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Montag, 19. August 2019
Ausgabe 6573 | Nr. 231 | 19. Jahrgang
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Duales Studium Bauingenieurwesen oder Polizeidienst?

2 Kommentare | 196 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Lukas | 24. Juli 2019 - 13:39

Nachdem ich lange Zeit hier nur still mitgelesen habe, melde ich mich jetzt auch mal mit meinem Anliegen zu Wort und hoffe ein paar gute Ratschläge zu bekommen.

Ich absolviere zur Zeit ein duales Studium im Bauingenieurwesen bei einem Mittelständler mit ca. 450 MA. Derzeit befinde ich mich im 2. Semester und bin während der Praxisphasen in der Bauleitung tätig. Die Arbeit im Unternehmen gefällt mir super und macht echt Spaß. Die Uni jedoch ist vorsichtig ausgedrückt der größte Müll. Der Stoff interessiert mich einfach null und gerade die mathematischen Fächer (Statik, technische Mechanik usw.) fallen mir schwer. Dementsprechend sind meine Noten auch eher im unteren Bereich.

Nun zu meinem eigentlichen Problem: Seit ich denken kann, möchte ich zur Polizei. Mittlerweile habe ich auch eine Direktzusage für den gehobenen Dienst vorliegen mit Studienbeginn im Oktober. Ich weiß einfach nicht, ob ich wechseln soll.

Finanziell nimmt sich Beides wohl kaum etwas. Unsere letzten Studenten sind ausnahmslos als Bauleiter / Projektleiter mit ca. 48.000 EUR + Firmenwagen eingestiegen. Dieses ist jedoch mit einer 55-60 h Woche verbunden und teilweise auch Nacht-/Wochenendarbeit.
Bei der Polizei würde ich mit A9 einsteigen, was nach dem Studium 2400 € netto mit allen Zulagen ergibt. PKV muss nicht gezahlt werden, da es bei uns eine freie Heilfürsorge gibt. Beförderungen bis mindestens A11 sind realistisch. Hier natürlich Schichtarbeit, jedoch bei einer 40 h Woche. Nicht zu vergessen, sind natürlich auch die Zulagen bei Familie/Kindern und die enorme Jobsicherheit.

Mir ist bewusst, dass nur ich ganz alleine diese Entscheidung für mich treffen kann. Trotzdem möchte ich mir gerne ein paar Tipps & Ratschläge von Euch anhören, da ihr aus der Branche kommt. Vielen Dank schon mal!

Lukas | 28. Juli 2019 - 00:24

@Der Doktor:
Vielen Dank für deine Antwort! Die einzige Alternative wäre, innerhalb meiner Uni auf Wirtschaftsingenieurwesen zu wechseln. Die ersten beiden Semester sind nahezu identisch wie im Bauingenieurwesen. Ab dem 3. Semester gibt es jedoch deutlich weniger mathematisch anspruchsvolle Fächer (Statik, Massivbau usw.). Dafür kommt dann halt viel Betriebswirtschaftslehre hinzu, welches mir aber recht gut liegt.

Zum Thema Sonderkonjunktur: Mein Unternehmen ist im Gleisbau tätig. Gerade der Schienentransport wird in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen. Allgemein hat der Verkehrswegebau meiner Meinung nach großes Potenzial, da es immer benötigt wird. Ich denke, dass es uns bei steigenden Zinsen z.B. nicht so schlimm erwischen würde, wie den klassischen Hochbau.

Der Doktor | 24. Juli 2019 - 17:02

@Lukas:
Nach dem Lesen deiner Aussagen würde ich dir zur Polizei raten. Wenn dir Mathe etc. nicht liegen, ist Bauingenieurwesen nichts für dich. Die Sonderkonjunktur, die aktuell im Bauwesen herrscht, sehe ich nicht von Dauer. Die Bruttogehälter der Beamten sind auf den ersten Blick mager, aber das täuscht. Wegen den Zulagen und weniger Abgaben sind die netto gar nicht so übel!

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