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Ausgabe 6453 | Nr. 111 | 18. Jahrgang
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Arbeitswelt: Bauingenieur in Sachsen

41 Kommentare | 15972 Aufrufe Kommentar hinzufügen
| Thema eröffnet vor 4 Jahren

Seit einiger Zeit spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, nach Ostdeutschland (v.a. Sachsen) umzuziehen. Ich habe im Bereich der Tragwerksplanung und des Wasserbaus (Hafenbau, Windenergie, Brückenbau) einige Jahre in den älteren Bundesländern gearbeitet. Mir gefällt jedoch Sachsen sehr (mehr als das verkrustete Süddeutschland) und deswegen würde ich gerne fragen, ob es jemand in diesem Forum gibt, der von seiner Erfahrung als Bauingenieur in Ostdeutschland erzählen könnte: Ist das Berufsleben von Bauingenieuren in den neueren Bundesländern anders? Wie ist die Arbeitskultur dort? Welche Schwerpunkte haben die Projekte vorwiegend? Wie sind denn die Perspektiven angesichts z.B. der demographischen Entwicklung? Wie sind die typischen Gehälter in den Ingenieurbüros dort? Hat jemand in diesem Forum so einen Schritt gewagt und es später bereut?

Mir ist klar, dass man dort weniger verdient, aber Geld ist nicht alles für mich. Es wäre sehr hilfsreich für mich, eure Meinungen und Erfahrungen hierzu zu lesen. Wie auch immer, ich wünsche euch viel Zufriedenheit im Beruf. Mas

forum-thread-2120
Tobias | 20. November 2015 - 08:10 2015-11-20

@MSo:
Filme dazu gibt es bereits:
https://www.youtube.com/watch?v=raknZ8Yo5o4

Der Arbeitsmarktreport - das Märchen vom Fachkräftemangel
21.07.2014 | 43:57 min | UT | Das Erste

"Ingenieursmangel! Ärztemangel! Zu wenig IT-Spezialisten!" und "Wenn wir nicht gegensteuern, geht es bergab mit Deutschland." Das sind alltägliche Schlagzeilen, mit denen Politik gemacht wird. "Der Arbeitsmarktreport" deckt die Hintergründe des seit Jahrzehnten beklagten Fachkräftemangels auf. Tatsächlich lenkt der lautstarke Hilferuf bewusst ab von gewichtigen Problemen: Lohndumping und Arbeitslosigkeit. Akteure in diesem Spiel sind Lobbyverbände der Wirtschaft, die zusammen mit den Politikern und der Bundesagentur für Arbeit den Arbeitskräftemarkt in Deutschland gestalten.

MSo | 19. November 2015 - 08:47 2015-11-19

Könnte man theoretisch die Bauindustrie und die Lobbyisten wegen Verbreitung von Lügen und falschen, geschönten Zahlen anzeigen? Denn ihre Aussagen betrügen nicht nur die naiven Schüler sondern auch die Politiker, die dann falsche Entscheidungen treffen. Vielleicht sollten wir die Medien einladen, damit sie einen Dokumentarfilm über die reale Situation der Bauingenieure drehen. Als Abschreckung für potentielle Studenten.

Hornisse | 18. November 2015 - 09:35 2015-11-18

Tja. Das nennt sich Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Trotz aller schönen Lobbypropaganda. Bei der aktuellen Zahl des Zuzugs von hochqualifizierten Fachkräften aus dem arabischen und balkannahen Kulturraum wird sich diese Waage sicher nicht zu Gunsten der angestellten oder Einzelkämpfer-Bauingenieure verschieben. Da gibt es nur in der Sozialbetreuungsindustrie Grund zum Jubel. Für Investitionen der öffentlichen Hand ist da leider keine Kapazität mehr vorhanden.

Und wenn schon ein wenig gebaut wird, dann wird sich das 100%-tig nicht auf die Gehälter der hiesigen Bauingenieure auswirken. Irgendwo auf der globalisierten Welt gibt es immer Ingenieure, die dich im Preis unterbieten. Und der Preis ist das einzige Wettbewerbsfeld, auf dem sich Ingenieure vergleichen. Bauingenieure sind die Textilindustriearbeiter des aktuellen Jahrhunderts. Ergo - sei schlau und studier' was mit Bau - ist alternativlos. Und nicht vergessen ein freundliches Gesicht dabei zu zeigen.

Ole | 16. November 2015 - 07:59 2015-11-16

Ich habe vor 3 Jahren mal eine Anfrage aus Sachsen gehabt. Die wollten fuer einen erfahrenen Bauingenieur 2800 Euro ausgeben (Brutto). Das die dort niemanden finden, wundert mich nicht. Das bekommt in Hamburg schon fast jeder Facharbeiter. Da muss ich ja direkt mal richtig lachen.

MSo | 10. November 2015 - 16:15 2015-11-10

Na so was! Laut einer Veröffentlichung der Bauindustrie für Sachsen besteht zurzeit ein ernstes Rekrutierungsproblem von Bauingenieuren. Das Nachwuchspotential verringere sich, jede vierte Stelle bleibe unbesezt, weil zu wenige Bewerber oder einfach ungeeignete Bewerber da seien. Die Rede ist von einem Bedarf von 3.000 Bauingenieuren bis 2020, eine Summe, die nicht abgedeckt werden kann. Sächsische Bauingenieure seien im Durchschnitt zu alt und würden bald ausscheiden, aber zu wenige junge Bauingenieure würden kommen. Bla, bla, bla und weiter bla, bla, bla.

Was ich sehr merkwürdig finde, ist, dass ich so gut wie gar keine Stellenangebote für Bauingenieure in Sachsen finde! Mache ich was falsch? Ich suche überall im Internet, in Zeitungen und bei der Bundesagentur für Arbeit. Nur ein paar vereinzelte Stellenangebote mit schlechter Bezahlung. Aber von einem Mangel und einem harten Wettbewerb um "die klügsten Bauingenieure" ist keine Spur da! Und wenn ich mich initiativ bewerbe, erhalte ich nur Absagen.

Zu meiner Person: Dipl.-Ing., Mitte Dreißig, 10 Jahre Berufserfahrung im Ingenieurbau (Bayern). Würde gerne wieder in die sächsische Heimat (Frau und Kind wohnen dort), aber ich finde keine Stelle dort. Läuft in Sachsen alles nur über Vitamin B?

TBM | 24. Juni 2015 - 13:45 2015-06-24

@Cae:
Glückwunsch und viel Erfolg in Australien. Ich komme gerade aus der Gegenrichtung. Vieles, was hier im Forum steht, stimmt - und doch ist es nicht so schlimm. Ich bin seit 2000 Bauingenieur (FH) mit schlechtem Abschluss - 3,x. Ja, ich habe das Studium schleifen lassen, da wäre mehr drin gewesen. Auch schon im Jahre 2000 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt schlecht, von 1,1 Mio Beschäftigten 1995 auf 700.000 runter - also habe ich eine Nische gesucht: Umwelttechnik.

Ich war 2000-2003 für einen Baukonzern als Bauleiter in der Umwelttechnik tätig: 40.000 €, Firmenwagen, 50 h Wochen, quer durch Deutschland (hauptsächlich West). Damals gutes Geld, allerdings ein Knochenjob.

Dann war ich 2003-2006 für eine kleine Raffinerie als Projektleiter in Sachsen tätig: 35.000 €, Firmenwagen, 45 h - deutlich ruhiger und öfter zu Hause.

Dann wollte ich es noch einmal so richtig wissen und ging 2007-2010 als Projektleiter Ingenieur+Kraftwerksbau für einen deutschen Baukonzern nach Afrika: 70.000 €, Firmenwagen (mit Fahrer)+Wohnung, aber 60h-Woche lt. Arbeitsvertrag und noch ein paar Überstunden. Zum Glück hat meine Frau dies mitgemacht...

Nach einer kurzen Zwischenstation war ich dann 2011-2013 Projektleiter für Kraftwerkebau in Südostasien: 75.000 €, Firmenwagen (ohne Wohnung), 55 h - das war eine richtig schöne Zeit. Leider musste ich aus privaten Gründen nach Deutschland zurück.

Seit 2013 bin ich in Sachsen bei einem Ingenieurdienstleister im Chemieanlagenbau: 55.000 €, kein Auto., aber auch nur 40 h.

Ich war gerne Bauleiter bzw. Projektleiter, aber würde niemanden ermuntern, Bauingenieurwesen zu studieren - viel Verantwortung, wenig Geld und als Bauleiter ein Leben auf Wanderschaft. Ich verdiene jetzt relativ gut, im Ausland wären es sofort 50 % mehr. Aber wenn man sein Haus abbezahlt hat, ist Geld nicht mehr alles.

Cae | 09. Juni 2015 - 11:32 2015-06-09

Ich ziehe von Ostdeutschland weg. Ja, ich gebe meinen schönen Traum auf und verlasse Dresden. Die Gehälter für Bauingenieure in Sachsen, ja in Ostdeutschland sind einfach miserabel. Darüber hinaus werden Höchstleistungen erwartet - aber es werden keine Perspektiven angeboten. Nach langem Überlegen habe ich mich letztes Jahr dafür entschieden, nach Studienabschluss an der TUD, die beste Stelle in Dresden anzutreten, die ich finden konnte: Bauleiter mit einem Gehalt von 2300 EUR Brutto, Firmenwagen, theoretisch 40h/Woche, keine Vergütung von Überstunden, kein Weihnachtsgeld. Purer Stress an der Arbeit, enormer Leistungsdruck und ein ständiger Überlebenskampf waren an der Tagesordnung. Warum ich diese Stelle angenommen habe? Es gab keine besseren, sogar schlechtere!

Mangel an Bauingenieuren in Sachsen? Alles LÜGE. Mir reicht's. Ich dachte, mit der Zeit würde es besser werden, ich könnte aufsteigen und die Projektleitung/Tragwerksplanung übernehmen. Aber es nicht so. Meinen Kollegen, die länger als ich in diesen Bereichen arbeiten, geht es nicht besser.

Wenn es schon verrückt ist, in D Bauingenieur zu werden, dann ist es richtig bescheuert, in Sachsen als Bauingenieur zu arbeiten. Ich gehe ins Ausland: Australien. Dort habe ich eine Stelle im Bereich Bergbau gefunden, die weit besser ist als was ich hier habe. Ich rate jedem davon ab, Bauingenieur in D zu werden!

enz | 15. Mai 2015 - 18:46 2015-05-15

@Zuverlässigkeit:
Ich könnte Sie zu diesem Thema auf meinen ersten Beitrag in diesem Forum verweisen, wo ich auf das DDR-bedingte geringe Ansehen des Ingenieurberufs im Osten eingegangen bin. Ich könnte Sie auf einen weiteren Beitrag von mir in diesem Forum verweisen, wo ich auf die in Sachsen vorherrschende Struktur der Ingenieurbüros eingegangen bin - aber nein, ich möchte Ihnen eine (wahre) Geschichte erzählen und die geht so:

Ein mir bekannter Statiker, Endvierziger, arbeitete seit fast zwanzig Jahren gleich nach Abschluss seines Studiums in ein und dem selben Ingenieurbüro in einer westsächsischen Stadt. Er wurde von einem mittelständischen bayrischen Bauunternehmen angesprochen, ob er nicht bei denen anfangen wolle und man bot ihm ein Gehalt, welches sage und schreibe doppelt so hoch war wie sein bisheriges Gehalt. Darauf hin kündigte er und nannte seinem (Ost-)Chef auch den Kündigungsgrund. Die Reaktion seines Chefs war Folgende: "Also, wenn Sie bleiben - dann zahle ich Ihnen das selbe Gehalt!".

Der Statiker ist natürlich gegangen, seine Frau fand nach Arbeitslosigkeit bzw. befristeter, schlecht bezahlter Jobs dann in Bayern ebenfalls eine gute Anstellung - und so leben sie (und das ist die Wahrheit) seitdem glücklich und zufrieden dort. Was ich Ihnen damit sagen möchte - bei einer in ganz Deutschland geltenden HOAI habe ich bei Äußerungen von Ost-Chefs, dass sie nicht mehr zahlen "können" so meine Zweifel. Übrigens, besagter Ost-Chef hat eine Finca auf einer auch bei Deutschen sehr beliebten spanischen Mittelmeerinsel.

Zuverlässigkeit | 12. Mai 2015 - 09:23 2015-05-12

Ich verstehe nicht, warum die Gehälter für Bauingenieure in Ostdeutschland viel geringer als die in Westdeutschland sind. Wir erbringen doch dieselben oder sogar bessere Leistungen; einige unter uns sind Spezialisten und haben viel Know-how in der Berechnung und im Bau sehr komplexer Strukturen. Und wir haben ebenfalls internationale Projekte und Aufträge aus Westdeutschland. Und dennoch verdienen wir wenig. Was machen wir falsch?! Warum kann (ich betone "kann" und nicht "will") mein Arbeitgeber nicht mehr zahlen?!

enz | 19. November 2014 - 13:10 2014-11-19

Ich weiß nicht was die Ingenieurkammer Sachsen veranlasste, jedenfalls wollte die Ingenieurkammer am 28.11.2014 in Dresden eine Veranstaltung mit dem Thema:
"Personalmanagement im Planungsbüro: Mitarbeiter halten - Mitarbeiter gewinnen"
durchführen. Referent sollte ein Herr Dr. D. Goldammer aus Düsseldorf sein.

Herr Dr. Goldammer wollte referieren über (ich zitiere): "Mitarbeiter bekommen und Mitarbeiter behalten! Das Thema der Planungsbüros in den nächsten Jahren! Lange wurde das Personalmanagement in den Ingenieur- und Architekturbüros vernachlässigt. Zu lange, wie sich jetzt zeigt. Erste Büros müssen Aufträge ablehnen, weil sie keine qualifizierten Mitarbeiter mehr
bekommen und auch die Ersatzmaßnahme mit freien Mitarbeitern wird immer schwieriger. In einem Wettbewerb um hohe Bruttogehälter mit den großen Unternehmen können die Planer nicht eintreten, aber mit anderen interessanten Erfolgsfaktoren. Das Problem ist
nur, die meisten potentiellen Kandidaten wissen das nicht. Genau das ist Gegenstand des Seminars: Was haben die Planungsbüros den jüngeren Leuten zu bieten?" (Zitatende).

Das Seminar wurde jetzt aufgrund des geringen Interesses abgesagt, wie man der Homepage der Ingenieurkammer Sachsen (ing-sn.de) entnehmen kann. Möge sich jeder der hier in diesem Thread Vorbeischauenden seine eigene Meinung zu den Themen Berufswelt in Sachsen
und Fachkräftemangel bilden!

okto | 12. Oktober 2014 - 09:02 2014-10-12

@Bauleiter:
Kurz zu meinen Werdegang. Du weißt nicht um was es mir geht. Abschluss mit Diplom (FH) nach Regelstudienzeit mit 1,8. Danach Projektingenieur bei einem international tätigem renommierten Ingenieurbüro. Ich habe dort Ausführungsplanung für Bauwerke gemacht, an die ein Wald- und Wiesen Büro nicht dran kommt. Zu mehrere dieser Projekte findet man Berichte in Fachzeitschriften. Nach 2 Jahren Projektleitung.

Und jetzt kommt der erste Haken. Mir wurde die Projektleitung zugetragen, jedoch gleichzeitig als ich mit dem Thema Gehaltserhöhung angefangen habe wurde seitens meiner Vorgesetzten rumgedruckst mit sich erst bewähren und schauen wie ich mich als Projektleiter anstelle.
Diese Aussage war für mich nur noch dreist und der blanke Hohn. Hab dann meine Meinung dazu gesagt und bekam dann auch mehr Gehalt. Allerdings war für mich klar, dass ich mich nach was anderem umschauen werde. Bin mittlerweile in einem kleineren Büro. Bekomme jedoch dort ein höheres Gehalt bei weniger Arbeitsbelastung.

Das ist der erste Punkt den ich ankreiden möchte. Egal wie groß das Ingenieurbüro ist (in meinem Fall mein erstes mit mehr als 200 Mitarbeitern), da gibts keine Bindung an Tarife. Die zahlen was Sie wollen, und das ist im Normalfall weniger als Bautarif. Also für mich kann ich sagen, meine Arbeitsbedingungen haben sich durch den Wechsel verbessert. Aber was mir jetzt als Tragwerksplaner noch aufstösst ist folgendes. Durch Normenumstellungen gibts mittlerweile ein großes Durcheinander. Seis auch bloß formaler Art.

Kam ein Ingenieur früher mit Regelwerken klar, die noch übersichtlich waren, so schauts jetzt anders aus. Jetzt schlagen wir uns rum mit Europäisches Dokument + nationale Anhänge und das bei deutlich gesteigertem Umfang. Mechanisch ändert sich ja nix, aber juristisch schauts im Falle eines Schadensfalles ganz anders aus wenn man versehentlicherweise in seiner statischen Berechnung noch auf alte Normen verweist. Diesen Fall kenne ich auch, da ich gutachterlich tätig bin und man ein Jurist sehr gerne gleich einen Mangel draus erkennt, dass nach einer Norm bemessen wurde welche nicht mehr Stand der Technik ist. Aber der 60- jährige Selbstständige im Ein-Mann Büro stellt sich halt nicht mehr so leicht um. Was aber diesbezüglich zu Problemen führen kann.

Und zwecks Bauüberwachung möchte ich nur mal einen Punkt einwerfen. Als ich zur Abnahme auf einer Baustelle für ein etwa 50 m hohes Hochhaus vor Ort war und man festgstellt, das mehrere Positionsnummern vertauscht angeliefert werden, fragt man sich eigentlich ob man von denen überhaupt ernstgenommen wird, oder ob nur jemand gebraucht wird, der mit seinem Stempel etwas absegnet. Das sei nur ein Beispiel.

Das sind halt Sachen die beschäftigen einen Bauleiter eher weniger. Aber Bauleitertyp bin ich keiner. Jetzt denkst du natürlich wieder, ich sei ein reiner Theoretiker und du der Praktiker. Dazu nur soviel. Da ich wie Hornisse schon sagt auch aus der unteren Mittelschicht stammte, habe ich nach dem Abitur ein gutes Jahr bei einer Baufirma zur Überbrückung als Hilfsarbeiter gearbeitet. Weiterhin war ich in sämtlichen Semesterferien immer so gut 7-8 Wochen immer bei einer Baufirma auf Montage beschäftigt, obwohl mir damals schon klar war, dass ich TWP werden will, da des andauernde Auswärtssein einfach nicht mein Ding ist.

Gemacht hab ich das aus dem Grund weil man mit einem 6-wöchigen Praktikum im Statikbüro nicht annähernd das Geld verdient was man als Hilfsarbeiter auf Montage verdient hat. Und ja dort habe ich sinnvolle Praxiserfahrung gesammelt und weiß wie man Bewehrung flechten sollte.

Hornisse | 10. Oktober 2014 - 11:01 2014-10-10

Zitat Kati:
"Es gibt Bauingenieure aus allen Bevölkerungsschichten"

Nein. Schau Dir mal an wer Deine Kommilitonen sind. Nichts gegen Unterschicht oder untere Mittelschicht (da komme ich selber her). Die unteren Gefilde der Sozialpyramide sind nunmal das Rekrutierungsfeld für Bauernfänger, welche Frischfleisch in die Bauindustrie bringen wollen. In diesen sozialen Schichten ist man halt noch anfällig für die Propagandalügen ala "Fachkräftemangel", "wir können auf kein Talent verzichten" oder die "alternativlos" - Floskel.

Zitat Kati:
"Warum Sie immer auf ein Gehalt von 2.300,00 Euro brutto rumkauen, verstehe ich überhaupt nicht"

Den Thread lesen hilft weiter. Die Gehälter in Sachsen bewegen sich, trotz Propaganda vom händeringend gesuchten Bauingenieur, auf diesem Niveau. Warum ist das wohl so?

Zitat Kati:
"Zur Zeit sind Bauingenieure Mangelware und es sind auf dem Arbeitsmarkt kaum welche zu bekommen."

Hahaha. Siehe oben - Leichtgläubigkeit gewisser Bevölkerungsschichten. Wenn die Aussage stimmen würde, dann gäbe es hier keine Threads mit Gehältern von 2.3k

Zitat Kati:
"wird die Arbeit gut geleistet, dann wird sie auch bezahlt,"

Das ist leider nur graue Theorie und Lobbyistenpropaganda. Arbeit ist immer nur das Wert, was der Markt dafür bereit ist zu zahlen. Bei einem Ueberangebot von Bauingenieuren kommen halt Gehälter von 2.3k raus - lies mal bitte aufnerksam diesen Thread.

Zitat Kati:
"aber geschenkt wird dabei einem nichts und es muss sich jeder selbst um sich selbst auch kümmern"

Schönen Gruss an @Biene, wenn Du sie heute nachmittag siehst....die hat einen sehr ähnlichen Schreibstil.

Bauleiter | 08. Oktober 2014 - 22:38 2014-10-08

@Okto:
Ich stimme dir absolut nicht zu. Meiner Meinung nach liegt es v.a. daran, dass das Bauingenieurwsesen zu einem Massenstudium verkommen ist. Schau doch einfach mal in den Spiegel und frage dich selbst ob du ein fähiger Bauingenieur bist?! Für mich gehört dazu nicht nur ein solides Studium, sondern auch eine langjährige praktische Tätigkeit auf der Baustelle. Dort muss man alle Fehler gemacht und gesehen haben, damit man diese auch später im Büro vermeiden kann. Typische Fehler wie zu wenig Betondeckung durch zu große Bügelbewehrung, ultra aufwendige Mauerarbeiten wegen nicht passenden Steingrößen usw. sind damit komplett zu vermeiden. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln was ein Mensch bzw. eine Maschine leisten kann und wie Überlastungen bzw. Schäden zu vermeiden sind. Dadurch ergeben sich beschleunigte Planungs- & Bauphasen. Lass dir einfach gesagt sein, dass du dadurch sehr schnell richtig gutes Geld im Ingenieurbüro oder auch im Bauunternehmen verdienen kannst.

Du musst im Büro wissen, wie es draußen bei Wind und Wetter ausgeführt werden kann! Wer natürlich nur das Abi und danach mega wichtig ein Theoretikerdiplom gemacht hat, wird in der Bauwirtschaft nicht weit kommen. Im Bauwesen braucht man Praxis, Praxis und noch mehr Praxis. Wer die nicht hat bzw. nicht gewillt ist auch mal selber eine Kelle, Wasserwage, Hammer, Wackerstampfer, Kernbohrgerät usw. in die Hand zu nehmen und loszulegen, wird niemals ein guter Bauingenieur. Du musst wissen was deine Leute bzw. deine Auftraggeber wollen und wie du es so günstig und effektiv wie möglich bauen kannst. Meiner Meinung nach sollte ein guter Tragwerksplaner seine Konstruktion auch selbst montieren können oder zumindest Monteuren genau sagen können wie es auf der Baustelle ausgeführt werden soll. Heute springen einfach zu viele Schmalspurtheoretiker mit Bätschelor ; ) oder Master of Baumängel und Bauablaufstörungen auf den Baustellen herum, die von der Bauausführung null, aber wirklich null Ahnung haben und sich dann wundern warum sie so wenig verdienen. Wie blind und dumm kann man eigentlich sein?

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