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Bauleitung: Wechsel vom Gleisbau zum Straßenbau sinnvoll?

5 Kommentare | 948 Aufrufe
| 31. März 2017 - 09:50

Folgendes möchte ich hier vorstellen und bitte um Ratschläge: Seit ca. 1,5 Jahren bin ich nun Bauleiter im Gleisbau (Leipzig), 29 Jahre jung und eben vor 1,5 Jahren Master-Absolvent gewesen. Unsere Bauvorhaben erstrecken sich über den gesamten mitteldeutschen Raum und es ist bei uns so üblich, dass in der Regel zwei Bauleiter ein Bauvorhaben betreuen und vor allem auch permanent mit auf Montage sind. In diesen Zeiten schwellen meine Arbeitszeiten auf über 12 h pro Tag an, mit Wochenendarbeit und Nachtarbeit. Kurz um 60 Std. pro Woche aufwärts. (Überstunden und Nachtzuschäge gibt es keine) Hinzu kommt, dass ich wochenlang nicht zu Hause sein kann.

Derzeit zweifle ich genau aus diesen Gründen stark an meiner Berufswahl. Da sich mittel- und langfristig nichts daran ändern wird und ich derzeit mein Leben an mir vorbei ziehen sehe,
spiele ich mit dem Gedanken den Gleisbau zu verlassen und in den Straßenbau zu wechseln. Manch ein Vögelchen zwitscherte mir, im Straßenbau wären die Arebeitszeitbedingungen weitaus arbeitnehmerfreundlicher. Mein "Ziehvater" in meiner Firma erzählte mir gestern aber genau das Gegenteil. Er meinte, die Arbeitszeiten sind in der Baubranche über all so heftig und verdienen würde ich mit meinem Gehalt als Gleisbau-Bauleiter überdurchschnittlich viel.

Nun liebe Bauleiter, vorzugsweise die Straßenbauleiter: Bitte schreibt mir mal ein bisschen was über euren Job. Fühlt ihr Euch auch "ausgebeutet"? Wäre auch bereit zu persönlichem Erfahrungsaustausch bei 1-2 Bier. Es geht um meine Zukunft, die ich nicht nochmal mit meiner Berufswahl vermasseln will. Vielen Dank Euch!

Sabine | 10. Mai 2017 - 10:54

Ich habe jetzt 40 Berufsjahre hinter mir. Die Bezahlung einer Bauleiterin ist trotz gleicher Qualifikation immer noch 20 % unter dem Lohn eines Mannes und als Frau Abteilungsleiterin hatte ich 3000 DM weniger als die männlichen Kollegen. Bauleiter/in ist ja ein Stressjob, wenn man Baustellen in HH oder in Berlin hat, 10 bis 12 Stunden sind normal, werden aber nicht bezahlt, auch nicht bei Thyssen-Krupp. So kommt es, dass die Altersrente nicht zum Leben reicht, dass kann doch nicht funktionieren. Die Bauleitertätigkeit kann man auch nicht bis 70 ausführen, da die Gerüste manchmal schon über 70 m hoch sind. Also es sind immer lange Tage!

rail-ing | 10. Mai 2017 - 06:24

Ich bin seit Jahrzehnten in der Bahnbaubranche. Ja, Bahnbau ist meist Nachts und am Wochenende. Ein gutes Unternehmen gleicht aber diese "Nachteile" solide aus. Die Fachkenntnisse des Gleisbaus würde ich nicht so einfach "wegwerfen". Eigentlich ein schönes Fachgebiet.

Ole | 21. April 2017 - 08:06

Hochbau ist auch nicht anders. Ich arbeite seit Jahren immer wieder an Wochenenden, eigentlich ist es fast die Ausnahme, das ich am Samstag nicht arbeite. Ich hatte gerade diese Woche wieder mal ein schönes Streitgespräch mit meinem Kunden darüber. Es wird ja bereits vorausgesetzt, das man Ostern, Pfingsten und Weihnachten und natürlich auch Nachts arbeitet. So jetzt haben hier 3 Leute geschrieben, das man im Baugewerbe lange arbeiten muss. Frage mich wo der Klugscheisser ist, der schreibt, das er nach 38 Stunden bei 100.000 Euro Jahresgehalt nach Hause geht. Den gibt es doch sonst immer.

Horschti | 06. April 2017 - 21:47

Hört sich für mich an nach schlechtem Unternehmen, gepaart mit schlechter Sparte. Ich habe im Straßenbau bei einem Mittelständler gelernt. Nacht- und Wochenendarbeit waren da absolute Außnahme, üblich war 42 h-Woche (4 x 9 h + 6 h), d.h. Freitag um 13:30 Uhr fiel der Hammer. Der Bauleiter war auch nicht permanent auf der Baustelle, sondern hatte 2 bis 3 Baustellen und war nur ab und zu vor Ort (Was soll man auch als Bauleiter den ganzen Tag da?).

Max.1 | 03. April 2017 - 16:04

Es ist genau so! Infrastruktur (Gleisbau, Straßenbau, Brückenbau, Rohrleitungsbau usw.) sind immer lange Tage!

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