Gründung eines Bauunternehmens heutzutage noch rentabel?

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Shqipe07 | 20. April 2020 - 00:31

Ich bin 25 Jahre jung, Bauingenieur BSC. und arbeite derzeit als Bauleiter SF-Bau (Gewerbebereich) in einem Familienunternehmen. Erfahrung habe ich 2,5 Jahre. In meinem Beruf fühle ich mich grundsätzlich zufrieden, jedoch habe ich auch den inneren Wunsch selbstständig zu sein.
Ich fühle mich eher als Unternehmertyp.

Ich stelle mir eine Selbstständigkeit als klassischer Bauunternehmer vor. Wie steht ihr Zu dem Thema? Lohnt sich eine Gründung in dieser Sparte noch? Seht ihr den Bereich in den kommenden Jahren noch als lukrativ an oder geht es demnächst den Bach runter mit dem Baubooom? Mir sind die üblichen Probleme der Baubranche bekannt, vor allem auch hinsichtlich der Selbstständigkeit: Hohe Summe an Vorauszahlungen, großer Konkurrenzkampf, Preisdumping etc. Ich bin der Überzeugung, wenn man seiner Berufung mit gewissem Fleiß und Ehrlichkeit angeht, kann das durchaus funktionieren.

Zum Thema Erfahrung und mein noch junges Alter: Meint ihr es ist zu früh? Sollte ich noch ein wenig Erfahrung sammeln?

Ich bin der Meinung, dass das Unternehmertum ein Learning-by-Doing Job ist. So empfinde ich es zumindest auch in der Bauleitung. Das ganze würde ich evtl. mit einem Kollegen angehen (Bau- und Projektleiter).

Ich stelle mir folgende Leistungen in meiner Selbstständigkeit vor:

  • Rohbau von Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern ...
  • Übernahme als GU (Schlüsselfertige Erstellung oder verschiedene Ausbaustufen)
  • externe Bauleitung
  • externe Projektleitung
  • Beratung zur Baufinanzierung (hier noch Weiterbildung erfordelich)
  • Wenn das Geschäft laufen sollte, kann ich mir auch vorstellen als Bauträger zu agieren.
Was meint ihr? Für Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar.

Pascal | 15. Mai 2020 - 19:56

@Shqipe07:
Sicherlich ist vieles "learning by doing", aber ein ordentliches Pfund an betriebswittschaftlichen Kenntnissen solltest du bei so einer Gründung unbedingt haben. Ich halte den Hinweis von Nikodemus, in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen für sehr gut. Allerdings läufst du dann natürlich auf eingetretenen Pfaden. Es wird einige Jahre dauern, bis du dort ein standing aufgebaut hast und das Unternehmen deinen Stempel bekommt.

Alternativ: Hast du mal darüber nachgedacht, mit einem Partner zu gründen? Einer könnte sich um den kaufmännischen und einer um technischen Part kümmern - zum Beispiel.

Nikodemus | 21. April 2020 - 14:19

@Shqipe07:
Ich würde den Schritt in die Selbstständigkeit im Baugewerbe kritisch beäugen. Eine eventuell abflachende Baukonjunktur ist nicht das Problem. Vielmehr werden zukünftig andere Faktoren limitierend sein. Nicht zuletzt die Anzahl der zur Verfügung stehenden Fachkräfte und deren Überalterung.

Aufgund des notwendigen Startkapitals, u.a. für die erforderlichen Vorfinanzierungen, kann ich dir nur empfehlen, die Selbstständigkeit durch Übernahme eines bestehenden Bauunternehmens bzw. der Übernahme von Geschäftsanteilen eines solchen Unternehmens, vielleicht auch temporär gestaffelt, im Zuge einer Altersregelung, anzugehen. Das hätte zeitgleich noch den Vorteil, dass du mit 2,5 Berufsjahren nicht als Alleinkämpfer dastehst und noch etwas Erfahrung sammeln kannst.

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