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Fallstudie / Arbeiten bei der DB Netz AG

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Christian | Thema eröffnet vor 8 Jahren

Hallo,

ich habe mich letztens bei der DB Netz AG als Bezirksleiter Oberbau beworben und bin jetzt auch zu einer Fallstudie eingeladen worden. Hat so eine Fallstudie (geht ca. 2 Std.) schon jemand gemacht und kann mir da ein wenig helfen? Also sagen was du ungefähr so dran kommt?

Ich arbeite zur Zeit als Bauleiter und verdiene 40.000 € Brutto im Jahr. (1 Jahr Berufserfahrung). Das hätte ich schon auch gerne bei der Bahn, hab aber bis jetzt noch keine Infos gefunden was die Bahn da so zahlt. Eine Gehaltsvorstellung musste ich bei der Bewerbung mit angeben.

Ich möchte auf jeden Fall vom Job des Bauleiters weg, da meine Frau schwanger ist und ich nicht jeden Tag dann bis abends 19 Uhr im Büro sitzen will (ohne es bezahlt zu bekommen).
Was meint ihr? Hat man als Quereinsteiger vielleicht auch in anderen Bereichen eine Chance? (Ich bin gelernter Industriemechaniker bei Mercedes-Benz)

Ich werde mich jetzt auch zur Ausbildung im gehobenen bautechnischen Verwaltungsdienst bewerben. Öffentlicher Dienst wäre auch etwas was mir liegen würde.

Über ein paar Antworten würde ich mich freuen.
Gruß Chris

Absolvent2012 | 12. August 2012 - 14:11

Hallo Zusammen,
ich bin bald mit meinem Studium fertig und verfolge hier alle Themen mit großem Interesse. Da es bei der Bahn sehr viele Stellenangebote gibt, wollte ich nun mal wissen, ob sich bei denen was gebessert hat. Da werden sich doch im letzten Jahr bestimmt welche beworben haben?
Gruß

Polle | 15. August 2011 - 13:02

Lasst die Finger von der DB Netz AG oder DB Projekt Bau! Snu's Link bestätigt meine Befürchtungen und jeder der bei der DB anheuert darf nicht später jammern er hätte davon nicht gewusst! Sucht Euch vernünftige AG bei denen man glücklich wird!

Snu | 09. August 2011 - 19:11

Zeitweise habe ich mir auch überlegt mich bei der DB zu bewerben. Nachdem ich aber diese Umfrage gefunden habe, habe ich es mir dann doch anders überlegt.
http://www.transnet-archiv.org/.Kampagnen-Texte/Umfrage_Ingenieure_update/Ergebnis_Umfrage.pdf
Nach den Kommentaren dort wird man hauptsächlich Verwalter und hat kaum mehr was mit dem Fachgebiet zu tun und gehaltstechnisch sieht es auch mau aus, vorallem aufstiegstechnisch.
http://oeffentlicher-dienst.info/bahn/ag/
Aber gut, die Umfrage ist von 2008, vielleicht hat sich bis heute schon was geändert.

Horschti | 09. August 2011 - 14:04

Sag bei der Bahn zu und wenn du eine Zusage bei der anderen Stelle bekommst sagst du der Bahn wieder ab. Da darfst du nicht zimperlich sein, dass ist die Personalabteilung bei der Verteilung von Kündigungen auch nicht.

JD73 | 09. August 2011 - 09:31

@christian:
sag zu, du hast doch eh dann noch probezeit und führe das andere gespräch. probezeit ist ja was, was sich die arbeitgeber haben einfallen lassen und nicht die arbeitnehmer. anderes gespräch führen, notfalls während der probezeit kündigen. das ist nichts verwerfliches, nur einfach mal den spieß umgedrehen. da musst du dir selbst der nächste sein und nicht die belange eines "konzerns" berücksichtigen.

Polle | 08. August 2011 - 16:21

@Christian:
Mich lässt das Gefühl nicht los dass Deine Entscheidung zum Wechsel der Arbeitsstelle nach einem Jahr mehr aus privaten Gründen als aus beruflichen resultiert. Das kann und darf auch jeder machen wie er möchte. Ich persönlich halte das dennoch für keine gute Basis. Nun aber zum eigentlichen Thema. Letzlich ist es eine Persönlichkeitsfrage ob ich nun lieber als Bauleiter in einer Firma oder bei der DB bzw. im öffentlichen Dienst arbeiten möchte.

Für mich, und das ist absolut subjektiv, kommen die letzten beiden AG auf gar keinen Fall in Frage. So wird es sicher vielen Bauingenieuren gehen. Grund: Würde ich im ÖD arbeiten wollen, hätte ich nicht Ingenieur(!) werden müssen, sondern Verwaltungsbeamter (Dipl.-Verwaltungswirt oder ähnliches). Und jeder Ingenieur der dort landet wird automatisch ein solcher. Nein, das will ich nicht! Die DB hat für mich (historisch geprägt) immer noch mehr vom staatlichen als privatwirtschaftlichen System. Das es dort natürlich an allen Ecken und Enden knirscht kann man sich denken. Ganz abgesehen davon könnte ich mir dort auch keine spannende und herausfordernde Tätigkeit vorstellen, und falls doch, würde ich mich am System an sich (oder den Kollegen) aufreiben.

Ob die 2000 € Brutto(!) mehr im Jahr einen Wechsel rechtfertigen, bei dem man alle Risiken bzgl. Eingewöhnung, Kollegen, Arbeit (die immer anders aussieht wie erwartet) und dem möglichen Scheitern schon nach einigen Monaten in Kauf nimmt, darf In Frage gestellt werden! Meine Antwort lautet Nein! Deshalb mein Ratschlag: Bleib wo Du bist und sammle lieber noch ein paar Jahre Berufserfahrung! Das Amt oder die Bahn läuft (bzw. fährt) dir nicht davon! Gruss Polle

Christian | 07. August 2011 - 11:50

Hallo,

kurzes Update: Hab gestern die Zusage für die Stellenausschreibung "Bezirksleiter Fahrbahn" bei der DB Netz AG erhalten und morgen den ärztlichen Einstellungstest (wird wohl nix besonderes sein, das übliche halt). Die Fallstudie war schon kompliziert und umfangreich, aber wenn man schon mal mit der Bahn zu tun hatte und die ganzen Sachen dort kennt (Stopfmaschinen, Oberbauarbeiten usw...) war es dann doch lösbar.

Bin mir jetzt nicht so ganz sicher was ich machen soll. So wie hier alle schreiben ist die DB ja nicht wirklich beliebt bei Bauingenieuren, oder? Gehaltsmäßig würde ich 42 T € im Jahr plus Bonus am Ende des Jahres bekommen. Auf jeden Fall schon mal mehr als ich jetzt habe. Das erste Jahr wäre ein quasi "Trainee"-Jahr um alles bei der Bahn und das künftige Aufgabengebiet zu lernen.

Ich habe auch noch ein Vorstellungsgespräch am 13.9. im ÖD was mich wirklich extrem interessieren würde (das Aufgabengebiet und auch von der Örtlichkeit). Allerdings muss ich ja bis dahin mit Sicherheit schon bei der DB zugesagt haben. Diese Zwickmühlen immer.

JD | 06. Juli 2011 - 09:34

@gerd & polle: klasse ist, dass ich genau das schon vor über 10 jahren von insidern gehört habe, als ich mich dort mal beworben hatte, soviel zur dynamik der branche. in einem nicht protektionierten bereich wäre die fa. breits platt, ist zumindest zu vermuten.

Polle | 05. Juli 2011 - 14:40

@Gerd: Das wundert mich nun gar nicht. Es sind ja auch ständig Stellenanzeigen von der DB Projekt Bau ausgeschrieben. Ich kenne auch jemanden der dort arbeitet (erst seit 2 Monaten) und mir den Laden schmackhaft machen wollte. Er meinte nur, dass die gut zahlen weil sie keine Bauingenieure bekommen. Mag sein. Ich habe aber dankend abgelehnt. Die mögliche GehaltsENTWICKLUNG (!) ist das ausschlaggebende Kriterium und keine Momentaufnahmen. Und selbstbehindernde Arbeitsstrukturen in denen man sich fühlt wie im Hamsterrad oder in einer Kaffeemühle steigern natürlich nicht unbedingt die Arbeitszufriedenheit. Das leuchtet ein.

Gerd | 03. Juli 2011 - 21:02

Da ich öfters Projekte mit der DB Netz AG resp. DB Projektbau habe, kann ich nur sagen, dass der DB generell die Leute abhauen. Die DB ist händeringend auf der Suche nach neuen Ingenieuren. Die Arbeitsweise bzw. Strukturen der einzelnen Bereiche bei der DB sind kompliziert, selbst-behindernd und wohl sogar schlechter als zu Zeiten der guten alten Deutschen Bahn.

Hier liegen auch die Hauptgründe, warum eben viele wieder frustriert von der DB abhauen. Zum Gehalt: 40 T€ sind für einen Jungingenieur für das erste Jahr noch in Ordnung. Man sollte sich aber die mögliche Lohnentwicklung (Tarifsystem) bei der DB vorher genau anschauen. Nach ca. 5 Jahren bei der DB muss m. E. das Gehalt dann bei min. 50 T€ liegen. Das ist in etwa das Niveau im öffentlichen Dienst (TVÖD Entgeltgruppe 12).

Chris | 18. Juni 2011 - 15:59

@Polle:
Wieso Hirngespinst? Ich habe vorher dort angefragt bzgl. der Berufserfahrung und mich dann auch offiziell dort beworben. Wenn die Bahn das auch als Hirngespinst sehen würde, wäre ich wohl nicht zur Fallstudie/Vorstellungsgespräch eingeladen worden, oder? Zum Quereinstieg: Ich denke kaum das ich da eine Chance habe, von daher eher nicht relevant. Zum ÖD: Auch hier habe ich mich auf mehrere Stellen beworben, bei denen ich geladen wurde. Auch eine Stelle bei der ich eine Beamtenlaufbahn anfangen kann.

Das mit "keine Ahnung", könnte möglicherweise stimmen. :) Aber das mit dem Arbeitsfrust nicht. Da ich vor dem Studium und während des Studiums auch schon gearbeitet habe.

Polle | 16. Juni 2011 - 20:19

Hallo,
also eines vorweg, zur Fallstudie der DB kann ich leider nix sagen. Dafür habe ich zum Rest der Ausführungen von Christian ein paar Anmerkungen. Was mir auffällt ist Deine starke Ambivalenz in dem was Du schreibst. Du hast Dich also als Bezirksleiter bei der DB beworben (dass die Bewerbung auf so eine Stelle mit einem (!) Jahr Berufserfahrung ein völliges Hirngespinst ist, ist nur meine persönliche Meinung - weitere Ausführungen erspare ich mir). Außerdem denkst Du an einen Quereinstieg (wohin auch immer), aber offensichtlich hoffst Du Dir deine damalige Ausbildung als Mechaniker beim Daimler zu nutze machen zu können. Und zu guter letzt liebäugelst Du mit einer Anstellung (Ausbildung) im Amt, die wie Du auch schreibst Dir auch irgendwie liegen würde. Das alles zusammen mit der Aussage dass Du für das was Du jetzt tust kein Studium mit Abschluss 1,5 hättest machen müssen und dazu noch dein Gehalt von (für einen Berufseinsteiger) wirklich guten 40 Tsd. EUR erwecken bei mir den Eindruck:

1. Dass Du keine Ahnung hast was Du machen willst oder wohin Du willst
2. Der von Berufseinsteigern oft vorhandene Arbeitsfrust nach 1- 2 Berufsjahren bei Dir zum Vorschein kommt

Verstehe mich nicht falsch, an den 3 Optionen ist grundsätzlich nichts verwerfliches oder irgendetwas auszusetzen (außer öffentlicher Dienst - da bezweifele ich erst Recht dass Du mit deinem hochqualifizierten 1,5 Diplom und Ansprüchen außreichende Befriedigung findest). Mein Rat kann hier nur sein: Mach keine Schnellschüsse aus der Hüfte, die Dich danach auch wieder unzufrieden stimmen.

Gruß Polle

Christian | 15. Juni 2011 - 18:41

Hallo nochmal,

sorry, ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich ein Studium absolviert habe nach meiner Ausbildung. Ich bin schon Diplom-Bauingenieur (FH), sonst wäre meine Bewerbung bei der Bahn wahrscheinlich direkt in Ablage P gewandert ;) Worauf ich eigentlich beim Posting oben hinauswollte, ist: Hat schonmal jemand hier eine Fallstudie bei der DB Netz AG für einen Stelle als Bezirksleiter gemacht und kann mir ein paar Tipps geben? Ich habe nämlich diese Fallstudie in ein paar wochen. Vorstellungsgespräche beim Öffentlichen Dienst haben sich jetzt auch ergeben und ich bin froh wenn ich von der Baufirma weg bin. Für sowas habe ich nicht studiert und einen Abschluss mit 1,5 gemacht.

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