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Mittwoch, 03. Juni 2020
Ausgabe 6862 | Nr. 155 | 19. Jahrgang
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Bauingenieure: Arbeiten im Ausland

13 Kommentare | 11889 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Carsten | Thema eröffnet vor 13 Jahren

Aufgrund der schlechten Lage am Bau, bin ich vor fast zwei Jahren ins Ausland gegangen. Dabei habe ich beruflich, im Vergleich zu meiner Tätigkeit in Deutschland, bisher durchweg gute Erfahrungen gemacht. Ich möchte hier Leute dazu bewegen, Kommentare abzugeben, die ebenfalls diesen Schritt getan haben oder tun wollen. Ich würde mich auch über Kommentare älterer Ingenieure freuen. Vielleicht auch jemand, der nach Arbeitslosigkeit über der 50er Grenze wieder etwas im Ausland gefunden hat.

BauB | 18. April 2020 - 17:50

Ich hab mal ne Frage an die, die im Ausland tätig sind. Zu meiner Person: Ich werde mein Master-Studium Bauingenieurwesen an einer techn. Uni mit der Vertiefung im Management & Konstruktiver Ingenieurbau vorraussichtlich Ende diesen Jahres beenden. Ich arbeite nebenbei als Werkstudent in der Bauleitung für ein mittelständisches Unternehmen (GU).

Da ich mir jede Möglichkeit offen lasse und auch eventuell unter akzeptablen Voraussetzungen mir einen Job ( vorzugsweise Bauleitung, Projektsteuerung, Projektentwicklung) im Ausland vorstellen kann, wollte ich mal um die Erfahrungen der Community hier diebezüglich bitten. Danke schonmal!

Thomas | 20. April 2007 - 10:43

Ich bin vor einem Jahr nach Irland gegangen. Dank meiner Sprachkenntnisse konnte ich hier sehr schnell Fuss fassen und mich schnell, aber gruendlich einarbeiten.



Die Unternehmen hier sind, was die Qualifikationen der Bewerber betrifft, wesentlich flexibler als in D. Die suchen nicht das Haar in der Suppe, sondern geben den Leuten hier eine Chance und Zeit und Geduld bei der Einarbeitung.



Natuerlich muss man auch hier hart arbeiten und 21 Tage Urlaub sind fuer uns "verwoehnte" Deutsche sehr wenig. Fakt ist aber auch, dass man hier als Ingenieur viel mehr Anerkennung und Respekt geniesst, was sich auch in einer anstaendigen Bezahlung aeussert. Auch dank der niedrigen Steuern und Sozialabgaben, habe ich netto mehr als das Doppelte als bei meinem letzten Job in D. und der war relativ gut bezahlt.



Natuerlich ist Irland nicht das Paradies auf Erden, auch das Leben ist hier um einiges teurer als in D., unterm Strich bleibt aber ein dickes Plus.



Ich kann jedem, der in D. trotz "Ingenieurmangel" keinen Job findet, empfehlen, ins Ausland zu gehen. Das Kapital geht auch dorthin wo es die beste Rendite erzielt, warum also nicht auch "Homo Oeconomicus"? Die Osteuropaeer machen es uns vor: Die sind gar nicht mehr so scharf darauf, nach D. zu gehen, wenn die Freizuegigkeit auch dort gilt.



In Irland und UK werden sie wesentlich besser bezahlt. (Ironie an) Wenn der Arbeitsmarkt in D. dann wirklich eines Tages leergefegt ist, will ich mal sehen, ob die Wirtschaft die Globalisierung noch so "toll" findet (Ironie aus).

Ingo | 20. April 2007 - 13:24

Hallo Thomas,



ich möchte gerne wissen, wo Du studiert hast und welchen Abschluss Du gemacht hast? Wo arbeitest Du denn in Irland u. in welchem Bereich? Wäre schön von dir zu hören.



Danke Ingo

Nils | 10. Mai 2007 - 12:58

Hallo zusammen,



hat jemand Erfahrung oder Kontakte nach Australien. Da scheint, sofern man das von hier aus beurteilen kann, "Frühling" für Bauingenieure zu sein. Würde mich freuen, wenn mal jemand etwas zu diesem Thema posten würde.



Grüße N.

Bastian Kuhn | 11. Mai 2007 - 00:02

Hallo,



ich würde gerne meine Diplomarbeit in einem Holzbaubetrieb am liebsten in Norwegen oder Schweden schreiben. Kennt jemand vielleicht eine geeignete Stelle oder Orte, an denen man sich erkundigen kann.



Danke

Thomas Ziegenberg | 13. Mai 2007 - 16:26

Hallo Nils,



wenn Du nach "down under" gehen willst, sollte Dir klar sein, dass Du dann max. 1-2 mal pro Jahr nach Deutschland kommst. Versuche es mal ueber folgende webpage: www.expats.com



Viel Glueck!

Thomas



Rolf | 15. Mai 2007 - 16:29

Hallo Nils,



es freut mich, wenn hier Leute was in meinen Beitrag schreiben, die den Schritt erst noch machen wollen.



Australien und Neuseeland ist nicht schlecht, man lebt gut. Wer allerdings die große Karriere und viel Geld sucht, sollte nicht dort hin gehen.

Wer nur in ein englischsprachiges Land wegen der Karriere gehen möchte, sollte vielleicht alle Hebel bezüglich USA betätigen.



Nach Australien hätte ich evtl. einen Kontakt. Ich habe vor Jahren einmal eine Austauschschülerin von dort zu Gast gehabt. Sie könnte Dir evtl. mit Adressen etc. behilflich sein.



Du kannst Dich gerne bei mir melden.

Johannes Eickhoff | 16. Mai 2007 - 09:43

Hallo Rolf,



zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich es sehr gut finde, dass du dieses Thema im Forum ansprichst.



Ich selber überlege seit einiger Zeit ins Ausland auszuwandern, nicht nur da die Jobaussichten und evtl. sogar die Bezahlung dort besser sind, sondern da ich denke, dass es für jeden eine Erweiterung des eigenen Horizontes bedeutet.



Ich habe vor ca. 1,5 Jahren mein Diplom als konstruktiver bestanden, und bis jetzt als Bauleiter gearbeitet.



Im Studium habe ich schon immer davon geträumt, in die VAE zu gehen, da ich denke, dass man als deutscher Bauingenieur dort großes Ansehen genießt. Bin derzeit dabei, mich über mein Vorhaben genau zu informieren.



Ich wäre daher sehr dankbar, wenn jemand schon Erfahrung in dieser Region sammeln konnte, und mir nützliche Tipps geben kann.



Ich habe übrigens noch einen Tipp für alle die mit dem Vorhaben spielen, auszuwandern. Bin im Netz auf eine Organisation gestoßen, die sich mit diesem Thema beschäftigt und Auswanderer in vielen Punkten berät. Handelt sich um eine Institution der Caritas. Der Name ist Raphaels Werk, die Internetadresse lautet http://www.raphaels-werk.de.



Also würde mich über Kommentare sehr freuen und hoffe, dass der Link für einige von euch hilfreich sein kann.

Ulrich Fricke | 03. Juni 2007 - 05:07

Hallo Johannes,



wenn Du glaubst, Richtung VAE ist für Dich das Richtige, dann frag vielleicht mal an bei der Firma Max Bögl in Neumarkt / Oberpfalz. Die haben in Abu Dhabi einiges am Laufen, u.a. einen Stadionbau. Fragen kostet nix.

andi | 05. Juni 2007 - 19:19

Hallo Leute,



ich könnte mich auch damit anfreunden, im Ausland zu arbeiten, habe auch schon Kontakte geknüpft und auch schon eine positive Rückmeldung, aber das Land würde mir auf den ersten Blick nicht zusagen (England).



Weiterhin habe ich Kontakte in die USA, die auch sehr gut aussehen. Meine Frage wäre mal, wie das Einkommen in jenen English sprachigen Länder aussieht, vielleicht hat ja jemand mal ein paar Anhaltspunkte für England, USA, Skandinavien, Irland, AUS, SA?

Tiefbau | 04. Juli 2007 - 17:27

Hallo,



die Frage von Andi hätte ich auch gern mal beantwortet. Deshalb hier nochmal meine Erinnerung an Andi´s Frage.



Was zusätzlich von Interesse ist: Wie gut die Sprachkenntnisse sein sollten, wie man diese in Deutschland aufbessern sollte. Zu beachten ist vielleicht der Unterschied zwischen Schulenglisch, Aufbauenglisch und techn. Englisch. Bitte schreibt mal eure Erfahrungen.



Gruß Tiefbau

CT | 05. Juli 2007 - 20:37

Tiefbau,



wenn du nicht schon jetzt regelmäßig englisch sprichst und das Schulenglisch schon etwas staubig ist, würdest du in Drittländern sicherlich zunächst besser klar kommen, als im englischsprachigen Ausland.



Wenn du z.B. im Land X mit Franzosen, Italienern und Holländern sprichst, bist du eher auf Augenhöhe, als wenn du es in England nur mit Engländern zu tun hast.



Zudem kommt es darauf an, was du machen willst. Als Statiker/Planer im "Hinterzimmer" mit relativ geringer Sprachintensität ist es wohl einfacher, als wenn du als Projektmanager ständig verhandeln, telefonieren und vertragliche Briefe schreiben musst.



Ich bin vor fünf Jahren mit durchschnittlichem Schulenglisch und einem lächerlichen Fachenglisch-Kurs ins Ausland gegangen und musste die ersten Monate ziemlich strampeln. Seitdem spreche ich praktisch täglich beruflich und privat englisch und würde behaupten, dass ich bei 90% Muttersprachler bin. Schriftlich vielleicht bei 80% eines engl. Contract Managers und bei 120% eines engl. Poliers bin.



Vorbereitungskurse machen m.M.n. keinen Sinn, wenn man schon über ein eingermassen gutes Grundgerüst verfügt - da lernt man mit Sicherheit all das, was man im wirklichen leben selten braucht. Nur Übung macht den Meister, bzw. learning by doing!

funson | 06. Juli 2007 - 22:51

Info zu USA,



ich war 5 Jahre lang in Denver und SF als Bridge Engineer taetig und habe nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin damals direkt nach dem Studium rueber, da ich mir hier in Deutschland keine Chancen auf eine gute Anstellung machte.



Anfaenglich dauert es ueberall etwas, bis man sich eingelebt hat und sich zu Recht findet. Die Ami’s waren da sehr nett und entgegenkommend. Ich hatte eine wirklich schoene Zeit, habe gut verdient und viel gesehen und gelernt.



Aus verschieden Gruenden bin ich dann letztes Jahr wieder zurueckgekehrt und lerne nun Vor- und Nachteile beider Welten kennen. Das Miteinander und Teamwork hat mir in den USA besser gefallen.



Auch hatte ich mehr in der Tasche. Aber ich hatte nur 15 Tage Urlaub, was noch viel fuer USA ist – normal sind 10 Tage. Auch das ganze Visaverfahren kann anstrengend sein. Derzeit herrscht ein grosser Mangel an Ingenieuren in den USA und ich denke es ist leicht dort Karriere zu machen.

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