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Dienstag, 01. Dezember 2020
Ausgabe 7043 | Nr. 336 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

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Gehälter für Bauingenieure bei Ingenieurbüros » Seite 3

159 Kommentare | 82571 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Nils | 06. Juni 2007 - 16:31

Hallo Mathias,



ich verstehe Deine Einwände und auch sämtliche anderen genannten, mir sind auch die ganzen Gründe selbstverständlich bekannt.



Dass man jedoch auf einem solch "abgrundtiefen" Gehaltsniveau ankommen kann, ist mir ein Rätsel.



Ich glaube der Schulterschluß ist ein ganz wesentlicher Punkt.



Dass sich hier zeitnah etwas wesentliches ändert, bezahlungstechnisch, bezweifle ich arg!



Gruß N.

Mathias | 06. Juni 2007 - 14:46

Solange deutsche Ingenieurbueros (100-200 MA) Bewerbungen von Ingenieuren mit 5-10 Jahren Berufserfahrung mit solch einem unausgefuellten Formblatt (man macht sich nicht mal die Muehe, den Namen einzusetzen!):



"Sehr geehrte



Vielen dank fuer Ihre Bewerbungsunterlagen. Leider blah blah blah..."



zurueckschicken, kann sich wohl jeder denken, wie Angebot und Nachfrage aussehen. Ich persoenlich hatte vor 2 Jahren, bevor ich mich aus Deutschland verabschiedet habe, ein Gespraech in einem Buero, welches mir anbot 2200 Euro bei einer regulaeren 50 Stundenwoche. Bevor wieder Fragen aufkommen - Gehaelter sind weltweit generell in Brutto angegeben. Im Arbeitsvertrag waeren selbstverstaendlich 40 Stunden aufgetaucht (so die Aussage des "Herren"), aber der Chef verlangte ganz rotzfrech, dass jeder pro Woche mindestens 50 Stunden zu schuften hat.



Die Sache mit dem seit 10 Jahren jedes Jahr aufs neue vorausgesagten Aufschwungs und den haenderingenden Firmen und damit verbundenen steigenden Gehaeltern wird sich wohl eher langfristig (10 oder mehr Jahre) in gesunde Bahnen lenken, da bei solchen Dingen viel Psychologie im Spiel ist. Seit 10 Jahren leidet die Baubranche und die Baupreise fallen kontinuierlich. Kein Bauherr ist bereit pro Jahr Preissteigerungen beim Bau von 10 oder mehr Prozent zu bezahlen (der Mensch ist ein Gewohnheitstier), so wie es notwendig waere, damit innerhalb der naechsten 5 Jahre wieder auskoemmliche Einkommen erwirtschaftet werden koennen.



Statt dessen wird wohl in Zukunft ein Grossteil der Ingenieurdienstleistungen (und auch Bauausfuehrungen) ins Ausland vergeben werden - so wie ja jetzt schon mit Bewehrungszeichnungen.



Gruss

Nils | 06. Juni 2007 - 10:09

Hallo,



die Welt hört außerhalb der Baubranche nicht auf. Mal über den Tellerrand schauen.



Wo bitte sind denn 70.000,- für einen Ingenieur mit 10 Jahren Erfahrung (faule Nichtskönner mal ausgeschlossen) ein hohes Gehalt - außer in der Baubranche?



Ich lebe mit allen anderen, die nicht Bauingenieure sind, in der gleichen Welt, sprich alle meine spezifischen Kosten im Leben sind ähnlich.



Das dass nur in Ausnahmen in der Baubranche möglich ist, zeigt das irgend etwas total falsch läuft. Ich bin mir sicher, das keiner von euch seinen Job als einfach oder "Dünnbrettbohrerei" bezeichnen kann.



Bauen ist ein total komplexes Geschäft, ob es ein Einfamilienhaus oder eine Brücke ist. Warum es dafür so schlechte Bedingungen gibt, will mir seit einigen Jahren (ich habe schon einige hinter mir) und trotz betriebswirtschaftlichem Zusatzstudium nicht in den Kopf (Angebot-Nachfrage-etc.).



Gruß N.

Björn | 06. Juni 2007 - 08:47

Ich pflichte Markus größtenteils bei. Geld ist eben nicht alles und die 70.000 Euro erscheinen mir auch etwas sehr hoch!



Mein Sohn ist jetzt fast 4 und ich genieße jeden Abend und die Wochenenden, wenn wir Zeit zusammen haben. Kein Gehalt dieser Welt kann das ersetzen.



Erfahrungsgemäss ist es doch auch so, dass die sehr hohen Gehälter auch nur mit einem sehr hohen persönlichen Aufwand und sehr hohen Entbehrungen "erkauft" werden müssen. Sei es ein Umzug (für die gesamte Familie) oder endlose Pendeleien über die Autobahn oder Auslandaufenthalte. Jeder beleuchtet das eben aus seiner Warte.

max | 06. Juni 2007 - 08:30

Hallo,



ich kann hierzu nur folgendes sagen: Ich habe mein Studium als Bauinformatiker 1991 abgeschlossen. Einen Job habe ich durch die Wiedervereinigung mit Kußhand bekommen. Ich konnte mir die Großkonzerne und Edel Ing.-Büros förmlich aussuchen.



Ich habe erst 10 Jahre in einem Großkonzern gearbeitet, dann 1 Jahr bei einer Softwarefirma und jetzt 5 Jahre bei einem großen Mittelständler. Das Gehalt habe ich beim Großkonzern immer weiter heraufschrauben (erkämpfen) können bis es jetzt so ziemlich stehen geblieben ist. Aber 70.000 Euro bekomme ich leider immer noch nicht als Gehalt.



Das ist in den Firmen, die ich kennen gelernt habe, das Gehalt von Abteilungsleitern oder Projektingenieuren die so 100 Mio. Euro Projekte abwickeln. Mit Streß pur und 16 Stunden Job.



Ich bin aber zufrieden mit meiner Arbeit, sie ist sehr abwechslungsreich. Meine Studienkollegen, mit denen ich Kontakt habe, schlagen sich als Selbständige im eigenen Ing.-Büro durch, Sie leben teilweise echt von Auftrag zu Auftrag. Andere sind bei ausländischen Firmen tätig und fahren mit dem Auto 100.000 KM im Jahr, kennen Ihre Kinder kaum noch und sehen mit 40 Jahren aus wie 55.



Sicherlich kann man hier und da sehr viel Geld verdienen (1 zu 100000), aber die Regen sieht anderst aus. Jedoch sollte man(n) bedenken, dass jetzt schon Ingenieure fehlen und in den nächsten Jahren die Zahl immer größer werden wird. Die wirtschaftlichen Aussichten im Baugewerbe sind seit 10 Jahren wieder richtig gut. Warten wir es, also ab, was kommen wird. Jedoch sollte man immer auf dem Teppich bleiben.



Gruß

Markus

MN | 05. Juni 2007 - 15:16

Guten Tag zusammen,



ich verfolge gespannt dieses Forum und muss feststellen, dass gewisse Teilnehmer sehr negativ sind. Es wird pauschal jedem vom Bauingenieurstudium abgeraten. Meiner Meinung nach ist Bauingenieur eine sehr gute Ausbildung und der Aufschwung ist da.



Alle Handwerksfirmen sind ausgelastet mit Aufträgen. Ich glaube auch nicht, wie in einem anderen Beitrag geschrieben steht, dass Architekten-Stellen durch Ingenieure besetzt werden können. Dies ist eine ganz andere Ausbildung!



Wir sollten stolz sein, einen der wichtigsten und spannendsten Berufe zu haben und nicht alles negativ zu sehen. Wer bereits während dem Studium arbeitet, findet sehr leicht eine Anstellung mit anständiger Bezahlung.



Grüße

Statiker | 05. Juni 2007 - 13:55

Hallo Baumann,



also, selbst zuverlässige Quellen sagen, daß ein Bauingenieur mit ca 10 Jahren Berufserfahrung mehr als 3000 € verdient (oder meinten Sie NETTO?).



Ich finde solche Aussagen höchst verunsichernd, und gegenüber Studenten unfair! Sie vermitteln so ein falsches Bild von diesem Berufszweig.



Natürlich gibt es überall "schwarze Schafe", so auch in den Chef-Etagen...

Michael | 05. Juni 2007 - 13:50

Hallo,



Wenn das stimmt, komm ich wieder auf den Bau zurück!!



70.000,00 Lira??

70.000,00 Ostmark??

70.000,00 Intershop Aktien??



oder doch 70.000,00 Euronen, unglaublich, in einem Ingenieurbüro??!



Dieses Gehalt als angestellter Tragwerksplaner wird wohl nur derjenige bekommen, der die DIN 1045, DIN 18800, DIN 1055, DIN 1054,DIN....auswendig kennt, der alle Querschnttswerte von Hoeschprofilen runter rattert und der nachts jeden Inhalt aller DAfStb Hefte rückwärts aufsagen kann, der Infograph auf Russisch beherscht,und,und,und....



Das der ein oder andere in Deutschland als Tragwerksplaner ein so hohes Gehalt erhält, ich gönne ihm das, er wird aber die Ausnahme sein. Die gegenwärtige Situaution wird wohl gut durch Baumann geschildert.



Als ehemaliger Leiter eines technischen Büros wußte ich gut über die Gehaltssituation in der Industrie und bei den Ingenieurbüros Bescheid und ich kann nur sagen, dass in den Ingenieurbüros weniger gezahlt wurde: von 70.000,00 Euronen Lichtjahre entfernt!!



Ich möchte aber nochmals auf den Beitrag von Paulreed eingehen: ich glaube, das viele Ingenieurbüros über mehrere Jahre hinweg am Hungertuch genagt haben, da sie sich auch auf das Rattenrennen mit den niedrigsten Honoraren eingelassen haben und das die Inhaber dieser Büros selbst viel Eigenkapital zum Überleben ihres Büros eingesetzt haben.



Das ein Inhaber eines Büros auch Geld verdienen will, ist nicht nur legitim, sondern lebensnotwendig. Er ist schließlich unternehmerisch tätig, trägt für alles die Verantwortung und sollte auch dafür eine sinnvolle Vergütung erwirtschaften.



Wie hoch das im Einzelfall sein könnte, puuh??



Aber in einem stimme ich Paul zu: Schulterschluß unter den Ingenieuren kann nur zu unserem Vorteil sein.



Mit freundlichen Grüßen aus dem hohen Norden

Michael

Baumann | 05. Juni 2007 - 10:25

Hallo paulreed,



das ein Bauingenieur mit 10 Jahren Berufserfahrung in einem Ingenieurbüro mit 15 Mitarbeitern 70.000 Euro verdient, halte ich für utopisch. Vielleicht sind das DM-Beträge, aber das verdient vielleicht ein Niederlassungsleiter einer größeren Baufirma.



Für die Hälfte davon würden sicher schon viele gerne arbeiten gehen, sie wären sogar begeister, so viel zu verdienen. Realistisch bezahlt wird doch für Berufseinsteiger 2.000 Euro Brutto und für jemanden mit 10 Jahren Berufserfahrung 2.500 Euro bis 3.000 Euro. Man braucht sich nur Stellenangebote ansehen, wenn dort Gehaltsangaben seitens der Firmen drin sind, liegen die alle um die 2.000 Euro und dabei werden dort berufserfahrene Bauingenieure gesucht.



Mit der Struktur der Büros hat das wenig zu tun, wenn jedes Ingenieurbüro alle Aufträge annimmt egal zu welchen Preis, wird sich kein hochpreisiges Ingenieurbüro über Wasser halten.



Und welcher Inhaber will schon mehr bezahlen, wenn er dadurch in die roten Zahlen rutscht? Zudem darf nicht vergessen werden, dass Ingenieurleistungen auch ins Ausland verlagert werden können, zumindest wird das in Zukunft erfolgen.



Das es für Ingenieurbüros einen Mangel an Bauingenieuren gibt, sehe ich momentan nicht so. Viele Stellen können auch mit Architekten besetzt werden. Selbst wenn alle Ingenieurbüros endlich mal nach HOAI abrechnen würden, die HAOI ist auch schon ewig nicht mehr angepasst worden.



Interessant wäre, wenn alle Stellenangebote mit Gehaltsspannen, wie in angelsächsischen Ländern, versehen werden. Davon mal abgesehen, wird jede Firma, die gutes Geld bezahlt, auch Mitarbeiter finden, jammern werden nur die Firmen, die jetzt und in der Vergangenheit wenig bezahlen und von ihren Mitarbeitern unbezahlte Überstunden, Urlaubsverzicht etc. erwarten.



Fazit: Entweder Du bist in einem Ingenieurbüro, das sich so spezialisiert hat, dass dort tatsächlich gut verdient werden kann, Du machst hier nur Propaganda für die Bauwirtschaft, um mehr junge Leute zum Bauingenieurstudium zu bewegen oder Du hast keine Ahnung, wie es tatsächlich um die Ingenieurbüros aussieht.

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