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Samstag, 16. Januar 2021
Ausgabe 7089 | Nr. 16 | 20. Jahrgang
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Bauingenieure: Arbeiten für einen Hungerlohn??

51 Kommentare | 25912 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von Gast | letzter Kommentar vom 22. Oktober 2004 - 12:40

Liebe Leser



Möchte Euch bitten, mir Eure Erfahrungen bzgl. Lohndumping zu schildern, sofern Ihr diese gemacht habt.



Kurz: Ich selbst bin seit 01/2004 fertig mit meinem Studium und seit über einem Jahr in der Bewerbungsphase.Muss mir neben zahllosen Absagen(ist dabei nicht das schlimmste), oft Gehaltsangebote für momentan 1700-1800€/Monat incl. Überstunden anhören.( Man beachte: Eine Friseuse verdient bis zu 2000€!)



Scheint der Markt für Ingenieure dermaßen kaputt zu sein. Ehem. Studienkollegen melden die gleichen katastrophalen Zustände.

Mein bester Freund, auch Bauing. arbeitet z.zT als Bauleiter von Mo-So! 85h Woche, für all inclusive 1800Eur.

Bitte um Rückmeldung über ähnliche Erfahrungen.

Überlege nun nach 12 Monaten Frust und unzähligen Praktika mich von meinem Beruf für immer zu verabschieden.



Schönen Gruß aus Bayern



Der Billigabsolvent

Hoschi | 23. Oktober 2008 - 13:35

Hallo Sebastian,



wenn die Banken diese Milliarden "nur" als Darlehen bekommen, dann fehlt das Geld trotzdem an anderer Stelle. Diese anderen Stellen sind traditionell Sozialausgaben (kaum noch kuerzbar) und Investitionen. Also wird der Hebel wohl bei den Investitionen angesetzt.



Aber schoen, wenn man sich aus den systemkonformen Medien informiert - kann man sich so wunderbar das eigene Denken ersparen.



@Marc,

unqualifizierter geht's wohl kaum noch.

sebastian | 22. Oktober 2008 - 23:12

schönes halbwissen... die banken bekommen diese zahlungen nur als darlehen, verzinst, theoretisch ist damit sogar ein zugewinn für den staat möglich... aber darum gehts ja hier nicht.



man benötigt wohl wirklich die richtige vertieferrichtung, spezialisiert euch, kann ich nur raten!

Magnus | 22. Oktober 2008 - 21:16

"...gesucht wie Sand am Meer"



Ich verstehe Deine Metapher nicht. Wenn es etwas wie "Sand am Meer" gibt, gibt es ziemlich viel davon, halt eben wie "Sand am Meer". Was willst Du also damit ausssagen? Unter Umständen das Gegenteil von dem was Du geschrieben hast ? - was ja inhaltlich richtig wäre, nur hier leider nicht so gern gelesen wird, da es dem weinerlichen Grundton von vielen hier gegen den Strich geht...



Ich fürchte, wenn Du nach dem Studium nie als Bauingenieur gearbeitet hast, ist es ziemlich schwer reinzukommen, wobei es natürlich stark davon abhängt, was du gemacht hast. Aber probieren geht über studieren, wobei du natürlich immer abwägen must, welche Chancen du woanders hast, wieviel Geld du kriegen willst, wie mobil du bist usw. usf...

Equilibrium | 22. Oktober 2008 - 20:15

Hallo Anton,



dass es schwierig war, im Jahr 2003 einen Job zu bekommen, kann ich nachvollziehen. Aber wenn Du wissen möchtest, wie die potenziellen Arbeitgeber reagieren, gibt es nur einen Weg: Du musst sie fragen. Allerdings macht dies nur Sinn in Form einer hochwertigen Bewerbung.



Alle halbherzigen Versuche sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und Du musst Dich darauf einstellen, dass es ein schwieriger und weiter Weg wird. Du wirst einen Bewerbungsempfänger finden müssen, der sich gut in Deine Lage im Jahr 2003 "hineindenken" kann und der trotz seiner eigenen Erfolge (sonst hätte er keine Personalverantwortung) früher mal selbst in einer vergleichbaren Lage war.



Gruß Equilibrium

marc. | 22. Oktober 2008 - 15:54

armer Hoschi, wieder ein Grund zum Jammern gefunden ...

Hoschi | 22. Oktober 2008 - 11:03

Zitat Anton:

"...jetzt mittlerweile werden die bauingenieure ja gesucht wie sand am meer ..."



halte ich fuer ein geruecht, sonst wuerden ja die viel gepriesenen marktmechanismen greifen und entsprechende gehaelter gezahlt werden (die dann auch entsprechendes personal anlockt - auch internationales!).



wie sand am meer sind nur die milliarden, die gerade den banke(r)n in den gierigen rachen geworfen werden. die fehlen dann selbstverstaendlich fuer investitionen in infrastruktur etc. es muss also mal wieder der beruehmte guertel enger geschnallt werden. und jetzt raten sie mal wo. genau ... bei den zukunftsinvestitionen. ist doch immer das gleiche spiel.

anton | 20. Oktober 2008 - 16:09

hallo Equilibrium,



also, um die sache etwas detaillierter darzustellen: 2003 war die wirtschaftliche lage nicht besonders für bauingenieur-absolventen. viele absolventen in meinem umkreis sind in andere bereiche abgerutscht (siehe lehrer...). oder mussten halt was andere tätigkeiten ausüben, um durchzukommen (siehe ich).



jetzt mittlerweile werden die bauingenieure ja gesucht wie sand am meer ... deswegen die frage gewesen. so dumm war sie doch nicht oder? nur ein wenig kurzgefasst.

ich weiss ja nicht wie die arbeitgeber reagieren wie in meinem fall.. vielleicht bin ich ja zu lange raus aus dem geschehen..



Equilibrium | 10. Oktober 2008 - 21:02

Hallo Anton,



ich habe eine Gegenfrage: Ich biete Dir ein fünf Jahre altes Auto in der Farbe blau für 8.000 Euro an. Kaufst Du es?



Blöde Frage, oder?



Also wenn Du wissen möchtest, ob Du nach 5(?) Jahren Arbeit(?) in einem anderen Bereich(?) als Deinem Studium(?) noch eine Chance hast, in den Baubereich(?) zu kommen, dann solltest Du "einfach" Bewerbungen schreiben.



Ich gebe Dir aber den Rat, Deine Bewerbung mit mehr Ehrgeiz, Enthusiasmus, Auskunftsfreude, Zielstrebigkeit, Zeitaufwand und Informationsgehalt auf den Weg zu bringen als Deine Frage hier im Forum. Du magst mich für vorschnell in meiner Beurteilung halten, aber Bewerber, die hier so gedankenlos und oberflächlich eine so wichtige Zukunftsfrage (ihr Leben betreffend) stellen, haben meist noch grundlegendere Probleme, als die fehlende Berufserfahrung trotz des 5 Jahre zurück liegenden Diploms.



Oft liegt das Problem in einer für außen stehende Personen nur schwer zu ertragenden Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit, die von potentiellen Arbeitgebern einfach nicht akzeptiert wird.



Hast Du ernsthaft eine fundierte Antwort auf Deine Frage erwartet? Auf welcher Basis?

auch Münchner | 07. Oktober 2008 - 23:13

Hallo,



ich kann die Aussagen bezüglich München absolut bestätigen, da ich auch von der TU München bin und auch gerade in meinen Beruf einsteige.



A VII (3554 EUR/monatlich)zu bekommen ist in München für Uniabsolventen mittlerweile Standard, vorausgesetzt die richtige Vertiefungsrichtung.



Darüber wird es schwer noch was rauszuholen, zumindest beim Gehalt. Was aber noch geht, zumindest bei mir, ist Firmenwagen (inkl. privater Nutzung) und vertragliche Vereinbarung, dass ich nach einem Jahr in A VIII (3902 EUR/monatlich) hineinrutsche.



Man muss allerdings auch erwähnen, dass die Lebenshaltungskosten in München sehr hoch sind, die Gehälter hier also deshalb schon mal höher sind wie in anderen Regionen in Deutschland.

anton | 28. September 2008 - 00:56

hab mal ne frage , ich habe mein studium 2003 abgeschlossen, aber nie in dem bereich gearbeitet.



meint ihr ich habe noch chancen irgendwie reinzukommen???

kuli | 13. September 2008 - 22:37

Das mit den tarifverträgen ist richtig aber die werden leider nicht immer bezahlt. schön sind deine jobangebote aber 3600 € halte ich für sehr weit hergeholt und das glück haben die wenigsten. da muss man ja schon als maschinenbauer richtig glück haben um so viel zu bekommen. aber du hast recht, man sollte nicht unter tarif arbeiten aber wenns dann aufeinmal um familie ernähren, wohnung bezahlen, auto usw. geht, dann sind viele sicher froh überhaupt einen job zu haben ;)

Muenchner | 07. September 2008 - 12:19

Hallo zusammen,



ich habe gerade mit Interesse eure Beiträge verfolgt.



Die Statements über Bruttolöhne unter 2000 – 2500 Euro sind mir absolut fremd, wenn ihr euer Studium mit guten bzw. sehr guten Leistungen mit einer entsprechenden Vertiefung ausgeübt habt, dann werden keine Schwierigkeiten bezüglich Jobsuche und Gehalt auftreten.



Entsprechende Vertiefungen sind Konstruktiver Ingenieurbau, Geotechnik, Baubetrieb usw.



Natürlich bei Facility Management oder Projektmanagement sehen die Gehälter anders aus, da es zu viele Absolventen auf dem Markt gibt und diese Vertiefungen nichts wirklich mit soliden Bauingenieurwesen zutun hat.



Persönlich habe ich auch gerade mein Studium abgeschlossen (TU München) mit der Vertiefung Geotechnik, habe mich 8 mal beworben, 7 Vorstellungsgespräche und 7 Zusagen bekommen.



Die Gehälter lagen ziemlich gleich zwischen 3200 - 3600 Euro/Monat (deutschlandweit).



Noch als Tipp: Tarifvertrag Bauingenieure Einstiegsgehalt West:

FH 3260 E/Monat; UNI 3540 E/Monat



Die Absolventen die unter diesen Gehaltsgrenzen arbeiten, können mir nur leid tun weil sie sich prostituieren und den zukünftigen Absolventen die Einstiegsgehälter versauen.

deny-m | 04. September 2008 - 14:11

OHHh Gott, habe gerade den ganzen thread gelesen!



Werde ab Oktober 08 Bau- und Umweltschutzingenieur auf der TU Hamburg studieren! Jetzt, wo ich diese ganzen Beiträge gelesen habe, bin ich stark am überlegen ob ich das Fach wechseln soll!



Denn ich habe von überall her nur gehört, das Bauingenieure gesucht werden! Vielleicht stimmt das ja auch, aber für 1800 Euro zu arbeiten, das lässt sich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren!



Oder hat jemand mir noch einen rat zu geben! Denn meine Fachrichtung heißt ja Umweltschutzingenieur, vielleicht bringt mir das ja Bonuspunkte!

albi | 27. August 2008 - 19:28

hallo leute,



welcher film fährt denn hier! ich würde nie unter 2800 Brutto arbeiten!



es gibt genug firmen, die leute suchen!

ich habe neben dem studium kontinuierlich gearbeitet und somit viel erfahrung mitgebracht.



und es war überhaupt kein problem eine stelle zu finden! 3 bewerbung und 2 angebote!

kuli | 24. August 2008 - 13:21

genau, selbst schuld sage ich mir auch immer. ich studiere noch 1 semester bauingenieurwesen, habe allerdings schon vor 2 semestern nebenbei mit maschinenbau angefangen im fernstudium, die anfänge waren mit einigen fächern gleich und somit war es bisher nicht so schwierig beides unter einen hut zu bringen.



werde versuchen nach dem bauing studium nen mehr oder weniger guten studentenjob im maschinenbau zu bekommen und dann dies zu ende bringen. das bauing studium mache ich nur zu ende falls bei dem anderen noch irgendwas dazwischen kommen sollte.



jeder der unzufrieden ist kann doch heutzutage "schnell" einen bachelor machen, damit verdient man in anderen bereichen sicher deutlich mehr als ein 5 jahres bachelor + master in bauingenieurwesen.



ist sicher nicht die optimale lösung aber bevor man jammert kann man auch etwas verändern und 3 jahre sind wirklich nicht viel wenn man danach vielleicht die nächsten 30 jahre glücklicher ist.



bauingenieur hin oder her, es gibt auch andere tolle jobs, glaube die wenigstens können sagen bauingenieur ist mein absoluter traum und es gibt nichts anderes für mich. von solchen leuten habe ich nur gaaaaanz wenige in meinem studium getroffen.

Hoschi | 22. August 2008 - 14:07

Hallo Nohope,



wenn Du Anfang 2008 Dein Diplom gemacht hast und auch nur 1 Semester ueberzogen hast, dann musst Du also so um 2002/2003 Dein Studium aufgenommen haben. Damals war die Situation nicht besser und auch keine Aenderung zum Besseren in Sicht.



Kurz um, Du hast es Dir selber zuzuschreiben und rumjammern hilft nicht viel.



Du haettest 2002/2003 durchaus wissen MUESSEN worauf Du Dich im Bauwesen einlaesst. Da Du Dich wissentlich fuer diesen Beruf entschieden hast, hast Du auch wissentlich alle Konsequenzen in Kauf genommen.



Im uebrigen wirst Du auch im Ausland kein leichtes Spiel mehr haben - Immobilien- und Finanzkrise (mehr sag'i ned).

Mike | 20. August 2008 - 00:07

Hallo Nohope,



der Name ist Programm in Deutschland, was?



Ich kann dem hier Gesagten nur zustimmen. Ich bin selbst seit einiger Zeit im Ausland tätig und kann dich nur zu diesem Schritt ermutigen. Vergiss dieses Land, es ist nicht wert darüber nachzudenken.



Du wirst deinen Weg viel besser gehen können als in Deutschland. Viel Glück für deinen weiteren Weg!



NOHOPE | 06. Mai 2008 - 13:09

Ich kann mich an dem was hier geschrieben wurde nur anschließen, seit Februar habe ich mein Diplom. Mein Notendurchschnitt liegt bei 1,8 und ich habe nur ein Semester überzogen.



Meine vielen Bewerbungen haben mir zwei Bewerbungsgespräche eingebracht. Einmal sollte ich als sogenannter Trainee für 500 € im Monat arbeiten, natürlich Vollzeit, sechs Tage die Woche. Das andere mal am besten auch noch Geld mitbringen. Ich war kurz davor zu fragen ob ich, wenn ich umsonst arbeite, dann auch umsonst bei meinem Vermieter wohnen darf, umsonst einkaufen, unsonst sozialversichert bin usw.



Ich weiß das von den Senioren in der Baubranche immer argumentiert wird, das man ja wertvolle Berufserfahrung vermittelt bekommt. Und nach zwei Jahren geht es dann mit dem Gehalt so richtig aufwärts. Was ist aber zum Beispiel mit einem Maurergesellen, muss der nach seiner Lehrzeit erst einmal umsonst arbeiten, nein er wird sofort richtig gut bezahlt. Obwohl er auch noch viel lernen muss bevor aus ihm ein erfahrener Altgeselle wird.



Das ganze scheint mir auch ein deutsches Phänomen zu sein, betrachte ich Stellenanzeigen im Ausland, liegen die Gehälter für Neueinsteiger nicht selten um die 3000 € - 4000 €. Was ja auch den Wert der Arbeit viel besser wiederspiegelt als 500 € oder umsonst.



Ich meine damit übrigens nicht Afganistan oder den Irak, sondern mit Deutschland vergleichbare Länder wie Australien, USA, Kanada oder England. Und ja ich habe in Euro umgerechnet.



Warum sich in Deutschland ein solches Lohndomping jenseits jeglicher Moral eingebürgert hat, hat mit Sicherheit auch seine Wurzeln in der Baukrise. Ich denke aber auch das die Bauwirtschaft durch billige Praktikanten, die ihr Praxissemester zwangsweise irgendwo absolvieren müssen, verwöhnt wurde.



Für mich steht mittlereile fest, dass ich ins Ausland gehen werde, nicht für einen großen deutschen Konzern als Arbeitsnomade. Sondern vollständig, mit festen Wohnsitz und langfristig wohl auch mit Einbürgerung.



Auch wegen der Freundschaften, die man hier zurück lässt, ist das ganze natürlich ein heftiger Schritt. Aber wie würde die Zukunft hier aussehen als Billig-Trainee Joberfahrung sammeln, danach dann als Billig-Bauing auf der Baustelle zum Burnout getrieben werden?



Selbst wenn man es schaffen würde unter solchen Umständen soetwas wie eine Familie zu gründen, die Tür zum Ausland würde sich dann vermutlich schließen und das Unternehmen hätte einen dann vollkommen in der Hand.



Während meiner Studienzeit habe ich immer wieder davon gelesen, dass angeblich in Deutschland Bauingenieure ohne Ende gesucht werden. Ich habe in den letzten Wochen so meinen Eindruck gewonnen woran das liegen könnte...

michi | 20. Dezember 2005 - 19:49

Hallo Bauingenieure und die die´s werden wollen!



ich kann mich dem Großteil der Kommentare nur anschließen. Ich habe selbst mein Studium im Frühjahr an der FH abgeschlossen und bin fleißig am Bewerbungen tippen. Absagen kommen in gleichem Maße zurück, wie ich sie rausschicke. Meine Erfahrung ist ganz einfach, dass (wenn überhaupt) nur erfahrene Ingenieure gesucht werden.



Einsteigern bietet sich nur die Möglichkeit, unterbezahlte Praktikas anzunehmen, um nicht ganz aus dem Beruf zu kommen. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten, welche meiner Meinung nach so schnell nicht eintreten werden.



Einer unserer Professoren sagte vor etwa 2-3 Jahren: "Wenn ihr fertig seid, reissen sich die Firmen händeringend um euch" ha! Pustekuchen!Meinte der wir studieren 30,40...Semester?



Wer sich nichts anderes als als Bauingenieur zu arbeiten vorstellen kann und aus tiefster innerer Überzeugung diesen Beruf gewählt hat, wird vielleicht nicht aufgeben und diese Durststrecke auf unbestimmte Zeit durchstehen. Letzteres trifft auf mich zu und so werde ich komplett umsatteln (Aufbaustudium Maschinenbau), falls sich binnen der nächsten Monate nichts vernünftiges auftut.



Allen, die mit dem Gedanken spielen, ein Bauingenieurstudium aufzunehmen, kann ich nur dringend davon abraten, es lohnt sich nicht: knochenhartes Studium und die Aussichten - mies ist kein Ausdruck dafür!

Alex | 14. Dezember 2005 - 17:24

Ich finde diese Entwicklung auch schlimm. Auf einer Seite Firmen, die das ausnutzen, auf der anderen Seite Absolventen, die nicht bloß arbeitslos sind, sondern auch zusehen, wie das Studium sich wörtlich verflüchtet. Denn wer will einen Ingenieur haben, der kaum Erfahrungen hat und die letzten 2 Jahre arbeitslos war?



Wenn Sie an sich erfahren, was Hartz 4 bedeutet, noch schlimmer wenn Sie seit 1-2 Jahren nichts finden (als Anfänger) und es praktisch keine Hoffnung mehr gibt, etwas zu finden, dann sind Sie so froh über die 1600 EUR, Hauptsache man arbeitet als Bauingenieur, sammelt Erfahrung, und nur dann haben Sie Chancen etwas besseres zu bekommen, wenn es mal wieder aufwärts geht.

M.T. | 20. Oktober 2005 - 11:56

Nachdem sich hier vornehmlich jüngere Kollegen und welche, die es noch werden wollen zu Wort gemeldet haben, möchte ich als etwas älteres Semester etwas zu dem Thema beitragen.

Als ich 1989 mein DII-Diplom in der Tasche hatte dauerte es ca. 2 Wochen, bis ich in einem Ingenieurbüro eine Festanstellung als Tragwerksplaner fand. Das Gehalt war ok und die Arbeit machte sehr viel Spaß. Alle Projektbeteiligten zogen an einem Strang und das gesprochene Wort war noch verbindlich.

Durch mehrere berufliche Wechsel konnte ich bis Mitte der 90-ziger Jahre sowohl mein Gehalt verbessern als auch meinen Verantwortungsbereich erweitern.



Dann begann die noch andauernde Krise im Bausektor, die auch nach Expertenmeinung keine Konjunktur-, sondern Strukturkrise ist(u. a. nachzulesen in Fachzeitschriften). Die Baupreise und Honorare kennen seither nur eine Richtung: nach unten.



Damit einhergehend wurden auch die Gehälter für uns Bauingenieure gekürzt und etliche Kollegen verloren ihren Arbeitsplatz.



Nachdem in unserem Büro Anfang des Jahres aufgrund der massiven Umsatzeinbrüche die Gehälter um weitere 12% gekürzt wurden, begann ich mich um einen Arbeitsplatzwechsel zu bemühen.



Da ich über umfangreiche Erfahrungen und ausgezeichnete Referenzen verfüge, war ich Anfangs recht optimistisch, einen adäquat bezahlten Job zu finden. Leider mußte ich schon bald feststellen, daß berufliches Können bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Ausschlaggebend ist der Gehaltswunsch, der möglichst nahe am Sozialhilfesatz liegen sollte, wenn die Bewerbung Aussicht auf Erfolg haben soll.



Eine berufliche Veränderung unter diesen Voraussetzungen ist für mich ausgeschlossen. Offenbar haben viele meiner Kollegen die Lage schon früher erkannt als ich. Bei mehreren Vorstellungsgesprächen wurde mir gesagt, daß ich der einzige Bewerber aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bin.



Nach diesen Erfahrungen beschränke ich mich darauf zu hoffen, daß ich noch möglichst lange meinen derzeitigen Arbeitsplatz behalte und nicht arbeitslos werde.



Ich kann nur jedem jüngeren Kollegen und Studenten raten, den Bausektor zu meiden und sich zukunftsträchtigeren Branchen zuzuwenden.

Auf eine Besserung der Baukunjunktur zu hoffen wäre ein großer Fehler, weil die Krise strukturell bedingt ist. Seit Jahren schon verfolge ich das Geschwätz von interessierten Verbandsvertretern, die für das jeweilige kommende Jahr die Talsohle erreicht sehen. So war es auch vor Kurzem, als für 2006 die Wende prognostiziert wurde. Nach meiner Erfahrung wird die Korrektur dieser Prognose Mitte nächsten Jahres erfolgen und für 2007 Besserung vorhergesagt usw.

Lars | 09. Oktober 2005 - 13:39

Hallo Zusammen,

die Beiträge zu diesem Thema finde ich sehr interessant. Ich selbst habe im letzten Jahr mein Studium mit Vertiefung Konstruktiver Ingenieurbau abgeschlossen. Seitdem suche ich nach einer Festanstellung, die meine sozialversicherungstechnischen Probleme lösen könnte.



Anfangs habe ich in meiner Naivität vor allem Initiativbewerbungen an große Bauunternehmen und Ingenieurbüros gerichtet. Das habe ich dann nach einem halben Jahr aufgegeben. Baukonzerne stellen interessanterweise vor allem Akademiker der Fachrichtungen Jura und Ökonomie ein.



Auf einem Absolventenkongress für Ingenieure in der Kölner Messe konnte ich feststellen, dass hier vorwiegend Wirtschaftsingenieure oder Vertriebsorientierte Ingenieure gefragt waren.



Eine weitere Beobachtung ist, dass mittel große Ingenieurbüros Absagen auf meine Bewerbungen geschickt haben mit der Behauptung, sie hätten jemand qualifizierteren gefunden, während sie gleichzeitig das gleiche Stellenangebot neu veröffentlicht haben.



Bei Telefonaten mit kleineren Büros erfährt man immer, wie die Kollegen unter der schlechten Auftragslage leiden und unmöglich ein Festanstellung in Betracht ziehen können. Andererseits sind genau die kleinen Büros arbeitstechnisch auch vollkommen überlastet.



Nachdem ich ein "Trainee mit Aussicht auf Festanstellung nach einem halben Jahr" für 600 € in einem mittel großen Ingenieurbüro ärgerlicherweise abgelehnt habe, weil ich von dem Geld mich selber nicht hätte finanzieren können, habe ich aus Trotz im Ausland ein Praktikum in einem deutschen Immobiliensachverständigenbüro angetreten, wo man mich dann zur Strafe extrem abgezockt hat. Nach 6 Wochen Schikane und Psychoterror habe ich mich dann über eine Praktikumsbescheinigung und 200 € Almosen riesig gefreut...



Seit Mai diesen Jahres habe ich mich mit einem für mich vorübergehend akzeptablen Status angefreundet: Ich arbeite quasiselbstständig als freier Mitarbeiter für ein kleines Ingenieurbüro. Ich fertige vor allem Schal- und Bewehrungspläne an, manchmal ist auch eine kleinere Statische Berechnung dabei. Dieser Job ist ideal, um erste Berufserfahrungen zu sammeln. Mein Auftraggeber muss meine Pläne teilweise noch prüfen und steht für mich für technische Fragen zur Verfügung. Aufträge werden pauschal abgerechnet, nach Vorstellung meines Arbeitgebers. So erhalte ich ca. 1000 € monatlich.

Davon kann ich mich natürlich nicht selbst finanzieren! Anschaffung eines CAD-Programms, private Krankenversicherung, danach habe ich nicht genug Geld für Miete und Verpflegung.

Ich bin nach 9 Jahren eigenständigem Leben wieder in mein Elternhaus zurückgezogen und Arbeite mittels Internet auch von zu Hause.



Ich denke, dass einige meiner Absolventenkollegen tatsächlich eine etwas unrealistische Gehaltsvorstellung haben.

Meiner Meinung spricht nichts dagegen, zunächst für weniger Geld zu arbeiten. Auch andere Berufsfelder müssen nach einer meist langen Studienzeit noch erste schlechtbezahlte Ausbildungsjahre dranhängen: ich denke da z.B. an die Referendarzeit von Lehrern und Juristen, das AIP (bis vor kurzem auch für Ärzte!).

Was mich betrübt, ist, dass eingesessene Ingenieure immer weniger dazu bereit sind, junge Kollegen anzuleiten oder einzuarbeiten.

Mir ist klar, dass ich meinen Status schon wegen meines Selbstwertgefühls nicht lange aufrecht erhalten kann.

Ich kann mir langfirstig gut vostellen, mein Geld in einem völlig anderen Berufsfeld zu verdienen und ein kleines planerisches Ingenieurbüro hobbimäßig nebenher zu betreiben.



Ich tröste mich damit, dass einige meiner Studienkollegen gute Jobs in Prüfbüros bzw. Planungsbüros gefunden haben.

Außerdem bin ich fest davon überzeugt (vielleicht auch aus meiner Naivität heraus!), dass für gute Tragwerksplaner immer genug zu tun ist. Ich habe nicht den Eindruck, dass in den letzten Jahren weniger gebaut wurde. Vielmehr habe ich die Vermutung, dass sich die werten Kollegen gegenseitig den Markt kaputt machen. Wenn ich hier so höre, dass Kollegen zu Billiglöhnen 80 Stunden in der Woche arbeiten, dann liegt das Problem vielmehr in der Verteilung der Arbeit, oder denke ich da verkehrt?!



Ich wünsche allen Leidensgenossen alles Gute und vor allem Durchhaltevermögen

Gruß Lars

Vlasti | 04. Oktober 2005 - 22:42

Ich habe diesen und andere Beiträge mit großem Interesse gelesen. Sicher kommen in einem solchen Forum meist die Meinungen von solchen, die vielleicht auch ein wenig Pech gehabt haben. Darum möchte ich denjenigen, die erst seit Kurzem Arbeit suchen ein wenig Mut geben.



Ich selber habe seit etwa 1,5 Jahren Arbeit als Bauingenieur. Zuvor habe ich etwa 10 Monate gesucht. Einen Teil dieser Zeit habe ich mit einem dann abgebrochenen Aufbaustudium überbrückt. Man will ja kein Loch im Lebenslauf. Seit der Zeit bin ich glücklich unter Lohn und Brot. Zu Beginn 2750,-, nach etwa einem Jahr 3200,-(alles Brutto). Da stehe ich jetzt. Manch Maschbauer oder E-Ingenieur mag darüber lächeln, aber ich denke für die Bauindustrie ist das in Ordnung. Noch mehr Zahlen: insgesamt habe ich etwa 45 Bewerbungen geschrieben. Der Job, den ich jetzt habe, war mein ersters Bewerbungsgespräch überhaupt. Insgesamt 140 Bewerber. 30 in der engeren Auswahl, 4 wurden eingeladen.



Unterm Strich: Es gibt noch ordentlich bezahlte Arbeit als Bauingenieur(nach meinem Verständnis). Glück spielt vielleicht eine Rolle. Nischen sind wichtig. Darum sollte man sich vielleicht genau überlegen, auf welchen Bereich (Vertiefung) man sich verlegt. Statik ist vielleicht fachlich anspruchsvoll, aber auf diesem Gebiet gibt es eben viele Bewerber auf wenig Stellen. Statik hier als Beispiel, weil mein Eindruck ist, dass sich viele auf die klassischen Felder des Bauing.wesens konzentrieren.

Tulla | 04. Oktober 2005 - 21:52

Ich teile voll und ganz die Meinung von Markus, denn mir geht es ähnlich. Habe 5 Jahre Erfahrung und "rackere" von morgens bis abends.



Vielleicht würde ich als Erstsemester lieber BWL studieren, aber ich hab mich nunmal für BAU entschieden. (Und das ist auch gut so, denn: Die Wiwi´s waren bei uns immer die peinlichsten Studenten)



Jeder muß wissen wo seine persönliche Schmerzgrenze liegt. Macht Dir der Job keinen Spaß weil Du zuwenig Kohle bekommst: lass es!

Ich selbst musste mir 3 Monate anhören ich könne froh sein überhaupt einen Job zu haben und könnte jederzeit durch einen Tschechischen Ingenieur ersetzt werden. 3 Monate hat es gedauert eine neue Firma zu finden. Kaum hatte ich eine neue Firma war das Staunen meines Ex-Chefs entsprechend groß weil für ihn die Kündigung total überraschend kam.(und 4 Wochen Kündigungsfrist mit entsprechendem Resturlaub bedeutet die Baustelle steht ohne Bauleiter da)Mein Abschiedskommentar: "Such Dir n Tschechen" hat gesessen!



Wenn Ihr schon für wenig Geld arbeitet sollte wenigstens der Erfahrungsaustausch da sein, Respekt vor Deiner Arbeit oder mal n Lehrgang oder ein Frimenwagen usw. aber laßt euch niemals als Sklaven behandeln!



Freizeit mit Frau und Kind ist eigentlich unbezahlbar...



...und: In der letzten Reihe sitzten nunmal doch die besten Ingenieure ;)

Markus | 29. September 2005 - 08:20

ich habe ein gutes einkommen als bauing. (uni) mit mehr als 5 jahren berufserfahrung.



der preis:

dauerüberstunden, total fertig. kaum freunde mehr. ständig im büro oder unterwegs. mit einem bein im knast. abstumpfen durch täglichen stress und konfrontationen, keine zeit für frau und kinder, keine zeit für mich.



zukunft:

wir sind im 11ten jahr der rezession am bau. tendenz - es wird noch enger & härter werden! statiken & pläne werden schon heute bei großen konzernen per mail in polen, tschechien und Co. fast zum nulltarif absolviert. auf großbaustellen spricht niemand mehr deutsch...



learning:

wer kohle will muss (wenn er denn seine chance bekommt) sehr hart arbeiten, für seine firma "leben", für sich selbst verzichten.

aber: jeder muss selbst seine grenzen ausloten. das ist überall so! egal in welchem job, zu welcher zeit.



fazit:

es gibt immer zwei seiten der medaille. aber die "einbahnstraße" bauwesen würde ich nicht noch einmal studieren. fakt ist, das der bauing. von allen ing.-studiengängen der schlecht bezahlteste job ist und bwl-buben meinen, du könntest nur steine aufeinanderlegen...



nochmals: kein gejammere - aber ich würde heute anders entscheiden!

Tina | 19. September 2005 - 11:35

Hallo,



bei den Architekten gibt es diese Zustände ja bereits seit mehreren Jahren. Ich bin bereits seit 7 Jahren mit dem Studium fertig und es war damals auch nicht besser, als heute. Bei den Architekten gibt es ja noch das AIP seit einigen Jahren, das heißt noch billiger arbeiten.



Warum soll es euch Bauingenieuren da besser gehen. Der Vergleich mit der Friseuse bringt ausser Frust nichts. Es ist leider so. Es gibt nur noch die Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Bauindustrie ist eben der schlechteste Zweig, den man sich heraussuchen konnte.





Gruß Tina

jacqueline | 18. September 2005 - 22:01

Also ich finde das du etwas übertreibst mit deinen Gehaltsvorstellungen als Berufsanfänger! Heute gehe ich lieber für 1500 € arbeiten und kann so Berufserfahrung sammeln. Wenn ich einige Zeit gearbeitet habe und mich auch bewiesen habe, dann kann man mal vorsichtig anklopfen und nach höherem Gehalt fragen. So wirst du ewig auf der Strasse sitzen, sorry - und das eine frisörin 2000 € bekommt das möchte ich gerne mal sehen.



Gruss Jacqueline

kein Berufsanfänger | 27. Juli 2005 - 11:06

Leider leider ist die Situation nicht sehr beruhigend. Als Bauingenieur mit nun mehr als 13 Jahre Erfahrung (inkl. Lehre) kann ich nur folgenden sagen:

Bauingenieur kann man nur mit Leib und Seele werden. Das ist wie mit der Architektur. Man muß den Beruf lieben. Von Liebe allein kann man aber nicht leben. Lohndumping etc. ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg aus der Misere. Es kann nicht sein daß ein qualifizierter Ingenieur für 1700 Euro anfängt wenn das Tarfigehalt bei 3000 Euro liegt. Ich kann nur empfehlen auf dieses unseriöse Lohndumping nicht einzugehen und mal die Fühler in andere Länder auszustrecken.

Ich selber habe vor vielen Jahren mit Tarif angefangen und mich mit viel Arbeit und Fleiß nach oben gearbeitet. OK die Zeit war eine andere aber auch schon damals wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Was ich damit sagen will ist, daß viele Bauingeneure meinen mit einem Studium ist es bereits getan. Eben nicht. Zusätzliche Aktivitäten wie Lehre, Praktika, Auslandsstudium und Weiterbildung sind das Maß aller Dinge. Nur dann läßt sich der Unterschied zwischen jedem 0-8-15 Studenten und einem hochqualifiziertem Ingenieur abgrenzen. Leider war und ist das immer noch die Außnahme. Zu meiner Zeit war ich der einzige der unter 200 Studenten meines Semesters in München bereit war für ein paar Semester in Ausland zu gehen. Ganz zu schweigen von Nebentätigkeiten und Fortbildung während des Studiums (studentische Hilfskraft, Praktika und Baustellen in den Semestern usw). Und das macht sich nun eben bezahlt. Eine Spezialisierung (Vertiefung) ist sinnvoll aber besser ist ein umfassendes und allgemeines Bauwissen. Auch die Bereitschaft immer Neues zu erlernen und offen zu sein für alle Herausforderungen die anstehen. D.h. auch Weiterbildung, wenn es sein muß auf eigene Kosten, damit eine stetige Abgrenzung zu anderen Ingenieuren möglich ist. Neben Fleiß und Ausdauer ist also eine gehörige Portion Mut notwendig um das durchzustehen. Und zu guter Letzt: Mobilität innerhalb Deutschlands und auch International. Dann sollte es auch klappen. Wobei, wie auch schon früher, der Lohn der Arbeit erst nach vielen Jahren eintrifft.

Und noch ein Tip: Vielen Anfängern sei auch noch gesagt, das eine gehörige Portion Gefühl und Verständnis für die Arbeiter etc. auf dem Bau vorhanden sein muß. Zuhören und Lernen vom Polier oder Mentor/Vorgesetzten ist die beste Eigenschaft und Überheblichkeit sollte möglichst bald verschwinden. OK wir sind Ingenieure aber keine Übermenschen und über dem ausführenden Personal stehend.

Gruß

ein glücklicher Bauingenieur aus Bayern nun vorübergehend wohnhaft in Berlin, mit 2 Fremdsprachen und internationaler Projekterfahrung in Österreich, Tschechien, Schweiz, Frankreich, einem Aufbaustudium als Int.Schweißfachingenieur und einer Lehre als Mauer, der sich keinen anderen und schöneren Beruf vorstellen kann

tomcat | 26. Juli 2005 - 18:06

nananananana,



das diplom ist noch immer eine ganze ecke höherwertiger als der bachelor. im grunde entspricht es einem master-degree. zu deiner 2. frage: wenn du nicht absolut überzeugt bist und es dein kindheitstraum ist, lass es bleiben. haufen arbeit fürn hungerlohn.

Gast | 26. Juli 2005 - 14:09

Hallo ich werde ab dem Wintersemester 05/06 Bauingenieurwesen(FH) studieren hat man auch mit einem diplom chancen im ausland oder sollte man dafür unbedingt den bachelor machen? und lohnt es sich überhaupt in der heutigen zeit dieses studium zu absolvieren?



Vielen Dank und freundliche Grüße, ich wünsche viel Erfolg bei der Jobsuche

zirkel | 26. Mai 2005 - 14:44

Hallo!

Ich bin im 4. Semester! Und muss mal sagen, wenn man das hier liest, bekommt man ja richtig motivation. sein Studium zu beenden! Tja aber leider sieht das ja hier überall nicht so rosig aus. Echt toll das auch die Labore in den FH`s so gut eingerichtet sind! Blos nicht auf dem aktuellen stand der Technik! Auch alte Norm / neue Norm ist irgendwie humbug da die Praxis eh etwas anderes darunter versteht. Klar das sind nur Richtlinien!Ich hoffe das wir mehr chancen haben! Aber da ich eh Deutschland den Rücken zuwenden werden, komme was wolle!

Viel Glück auf dem 1qm Dschungel für Bauingenieure!!

Martin | 26. April 2005 - 16:38

Das ganze sieht zwar mit ca. 8 Jahren Berufserfahrung in Stuttgart etwas besser aus, die Wochen - Stunden sind aber gleich.

Meine Erfahrung mit Diplom 1997 :

- Einstieg ca. 2.500 brutto bei einem Mittelständischen GU

- danach bis ca. 3.100 verteilt auf 5 Jahre

- Im Architekturbüro auch nur 3100.

Dafür werden dort die AIP ´s gedrückt.



Abschluß FH statt Uni besser zu verkaufen.



Weiterhin viel Erfolg

BauigelohneJobundZukunft | 22. April 2005 - 08:49

nach aussagen der bauwirtschaft werden derzeit alle qualifizierten absolventinnen und absolventen unmittelbar in ein arbeitsverhältnis übernommen.



nach aussagen der bauwirtschaft



Wer ist die Bauwirtschaft? Relativiert sich wenn man dei Ideologie "Wer arbeiten will findet Arbeit" bedenkt. Folglich -> Alle die arbeiten wollen haben eine Arbeit. Aber wer fragt die Absolventen was (z. B. Praktikum)sie eigendlich machen? Oft schämmen sie sich doch selber keine vollwertige Arbeit zu haben.



qualifizierte Absolventen haben:



- Berufsausbildung mit Prädikat

- Abitur 1,0

- Diplom 1,0 in 8 Semestern

- Nebenarbeit bei renomierten Büros und Firmen

- Zweitstudium in BWL 1,0

- 2 Auslandssemester

- Englisch, Französisch, Polnisch, Tschechisch verhandlungssicher, weitere Sprachen von Vorteil

- sind weltweit mobil

- Alter 22 Jahren

- Gehaltsvorstellung 2.000 Euro Brutto



Arbeitsverhältnis:



- sozialversicherungspflichtiges Praktikum

- Verkauf von Finanzdienstleistungen

- Bauleiter für 1800 Euro bei 80 Std.-Woche



Für mich steht fest, dass der Bundesverband der deutschen Bauindustriellen bewußt die Lage schönt. Die Hochschulen nutzen diese Vorlage weil sie ja dringend Studienanfänger (mit guten Abitur, nicht nur ehemalige Maurer *sorry*)

brauchen um den eigenen Status nicht zu verlieren. Baufirmen, weil sie in Zukunft nicht auf Dumping-Lohn-Absolventen verzichten wollen.



Selbst wenn es jetzt zu einer Differenz zwischen Studienabsolventen und Ruheständlern kommt, wo bleiben da die zig tausend Ingenieure, die jetzt Arbeitslos, Praktikant, Verkäufer von Finanzprodukten, Poduktionshelfer sind.

Thorsten | 21. April 2005 - 18:01

ein interessantes zitat aus dem informationsmaterial der Uni Siegen:



"nach aussagen der bauwirtschaft werden derzeit alle qualifizierten absolventinnen und absolventen unmittelbar in ein arbeitsverhältnis übernommen. wegen sinkender absolventenzahlen ist in naher zukunft mit einem erhöhten bedarf zu rechen."



was für ein hohn ...

BauigelohneJobundZukunft | 19. April 2005 - 15:48

...noch etwas, ca. 50% aller Jungbauingenieur wollen die Branche wechseln, aber das wird momentan wegen der gesamtwirtschaftlichen Lage verhindert. Dann werden natürlich nur die Besten die Branche wechseln. Da sollte sich die Deutsche Bauindustrie mal überlegen ob sie da nicht etwas falsch macht! Ich glaube in Frankreich macht sich der AG strafbar (Gefängnis droht!!!) wenn er seine Mitarbeiter über die tarifliche Arbeitszeit (~38 Std.) arbeiten lässt.



In Deutschland ist das zwar auch strafbar (unbezahlte Schwarzarbeit), aber das kümmert wohl keinen. Die Wirtschaftslobby ist wohl zu stark...

Aber wenn demnächst ein Mindestlohn von 7 Euro eingeführt wird können wir ja aufatmen!

7 Euro x 80*4,1= 2300. Dann müßte ja jeder Bauleiter bei einer 80 Stundenwoche 2300 Euro verdienen! Aber das bleibt wohl nur Wunschdenken...



@"Gruß"



Ich gehe doch nicht für 1600 Euro 80 Stunden die Woche arbeiten und wohne in einem Container hunderte Kilometer von meiner Heimat entfernt! Als Belohnung droht mir bei jeden Sch... Gefängnis weil irgendetwas auf der Baustelle schiefgeht. Da mache ich lieber ein Zweitstudium oder arbeite an der Kasse im Supermarkt. Nur mal so, bei VW gab es mal ein Programm 5000x5000 für Arbeitslose (ohne Hochschulabschluss) bei geregelten Arbeitszeiten!

Ich glaube manchmal ist es besser seinen Abschluss zu verschweigen und sich als Studienabbrecher zu "verkaufen" und in der Produktion für 10 Euro zu arbeiten.



An alle Absolventen die jetzt deprimiert sind:

Wenn ihr nicht unbedingt in der Baubranche bleiben wollt, versucht z. B. einen Masterstudiengang im Maschinenbau oder in den Wirtschaftswissenschaften zu machen, da reicht oft ein Ingenieurstudium aus.

Oder ihr versucht es mit einer Umschulung vom Arbeitsamt! Hauptsache nichts mit Bau!!!



Ich frage mich da, haben diese Leute als Student keinen Fuß in die Tür bekommen? Irgendetwas läuft doch da falsch.



Weil die meisten Firmen gerne Praktikanten nehmen aber keine festen Mitarbeiter einstellen.

Ich habe während dem Studium 3 Praktikas gemacht, insgesamt 18 Monate. Eine der Firmen (damals 1000 Mitarbeiter) ist pleite. Die andere will lieber entlassen und die Dritte ist zu klein und will nicht expandieren.

BauigelohneJobundZukunft | 19. April 2005 - 15:10

Beim "Hauptverband der Deutschen Bauindustrie" aktuell zu lesen:



"Die Bauwirtschaft - eine Branche mit Zukunft



Eine Ausbildung am Bau beginnen oder Bauingenieur werden - hat das denn Zukunft? Junge Menschen zu Beginn ihres Arbeitslebens fragen sich derzeit, ob sich der Einstieg in eine Branche lohnt, die seit Jahren nur durch Negativschlagzeilen von sich Reden macht. Aber, trotz wirtschaftlichem Rückgang ist die Bauwirtschaft nach wie vor einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Daran wird sich auch in Zukunft angesichts des hohen Baubedarfs nichts ändern. Der Fachkräftebedarf bleibt also hoch.



Personalabteilungen von Bauunternehmen sind daher seit einiger Zeit verstärkt in Schulen und Universitäten unterwegs, um für eine Ausbildung am Bau bzw. für das Studium des Bauingenieurwesens zu werben. Besonders Bauingenieure werden nach einer Prognose des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in drei bis vier Jahren gesuchte Experten sein. Ein Grund mehr sich für diesen interessanten Beruf zu entscheiden."



Ich könnte hier zig weitere solcher sinnlosen Artikel über Bauingenieurmangel auflisten. Einige sind von 2001 und bescheinigen für 2005 einen Bauingenieurmangel!?!



Oder lacht mal über diesen Artikel von 2000...

http://www.innovations-report.de/html/berichte/architektur_bauwesen/bericht-2.html



Ich meine man darf keinen Absolventen vorhalten er hätte doch wissen müssen das es so katastrophal auf dem Arbeitsmarkt ist. Woher soll er das wissen wenn er solche Artikel vorgehalten bekommt? Bei uns hat sich im übrigen kein Personaler von einer Bauunternehmung blicken lassen.

Junging. | 19. April 2005 - 00:53

Wenn ich das hier so lese, habe ich wohl unwahrscheinliches Glück gehabt. Bin seit Anfang Februar mit dem Bau-Ing.-Studium fertig und seit April in einem deutschen Bauunternehmen als Bauleiter tätig. Bei anscheinend sehr gutem Anfangsgehalt, liegt bei 2400,-€.

Kann aber noch einen Tipp geben, versucht mal euch in der Schweiz oder Österreich zu bewerben. Dort sind die Chancen ein wenig besser.



Wünsche allen noch suchenden viel Erfolg,

bis dann

ein glücklicher Jungingenieur

aaachener | 03. April 2005 - 10:30

Hallo!

Sicher kann ich die Enttäuschung mancher junger Kollegen über die gegenwärtige Lage verstehen. Jedoch trifft es die derzeitigen Absolventen nicht unerwartet.



Die Bauwirtschaft befindet sich seit ca. 10 Jahren in einer permanenten Talfahrt deren Ende nicht absehbar ist. Seit diesen 10 Jahren prophezeien immer wider einige schlaue Leute das es in 1-2 Jahren wider aufwärts gehen wird. Ob dies demnächst eintritt weiß niemand, eventuell geht auch noch weitere 10 Jahre bergab. Daher ist ein aussitzen der Situation nicht empfehlenswert.



Momentan kann man erfahren Bauingenieure (Bauleiter in Bauunternehmen) mit 5-10 Jahre Berufserfahrung für ca. 2800 – 3800 € einkaufen (bei 55-70h). Daher stellt niemand einen Absolventen für 2500,00 € ein. Denn der Leistungsunterschied ist einfach zu groß. Außerdem ist die Einarbeitungszeit bei einem Absolventen wesentlich länger als bei einem berufserfahrenen Ingenieur. Dies ist ein weiterer Hinderungsgrund für die Anstellung von Absolventen. Denn in den meisten Firmen wird keine langfristige Personalpolitik betrieben. Das Personalbedarf besteht, wird oft erst bemerkt, wenn es auf einer Baustelle schon brennt und dann werden Leute gesucht die sofort einsatzbereit sind. Da hat keiner mehr Zeit einen Absolventen einzuarbeiten.



Was kann man jungen Ingenieuren raten, die nicht über Beziehungen oder Kontakte eine Anstellung finden?



1. Eventuell kann es dem ein oder anderen gelingen die Branche zu wechseln. Hierbei kann ich jedoch nicht weiterhelfen, denn ich kenne keinen Bereich der auf junge Bau-Ings wartet.

2. Auswandern ist eventuell eine Möglichkeit wenn man fundierte Fremdsprachenkenntnisse besitzt. Diese Möglichkeit ist in doppelt sinnvoll, denn sie hilft auch den in Deutschland verbleibenden Ingenieuren. Ich hoffe jedoch, dass es den Deutschen im Ausland besser ergeht, als den nach Deutschland einwandernden Ingenieuren aus Osteuropa.

3. Wer in Deutschland bleiben und als Bauingenieur arbeiten will, dem wird nichts anderes übrigbleiben, als einen schlechtbezahlten Job anzunehmen und Berufserfahrung zu sammeln. Um dann in ein paar Jahren auf Besserung zu hoffen. Hierbei sollte man den Berufserfahrung höher bewerten als das momentane Einkommen. Denn nach 2-3 Jahren ist ein Wechsel in eine andere Tätigkeit kaum möglich, es sei denn, man ist bereit noch mal von vorne anzufangen.



Viel Glück



Auswanderer | 31. März 2005 - 11:38

Hallo, da hilft nur raus aus Deutschland, hier ist nichts mehr zu machen und die Moral ist auch am Ende. Hat jemand Erfahrung, wie man mit noch wenig Berufserfahrung ins Ausland kommt?? Habe in meiner derzeitigen Firma als Praktikant (!!)begonnen und dann noch eine kurze Verlängerung für etwas mehr Geld bekommen. Was danach kommt weiß der Himmel.

Berufsanfänger++ | 30. März 2005 - 21:53

Hallo Leute,



ich lese hier schon seit einiger Zeit im Forum mit und muß mal meine bisher gesammelten Erfahrungen als Bauingenieur kundtun. Vor wenigen Jahren habe ich mein Studium als Bauingenieur beendet.



1. Was ich mich öfter frage; wann begreift eigentlich der Letzte, dass man mit Konstruktivem Ingenieurbau als Absolvent keinen Blumentopf mehr gewinnen kann? Vielleicht liegt das auch an den falschen Hoffnungen, die im Elfenbeinturm ?UNI? genährt werden; wir sind alle die großen Bauingenieure, die später alle nur große Ingenieurbauwerke rechnen und auf die man wartet, wenn sie mit dem Diplom in der Hand aus der Hochschule hinaus treten. Diese Zeiten sind längst vorbei!!

2. Wenn man, wie die Forumsteilnehmerrin MEIKE einen Job für 15 ?/h oder 1700 ? als Absolvent (ohne Aussicht auf etwas Besseres) angeboten bekommt sollte man zugreifen, woher soll denn sonst die Berufserfahrung kommen? 10 Jahre warten ohne Job bis einem ein Job für 5000 ? im Monat angeboten wird? Das passiert mit Sicherheit nicht!! Mein erster Job lag bei der Vergütung auch in diesem Bereich, habe dadurch Berufserfahrung gesammelt und dann kam ein besseres Angebot und ich habe zugegriffen.

3. ?.und zum Meinung einiger Schreibender ?Sich auf keinen Fall für zu wenig verkaufen? Es gibt da draußen mind. noch hundert andere, die den Job genauso gut, wenn nicht noch besser machen können, man sollte sich also überlegen was wichtiger ist; 200 ? Brutto weniger haben, Berufserfahrung sammeln oder eben joblos sein und auch nichts in Aussicht haben.

Mir ist aufgefallen, bei meinen Stellenausschreibungen explizit für Studenten, bewerben sich nicht mal eine handvoll Studenten, sondern eine Menge schon fertige Bauingenieure, die nach Abschluß ihres Studiums , liegt teilweise schon zwei Jahre zurück, nicht einen einzigen richtigen Job als Bauingenieur hatten. Ich stelle keinen fertigen Bauingenieur für einen Studententarif ein, wenn ich einen Student suche. Ich frage mich da, haben diese Leute als Student keinen Fuß in die Tür bekommen? Irgendetwas läuft doch da falsch.

Wenn man Mitte der 90-iger oder später begonnen hat das Fach zu studieren, hat man die Krise von Anfang an miterlebt, da wählt man nicht dieses Fach, weil man viel Geld verdienen möchte, sondern Interesse und eine gewisse Begabung dafür hat, die einen auch Durststrecken überstehen läßt. Wenn es so schwierig ist, als Bauingenieur-Absolvent einen Job zu bekommen, dann muß man sich neben dem Studium eine Job in einem Ing.-büro oder Baufirma suchen und kann nicht in der Imbiss-Bude Currywurst und Fritten verkaufen, was absolut nichts mit dem Fach zu tun hat.



4. Was ich genauso wenig verstehe, Baufirmen und Ingenieurbüro treten sich bei Öffentlichen Auftragnehmern förmlich auf die Füße um Aufträge zu bekommen, als privater Investor läuft man den Leuten hinter her, wenn man Aufträge vergeben will. Das System ist meiner Meinung nach völlig krank, jeder versucht mit sowenig wie möglich Aufwand die Taschen sich richtig vollzumachen. Möglicherweise ist die Denke verbreitet, bei den Öffentlichen ist noch was zu holen.



Mit besten Grüßen



Gruß | 30. März 2005 - 17:06

Vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt:



1. Ich gehöre mit Sicherheit nicht zu "Lohndumpern". Gehälter für Akademiker (auch ich gehöre dazu) sind mir sehr vertraut, genauso wie die Lebenshaltungskosten. Eine Meinung durch so'n polemischen Mist abqualifizieren zu wollen, nur weil Ihnen die Ansicht nicht gefällt....Naja.



2. Auch ich finde, die sehr gute Ausbildung der Bauingenieure ist derzeit unterbewertet und gehört besser bezahlt. Leider werden die Gehälter - übrigens wie in den meisten Branchen -nunmal durch Angebot und Nachfrage geregelt.



3. Leider gibt es eine Vielzahl von unseriösn Arbeitgebern, die die derzeitige Marktlage schamlos auszunutzen versuchen. Von sowas muß man sich distanzieren (Zu einem Arbeitsvertrag gehören immer zwei Parteien).



4. Mein Statement von gestern zielte mehr auf folgendes ab:

In unserer Branche muß man - auch als Akademiker - zunächst mal ziemlich viel und hart arbeiten bevor man in höhere Gehaltsregionen kommt(Das muß man übrigens auch wenn man höhere Gehaltsregionen erreicht hat). Als Akademiker hat man nicht automatisch ein Anrecht auf ein hohes Gehalt und einen 40 h/Woche-Job. Dies scheint mir aber ein unter den Forumsbeteiligten verbreiteter Irrglaube zu sein, nach dem Motto: Ich hab' studiert, bin Akademiker, damit ist meine Zukunft gesichert und kann ich meine Hände in den Schoß legen. Dies wolte ich etwas gerade rücken.



5. Tatsache ist: Der Baubranche geht's beschissen, da hilft kein Gejammer



bilo | 30. März 2005 - 16:14

Hallo Leute,

leider kann ich mich mit den letzten Beitrag zu diesem Thema abgesendet mit dem Nick " Gruß" nicht ganz anfreunden.

Ich empfinde diesen Bericht als eine absolute Abwertung der akademischen Ausbildung zum Dipl.-Ing. sowie zum Beruf als Bauingenieur. Warum beantragen wir Bauingeniere nicht Sozialhilfe und planen für Bauunternehemen ehrenamtlich, fördern den osteuropäischen Arbeitsmarkt und tragen gutbürgerlich dazu bei, dass die Unternehmen Ihre Gewinne erhöhen?

Gehälter für Akademiker aus anderen Branchen scheinen für Sie (Gruß) genau so fremd zu sein, wie die kontinuierlich steigenden Lebensunterhaltungskosten.

Dieser Bericht scheint in der Tat aus der Praxis zu sein. Jedoch aus der Praxis der Lohndrücker:-)

Gruß | 29. März 2005 - 15:08

Hier mal eine Äußerung aus der Praxis:

Ich denke, es liegt an etwas überzogenen Vorstellungen:



Ich selber habe vor 11 Jahren (damals ging's der Branche noch solala) mit einem Gehalt von damals ca. 3.200 DM (= ca. 1.600 Euro) angefangen bei einer Wochenarbeitszeit von 60 bis 70 h.

Ein Einsteigergehalt von über 2000 Euro ist in der Branche derzeit nicht ganz realistisch oder einfach ein Glücksfall.Und wenn jemandem der Frisörberuf besser liegt, dann soll der diesen auch ausüben.



Zum Thema Erfahrung: Jemand mit "Berufserfahrung" kennt bestimmt nicht den Wendehorst auswendig. Berufserfahrung hat wirklich wenig mit fachlich detaillierten Wissen zu tun sondern mehr mit Arbeitstechnik, Routine, Kontakten etc.

Meike | 23. März 2005 - 22:18

Hallo,



leider habe ich ebenfalls solche Erfahrungen machen müssen.

Ich bin gerade fertig geworden und habe im konstruktiven Bereich vertieft und habe mich schon in unzähligen Statikbüros beworben.

Angebote von 15 Euro pro Stunde als Freiberufler oder 1700 Euro Brutto habe ich ebenfalls erhalten. Mir wurde auch gesagt, dass manche sogar kostenlos für die arbeiten und ich solle doch froh sein, wenn ich zumindest ein wenig Geld im Monat verdiene.



Das kann es doch nicht sein?

Ich habe jetzt fast 13 Semester für mein Studium gebraucht und jetzt soll ich schlechter bezahlt werden als ein Bauzeichner oder eine Verkäuferin beim Aldi??



Da kann man doch nur verzweifeln und wirklich die Branche wechseln.



Ich hoffe das irgendwann man die Sch... Situation ändert, denn diese Ausbeutung kann doch nicht sein.



Lieben Gruß an alle Suchende,

Meike

Heiko | 23. März 2005 - 14:35

Man man, bin noch am studieren ( Bauingenieur 7 Semester ) da muss man ja überlegen wofür das ganze ???!

anja | 22. März 2005 - 23:26

Habe mein Studium zur Bauingenieurin 2000 beendet.

Habe das große Glück gehabt immer in meinem Beruf zu arbeiten mit kurzen Pausen.



Meinen ersten Job war ich nach 1,5 Jahren los, leider hat diese Firma Insolvenz angemeldet.(HAT SPASS GEMACHT)



Habe danach eine IT- Fortbildung gemacht und mich danach mit 400 EURO Jobs als Bauzeichnerin durchgekämpft.



Ab 2003 habe ich in einem Architekturbüro gearbeitet. 1900 Euro Brutto, Stunden ohne Ende und ein total schlechtes Arbeitsklima.



Hinzukommt es wurde einem jeden Tag unterschwellig vermittelt, wenn Du nicht, dann der nächste.

Habe in dieser Zeit alles vernachlässigt Hobby, Freunde, Partner etc....



Ich frage mich was da noch alles auf uns zukommt?

Habe jetzt Anfang des Jahres gekündigt, da ich nervlich total am Ende bin.



BURN OUT und das mit 30.



Geht es noch jemanden so? BITTE MAILEN

Überlege die Baubranche den Rücken zu kehren!!!!

Kennt jemand eine gute Alternative? Dann bitte mailen.



Schönen Gruss Anja

Tomcat | 08. März 2005 - 15:51

....da geb ich dir auf der ganzen Linie recht, Kai, bin grad auch auf Jobsuche und fertig mit meinem Studium (und mit den Nerven...). Andere in meinem Alter waren 2,3 Jahre auf irgendner Businesschool und verdienen sich jetz dumm und dabbig. Ich denke dafür, was wir im Studium machen müssen sind die Chancen und Aussichten echt bescheiden.



Die Hoffnung stirbt zuletzt,



Tomcat

Kai | 07. März 2005 - 11:55

Hallo ,



ich bin auch seit Juni 2004 "fertig studiert" und stellte auch fest, dass sich die "Ackerei" überhaupt nicht gelohnt hat.

Nach meiner Meinung sollten sich die Politiker mal fragen, ob es sich ein Land wie Deutschland überhaupt leisten kann, teure und gut ausgebildete Leute so verkümmern zu lassen! Aber jammern hilft da wenig!

Ich rate allen Bauabsolventen dringend dazu, sich nicht von der Bauwirtschaft ausbeuten zu lassen, beispielsweise eine 85 Stundenwoche für brutto Euro 1800.

Leute, die das mit sich machen lassen haben eine gewisse Mitschuld an unserer derzeitigen Situation zu tragen. Hinzu möchte ich auch noch erwähnen, dass alles Quatsch ist mit den Aussagen seitens der Arbeitgeber, man wäre ja als Absolvent noch kein "produktiver" Ingenieur, ...alles Quatsch!!!

Wir haben eine bessere Ausbildung genossen als unsere Vorgänger, auch eine härtere!

Beispiel: Vergl. Wendehorst (Bautabellen für Ingenieure) aktuell, mit Wendehorst 1980:

Der 80er ist ein Heftchen im Vergleich zum "2oooer". Die Leute hatten damals einfach nur das Glück, ihren Berufseinstieg in einer gesunden Bauwirtschaft machen zu können.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, liebe Mitabsolventen der Fachrichtung Bauingenieurwesen, Ihr dürft Euch nicht "prostituieren".

Schaut stolz über solche Angebote hinweg und haltet stets die Augen weiter offen. Auch in dieser Branche gibt es noch einen Funken Moral, da bin ich mir ganz sicher.



Gruß Kai

Billigabsolvent | 25. Oktober 2004 - 15:13

1. An Michael K.

Zu Deiner Frage ob Brutto od. Netto gemeint.

Natürlich sind das alles Bruttolöhne und dabei handelt es sich im Moment noch um die obere Bandbreite.

Die vielen dreisten Angebote doch möglichst als Volontär ganz ohne Bezahlung zu arbeiten, habe ich hier noch gar nicht geschildert.



Es gibt im Moment einfach keine Moral in der Bauwirtschaft.



Zu Absolvent2:

Meine Vertiefungsrichtung ist neben Wirtschaft, Projektentwicklung und Immobilienmanagement auch Facility Management.

Es sind allerdings so gut wie alle Bereiche von der Misere betroffen. Ohne Berufserfahrung hat man keine Chance.

Erfahrungen durch Praktika( habe selbst ca. 3 Jahre Voll-sowie Teilzeit neben dem Studium in verschiedenen Büros gearbeitet) zählen NICHT als Berufserfahrung!



Es hilft meiner Meinung nach nicht den Kopf in den Sand zu stecken, aber falls man nicht gerade eine Tarifgebundene Stelle bei einem vernünftigen Unternehmen oder öffentlichem Dienst mit viel viel Glück bekommen sollte(.z.zT so gut wie unmöglich ohne 10.Jahre Berufserfahrung, ledig, langfristig international einsetzbar), ist es meiner Meinung nach ratsam, sich anderen Branchen zu widmen und langfristig umzuschulen.



Es hat einfach keinen Zweck in einer langfristig chronisch kranken und unterbezahlten Branche tätig zu sein. Studiere nun seit Sommer Postgradual Wirtschaft und habe mich bereits in einen anderen Bereich orientiert.

Arbeite z.zT. in der Marktforschung für mehr Geld als mein Kollege in der Bauleitung.



Traurige Aussichten, aber ich kann nur jedem abraten, sich Hoffnungen auf bessere Zeiten zu machen. Es dürfte zwar wohl kaum mehr schlechter werden, aber die Löhne werden auch kaum steigen.



Noch eins: Habe mal im Rahmen einer eigenen Datenerhebung eine Quotenübersicht erstellt zu den Bewerberzahlen bei ausgeschriebenen Stellen. Dabei sind Daten von ca. 25 Komillitonen.



Bereich Bauingenieurwesen



1. z.zT ca 400-800 Bewerber auf eine Stelle

bei Schnittpunkten mit Bauing./Architektur sinds 800-1500!!!!



2. neben Dauerabsagen für Absolventen und Abwertenden Kommentaren, teilweise Angebote zwischen 1500-1900€ Brutto all inclusive!

3. Im Moment zunehmend dreiste Angebote bei vollwertigen Stellen als Praktikant für zw. 100-500€ bzw. als Volontär völlig unentgeltlich zu arbeiten.

4. Weitere Angebote auf freiberuflicher Bassis unregelmäßig für 5-7€/ h, sehr! selten 10-12€/ h und unregelmäßig zu arbeiten.(Alles Brutto!)



So stellt sich aus meiner Sicht die aktuelle Lage dar.

Habe diesbezüglich schon einen Brief an Herrn Clement geschrieben, bisher leider ohne Antwort.



Wäre an anderen Erfahrungen und Meinungen sehr interessiert.



Also schreibt drauf los.

Absolvent 2 | 22. Oktober 2004 - 21:09

Ist wirklich traurig was da laüft.Bin seit zwei Jahren fertig und finde nichts.Habe glücklicherweise schon immer als Eisenflechter gearbeitet,mache das jetzt Hauptberuflich.Ist nicht mein Traum,bekomme aber deine Bruttoangebote Netto.

Hat auch was.

Was hast Du vertieft ?

MICHAEL K. | 22. Oktober 2004 - 12:40

BRUTTO ODER NETTO

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