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Berufseinstieg / Konjunktur im Bauingenieurwesen

205 Kommentare | 77144 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von Frank | letzter Kommentar vom 10. Juli 2020 - 13:21

Ich habe mit großem Interesse die Beiträge dieses Forums gelesen --> ich war nur bei manchen Diskussionen (besonders über das Thema Aussichten/Studieren/Absolventen) über die negative HALTUNG erschrocken! Ich muß sagen, daß ich (gerade fertig geworden) def. KEINE Probleme habe/hatte einen JOB zu finden! Ich habe 16 Bewerbungen geschrieben, hatte 3 Vorstellungsgespräche und davon 2 Zusagen! Und ich bin NICHT der Überflieger mit 8 Semester Studium und einem Abschluss von 1,0 inkl. Sprachen wie Spanisch, Russisch und Chinesisch.

Ich wollte nun mal von anderen Bauingenieuren wissen, ob es auch wirklich "besser" wird, oder ob ich "nur" Glück gehabt habe. Ich möchte nämlich, daß sich das Bild des Bauingenieurs VERBESSERT! Also, wie sind MOMENTAN Ihre Erfahrungen (2006)? Wie sieht es bei den Absolventen aus, wie bei den älteren Semestern? Gruß

Klaus | 10. Juli 2020 - 13:21

@Absolvent040:
Viele von unseren Wirtschaftsingenieuren gehen auch in die direkte Bauleitung oder machen den konstruktiven Master mit den Bauingenieuren. Da tut sich fachlich nicht viel, die haben beide recht wenig praktisches Wissen nach dem Studium - wenn man ehrlich ist. Also sollte Bauüberwachung auch möglich sein. Kompetenzen sind viel mehr von der Person abhängig und entwickeln sich.

Viel mehr ist der Wirtschaftsingenieur etwas breiter aufgestellt und nicht auf die typischen Jobs der Bauingenieure (und das entsprechende Gehalt sowie Work-Life-Balance, siehe Forum) angewiesen. Ich würde dir Vertragsmanagement empfehlen!

ALE | 27. Januar 2020 - 20:27

@Absolvent040:
Ganz einfach, Wirtschaft hat nix mit Bauüberwachung zutun. Das heisst dein Studium war umsonst!

Absolvent040 | 27. Januar 2020 - 12:37

Ich hätte mal eine Frage bzw. einen Ratschlag nötig. Ich habe mein Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen Bau beendet und stelle mir nun die Frage ob ich in die Bauüberwachung oder eher ins Vertragsmanagement passe? Das Interesse ist in beiden Bereichen da, also kann mir beides vorstellen. Nur käme ich in die Bauüberwachung als Wirtschaftsingenieur rein? Oder geht nur Vertragsmanagement? Bin ein frischer Absolvent und kenne mich da noch nicht ganz so aus. Welche Richtung würdet ihr mir empfehlen (wenn beides 50:50 vom Interesse her ist)?

BauINGe | 27. November 2019 - 21:23

@Anas:
Ich würde Dir empfehlen folgendermaßen vorzugehen, wie meine Vorschreiber: Da Dein Abschluß als Bauingenieur anerkannt wurde und Deine Deutschkenntnisse laut Deinem Text schon wirklich sehr gut sind, einen Masterabschluß (Bauingenieurwesen) hier in Deutschland an einer Uni oder FH zu machen. Du solltest bei der Auswahl der Fächer darauf achten, mind. 1/4 der Module in Baurecht (öffentliches und privates Bau- und Planungsrecht) zu belegen. Weiterhin würde ich empfehlen Module in Baubetrieb / Bauwirtschaft und Konstruktivem Ingenieurbau und weitere Fächer nach Deinen persönlichen Neigungen und Interessen zu belegen.

Neben dem Studium solltest Du mindestens 2- bis 3-mal pro Woche in einem Ingenieurbüro oder Baufirma neben dem Studium arbeiten, so bekommst Du beruflich schon mal einen Fuß in die Tür und es wird einfacher sein, so einen Job als Bauingenieur zu finden. Wenn sich dadurch Dein Studium um ein oder zwei Semester verlängert, ist unproblematisch, da Du nebenbei Berufserfahrung sammelst.

Karl-Heinz | 22. November 2019 - 15:09

@Anas:
Wurde denn dein Bauingenieur-Abschluss in Deutschland anerkannt? An deiner Stelle würde ich mich um ein Praktikum bewerben um Erfahrungen zu sammeln. Oder Trainee, wie das heute heißt.

Kurt | 22. November 2019 - 14:43

@Anas:
Woran deine Absagen gelegen haben, kann ich hier natürlich nicht beurteilen. Ich würde an deiner Stelle versuchen, mich als Kosntrukteur / CAD-Zeichner hier in einem Inegnieurbüro zu bewerben. Diese sind aktuell sehr gesucht. Falls du schon Kenntnisse (AutoCAD, Allplan etc.) hier hast, umso besser. Über den Weg des Konstrukteurs kannst du vieleicht versuchen dich im Unternehmen zu beweisen und dort als Ingenieur weiter aufsteigen.

ALE | 20. November 2019 - 14:39

@Anas:
Mit sodanishen oder Irakischen Abschluss wird es ganz schwierig sein. Ich empfehle Dir einen Deutschen Abschluss anzustreben z. B Master, dauert 2 Jahre. Die Sprache ist nicht das Problem, wenn du fachlich sehr gut bist. Ich spreche aus Erfahrung.

Anas | 20. November 2019 - 12:08

Ich komme aus dem Irak, bin 30 Jahre alt, ledig und lebe seit September 2015 in Deutschland. Wie Sie meinem Lebenslauf im Detail entnehmen können, habe ich meine Schule im Irak und Sudan nach 12 Jahren mit dem Bakkalaureat (Abitur) abgeschlossen und anschließend im Sudan Bauingenieurwesen studiert. Nach Abschluss meines Studiums arbeitete ich zwei Jahre als Bauingenieur in Bagdad, musste dann jedoch aufgrund der Kriegswirren meine Heimat verlassen. Bereits in den ersten Jahren meines Aufenthalts in Deutschland eignete ich mir sehr gute Sprachkenntnisse an. Im September 2017 wurde mein Zertifikat als Bauingenieur in Deutschland offiziell anerkannt.

Nun würde ich gern auch hier wieder in meinem erlernten Beruf arbeiten, um mir mittel- und langfristig eine gesicherte Existenz in Deutschland aufbauen zu können. Wieder als Ingenieur zu arbeiten, ist mein Traum. Ich habe viele Schwierigkeiten durchgemacht, seit ich nach Deutschland gekommen bin, alles in meinem Leben, meiner Kontinuität und Aufenthalt hier in Deutschland hängt von dieser Arbeit ab. Es ist meine Lebensader hier und der Traum, auf den ich seit vier Jahren gewartet habe.

Ich weiß nicht wirklich, was ich tun soll. Ich habe viel versucht, mich für eine Arbeit zu bewerben, aber leider bekomme ich immer die Ablehnung und ich weiß nicht, woran das liegt. Liegt es an meinem Lernen und meinem Abschluss? Oder es gibt einen anderen Grund. Muss ich hier wieder als Ingenieur arbeiten? Dass ich wieder lerne. Ich hoffe, die Ingenieure hier können mir helfen oder mir raten, was ich tun soll. Weil mich hier niemand unterstützt oder mir hilft.

NonProf | 28. Mai 2018 - 13:30

@NeuHier:
Nehmen Sie Kontakt mit der Ingenieurkammer Ihres Landes auf. Meist existieren schon "Vermittlungsportale". Ohne Kontakte in das Bauwesen bleibt es ein Sprung ins kalte Wasser, muss aber nicht schlecht sein.

NeuHier | 28. Mai 2018 - 12:25

Ich studiere Bauingenieurwesen jetzt im 2. Semester und bin bisher auch zufrieden. Zudem habe ich auch überlegt, als studentische Hilfskraft zu arbeiten. Das Forum verfolge ich jetzt seit einem knappen Jahr und die Meinungen über den Beruf sind ja echt gespalten. Leider kenne ich niemanden in meinem Bekanntenkreis, der Bauingenieur ist und seine Erfahrungen persönlich mit mir teilen kann. Gibt es vielleicht eine Anlaufstelle dafür, oder jemanden, mit dem ich darüber telefonieren kann?

Hans im Glück | 21. Januar 2015 - 21:05

@ Hornisse: "Bauingenieure tragen Verantwortung für Leib und Leben von Leuten."

Ja, das stimmt absolut. Wie bei jedem Busfahrer, Lokführer, Krankenpfleger, Kindergärtner etc. Nur dafür wird niemand gut bezahlt. DAS ALLEINE REICHT NICHT! Wer hat von Vertrieb geschrieben? Ich meine meinen Lebenslauf gut zu kennen. Hornisse kennt ihn offensichtlich besser.

PM | 20. Januar 2015 - 10:47

Als ich da noch studiert habe, hieß es damals auch Bauwirtschaft. Heute eben Betriebswirtschaft Bau. Habe ich allerdings nicht studiert, sondern Projektmanagement / Bauingenieurwesen als Diplomstudiengang. Aber das gibt es sicherlich auch nicht ;-). So wie zufriedene, gut verdienende Bauingenieure auch nur ein Märchen sind...

http://www.hochschule-biberach.de...

Tom | 19. Januar 2015 - 17:10

Zitat Hornisse: "Du und alle Deine Kumpels haben also "Bauwirtschaft" als Vertiefung gewählt. Soso. So ein Fach gibt es an keiner mir bekannten Hochschule."

Unabhängig davon, ob ich den Rest von Hansens Posting für wahr halte, gibt es Bauwirtschaft z.B. an meiner ehemaligen Uni:
http://i3b.zt-consulting.com/de

hans | 19. Januar 2015 - 14:54

@Hans im Glück:
Lassen wir Hornisse in seinem Glauben. Schade, dass gerade solch ein verbohrter Mitbürger die deutschen Qualitäten im Ausland repräsentieren soll.
@Hornisse:
Alkohol war noch nie eine Lösung; anders sind Deine Kommentare nicht zu erklären.
@alle anderen: Bauwirtschaft sollte Baubetrieb sein...sorry für diesen Fauxpas, passiert, wenn man eben nur Zeit hat zwischendurch zu tippeln (nur nicht der Hornisse)

Hornisse | 18. Januar 2015 - 19:18

@Hans im Glück:
Ich stelle auch mal eine gewagte These auf. Du, genau wie Dein Namensvetter hier, haben keinerlei Berufspraxis.

1.) In jedem Ingenieurbüro gibt es Stress. Das liegt an der Natur des Baugewerbes.
2.) Wer behauptet, dass ein Baumaschinenhersteller mehr Verantwortung hat als ein Bauingenieur, der hat noch nie in seinem Leben eine Baustelle betreten. Einen grösseren Unfug kann man ja kaum noch posten. Bauingenieure tragen Verantwortung für Leib und Leben von Leuten. Ein Vertriebler eines Baumaschinenherstellers trägt vielleicht Verantwortung für Verkaufszahlen, aber nicht die ultimative Verantwortung über Leben und Tod.
3.) Wer behauptet in der Berufspraxis bekommt man unverhandelt (ungefragt) ein viel besseres Gehalt angeboten, der hat mit grosser Wahrscheinlich noch nichtmal in den Semesterferien in den Berufsalltag reingeschnuppert.

Du und Dein Namensvetter hier, Ihr überbietet Euch geradezu in Euren unrealistischen "Erfahrungsberichten". Aber wahrscheinlich hast auch Du "Bauwirtschaft" vertieft...

Hornisse | 18. Januar 2015 - 19:05

@hans:
Die Story, welche Du hier zum Besten gibst, ist (höflich ausgedrückt) recht ungewöhnlich.

1.) Mit 7 Jahren Berufserfahrung im öffentlichen Dienst 70.000 Euro ist mehr als selten. Fast so wie ein Sechser mit Zusatzzahl. Für dieses Gehalt müsstest Du schon Abteilungsleiter sein und das wird man im öffentlichen Dienst erst mit einer zweistelligen Zahl an Jahren im Job. Sieben Jahre sind da entschieden zuwenig. Schau mal in die Gehaltstabellen des öffentlichen Dienstes.

2.) Du und alle Deine Kumpels haben also "Bauwirtschaft" als Vertiefung gewählt. Soso. So ein Fach gibt es an keiner mir bekannten Hochschule. Aber vielleicht kannst Du uns ja mit dem Namen der Hochschule vertraut machen - dann können wir alle mal einen Blick auf die Webseite des Bauingenieurinstituts und den Lehrinhalt dieses innovativen Faches werfen....

3.) Einem so talentierten jungen Bauingenieur wie Dir (mit 7 Jahren Berufserfahrung schon 70.000 Euro im öffentl. Dienst) passieren noch so Anfängerfehler wie die Anzahl der Monatsgehälter zu unterschlagen? Naja, wenn Du in Deinen täglichen Führungsaufgaben die Belange Deiner Abteilung und Deiner Mitarbeiter auch so unscharf leistest, dann möchte ich aber nicht wissen wie Deine Projekte so laufen...

Naja. Ich denke mal Du bist noch lange nicht mit dem Studium fertig und suchst mit Phantasiepostings etwas Zerstreung von der öden Prüfungsvorbereitung...

hans | 14. Januar 2015 - 10:42

@Hornisse:
Ich behaupte doch gar nichts, ich stelle meine Erfahrungen dar und dies sind Fakten. Vielleicht hast Du den Draht nach Deutschland verloren wenn Du schon so lange im Ausland arbeitest? Ich rede auch gar nicht von Tragwerksplanern oder Bauleitern - in meinem Dunstkreis bewegen sich alle mehr oder weniger im Projektmanagement (z.B. bei größeren in FFM ansässigen Ingenieurbüros). Macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass wir alle Bauwirtschaft vertieft haben.

Erfahrungen unterscheiden sich eben und es gibt nicht nur die eine Wahrheit. Das wird wohl auch Dein Problem sein anzuerkennen, dass es auch Chancen und Möglichkeiten gibt und man sich nicht im Ausland verstecken muss. Deinen zweiten Absatz kommentiere ich nicht, das ist eine Behauptung und sehr spekulativ.

Zu der Gehaltsfrage und der Angabe von Monaten: ich habe nur von einem Jahressalär geschrieben. Außer meine Angabe meines ersten Jobs, also ergänzend hierzu: es waren 12 zzgl. der bereits angegeben Leistungen. Mir ist es im Grunde auch egal, ob Du meinen Ausführungen Glauben schenkst oder nicht - Hauptsache die anderen Leser hier im Forum lassen sich nicht gänzlich von Deinen Erfahrungen, die sicherlich nicht an den Haaren herbeigezogen sind, schrecken.

Hornisse | 13. Januar 2015 - 12:34

@hans:
Du hast "satte" 7-8 Jahre Einblick in die Branche. Das ist mehr als manch anderer Jubelperser hier, aber eben auch nicht gerade die Welt. Zu Deiner Behauptung, dass auch Leute auf der Auftragnehmerseite sogar noch besser als Du verdienen (also mit ca. 7 Jahren ein Gehalt grösser 70k beziehen), kann man sich nur fragen warum dann die Gehälter der Tragwerksplaner und Bauleiter in einschlägigen Gehaltstabellen (sogar denen vom Lobbyverband VDI) und gemäss meiner Erfahrung und der anderer Forenteilnehmer soviel anders sind? In diesen Bereichen arbeitet die Mehrheit der Bauingenieure.

Warum sind bei solchen Verdienstmöglichkeiten soviele deutsche Bauingenieure ins Ausland abgewandert? Ich persönlich arbeite seit 2004/2005 im Ausland und habe in mehreren Ländern gearbeitet. Überall trifft man zahllose deutsche Bauingenieure an. Bei den von Dir geposteten Gehältern in Deutschland wären nichtmal 20% von diesen Leuten im Ausland tätig, sondern hätten sich solch gut bezahlte Baujobs in Deutschland gesucht. Wahrscheinlich liegt es aber nur an uns, wir sind halt nicht so gut. Und noch etwas fällt bei den Gehaltsangaben häufig auf. Angaben von Monatsgehältern sind nicht wirklich aussagekräftig, wenn nicht dazu geschrieben wird wieviele Monatsgehälter gezahlt werden.

hans | 12. Januar 2015 - 06:32

@Hornisse:
Das stimmt, ich habe es gar nicht schlecht getroffen. Trotzdem gehört auch zu den Fakten, dass meine ehemaligen Kommilitonen (die paar, mit welchen man halt so schafft Kontakt zu halten) ähnlich, oder gar besser verdienen - und dies nicht bei Auftraggebern. Was soll ich sagen, ist halt auch das Rhein-Main-Gebiet. Überdies war lediglich mein Ansinnen darauf hinzuweisen, dass der Beruf des Bauingenieurs Chancen bietet, die man eben suchen und ergreifen muss und die Aussagen im Forum nicht alle Facetten der Gehaltsmöglichkeiten in diesem Berufsfeld wieder geben.

Darüber hinaus frage ich mich wie Du dazu kommst mir zu unterstellen, dass ich nicht über den Tellerrand schauen würde? Wie geschrieben bin ich nicht immer auf AG Seite gewesen, nur fast immer. Also weiß ich wohl wie es, z.B. bei Baufirmen ausschaut. Mein Einstiegsgehalt lag 2007 in Mannheim bei 3000 € plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Auto wäre auch dazu gekommen, wenn ich länger geblieben wäre.

Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass sich oft nur die in solchen Foren exkulpieren, die unzufrieden sind; die Zufriedenen gibt es auch und die haben eben oft einfach Besseres zu tun; somit habe ich nun hoffentlich dem Berufsjubler vorgebeugt, da ich einfach nur auf eine weitere Gruppe verweise und die unzufriedene Gruppe schließlich nicht leugne (welche Gruppe wohl größer sein mag, möchte ich gar nicht anzweifeln oder in Frage stellen - aber das ist bei den anderen Disziplinen auch so).

Hans im Glück | 10. Januar 2015 - 13:26

Ich stelle mal eine gewagte These auf: Leute mit negativer Einstellung und pessimistischer Ausstrahlung haben es schwer, angenehme und passabel bezahlte Jobs zu finden. Sie tummeln sich dann in Foren, wo sie ihrer schlechten Laune freien Lauf lassen. Um das zu erklären, kurz zu mir:

1. Start im Ingenieurbüro, sehr schlecht bezahlt, nicht stressig, guter Einstiegsjob, viel gelernt.
2. Wechsel zum Auftraggeber (öffentl.), schlecht bezahlt aber lockerer Job, keine fachliche Perspektive
3. Wechsel zum Auftragnehmer, zunächst schlecht, dann ungefragt besser, wieder unverhandelt sehr viel besser bezahlt, sehr stressig, aber nicht sehr belastend (kurzfristiger Stress durch Probleme auf Baustellen, die Dauer ist absehbar: Bis Abnahme, dann ist alles gegessen)
4. Wechsel in den Baumaschinenbau, gut bezahlt, noch mehr Arbeit als beim Bau, langfristiger, teils auch belastender Stress, Fehlentscheidungen haben große Tragweite, deren Schadenspotential deutlich über das auf dem Bau hinausgeht. Bisher größte fachliche Herausforderung.

So Hornisse, nein, ich bin nicht in einer Nische stecken geblieben. Der Aufstieg kam von alleine. Ich habe immer für die Sache, nie für das Geld gearbeitet - und oh Wunder - hatte bei allem Freude an der Arbeit. Selbst wenn die Gehaltssteigerungen nicht gekommen wären, die Freude hätte mir ja nie wieder jemand nehmen können.

Einzig und allein regionale Unterschiede lassen sich gar nicht wegdiskutieren - ich sitze im SW, hier ist manches einfacher. Aber Kollegen aus allen anderen Bundesländern arbeiten bei uns auch und sind gern gesehen. Guckt beim Einstiegsgehalt nicht auf den Lohnzettel. Der kratzt 20 Jahre später nicht mehr.

Hornisse | 08. Januar 2015 - 09:54

Zitat hans: "die meisten, die hier schreiben offenbar in einer anderen welt leben"

Wie wahr, wie wahr. Jedenfalls bezogen auf die Berufsjubler, die es in eine Nische des Bauwesens verschlagen hat. So wie Dich. Du stehst, wie Du selber sagst, auf der Auftraggeberseite. Wieviele (Prozent) der Bauingenieure stehen auf der Auftraggeberseite? Und wenn Du auf der Auftraggeberseite stehst, dann weisst Du doch auch ganz bestimmt wie der Preiskampf im Bauwesen aussieht. Oder vergibst Du die Aufträge nicht an den "preiswertesten" Anbieter? Dann wärest Du ein Einzelfall.

Du, genauso wie die anderen Berufsjubler hier, haben offensichtlich keine Lust oder grosse Probleme auch mal über den Tellerrand zu schauen. Es ist ja schön, dass Du es in eine passabel bezahlte Nische geschafft hast. Aber ist eine Nischenerfahrung aussagefähig für eine Berufsgruppe? Fakten sollten doch Fakten bleiben. Auch wenn das in Deutschland nicht en vogue ist.

hans | 07. Januar 2015 - 10:17

@Peter12:
Ich lese auch von zeit zu zeit in diesem forum; zum glück stelle ich fest, dass die meisten, die hier schreiben offenbar in einer anderen welt leben. es schreiben immer die, die unzufrieden sind. ich bin zufrieden. in meinem bekanntenkreis haben die elektroingenieure und maschinenbauingenieure nicht mehr gehalt als ich; sogar weniger.

ich arbeite in ffm bei einem großen auftraggeber und erhalte nach 7 jahren, die ich natürlich nicht alleine hier verbracht habe, 70.000 € im jahr - tendenz steigend und das sogar noch im tvöd (also 39,5 stunden die woche). also, es gibt sie noch (und davon sogar viele), die gut verdienen. die haben offensichtlich nur nicht so viel zeit sich die schwarzmalerei hier anzuhören.

Hornisse | 05. Januar 2015 - 13:28

@moppl3:
Wer anno 2004/2005 (als im Bauwesen so gut wie gar nichts mehr ging) ein solches Anfangsgehalt bekommen hat, welches für die meisten Absolventen heute noch kaum erreichbar ist, bei dem kann es eigentlich nur so aussehen: Südwestdeutschland & Job über persönliche Kontakte bekommen und dann dort schön gefördert worden (weil aus der Region stammend). Dazu dann noch die richtige Vertiefung in einer Nische, die gerade läuft und noch nicht so extrem überlaufen ist - und voila, fertig ist der Leistungsträger Bauingenieurwesen.

Gerne wird dabei der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand vermieden. Nicht jeder hat Tunnelbau vertieft (wird auch nicht überall angeboten), nicht jeder kann in seiner Region bleiben und muss sich mit den typisch deutschen Lokalpatriotismen als Zugereister auseinandersetzten. Und wir wollen doch auch nicht vergessen, dass auch immer ein wenig Glück im Spiel ist - welche Firma, welche Richtung läuft gerade (Tiefbau, Hochbau, Projektmanagement, Wasserbau, Verkehrsbau, Tunnelbau, Holzbau), Mentalitäten der unterschiedlichen Regionen, etc etc.

Zitat Demokrit: "Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende" (Für die Fraktion der "hat nichts mit Glück zu tun" Leistungsträger)

moppl3 | 01. Januar 2015 - 22:07

@Peter12:
Ich kann gut nachvollziehen, dass dich die Inhalte der Foren hier umtreiben. Und sicherlich ist auch das meiste nicht ganz falsch. Aber bitte mach nicht den Fehler und pauschaliere alle hier kundgetanen Meinungen. Wenn Du Dich im Tunnelbau spezialisiert hast, dann hast Du bereits ein Spezialgebiet gefunden, das zwar keine Nische ist, in dem jedoch die Uhren noch etwas anders ticken. Ich habe vor über zehn Jahren als Statiker im Tunnelbau angefangen und hatte ein Einstiegsgehalt von deutlich mehr als 12 x 3000 €. Auch sind natürlich Region, Unternehmenstyp und vor allem das, was Du Deinem Arbeitsgeber anbieten kannst stark beeinflussend auf Dein Einstiegsgehalt.

Ich bin noch immer in der Tragwerksplanung Tiefbau tätig und beobachte, dass für die persönliche Entwicklung nach wie vor am meisten die persönliche Einstellung zählt und die hängt von Deiner eigenen Motivation ab. Motivieren kannst nur Du Dich selbst - nicht Dein Chef. Und wenn diese Entwicklung passt, dann ist alles möglich - und gehaltsmäßig sehr viel mehr, als sich die meisten in diesem Forum vorstellen können.

Daher sollte Dein erstes Ziel sein: Löse Dich vom Hadern mit Deiner Studienrichtung; entweder Du hast es damals als das gewählt, was Du wirklich willst und was Dir Spaß macht - dann kommt alles andere von selbst, solange Du engagiert dran bleibst. Oder Du standest von Anfang an nicht voll hinter dem, was Dir diese Studienrichtung ermöglicht, dann wirst Du immer nur halbherzig Bauingenieur sein, dann wird auch das Gehalt immer nur halbherzig sein und Du hättest irgendeinen Beruf erlernen können. Für den Einstieg: Suche Dir einen Job, der Dich wirklich begeistern kann und starte durch. Der Lohnzettel sollte nicht der erste Blick sein - aber wenn's doch so wichtig ist, dann findest Du auch einen Job, wo Du von Anfang an 12 x 3500 € verdienst (Voraussetzungen sind die alt bekannten...) Viel Erfolg!

IFDD | 30. Dezember 2014 - 00:51

Peter12:
Ich würde an deiner Stelle erst mal die Abschlussarbeit fertig schreiben und einreichen. Für einen Wechsel in den IGM-Tarif-Bereich ist es jetzt bissel spät. Da kämst du ja auch nur als Seiteneinsteiger an bzw. müsstest bei einem Wechsel der Studienrichtung noch einen Zeitverlust in Kauf nehmen. Keine gute Stategie. Bei Tunnelbau und möglicherweise Spezialtiefbau sollte man tunlichst die Planungs- und Ingenieurbüros meiden, das ist das gleiche wie im Hochbau und der Verkehrsplanung. Das sind Knochenmühlen. Planung wird mies bezahlt, man fängt den vollen Termindruck ab. Den Chefs wird gesagt, das Honorar muss reichen, knechtet eure Mitarbeiter. Da bekommt man dann auch noch den persönlichen Druck.

Auch sollte man nicht in einer Firma unter zehn Mitarbeitern anfangen, da es hier im kleingewerblichen Bereich keinen Kündigungsschutz gibt und auch andere Faktoren ungünstig sind. Mit Tunnelbau würde ich es mal bei Autobahnämtern, dem Bergbau, dem öffentlichen Dienst oder der Deutschen Bahn probieren, hier gelten nämlich andere bzw. überhaupt Tarife. Außerdem wäre ein Referendariat (i. d. R. zwei Jahre) nicht schlecht, da man dann auch verbeamtet werden kann. Die Planungsbüros werden im Bauwesen langsam aber sicher zwischen fachlichen, juristischen und wirtschaftlichen Ansprüchen bei zu wenig Geld zerrieben. Da die Betroffenen ihre eigene Lage nicht verstehen, wird das auch so weiter gehen.

Tdior | 29. Dezember 2014 - 17:43

@Peter12:
Ich habe mich nach meinem Berufseinstieg das gleiche gefragt und bin nach meinem zweijährigen Abstecher in die Bauwirtschaft zu dem Entschluss gekommen umzuschulen. Da mich auch immer der IT-Bereich sehr interessiert hat, studiere ich nun noch Wirtschaftsinformatik ganz von vorne. Ich sehe das Bauingenieurstudium und die Berufserfahrung nicht als verlorene Zeit, sondern als gewonnene Lebenserfahrung und merke bereits jetzt, dass mir die IT doch weitaus mehr Spaß macht als der Bau. Dir alles Gute..

Basti | 29. Dezember 2014 - 15:54

@Peter12:
Also ich kann dich beruhigen, hier im Forum herrscht eine echte Schwarzmalerei. Die meist hier verbreitete schlechte Stimmung trifft auf einen jungen, motivierten, flexiblen, aber auch guten Absolventen nicht zu. Ich bin jetzt seit ca. 6 Jahren fertig mit meinem Studium und arbeite seitdem in einem größeren Ingenieurbüro. Dort beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Ingenieurbau. Meine Aufgaben sind das Anfertigen von statischen Berechnungen und die Organisation von Projekten. Die Arbeit macht dabei aus folgenden Gründen echt Spaß:
-freie Arbeitseinteilung
-spannende Projekte im In- und Ausland
-nettes Arbeitsumfeld
-Hilfsbereitschaft gegenüber Neuanfängern von Kollegen, Unternehmenskonkurrenten(!) und Kunden
-man kann sich beruflich in die Richtung weiter entwickeln, die einem Spaß macht usw.
Zu deinen Punkten:
* viel Arbeit
-Das hat man eigentlich selber in der Hand, bei uns wird keiner gezwungen auch nur 1 Minute länger zu arbeiten.
* im Vergleich zu den Maschinenbauingenieuren und Elektroingenieuren eine geringere Bezahlung
-Ja, die Bezahlung ist geringer. Die Frage ist dabei, wie lange ist das so? Was ist, wenn auf einmal google sein Google-Auto raus bringt und keiner mehr deutsche Autos kauft? Oder die Gewerkschaften es mal wieder zu weit getrieben haben? Zurzeit können insbesondere Bauingenieure mit längerer Berufserfahrung richtig gute Gehälter erhandeln. In naher Zukunft wird das sicher noch so weiter gehen. Als Berufsanfänger kann ich dir nur empfehlen nicht so auf das Einstiegsgehalt zu achten.

Viel mehr kommt es da auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten an. Suche dir einen Arbeitgeber, der es dir ermöglicht das zu arbeiten, was dich interessiert. Es gibt nämlich viele Bereich die dich in eine "Sackgasse" führen. Ebenfalls kann der Arbeitgeber bei Berufsanfängern meist nicht vorhersehen, ob die ihr Geld wert sind. Somit zahlen die meist lieber etwas weniger. Solltest du gut sein, kannst du aber dein Gehalt sehr schnell korrigieren.
* keine Hobbies mehr
-Nein, das stimmt so nicht.
* soziale Abspaltung
-Nein, das Stimmt so nicht.
An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall die Masterarbeit fertigstellen und den Eintritt in das Berufsleben als Bauingenieur wagen. Nach einiger Zeit wirst du dann selber sehen wie es ist und kannst dich dann immer noch entscheiden. Wenn es dir nur ums Geld geht, dann bewerbe dich doch bei den Großkonzernen deiner Freunde. Die suchen auch immer Bauingenieure. Da ist nur zu bedenken, dass die je nach Lust und Laune der Aktionäre mal 1000 Stellen streichen können. Unter diesen 1000 Mitarbeitern könntest auch du dann sein, obwohl du eventuell der Beste deines Faches bist.

Peter12 | 29. Dezember 2014 - 10:39

Ich bin irgendwie zur Zeit ziemlich mies drauf. Eigentlich sollte ich meine Masterthesis (Bereich Tunnelbau) fertig schreiben, aber so kurz vor dem Studiumsende frage ich mich, ob das wirklich das richtige war Bauingenieurwesen zu studieren. Die Frage wird jetzt auch noch durch die vielen negativen Meinungen über diesen Beruf in diversen Foren bestärkt. Man liest immer das gleiche:
* viel Arbeit
* im Vergleich zu den Maschinenebauingenieuren und Elektroingenieuren eine geringere Bezahlung
* keine Hobbies mehr
* soziale Abspaltung
Irgendwie kommt es mir grad darauf an nach dem Studium viel zu verdienen. Ich weiß nicht ob es daran liegt, weil man über die letzten Semester nur Schulden aufgebaut hat, oder weil die Jungs im Freundeskreis alle Elektrotechnikingenieure oder Maschinenbauingenieure sind. Mich beschäftigt die Frage nach der Studienwahl und ob mein Leben ab jetzt so krass ist, dass ich seit 2 Wochen nur noch Gehaltstabellen anschauen und diese negativen Forenbeiträge in mich reinfresse, anstatt die Master-Thesis voll fertig zu schreiben. Wenn alle davon abraten, dann frage ich jetzt mal ob es jetzt noch die Möglichkeit gibt die Kurve zu kratzen und in die Metall, Automobil oder Elektroindustrie zu wechseln? Und sich dort die schicken IG-Metall Tarife zu schnappen, wo´s mehr Gehalt und bessere Arbeitszeiten gibt. Ich danke Euch jetzt schon mal für ein paar motivierende Wörter. Grüße Peter

dsf | 14. Februar 2010 - 16:13

Es ist leider richtig, daß häufig nur ein Bruchteil der HOAI für die Planung von Bauvorhaben gezahlt wird. Da kann es einen nicht verwundern, wenn nur noch mickrige Gehälter 1500-2000 € oder gar nur der Praktikantentarif ca. 400 € an die Archtekten und Ingenieure gezahlt wird.

Mißmutig stimmt es erst recht, wenn man sich ansieht, daß für die Baubranche in den nächsten Jahren ein weiterer Umsatzrückgang von 25% vorhergesagt wrid.

Besser die Uni meiden und Taxifahrer oder Hausmeister werden, das wird besser bezahlt!

| 05. Dezember 2009 - 17:26

Hallo Einsteiger,

ich möchte den Sinn Deiner Frage an einem Beispiel erklären:

"Ich mache gerne Urlaub, auf welchen Kontinent soll ich fliegen?"

Auf die Frage, was am besten für Deine Zukunft ist, kannst Du von Menschen, die nur wissen, dass Du Bauingenieur bist, keine hilfreiche Antwort erwarten. Ich kann Dir nur eine allgemeine Antwort geben: Versuche herauszufinden
- warum Du Dich für diesen Studiengang entschieden hast,
- was Dir während des Studiums besonders gefallen hat,
- wie Du Dir ein Leben als Ingenieur vorstellst (z. B. geregelter Alltag oder eher weltweite Abenteuer etc.)?

Danach musst Du überlegen, welche berufliche Laufbahn am ehesten Deinen Interessen entspricht. Und dann wirst Du auch überzeugende Antworten im Vorstellungsgespräch haben. Ob Du lieber auf Seiten des AG oder AN arbeiten möchtest, ist auch eine Typfrage. Das kann man nicht mit der Wirtschaftslage im Bauwesen beantworten.

| 05. Dezember 2009 - 17:25

Hallo,

bin auch gerade fertig geworden mit dem Studium und es wäre auch für mich Interessant zu wissen, welche Richtung man einschlagen sollte?

Erfahrung habe ich bisher, außer ein Praktikum, noch nicht wirklich sammeln können. Bin jetzt am Überlegen, ob ich vielleicht als Bauüberwacher einsteigen soll, oder ist es besser zuerst auf AN Seite Erfahrungen zu sammeln?

Wenn man auf AG Seite anfängt, könnte man dann noch auf AN Seite wechseln, falls es einem zu langweilig wird ?? ;-)

Für Eure Entscheidungshilfe wäre ich sehr dankbar.

| 05. Dezember 2009 - 17:24

Lass Dich von dem Hinweis auf die Berufserfahrung nicht immer abschrecken. Versuche anhand des Stellenangebotes zwischen den Zeilen zu erkennen, ob nicht doch ein Anfänger in Frage kommt. Dabei hilft vor allem die Tätigkeitsbeschreibung


Noch ein viel besserer Tip: Ruf einfach an und frag ob du dich auch ohne Berufserfahrung bewerben sollst. Dann hat man auch gleich einen guten Start bei der Bewerbung und kann bezug auf das "freundliche und informative" Telefongespräch nehmen und wie telefonisch besprochen seine Bewerbungsunterlagen zusenden.

Noch was nebenbei:
Tragwerksplanung in Hamburg: 8 Bewerbungen, 5 Vorstellungsgespräche und 2 Zusagen. Gehalt jetzt 39.000 p.a. + Weihnachtsgeld als Berufseinsteiger.

greetz Dene

| 05. Dezember 2009 - 17:23

Hallo Travelmate,

Bewerbungsphasen können frustrierend sein, aber man darf sich dann zusätzlich zu den selbst erhaltenen Absagen nicht noch negative Erfahrungen von Kommilitonen ständig vor Augen halten. Ich sehe die Gefahr, dass Ihr Euch gegenseitig "runterzieht". Konzentrier Dich auf die Fälle, in denen Bekannte von Dir den Berufseinstieg bereits geschafft haben.

Meine Tipps sind folgende:
- Je größer die Firma, desto größer ist oft die Bereitschaft, Anfänger einzustellen. Bewirb Dich auch bei den großen Konzernen und bei großen Mittelständlern. Nicht nur in der Zentrale, versuche Ansprechpartner passend zu Deinem Einsatzgebiet zu finden (Homepage, Telefon)
- Bewirb Dich überregional (bundesweit). Mit ein paar Jahren Berufserfahrung in der Tasche kann man immer noch zurück in die Heimat. Dann ist es leichter.
- Ziehe auch Alternativen in Erwägung. Z.B. ein Refrendariat im öffentlichen Dienst o. ä.
- UND GANZ WICHTIG: Deine Bewerbungsmappe muss gerade in schlechten Zeiten vom Feinsten sein! Also lass nicht nur irgendwelche Freunde oder Verwandte drüber schauen, sondern auch Profis.

Die findest Du u. a. auf Bondingmessen oder in Uni-Städten bei regelmäßig kostenlos angebotenen Bewerberseminaren (Infos liegen oft in der Mensa aus). Dazu gibt es in der Regel jede Menge Bücher in der Uni-Bibliothek zum Thema Bewerben.

Wer für die erste Bewerbung nicht mindestens eine Woche vollzeit investiert hat, hat i. d. R. noch keine ordentliche Bewerbung. Da kann man sich das Abschicken gleich ganz sparen. Später reichen dann wenige Stunden pro Bewerbung.

- Lass Dich von dem Hinweis auf die Berufserfahrung nicht immer abschrecken. Versuche anhand des Stellenangebotes zwischen den Zeilen zu erkennen, ob nicht doch ein Anfänger in Frage kommt. Dabei hilft vor allem die Tätigkeitsbeschreibung.

- Und last but not least: Dass Praktika keine Berufserfahrung im eigentlichen Sinne sind, das gilt für alle Branchen. Solche Rückmeldungen darf man weder persönlich nehmen noch deswegen mit der Studienwahl hadern. Und dass Dein Bekannter eine Absage bekommen hat, weil das Unternehmen jemanden sucht, der sofort (ohne Einarbeitung) starten kann, ist auch in anderen Branchen nicht ungewöhnlich.

Kleine Ingenieurbüros und Baufirmen stellen neues Personal oft erst nach einem großen Auftragseingang ein und dann muss alles ganz schnell gehen. Aus einzelnen Absagen sollte man aber keine allgemeinen Schlüsse ziehen nach dem Motto "niemand nimmt einen Anfänger".

| 05. Dezember 2009 - 17:21

Hallo Kollegen,

so langsam bin ich es leid, mich als frisch gebackener BauIng zu bewerben. Jedes Stellenangebot ist mit dem Hinweis versehen:
mehrjährige Berufserfahrung.

Ich frage mich wirklich, woher soll ich die nehmen, wenn ich nicht in den Job reinkomme.
Bei den vorangegangenen Gesprächen hiess es
sogar, dass meine Praktika nicht als Berufs-
erfahrungen gelten.

Ein Freund von mir hat sich telefonisch bei
einer Firma erkundigt: er hat in Geotechnik
vertieft. Doch die Firma liess ihn wissen,
dass die Firma jemanden sucht, der
sofort anfangen soll. Für frisch gebackene
Leute hätte die Firma keine Zeit, sie
einzuarbeiten.

Das ist wirklich schlecht. Da studiert man und hofft auf einen Job, gerade in diesen Zeiten und hört immer das gleiche.

Ich dachte, wir hätten einen Fachkräfte-
mangel in Deutschland.

tragwerksplaner | 23. Juni 2009 - 12:08

das kann ich genau so unterschreiben und meine anmerkung zur kleidung bezieht natürlich auch büroinhaber mit ein - wie gesagt stelle ich das gleiche bei mitbewerbern und subunternehmern fest.



komischerweise (oder eher nicht) sieht man chefs von büros, denen es gut geht, nicht underdressed umherlaufen - manchmal machen kleider halt doch leute



gruss

DADO | 23. Juni 2009 - 08:27

Sehr geehrter Herr Tragwerksplaner,



zu dem Thema Kleidung und Bauingenieure möchte ich sagen, dass es auch Chef´s gibt, die kleidungstechnisch nicht so herumlaufen, wie es auch nach meinen Vorstellungen sein sollte.



Als ich aus einem großen Bauunternehmen, in welchem die Ingenieure mit Krawatte und Sakko zur Arbeit gekommen sind, in ein mittelständisches Ingenieurbüro für Tragwerksplanung und Prüfung gewechselt bin, habe ich mich auch sehr gewundert.



Ich bin zu meiner neuen Arbeitsstelle in meinem gewohnten Dresscode gegangen und bin wie das Männchen vom Mars angeschaut worden. Hintenrum habe ich mitbekommen, dass einer der Chef´s am meisten darüber gelästert hat, so nach dem Motto "Ach schau an, unser Edelingenieur".



Zum Verdienst möchte ich sagen, das Bauingenieure leider nicht das Gehalt erhalten, welches sie verdienen. Daran sind sie selbst schuld, denn wer sich selbst nicht schätzt, der wird auch von anderen nicht geschätzt.



Ich glaube, keine andere Berufsgruppe hat die Selbstausbeutung und das "Sich-unter-Preis-verkaufen" so zur Perfektion gebracht, wie die Bauingenieure. Ganz gleich ob als Selbständige oder als Angestellte.



Wenn ich sehe, dass Kollegen ihre Leistungen für Tragwerksplanung + Bewehrungspläne, Schall- und Wärmeschutznachweis eines mehrgeschossigen MFH + TG für 4.000,00 EUR (+ MwSt.) anbieten, dann kann man sich nur wundern.



Und dies´ sind nicht Rentner, die sich ihr Taschengeld aufbessern wollen, sondern Bauingenieure, die von Ihrer Arbeit Ihre Existenz bestreiten müssen. Zunächst dachte ich, dass wären unrühmliche Ausnahmen, bis ich feststellen mußte, dass solche Kollegen eher die Regel sind.



Dieses Beispiel ist leider nicht erfunden!



Da kommt einem die Diskussion über die Anhebung der HOAI-Honorare wie ein schlechter Witz vor. Da auch die Politik mitbekommen hat, dass sich die Ingenieurbüros selbst nicht an die HOAI halten, muß man sich nicht wundern, dass die Politik die HOAI abschaffen will. Wer redet über die Minderung oder Abschaffung der Juristen- und Ärztehonorare?



Über die Ärzte wird ständig berichtet, wie schlecht diese bezahlt werden und dass sich für die Ärzte die Arbeit in Deutschland nicht lohnt.



Wer von Ihnen hat in den Medien einen Bericht darüber gelesen oder gesehen, welche Einbußen die Bauingenieure haben bzw. wie schlecht sie bezahlt werden. Und an wem liegt das? An uns und unseren offiziellen Interessenvertretungen, den Ingenieurkammern.

Equilibrium | 23. Juni 2009 - 07:35

Hallo Hoschi,



Tragwerksplaner hat recht: Ich meinte Gehaltsverhandlungen von Mitarbeitern - nicht von Bewerbern. Man sollte als Bauingenieur nie die Scheu haben, in bestimmten Abständen (insbesondere nach erfolgreich erledigten Aufgaben/Projekten) die Gehaltsfrage zu stellen.



Auch in schlechten Zeiten sind intelligente Vorgesetzte bereit, wachsende Berufserfahrung in gewissen Zeitabständen mit Lohnerhöhungen zu honorieren. Wer jedoch täglich in Birkenstock-Sandalen und möglicherweise unrasiert ins Büro kommt, zeigt damit indirekt auch, welchen Stellenwert er seinem Job selbst zuschreibt.



Man drückt mit seiner Kleidung (ob nun gewollt oder nicht!) aus, welche Relevanz man einem Meeting, den Gesprächspartnern und letztlich auch seinem eigenen Beruf beimisst.



Und jetzt mal eine Frage an die "T-Shirt-Fraktion": Stellt Euch vor, Ihr geht in eine Bank, um Euch zum Thema Privatrente o. ä. beraten zu lassen und der Berater hat ein Metallica-T-Shirt an und ist unrasiert. Würdet Ihr dem Mann die gleiche Beratungskompetenz zutrauen wie einem Anzugträger?



P.S.: Idealisten sagen jetzt natürlich spontan ja, aber die Wahrheit sieht wohl eher anders aus. Ich bin übrigens Metallica-Fan. Aber die zugehörigen T-Shirts sind meiner Meinung nach Freizeitvergnügen.

bauingX | 22. Juni 2009 - 22:08

Ich glaube das (Neben-) Thema angemessene Kleidung am Arbeitsplatz bzw. zur Vorstellung ist nun erschöpfend geklärt:



Es lebe der Stil und den hat übrigens keine Berufsgruppe gepachtet. Aber Ingenieure sind im allgemeinen sowieso ziemlich nerdig, also nicht wundern.



Also nochmal zum Thema:



Süddeutschland, Großstadt, 4tes Berufsjahr, Tragwerksplanung, etwa 43-44k (40+5h Woche).

tragwerksplaner | 22. Juni 2009 - 12:56

wir machen im moment alles, um unser unternehmen nach aussen hin so gut aussehen zu lassen, wie wir innen sind - das schwierigste dabei ist eindeutig, die mitarbeiter aus ihrer gewohnten kleidung herauszuholen und ihnen beizubringen, dass jeder bankangestellte oder versicherungskaufmann (auch wenn diese nur im innendienst tätig sind) besser angezogen zur arbeit gehen als unsereins, die wir uns mit anderen akademikern gleichstellen möchten.



und noch eins zu hoschi:

der vergleich mit den architekten ist nicht schlecht, da architekten wohl die einzigen akademiker sind, die als angestellte noch weniger (oder ungefähr gleich schlecht) verdienen wie die bauingenieure.



gruss

twp

tragwerksplaner | 22. Juni 2009 - 12:49

hallo,



ich glaube der kollege meinte nicht das bewerbungsgespräch, sondern die gehaltsverhandlungen und da erlebt man kleidungsmässig schon einiges, genauso wie bei vertragsverhandlungen mit subunternehmern - also es ist den meisten BI's nicht klar, wie man sich dort kleidet.



insgesamt ist die kleidung natürlich nur ein punkt und bei diesem und anderen punkten, die sich eventuell auf das gehalt oder das honorar auswirken, stellt sich die frage, was war zuerst da: das huhn oder das ei??



gruss

twp

Ole | 19. Juni 2009 - 12:15

Hallo zusammen,



das mit dem Erscheinungsbild ist scheinbar ein echtes Thema. Ich bin nun schon seit laengerem nicht mehr beruflich in Deutschland gewesen aber bei meinen vorherigen Arbeitgebern waren vernuenftige Kleidung und Umgangsformen immer Pflicht. Ich weiss nicht, warum nicht der Arbeitgeber dafuer sorgt, dass sein Unternehmen nach aussen gut dargestellt ist. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber gibt es da auch keinen Zweifel.



Wir verkaufen jaehrlich Bauleistungen im zweistelligen Milliardenbereich und da wird schlicht erwartet, das man ordentlich aussieht auch wenn es um die 40 Grad sind und das obwohl normalerweise am Casual Friday zur normalen Suedafrikanischen Arbeitskleidung, die aus kurzer Hose und Poloshirt besteht, noch der Sonnenhut dazukommt. Ich habe in Deutschland immer etwas den Eindruck gehabt, das viele Bauingenieure sich nicht zu sehr von den Bauarbeitern abheben wollen, um besser akzeptiert zu werden und nicht als Spinner zu gelten.



Das kommt vermutlich noch von der Uebersozialisierungwelle der 70ger und 80ger Jahre.



Ole

hoschi | 19. Juni 2009 - 10:47

wer bezahlt wird wie ein gärtner, der darf auch dementsprechend im büro rumlaufen. und tragwerksplaner sitzen nunmal die meiste zeit im büro ohne kundenkontakt. der architekten dresscode ist auch ähnlich dressed down und somit ist dies bei kontakten mit architekten in den meisten fällen kein nachteil. also kein grund das niedrige gehalt auf oberflächlichkeiten zu schieben.



zu projektmeetings geht man selbstverständlich in angemessener garderobe und der kommentar mit dem bewerbungsgespräch ist gelinde gesagt fehl am platz. wer bitte geht in deutschland in jeans und t-shirt zum bewerbungsgespräch?

Equilibrium | 18. Juni 2009 - 21:27

Großer Baukonzern; Anstellung im süddeutschen Raum; Statik/Tragwerksplanung; 5 Jahre Promotion plus 3 Jahre Berufserfahrung:



knapp 60.000 Euro/a



P.S.: Abiturienten sollten sich von dem Jahresgehalt aber definitiv nicht blenden lassen! Der Normalfall für Statiker ist die Anstellung im Ingenieurbüro und dort fällt das Gehalt zum Teil deutlich niedriger aus.



Es gibt sicher auch erfahrene Statiker, die für 40k oder weniger arbeiten (abhängig von Region und Tätigkeitsfeld).



Die Ausführungen von Tragwerksplaner zum äußeren Erscheinungsbild der Ingenieure finde ich übrigens sehr passend. Ich frage mich oft, warum viele Bauingenieure mit der gleichen Kleidung ins Büro gehen, mit der andere Leute eher die Gartenarbeit erledigen.



Wer seine Gehaltsverhandlung im verwaschenen T-Shirt führt, sollte sich nicht über mangelnde Anerkennung in Form eines geringen Gehaltes wundern.

Bert | 18. Juni 2009 - 14:49

@benjamin: nicht jeder bekommt 14 ! monatsgehälter - daher gehe ich davon aus, dass es sich immer um 12 monatsgehälter handelt.



2 jahre berufserfahrung, projektmanagement bei einem großen auftraggeber in hessen, 40.000 € p.a. bei 39,5 Wochenstunden.



benjamin | 17. Juni 2009 - 13:43

Ich hätte mal ne Frage wenn ihr euer Jahreseinkommen angebt, gebt ihr dann 12 Gehälter oder 14 Gehälter an (also inkl. den 2 zusätzlichen Gehältern)

Flo | 17. Juni 2009 - 12:54

29000 EUR Brutto pro Jahr sind eindeutig zu wenig.



Als Trainee bekomme ich in Bayern schon 3100 EUR Brutto im Monat.



Gruß

sam | 17. Juni 2009 - 01:07

Wie ist es mit 29000 Euro Brutto pro Jahr als Einsteiger im Ingenieurbüro (in einer kleinen Stadt in BW)?



Liegt das noch im Rahmen?

BrumBrum | 16. Juni 2009 - 22:10

Hallo zusammen,



im Grunde stimme ich den Ausführungen von Tragwerksplaner hinsichtlich der Weiterbildung zu. Jedoch möchte ich einen Gedanken hinzufügen. Weiterbildung als Bauingenieur bedeutet heutzutage meistens BWL.



Ich selbst mache gerade meinen MBA. Das bedeutet, stark vereinfacht, daß ich später die Stunden von anderen Ingenieuren zähle und verrechne und damit mehr Geld als diese bekomme. Fachspezifische Weiterbildung wird meistens als Einbahnstraße angesehen und man wird zum "Fachidiot".



Nur bin ich eigentlich Ingenieur geworden um Probleme zu lösen und etwas zu planen, nicht um Rechnungen zu schreiben.



Darin sehe ich momentan eine Gefahr. Es könnte zu viele mittelmäßige BWLer geben, die früher mal Ingenieure waren, als herausragende Ingenieure.



Meine 5 Gedanken zum Thema.

tragwerksplaner | 16. Juni 2009 - 14:46

sorry, im internetstil habe ich mir erlaubt, mich darüber hinwegzusetzen

Duden | 15. Juni 2009 - 14:08

Hallo Tragwerksplaner,



Deine Ausführungen haben mir gut gefallen, insbesondere die zur Kleidung ! - aber ist Dir bewusst, das die deutsche (oder Deutsche?) Sprache über Regeln bezüglich Gross- und Kleinschreibung verfügt ?

Idefix | 15. Juni 2009 - 08:34

Nordbayerischer Raum/Hessisches Grenzgebiet, Tiefbauplanung im Ing.-Büro, durchschnittlich ca. 40 h/Woche, 4 Jahre Berufserfahrung:



Bruttojahresgehalt: ca. 41.500,- €

tragwerksplaner | 13. Juni 2009 - 14:38

hallo kollegen,



bin seit 10 jahren tragwerksplaner und habe seit einiger Zeit ein eigenes Ingenieurbüro im südwesten deutschlands, in dem wir von architektur über bauleitung, tragwerksplanung, brandschutz, energieberatung usw. alles bearbeiten.



könnten aufträge ohne ende haben, finden aber leider keine leute, die bereit sind, verantwortung für ihre tätigkeit zu übernehmen, hier und da etwas mehr zu arbeiten und flexibel genug, sich in ihrer freizeit fortzubilden und sich irgendwo in deutschland, europa oder der welt einsetzen zu lassen (das hört sich eventuell nach etwas viel anforderung an, aber das berufsbild des bauingenieurs hat sich, wie die vorherigen beiträge zeigen, seit den 70-gern etwas gewandelt). ich denke auch, dass wir nicht schlecht bezahlen (38k bis 40k für absolventen - ich selbst habe als absolvent mit ca. 32k angefangen, aber da war der bau auch total am boden).



bauingenieurwesen ist im moment wohl die härteste ingenieurdisziplin (im maschinenbau kann man mit 10k mehr einsteigen als bei uns, bei geregelteren arbeitszeiten, aber auch dort müssen die leute leistung bringen). es ist in keinem beruf ausreichend nur 0815 abzuarbeiten und die honorare der ingenieurbüros sind leider auch nicht mehr so hoch, wie sie früher einmal waren - wie soll dann mehr bezahlt werden?)



das liegt zum einen an den kunden, die bereit sind, im verhältnis einfach mehr für ein auto hinzulegen als für ein haus, zum anderen auch an den ingenieuren selbst. wir und unsere vorgänger sind selbst schuld daran, dass wir nicht mehr behandelt und auch nicht mehr bezahlt werden, wie AKADEMIKER:



- die meisten bauingenieure ziehen sich an, wie bauarbeiter und sind daher rein äusserlich auch nicht mehr von diesen zu unterscheiden, man lässt sich ja auch mehr oder weniger abwertend statiker nennen oder nennt sich selbst so - während z.b. wirtschaftsingenieure schon im studium mit anzug und krawatte zu projektvorstellungen erscheinen müssen und das auch früher bei den bauingenieuren die angemessene arbeitskleidung war (im englischsprachigen raum ist das übrigens immer noch so), trägt man bei uns halt jeans oder kurze hosen, je nach wetter.



- die meisten bauingenieure (sowohl angestellt als auch selbstständige) haben von bwl nicht nur keine ahnung, sondern überhaupt keine ahnung - angestellte haben keine vorstellung von dem, was ein büro an nebenkosten mit sich bringt und sind daher nicht bereit, mehrarbeit zu leisten, weil sie denken, dass das direkt beim chef in die eigene tasche geht, während für den eventuell in manchen monaten kein geld verbleibt, damit er seine mitarbeiter bezahlen kann und notwendige investitionen in die firma tätigen kann - bei mir schon vorgekommen, auch, wenns mir sicher keiner glaubt - angestellte beschweren sich über eine 45- oder 50h- woche, während ihr chef ganz locker auf eine 80- bis 110h- woche kommt - in den letzten jahren hatte ich selten darunter, auch wenn mir das wiederum keiner glaubt - während mein gehalt, gewinn oder wie auch immer aber bei weit weniger als dem doppelten des durchschnittlichen gehalts meiner mitarbeiter liegt.



keiner denkt dran, dass ein bürochef die gehälter der mitarbeiter für einige monate vorhalten muss, weil er zum einen die mitarbeiter immer bezahlen muss, bevor er das geld für einen auftrag bekommt und seine mitarbeiter auch bezahlen muss, wenn mal einige monate keine aufträge oder zu wenige da sind.



auf der anderen seite gibt es viele selbstständige, die auf minimalstem niveau ihre aufträge abarbeiten und sich eine wirtschaftlichkeit in die tasche lügen, die nicht vorhanden ist - wenn ein versicherungsfall eintritt, wundern sie sich, warum der höher ausfällt als das, was sie für ihre tätigkeit bekommen haben, weil sie sich rein die tätigkeit aber nicht ihre verantwortung bezahlen lassen - so kommen dann honorare von 1500,- eur für wohnhäuser weit unter der HOAI zustande, weil irgendwelche kollegen denken, wenn sie davon 2 oder 3 im Monat machen, haben sie ja ein ordentliches einkommen und mit minimalem aufwand kann man diese anzahl ja auch schaffen.



an hardware, software, bücher, fortbildung und büromiete ist dabei natürlich nicht mehr zu denken. ingenieure sitzen hierbei immer auf einem sehr hohen ross, weil ihr studium ja so anspruchsvoll ist, im gegensatz zu bwl, und schauen auf die betriebswirte herunter mit deren leichten studium, aber was wirtschaftlichkeit betrifft, könnten die meisten von uns dort noch etwas lernen.



-die ingenieure schaffen es offensichtlich nicht, sich zu organisieren, wie die architekten oder die ärzte, um ihre interessen zu vertreten und z.b. die HOAI durchzusetzen, weder die selbstständigen (zu wenig zeit? konkurrenzdenken?), noch die angestellten (kein interesse an berufsständiger organisation?), noch gemeinsam (obwohl es im moment tatsächlich mehr arbeit und mehr aufträge auf dem markt gibt als ingenieure) - und die ingenieurkammern sind hierbei auch keine grosse hilfe, da sie sich ja nicht einmal dazu durchringen können, dass die mitgliedschaft in einem bundesland gleichzeitig die berufserlaubnis in allen bundesländern beinhaltet und man für jedes bundesland extra einen beitrag bezahlen muss, um dort tätig werden zu dürfen.



- "derStatiker" hat recht, wenn er sagt, dass der Kollege selbst schuld ist, wenn er sich so billig verkauft und das gilt genauso für die selbstständigen - wir müssen wieder zu höheren honoraren und zu höheren gehältern kommen, da man mit einem durchschnittlichen bauingenieursgehalt in deutschland kaum eine familie ernähren kann, geschweigedenn selbst ein haus bauen kann - hierzu bedarf es einer organisierung, wie bereits erwähnt und ich hoffe, dass ich es noch erleben darf, dass wir ingenieure das auch hinbekommen



bis dahin kann ich nur jedem raten:

- bildet euch fort

- seid flexibel (auch offen für tätigkeit im ausland - das ist ein vorteil unseres berufs)

- übernehmt verantwortung und arbeitet nicht nur 0815 eure 40h runter

- denkt mal über euer äuseres auftreten nach

- seid bereit, zuerst mehr leistung zu bringen, bevor ihr mehr bezahlung verlangt (umgekehrt kommt meistens nicht gut an)

- wenn ihr das erfüllen könnt und gut seid, bewerbt euch bei uns, wir können sofort 3-4 leute brauchen, auch führungskräfte



wie gesagt, es ist im moment sehr schwer in unserem beruf vorwärts zu kommen, aber auch hier ist jeder seines glückes schmied - mit viel arbeit, viel leistung, viel eigenem intersse und vor allem viel VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN (was leider immer weniger leute haben) kann man sich auch in unserem Beruf dorthin kämpfen, wo man hinmöchte.



gruss

tragwerksplaner

Pete | 12. Juni 2009 - 22:46

NRW, 6 Jahre Berufserfahrung, Tragwerksplanung, 45600 pa

Zerzauster | 11. Juni 2009 - 13:59

Hallo Sachse,



22.800 € sind ja wirklich außerirdisch, aber viel Glück bei deinem neuen Job mit 5.500 € mehr netto im Jahr. Das wird wohl keiner mehr toppen können.



Zu mir, konstruktiver Ingenieurbau, Norddeutschland, steinalt, 53.000 €.



Hatte schon mal bessere Zeiten. Im Jahr 2000 bei 120.000 DM, lange ist es her...



Zerzauster

derStatiker | 11. Juni 2009 - 13:38

Hallo oO,



muss dir leider sagen, daß du da selber schuld bist, so einen Job anzunehmen. Nach 3 Jahren darf das nicht so sein.



Die Mentalität, solche Jobs überhaupt anzunehmen, macht die Preise/Gehälter kaputt! Wenn man sich selbst so wenig wert ist, dann kann man auch nicht viel erwarten.



Es ist wirklich besser, bei einer solchen Bezahlung, NEIN zu sagen. Dann wirklich lieber irgendwo kellnern!



So etwas ärgert mich (natürlich hauptsächlich über den Arbeitgeber!!!).



Gruß

derStatiker

oO | 10. Juni 2009 - 20:50

Sachsen, 3 Jahre Berufserfahrung, Arbeitsvorbereitung Ingenieurbau, 45-50 h/Woche



22800 p.a. (brutto!)



Wer kann unterbieten?



Hab aber bald was neues und mind. 10 k mehr.

Tragwerksplaner 06 | 09. Juni 2009 - 20:10

Kreis Heinsberg (NRW), Tragwerksplanung, 3 Jahre Berufserfahrung, durchschnittlich 40 h Woche:



Bruttojahresgehalt: 33600,- p.a.

Ole | 09. Juni 2009 - 10:23

Hallo zusammen,



das mit den Zahlen finde ich nicht so schlecht. Hier mal ein paar Daten aus dem Unternehmen, in dem ich taetig bin.



Site engineer jun. brutto 150.000 Rand 1. Jahr

Site engineer brutto 450.000 Rand ab 2. Jahr

Site agent + Contract manager jun. 650.000 Rand

Project/Contracts Manager 850.000 Rand

Contracts Director brutto 1.2 Mio. Rand aufwaerts.



Incl. ist eine private Krankenversicherung die alles bezahlt, sogar Zahnersatz bis zu 12600 Rand im Jahr, wobei die Leistung hier nur ein drittel kostet. Eine wirklich super Rentenversicherung und eine Lebensversicherung, die bei Ableben 5,5 mal das brutto Jahreseinkommen netto an die Hinterbliebenen zahlt plus die eingezahlten Betraege der Rentenversicherung mit zur Zeit 12% Zinsen.



Ich bin als Project Manager beschaeftigt und habe, weil ich von der europaeischen Niederlassung komme, einen etwas besseren Vertrag. Ich bekomme die 850.000 Rand plus Wagen, plus Wohnung, incl. der vollen Relocation und vierteljaehrlich Freifluege nach Hause. Monatlich macht das netto zirka 45.000 Rand, was im Moment so zirka 4000 Euro sind. Nur die Lebenshaltungskosten sind extrem guenstig. Steak im Restaurant kostet so 80 Rand, BMW 320d neu 380.000 Rand, Wiskey Coke in Supertrendy-Bar 25 Rand, Levis Jeans 550 Rand usw.



Ich bin in Johannesburg beschaeftigt und war vorher in Kapstadt, was mir besser gefallen hat. Leider ist dort die Arbeit recht knapp und Johannesburg boomt. Es wird hier recht gut bezahlt, da viele weisse Afrikaner nicht mit ihrer neuen Situation (ANC usw) fertig werden und das Land verlassen. Das heisst die haben hier wirklich wenig Menschen, die wissen, was sie tun aber Arbeit ueber beide Ohren.



Vorsicht ist dennoch geboten, wegen der weltweiten Krise werden die Gehaelter gerade maechtig gekuerzt. Unsere Dubai Branch hat in meiner Position bis August 2008 zirka 120.000 Britische Pfund bezahlt ( Brutto = Netto ) im Moment haben die Jobs ausgeschrieben fuer die Haelfte. Leider muss man, wenn man in den Emiraten arbeitslos wird, das Land nach 3 Monaten verlassen und es wurden bis zu 20% aller Stellen im Bausektor gestrichen.



Die Menschen greifen also nach den Jobs, obwohl man mit 60.000 Pfund in Dubai wirklich nicht gut verdient waehrend man in SA damit der absoluter Superverdiener ist und definitiv zur Oberschicht gehoert. Das einzige was echt nervt ist die Kriminalitaet.



Johannesburg hat neben Rio de Janero die hoechste Kriminalitaetsrate der Welt und es besteht nicht die geringste Hoffnung, dass sich das aendert. Besonders in Joburg sind alle Polizisten bestechlich und das ist nicht gerade von Vorteil.

Ausserdem hat man als Deutscher relativ gute Karten, weil man fuer die Verhaeltnisse hier relativ hartes Arbeiten gewohnt ist und auch eine andere Einstellung zu Qualitaet hat.



Ich habe hier Aufstiegsmoeglichkeiten, die ich in Deutschland niemals gehabt haette, wirklich niemals. Ich bin jetzt in einer Position, die ich in D nur durch Beziehungen von Papa oder erst mit 55 Jahren haette und ich bin bereits gefragt worden, ob ich den naechsten Schritt auch noch machen wuerde. Eigentlich wollte ich nicht laenger als 3 Jahre bleiben, aber die Moeglichkeiten sind bei meinem Arbeitgeber soviel besser als zu Hause, dass ich auf keinen Fall zoegern werde, einen weiteren Vertrag zu Unterschreiben.



Es sei noch bemerkt, dass es nicht allen so leicht gefallen ist, sich dem System hier anzupassen. Mit mir haben einige Europaeer hier angefangen und 50% sind wieder gegangen. Aus verschiedenen Gruenden, aber meistens weil sie mit den Arbeitsbedingungen nicht zurecht kamen.



Ich bin wirklich sehr zufrieden hier und bereue es nicht einen Tag lang, bei meinem Arbeitgeber zu sein. Aufpassen muessen eigentlich nur Familien mit schulpflichtigen Kindern, denn die staatlichen Schulen sind schlicht gesagt scheisse und Schulgeld kann leicht 4000 Rand im Monat pro Kind kosten.



Ich hoffe ich habe euch einen kleinen Eindruck vermittelt.



Ole

Bedenkenträger | 08. Juni 2009 - 21:10

Süddeutsche Grosstadt (mit M), Tragwerksplanung, 10 Jahre Berufserfahrung, durchschnittlich 45h Woche:



Bruttojahresgehalt: 47k



Karl | 08. Juni 2009 - 10:23

Verfolge das seit längerem, finde Tim hat Recht, wir sollten hier mal ein paar Zahlen einfüttern...



Fange mal aus meiner Erfahrung an und bitte um Korrekturen, falls da jemand andere Erfahrungen gemacht hat.



Schwankungsbreite ist aus meiner Erfahrung sehr groß



Bauingenieur mit 5+ (bis 15) Jahren Erfahrung, Projektmanager, Standort D., Betreuung von Auslandsprojekten inkl., Reisetätigkeit

je nach Verantwortung, Projektgrößen und Fa.



Baubranche direkt: 50 - 65 k/a

Anlagenbau: 55 - 85 k/a

Immobilien: 55 - 95 k/a



Tagessätze hätte ich auch noch, hier schwankt es noch mehr - aus meiner Erfahrung:



Baubranche direkt: 250 - 400 Euro/d

Anlagenbau: 300 - 600 Euro/d

Immobilien: 350 - 900 Euro/d



Im Anlagenbau gibt es aus meiner Erfahrung auch noch Ausreißer nach oben, bei richtig großen Projekten.



Nennt doch auch mal ein paar Zahlen, benutzt notfalls ein anderes Synonym.



Ich wäre total an ein wenig Erfahrungsaustausch zu diesem Punkt interessiert...



Grüße Karl

Tim | 07. Juni 2009 - 10:51

Hallo Ole,



kannst Du (willst du) uns eine grobe Info geben, was man in Deiner Funktion (Projektmanager gehe ich mal davon aus) verdienen kann.



Viele Grüße

Tim

Ole | 03. Juni 2009 - 08:44

Hallo mal an alle hier im Forum,



seit einiger Zeit stelle ich fest, dass es vermehrt frisch gebackene Ingenieure oder Schulabgaenger gibt, die hier fragen zur beruflichen Entwicklung stellen. Was, wann am besten ist und wie man am schnellsten viel Geld verdient.



Bauingenieurwesen ist mit Abstand die schlechteste Wahl, wenn man es auf diese Ziele abgesehen hat. Auch wenn ich durchaus gut verdiene und selber mit meiner Entwicklung sehr zufrieden bin, entgeht mir nicht, das die meisten meiner Kollegen behandelt werden, wie der Maurerlehrling im dritten Lehrjahr. Besser bezahlt werden Bauingenieure meisten auch nicht.



Ich kann nur dazu raten, gezielt zu schauen, wohin man moechte und sich dann in diese Richtung zu bewerben. Ich habe am Anfang erst mal einen Job genommen, um Geld zu verdienen und mich in Ruhe umschauen zu koennen. Riesen Fehler! Man endet viel zu schnell in Sackgassen und wird spaeter gerne auf bereits geleistete Arbeit festgenagelt.



Ich habe den ersten Job 2 Jahre gemacht und es hat dann weitere 4 Jahre gedauert, bis ich endlich dort war, wo ich hin wollte. 6 verschenkte Jahre also. Und selbst heute kommen immer wieder Menschen auf mich zurueck, die der Meinung sind, das ich doch diesen Bereich gut uebernehmen koennte, weil ich doch bereits so viel Erfahrung damit habe. Boese Falle. Bewerbt Euch wann immer ihr wollt, aber bitte auf die richtigen Jobs, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so super bezahlt werden.



Gut verdient nur, wer gut ist und gut ist nur, wer seinen Job mag, gilt natuerlich auch nicht fuer jeden. Will sagen: wer seine Staerke im Projektmanagement sieht, braucht als Tragwerksplaner gar nicht erst anzufangen und umgekehrt. Macht Euch klar was ihr wollt und geht dann in die richtige Richtung. Reich wird man als Bauing mit hoechster Wahrscheinlichkeit sowieso nicht.



Ich weiss, dass im Projektmanagement oft besser bezahlt wird, aber geht diesen Weg nicht, wenn Euer Talent im planerischen Bereich liegt. Seid beweglich und am besten nicht auf Deutschland fixiert. Ich bin im Moment meistens in Afrika und hier kann man beispielsweise als Tragwerksplaner richtig gut verdienen. Die Gehaelter fuer Expats liegen zwischen 60 und 100-Tausend Euro mit zumeist wenig steuerlicher Belastung.



Nur wollen die niemals jemanden, der nicht wirklich mit Leidenschaft und viel Wissen ausgestattet ist. Jeder der meint, dass Bauingenieurwesen erst mal eine gute Grundlage ist und von Papa gehoert hat, dass auf dem Bau immer gut Geld verdient wurde, Papa hat wahrscheinlich immer noch die 60 + 70 ger Jahre im Blick, der ist auf dem Holzweg!



Wer nicht wirklich ueberzeugt davon ist, studiert besser Elektrotechnik oder Maschinenbau oder meinetwegen Mediendesign oder was weiss ich sonst noch, nur eben nicht Bauwesen.



Haette ich vorher gewusst, wie schwer es ist sich am Markt durch zu setzen und dort zu bestehen haette ich vermutlich Maschinenbau studiert, das war damals meine zweite Wahl. Vergleiche ich mich heute mit meinen Freunden, die diesen Weg gegangen sind, muss ich feststellen, dass ohne Ausnahme alle mit wesentlich weniger Einsatz genauso weit gekommen sind wie ich, nur das die die ersten 7 Jahre das doppelte netto verdient haben.



Auch wenn ich im Moment gut bezahlt werde, ist mir klar, das Grossprojekte nur von wenigen Unternehmen ueberhaupt verwirklicht werden koennen. Das bringt mit sich, das man immer mit den selben Menschen in Konkurrenz steht und das wiederum bringt mit sich, das man diese Menschen ziemlich schnell kennt.



Sollte man also mal ein Projekt richtig in den Sand setzen, bekommt man auch ganz sicher kein anderes Angebot, die Luft ist also duenn.



Ole

Flo | 02. Juni 2009 - 11:17

Hallo Katharina,



also ich habe an der FH in 8 Semester mein Studium erfolgreich beendet und arbeite derzeit als Trainee in der Konstruktion und Projektleitung.



Auf jeden Fall würde ich mich schon im Vorfeld bewerben, auch wenn man noch nicht fertig ist.



Mein Einstiegsgehalt im ersten Jahr als Trainee beträgt 3078 EUR Brutto und damit bin ich eigentlich sehr zufrieden. Andere ehemalige Studienkollegen haben mit 2700 EUR Brutto angefangen und dass bei deutlich mehr Wochenstunden.



Gruß Flo

Painisti007 | 01. Juni 2009 - 15:17

Guten Tag,



ich wollte nachfragen, wie viel soll ein Absolvent nach dem Studium verlangen? Mein Freund wird mit seinem Studium im September fertig.



Er studiert an der TU Darmstadt, aber wohnt in der Nähe von Mainz.



Er hat bestimmt keine 1,0 , aber er wird in vorgegebener Zeit (Diplom) sein Studium erfolgreich beenden und nicht wie viele andere 18 Semester oder so was.



Grüße

Katharina



P.S.: Er macht sich Sorgen wegen der Jobsuche. Soll er schon beginnnen mit Bewerbungen schreiben, obwohl er noch nicht ganz mit dem Studium fertig ist? Oder lieber abwarten bis Septmember wegen Prüfung usw. ?

Nils | 23. Mai 2009 - 09:37

...kann den Vorrednern die abraten nur nochmal zustimmen!!!



NUR FÜR REINE ÜBERZEUGUNGSTÄTER!!!



Alle die einigermaßen verdienen, die ich kenne, haben sich mit sehr viel Glück, Zusatzqualifikationen und Anstrengung in verwandte (oder ganz andere) Branchen abgesetzt!



Und nicht weil es Ihnen keinen Spaß gemacht hätte!



Ich habe mich auch rausgehangelt und da ich hier immer noch reingucke, hat es mir denke ich auch Spaß gemacht!



Die Bedingungen können einem aber alles vermiesen, wenn man in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszusehen...



BITTE GENAU INFORMIEREN!!!!



Es ist eine nur sehr schwer korrigierbare, geschweige denn reversierbare Entscheidung.



Wer sich nur Bau vorstellen kann, dann los, sind wahrscheinlich aber die wenigsten...



Für Schulabgänger vielleicht mal so: Stellt euch einfach vor Ihr hättet Klassenkameraden gehabt die bei gleicher Leistung immer 1 bis 2 Noten besser bewertet worden wären. So in etwa ist das als Bauingenieur, bisserl platt, aber ich denke das Feeling passt...

bauing X | 20. Mai 2009 - 19:55

An alle zukünftigen Studenten:



Bin selbst grad in meinem 4-ten Berufsjahr (TWPlanung) und kann aus eigener und externer - damit mittlerweile ausreichend repräsentativer - Erfahrung folgenden Schluß ziehen:



Wenn Ihr ums verrecken nicht an der Branche BAU interessiert seid, sprich: Es nicht aus reiner Überzeugung machen wollt und der Bauingenieurberuf "nur" eine realistische Berufsmöglichkeit darstellt:



LASST DIE FINGER DAVON!!!



Das ist kein Scherz, bitte informiert Euch noch einmal, macht Euch unbedingt diese Mühe!



Die Bezahlung, die Karrieremöglichkeiten, die Arbeitsbedingungen sind allgemein die schlechtesten, nein: Die minderwertigsten aller Ingenieursdisziplinen.



Und das ist Fakt. Überall nachvollziehbar, selbst wenn man es nicht (mehr) sehen will.



Wer etwas anderes behauptet (z. B. Kammerpräsidenten und ähnliches) hat andere Interessen (Büroeingentümer/Prof./etc.) und handelt grob fahrlässig, um es mal nett auszudrücken.

Tobi | 18. Mai 2009 - 14:50

@patrick:



Du triffst den Nagel auf den Kopf! Ich bin auch seit 10 Jahren im (westdeutschen) Baugewerbe tätig und bereue es heute wirklich sehr, dass ich mich damals nicht für Maschbau, E-Technik oder Informatik entschieden habe. Ich bin weder ein Jammerlappen noch ein Einzelfall, sehe die Dinge halt nur mit realistischer Einschätzung.



Hier ein einfacher Vergleich der letzten "Tarifrunden":

IG-Metall: Forderung 8%, Abschluss 4,2%

IG-Bau: Forderung 6%, Abschluss (gescheitert)



So ist es nunmal, wenn man einer Gewerkschaft angehört, die fast ausschließlich die Interessen der Bauarbeiter aus den neuen Bundesländern vertritt. Dann steht man halt gehaltsmäßig auf einer Stufe mit denen...

patrick | 16. Mai 2009 - 12:50

Hallo,



ich bin seit 10 Jahren im Baugewerbe tätig..

ich gebe Dir einen Tip, studiere NICHT Bauingenieurwesen!



In den Ingenieurbüros mußt Du als Statiker oder Planer komplexe Aufgaben bewältigen und wirst bezahlt wie Straßenbahnführer!



Als Bauleiter kann man zwar mittlerweile wieder ganz gut verdienen ... steht jedoch auch in keinem Verhältnis zu den Stunden die man einbringt...



Des Weiteren wird man dort nur verheizt und endet als moderner Nomade...



Also wenn Du wenig Geld, viel Zeit auf Arbeit und Stress haben möchtest ... dann studier Bauingenieurwesen!

Sammy | 09. Mai 2009 - 16:00

Ja, erkundige dich am besten direkt bei einer FH wo du studieren willst!



Ich hatte mich am Ende meiner Schulzeit auch mal beim Arbeitsamt informiert, ich glaube Hochschul-Informations-Systme nannte sich dass. Aber die FH direkt fragen, ist bestimmt am besten.



Viel Erfolg!

Sammy

B666 | 06. Mai 2009 - 10:05

Hallo,



du wirst wahrscheinlich ein Vorpraktikum von ca. 8 Wochen auf einer Baustelle absolvieren müssen.



An deiner Stelle würde ich aber mal an einer FH nachfragen, da die Studiumsvoraussetzungen unterschiedlich sind.

The Vaan | 05. Mai 2009 - 19:29

Hallo,



mein Name ist Sahakjan, ich bin 19 Jahre alt und habe einige Fragen:



Zurzeit besuche ich die Oberstufe eine Berufsschule und werde ab 2009 mein Fachabitur machen, jedoch in der Fachrichtung Informationsverarbeitung. Das ist zugleich mein Problem, denn ich möchte gern mal Bauingenieurwesen studieren, welche Chancen und Möglichkeiten habe ich? Was sind die Voraussetzungen für dieses Studium?



mfg Vaan

Constructor | 14. Mai 2008 - 00:18

@Marc.



Darf ich Sie höflichst fragen, für welches Konsortium Sie Lobbyarbeit machen? Oder haben Sie ein Bundestagsmandat, das Sie gezielt zu Geld machen wollen?



Wenn Sie sich in Statistik auskennen und die Beiträge im Forum mal durchlesen, dann erkennen Sie die wahre Lage im Lande. Es gibt 98% negative Berichte und vielleicht 2% positive Berichte. Wenn Sie nicht den Menschen glauben und als Nörgler beschimpfen, dann glauben Sie wenigstens an die Zahlen!



Übrigens: Haben Sie eine Idee, wie ich dem Bauwesen entkommen kann? Bin auch gerne bereit in die Politik zu gehen.



MfG

Artur | 13. Mai 2008 - 18:10

Übrigens typisch deutsche Jammerer: Am meisten höre ich in den Medien die Wirtschaftslobbyisten jammern.



Am besten, man macht sich selbst ein Bild: Von allen Kapitalgesellschaften kann man seit diesem Jahr unter www.unternehmensregister.de Einblick in die Bilanzen nehmen, auch von Ingenieur- und Architekturbüros, falls sie Kapitalgesellschaften sind. Früher musste man da auf das Registergericht, und da wurden die Bilanzen oft erst von den Firmen verlangt, wenn jemand danach fragte. Im neuen elektronischen Unternehmensregister wird automatisch gemahnt, die Aktenbestände dürften sich demnach auch nach und nach füllen.

Marc. | 13. Mai 2008 - 11:33

Hallo,



auch als Bauingenieur hat man die Möglichkeit, in anderen Bereichen zu arbeiten. Warum müssen immer wieder diese typisch deutschen Jammerer in einem Forum wie diesem die Stimmung schlecht machen? Es gibt gegen Schönmalerei genauso viel zu sagen wie gegen die negative Stimmungsmache.



Jeder Mensch, der vor der Frage der Berufswahl steht, sollte sich gründlcih über die Vor- und Nachteile seines Wunschberufes informieren und dann selbst abwägen, was er möchte. Und auf keinen Fall sich von Schönmalerei oder durch notorische Nörgler beinflussen lassen.



Jeder Job hat seine Sonnen- und seine Schattenseiten, jeder! Und die Menschen, die bereits Beruferfahrung haben, sollten sich der Verantwortung bewusst sein, die sie in Bezug auf die folgenden Generationen haben. Ach die notorischen Nörgler und ständig Unzufriedenen.



Ich kann nur hoffen, dass die jungen Menschen, die vor der Berufswahl stehen, ihrer Neigung folgen und die nützlichen Informationen aus Foren wie diesem herausziehen können.

Artur | 09. Mai 2008 - 23:32

Tja, liebe Kolleginnen und Kollegen,



da haben viele ja schon eine Durststrecke hinter sich und nach vorne sieht es nicht besser aus. Und morgen gehen wir wieder hin und funktionieren, weil am Abend muss ja was in den Topf.



Wir braten angebackene Entwürfe bautechnisch auf, sitzen in langen Beratungen und hören zu, wie über die Farbe der Kleiderhaken diskutiert wird, telefonieren dem Honorar hinterher und machen dann nach Feierabend die eigentliche Arbeit. Und wenn wir damit fertig sind, schreiben wir eine lange Begründung, warum eine Wand Geld kostet und warum zwischen zwei Deckenplatten mehr Substanz sein muss als Luft, Gipskarton und Glasscheiben.



Und beim Bier legen wir dann die Norm und die Auslegung nebeneinander und vergleichen anschließend mit der Druckfehlerkorrektur und der aktuellen Rechtssprechung und den jüngsten Schadensfällen.



Und wenn dann mal die Sprache auf eine Sonderzahlung kommt (wir wollen ja schön realistisch auf dem Teppich bleiben und nicht gleich Tarifverhandlungen führen) dann heißt es: 1. Ist zur Zeit ganz schlecht. 2. Beim nächsten Projekt, mal sehen, vielleicht. 3. Geld ist noch nicht da. 4. Geld ist nicht mehr da. 5. Geld ist ausgeblieben.



Aber welche Interessenvertretung haben angestellte Ingenieure?



Aber trotzdem: bauen ist eigentlich eine tolle Sache, darum ist es doppelt schade, dass die Kultur derartig verdorben ist. Und das wird sich so schnell nicht ändern.

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