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Montag, 12. April 2021
Ausgabe 7175 | Nr. 102 | 20. Jahrgang
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Arbeitswelt: Bauingenieur in Sachsen

41 Kommentare | 16127 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von Mas | letzter Kommentar vom 20. November 2015 - 08:10

Seit einiger Zeit spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, nach Ostdeutschland (v.a. Sachsen) umzuziehen. Ich habe im Bereich der Tragwerksplanung und des Wasserbaus (Hafenbau, Windenergie, Brückenbau) einige Jahre in den älteren Bundesländern gearbeitet. Mir gefällt jedoch Sachsen sehr (mehr als das verkrustete Süddeutschland) und deswegen würde ich gerne fragen, ob es jemand in diesem Forum gibt, der von seiner Erfahrung als Bauingenieur in Ostdeutschland erzählen könnte: Ist das Berufsleben von Bauingenieuren in den neueren Bundesländern anders? Wie ist die Arbeitskultur dort? Welche Schwerpunkte haben die Projekte vorwiegend? Wie sind denn die Perspektiven angesichts z.B. der demographischen Entwicklung? Wie sind die typischen Gehälter in den Ingenieurbüros dort? Hat jemand in diesem Forum so einen Schritt gewagt und es später bereut?

Mir ist klar, dass man dort weniger verdient, aber Geld ist nicht alles für mich. Es wäre sehr hilfsreich für mich, eure Meinungen und Erfahrungen hierzu zu lesen. Wie auch immer, ich wünsche euch viel Zufriedenheit im Beruf. Mas

Tobias | 20. November 2015 - 08:10

@MSo:
Filme dazu gibt es bereits:
https://www.youtube.com/watch?v=raknZ8Yo5o4

Der Arbeitsmarktreport - das Märchen vom Fachkräftemangel
21.07.2014 | 43:57 min | UT | Das Erste

"Ingenieursmangel! Ärztemangel! Zu wenig IT-Spezialisten!" und "Wenn wir nicht gegensteuern, geht es bergab mit Deutschland." Das sind alltägliche Schlagzeilen, mit denen Politik gemacht wird. "Der Arbeitsmarktreport" deckt die Hintergründe des seit Jahrzehnten beklagten Fachkräftemangels auf. Tatsächlich lenkt der lautstarke Hilferuf bewusst ab von gewichtigen Problemen: Lohndumping und Arbeitslosigkeit. Akteure in diesem Spiel sind Lobbyverbände der Wirtschaft, die zusammen mit den Politikern und der Bundesagentur für Arbeit den Arbeitskräftemarkt in Deutschland gestalten.

MSo | 19. November 2015 - 08:47

Könnte man theoretisch die Bauindustrie und die Lobbyisten wegen Verbreitung von Lügen und falschen, geschönten Zahlen anzeigen? Denn ihre Aussagen betrügen nicht nur die naiven Schüler sondern auch die Politiker, die dann falsche Entscheidungen treffen. Vielleicht sollten wir die Medien einladen, damit sie einen Dokumentarfilm über die reale Situation der Bauingenieure drehen. Als Abschreckung für potentielle Studenten.

Hornisse | 18. November 2015 - 09:35

Tja. Das nennt sich Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Trotz aller schönen Lobbypropaganda. Bei der aktuellen Zahl des Zuzugs von hochqualifizierten Fachkräften aus dem arabischen und balkannahen Kulturraum wird sich diese Waage sicher nicht zu Gunsten der angestellten oder Einzelkämpfer-Bauingenieure verschieben. Da gibt es nur in der Sozialbetreuungsindustrie Grund zum Jubel. Für Investitionen der öffentlichen Hand ist da leider keine Kapazität mehr vorhanden.

Und wenn schon ein wenig gebaut wird, dann wird sich das 100%-tig nicht auf die Gehälter der hiesigen Bauingenieure auswirken. Irgendwo auf der globalisierten Welt gibt es immer Ingenieure, die dich im Preis unterbieten. Und der Preis ist das einzige Wettbewerbsfeld, auf dem sich Ingenieure vergleichen. Bauingenieure sind die Textilindustriearbeiter des aktuellen Jahrhunderts. Ergo - sei schlau und studier' was mit Bau - ist alternativlos. Und nicht vergessen ein freundliches Gesicht dabei zu zeigen.

Ole | 16. November 2015 - 07:59

Ich habe vor 3 Jahren mal eine Anfrage aus Sachsen gehabt. Die wollten fuer einen erfahrenen Bauingenieur 2800 Euro ausgeben (Brutto). Das die dort niemanden finden, wundert mich nicht. Das bekommt in Hamburg schon fast jeder Facharbeiter. Da muss ich ja direkt mal richtig lachen.

MSo | 10. November 2015 - 16:15

Na so was! Laut einer Veröffentlichung der Bauindustrie für Sachsen besteht zurzeit ein ernstes Rekrutierungsproblem von Bauingenieuren. Das Nachwuchspotential verringere sich, jede vierte Stelle bleibe unbesezt, weil zu wenige Bewerber oder einfach ungeeignete Bewerber da seien. Die Rede ist von einem Bedarf von 3.000 Bauingenieuren bis 2020, eine Summe, die nicht abgedeckt werden kann. Sächsische Bauingenieure seien im Durchschnitt zu alt und würden bald ausscheiden, aber zu wenige junge Bauingenieure würden kommen. Bla, bla, bla und weiter bla, bla, bla.

Was ich sehr merkwürdig finde, ist, dass ich so gut wie gar keine Stellenangebote für Bauingenieure in Sachsen finde! Mache ich was falsch? Ich suche überall im Internet, in Zeitungen und bei der Bundesagentur für Arbeit. Nur ein paar vereinzelte Stellenangebote mit schlechter Bezahlung. Aber von einem Mangel und einem harten Wettbewerb um "die klügsten Bauingenieure" ist keine Spur da! Und wenn ich mich initiativ bewerbe, erhalte ich nur Absagen.

Zu meiner Person: Dipl.-Ing., Mitte Dreißig, 10 Jahre Berufserfahrung im Ingenieurbau (Bayern). Würde gerne wieder in die sächsische Heimat (Frau und Kind wohnen dort), aber ich finde keine Stelle dort. Läuft in Sachsen alles nur über Vitamin B?

TBM | 24. Juni 2015 - 13:45

@Cae:
Glückwunsch und viel Erfolg in Australien. Ich komme gerade aus der Gegenrichtung. Vieles, was hier im Forum steht, stimmt - und doch ist es nicht so schlimm. Ich bin seit 2000 Bauingenieur (FH) mit schlechtem Abschluss - 3,x. Ja, ich habe das Studium schleifen lassen, da wäre mehr drin gewesen. Auch schon im Jahre 2000 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt schlecht, von 1,1 Mio Beschäftigten 1995 auf 700.000 runter - also habe ich eine Nische gesucht: Umwelttechnik.

Ich war 2000-2003 für einen Baukonzern als Bauleiter in der Umwelttechnik tätig: 40.000 €, Firmenwagen, 50 h Wochen, quer durch Deutschland (hauptsächlich West). Damals gutes Geld, allerdings ein Knochenjob.

Dann war ich 2003-2006 für eine kleine Raffinerie als Projektleiter in Sachsen tätig: 35.000 €, Firmenwagen, 45 h - deutlich ruhiger und öfter zu Hause.

Dann wollte ich es noch einmal so richtig wissen und ging 2007-2010 als Projektleiter Ingenieur+Kraftwerksbau für einen deutschen Baukonzern nach Afrika: 70.000 €, Firmenwagen (mit Fahrer)+Wohnung, aber 60h-Woche lt. Arbeitsvertrag und noch ein paar Überstunden. Zum Glück hat meine Frau dies mitgemacht...

Nach einer kurzen Zwischenstation war ich dann 2011-2013 Projektleiter für Kraftwerkebau in Südostasien: 75.000 €, Firmenwagen (ohne Wohnung), 55 h - das war eine richtig schöne Zeit. Leider musste ich aus privaten Gründen nach Deutschland zurück.

Seit 2013 bin ich in Sachsen bei einem Ingenieurdienstleister im Chemieanlagenbau: 55.000 €, kein Auto., aber auch nur 40 h.

Ich war gerne Bauleiter bzw. Projektleiter, aber würde niemanden ermuntern, Bauingenieurwesen zu studieren - viel Verantwortung, wenig Geld und als Bauleiter ein Leben auf Wanderschaft. Ich verdiene jetzt relativ gut, im Ausland wären es sofort 50 % mehr. Aber wenn man sein Haus abbezahlt hat, ist Geld nicht mehr alles.

Cae | 09. Juni 2015 - 11:32

Ich ziehe von Ostdeutschland weg. Ja, ich gebe meinen schönen Traum auf und verlasse Dresden. Die Gehälter für Bauingenieure in Sachsen, ja in Ostdeutschland sind einfach miserabel. Darüber hinaus werden Höchstleistungen erwartet - aber es werden keine Perspektiven angeboten. Nach langem Überlegen habe ich mich letztes Jahr dafür entschieden, nach Studienabschluss an der TUD, die beste Stelle in Dresden anzutreten, die ich finden konnte: Bauleiter mit einem Gehalt von 2300 EUR Brutto, Firmenwagen, theoretisch 40h/Woche, keine Vergütung von Überstunden, kein Weihnachtsgeld. Purer Stress an der Arbeit, enormer Leistungsdruck und ein ständiger Überlebenskampf waren an der Tagesordnung. Warum ich diese Stelle angenommen habe? Es gab keine besseren, sogar schlechtere!

Mangel an Bauingenieuren in Sachsen? Alles LÜGE. Mir reicht's. Ich dachte, mit der Zeit würde es besser werden, ich könnte aufsteigen und die Projektleitung/Tragwerksplanung übernehmen. Aber es nicht so. Meinen Kollegen, die länger als ich in diesen Bereichen arbeiten, geht es nicht besser.

Wenn es schon verrückt ist, in D Bauingenieur zu werden, dann ist es richtig bescheuert, in Sachsen als Bauingenieur zu arbeiten. Ich gehe ins Ausland: Australien. Dort habe ich eine Stelle im Bereich Bergbau gefunden, die weit besser ist als was ich hier habe. Ich rate jedem davon ab, Bauingenieur in D zu werden!

enz | 15. Mai 2015 - 18:46

@Zuverlässigkeit:
Ich könnte Sie zu diesem Thema auf meinen ersten Beitrag in diesem Forum verweisen, wo ich auf das DDR-bedingte geringe Ansehen des Ingenieurberufs im Osten eingegangen bin. Ich könnte Sie auf einen weiteren Beitrag von mir in diesem Forum verweisen, wo ich auf die in Sachsen vorherrschende Struktur der Ingenieurbüros eingegangen bin - aber nein, ich möchte Ihnen eine (wahre) Geschichte erzählen und die geht so:

Ein mir bekannter Statiker, Endvierziger, arbeitete seit fast zwanzig Jahren gleich nach Abschluss seines Studiums in ein und dem selben Ingenieurbüro in einer westsächsischen Stadt. Er wurde von einem mittelständischen bayrischen Bauunternehmen angesprochen, ob er nicht bei denen anfangen wolle und man bot ihm ein Gehalt, welches sage und schreibe doppelt so hoch war wie sein bisheriges Gehalt. Darauf hin kündigte er und nannte seinem (Ost-)Chef auch den Kündigungsgrund. Die Reaktion seines Chefs war Folgende: "Also, wenn Sie bleiben - dann zahle ich Ihnen das selbe Gehalt!".

Der Statiker ist natürlich gegangen, seine Frau fand nach Arbeitslosigkeit bzw. befristeter, schlecht bezahlter Jobs dann in Bayern ebenfalls eine gute Anstellung - und so leben sie (und das ist die Wahrheit) seitdem glücklich und zufrieden dort. Was ich Ihnen damit sagen möchte - bei einer in ganz Deutschland geltenden HOAI habe ich bei Äußerungen von Ost-Chefs, dass sie nicht mehr zahlen "können" so meine Zweifel. Übrigens, besagter Ost-Chef hat eine Finca auf einer auch bei Deutschen sehr beliebten spanischen Mittelmeerinsel.

Zuverlässigkeit | 12. Mai 2015 - 09:23

Ich verstehe nicht, warum die Gehälter für Bauingenieure in Ostdeutschland viel geringer als die in Westdeutschland sind. Wir erbringen doch dieselben oder sogar bessere Leistungen; einige unter uns sind Spezialisten und haben viel Know-how in der Berechnung und im Bau sehr komplexer Strukturen. Und wir haben ebenfalls internationale Projekte und Aufträge aus Westdeutschland. Und dennoch verdienen wir wenig. Was machen wir falsch?! Warum kann (ich betone "kann" und nicht "will") mein Arbeitgeber nicht mehr zahlen?!

enz | 19. November 2014 - 13:10

Ich weiß nicht was die Ingenieurkammer Sachsen veranlasste, jedenfalls wollte die Ingenieurkammer am 28.11.2014 in Dresden eine Veranstaltung mit dem Thema:
"Personalmanagement im Planungsbüro: Mitarbeiter halten - Mitarbeiter gewinnen"
durchführen. Referent sollte ein Herr Dr. D. Goldammer aus Düsseldorf sein.

Herr Dr. Goldammer wollte referieren über (ich zitiere): "Mitarbeiter bekommen und Mitarbeiter behalten! Das Thema der Planungsbüros in den nächsten Jahren! Lange wurde das Personalmanagement in den Ingenieur- und Architekturbüros vernachlässigt. Zu lange, wie sich jetzt zeigt. Erste Büros müssen Aufträge ablehnen, weil sie keine qualifizierten Mitarbeiter mehr
bekommen und auch die Ersatzmaßnahme mit freien Mitarbeitern wird immer schwieriger. In einem Wettbewerb um hohe Bruttogehälter mit den großen Unternehmen können die Planer nicht eintreten, aber mit anderen interessanten Erfolgsfaktoren. Das Problem ist
nur, die meisten potentiellen Kandidaten wissen das nicht. Genau das ist Gegenstand des Seminars: Was haben die Planungsbüros den jüngeren Leuten zu bieten?" (Zitatende).

Das Seminar wurde jetzt aufgrund des geringen Interesses abgesagt, wie man der Homepage der Ingenieurkammer Sachsen (ing-sn.de) entnehmen kann. Möge sich jeder der hier in diesem Thread Vorbeischauenden seine eigene Meinung zu den Themen Berufswelt in Sachsen
und Fachkräftemangel bilden!

okto | 12. Oktober 2014 - 09:02

@Bauleiter:
Kurz zu meinen Werdegang. Du weißt nicht um was es mir geht. Abschluss mit Diplom (FH) nach Regelstudienzeit mit 1,8. Danach Projektingenieur bei einem international tätigem renommierten Ingenieurbüro. Ich habe dort Ausführungsplanung für Bauwerke gemacht, an die ein Wald- und Wiesen Büro nicht dran kommt. Zu mehrere dieser Projekte findet man Berichte in Fachzeitschriften. Nach 2 Jahren Projektleitung.

Und jetzt kommt der erste Haken. Mir wurde die Projektleitung zugetragen, jedoch gleichzeitig als ich mit dem Thema Gehaltserhöhung angefangen habe wurde seitens meiner Vorgesetzten rumgedruckst mit sich erst bewähren und schauen wie ich mich als Projektleiter anstelle.
Diese Aussage war für mich nur noch dreist und der blanke Hohn. Hab dann meine Meinung dazu gesagt und bekam dann auch mehr Gehalt. Allerdings war für mich klar, dass ich mich nach was anderem umschauen werde. Bin mittlerweile in einem kleineren Büro. Bekomme jedoch dort ein höheres Gehalt bei weniger Arbeitsbelastung.

Das ist der erste Punkt den ich ankreiden möchte. Egal wie groß das Ingenieurbüro ist (in meinem Fall mein erstes mit mehr als 200 Mitarbeitern), da gibts keine Bindung an Tarife. Die zahlen was Sie wollen, und das ist im Normalfall weniger als Bautarif. Also für mich kann ich sagen, meine Arbeitsbedingungen haben sich durch den Wechsel verbessert. Aber was mir jetzt als Tragwerksplaner noch aufstösst ist folgendes. Durch Normenumstellungen gibts mittlerweile ein großes Durcheinander. Seis auch bloß formaler Art.

Kam ein Ingenieur früher mit Regelwerken klar, die noch übersichtlich waren, so schauts jetzt anders aus. Jetzt schlagen wir uns rum mit Europäisches Dokument + nationale Anhänge und das bei deutlich gesteigertem Umfang. Mechanisch ändert sich ja nix, aber juristisch schauts im Falle eines Schadensfalles ganz anders aus wenn man versehentlicherweise in seiner statischen Berechnung noch auf alte Normen verweist. Diesen Fall kenne ich auch, da ich gutachterlich tätig bin und man ein Jurist sehr gerne gleich einen Mangel draus erkennt, dass nach einer Norm bemessen wurde welche nicht mehr Stand der Technik ist. Aber der 60- jährige Selbstständige im Ein-Mann Büro stellt sich halt nicht mehr so leicht um. Was aber diesbezüglich zu Problemen führen kann.

Und zwecks Bauüberwachung möchte ich nur mal einen Punkt einwerfen. Als ich zur Abnahme auf einer Baustelle für ein etwa 50 m hohes Hochhaus vor Ort war und man festgstellt, das mehrere Positionsnummern vertauscht angeliefert werden, fragt man sich eigentlich ob man von denen überhaupt ernstgenommen wird, oder ob nur jemand gebraucht wird, der mit seinem Stempel etwas absegnet. Das sei nur ein Beispiel.

Das sind halt Sachen die beschäftigen einen Bauleiter eher weniger. Aber Bauleitertyp bin ich keiner. Jetzt denkst du natürlich wieder, ich sei ein reiner Theoretiker und du der Praktiker. Dazu nur soviel. Da ich wie Hornisse schon sagt auch aus der unteren Mittelschicht stammte, habe ich nach dem Abitur ein gutes Jahr bei einer Baufirma zur Überbrückung als Hilfsarbeiter gearbeitet. Weiterhin war ich in sämtlichen Semesterferien immer so gut 7-8 Wochen immer bei einer Baufirma auf Montage beschäftigt, obwohl mir damals schon klar war, dass ich TWP werden will, da des andauernde Auswärtssein einfach nicht mein Ding ist.

Gemacht hab ich das aus dem Grund weil man mit einem 6-wöchigen Praktikum im Statikbüro nicht annähernd das Geld verdient was man als Hilfsarbeiter auf Montage verdient hat. Und ja dort habe ich sinnvolle Praxiserfahrung gesammelt und weiß wie man Bewehrung flechten sollte.

Hornisse | 10. Oktober 2014 - 11:01

Zitat Kati:
"Es gibt Bauingenieure aus allen Bevölkerungsschichten"

Nein. Schau Dir mal an wer Deine Kommilitonen sind. Nichts gegen Unterschicht oder untere Mittelschicht (da komme ich selber her). Die unteren Gefilde der Sozialpyramide sind nunmal das Rekrutierungsfeld für Bauernfänger, welche Frischfleisch in die Bauindustrie bringen wollen. In diesen sozialen Schichten ist man halt noch anfällig für die Propagandalügen ala "Fachkräftemangel", "wir können auf kein Talent verzichten" oder die "alternativlos" - Floskel.

Zitat Kati:
"Warum Sie immer auf ein Gehalt von 2.300,00 Euro brutto rumkauen, verstehe ich überhaupt nicht"

Den Thread lesen hilft weiter. Die Gehälter in Sachsen bewegen sich, trotz Propaganda vom händeringend gesuchten Bauingenieur, auf diesem Niveau. Warum ist das wohl so?

Zitat Kati:
"Zur Zeit sind Bauingenieure Mangelware und es sind auf dem Arbeitsmarkt kaum welche zu bekommen."

Hahaha. Siehe oben - Leichtgläubigkeit gewisser Bevölkerungsschichten. Wenn die Aussage stimmen würde, dann gäbe es hier keine Threads mit Gehältern von 2.3k

Zitat Kati:
"wird die Arbeit gut geleistet, dann wird sie auch bezahlt,"

Das ist leider nur graue Theorie und Lobbyistenpropaganda. Arbeit ist immer nur das Wert, was der Markt dafür bereit ist zu zahlen. Bei einem Ueberangebot von Bauingenieuren kommen halt Gehälter von 2.3k raus - lies mal bitte aufnerksam diesen Thread.

Zitat Kati:
"aber geschenkt wird dabei einem nichts und es muss sich jeder selbst um sich selbst auch kümmern"

Schönen Gruss an @Biene, wenn Du sie heute nachmittag siehst....die hat einen sehr ähnlichen Schreibstil.

Bauleiter | 08. Oktober 2014 - 22:38

@Okto:
Ich stimme dir absolut nicht zu. Meiner Meinung nach liegt es v.a. daran, dass das Bauingenieurwsesen zu einem Massenstudium verkommen ist. Schau doch einfach mal in den Spiegel und frage dich selbst ob du ein fähiger Bauingenieur bist?! Für mich gehört dazu nicht nur ein solides Studium, sondern auch eine langjährige praktische Tätigkeit auf der Baustelle. Dort muss man alle Fehler gemacht und gesehen haben, damit man diese auch später im Büro vermeiden kann. Typische Fehler wie zu wenig Betondeckung durch zu große Bügelbewehrung, ultra aufwendige Mauerarbeiten wegen nicht passenden Steingrößen usw. sind damit komplett zu vermeiden. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln was ein Mensch bzw. eine Maschine leisten kann und wie Überlastungen bzw. Schäden zu vermeiden sind. Dadurch ergeben sich beschleunigte Planungs- & Bauphasen. Lass dir einfach gesagt sein, dass du dadurch sehr schnell richtig gutes Geld im Ingenieurbüro oder auch im Bauunternehmen verdienen kannst.

Du musst im Büro wissen, wie es draußen bei Wind und Wetter ausgeführt werden kann! Wer natürlich nur das Abi und danach mega wichtig ein Theoretikerdiplom gemacht hat, wird in der Bauwirtschaft nicht weit kommen. Im Bauwesen braucht man Praxis, Praxis und noch mehr Praxis. Wer die nicht hat bzw. nicht gewillt ist auch mal selber eine Kelle, Wasserwage, Hammer, Wackerstampfer, Kernbohrgerät usw. in die Hand zu nehmen und loszulegen, wird niemals ein guter Bauingenieur. Du musst wissen was deine Leute bzw. deine Auftraggeber wollen und wie du es so günstig und effektiv wie möglich bauen kannst. Meiner Meinung nach sollte ein guter Tragwerksplaner seine Konstruktion auch selbst montieren können oder zumindest Monteuren genau sagen können wie es auf der Baustelle ausgeführt werden soll. Heute springen einfach zu viele Schmalspurtheoretiker mit Bätschelor ; ) oder Master of Baumängel und Bauablaufstörungen auf den Baustellen herum, die von der Bauausführung null, aber wirklich null Ahnung haben und sich dann wundern warum sie so wenig verdienen. Wie blind und dumm kann man eigentlich sein?

katl | 01. Oktober 2014 - 19:03

@hornisse:
Ich verfolge schon seit längeren Ihre Beiträge im Forum. Ich finde es schade, dass Sie so verbitterte, zum Teil schon feindselige Beiträge abliefern. Es gibt Bauingenieure aus allen Bevölkerungsschichten. Es stimmt, die meisten kommen aus der Mittelschicht und versuchen über den Beruf als Bauingenieur sich hochzuarbeiten. Aber auch bei den Maschinenbauern, E-Technikern etc. sieht es nicht anders aus. Warum Sie immer auf ein Gehalt von 2.300,00 Euro brutto rumkauen, verstehe ich überhaupt nicht. Das ist absoluter Käse, da arbeiten nicht mal Zeichner. Und wer sich für dieses Geld verkauft und dann noch darüber ablästert, dass nicht mehr rüber kommt, ist in meinen Augen selbst schuld. Oder ist die eigene Leistung die im Ingenieurbüro erbracht wird, dem Chef nicht mehr wert? Gute Leistung wird vergütet, schlechte allerdings nicht.

Zur Zeit sind Bauingenieure Mangelware und es sind auf dem Arbeitsmarkt kaum welche zu bekommen. Das ist insbesondere für Absolventen jeglicher Fachrichtung gut. Wird die Arbeit gut geleistet, dann wird sie auch bezahlt, aber geschenkt wird dabei einem nichts und es muss sich jeder selbst um sich selbst auch kümmern. Also Honrisse: selbst etwas ändern und nicht hier im Forum herumstänkern.

Okto | 30. September 2014 - 15:35

@Hornisse:
Naja so schlimm ist es auch wieder nicht. Das mit dem Erscheinungsbild hat glaub ich eher was mit dem Typ Mensch zu tun. Und der Phänotyp des gemeinen Bauingenieurs ist halt eher der bodenständige Praktiker. Wen verwunderts da, dass man da dann oft mal jemanden sieht mit einem schlecht sitzenden Anzug von der Stange.

Aber er hat schon recht in vielen Punkten. Aber ob jemand das große Karrierebestreben hat bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Ich persönlich hab das nicht, leb ganz gut so wie es im Moment ist, kann mir ein Eigenheim leisten, aber wirklich gern mach ich mein Job eigentlich auch nicht. Mal schauen wie die nächsten 30 Jahre noch vergehen. Das Bild von "dem Bauingenieur" das man aus der Sendung mit der Maus, oder von dem grausamen Buch "Opa was macht ein Bauschinör" kennt - mit dem bei Kindern schon Werbung für diesen Beruf gemacht wird - gibt es eigentlich in der Realität nicht mehr.

Als Kind ist man für so nen Krempel ja extrem anfällig. Kann man bloß hoffen, dass sich das als Heranwachsender kurz vorm Studium wieder legt. Allerdings - wie schon erwähnt - nach der Schule hat man eigentlich auch keine Ahnung.

Und wie ich damals was gehört hab von Einstiegsgehalt 3000 Euro brutto als ich zum Studieren angefangen habe, dachte ich mir als Schüler noch das wär ein Haufen Geld. Wenn ich aber mittlerweile sehe, dass Freunde von mir mit Hauptschulabschluss und gelerntem Beruf bei nem Maschinenbauunternehmen das gleiche Geld kriegen, und deren Arbeitsplatz wahrscheinlich sicherer ist, als in einem kleinen Ingenieurbüro, so hätte ich mir den Krempel auch gespart, und könnt nach 8 Stunden Feierabend machen und es würd auch mal gehen länger als max. 2 Wochen Urlaub zu kriegen.

Da hat Hornisse schon recht: Also wenn schon studieren, dann gibts eigentlich einfachere Studienfächer mit besseren Berufsmöglichkeiten.

Hornisse | 30. September 2014 - 14:23

@Nieto:
"Aber du kannst nicht von jungen und frischen Abiturienten erwarten, dass sie die Baubranche durchschauen können"

Die Baubranche nicht, aber die Propagandamaschinerie, auf der das ganze System BRD fusst. Zu jung sagst Du? Schau Dir mal einen der Anführer der Protestbewegung in Hong Kong an - 17 Jahre alt. Es geht, "man muss halt nur gut sein" (um mal eine abgedroschene Phrase der Lobbyfraktion zu benutzen).

Wer im Internetzeitalter gross geworden ist, sollte auch mit 19/20 Lenzen in der Lage sein unabhängig zu recherchieren. Die Berufswahl ist neben der Wahl des Ehepartners die wichtigste Entscheidung im Leben eines Menschen. Wer sich da blind auf die Propagandaoutlets verlässt, der bleibt eben auf der Strecke. Wenn ich dann noch dazu im Nachbarthread von einer Userin, welche ständig was von Mindesteinstiegsgehältern ab 50k aufwärts schwadroniert, lesen muss ob man nach dem Berufseinstieg mit späteren Gehaltserhöhungen rechnen kann, dann muss ich sagen "die hat es nicht besser verdient". Solche Fragen erinnern mich an Kindergartenniveau "....uh, die Sonne ist hinter den Wolken verschwunden, heisst das dass die Sonne nie wieder scheinen wird?...." Da weiss man echt nicht mehr ob man lachen oder weinen soll.

Zitat Nieto:
"Und letztendlich bist auch DU Bauingenieur geworden; ob es dir gefällt oder nicht, hast auch du diesen "Fehler" gemacht."

Stimmt. Aber das war Anfang der 90er. Da hat das Bauwesen geboomt und es gab kein Internet. Ich kann es nur wiederholen, wer heute nicht mit den zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln umgehen kann, der muss halt der Propaganda vertrauen. Einfach ist es sicherlich nicht die Lügen der Lobbyverbände, welche natürlich auch in Internetforen mit Falschmeldungen über Gehälter, Berufsaussichten aufwarten, zu durchschauen. Aber eine kleine unabhängige Recherche abseits der ausgetrampelten Pfade bringt die erhoffte Erkenntnis - einfach mal die Belegschaftsfotos ansehen, oder sich vor ein Ingenieurbüro oder die lokale Baubude stellen (am besten so gegen 17:30-18:30) und schauen in welche Autos die Ingenieure so einsteigen, welche Schuhe sie tragen, welcher Gesamteindruck kleidungsmässig hinterlassen wird etc etc etc und man weiss woher der Wind im Bauwesen weht. Man kann ja auch nach einem unbezahlten Schnupperpraktikum im Bauingenieurbüro seines Vertrauens fragen. Da gewinnt man hautnah den besten Eindruck von einer Branche. Vor allem sieht man dabei auch das "hochwertige" Interieur von Ingenieurbüros - die ausgefransten Ikea-Bürostühle, die klapprigen Billigschreibtische, die veraltete Computerhardware, die ungenügende Anzahl Softwarelizenzen u.s.w.

Im Internet kann jeder Hans Wurst behaupten wie hoch oder niedrig sein Gehalt ist - man kann es als Branchenaussenstehender kaum nachprüfen. Daher sollte man etwas einfallsreicher sein. Ebenso sollten einen die Extreme der Berufsalltagsschilderungen stutzig machen. Es gibt hier in den Foren entweder exorbitant gute Gehälter oder extrem mickrige Gehälter, welche gepostet werden. Woran könnte das liegen und passen die hohen Gehälter mit dem Eindruck (Auto, Kleidung etc) zusammen, welchen man mit seiner unabhängigen Recherche gewonnen hat...

NonProf | 30. September 2014 - 12:13

Im tiefsten Jammertal, ich bin seit 25 Jahren Bauingenieur mit allen Höhen und allen Tiefen. Jeder Tag brachte neue Herausforderungen, neue Gesichter, neue Mentalitäten und ERFAHRUNG. Ich habe von 600,- bis 5.000,- € Nettoverdienste erlebt, Großbaustellen und Termindruck, Umsatzdruck und menschliche Abgründe erfahren. Manchmal wollte ich "weglaufen" - aber es ist mein Ding. Ich habe Orte und Menschen kennengelernt, das schafft man als "Normalo" in zehn Leben nicht. Der Bau benötigt vieles - aber keine Jammerlappen.
IdS - NonProf

Nieto | 29. September 2014 - 10:17

@Hornisse:
Das mag die Realität sein, aber deine Antwort ist sehr hart. Sie passt zu deinem Nickname ganz gut, Hornisse. Aber du kannst nicht von jungen und frischen Abiturienten erwarten, dass sie die Baubranche durchschauen können. Selbst wir haben eine bestimmte Zeit im Beruf gebraucht, um diese Branche zu verstehen. Und letztendlich bist auch DU Bauingenieur geworden; ob es dir gefällt oder nicht, hast auch du diesen "Fehler" gemacht.

Eltern und Schüler erwarten, dass den Schülern in den Schulen eine "gute" Orientierung bzgl. Berufswahl gegeben wird. Nicht jeder normale Mensch weiss, dass die Baubranche extrem hart ist, selbst die Lehrer und die Schulleitung nicht. Und dann kommen Vetreter der Politik und der Bauindustrie und erzählen von einer Welt, die es in der Wirklichkeit nicht so gibt. Klar hat jeder die Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen. Die meisten jungen Menschen können jedoch diese komplexe Berufswelt nicht durchschauen. Gute Aufklärung in den Schulen tut Not!

Meine Empfehlung an die, die sich überlegen, ein Bauingenieurstudium zu beginnen: Finger weg! Nehmt zu Herzen, was Hornisse sagt. Lest euch die Beiträge in diesem Forum durch: Die meisten werden von wirklichen Leuten aus der Realität geschrieben.

Hornisse | 22. September 2014 - 13:13

Zitat Cae:
"Ich hasse unsere Politiker und diese Lobbysten der Bauindustrie!"

Willkommen in der Realität. Und nun zeig mal, dass Du Deine 2.300 Euronen Brutto pro Monat auch wert bist, draussen stehen schliesslich noch dutzende andere Absolventen und warten darauf zu zeigen, dass sie "gut sind". Allerdings solltest Du die Ursache für Deine Situation zuerst bei Dir selbst suchen. Niemand hat Dich gezwungen Bauingenieurwesen zu studieren. Und dass Lobbyverbände ihre eigenen Interessen vertreten, sollte eigentlich auch klar sein. Das Internet und eine entsprechende Recherche hätte Dich frühzeitig vorwarnen können. Wenn das aber nicht erfolgt ist, oder Du den Lügen der Regierungspropaganda aufgesessen bist, tja. Deutschland ist eben keine Nation, sondern ein Wirtschaftsstandort. Da geht es nicht danach was für die Bevölkerung am besten wäre, sondern wie die Profite der oberen 10% maximiert werden können. Ich sag nur "Fachkräftemangel". Du bist da nur eine austauschbare Ware, nicht mehr und nicht weniger.

Am besten sucht man sich für seine Berufswahl high-tech Wachstumsbranchen, in denen Know-how gefragt ist. Denn das wird auch entsprechend vergütet. Bauwesen dagegen ist eine Low-tech Branche, in welcher Wettbewerb ausschliesslich über den Preis erfolgt. Wenn man allerdings so eindimensional gestrickt ist, dass einen nur Bauwesen glücklich macht, dann braucht man auch kein vernünftiges Gehalt - ein wenig mehr als das Existenzminimum und am Sonntag mal ne Pizza beim Italiener um die Ecke reicht allemal.

Wer nicht glaubt, wie schlecht die Bezahlung im Bauwesen ist, der sollte mal im Internet recherchieren und Belegschaftsfotos von Baubuden und Ingenieurbüros ansehen - man achte besonders auf die hochwertigen Kleidungsstücke und billigen Uhren/Schmuck der Protagonisten. Ein Bild sagt immer noch mehr als 1000 schöne Lobbyistenworte.

Hornisse | 19. September 2014 - 14:33

Man wundert sich immer wieder, wie im Internetzeitalter die Leute aus dem unteren Fünftel der Gesellschaft immer noch auf die Lobby- und Regierungspropaganda hereinfallen und ins Bauingenieurwesen strömen, während dessen man keinen einzigen Studenten im Bauingenieursstudium findet, welcher aus der Ober- oder oberen Mittelschicht kommt. Als ob man im unteren Fünftel der Gesellschaft zu denkfaul und obrigkeitshörig ist um sich mal selber adäquat zu informieren, bevor man sein Leben wegwirft. Bauingenieur sein, das heisst für 90% der Absolventen in erster Linie ein Dasein als Lohnsklave mit Altersarmutsgarantie, welcher der Oberschicht die bleibenden Werte erschafft. Ausnahmen bilden die hier schreibenden Erstsemester "... wer gut ist...".

Wenn die Gehälter momentan schon unterirdisch sind, kann man sich lebhaft ausmalen in welche Regionen die Lohnentwicklung noch geht, wenn der Absolvententsunami in 2 Jahren auf den schon seit Jahrzehnten übersättigten Markt aufschlägt. Wird sicherlich lustig. Nur eben nicht für die Unterschicht und dazu gehören Bauingenieure nunmal, auch wenn das hier die meisten nicht wahrhaben wollen. Ein Bauingenieur verdient um einiges weniger als ein angelernter Fliessbandarbeiter bei VW, BMW, Audi, Daimler etc. etc etc. Dort verdienen die Leute 60-65k brutto pro Jahr als angelernte Hilfskraft. Fairerweise muss man aber sagen, dass dort eine 35 h Woche herrscht, allerdings im Schichtbetrieb.

Patrick | 17. September 2014 - 09:25

@Cae:
Ich hatte es Dir ja leider prophezeit. Vor 7 Jahren musste ich die selben Erfahrungen machen
und wie befürchtet hat sich nichts verändert. Wie schon erwähnt habe ich mich damals entschieden im Ausland zu arbeiten und ich kann sagen, es passt! Wer das nicht möchte oder kann, sollte versuchen frühzeitig aus der klassischen Bauindustrie rauszukommen! Die Zeit direkt nach dem Studium ist gerade zu perfekt, da man noch nicht den Bau-Stempel auf der Stirn trägt.

Mein Tip: Suche nach Nischen! Wie schon erwähnt ist die Immobilienbranche sehr interessant. Real-Estate-Abteilungen bei Banken sind auch sehr lohnenswert. Versicherungen die sich auf Immobilien spezialisiert haben suchen auch hin und wieder Bauingenieure!

Also bevor Du Zeit verschwendest Bewerbungen an "Hinterhof-Ingenieurbüros" oder
"Baubuden" zu schreiben, sei investigativ und recherchiere nach Jobs in anderen Gefilden!

Dir dafür viel Erfolg, Gruß Patrick

Cae | 15. September 2014 - 17:51

Danke für Ihre Rückmeldungen! Nun habe ich ein paar Stellenangebote mit einem Gehalt von ca. 2300 €/Monat brutto einschl. Firmenwagen. Eine Bekannte von mir, die auch kürzlich ihren Dipl.-Ing.-Abschluss in Sachsen an der TUD erworben hat, hat nun eine Bauleiterstelle mit den selben Konditionen. So habe ich es mir nicht vorgestellt, als ich aus München hierher kam. Dieser Beruf könnte so schön und spannend sein; unter diesen Umständen ist er nur was für Idealisten. Selbst Handwerker können mehr verdienen! Wozu dann Bauingenieurwesen studieren?

Na ja, ich muss jetzt damit klar kommen. Kein BMW mehr sondern ein bescheidener VW, keine schöne Wohnung an der Elbe, sondern eine 2-Zi-Wohnung am Stadtrand. Vielleicht kann ich meine Freundin überzeugen und wir ziehen aus Sachsen weg. Leider. München? Schweiz? Singapur? Kanada? Ich hasse unsere Politiker und diese Lobbysten der Bauindustrie!

Mas | 10. September 2014 - 12:37

@Enz:
Ich schätze Ihre Erfahrungen im sächsischen Markt und das, was Sie schreiben, sehr. Die Lage in Sachsen für Bauingenieure ist deprimierend und frustierend und eine Wendung scheint nicht in Sicht nach dem, was ich in dem von Ihnen zitierten Bericht gelesen habe. Klar zeigt sich die Ingenieurkammer sehr optimistisch, aber das muss sie auch.

Was meinen Traum betrifft, in den Osten zu ziehen, um dort als Bauingenieur zu arbeiten: Die angebotenen Gehälter sind zwar niedriger als im Westen, aber so niedrig hätte ich nicht gedacht! Langsam fange ich an, meine Pläne zu begraben und mit Resignation die Spießermentalität der Schwaben zu ertragen...

Enz | 07. September 2014 - 10:53

Schnell noch ein kleiner Beitrag zum Thema - die Ingenieurkammer Sachsen hat im August die aktuellen Mitarbeiterzahlen in sächsischen Ingenieurbüros veröffentlicht. Diese lauten:
keine Mitarbeiter (also Einzelkämpfer): 38%
1 bis 5 Mitarbeiter (Kleinbüros): 38%
6 bis 10 Mitarbeiter: 11%
11 bis 25 Mitarbeiter: 7%
26 bis 50 Mitarbeiter: 3%
51 bis 100 Mitarbeiter: 1,5%
mehr als 100 Mitarbeiter: 1,5%
Damit sind 76% der sächsischen Ingenieurbüros Einzelkämpfer oder Kleinbüros. Ob diese die hier aufgeführten Einstiegsgehälter von 3.500,- Euro aufwärts zahlen können - da habe ich so meine Zweifel. Die Ingenieurkammer Sachsen fragte auch nach den Schwierigkeiten für sächsische Ingenieurbüros und die gaben als die drei Hauptgründe an (wenig überraschend):
1. Preiswettbewerb und Honorardumping
2. Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand
3. Planungsleistungen durch ausführende Unternehmen (GÜ)
Interessant ist übrigens - entgegen dem demographischen Wandel nahm der Anteil der Einzelkämpferbüros etwa nicht ab, nein er legte laut Ingenieurkammer Sachsen gegenüber
2012 um 8% zu. Was das für ein geschlossenes Auftreten der sächsischen Ingenieure gegen die hier gängigen Verstöße gegen die HOAI bedeutet, kann sich wohl jeder der hier im Forum Vorbeischauenden selber ausmalen!

hel | 18. August 2014 - 21:17

@cae:
Also das mit den Personalvermittlern und Personalberatern seh ich sehr kritisch: offensichtlich gibt es im Osten, auch in Berlin, viele Geschäftsführer und leitende Ingenieure, die keine Zeit haben für die Auswahl von zusätzlichem bzw. Nachwuchspersonal. Das lässt schliessen das dieses Personal selbst den Anforderungen nicht gewachsen ist! Denn: Ist es nicht eine Kernaufgabe des Führungspersonals die zukünftigen Mitarbeiter auszuwählen? (ggf. mit Hillfe von Sekretärinnen?)

Ich als berufserfahrener Ingenieur, der schon einige Bewerbungsgespräche hinter sich hat, meine: Abwärtsstrudel, so wird das nichts. Firmen die sich auf solche Personaler - Freiberufler verlassen haben, intern sehr üble Personalstrukturen / Beziehungen.

Versucht das unbedingt zu umgehen! Alle Mittel sind recht! Wenn Ihr durch einen Personaler von einem Suchenden erfahrt; Direktbewerbung. Oder gar nicht, weil die Typen nicht den Kern ihrer Aufgabe erledigen. Heutzutage wird in Deutschland zugleich über Fachkräftemangel schwadroniert und die Personalauswahl irgentwelchen Hobbypsychologen überlassen. Unglaublich schlecht ist das.

Jonas | 16. August 2014 - 20:17

@Cae:
3500 EUR/mtl. als Einsteiger? Davon kannst du dich in Sachsen leider mal ganz schnell verabschieden. In der Bauleitung geht das bei einer 70 Stundenwoche, aber in der Objektplanung bekommst du wenn du Glück hast, gut bist und die letzten 2 Jahre auch neben dem Studium gearbeitet hast vlt 3000. In einem kleinen Unternehmen < 15 Mitarbeiter wird es deutlich weniger sein. Am meisten wirst du noch bei der DB bekommen, hier hast du Chancen auf etwa 40k Einstiegsgehalt.

Cae | 14. August 2014 - 10:46

@Patrick:
Vielen Dank für den Tipp! Noch bin ich jedoch ein Träumer und würde gerne als klassischer Bauingenieur in Sachsen arbeiten. D.h. für mich: Objekt- und Tragwerksplanung. Denkst du, dass 3500 EUR/Monat als Verhandlungsbasis "angemessen" wären im Raum Dresden? Denn die meisten Stellenausschreibungen sind nicht nach Tarif, wie Hornisse es im Nachbarforum sagt, sondern das Gehalt hängt von Verhandlung ab. Was mich aber sehr wundert ist, dass viele Stellenausschreibungen über private Arbeitsvermittler laufen! Die Quote ist viel höher als in den alten Bundesländern. Woran liegt das? Und viele Zeitarbeitsfirmen sind auch dabei. Was ist denn los mit Ostdeutschland?

Tom | 09. August 2014 - 05:55

2008... Weltwirtschaftskrise? Das generell im Osten weniger gezahlt wird ist wohl jedem bekannt und das damals auch noch eine solche "Situation" WWK war wundert mich das nicht.

Patrick | 08. August 2014 - 11:13

@Cae:
Die TU Dresden muss - wie andere Unis auch - Ihre Fakultäten voll bekommen, um eine Daseinsberechtigung für Ihre Lehrbeauftragten zu haben, und die entsprechenden Mittel vom Land zu bekommen. Die nehmen Abiturienten unabhängig von der Lage des Arbeitsmarktes und der Konjunktur auf.

Die frisch gebackenen Bauingenieure werden ganz schnell von Ihrem Ross herabsteigen, wenn Sie mitbekommen wie es in der Bauindustrie zugeht. Zur Arbeitsuche als Bauingenieur in Dresden / Sachsen muss ich Dir weiterhin abraten. Die Gehälter sind einfach unterirdisch im Bezug auf Arbeitszeit, Arbeitsintensität und Verantwortung im Job. Als unser Jahrgang 2008 diplomiert hat, hat ein Kommilitone eine Stelle als Statiker im Raum Bautzen für 1600,- Euro Brutto angenommen. Da ist kein Scherz! Der Rest der Seminargruppe hat sich direkt in die alten Bundesländer verabschiedet. Wobei es denen auch nicht wirklich besser ergangen ist.

Da ich jedoch noch Kontakte nach Dresden habe, weiß ich wie dort derzeit der Immobilienmarkt kocht. In diesem Segment wird richtig Geld verdient. Vielleicht kriegst Du da einen Fuß rein, solltest als Bauingenieur zumindest besser qualifiziert sein als diejenigen die sich da tummeln.

Cae | 30. Juli 2014 - 09:55

@Patrick:
Diese Information hatte ich von der TU Dresden und von diversen Portalen. Vielleicht kennst du ja auch die Seite sachsekommzurueck.de; dort findet man ähnliche Aussagen. Ich kenne Bauingenieurstudenten in Dresden, die jetzt kurz nach Abschluss ihres Studiums sehr stolz, fast arrogant, überall auftreten und proklamieren: "Wir sind BauINGENIEURE, sogar noch mit Dipl.-Ing. und nicht MSc." (die TU Dresden verleiht weiterhin den alten Dipl.-Ing.). Wie ich nun allmählich sehe, bedeutet das Bauingenieursein im Grunde genommen jedoch nicht wirklich viel.

Ich werde nun jedenfalls versuchen, hier in Sachsen Fuß zu fassen, wobei das nicht einfach wird. Wenn jemand einen "guten" Arbeitgeber kennt, der neue Sklaven sucht, kann er mir eine Nachricht zukommen lassen.

Patrick | 22. Juli 2014 - 00:22

@Cae:
Ja, Dresden ist eine wunderschöne Stadt. Als Bauingenieur in Dresden / Sachsen einen guten Job zu finden ist jedoch relativ schwer. Mich würde interessieren woher Du deine Informationen hast, dass Sachsen "händeringend Fachkräfte und Ingenieure" sucht?

1. Sollte man immer differenzieren welche Ingenieure gesucht werden! Wenn überhaupt, dann sind dies Elektro- und Maschinenbauingenieure, keine Bauingenieure!

2. Der Ingenieurmangel, der keiner ist, wird von den Arbeitgeberverbänden suggeriert, um ausreichend Bewerber zu Verfügung zu haben. Dieser künstlich erzeugte Überfluss an Humankapital sorgt stets für moderate Gehälter und hält entsprechend "Druck auf dem Kessel". Nach dem Motto: "immer schön anstrengen, auf Ihre Position gab es noch 50 andere Bewerber".

Der VDI zum Beispiel multipliziert die offenen Stellen, die er von der Agentur für Arbeit gemeldet bekommt mit dem Faktor 7. Dies soll dann die tatsächlich benötigte Anzahl an Fachkräften wiederspiegeln. Ein Schelm der böses dabei denkt.

Wenn ich die Pressemitteilung zum Thema Bauingenieurmangel des Verbandes der deutschen Bauindustrie lese, treibt es mir regelmäßig die Röte ins Gesicht. Gerade junge Menschen zu Beginn eines Studiums sollten objektiv informiert werden, wo die Chancen und Risiken im späteren Berufsbild sind. Stattdessen wird blinder Populismus als verlängerter Arm der Baukonzerne betrieben!

Ich (Bauingenieur aus Sachsen) habe mich beruflich erst aus Sachsen und vor 2 Jahren ganz aus Deutschland verabschiedet. Mieses Gehalt, unzählige Überstunden und die hohe Arbeitsbelastung haben mir die Entscheidung leicht gemacht!

Cae | 18. Juli 2014 - 10:29

Bald werde ich mein Studium das Bauingenieurwesens in Dresden abschließen. Ich komme zwar nicht aus Sachsen, aber ich habe mich in Dresden "verliebt" und würde gerne hier bleiben (meine Freundin kommt aus Dresden und will auch nicht weg). Was ihr jedoch da schreibt schockiert mich - letztendlich sucht Sachsen "händeringend Fachkräfte und Ingenieure". Wenn ihr aber Recht habt, dann fühle ich mich betrogen, da man mich mit falschen Versprechungen in dieses Studium gelockt hat. Ziemlich unfair!

Tom-Bom | 10. Juli 2014 - 16:48

Mit den Aufträgen in Sachsen ist es wirklich recht dünn. Wie schon geschrieben wurde - viel Hochwasserschutz, aber auch recht viel für die Bahn - ib Brückenbau. In Leipzig gibt es sehr viel anspruchslosen Hochbau und Bestandssanierung. In Leipzig wird in vielen Büros gesucht, hauptsächlich aber auch, weil die Bezahlung nicht gerade der Brüller ist, bei der Stadt bekommt man deutlich mehr. In Anbetracht der Tatsache, dass man hier aber am Stadtrand noch Häuser für 250.000 kaufen bzw. bauen kann (In Süddeutschland am Stadtrand eher 600.000 aufwärts) kommt man aber schon über die Runden.

Ein Auto fällt hier schon im Vergleich deutlich mehr ins Gewicht, weshalb ich auch noch keinen Bauingenieur mit einer E-Klasse gesehen habe. Unterscheiden muss man hier auch (im Westen wahrscheinlich nicht anders) auf was man sich spezialisiert und ob im Büro oder auf der Baustelle. Mal als Nagel in meinem Umfeld: Im Büro mit 5-10 Jahren Berufserfahrung zw. 38k und 48k im Ingenieurbau; 30k - 40k im Tiefbau (40 h/Woche). Auf der Baustelle im Brücken- und Tunnelbau mit 3 bis 10 Jahre Berufserfahrung zwischen 50k und 80k (mit entsprechend 70 Stunden/Woche).

Mul | 08. Juli 2014 - 13:30

Ich komme aus Sachsen, bin "frischer" Bauingenieur und wohne in Stuttgart, wo ich kürzlich meinen Abschluss erworben habe. Momentan arbeite ich für ein großes Bauunternehmen. Aber ich habe Heimweh, mag die spießigen Schwaben nicht und würde gerne zu meiner Familie in Sachsen ziehen. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr ein paar Werte über typische Gehälter als Tragwerks- und Objektplaner in Sachsen angeben könntet. Es ist schwer, solche "realen" Werte im Internet zu finden. Besten Dank und Grüße!

Viajera | 30. Juni 2014 - 12:46

In Sachsen wird fast nichts gebaut. Alles fast nur Hochwasserschutz, ein paar Straßen und eine Handvoll Brücken. Keine namhaften Ingenieurbüros, nichts Internationales. Bezahlung sehr schlecht. Für Bauingenieure mit Migrationshintergrund (Sächsisch lernen erf.) auch nicht zu empfehlen! Die NPD lauert dort fast überall. Nichtdestotrotz, für Tourismus sehr empfehlenswert, nicht jedoch zum Wohnen und Arbeiten.

Mas | 25. Juni 2014 - 17:15

@Horschti, @Enz und @dsföl:
Besten Dank für eure Antworten! Ich bin durch sie ernüchtert worden. Wirklich schade, dass sich die Lage dort so zeichnet, denn Sachsen ist ein ausgesprochen schönes Bundesland. Es sieht dann so aus, als würde der größte Teil Ostdeutschlands langsam "sterben" (wenn ich diesen starken Ausdruck gebrauchen darf - Verzeihung, wenn ich dadurch jemand verletze). Ich werde sicherlich meine Pläne überdenken und mich ausführlicher informieren. Danke nochmals! Falls jemand von seiner Erfahrung weiter erzählen kann und will, würde ich mich sehr freuen!

dsföl | 25. Juni 2014 - 00:29

Über dem Tor, durch das Bauingenieure nach Sachsen gehen steht wie über dem Zugang zur Hölle in Dante Alighieris Göttlicher Kommödie geschrieben: Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren! Du machst dich krumm und wirst getreten. Dann machst du dich nicht mehr krumm und wirst getreten. Getreten wirst du sowieso.

Enz | 05. Juni 2014 - 22:06

Ich freue mich darüber, dass wir weiter im Gespräch bleiben. Meine Antwort auf Deine Frage zur zu erwartenden Entwicklung des Bauingenieurwesens in Sachsen ist relativ einfach. Wenn Du auf dieser Seite auf STELLENMARKT und dann auf REGIONEN gehst, so siehst Du sofort wo im Bauingenieurwesen "die Musik spielt". Wenn in Nordrhein-Westphalen, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg Ingenieursstellen im zwei-, ja sogar im dreistelligen Bereich angeboten werden und im "Osten" nur im einstelligen Bereich - dann sind die Zukunftsaussichten doch vorhersehbar.

Das heißt aber jetzt nicht, dass die Ingenieurbüros hier alle im depressiven Pessimismus versinken. Einige strecken die Fühler bereits in Richtung "alte Länder" aus - und dort hat man durchaus schon erkannt, dass ostdeutsche Ingenieure auch Fachleute sind. Der Investitionsstau ist meiner Meinung nach in den alten Ländern so groß, dass die ortsansässigen Büros das nicht alles abdecken können. Die Zukunft wird für Bauingenieure interessant werden - aber nicht im Osten.

Horschti | 05. Juni 2014 - 09:40

Wenn du einen Wechsel nach Sachsen möchtest, solltest du dich einfach mal dort bewerben. Es gibt dort auch sicher einige Büros die überregional / international Tätig sind. Ich denke dort wirst du die besten Arbeitsbedingungen vorfinden. Da du in Anstellung bist und Berufserfahrung hast, bist du in einer derzeit recht luxuriösen Position, wenn du nicht unbedingt von jetzt auf gleich wechseln musst, bieten sich mit etwas Geduld und Suche attraktive Möglichkeiten. Ggf. solltest du mal überlegen ob du jemanden kennst, der wen kennt.

Mas | 02. Juni 2014 - 15:18

@Enz:
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um von deiner Erfahrung als Bauingenieur in Sachsen zu erzählen. Mir war es klar, dass die Lage dort sogar schlechter als im Bundesdurchschnitt ist, aber leider nicht in diesem Umfang. Wenn du es mir erlaubst, würde ich dich gerne noch fragen, wie sich das Bauingenieurwesen dort angesichts des demographischen Wandels entwickelt/entwickeln könnte. Der bundesweite populäre Fachkräftemangel (besonders im Bauingenieurwesen) ist eher eine Lüge, um die Honorare durch das Anwerben zahlloser ahnungsloser Studenten niedrig zu halten.

Aber in Sachsen habe ich tatsächlich gesehen, dass es teilweise an jungen Bauingenieuren fehlt (Abwanderung, niedrige Geburtenrate). Jedoch wird in Sachsen gespart und gespart, für Infrastruktur und Bauinvestitionen gibt es kein Geld. Vielleicht könnte sich die Lage mittelfristig verbessern, je nachdem, wie sich diese Faktoren weiter positionieren... (?)
Jedenfalls danke für deine vorige Antwort. Beste Grüße, Mas

Enz | 29. Mai 2014 - 10:05

@Mas:
Du möchtest wissen, wie es als Bauingenieur in Sachsen ist. Da ich seit 25 Jahren als Bauingenieur in Sachsen tätig bin, könnte ich dazu einiges sagen. Seit einigen Jahren stelle ich hier bei uns einen marginalen Trend fest. Die Ingenieure "flüchten" aus den Ingenieurbüros und gehen lieber zu Verwaltungen, Stadtwerken, Zweckverbänden usw. Und daran haben meiner Meinung nach auch die Ingenieurbüros keinen geringen Anteil.

Berufliche Überlastung bei Gehältern, für die in den alten Bundesländern die Bauingenieure nur mit dem Kopf schütteln würden. Warum wird bei uns in Sachsen noch für Stundensätzen von 45,00 € und weniger gearbeitet, obwohl die HOAI 2013 in ganz Deutschland gilt? 40 Jahre DDR und SED-Herrschaft haben das Ansehen des Bauingenieurs hier so beschädigt, dass die Auftraggeberseite immer noch der Meinung ist, den Honoraranspruch des Bauingenieurs gnadenlos herunterhandeln zu können.

Der Hinweis auf zu erbringende besondere Leistungen wird von der Auftraggeberseite mit empörter Fassungslosigkeit zurückgewiesen, ja der Ausschluss der Vergütung von besonderen Leistungen ist oftmals Bestandteil des Ingenieurvertrags. Bei den Honorarzonen werden oftmals nur die unteren Zonen (I und II) vom Auftraggeber vorgegeben. Da es in Sachsen sehr viele kleine (2-3 Mann Büros) gibt, die Dichte an Ingenieurbüros in Sachsen also mit die höchste in Deutschland ist, wird dieses Auftraggebergebahren leider widerspruchslos akzeptiert. Offen gesagt, ich kann Dir deinen geplanten Schritt nicht empfehlen.

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