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Ab wann Praktikum bei einem Ingenieurbüro?

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SR | Thema eröffnet vor 8 Jahren

Hallo,
ich habe eine Frage wegen Praktikum und Berufserfahrung. Ich bin nun im 4.Semester aber fachlich noch im Grundstudium, lohnt es sich ein Praktikum jetzt zu machen bzw. habe ich eine Chance ein Praktikum machen zukönnen (wegen der schlechten Studienleistung)? Spielt der bisher erreichte Notendurchschnitt eine Rolle? Und was macht man da - kann mir jemand von seinen Praktikumserfahrungen berichten?
Grüsse SR

BauIng | 16. Januar 2015 - 12:49

@BaldIng:
Ob du deinen Bachelor in der Tasche hast oder nicht ist eher irrelevant, da kein Arbeitgeber ernsthaft erwägen wird an dir zu verdienen. Wenn du dich doof anstellst machst du eben nur Handlangertätigkeiten. Die rechtzeitige Bewerbung ist aber durchaus wichtig. Ich habe vor einigen Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele Büros zwar Praktikaplätze haben, aber diese doch recht frühzeitig verplant werden.

Spätestens ein halbes Jahr vor Praktikumsbeginn solltest du dich auf die Suche machen, damit du dir am Ende die schönste Stelle aussuchen kannst. Dabei spielt es keine Rolle, ob Stellen ausgeschrieben sind oder nicht. Zum einen macht sich kein Arbeitgeber große Mühe eine Praktikantenstelle auszuschreiben und zum anderen sind in den meisten größeren Büros sowieso Arbeitsplätze für Hiwis eingerichtet, die dann spontan um genutzt werden können.

BaldIng | 16. Januar 2015 - 10:08

Ich habe mal eine Frage bzgl. des Bewerbungszeitraums für eine Praktikumstelle. Kurz zu mir: Ich bin zurzeit im 5. Semester und werde voraussichtlich meinen Bauingenieur-Bachelor im Sommer in der Tasche haben. Habe dann vor, im Oktober/November eine 3-4 monatige "Auszeit" zu nehmen und ins Ausland zu gehen (Work & Travel). Danach (Zeitraum März) wollte ich unbedingt, bevor ich im Oktober 2016 meinen Master anfange, ein Praktikum in einem Ingenieurbüro machen, um etwas Praxiserfahrung zu sammeln.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Wann sollte ich mich am besten bei Firmen bewerben? Ein Jahr vorher oder erst wenn ich den Abschluss wirklich habe? Ist es sinnvoll auch bei Firmen nach Praktikumsstellen zu fragen, selbst wenn diese keine Stellen ausgeschrieben haben?

Oder wie würdet ihr das handhaben?
Vielen Dank im Voraus, BaldIng

Jean | 27. April 2012 - 22:16

Sehr geehrte Damen und Herren,

weil ich einen Studienplatz im Fachbereich Bauingenieurwesen an der Universität Essen-Duisburg für das nächste Wintersemester bekommen habe und da ein Vorpraktikum erforderlich ist, wende ich mich hiermit an SIE, um zu fragen, ob ich eventuell bei Ihnem mein Praktikum machen kann. Ich würde mich sehr freuen, etwas von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen, Jean Colbert Massock

FlipB | 17. November 2011 - 20:23

Bezahlung nach Leistung und ähnliches bringt nix, da du dich innerhalb der lächerlich niedrigen Gehaltsspanne von Bauingenieuren bewegst. Anders ausgedrückt: 3000 EUR brutto für 50 h Woche. Angemessen bedeutet, der Ausbildung entsprechend, der Verantwortung (Budget, Personal) entsprechend bzw. auf dem Niveau anderer Techniker in ähnlichen Positionen.

kakadou | 17. November 2011 - 19:59

"die individuelle Leistung bestimmt wo man sich in dem Gehaltsrahmen bewegt" >> genau.

Die individuelle Leistung ist abhängig von: Begabung + Fleiss + Teamworking (ohne Wichtung). Der Fleiß dürfte eine Funktion des Spaßes sein. Umgekehrt macht Spaß, wozu man begabt ist. Zufriedenheit macht Ausstrahlung und ein gutes Betriebsklima (=allgemein leistungssteigernd).

Wenn ich also entscheiden muss ob ich den strahlenden Überzeugungstäter für viel Geld oder den mosernden Pflichtschaffenden für wenig Geld einstellen soll, dann würde ich, falls die wirtschaftliche Lage das hergibt, den Überzeugungstäter einstellen. Gibt die wirtschaftliche Lage das nicht her, würde ich den Überzeugungstäter runterhandeln und mit guten Arbeitsbedingungen ködern. Erst wenn das nicht fruchtet (auch eine Firma kann kein Geld drucken und gerade auf dem Bau erwirtschaften die Leute mit Schaufel und Schubkarre das Geld für die feinen Herren), kommt notgedrungen der mosernde Pflichtarbeiter her, aber der wird schnellstmöglich wieder ersetzt oder jedenfalls nicht befördert.

Du siehst, jemand der Spaß an der Arbeit hat, hat größere Chancen gut zu verdienen. Aber er ist vom Verdienst weniger abhängig, da ein Teil des Lohnes aus Zufriedenheit besteht. Genaugenommen verdient der Spaßarbeiter also doppelt. Möglicherweise nicht gleich am Beginn der Karriere, aber am Ende (mit Spaß kommt man eben weiter).

Magnus | 14. November 2011 - 23:00

Ja, gute Frage was "angemessen" bedeutet. In der Regel gibt die Tätigkeit den Gehaltsrahmen vor, die individuelle Leistung bestimmt wo man sich in dem Gehaltsrahmen bewegt.

Ich habe Kakadou so verstanden, dass sie lieber eine Tätigkeit macht, die gehaltsmässig etwas niedriger angesiedelt ist und dafür Spass macht, als eine uninteressante Tätigkeit die gehaltstechnisch höher angesiedelt ist. Noch lieber würde sie wahrscheinlich eine Tätigkeit machen die gehaltstechnisch hoch angesiedelt ist und Spass macht. Leider haben es Prioritäten so an sich, dass nur eines an Nummer eins stehen kann. Wenn du die zweite Möglichkeit für dich vorziehst und damit glücklich bist, ist das schön für dich.

FlipB | 10. November 2011 - 19:29

>Was ist an der Einstellung falsch, das Arbeit Spass machen soll?

Das verleitet dazu, das Gehalt niedrig zu halten. Das setzt Angestellte, die ANGEMESSEN bezahlt werden wollen, also Versicherungen zahlen müssen, Verantwortung übernehnen und vor allem eine Familie gründen wollen, gehörig unter Druck, bloß weil ein Troll auf Arbeit erscheint und meint "Hauptsache es macht Spaß".

kakadou | 02. November 2011 - 20:10

Nachdem das hier wieder sachlicher zu werden scheint....

@JD73:
Zweitstudium ist Bauingenieurwesen (!), ich bin kein Bauingenieur, arbeite aber seit langem quasi als solcher. Dazu ist es ein Promotionsstudium, also viel Arbeit, selbstgewählten Inhalt (d.h. kein Müll), wenig Prüfungen (ich muss wegen fachfremdem Diplom ein paar machen) und dafür freie Zeiteinteilung. Ob ich es tatsächlich bis zum Ende nebenher oder überhaupt packe, weiss ich nicht. Bisher macht es Spaß und ich lerne viel dabei. Allerdings sehe ich das durchaus als Ausgleich zum Job, also ohne Finanz- und Ergebnisdruck. Fachlich gibt es sehr große Schnittmengen zum Job, was die Sache leichter macht. Da Arbeit und Studium mein Interesse zu 100 % trifft, passt es für mich.

Wer nicht wirklich gern arbeitet wie ein Tier sollte es tatsächlich besser lassen - das mit dem Zweitstudium ist keine Empfehlung für die Karriereentwicklung! Wer das aus Ehrgeiz macht, setzt die Energie besser direkt in den Job um.

Aus Büchern lerne ich gern, aber irgendwann kommt der Punkt an dem einen ein Gespräch mit einem anderen intelligenten und erfahrenen Menschen schneller weiterbringt. Ich bin ein soziales Wesen und mir ist der Austausch wichtig.

Das Beispiel mit der Baubetriebslehre habe ich angeführt, weil die studierte Theorie und die gelebte Praxis ziemlich auseinanderdriften können (da ist schon was dran an "gelehrtem Müll").

Magnus | 01. November 2011 - 20:34

@FlipB:
Was ist an der Einstellung falsch, das Arbeit Spass machen soll?

JD73 | 01. November 2011 - 11:08

@kakadou: ...so zufrieden und einen wunderbaren job und ach, ein zweitstsudium, nebenberuflich?! oops! dass das beinhart ist ist klar, vor allem für leute die gerne mal etwas länger arbeiten, bezahlung zweitrangig, mit tollem job, spass muss sein...und dann lernen abends, prüfungen und kurse am we!

warum macht das jemand, der doch so zufrieden ist? vor 20 Jahren wäre kaum einer auf die idee gekommen, heute wird das fast zur regel. klar ist, das man berufspezifisch alles was man braucht in büchern findet. auch total fachfremdes. in einem zweitstudium lernt man eine menge "müll", genau wie im ersten, den man nie mehr braucht. aber am ende gibt es eben einen abschluss! warum also einen kompletten studiengang, wenn die chancen als bauing. so gut sind und einem alle türen offen stehen??? man könnte sich doch aus fachliteratur spezifisch fortbilden. so war das früher! die antwort, warum ein zweitstudium, kann sich ja jeder der das liest selbst geben.

p.s.: mir hat´s übrigens geholfen, das zweitstudium...

FlipB | 31. Oktober 2011 - 17:17

@kakadou, meine Aussage mit den 1000 EUR netto und Verzicht auf die Rente bezog sich nur auf die falsche Einstellung, dass die Arbeit schließlich Spaß machen soll. Damit mag man sich zwar Bauwesen schön reden, vernachlässigt aber in Wirklichkeit sich selbst und die Bedürfnisse außerhalb der Arbeit, Dinge die für "normale" Techniker selbstverständlich weil leistbar sind.

Leser | 30. Oktober 2011 - 22:59

@Jupp:
Dieser Kommentar entspricht Ihrer bisher gezeigten Niveaulosigkeit. Zum Glück wird Ihr Typus immer häufiger wegen totaler Führungsunfähigkeit aussortiert. Denn professionell geführte Firmen erkennen, dass Proleten in leitenden Positionen ein signifikantens Existenzrisiko darstellen.

kakadou | 28. Oktober 2011 - 21:16

Mein letzter Beitrag in diesem Thread:

FlipB, Du schriebst wortwörtlich "Das überzeugt nicht, du überzeugst erst wenn du 1000 EUR netto verdienst und auf deine Rente verzichtest" und nicht "1000 EUR brutto weniger", wie dann später gepostet. Die 1000 EUR (ungefähr) netto kenne ich aus den Naturwissenschaften in manchen Bereichen als Anfangsgehalt (statistisch nicht relevante Erfahrungen im Bekanntenkreis). Ich habe Deine Aussage daher ernst genommen.

Ich persönlich und ganz für mich selbst entschieden sch....auf 1000,- (netto wie brutto) Differenz (!) wenn ich mich dafür verkaufen müsste, d.h. gegen mein Interesse arbeiten soll. In anderen Branchen nennt man das Prostitution. Übrigens mehrfach betont: statistisch belegt liegt der Durchschnittsverdienst des Bauingenieurs unter dem des Maschinenbauingenieurs. Quelle hab ich weiter unten bereits angegeben, mag ich nicht suchen. Ich glaube das hat hier niemand bestritten. Trotzdem empfehle ich, frühzeitig ein Praktikum zu machen, um festzustellen ob die gelebte (nicht die studierte) Praxis passt.

Ich studiere gerade nebenberuflich und habe heute eine Kommilitonin über das trockene Fach Baubetriebslehre stöhnen gehört. Tatsächlich bin ich u.a. in einem kleinen Bauunternehmen angestellt, hauptsächlich Kalkulation, früher auch Bauleitung, und finde das Thema Baubetrieb absolut spannend - aber nur in der Praxis mit den Höhen und Tiefen zwischen "Arbeit haben und Gewinn machen (oder Verlustvermeidung, auch das)". Als Studienfach sicher saublöd.

Wie sollen einen die Gerätekosten für einen alten Radlader interessieren, wenn nicht genau diese alte Rumpel mit der ganzen Faszination starker Maschinen auf einen wirkt oder eben die "schon wieder notwendige" Reparatur die Stillstandskosten in die Höhe treibt. So als Excel-blatt und Prüfungsbogen völlig öde. -----> ein Praktikum hilft bei solchen Dingen.

PS: Netto-Verdienste sind nicht aussagekräftig, da sie von Familienstand, Steuerklasse etc... abhängen und nicht von den Spendierhosen des Arbeitgebers.

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