Engineering-Subunternehmen der Branche zugeht. Also ich rate nach wie vor jedem, der sich dafür interessiert und entsprechend hart im Nehmen ist Bauingenieur zu werden. Und die hier beschworenen "Hungerlöhne" sind völlig übertrieben. Ja Flip - ich bin ein Lobbyist aus Überzeugung!

MM20 | 26. Oktober 2011 - 17:35

Was findest du daran lachhaft, dass hier einige Forenteilnehmer kritisiert werden? Flip jammert in allen Foren rum. Wenn ich soviel Rumjammern würde, wieso wechsle ich dann nicht die Branche?

Aber okay, ich gebe dir recht: Die meisten Bauingenieure verdienen weniger als z.B. Maschinenbauingenieure. Aber das liegt einfach an der Branche. Maschinenbauingenieure arbeiten eben überwiegend auch in der Industrie. Ein Bauingenieur kann aber auch in die Industrie, zu Stadtwerken, Energieversorgern, etc. Und da verdient man nicht schlecht. Es mag ja sein, dass die Statistiken stimmen. Nur interessieren mich keine Statistiken. Man kann sich jahrelang mit solchen Statistiken selbst bemitleiden oder aber versuchen etwas zu ändern. Hier rumposten bringt herzlich wenig wie man sehen kann. Außerdem was bringts mir, wenn mich Maschinenbau nicht interessiert? Nur mal so als Beispiel.

Equilibrium | 26. Oktober 2011 - 07:56

Ich finde es absolut übertrieben, wie hart hier einige Forumsteilnehmer angegangen werden, wenn sie die Arbeitsbedingungen (inkl. Gehalt) von Bauingenieuren kritisieren. Wenn dann noch die Aussage dazu kommt "ich verdiene so und soviel bei so und soviel Arbeitsstunden" und deswegen könne es den Bauingenieuren ja gar nicht so schlecht gehen, dann weiß ich nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Haben diese Ingenieure eigentlich keine Statistik beigebracht bekommen? Die Angabe darüber, was eine einzelne Person verdient (und noch die 2-3 Kommilitonen, deren Gehalt er vielleicht noch vom Hörensagen kennt), ist bezogen auf die Gesamtheit aller Bauingenieure überhaupt nicht aussagekräftig.

Die Gehaltsunterschiede zwischen Bauingenieuren und anderen Ingenieuren sind durch eine Vielzahl an Gehaltsstudien belegt. Deren Ergebnisse stimmen zwar nicht exakt überein, aber eine Gehaltsdifferenz von mindestens mehreren hundert Euro bis hin zu 1.000 € und mehr sind durchaus realistische Werte. Studien, die sich auf Berufsanfänger beziehen liegen dabei eher am unteren Ende der Spanne und Studien, die sich eher auf Berufstätige mit 10 Jahren und mehr Berufserfahrung konzentrieren, liegen dann eher am oberen Ende der Spanne. Das kann man alles Schwarz auf Weiß nachlesen, bevor man hier mutwillig andere User diskreditiert. Wenn man hier so tut, als hätte sich FlipB die Gehaltsunterschiede selbst zusammen phantasiert, dann ist das schon ziemlich lachhaft.

Anscheinend empfinden einige Bauingenieure die öffentliche Kritik an den Arbeitsbedingungen als eine Art Nestbeschmutzung und möchten so etwas nicht wahrhaben.

FlipB | 24. Oktober 2011 - 19:55

Wenn einem die Argumente ausbleiben, muss gleich mit "Flip machs besser" "argumentiert" werden. Hier die 1000 EUR brutto weniger, damit es nicht heißt, nur ich rede davon:
http://www.ilmforum.de/bau/das-dilemma-der-baubranche-mit-dem-nachwuchs.html

>Aber eigentlich ging es um ein Praktikum - interessanterweise raten alle ab, obwohl die meisten mit ihrem Job unglücklich sind.

Was ist daran so erstaunlich, von etwas abzuraten, wenn man darin unglücklich ist? Ist doch toll, wenn man schlechte Erfahrungen weiter geben kann, damit die naive junge Generation der angehenden Studenten nicht auf die Baulobby reinfällt und nicht über das Praktikum hinaus denkt. Zu meiner Zeit war das Internet noch nicht so populär und solche Foren gab es schon mal gar nicht. Nutzt es doch aus, ihr lebt nur 1 Mal, warum sich das Leben mit Bauingenieurwesen versauen?

MM20 | 24. Oktober 2011 - 17:32

Der Flip schreibt doch auch viel Mist. Ich verdien als Berufsanfänger (Bachelor) meine 3200 € Brutto umgerechnet aufs Jahr pro Monat. Viel mehr bekommen andere Ingenieure auch nicht (wenn überhaupt). Das ganze bei einer 39 h Woche. Jede Überstunde (Bauleitung) darf irgendwann abgefeiert werden. Wirklich zufrieden mit meiner derzeitigen Situation bin ich allerdings auch noch nicht.

kakadou | 23. Oktober 2011 - 22:50

@FlipB
Ich nehme an Du hast Deine Kündigung endlich geschrieben und hast ein paar Bewerbungen im Maschinenbau oder so ähnlich laufen, vielleicht auch bereits eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch? Ich meine, Du läufst echt Gefahr Dich völlig unglücklich zu machen, wenn Du weiter als Bauingenieur arbeitest - man sollte sein Leben selbst in die Hand nehmen und was ändern, wenn einem was nicht passt.

Übrigens: Ausser Dir redet niemand von 1000,- Euro. Diskutiert wurde lediglich, dass Bauingenieure schlechter als andre Ingenieure bezahlt werden (ist statistisch oft genug belegt) und ob und wenn ja unter welchen Umständen Frauen benachteiligt werden.

Aber eigentlich ging es um ein Praktikum - interessanterweise raten alle ab, obwohl die meisten mit ihrem Job unglücklich sind. In einem Praktikum wäre das vielleicht frühzeitig bemerkt worden.

FlipB | 20. Oktober 2011 - 19:11

>Meine Einstellung ist nicht falsch, sondern eben meine ganz persönliche

Das überzeugt nicht, du überzeugst erst wenn du 1000 EUR netto verdienst und auf deine Rente verzichtest, stattdessen abreiten gehst so lange es deine Gesundheit erlaubt. Ist ja im Bauwesen gar nicht so schwer und schräg anschauen wird dich deswegen auch niemand, ihr seid unter euch.

>Warum soll ich 38,5 h/Woche für viel Geld etwas tun, was mir keinen Spaß macht, wenn ich im anderen Fall 50 h/Woche genau das tue, was ich gern mache?

Diese Frage wirst du dir stellen, sobald du vor Gericht stehst, im für dich unleistbaren Swimmingpool des Fernmeldetechniker planschen darfst und die Rente gerade für Fressen und die 2 Zi-Whg ausreicht und du komplett pleite bist, weil du dir mangels Geld keine Versicherungen leisten kannst und ein Schadensfalls eingetreten ist. Von "einer Familie etwas bieten" habe ich noch gar nicht angefangen, du kannst dir als Bauingenieur ja nicht mal selbst etwas bieten. Übrigens hat das Auftreten von Burn-Out nix mit "Spaß an der Arbeit" zu tun, sondern schlicht mit der Länge derselbiegen, ob sie Spaß macht oder nicht spielt keine Rolle.

JD73 | 15. Oktober 2011 - 12:48

@flipb: danke! ;-)

@magnus: habe gehört, wer in der lage ist das gelesene auch noch zu hinterfragen, soll seinen vorteil noch einmal erheblich vergrößern können, nur hörensagen, klingt aber irgendwie sinnvoll!!???

kakadou | 14. Oktober 2011 - 23:04

"Falsche Einstellung, damit kannst du 1000 EUR netto fordern für 50 h, die Arbeit macht ja Spaß, Rente brauchst du erst gar nicht antreten, *augenroll*. Mit dieser falschen Einstellung setzt du angehende Familienväter gehörig unter Druck. Richtige Einstellung: Das eine schließt das andere nicht aus (Kohle vs. Spaß), ohne Gewichtung."

Was soll das?? Meine Einstellung ist nicht falsch, sondern eben meine ganz persönliche. Ich habe auch nirgends geschrieben, dass gute Bezahlung den Spaß verhindert. Es wäre mir möglich, einen besser bezahlten Job in der Baubranche zu finden als ich ihn zur Zeit (und hoffentlich noch lang!!) im Grenzbereich zum Maschinenbau habe (übrigens auch nicht schlecht bezahlt). Warum soll ich 38,5 h/Woche für viel Geld etwas tun, was mir keinen Spaß macht, wenn ich im anderen Fall 50 h/Woche genau das tue, was ich gern mache?

Deine Kinder freuen sich, wenn Du total genervt von der Arbeit kommst, Hauptsache Mama/Papa bringt genug Kohle heim? Das ist doch dann Schmerzensgeld und kein Gehalt.

Hier im Forum wimmelt es von Leuten, denen Ihr Job keine Freude bereitet. Ich beneide sie nicht drum. Ich halte das Schielen nach dem späteren Gehalt statt nach dem Inhalt der Arbeit für einen Grund dafür. Und auch die Tatsache, dass speziell im Bauingenieurwesen Leitungs- und Führungsaufgaben nicht im Studium berücksichtigt werden. D.h. der mathematisch begabte Technikfreak scheitert an einem "schwierigen" Polier oder einem störrischen Auftragnehmer, begreift aber nicht, dass genau diese menschliche Seite den Job ausmacht. Ein Landarzt wird auch hauptsächlich mit Erkältungswellen, uneinsichtigen Übergewichtigen und vereinsamten Alten konfrontiert - um das zu kurieren braucht es kein Studium, sondern Spaß an der Arbeit mit Menschen.

Damit zurück zum Thema: Frühzeitige Praktika machen Sinn.

FlipB | 12. Oktober 2011 - 19:30

>kakadou
Was soll der Äpfel-Birnen Vergleich? Frauen verdienen in der Baubranche um 23 % weniger als männliche Bau(gehalts)opfer, das ist eine Tatsache (Google).

>Mir ist auch der Spaß wichtig (wichtiger als Geld).
Falsche Einstellung, damit kannst du 1000 EUR netto fordern für 50 h, die Arbeit macht ja Spaß, Rente brauchst du erst gar nicht antreten, *augenroll*. Mit dieser falschen Einstellung setzt du angehende Familienväter gehörig unter Druck. Richtige Einstellung: Das eine schließt das andere nicht aus (Kohle vs. Spaß), ohne Gewichtung.

Magnus | 11. Oktober 2011 - 22:00

@JD73:
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Vergleichen kann man grundsätzliches alles, so zum Beispiel auch die Gehälter von Männern und Frauen, unabhängig von deren Beruf. Die hierbei festzustellenden Einkommensdiffrenzen können daher resultieren, das Männer in Berufen arbeiten in denen mehr bezahlt wird, oder/und das Männer in demselben Beruf mehr verdienen als Frauen.

Deine 30 % wären eher ersterem zuzuordnen, gemäss der von Kakadou zitierten Studie würde das beispielsweise für das Lebenserwerbseinkommen ostdeutscher Fraunen gelten. Die 10 % von Kakadou wären eher letzterem zuzuordnen (Beschäftigte im Hoch- und Tiefbau).

Wenn man die Studie weiterliest, gelangt man zu der Erkenntnis, dass eine Frau in der Fahrzeugindustrie ungefähr soviel verdient wie ein Mann im Bau. Folgerichtig kann man allen jungen Bauingenieurinnen nur raten Mann zu werden und den jungen Bauingenieuren gratulieren, dass sie von Geburt an alles richtig gemacht haben. (Vielleicht mit der Ausnahme Bau- statt Fahrzeugingenieur geworden zu sein, aber es hätte sie auch noch schlimmer treffen können)

kakadou | 11. Oktober 2011 - 20:43

JD73, mein Einwand betraf Deine nicht belegte Behauptung: "dies ist mit sicherheit in den ingenieurberufen und gerade im bauwesen besonders ausgeprägt". Nochmal: woher die Sicherheit?

Das die von Dir vermutete und von mir nicht widerlegte Zurückhaltung bei Gehaltsverhandlungen die Sache nicht verbessert, stimmt - allerdings nur dann, wenn Geld als Maßstab für berufliche Zufriedenheit genommen wird. Mir ist auch der Spaß wichtig (wichtiger als Geld). Einen entscheidenden Unterschied macht es, ob "Sie" nicht mehr will (aber bekäme), oder ob "Sie" nicht mehr bekäme, selbst wenn sie wollte. Letzteres darf nicht sein.

JD73 | 10. Oktober 2011 - 23:34

@kakadou: lol, na dann ist ja für die frauen alles in ordnung! wenn du das so siehst und zufrieden bist, freut mich das für dich. das jedoch jemand in einer veröffentlichten studie "friseusen" - korrekterweise nennt man das "friseurinnen" - mit "ingenieusen" (-rinnen) oder ingenieuren bezüglich des gehaltsgefälles verglichen haben soll halte ich für kaum denkbar.

das frauen mit ihrem gehalt immer so schön zufrieden sind verringert das gefälle mit sicherheit in zukunft eher nicht.

kakadou | 09. Oktober 2011 - 12:31

JD73: "im gleichen job bis zu 30 % schlechter als ein mann. dies ist mit sicherheit in den ingenieurberufen und gerade im bauwesen besonders ausgeprägt. "

Wo hast Du denn das her? Der Einkommensunterschied ist meines Wissens dadurch bedingt, dass mehr Frauen als Friseuse denn als Ingenieurin arbeiten. Bei inhaltlich und vom Qualifikationsniveau her gleicher Arbeit reduziert sich speziell im Baugewerbe die Differenz dann auf ca 10 % - wobei auch hier nicht berücksichtigt ist, dass u.U. mehr (ältere, und an den gleichalten Kolleginnen gemessen statistisch besser ausgebildete) Männer in Führungspositionen arbeiten. Der Altersfaktor gleicht sich langsam aus, nachdem inzwischen die Frauen mit Abi/Hochschulabschluß die Männer überholt haben.

Gemäß dieser Studie:

http://bit.ly/qn6PXS

sind die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede gerade im Hoch- und Tiefbau sowie im Bergbau am geringsten! Selbst wenn hier berücksichtigt wird, dass anteilig eher mehr Ingenieurinnen als Maschinistinnen arbeiten und damit Frauen in den höheren Lohngruppen vielleicht überrepräsentiert sein könnten - Bau ist für Frauen keine schlechtere Wahl als andere Branchen.

JD73 | 06. Oktober 2011 - 21:36

@Minimaus: bin jetzt etwas überrascht, dass gerade eine frau die gehälter im bauwesen verteidigt. frauen verdienen generell (...nicht "unbedingt" berechtigterweise, aber bestimmt erwiesenermaßen...) im gleichen job bis zu 30 % schlechter als ein mann. dies ist mit sicherheit in den ingenieurberufen und gerade im bauwesen besonders ausgeprägt. solltest du nun "ordentlich" verdienen, wärst du rein statistisch wahrscheinlich ein "promillefall" und mit sicherheit ganz und gar nicht repräsentativ.

Minimaus | 05. Oktober 2011 - 17:24

Mal wieder so eine schöne Verallgemeinerung, dass jeder Bauingenieur 10 000 EUR weniger verdient. Das kann man so doch gar nicht sagen. Wenn ich sehe, wer bei uns alles Bauingenieur geworden ist, dann verstehe ich es sogar! Viele können sich wahrscheinlich einfach nicht verkaufen (so mein Eindruck). Dass die reine Bauwirtschaft den Bach runter geht ist seit Jahren klar. Es gibt auch Industrie, Stadtwerke, etc.

Student | 05. Oktober 2011 - 14:37

@GT:
Das sind ja tolle Aussichten für einen, der noch ca. 40 Jahre arbeiten will / muss. Weniger Haushalte, Reduktion des Engineerings auf die Instandhaltung (wobei ich mich frage, was ein Bauingenieur hierbei wirklich machen soll), geringes Gehalt und on Top eine von der Industrie verursachte Schwemme von Bauingenieur-Studenten.

GT | 04. Oktober 2011 - 22:23

@Aspekte:
1) Gemäss statistischem Bundesamt wird die Anzahl der Haushalte bis 2020 zunehmen. Wobei dies eigentlich unerheblich ist, da man mit EFH eh kein Geld verdienen kann. Generell werden sich die Bauaufgaben in einer alternden und veränderten Gesellschaft ebenfalls ändern und nicht zum Erliegen kommen. Wir planen zur Zeit ziemlich viele Krankenhäuser und Senioren / Pflegeheime. Rückbau ist auch oft ein Thema, da man für einen Abriss in städtischem Gebiet i.d.R. eine Abrisstatik benötigt.
2) Ok, mag sein das Telefone in Deutschland nicht mehr hergestellt werden, dennoch werden sie gekauft. Damit wollte ich sagen, das obwohl jeder ein Telefon hat, diese dennoch verkauft werden, da man halt von Zeit zu Zeit mal ein neues haben möchte. Ähnliches gilt für Gebäude, nur dass hier die Investitionszyklen halt etwas länger sind (Stichwort Kölner Dom).
3) Geld ist sicherlich nicht alles, aber hungerleiden tut man als Bauingenieur auch nicht. Man verdient halt eben nur 10 bis xxx Tsd € weniger als andere Ingenieure.

Aspekte | 04. Oktober 2011 - 12:35

@Magnus:
Folgende Aspekte vermisse ich:
1) Das Thema Rückbau in Gebieten, in denen sich die Demografie schon bemerkbar macht: Danach werden keine Bauingenieure mehr benötigt. Und genau dieses ist leider der Megatrend für die nächsten Jahrzehnte.

2) Der Hinweis auf die Autos / Telefone "hinkt" m.E., denn Autos können im Gegensatz zu Bauwerken exportiert werden und Telefone werden in D nicht mehr hergestellt.
P.S.: Aber wenn Du schon seit Jahren in der Bauwirtschaft tätig bist, ist das Wort (Dauer-) Krise ja bestens bekannt. Und wenn der Job trotzdem Spass macht, kann ich nur gratulieren. Das geht m.E. in die Richtung der Berufseinstellung von Architekten, für die offensichtlich höhere Werte als Geld etc. im Fokus stehen.

Minimaus | 02. Oktober 2011 - 10:26

@Weber:
Das ist doch nichts Neues. Dann lernt man heute besser einen vernünftigen Ausbildungsberuf statt Architekt. Der Markt ist überflutet, deswegen werde ich als Ingenieur auch niemals in den Hochbau gehen (außer Behörde). Hochbau ist doch Konkurrenz und Kostendruck pur. Stell dir vor du planst ein Haus mit Statik. Da haste doch die ganzen Architekten und Statiker, Hochbauingenieure, Zimmermeister etc im Nacken. Und das bei den Prognosen des demographischen Wandels. Nein danke. Das Blöde ist, heute studieren 3-4 mal soviele Bauingenieurwesen als noch vor 4-6 Jahren an unserer Hochschule. Das weiß ich zufällig.

Magnus | 30. September 2011 - 22:37

@Tough:
Das weiche Wasser bricht den Stein...
Habe es nicht in Abrede gestellt, dass die vielen Frustrationen begründet sind (= zutreffende Gründe), bin es nur selber halt nicht, der Beruf macht mir Spass. Da ich das Ganze jetzt seit über zehn Jahren mache, wird sich das Wundern in Grenzen halten.

Telefone und Autos gibt es in Schland auch zur Genüge, trotzdem werden die Dinger noch verkauft. Ähnlich verhält es sich mit Bauwerken, das Ganze läuft dann nicht als Erweiterungs- sondern als Erneuerungsinvestition.

Weber | 30. September 2011 - 12:57

Architekten dürften auch Konkurrenten für die Bauingenieure sein. Dazu beigefügt ein Artikel im Spiegel vom 29.09.11. Aber wenn es denn Spass macht und das Gehalt / die Arbeitsbelastung und nicht vorhandene Zukunftsperspektiven keine Rolle spielen, ist die Berufswahl wohl o.k.
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,788846,00.html

Tough | 30. September 2011 - 12:33

@Magnus:
Du wirst dich noch sehr wundern, wie realitätsnah die Forumsbeiträge sind / waren. Aber scheinbar bist Du ein "tough guy", der besser als die Konkurrenz ist. Das wird in einem tendenziell stark schrumpfenden (nationalen) Baumarkt auch notwendig sein. Good Luck for your future in einem Loser Umfeld.

FlipB | 29. September 2011 - 23:53

Habe allerdings bei manchen Beiträgen den Eindruck, dass hier versucht wird, die zukünfige Konkurrenz abzuschrecken. In einer Branche, die in den nächsten 50 Jahren komplett überlaufen sein wird, wird es so oder so viel zu viel Konkurrenz geben, selbst wenn man die Absolventenzahlen auf 0,0001% reduziert und 80% aller Büros und Firmen schließt.

kakadou | 29. September 2011 - 21:53

"Was willste denn mit einem, der ein halbes Jahr Praktikum im Hochbau gemacht hat, aber dann in den Tiefbau geht oder kommt?!?"

Das klingt so als ob die spätere Berufswahl völlig zufällig oder fremdbestimmt wäre. Ein Praktikum ist doch eine gute Gelegenheit um festzustellen, ob einem Hoch- oder Tiefbau, Ingenieurbüro oder Baufirma besser liegt. Also mach 6 Wochen Praktikum, und falls es dort beim Kaffeekochen bleiben sollte, bestehe entweder darauf, auf Baustellen oder zu Besprechungen als Zaungast mitzukommen oder packe Dir Lernstoff ein und suche ein ruhiges Eck neben der Kaffeeküche und tu was gegen schlechte Noten.

Eine Kommilitonin von mir hat nach einem solchen Praktikum festgestellt, dass Ingenieurbüro auf keinen Fall was für sie ist, hat noch der Form halber fertigstudiert (mit ganz guten Noten) und dann umgeschult. War also auch eine nützliche Erkenntnis.

GT | 29. September 2011 - 17:26

@FSA:
Das mit den guten Noten in Statik/Festigkeitslehre kann ich nicht unterstreichen. was sagt bitte eine Note in Statik 1 aus, wenn man dann in Statik 3 eine bessere Note hat, weil man wegen Zeitmangel in Statik 1 einfach nicht besser abschneiden konnte. Wie gesagt, ich bin da anderer Meinung.

Equilibrium | 29. September 2011 - 15:17

@FSA: Selbstverständlich zählt die Persönlichkeit im späteren Berufsleben ausserordentlich viel! Ich kenne viele technisch begabte Ingenieure, die sich mit ihrer mangelnden Sozialkompetenz selbst behindern. Jedoch kann ein Bewerber seine Persönlichkeit frühestens im Vorstellungsgespräch ins Spiel bringen. Dazu muss man aber auf der Grundlage der Bewerbungsmappe zunächst einmal eingeladen werden. Und darin stehen hauptsächlich Studienleistungen und Praktika.

Magnus | 28. September 2011 - 22:22

Denke auch das gute Noten etwas bringen. Was meiner Meinung nach etwas überbewertet wird ist eine kurze Studienzeit. Wenn man es sich leisten kann, sollte man diese ruhig etwas ausdehnen, um festzustellen (z.B. durch Praktika), wo man später gerne mal landen möchte. Wenn man ein mittelfristigtes und ein langfristiges Ziel hat, lassen sich die Widrigkeiten des Alltages auch viel besser aushalten. Was gute Noten aber bestimmt nicht tun, ist schaden. Und wenn man schon studieren geht, kann man auch einfach versuchen es gut zu machen, man ist ja eh da. Ein weiterer Vorteil von guten Noten ist, dass man mehr weiß. Im Bereich Tragwerksplanung kann man das ganze Studienzeugs ja auch super anwenden. Jemand mit guten Noten in Statik / Festigkeitslehre beginnt da einfach auf einem anderen Niveau als jemand mit schlechten Noten.

Das hier viele schreiben die unzufrieden sind, ist richtig. Wobei diese dafür auch oft genug zutreffende Gründe anführen. Habe allerdings bei manchen Beiträgen den Eindruck, dass hier versucht wird, die zukünfige Konkurrenz abzuschrecken.

Ole | 28. September 2011 - 08:39

Moin,
aus meiner eigenen Vergangenheit kann ich sagen, das gute Noten die Freiheit bieten eine Wahl zu haben. Viele meiner Komilitonen haben damals den einzigen Job genommen, der ihnen nach Monaten mit Absagen angeboten wurde. Bei guten Noten war man dennoch in der Lage, seinem Werdegang eine wesentlich bessere Richtung zu geben. Das es Ausnahmen gibt, die das Gegenteil beweisen, bezweifele ich nicht. Habe selber einen Kollegen der mit 3.6 abgeschlossen hatte und dadurch, das er fliessend Spanisch und Portugiesisch sprach, die mit Abstand beste Offerte bekam. Das es Menschen mit extrem guten Beziehungen gibt ist auch klar. Fuer die Meisten gilt jedoch, das gute Noten, auch in schwierigen Zeiten, das weitere Leben sehr viel einfacher machen koennen.

Am Ende muss man in der Lage sein, das erlangte Wissen umzusetzen. Wer meint, das ein super Abi oder Studienabschluss der alleinige Schluessel zum Erfolg sind, ist genauso irrgeleitet wie jemand der glaubt, das die Welt auf schlechte Studienabgaenger wartet.
Das sich hier nur Menschen aeussern, die unzufrieden sind ist auch nicht richtig. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job und auch mit meinem Einkommen. Das heisst aber nicht, das ich deshalb nicht in der Lage bin zu erkennen, das es insbesondere in diesem Beruf auch Probleme gibt. Diese Probleme liegen nun mal ganz offensichtlich fuer viele in der Bezahlung und dem Zeitaufwand.

FSA | 27. September 2011 - 19:16

Ich bleibe bei meiner Aussage. Ich hatte sogar ziemlich gute Noten, bringen tun die aber nix. Vitamine und v.a. Glück sind viel viel wichtiger. Was willste denn mit einem, der ein halbes Jahr Praktikum im Hochbau gemacht hat, aber dann in den Tiefbau geht oder kommt?!? Genau - rein gar nichts. Am besten man hat eine Ausbildung vorher gemacht. Und ich sag dir, viele Arbeitgeber interessieren Noten nur zweitrangig (was auch richtig ist), zumindest war mein Eindruck bisher immer so.

Was viel viel wichtiger ist, dass man eine gute Persönlichkeit besitzt und nicht im letzten Lumpensack zum Vorstellungsgespräch kommt, Ausbildung, etc. Und das stimmt einfach nicht, dass man mit schlechten Noten keine Chance als Berufsanfänger erhält. Ich kenne sehr viele, die haben alle einen Job bekommen. Auch die mit einem Schnitt unter der 3 (was für Bau-Ingenieurwesen noch sehr gut ist)!

Equilibrium | 27. September 2011 - 07:17

@FSA: Dein Beitrag geht an der Realität und vor allem an der Situation von SR vorbei.

"Noten zählen später nix mehr"
Die Aussage ist für einen Studenten ziemlich irrelevant. SR steht ja schließlich noch vor der Aufgabe, die erste Stelle zu bekommen und nicht etwa die zweite oder dritte. Es stimmt, dass die Berufserfahrung später mehr zählt als das Hochschulzeugnis. Aber was bringt das SR? Derzeit gar nichts.

"Noten sind subjektiv"
Die Behauptung wird gebetsmühlenartig immer von den Studenten/Schülern mit schlechten Noten wiederholt. Natürlich enthält jede Note für sich eine subjektive Komponente. Aber wenn ich ein Zeugnis mit 10 oder 12 Noten vorliegen habe, ist es völlig egal, wenn eine einzelne davon vielleicht zu schlecht ausgefallen ist, weil dem Professor die Nase nicht gepasst hat. Insgesamt gesehen ergibt ein Zeugnis im Normalfall einen repräsentativen Überblick über die Leistung im Studium. Nur schlechte Studenten fühlen sich permanent missverstanden, unterschätzt und unfair behandelt. Dann rettet man sich eben in den Mythos, dass Noten nicht wichtig seien. Natürlich kann auch ein schlechter Absolvent später noch im Job erfolgreich sein. Voraussetzung dafür ist aber, dass er zunächst mal eine Chance erhält. Hier sind gute Noten nun einmal von Vorteil.

"Lange Praktikas sind auch nicht wichtig finde ich."
Ja, was denn nun? Wenn Du schon der Theorie anhängst, dass die Studienleistung nichts zählt, was soll dann bei einem Absolventen wie SR noch zählen, wenn nicht Praktika o. ä.? Die Haarfarbe? Die Quersumme der Postleitzahl? Ob er Schriftwart im Kleintierzuchtverein war? Wenn ich eine Bewerbung eines Studenten/Absolventen lese, schaue ich nach dem Anschreiben zuerst auf die Studienleistung (Noten, Studiendauer und welche Uni/FH). Als nächstes schaue ich im Lebenslauf nach Praktika, Auslandsaufenthalten etc.). Und in Bezug auf kurze Praktika hat Pro21 doch völlig recht: Was soll man denn in 6 Wochen lernen?

"Naja, hier schreiben auch viele, die unzufrieden sind denke ich."
Das ist eine völlig undifferenzierte Aussage, die mit dem Thema und den bisherigen Antworten überhaupt nichts zu tun hat.

@SR: Ich würde mich zunächst mal voll auf das Studium konzentrieren. Erstens verbesserst Du damit Deine Noten und/oder die Studiendauer; zweitens wirst Du Dir bei intensiverer Auseinandersetzung mit dem Studium besser bewusst, ob es überhaupt das richtige für Dich ist oder nicht. Gegen Ende des Studiums lohnt sich dann ein Praktikum und evtl. auch eine externe Abschlussarbeit bei einer Firma, bei der Du Dich anschließend auch als Absolvent bewerben möchtest.

Pro21 | 26. September 2011 - 17:48

Schon erstaunlich wie viele Leute immer meinen das Noten nicht relevant sind. Gerade bei frischen Absolventen schaue ich besonders auf die Noten und deren Praktikas. Alles unter 2,7 im Diplom lade ich nicht zu Vorstellungen ein. Und ein einmaliges Praktikum von maximal 6 Wochen ist auch ein Witz.

JD73 | 26. September 2011 - 13:47

@fsa: ....gut erkannt, vor allem das "viele" ist ein wichtiger punkt!

FSA | 23. September 2011 - 16:49

Noten zählen später nix mehr, Noten sind subjektiv. Lange Praktikas sind auch nicht wichtig finde ich. Naja, hier schreiben auch viele, die unzufrieden sind denke ich.

Ole | 21. September 2011 - 11:14

Schliesse mich der Meinung von Equilibrium an. Wenn Du unbedingt Erfahrung sammeln moechtest, wuerde ich an Deiner Stelle versuchen, in den Semesterferien einen Job bei einem Ingenieurbuero zu bekommen. Das bringt zumindest etwas Geld und hilft Dir zu entscheiden, ob Du den Beruf tatsaechlich einmal machen willst. Wenn Du Deine Leistung bereits als schlecht bezeichnest bin ich nicht sicher, ob es ueberhaupt das Richtige fuer Dich ist. Ole

Equilibrium | 20. September 2011 - 10:46

Ganz ehrlich: Mit dem jetzigen Wissensstand macht ein Praktikant im Ingenieurbüro normalerweise folgende Tätigkeiten:
- Unterlagen kopieren oder ausdrucken
- Unterlagen sortieren und abheften
- Unterlagen einscannen
- Pläne falten
- evtl. mal etwas aus dem Internet recherchieren

Wenn es gut läuft:
- Massenermittlungen (also Beton-/Stahl- oder Erdmassen anhand von Plänen ermitteln. Realistisch betrachtet ist dies nahezu das Einzige, was man nach dem Grundstudium kann.
- Evtl. irgendwelche Sonderaufgaben mit MS-Office (z. B. eine Präsentation mit Powerpoint erstellen)

Wenn es schlecht läuft:
- Kaffee kochen
- Mitarbeiter mit der Frage nerven, ob man etwas tun kann.

Wenn bereits nach Deiner eigenen Einschätzung die Studienleistungen nicht so gut sind, dann konzentrier Dich lieber auf Dein Studium. Das Pläne falten und Kaffee kochen nach dem 4. Semester wird Dir nach dem Studium nicht viel bei den Bewerbungen helfen.

Pro21 | 19. September 2011 - 14:31

Hallo SR,
wann spielt eigentlich nicht so die Rolle. Wichtiger ist wie lange ein Praktikum sein soll. Gerade bei dem neuen Bachelor Studiengang erlebe ich häufig das Bewerber nur sechs Wochen ein Praktikum machen wollen. Hier erteile ich denen häufig eine Absage, da die Einarbeitung der Praktikanten für mich keinen Nutzen hat. Außerdem will ja ein Praktikant auch interessante Aufgaben machen und die kann dieser in der kurzen Zeit nicht bewältigen. Ist selbst habe damals noch sechs Monate gemacht.
Gruß Pro 21

Danger | 19. September 2011 - 12:08

Hallo SR, statt eines Praktikums zu machen, konzentriere dich lieber voll darauf deine Noten zu verbessern. Spaeter bei den Arbeitgebern zaehlen primaer die Studienleistungen und danach erst sonstige Erfahrungen. Praktika helfen dir aber bei der Orientierung wo du hinwillst.

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