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Brandschutz bei Gebäuden nach WEG (Wohnungseigentumsgesetz)

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MP | 30. Juli 2019 - 13:13

Zur Beurteilung des erforderlichen Brandschutzes sind neben der Einordnung des Gebäudes in die entsprende Gebäudeklasse
u.a. die Eigentumsverhältnisse von Bedeutung. So müssen Haustrennwände zwischen Reihenhäusern nach WEG nicht, wie sonst üblich, als Brandwände ausgeführt werden, haben der nach GK notwendigen Feuerklasse zu genügen und werden nach §27 MBO eingestuft.

Kann mir jemand sagen, an welcher Stelle dies rechtlich bindend geregelt ist? ich habe bereits vergeblich in Musterbauordnung / Landesbauordnung sowie im Baurecht nach Regelungen bezüglich WEG / Brandschutz gesucht!?

Marc | 08. August 2019 - 00:34

Die Eigentumsverhältnisse nach WEG haben mit dem Baurecht nichts zu tun. Brandwände müssen bei Reihenhäusern nur angeordnet werden, wenn die Haustrennwände an der Grundstücksgrenze stehen oder mit Abstand von weniger als 2,5 m zur Grenze sowie bei Hausreihen länger als 40 m.

Steht ein Reihenhauskomplex < 40 m lang auf einem Grundstück , braucht es keine Brandwände, nur Trennwände. Hat jede Reihenhauseinheit ein eigenes Grundstück, muss dort die Brandwand hin, für jedes Haus eine eigene. Die Haustrennwände sind dann Gebäudeabschlusswände. Die Häuser sind jeweils eigenständige Häuser mit Fuge, stehen quasi nur zusammengeschoben. Für Gebäudeklassen < GK5 gibt es Erleichterungen, d.h. Wände anstelle von Brandwänden. Eine Brandwand F90-A+M kann ja nicht von einem Haus der Klasse F30 entsprechend 90 Minuten gehalten werden.

Die Regelung steht in den Landesbauordnungen, in der MBO in § 30. Zu den Bauordnungen gibt es Erläuterungen, z.B. in Hessen die Handlungsempfehlungen zum Vollzug der HBO. Dort wird erläutert, was es mit der Gebäudeabschlusswand und Grundstücksgrenze auf sich hat.

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