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Montag, 20. September 2021
Ausgabe 7336 | Nr. 263 | 21. Jahrgang
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Geotechnik als mögliche Vertiefung

9 Kommentare | 3425 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von Put | letzter Kommentar vom 22. Juli 2021 - 16:27

Ich habe im letzten Semester mein Grundstudium soweit erfolgreich beendet und komme nun ins Hauptstudium inklusive der Wahl der möglichen Vertiefung. Nachdem ich alle hier an der Uni möglichen Richtungen soweit kennen lernen durfte, lag mein Hauptinteresse bei der Geotechnik.

Nur habe ich noch einige Fragen, wenn ich mir die verschiedenen Stellenangebote so anschaue, so sind Anzeigen für Geotechnikingenieure eher selten im Vergleich zu den anderen Disziplinen zu finden. Unser Professor meinte diesbezüglich, dass die Stellen eher durch Kontakte und Empfehlungen besetzt werden, inwieweit darf man das glauben? Wie darf man allgemein den Verdienst und die Berufschancen gegenüber anderer Fachrichtungen bewerten? Besteht auch die Möglichkeit in Berufsfelder für Geologen im Bereich Bergbau oder Rohstofferkundung quereinzusteigen? Ich hoffe auf einige Anworten und möchte mich auch dafür gleich bedanken!

Maulwurf | 22. Juli 2021 - 16:27

@Geo:
Warum soll ich die Finger davon lassen? Auch wenn ich Bachelor Bauingenieur und Master angewandte Geowissenschaften gemacht habe? Also im Master Studium angewandte Wissenschaften würde ich dann Geotechnik, Fels- & Grundbau vertiefen.

Geo | 20. Juli 2021 - 08:00

@Maulwurf:
Ich habe klassisch Bauingenieurwesen studiert und bin vor 5 Jahren nach dem Master in die Geotechnik "gerutscht". Gibt wenige "richtige" Geotechniker und diese werden meiner Erfahrung nach, händeringend gesucht. Aber wichtig, mach was dir Spaß macht, aber lass die Finger von angewandten Geowissenschaften.

geologen-hammer | 16. Juli 2021 - 14:51

@Maulwurf:
Als Bauingenier einen Master in (angewandte) Geowissenschaften kann man machen. Wenn dein Interesse darin sehr groß ist! Denn beruflich sehe ich das nicht als sinnvoll an. Geologen werden in der Baubranche eher schlechter bezahlt als Bauingenieure.

Wenn du deine Idee verfolgen willst: Vertiefe dich in die Geotechnik, Boden-Felsmechanik, Grundbau. Belege aber nur 1-2 Grundlagenvorlesungen der Geologie und gut ist. Meine Erfahrung nach mögen Bauingenieure die Geotechnik nicht so sehr und Ingenieurgeologen (ich bin oder war selbst Ingenieurgeologe) haben da oft genug noch ihre Schwächen. Versuche aber, den formalen Abschluß eines Bauingenieurs zu erhalten. Der Markt ist definitiv da.

Maulwurf | 16. Juli 2021 - 13:11

Nach Bachelor Bauingenieur Master Geowissenschaften/Geotechnik ?

Zurzeit mache ich meinen Bachelor im Bauingenieurwesen, da ich mich sehr für Geotechnik und Hydrogeologie interessiere, möchte ich mich auch im Master in diese Richtung vertiefen.

Nun überlege ich, ob ich einen Master klassisch im Bauingenieurwesen oder eher mutig in den Geowissenschaften machen soll. Die Idee mit dem Master Geowissenschaften beruht darauf, sich vertiefter mit der Thematik Geologie und Geotechnik auseinanderzusetzen als in einem Bauingenieurmaster. Wie wird ein Bachelor Bauingenieurwesen und ein Master in den Geowissenschaften gesehen? Verbaue ich mir dadurch eher eine Karriere in der Baubranche? Gibt es dafür überhaupt einen Markt? Macht eine Vertiefung in die Geotechnik zukünftig Sinn? Vielen Dank schon einmal für Rückmeldungen!

Equilibrium | 07. November 2011 - 07:44

@Dieter: Anbei mal ein paar Vor- und Nachteile zur Entscheidungsfindung:

In der Geotechnik hat man mehr Gestaltungsspielraum, da man - anders als im Hochbau - nicht so sehr vom Bauherrn und seinen Architekten abhängig ist. Bei der Gründung oder einer Baugrubenumschließung beispielsweise geht es immer um die technisch und wirtschaftlich beste Lösung und nicht um die Optik. Da können Architekten mangels Fachwissen dem Ingenieur (fast) nicht ins Handwerk pfuschen.

Es gibt sicherlich weniger Arbeitgeber in der Geotechnik, aber dafür auch deutlich weniger Vertieferstudenten. Nach meinen Erfahrungen arbeiten daher oft auch Vertiefer der konstruktiven Fächer (Stahl-, Massiv-, Holzbau etc.) in der Geotechnik (sofern die Geotechnikfächer im Hauptstudium ausreichend abgedeckt wurden).

Das Bodenmechanik-Institut der Karlsruher Uni hat einen ausgezeichneten Ruf. Als Absolvent hast Du sicherlich sehr gute Möglichkeiten, bei namhaften und großen Ingenieurgesellschaften angestellt zu werden, sofern die Noten einigermaßen passen. Da es weniger solcher Arbeitgeber im Bereich der Geotechnik gibt, wirst Du vermutlich später keinen Job vor der Haustür bekommen, sondern eher in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt etc. umziehen müssen. Das klingt zunächst mal nicht so schlecht, aber es verhindert dann oft den Bau eines Eigenheims.

Das Vertiefungsstudium selbst wird übrigens sehr anspruchsvoll sein. Der Vorlesungsinhalt dürfte sich viel um Numerik, Kontinuumsmechanik und Stoffgesetze etc. drehen. Sehr anspruchsvoll, aber auch sehr interessant (wenn man so wie ich Mathematik mag).

Bei zahlenmäßig kleinen Vertiefungsfächern ist der Kontakt zwischen Professoren und Studenten häufig viel persönlicher. Wenn Deine Studienleistungen zumindest befriedigend sind, können sich spätere Kontakte zu Arbeitgebern über den Lehrstuhl ergeben. Euer Prof. Triantafyllidis vom ibf verfügt über ausgezeichnete Kontakte (bundes- und weltweit).

Dieter | 03. November 2011 - 17:35

Ich befinde mich ebenfalls mitten im Studium am Karlsruher Institut für Technologie und sollte möglichst bald meine Vertiefungsrichtung festlegen. Die Entscheidung zwischen Konstruktiv und Geotechnik fällt mir nicht leicht. Ich würde mich über weitere Meinungen sehr freuen!

Put | 26. August 2011 - 18:42

Danke für den Tipp, die Möglichkeiten klingen schon sehr vielfältig, wenn man bereit ist ins Ausland zugehen. Ich denke mal, damit könnte ich was anfangen.

Equilibrium | 25. August 2011 - 21:11

Ja es gibt weniger Stellenangebote für den Bereich Geotechnik, weil prozentual auch weniger Ingenieure dort beschäftigt sind als im Hoch- und Ingenieurbau. Aber die Chancen sind trotzdem gut, denn Absolventen im Bereich Geotechnik gibt es kaum, da viele aus "Sicherheitsgründen" lieber den konstruktiven Ingenieurbau mit den klassischen Fächern (Massivbau, Stahlbau etc.) vertiefen. Du wirst - auch in Deutschland - einen Job als Geotechniker bekommen, aber wegen der geringeren Stellenanzahl wirst Du nach dem Studium wohl überregional (bundesweit) suchen müssen.

Ole | 25. August 2011 - 07:48

Geotechnik ist absolut gefragt. Das war der positive Teil. Leider nicht in Deutschland. Das war der negative Teil. Die Gehaelter sind exorbitant und die Haupteinsatzorte sind Australien, Sued Afrika und eigentlich alle OPEC Staaten. Wenn man vom Dorf kommt, wie ich, denkt man, dass Geotechnik auf den Kerl reduziert ist, der bei der neuen Umgehungsstrasse die Proctordichte ermittelt. Das ist weit gefehlt! Fuer mich eines der interessantesten Aufgabengebiete im Bauingenieurswesen ueberhaupt, haette ich mal machen sollen. Nun ist das zu spaet aber ich bin auch so ganz zufrieden. Ich denke ich darf hier keine Werbung fuer Jobseiten machen, bei denen Du mal schauen koenntest aber nur mal son Tip: CareerStructure

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