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Ausgabe 7414 | Nr. 341 | 21. Jahrgang
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Berufseinstieg in der Tragwerksplanung: Erwartungsdruck / Leistungsdruck?

9 Kommentare | 2203 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von ZackePeter | letzter Kommentar vom 14. April 2021 - 16:01

Ich habe vor kurzem meinen Master abgeschlossen und fange demnächst an zu arbeiten. Ich habe mich während des Studium im konstruktiven Ingenieurbau vertieft und werde als Tragwerksplaner anfangen. Meine Sorgen sind, dass ich dem Leistungsdruck nicht gerecht werde und keinen guten Start hinlege. Habt ihr Tipps für einen Berufsanfänger, damit der Start problemlos vonstatten geht ?

Wie waren bei euch die ersten Monate/Jahre, wie sieht die Atmosphäre in einem Büro aus, wo man als Frischling anfängt aus?

bauing 201 | 14. April 2021 - 16:01

@0603:
Ich verstehe die Frage nicht ganz. Wenn du in Deutschland als TWP arbeiten willst, dann bewirb dich einfach. Du hast einen M.Sc., also passt das doch. Wenn du als Ingenieur als Zeichner eingesetzt wirst, dann nur weil du billig bist. Ich kenne Firmen mit Sitz in der Schweiz, die in Tschechien Niederlassungen haben und da die ganze Statik und Zeichnungen fertigen lassen. Der Schweizer Ingenieur kostet ca. 120.000 EUR. Wie viel kostet der Ingenieur in Tschechien? 15.000 EUR? Der kann dann ruhig auch zeichnen, wenn es sein muss. Geh nach Deutschland oder lass dir zumindest ein eher deutsches Gehalt bezahlen und mache dann von zu Hause HO. Aber nicht für 15.000 EUR veräppeln lassen.

0603 | 20. März 2021 - 15:57

Vor sechs Monaten habe ich mit der Arbeit bei einem Büro angefangen. Das Büro ist im Ausland, aber wir arbeiten als Auslagerung für zwei Büros in Deutschland. Ich bin jemand im Büro, der Deutsch kann und unsere Tätigkeit ist hauptsächlich Schalpläne und Bewehrungspläne (Massivbau - Einfamilienhäuser , Mehrfamilienhäuser usw.) zu zeichnen. Ich bin Tragwerksplaner (M.Sc) von Beruf, aber ich bemerke, wie ich schon sechs Monate nur diese Pläne ausführe. Ich hatte leider keine Erfahrung in der Branche.

Diese Arbeit, die ich momentan arbeite, ist etwas für Bauzeichner/Konstrukteure. Natürlich ist das der Bestandteil der Arbeit von Tragwerksplanern, aber ich frage mich und Euch auch, wie lange man üblicherweise an Plänen arbeitet, bevor man mit der Statik anfängt? Mir ist das nicht so klar – und ich hätte noch andere Fragen:

  1. Kann ich vielleicht später in Deutschland als Tragwerksplaner arbeiten oder sollte ich wieder an dieser Stelle bleiben, denn ich sollte zuerst Erfahrung sammeln und an Schalpläne und Bewehrungspläne weiterhin arbeiten?
  2. Wäre es besser, wenn ich im Home Office direkt für eine Firma (als Bauzeichner/Konstrukteur) in Deutschland arbeite, ob die Firmen/Büros in Deutschland das mehr schätzen?
  3. Kann mir irgendjemand besser erklären, was Unternehmen von mir erwarten, wenn ich als Tragwerksplaner arbeiten möchte und was wenn ich als Konstrukteur/Bauzeichner arbeiten möchte?
Leider habe ich niemanden, der in Deutschland arbeitet und ich habe nicht genug Informationen. Ich verstehe, dass die Erwartungen von Unternehmen/Büros in Deutschland verschieden sind als in meinem Heimatland. Darum brauche ich Eure Hilfe.

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten und Verständnis! Ich hoffe, dass ich gut Euch erkläre, was macht mir Sorgen und ich entschuldige mich für manche grammatischen Fehler, die ich geschrieben habe.

bauing223344 | 27. Januar 2021 - 14:57

@Jan:
Die Grundlagen lernst du in der Uni. Die wirst du auch für ein solides Urteilsvermögen auch brauchen. Gerade bei komplexen Bauwerken. Aber du wirst nur selten Sachen per Hand rechnen. Es ist mehr ein Gefühl für Kräfte, Spannungen etc. zu bekommen. Bei deiner Masterarbeit am besten mit einer FE Software arbeiten, welche ist egal. Kannst du eine kannst du alle. Es wird am Anfang nicht zu viel erwartet, alles easy.

Student | 27. Januar 2021 - 13:47

@Jan:
Such dir einen Werkstudentenjob in der Tragwerksplanung. Dort lernst du die Abläufe und die Arbeit in einem Büro näher kennen. Da du noch einen Master machen wirst, eignen sich die 2 Jahre doch prima dafür!

Danach wirst du ein deutlich besseres Gefühl haben und kannst beim Berufseinstieg auch schon mit Erfahrung in diesem Bereich glänzen, was dir z.B. auch ein höheres Startgehalt bringen wird. Logischerweise wirst du auch im richtigen Beruf noch einmal angelernt, verfügst dennoch über stabileres Basiswissen, sodass die Einarbeitung schneller von statten geht. Den richtigen Job lernt man (egal wo und in welcher Branche) eh erst in der jeweiligen Ausführung. Dennoch kannst du so vorher schon gut punkten, daher ist das deine Lösung.

Jan | 27. Januar 2021 - 12:16

Ich studiere Bauingenieurwesen im fünften Semester. Im Studium komme ich bis jetzt gut voran, jedoch habe ich meine Bedenken.

Es scheint so als würden die zukünftigen Ingenieure zu wenig lernen bzw. durch die einzelnen Module viel zu wenig Stoff vermittelt bekommen. Ich bin zwar ziemlich weit und werde meinen Master dranhängen, aber es scheint mir so als würde ich wirklich nicht viel wissen. Wir Studenten bekommen die Grundlagen zugeschmissen und sollen dann mal machen. In den konstruktiven Modulen lernt man eher die Basics. Z.b. Massivbau 1 - Bemessung eines Einfeldträgers. Es fehlt überall der Vgl. zur Praxis.

Ich meine als Tragwerksplaner werde ich ja nicht nur Einfeldträger bemessen, sondern auch komplexe Bauteile. Sowas lernt man in der Uni nicht, zwar lernt man im Master viel mehr, aber auch nur die Basics. Die Erfahrung bekommt man durch die Arbeit. Aber beim ersten Job wird das vielleicht hart, weil man den Chef fragen muss, wie was bemessen werden muss. Ist das so?

Wie wird der Einstieg ins Berufsleben sein? Muss man nach dem Studium eigentlich viel mehr lernen oder bringt es die Erfahrung?

Maddin | 11. April 2020 - 19:19

@Michi:
Proaktiv mitarbeiten, sich anbieten. Nichts ist anstrengender als ein Mitarbeiter den man ständig versorgen muss. Mit der größtmöglichen Sorgfalt arbeiten, sodass Unterlagen abgabereif sind, wenn es Fragen gibt diese direkt mit dem Vorgesetzten klären. Einige Jungingenieure scheinen der Auffassung zu sein, dass es reicht so ein bisschen mitzuarbeiten, da der Projektleiter ja die Verantwortung trägt und alle Unterlagen für einen überarbeitet. Wer als Ingenieur volles Gehalt bekommt soll auch volle Leistung liefern!

Programme im Vorfeld lernen ist dagegen nicht erforderlich und bringt auch nicht viel, auf die Arbeitseinstellung kommt es an. Außerdem müssen die Grundlagen (Mathe, Mechanik) sitzen. Wenn man als Anfänger einen fehlerhaften Schnittgrößenverlauf nicht erkennt und munter weiter rechnet, ist das leider ein rotes Tuch (ich hatte schon Leute die konnten nicht den Momentenverlauf einer Einzellast am Kragarm aufzeichnen, wollten aber Statik von Spannbetonbrücken machen), so einen Kandidaten würde ich nach 6 Monaten nicht übernehmen (ist aber nicht allein meine Entscheidung da ich zwar Projektleiter aber nicht Geschäftsführer bin).

Kleiner Tipp: Die Leistungsbilder der Tragwerksplanung in der HOAI ansehen und in der TVB-Prüf bzw. M-PPVO den Ablauf der bautechnischen Prüfung. Tragwerksplanung und Prüfung sind die Dinge die man in der Regel am Anfang machen muss, da ist es immer gut seine Pflichten zu kennen.

Michi | 03. März 2020 - 12:37

Ich bin jetzt im 7. Semester und möchte nach dem Abschluss in der Tragwerksplanung tätig sein. In meinem Praxissemester war ich zwar in einem Ingenieurbüro, aber hier durfte ich im Prinzip nur Positionspläne zeichnen. Eine Stelle als Werkstudent in einem Büro konnte ich leider nicht finden, sondern lediglich einige Praktika auf der Baustelle. Ich befürchte, dass ich mein Studium sozusagen als Fachidiot beende. Habt ihr Tipps, was ich als Berufseinsteiger unbedingt können sollte? Also Richtung praxisorientiertes Arbeiten. In meiner Freizeit beschäftige ich mich schon z.B. mit mb-software und Allplan. Vielen Dank im voraus!

ZackePeter | 24. Dezember 2018 - 03:02

@Nordlicht:
Danke für deine aufmunternden Worte. Wieso empfindest Du das als bedenklich, wenn ich mir Gedanken mache? Ist es echt so, dass man über die Probezeit Welpenschutz hat?

Nordlicht | 27. November 2018 - 08:27

@ZackePeter:
Mach dir mal keine Sorgen. Normalerweise erwarten sie noch gar nichts von dir. Grundsätzlich hast du erstmal "Welpenschutz" für die kommenden 3-6 Monate. So ist das zumindest bei mir im Unternehmen. Danach werden dir die ersten "einfachen" Aufgaben übergeben und du wirst langsam an neue Sachen herangeführt. Arbeite etwas mehr an deinem Selbstbewusstsein. Sich direkt nach dem Masterabschluss Gedanken zu machen über den Leistungsdruck stimmt mich schon bedenklich. Sei freundlich, aufgeschlossen und versuche dein bestes zu geben, dann sollte es kein Problem werden.

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