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Ausgabe 6423 | Nr. 81 | 18. Jahrgang
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Bauingenieure: Sorry, aber selber Schuld » Seite 2

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rwrw | 09. Juli 2011 - 01:27 2011-07-09

Man muss als Bauingenieur kein Statiker werden, aber siehe Nachbarthread was dort verdient wird nach ca. 3 Jahren verdient da einer bei ner 40 h Woche weit über 3000. Bin auch fertiger Bauingenieur. Statik interessiert mich aber nicht sonderlich.

Polle | 07. Juli 2011 - 20:16 2011-07-07

@Serc: Das was Magnus und BG schreiben kannste aus meiner Sicht mal getrost über Bord werfen. Magnus "verrät" sich ja in seinem letzten Satz, indem er schreibt: "Das Arbeitsumfeld ist nur schlechter als bei anderen Ingenieuren, nicht schlechter als bei anderen Berufen generell!"

Hallo? Wie kann denn ein Job auf Dauer toll sein, wenn Du weißt, alle Ingenieure anderer Branchen haben auch nicht mehr für ihre Ausbildung getan, arbeiten aber unter wesentlich besseren Bedingungen als DU! Mal ehrlich, kann man denn da noch Freude empfinden wenn man als Bauingenieur immer das Schlusslicht ist - und das über ein Arbeitsleben von ca. rund 40 Jahren? Entschuldigung, aber das kann ich nicht glauben - da höre lieber mal auf TWP65, das ist der Grundtenor aller Bauingenieure und entsprechend näher an der Realität!

Und zu BG kann ich nur sagen, was hat denn bitte die Baukrise vor 8 Jahren mit den langweiligen Arbeitsinhalten für Bauingenieure zu tun? Serc hat, wie TWP65 aus meiner Sicht richtig analysiert hat, kein Interesse am Bau im Allgemeinen, da "hilft" ihm auch der Aufschwung am Arbeitsmarkt nix.

Und im Übrigen, ein gebranntes Kind bin ich sicher nicht. Wie auch, habe nie für nen Hungerlohn als Bauleiter oder TWP gearbeitet, habe nämlich ähnlich wie Serc im 2. Semester schon gemerkt dass ich diesen Bereich entkommen muss bevor es zu spät ist. LEIDER war ich damals nicht konsequent genug um das Handtuch zu werfen. Serc hat jetzt (noch) die Chance und soll sie aus meiner Sicht auch nutzen!

TWP65 | 07. Juli 2011 - 16:10 2011-07-07

@Serc:
Als Bauingenieur mit 20 Jahren Berufserfahrung kann ich Ihnen nur den Tipp geben das Studienfach schnellstens zu wechseln. Die Aussage "Die Baustelle konkret hat mich nicht so wirklich interesiert..." lässt tief blicken und Sie werden mit dieser Grundeinstellung nie über eine mittelmäßige Leistung in diesem Beruf kommen. Und das trotz Abi 1,40. Ich frage mich ob Sie überhaupt wissen was Sie studieren und für was Sie rechnen? Statik, Tragwerksplanung wird für die Baustelle gemacht und nur dafür. Sie rechnen und bemessen doch nicht für die Galerie und zum Selbstzweck. Um richtig rechnen zu können müssen Sie etwas vom Bauen, von Konstruktion, von der Baustelle verstehen. Das sind die Grundlagen des Rechnens. Zum Beispiel was ausführbar und machbar ist und was nicht. Letztendlich spiegelt diese (Ihre) Haltung oder dieses Verständnis die Entwicklung der letzten Jahre im Bauingenieurwesen wider. Bauingenieure - insbesondere Tragwerksplaner die wirklich in der Praxis zu gebrauchen sind - sind in der Zwischenzeit Mangelware. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Aussagen meines Diplom-Professors und die eines Uni-Assistenten, welcher gerade zum Dr.-Ing. nach langer Berufspraxis promoviert: "Es gibt keinen Absolventen welchen ich Dir im Moment für Dein Büro empfehlen könnte".

Das gleiche Muster habe ich bei Bewerbern und Praktikanten, welche sich um eine Anstellung in meinem Büro beworben haben, erkannt. Im Gegenzug wird ein angemessenes Gehalt erwartet, ohne dabei zu wissen, dass der Angestellte mindestens das 2,00 - 2,50 fache seines Jahresgehaltes für das Büro erwirtschaften muss. Sonst ist es ein Verlustgeschäft. Bauingenieurwesen ist mit Sicherheit kein Beruf den man empfehlen kann, wer dennoch den Weg gehen möchte sollte sich sehr gut informieren!

Thx | 06. Juli 2011 - 15:01 2011-07-06

Hallo Polle und Hallo an alle anderen,

ich möchte mal kurz meine Situation beschreiben: Ich habe meinen Bauingenieur (B.Eng.) in der Tasche und bin dazu noch gelernter Vermessungstechniker. Damals hatte meine Firma die Hälfte der Belegschaft entlassen (Bereich Vermessung) und ich "musste" mir was überlegen, da ich nicht übenrommen wurde, trotz super Leistungen. So machte ich meine Fachhochschulreife nach und studierte Bauingenieurwesen. Heute wie ich sehe, hätte ich wohl besser was anderes studieren sollen vielleicht, aber der Zug ist nun abgefahren. Ich hatte damals zwischen Architektur, Vermessungswesen und Bauingenieurwesen gewählt und mich für Bauingenieurwesen entschieden (was von denen 3 ja auch das beste ist denke ich.) Naja aber das tut ja alles nichts mehr zur Sache.

Ich brauche Euren Rat und wäre Euch sehr dankbar, wenn ihr mir Tipps geben könnt, wie ich in einer anderen Branche einsteigen kann oder irgendwann nach kurzer Zeit die Baubranche wechseln kann. Ein komplett neues Studium kommt nicht in Frage, da ich bereits eine Ausbildung, Abitur und ein Studium habe und somit doch nicht mehr so jung wie ein Schüler bin. Das beste ist noch, von den Leuten, die mit mir angefangen haben, haben 40 % das Studium nur beendet so ca. (und das an einer FH).

Was würdet Ihr mir raten, wie kann man in eine gute Branche kommen/einsteigen/wechseln, wenn man noch nicht zu sehr vom Bau versaut ist. Dieses Konservative geht mir auch auf den Sack, wenn ich ehrlich sein soll. Damals die Ausbildung zum Vermessungstechniker war echt top! Aber das Praktikum am Bau total ätzend, scheiß Klima, nur rumgescheucht damals als Praktikant im Studium. Das Studium an sich war sehr sehr schwer (Mathe, Statik, Stahlbau super hohe Durchfallquoten >> wahrscheinlich für nix und wieder nix oder nur um Studenten zu reduzieren). Abschlussarbeit im Studium war auch sehr hart und eher langweilig aus meiner Sicht. Obwohl ich mir schon ein Thema ausgesucht habe, was mich interessierte (Entwässerung).

Das was da die Bauleiter machen mussten in diesem Büro, da hab ich echt wenig Lust drauf. Planer evtl., aber da könnt ich mir auch was besseres vorstellen. Fand das auch ziemlich öde und der eine Ingenieur sagte, er würde sogar als FH-Ing. heute in ner Behörde mehr verdienen. Soviel erstmal dazu.

So, als Vermessungstechniker ist mir sehr genaues Arbeiten ja nicht fremd. Und im Studium waren meine Stärken so Sachen wie Wasser/Umwelt/Stahlbau. Ich interessiere mich für Umwelt, Energie, et cetera. Statik und reine Bauleitung auf Dauer eher nicht. Ich muss auch dazu sagen, dass ich ziemlich örtlich gebunden bin, also nicht flexibel.

Wie sieht es aus mit einem Versuch in der Maschinenbaubranche oder so. Bei einer Kläranlage habe ich mich schon beworben, ist nur sehr selten, dass die mal einen Werksleiter suchen. Logisch.

Wie kommt man aus der Branche raus bzw. findet am besten woanders einen Einstieg? Wie verkauft man sich da am besten, Polle du bist doch raus aus der reinen Baubranche oder? Vielleicht kann man auch in den Baustoffhandel, keine Ahnung. Komme mir derzeit schon so vor, als passt nichts richtig auf mich und man sollte die Branche auf Dauer verlassen oder erst gar nicht versuchen dort lange einzusteigen. Sonst sitz ich da irgendwann im Boot des Bauleiters und komme nicht mehr raus aus der Branche. Und mich beängstigt eben auch der demographische Wandel und der Anstieg der Studentenzahlen. Da hat die Baulobby gute Werbung gemacht denke ich. Und das was viele Statiker verdienen ist ja wohl mehr als ein WITZ! Für so eine schwere Materie und so viel Verantwortung - nein danke! Dann kann man so ungefähr direkt ans Fließband bei Audi gehen ohne Verantwortung mit geregelter 35 h Woche. Sollte nur mal ein Beispiel sein, ob es so ist, weiß ich nicht genau. Aber höre sowas immer wieder.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Bin am verzweifeln. Wäre über Tipps sehr sehr dankbar. Vielleicht kann man ja auch als Vermessungstechniker gut in eine Bewerbung verpacken, dass man sehr genau arbeiten kann etc. Vielleicht hat sowas Vorteile bei einer Bewerbung im Maschinenbau oder sonst wo.

Die einzigeste Option (aus meiner heutigen Sicht auf Dauer) für mich, wäre Behörde als Bauingenieur mit TvöD 10. Und da verdient ja jeder Grundschullehrer mehr. Und da gibts sogar welche, die vorher Bauingenieurwesen nicht gepackt haben und jetzt Lehrer locker packen. Ist das fair? Nein! Und so toll finde ich den Bau nicht, eher im Gegenteil.

Also liebe Forenleser, ich bin über alle, wirklich alle Vorschläge sehr dankbar. Thx

BG | 05. Juli 2011 - 19:30 2011-07-05

Anmerken sollte man, dass die meisten, die sich hier beschweren, gebrannte Kinder sind. Polle spricht von vor 8 Jahren, dass war mitten in der großen Baukrise. Die Lage war damals für junge Bauingenieure nicht schön, entweder sich irgendwie über Wasser halten oder ins Ausland gehen. Die Situation hat sich für Absolventen deutlich verändert. Die Einstiegsgehälter sind im Vergleich höher und die Absolventen werden vollständig von den Firmen aufgesaugt. Selbst die Lage bei den Architekten bessert sich langsam, der wohl deutlichste Indiz.

Magnus | 05. Juli 2011 - 17:37 2011-07-05

@Serc, habe auch an der TU Harburg Bauingenieurwesen studiert und bereue es ueberhaubt nicht. Arbeite jetzt seit 9-10 Jahren als Tragwerksplaner und die Arbeit macht mir grossen Spass. Sicherlich ist der Computer ein wichtiges Hilfsmittel bei der Arbeit, aber der Entwurf eines Tragwerkes ist doch deutlich mehr, als die Eingabe in ein Computerprogramm. Die Dinger rechnen im Endeffekt nur das was man Ihnen sagt, und das auch nicht immer richtig. Meiner Meinung nach hat der Beruf auch viel mit Kreativitaet zu tun, weil man fuer jede Aufgabe eine individuelle Loesung finden muss.

Beim Bauen im Bestand muss man damit hinkommen was vorhanden ist und sein Tragwerk darauf abstimmen, wenn man mit Achitekten baut soll alles schoen und filigran aussehen und im Industriebau muss es in erster Linie funktional sein. Spannend ist auch das Zusammenspiel zwischen Konstruktion und Statik, da kommt dann sehr stark die Erfahrung zum tragen. Wenn es einem egal ist was man macht, sind andere Ingenieurberufe sicherlich besser, mir war es das nie. Haette nach dem Studium auch Kraene rechnen koennen, waere besser bezahlt und vielleicht weniger Stunden gewesen, wollte ich aber nicht, das man dann dasselbe Produkt immer wieder gerechnet haette. Das schoene an Gebaeuden ist, das sie alle aehnlich ausssehen aber doch immer verschieden sind.

Wenn man so ein Gebaude was man geplant hat, dann irgendwo stehen sieht (oder es einen von einer Werbung aus anlacht), ist das doch ein schones Gefühl. Ausserdem ist die Arbeit als Tragwerksplaner recht vielfaltig, weil Bauen auch immer sehr viel Kommunikation bedeutet (Konstrukteure, Baufirmen, Architekten, TGA, Brandschutz, Bauphysik, Bauherren, Bodengutachter, etc.) Lass dich von den vielen negativen Kommentaren nicht abschrecken! Jeder Beruf hat seine Schattenseiten, (Lehrer leiden unter Burnout, Richter und Staatsanwaelte sind Suizidgefahrdet, Chirurgen gehen ab 50 bei jeder Kleinigkeit an die Decke, als Arzt im Krankenhaus hat man am Wochende Dauerschichten, usw. usf), die sieht man aber immer erst wenn man darin arbeitet.

Die Berufsaussichten im Bereich Tragwerksplanung sind auch recht gut, zumindest zur Zeit. Als ich 2001 fertig wurde war das deutlich schlechter, habe aber trotzdem nie lange nach einer Stelle gesucht. Das Arbeitsumfeld ist nur schlechter als bei anderen Ingenieuren, nicht schlechter als bei anderen Berufen generell!

Polle | 05. Juli 2011 - 14:28 2011-07-05

Hallo Serc!

alles was Du hier schreibst, dein Gefühl, dein Desinteresse, deine Aussagen über bisherige Vorlesungsinhalte klingen für mich doch recht eindeutig in welche Richtung das bei Dir tendiert. Im Übrigen kommt mir das Alles auch sehr bekannt vor, da ich selbst in der gleichen Situation wie Du war und bis in etwa Mitte des Studiums auch überlegt habe es abzubrechen und was anderes zu studieren! Ganz klar: Ich fühle mit Dir! Das war damals. Vor etwa 8 Jahren.

Heute kann ich, oder besser muss ich sagen damals hätte ich es abbrechen sollen! Nicht nur, dass das Bauwesen die unspektakulärste, langweiligste und konservativste Branche (wenn man dem andere Technikbereiche wie z.B.: Maschinenbau, Elektrotechnik gegenüberstellt) überhaupt ist. Nein, auch die Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bezahlung sind hier mit Abstand die Schlechtesten. Okay, vielleicht geht es Soziologen oder Geisteswissenschaftlern noch "schlechter", aber das steht hier ja nicht zur Debatte.

MEIN Eindruck in den ersten Semestern hat sich im Nachhinein bestätigt, und auch Du, da Du ein kluger Kopf zu sein scheinst liegst mit deiner Einschätzung in keinem Fall falsch! Lass Dein Bauchgefühl entscheiden! Maschinenbau an der RWTH ist sicher kein Fehler (kannst ja in Richtung FEM gehen) und wenn Du was mathelastiges haben willst studiere Physik - da bist Du breit aufgestellt und kannst Dich später in jedem erdenklichen Bereich der Industrie spezialisieren (sogar BundeskanzlerIn ist möglich. okay, kleiner scherz;-). Im Ernst: Mit Abi 1,4 und einem noch jugendlichen und lernfähigen Alter kannst Du deine Energie sinnvoller einsetzen als in einem Bauingenieurstudium zu verschwenden. Und wie Du schon schreibst, danach nicht mal die Früchte ernten kannst. Sei schlau, Finger weg vom Bau! Das ist meine absulut ehrlich Meinung dazu! Grüße Polle

| 05. Juli 2011 - 08:06 2011-07-05

@serc: ja, es sieht so aus wie hier "negativ" beschrieben! lies mal deine mail, die antwort hast du dir doch schon selbst gegeben, nur hast du wohl noch nicht den mut gefunden, einfach mal einen krassen schnitt zu machen und den kram (das bauwesen für das du dich entschieden hattest) hinzuschmeissen.

tu´s!!!

sieh´s als übung für den rest des lebens, das flaue gefühl bei der entscheidung wirst du auch in zukunft haben, ist nun mal so, auch bei richtigen entscheidungen. denn wir sind alle auf konventionen und durchhaltevermögen getrimmt. kurz: als Wirtschaftsingenieur in einem hightechbereich wirst du bestimmt glücklicher. zwei semester sind ja nichts, such dir was anderes. viel glück!

Serc | 04. Juli 2011 - 16:51 2011-07-04

Wow, unglaublich, was man hier so alles liest :O Ich selbst studiere jetzt im 2. Semester Bauingenieurwesen / Umweltingenieurwesen an der TU Hamburg-Harburg und ich muss sagen, dass mich all die Kommentare hier zum Nachdenken gebracht haben. Sieht die Zukunft mit diesem Abschluss denn wirklich so schlecht aus? Ich habe letztes Jahr mein Abi mit 1,4 gemacht und mich dämlicherweise direkt an der Uni beworben ohne vorher ein Praktikum zu absolvieren. Eigentlich wollte ich schon immer Bauingenieurwesen studieren. Die Baustelle konkret hat mich nicht so wirklich interessiert, sondern die gesamte Statik hinter Gebäuden, warum sie stehen und wie das alles funktioniert. Hier lese ich nun, dass genau dieser Bereich überfüllt und daher schlecht bezahlt ist. Außerdem merke ich langsam, dass diese Arbeit eigentlich nur das Modellieren von Tragwerken am Computer bedeutet, also im Prinzip stundenlanges am PC sitzen und das war es dann auch schon. Bitte korrigiert mich wenn ich hier falsch liege.

Was ich in meinem Studium aber bisher gelernt habe sind ein paar Grundlagen in Mechanik, die recht interessant sind, mich aber nicht faszinieren. Dazu kommt das Führen bauphysikalischer Nachweise zur Standsicherheit, Tauwasserausfall, usw. So etwas will ich auf keinen Fall machen. Ich muss sagen ingesamt bin ich vom Studium bisher ein wenig enttäuscht, die verschiedenen Sorten von Estrichen und Mörteln langweilen mich nur, ebenso wo ich wie viele Dehnfugen etc brauche. Einziger Lichtblick war der erste Entwurf eines Gebäudes, den wir in Projektarbeit angefertigt haben. Jedoch ist mir klar, dass das in erster Linie Arbeit eines Architekten ist und nicht des Bauingenieurs. Bewerbungsfristen laufen in Deutschland zum 15.7. aus, d.h. in 11 Tagen und im Moment denke ich ernsthaft darüber nach zu wechseln, denn das Studium ist sehr aufwendig und umfangreich und es zehrt an meinen Nerven: Mehr als doppelt so viele Wochenstunden, wie z.B. Physik- oder Psychologie-Studenten an "normalen" Unis, teils bis zu 10 Klausuren, die auch noch in den Ferien geschrieben werden, also selbst in den Ferien kaum Freizeit. Und nun hör ich, dass sich die ganze Anstrengung und Mühe später im Beruf nicht auszahlen soll?

Wenn das denn stimmt, möchte ich mir das wirklich nicht antun. Optionen wären, auszuweichen auf Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau an der RWTH Aachen oder komplett das Fachgebiet zu wechseln auf BWL in Mannheim. Ein Freund meinerseits hat mir auch VWL empfohlen, da es noch Mathe-lastiger sein soll als BWL, was mir persönlich sehr entgegenkommt.

Die meisten Menschen in meinem Umfeld haben mir jetzt gesagt einfach zu tun, was mir Spaß macht und was mein Bauch mir rät. Genau so habe ich mich auch vor einem Jahr entschieden. Aber später mit 40 oder 50 noch im Büro rum zu sitzen, ständige Überstunden zu machen und dafür einen Magerlohn zu kriegen und zu wissen, dass ich so ziemlich alles andere hätte studieren können, womit ich besser dastehen würde. Das ist nicht das Leben, das ich möchte. Wirklich nicht. Ich wäre sehr dankbar für Ratschläge und eindeutige Aufklärung darüber, ob es wirklich so schlecht aussieht in unserer Branche.

Polle | 04. Juli 2011 - 11:06 2011-07-04

@Peter: Das was Du schreibst stimmt mit der Realität wohl kaum überein. Da muss ich montalcino uneingeschränkt Recht geben. Entweder willst Du hier einen auf "dicke Hose" machen und künstlich Diskussionen anheizen oder Du kannst ein Dreirad nicht von einem Motorroller unterscheiden. Da du uns ja die Frage schuldig bleibst in welchem Bereich der Baubranche Du tätig bist, will ich mal davon ausgehen dass Du als Bauleiter angestellt bist. Alle die ich kenne und seit mindestens 5 Jahren in diesem Bereich arbeiten haben als Dienstfahrzeug entweder einen Skoda Octavia oder einen Opel Astra Kombi. Und das sind noch lange keine Oberklasse-Fahrzeuge.

In diesem Land hat kein angestellter Mensch ein Oberklasse-Dienstfahrzeug ohne dass mehr als "nur" Bauleiter auf der Visitenkarte steht und das wird auch bei Dir nach 4 Jahren kaum der Fall sein. Selbst als Oberbauleiter fährt man noch lange keinen 7er BMW oder Audi A8! Also mach uns in diesem Forum hier nichts vor. Gruß Polle

montalcino | 02. Juli 2011 - 22:16 2011-07-02

Hallo Peter,

ein Auto der Oberklasse wäre z.B. ein 7er BMW oder eine Mercedes S-Klasse. Ein Auto der Oberen Mittelklasse wäre beispielsweise ein 5er BMW oder eine E-Klasse. Dies alles fährst Du 4 Jahre nach Deinem Diplom wohl kaum! Also kennst Du Dich entweder nicht mit solchen Begriffen aus oder Du wolltest hier mal ein bisschen auf die Sahne hauen. Ich habe in unserem Konzern wirklich schon viele äußerst talentierte und erfolgreiche Bauingenieure erlebt. Diejenigen, die wirklich überaus schnell Karriere machen, sind etwa Mitte 40, wenn Sie eine Mercedes E-Klasse bekommen. Und das trifft vielleicht auf weniger als 1% der Bauingenieure zu. Die meisten bekommen in dieser Branche natürlich nie eine E-Klasse. Also erzähl hier dem Nachwuchs, zu dem Du ja selbst mit 4 Jahren Berufserfahrung noch gehörst, nicht solche Geschichten über Oberklasse-Autos nach 4 Jahren Berufserfahrung. Übrigens fahren selbst Vorstandsmitglieder von Baukonzernen oft nur die obere Mittelklasse und keine Oberklasse.

Für diejenigen, die es interessiert: Übliche Dienstwagen für Bauingenieure sind z. B. VW Golf, Opel Astra oder Ford Focus ("Untere Mittelklasse"). Ab Oberbauleiter oder bei Führungskräften in Ingenieurbüros etc. sind dann ein VW Passat, ein Opel Insignia oder ein Ford Mondeo denkbar ("Mittelklasse"). Obere Mittelklasse fahren z. B. Direktionsleiter, Unternehmensbereichsleiter und Vorstände. Wer im Vertrieb arbeitet, kommt evtl. schneller an repräsentative Autos. Wer als Bauingenieur in der Immobilienbranche arbeitet oder für Versicherungen, hat in Bezug auf den Dienstwagen ebenfalls bessere Aussichten.

TUM-Student | 02. Juli 2011 - 11:05 2011-07-02

@Peter:
Darf man fragen in welchem Bereich du tätig bist, an welcher Uni du studiert hast und auf was du dich spezialisiert hast?

Peter | 29. Juni 2011 - 19:07 2011-06-29

Habe 2007 mein Diplom gemacht. Habe mich bei 2 Firmen beworben und mir sofort einen unbefristeten Vertrag aussuchen können. Gutes Geld, neuer Mittelkalsse-Firmenwagen ohne Selbstbeteiligung, Handy mit Privatnutzung unendgeltlich, Prämie und 13 Monatsgehalt. Da legt man sich gerne ins Zeug. Und jetzt in 2011 ists noch besseres Geld, ein Oberklasse-Firmenwagen und immer noch das gleiche Handy, mit dem Unterschied, dass es im Wochentakt klingelt und ein Mitbewerber meiner Firma ist dran um mich abzuwerben. Ich finds gut.

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