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Samstag, 30. Mai 2020
Ausgabe 6858 | Nr. 151 | 19. Jahrgang
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Bauingenieur: Schaffe ich das (Duale) Studium?

5 Kommentare | 464 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Bobderbaumeister | 30. Januar 2020 - 21:52

Ich bin grade im letzten Abiturjahr. Da meine Noten nicht so prächtig sind, wollte ich danach eine Lehre als Maurer machen. Hauptsächlich wegen dem hohen Lehrlingsgehalt und weil ich schon Nebenjobs auf dem Bau hatte. Nun sende ich also Bewerbungen los und bekomm auch direkt 3 Zusagen. Ich bin dann zum größten Unternehmen gegangen. Da meinten die dann aber im Vorstellungsgespräch, dass ich auch ein duales Studium bei ihnen anfangen könnte zum Bauingenieur.

Das ganze läuft so: 2 Jahre Maurer Lehre und am Samstag sowie Montags Abends Uni (FH). Nach den 2 Jahren Lehre steige ich dann zum 3. Semester (eigentlich das 5. aber der Inhalt ist entsprechend gestreckt) ins Vollzeit-Studium ein. Das Praxis Semester fällt auch weg, dafür bin ich dann aber in den Semesterferien im Betrieb tätig. Das Ganze dauert 4 Jahre und endet mit dem Bachelor of Eng. Ich habe auch direkt ja gesagt und mich gefreut, dass ich so einfach an ein duales Studium gekommen bin.

Nun zum meinem Problem: Ich bin schlecht in Mathe (Noten war jetzt 4) und das letzte Halbjahr sowie die Abiprüfung steht noch aus). Und Physik habe ich nach der 10. KLasse abgewählt. Entsprechend Angst hab ich jetzt vor dem Studium. Daher meine Frage, ob ihr Tipps zur Studienvorbereitung habt? Ich habe jetzt Mathe Nachhilfe um wenigstens das Abi ganz ok zu meistern. Aber ansonsten bin ich echt aufgeschmissen. Wie wichtig sind die Abi Grundlagen für das Studium? Kann ich das Studium packen?

M.Eng. | 24. Mai 2020 - 17:33

@Xaruh:
Ich hatte am Gymnasium immer zwischen 3-5 (Note) in Mathe. Auch in Physik, Chemie etc. war ich immer schlecht. Nach meinen Noten, waren alle verwundert, dass ich einen technischen Beruf lernen will. Ingenieurswesen ist ja tatsächlich etwas, das sehr viel damit zu tun hat im Studium. Dennoch hat mir der Bau gefallen, und das war wohl auch der Erfolgsfaktor im Studium.

Für mich war das Studium was anderes als Schule, ich war nie gerne in der Schule, aber das Studium hat mir Spaß gemacht, da ich gelernt habe was ich in der Zukunft machen will. Deshalb ist es mir hier wohl deutlich leichter gefallen und ich habe schlussendlich meinen Master mit 1,9 abgeschlossen. Wohlgemerkt Abi gerade so bei 3,3!

Was ich sagen will: Zumindest bei mir war die Schule immer ein Zwang und die Fächer haben mich nicht interessiert. Somit waren auch die Leistungen immer nur das nötigste. Im Studium hat sich das gewandelt. Und hier ist es ja dann nicht nur Mathe, sondern Mechanik etc. Du hast beinahe in jedem Fach Mathematik mit drin, das muss dir bewusst sein. Wenn du aber Interesse an dem Job hast, und danach sieht es aus, dann beiß dich da durch und alles wird gut.

Ich kann deine Bedenken sehr gut nachvollziehen - aus persönlicher Erfahrung, aber bei mir war es eben ganz anders als in der Schule, und ich würde NICHTS anders machen wollen.

Xaruh | 20. Mai 2020 - 11:52

Ich bin derzeit 19 Jahre alt und habe im Frühjahr 2020 mein allgem. Abitur mit 2,0 abgeschlossen. Ich habe auch einen dualen Studienplatz bei einer Firma, bei der ich ab dem 1. August in die Ausbildung als Bauzeichner einsteige und zum Wintersemester 2021 in das Bauingenieurwesen Studium einsteige.

Ich bin wirklich äußerst interessiert im Thema Bauwesen und bin höchstmotiviert für meine Ausbildung und mein Studium. Nur habe ich etwas Respekt vor einem Fach, nämlich Mathematik. In der Oberstufe hatte ich in Mathe Leistungskurs 9/10/10/9 Punkte auf den Halbjahreszeugnissen. Das ist nichts atemberaubendes also zwischen 3+ und 2-. In den Klausuren hatte ich es nie geschafft über 10 Punkte zu kommen. Es war in Klausuren immer etwas im 3er Bereich (7/8/9). Hü‘s und die mündliche Note haben mir die 10 auf dem Zeugnis gesichert. Mein Lehrer wurde aber auch als sehr streng anerkannt. Unser Parallelkurs Mathe Leistungskurs hatte immer einen besseren Durchschnitt als wir. Physik hatte ich als Grundkurs. Da hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten und hab in der Oberstufe durchgehend 14 Punkte (1) bekommen.

Nun habe ich doch schon Respekt wenn ich höre dass Mathe eine große Schwierigkeit im Studium ist. Dabei bin ich sogar sehr interessiert an Mathe. Gerade im Themenbereich Analysis und lineare Algebra hatte ich besonders viel Spaß. Ich bin niemand der ein „Talent“ für Mathe hat. Ich habe es zum Beispiel ein neues Thema erst ein bis zwei Unterrichtsstunden später als mein Sitznachbar verstanden. Ich muss mich für Mathe wirklich hinsetzen und büffeln im Gegensatz zu anderen die das Talent besitzen nahezu ohne zu lernen in die Klausur erfolgreich reinzugehen.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Mathe im Bauingenieur Studium gemacht? Wie kamt ihr mit Mathe in der Oberstufe klar? Ich würde mich über ein paar Erfahrungsberichte sehr freuen!

Wilhelma | 25. Februar 2020 - 12:23

@Bobderbaumeister:
Ich habe 2016 eine Umschulung zur Bauzeichnerin gemacht und mich parallel im dualen Studium eingeschrieben, bin jetzt auch kurz vor dem Abschluss. Das duale Studium ist schonmal anstrengend, da du ja in den Semesterferien arbeitest, aber dafür auch gut angesehen, da du schon viel Praxiserfahrung sammelst.

Der Stoff der Berufsschule hilft auch viel im Studium, da gibt es vor allem am Anfang viele Parallelen (Vermessung, Baustoffkunde, Konstruktion). Und Mathe schaffst du auch! Viele Hochschulen bieten einen Mathe-Kurs im Sommer vor dem Start an, informiere dich und sprich das mit deinem Chef ab.

Nach dem Lehrabschluss kannst du dich komplett auf das Studium konzentrieren und es ist ja kein Beinbruch, wenn man 1 oder 2 Semester länger braucht. Frag in der Fachschaft nach, vielleicht gibt es bei dir auch einen Studierenden-Coach oder andere Beratungen. Das hat mir sehr geholfen, da ich wenig Leute kannte, die studiert haben.

Baumann | 31. Januar 2020 - 15:43

@Bobderbaumeister:
Nur Mut! Das modulare Studieren ist in den Griff zu bekommen! Auch Mathematik, also auf jeden Fall eine duale Ausbildung angehen - das ist das Beste, was Sie machen können!

Widmax | 31. Januar 2020 - 14:49

@Bobderbaumeister:
Halte dich an die Semester über dir, lass dir das Skript geben. Und dann lernen, lernen, lernen! Angst hätte ich keine. Ich selbst bin auch mit einer 4 in Mathe ins Studium gegangen. Dann hab ich mich hingesetzt. Das wirst Du auch tun müssen. Ich bin übrigens heute Statiker.

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