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Bauingenieurwesen: Wasserwirtschaft vs. Freileitungsbau in der Zukunft?

2 Kommentare | 399 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von SirDaxelot | letzter Kommentar vom 07. Dezember 2021 - 08:58

Gleich vorab die Kernfrage, um welche sich mein Beitrag drehen wird: Wie schätzt ihr für die Fachgebiete Wasserwirtschaft vs. Freileitungsbau die Entwicklungschancen (inhaltlicher Anspruch und monetär) für die nächsten 20-30 Jahre ein?

Hintergrund der Frage:
Irgendwann während meines Bauingenieursstudiums habe ich mich in die Wasserwirtschaft "verliebt". Deshalb habe ich nach dem Studium noch die Promotion in der Wasserwirtschaft drangehangen. Schließlich bin ich vor knapp vier Jahren in einem Ingenieurbüro gelandet - eigentlich als Sprungbrett zu einem Wasserversorger, der zu gegebener Zeit keine Stellen ausgeschrieben hatte. Der Arbeitsalltag ist mehr oder minder abwechslungsreich, hier und da ein interessanteres Projekt, aber meist Rohrleitungsbau in allen möglichen Facetten. Die Bezahlung ist für mich in Ordnung (wobei auf absehbare Zeit keine Sprünge zu erwarten sind). Mittelfristig werde ich auf jeden Fall wechseln.

Das Problem: durch meine aktuelle Arbeit habe ich einen guten Einblick in den Arbeitsalltag der besagten Wasserversorger und muss sagen, dass ich die Arbeit für mich als nicht besonders erfüllend einschätze. Eingeschliffene Routinen und "das haben wir schon immer so gemacht" über alle Ebenen. Eigentlich eine Behörde.

Wie es der Zufall so will, habe ich nun ein Angebot als Projektleiter im Freileitungsbau (und Kabeltiefbau). Bin vergleichsweise fachfremd aber sage der Firma wohl zu. Bezahlung ist nach Tarifvertrag IG Metall / Elektro und ein gehöriger Sprung zum Gehalt im Ingenieurbüro.

Allerdings hadere ich etwas mit mir ... an der Hochschule habe ich die Wasserwirtschaft immer als sehr zukunftsträchtig eingeschätzt. Vor allem weil es doch ein recht spezieller Fachbereich ist. Nach knapp 4 Jahren kommt mir der Arbeitsalltag aber etwas eingestaubt und deutlich unattraktiver vor. Zumindest in Deutschland würde ich die Wasserwirtschaft nun mit "never change a running system" wohl vollumfänglich beschreiben.

Der Kabelleitungsbau scheint mir nicht weniger zukunftsträchtig - ohne Strom ist unsere Welt aufgeschmissen, und irgendwie muss der Strom ja von A nach B kommen.

Wie seht ihr das Ganze?

Horschti | 07. Dezember 2021 - 08:58

@SirDaxelot:
Mit einer Promotion in Wasserwirtschaft bist du im Freileitungsbau doch völlig überqualifiziert. Ich stelle mir Freileitungsbau vom Engineering ehr mau vor. 4 Fundamente und dann ein Gittermaßt nach Schema F und am Ende ein paar Kabel drüberziehen. Das ist Genehmigungen einholen, verwalten, auf Sicherheit achten. Dazu halt bundesweiter Einsatz, der sicher nicht förderlich für das Privatleben ist. Und Kabeltiefbau ist tendenziell noch anspruchsloser. Such dir etwas, was deiner Qualifikation entspricht!

Wasserwirtschaftler | 30. November 2021 - 18:49

@SirDaxelot:
Beides wird es immer geben. Die Wasserversorgung ist halt technisch ausgereift und erhält Status quo. Neuerungen nicht wirklich nötig. Anpassung an Klimawandel vermutlich Prio in Zukunft. Im Abwasserbereich dürfte auch "nur" Erhalt angesagt sein. Deutschland ist ja auf gutem Stand. Allgemein werden Umweltthemen immer wichtiger, Umsetzung der WRRL etc. Kabelbau / Elektro könnte interessant sein mit Hinblick auf Energiewende. Aber wer weiß das schon ...

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