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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium?

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Thema eröffnet von Mario | letzter Kommentar vom 04. September 2020 - 14:10

Hallo, ich bin 23 Jahre alt und habe auch schon eine 3 1/2 jährige Ausbildung als Spengler hinter mir. Nun habe ich mein Abitur dieses Jahr nachgeholt und bin sehr an einem Bauingenieur-Studium interessiert. Ich wohne im Süden von Brandenburg nahe der sächsischen Grenze und möchte das Studium an der HTW in Dresden absolvieren.

Ich habe auch schon ein wenig im Internet recherchiert und bin mir nicht ganz sicher mit der Zukunft des Bauingenieur-Studiums. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen und erzählt mir, wo Ihr studiert habt oder Ihr aktuell in dem Berufszweig arbeitet.

Johanna | 04. September 2020 - 14:10

Ich fange kommendes Semester an zu studieren und muss mich zwischen Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen entscheiden. Grundsätzlich finde ich die Baubranche sehr spannend und hatte bei meinen Praktika auch viel Spaß.

Allerdings liest man doch einige Beiträge von Bauingenieuren, die recht unzufrieden sind, da sie wenig verdienen und viel arbeiten müssen. Auf der anderen Seite könnten sie in Zukunft gesuchte Ingenieure sein, da es nicht so viele studieren - und somit die Berufsaussichten besser werden.

Daher meine Frage: was meint ihr dazu? Sollte man sich (vor allem als Frau, die ja leider statistisch gesehen NOCH weniger verdient) in die Branche trauen? Oder lieber den Wirtschaftsingenieur machen, wobei der vielleicht etwas lahmer ist durch die viele Büroarbeit, dafür aber ein angenehmeres Arbeitsleben hat?

Michael | 12. August 2020 - 22:55

Ich habe noch den Diplomingenieur. Trotzdem bereue ich es jede Woche, damals nicht Maschinenenbau, Elektrotechnik oder sonst was studiert zu haben. Gehaltsunterschiede von 25 % sind keine Seltenheit. Dazu noch in der Großindustrie bei 35 Stunden. In der Baubranche sieht es da im Vergleich eher düster aus. Wochenstunden von mehr als 50 sind keine Seltenheit. Dazu die psychische Belastung auf Grund täglicher Streitereien zwischen AG und AN. Die Bauwirtschaft ist ein dreckiges Geschäft. Moral und Gewissen sind da fehl am Platz.

Ich war auch eine Zeit im öffentlichen Dienst beschäftigt. Da ist es noch schlechter. Weniger Gehalt und noch mehr Ärger mit der Politik und der Gesellschaft. Dazu die sinnlose Bürokratie und Hirarchiestrukturen. Lediglich die geregelten 39 Stunden sind ein kleiner Lichtblick. Aber die Arbeit ist in der Zeit nicht zu schaffen. Es bleibt eben vieles liegen. Finanziell konnte ich mit einem Nebenjob noch etwas dazuverdienen. Aber traurig genug, wenn man als Ingenieur auf einen Nebenjob angewiesen ist. Beamter ist noch ok. Aber dazu muss man geboren sein. Wirtschaftlichkeitsgedanken und gesunder Menschenverstand sind hier nicht erwünscht.

Die Bologna-Reform tut ihr Übriges. Zu gebrauchen sind eigentlich nur die Masterabsolventen. Die Firmen sind teilweise so verzweifelt, dass sie Bachelor-Absolventen einstellen oder bieten duale Studiengänge an. Die Qualität am Bau leidet natürlich. Wirklich lukrative und attraktive Bauingenieurstellen sind rar. Wer eine hat kann sich glücklich schätzen. Die anderen sollten sich nach was Anderem umschauen, so lange die Möglichkeit besteht.

Ich bin komplett ausgestiegen, habe den Lkw Führerschein (im Ausland) gemacht und jetzt als Fernfahrer unterwegs. Ich bin absolut glücklich bei nicht viel weniger Gehalt.

Bob | 10. Juli 2020 - 11:54

Mein Masterstudium ist bald durch. Ich würde das Studium gehaltstechnisch nicht empfehlen. Damals vor 5 Jahren hatte ich aber noch nicht den Überblick über die verschiedenen Branchen und habe das Studium deshalb angetreten. Durch meine Nebentätigkeiten in der Bauleitung kenne ich die Umstände und spreche das auch immer direkt an. Die Kollegen lieben halt den Job und machen es deswegen.

Es hat in meinen Augen auch Vorzüge, aber die Work Life Balance ist wirklich miserabel, wie das Gehalt (ich war bei den größten Bauunternehmen). Deswegen bin ich froh meine Nische gefunden zu haben, wo die Konditionen etwas besser sind. Man muss sich ja mal einfach die Top Threads durchlesen, dann erkennt man wie die Situstion ist, obwohl der Bau aktuell ja noch gut läuft.

Maur | 06. Februar 2020 - 10:14

Mich würde Mal interessieren, ob ihr immer noch zufrieden seid, Bauingenieurwesen studiert zu haben. Wenn nicht, an was liegt es?

Dan | 22. Oktober 2019 - 12:27

Könnte sein, dass es sich bald noch weniger lohnen wird. Aktuell rennen viele junge Leute in die Hochschulen, um Bauingenieurwesen zu studieren. Motivation dafür ist die aktuell gute Lage in der Baubranche. Jetzt wird aber schon deutlich, dass der Boom wahrscheinlich bald endet und die Konjunktur auch in der Baubranche kriseln wird:

https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/ende-des-baubooms...

Für die vielen Absolventen könnte das zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kommen. Dann treffen womöglich deutlich mehr Absolventen auf eine kriselnde Baubranche.

leonoel | 09. Oktober 2019 - 09:54

Naja, was heißt schon lohnen? Man arbeitet und verdient dafür Geld, wie in jedem anderen Job eben auch. Das Verhältnis von Arbeitszeiten/-aufwand/Verantwortung zum Gehalt ist aber ziemlich schlecht. Aktuell würde ich auch kein Bauingenieurwesen mehr studieren.

Der Boom in der Baubranche fängt bereits an, wieder deutlich abzuflachen. Wenn man jetzt beginnt, dann kommt man erst in 3-5 auf den Arbeitsmarkt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Baubranche dann mal wieder in einer ihrer Krisen steckt. Vom Zyklus her, wäre es dann nämlich wieder soweit.

Gibt also sicher bessere Alternativen! Lohnen wird es sich nur für die, die sich extrem für den Bau begeistern und es eher als Berufung sehen, den Beruf. Diejenigen, die einfach nur ordentlich verdienen wollen und das in einem bequemen Büro, sollten die Finger davon lassen!

ralloballo | 27. September 2019 - 21:27

@Snowflake:
Jung, du erzählst hier wieder Müll. Wenn du die Branche so sehr hasst, dann such dir doch etwas Anderes? Vielleicht bist du einer der Peter, die in die erst beste 5-Mann-Klitsche reinströmen oder aber komplett uninformiert in das Bewerbungsgespräch reingehen und dann jede mögliche Zahl, die einem der Chef entgegenwirft schlucken, nur um dann nach sechs Monaten zu merken, das man komplett unterbezahlt seine 60 Stunden die Woche kloppt.

Ich habe genau solche Leute auch bei mir im Baucontainer hängen (eingekaufte Bauleiter - arme Schweine, die keinen Plan von Nichts haben - zumindest finanziell). So, jetzt zur wirklichen Realität für die Berufsanfänger: Sucht euch einen größeren Arbeitgeber ab 1000 MA (die suchen alle wie Sau) und gebt euch erst ab Tariflohn A6/A7 + Firmenwagen zufrieden (das bekommt ihr in der Regel auf jeden Fall). Sollte für den Anfang nicht schlecht sein, auch branchenübergreifend.

Snowflake | 26. September 2019 - 12:40

@Ernst:
So ein Gehalt wie Du angibst ist zwar in der Realität die Regel, aber hier hat das doch (also hier im Forum) schon jeder Bachelor Absolvent. Lies mal den Thread zu den Gehältern. Was da so alles an Phantasie und heisser Luft drin steckt und mit wieviel Mühe man sich seitens der Baulobby mit Bezahlschreibern gibt. Aber unterm Strich lohnt sich dieser kleine Aufwand. Schau mal wie viele Unterschichtler dieses Jahr wieder Bauwesen studieren. Ich habe aufgegeben hier die Realität zu beschreiben.

Ignaz | 24. September 2019 - 13:14

Der Ernst bringt das sehr gut auf den Punkt!

Ernst | 19. September 2019 - 14:19

@G22:
Also ich kann dir sagen, Spaß alleine ist es nicht und Geld alleine auch nicht. Aber um auf deine Frage einzugehen, hier mal etwas Input aus der Schweiz. Da ist ja allgemein hin bekannt, dass es recht gut laufen soll auf dem Bau.

ABER, und jetzt kommt es, auch hier ist es so, dass du dich als Bauingenieur immer im unteren Bereich der Gehaltsklassen bei den Akademikern bewegen wirst. Ich selbst habe mein Studium vor 25 Jahren abgeschlossen, immer weitergebildet, spreche verhandlungssicher drei Sprachen und bewege mich trotz Einsatz so bei einem Jahresgehalt von 120.000 Franken. Das müssten etwa 105.000 € sein. Wenn du dem aber, und das musst du so rechnen, die allgemeinen Lebenskosten der Schweiz entgegen rechnest, welche sich um den Faktor 2 bewegen, dann entspricht das etwa einem deutschen Jahresgehalt von 53.000 €. Wie gesagt, ich habe 25 Jahre Berufserfahrung und war immer am Ball. Daraus kannst du sehen, dass die Bezahlung sehr schlecht ist. Man kann einem aufstrebenden, dynamischen jungen Menschen mit Erlaub diesen Berufszweig mit gutem Gewissen nicht empfehlen.

Tja, dann kommt noch ein weiterer negativer Punkt mit hinzu. Bei jedem Stellenantritt wird man dich fragen, ob du gewillt bist in den Sommermonaten und im Frühling - wo viele Planungen laufen - auch bereit bist 50 Stunden pro Woche oder mehr zu "bügeln" weil dort einfach zu viel Arbeit ist. Welche natürlich dadurch nicht besser bezahlt wird versteht sich. Dieser Beruf wurde vor Jahrzehnten und immer noch durch alle Institutionen mit den besten Zukunftsaussichten gelobt, was ist daraus geworden? Nur heiße Luft.

Es gibt sicher Branchen, wenn du nach einem anderen Tarif bezahlt wirst dann auch mehr verdienen kannst. Aber es kann nicht jeder Projektleiter für Immobilien in der Pharmaindustrie (nur als Beispiel) werden. Die meisten werden in Ingenieurbüros oder Baufirmen arbeiten müssen, dort ist nicht besonders viel zu holen.

Also, überleg es dir gut. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Wünsche dir alles Gute!

G22 | 11. September 2019 - 13:43

Ich muss jetzt in den nächsten Tagen zwischen Wirtschaftsingenieurwesen (Richtung Maschinenbau) und dem klassischen Bauingenieurwesen-Studium wählen. Und kann mich einfach nicht entscheiden. Meine persönliche Präferenz ginge zwar ganz leicht in Richtung Bauingenieurwesen, aber ich werde aus den ganzen Erfahrungsberichten aus dem Web einfach nicht schlauer. Ich habe mir die komplette Kommentarsektion aus diesem Beitrag durchgelesen und auch sonst vieles aus anderen Foren herausgezogen.

Also wenn man kurz und knapp gesagt in der Baubranche (in der Regel wohlgemerkt und in vergleichbarer Position) entweder ca. 20 % weniger verdient oder eben ca. 20 % mehr arbeiten muss um mit anderen Ingenieuren Gehaltstechnisch gleichzuziehen (und das auch nur wenn man überhaupt einen Job findet), dann raubt das einem ehrlich gesagt die Motivation. Oder bilde ich mir das einfach nur ein und die Branche hat sich mittlerweile erholt? Was sagt ihr dazu?

Marc | 16. August 2019 - 22:06

@SVL:
Wähle die Berufsrichtung, die Dir liegt. Ich sage nicht, dass Geld keine Rolle spielt, aber für mich ist das erwartete Geld nicht das Ausschlaggebende. Ich treffe so viele Leute, die in ihren Berufen wenig können. Das mag daran liegen, dass sie nicht den richtigen gefunden haben. Sie arbeiten ja nur für Geld. Feude am Beruf und Können korrelieren. Die Freude bringt einen zum Können. Und wenn man kann, kann man auch mehr verdienen. Dann ist das auch ein Verdienen.

Bauingenieurwesen ist eine breit angelegte Ausbildung. Man kann und wird sich später spezialisieren.

SVL | 16. August 2019 - 11:10

Ich muss jetzt in den nächsten Tagen zwischen Wirtschaftsingenieurwesen (Richtung Maschinenbau) und dem klassischen Bauingenieurwesen Studium wählen. Und kann mich einfach nicht entscheiden. Meine persönliche Präferenz ginge zwar ganz leicht in Richtung Bauingenieur, aber ich werde aus den ganzen Erfahrungsberichten aus dem Web einfach nicht schlauer.

Ich hab mir die komplette Kommentarsektion aus diesem Beitrag durchgelesen und auch sonst vieles aus anderen Foren und was da für unterschiedliche Meinungen sind, ist nicht normal. Also wenn man kurz und knapp gesagt in der Baubranche (in der Regel wohlgemerkt und in vergleichbarer Position) entweder ca. 20 % weniger verdient oder eben ca. 20 % mehr arbeiten muss, um mit anderen Ingenieuren gehaltstechnisch gleichzuziehen (und das auch nur wenn man überhaupt einen Job findet), dann raubt das einem ehrlich gesagt die Motivation. Oder bilde ich mir das einfach nur ein und die Branche hat sich mittlerweile erholt? Was sagt ihr dazu?

BL, B.Eng. | 04. März 2019 - 11:12

@Mia:
Grundsätzlich möchte ich vorab mal sagen, dass dir das meiste Geld nichts nützt, wenn dir der Job nicht gefällt.

zu 1 (Gehälter): Es kann nicht pauschalisiert werden, dass die Gehälter schlecht sind. Bauingenieurwesen ist unfassbar breit gefächert. Also hängt es sicherlich mit der späteren Tätigkeit zusammen. Ich bin beispielsweise in der Projektleitung (auftraggeberseitig) gelandet und werde nach Chemie-Tarif bezahlt mit späterem Wechsel in eine AT-Anstellung und kann dir sagen, dass ich mehr als zufrieden bin.

zu 2 (Nachfrage): Momentan extrem gefragt, daher ist aus meiner Sicht auch eine positive Entwicklung der Gehälter zu erkennen.

zu 3: Ob sich dieses Studium für dich lohnt, kann dir keiner beantworten. Was ich dir sagen kann, egal was du machst, wenn du darin gut bist und Spaß hast, wirst du deinen Weg gehen und Möglichkeiten haben "gutes" Geld zu verdienen.

andru | 02. März 2019 - 14:31

@Mia:
Im Grunde genommen wird das Thema der Bezahlung hier im Forum gut erläutert. Wenn es für dich tatsächlich nur um das Finanzielle geht, dann gilt auch für dich der letzte Post von Nordlicht. Sprich wenn du nach deinem Bachelor direkt mit 60.000 – 70.000 €/a anfangen willst, dann wirst du dies wirklich kaum schaffen, denn realistisch wäre da wohl eher 40.000 bis 45.000 €/a – mit Master bis 50.000 €/a (ausgenommen für Konzerne da ist noch Luft nach oben). Bauingenieure werden gesucht, kenne kaum einen Mitkommilitonen der keinen Job innerhalb kurzer Zeit gefunden hat. Von Wing bin ich ehrlich gesagt nicht begeistert, da ich kein Fan von "halben Sachen" bin. In der Praxis habe ich deshalb bisher auch keinen kennengelernt.

Was du letztendlich machst musst du selbst wissen. Für deine berufliche Laufbahn fließen so viele Faktoren ein, es fängt ja schon mit der Vertieferrichtung an. Dann kommen die Punkte wie die Größe des Büros, Beschäftigungsort, dein Verhandlungsgeschick etc. Ich finde die Forumbeiträge hier geben dir viele Informationen darüber, in welche Richtung es gehen kann. Ich bereue keine einzige Sekunde die Entscheidung getroffen zu haben Bauingenieurwesen zu studieren, selbst mit den ein oder anderen Problemstellen.

ej | 01. März 2019 - 15:22

@Mia:
Ich bin jetzt 3,5 Jahre im Beruf und verdiene mit Bonus sowie Firmenwagen 80.000 € im Jahr. Das macht netto als Single ca. 3600 €. Zum Leben reicht das allemal.

Magnus | 28. Februar 2019 - 23:25

@Mia:
Bauingenieur ist der coolste Beruf von allen, du solltest auf keinen Fall wechseln!

Mia | 28. Februar 2019 - 17:36

Ich stehe gerade vor einer großen Entscheidung. Ich studiere an der Uni Bauingenieurwesen im ersten Semester und das Studium an sich gefällt mir und es macht auch Spaß. Allerdings habe ich mich in letzter Zeit mehr mit dem Beruf beschäftigt und die Gehälter des Bauingenieurs schrecken mich ziemlich ab.

Daher meine Frage an alle die Erfahrungen haben: Werden Bauingenieure wirklich so niedrig bezahlt und sind sie überhaupt noch gefragt? Und lohnt sich das Studium somit für die Zukunft? Ich habe mir überlegt Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, da es einerseits ziemlich ähnlich ist und andererseits auch höhere Gehälter hat. Ich bitte um Hilfe!

Nordlicht | 25. Februar 2019 - 08:29

@Günther19:
Dann solltest du wechseln. Aber ich würde dir einen Tipp geben. Studiere lieber Medizin oder Jura. Dort verdienst du bestimmt besser als nach einem Bauingenieurstudium. Ebenfalls würde ich dir eine Ausbildung zum Piloten empfehlen. Die verdienen bei der richtigen Fluglinie noch gutes Geld. Anders kann ich deine Frage nicht beantworten. Ich habe mich damals für das Studium entschieden, weil es mich interessiert hat. Heute würde ich nicht wechseln wollen. Was du daraus machst ist deine Sache.

Günther19 | 22. Februar 2019 - 08:17

@Bauwechsler:
Ich hatte daran gedacht zu Maschinenbau zu wechseln. Maschinenbau interessiert mich ebenfalls sehr, hat mich aber anfangs abgeschreckt, da ich dachte, daß es da schwieriger wäre. Jetzt nach einem Semester merke ich, dass wir die selben Mathematik-und Mechanik-Module haben und es so gesehen genauso schwierig ist, wie Bauingenieurwesen. Physik bei den Maschinebauern fällt mir ebenfalls deutlich leichter als Bauphysik (Kinematik vs. Wärme/Feuchte/Brand/Schallschutz). Da kann ich ja genauso gut Maschinenbau studieren. Selbe Schwierigkeit, nur bessere Tarif (auch wenn Maschinebau etwas überlaufen ist ?).

Bauwechsler | 13. Februar 2019 - 22:56

@Igel:
Ein Auto und eine Wohnung kann sich in der Regel auch ein Hilfsarbeiter ohne Ausbildung leisten. Fakt ist, Bauingenieure sind - insbesondere im Vergleich zu den anderen MINT-Fächern aber auch den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Medizin, Lehramt usw. - einfach lächerlich schlecht bezahlt.

Igel | 12. Februar 2019 - 06:37

@Günther19:
Es geht nicht darum viel Geld zu verdienen. Es bringt nichts, wenn du viel Geld verdienst, aber dementsprechend hohe Ausgaben hast. Du verbringst die meiste Zeit auf der Arbeit. Spaß und Interesse sollten meiner Meinung nach höher gewichtet sein. Vor allem solltest du so früh wie möglich ein Praktikum machen, damit man dir auch sagen kann, ob du die entsprechenden Kompetenzen hast, als Bauingenieur zu arbeiten.

Das spätere Arbeiten ist, ob im Planungsbüro oder auf der Baustelle, etwas ganz Anderes. Das sollte man sich gleich am Anfang des Studiums klar machen. Das wird dir deine Entscheidung erleichtern. Und keine Sorge: Man verdient nicht schlecht als Bauingenieur. Du wirst dir dein Auto und deine Wohnung gut leisten können. Das Studium hat mir sehr viel Spaß gemacht und habe gerne dafür Zeit investiert. Ich bereue es, in den ersten Semestern kein Praktikum gemacht zu haben, sondern erst am Ende des Studiums.

Bauwechsler | 11. Februar 2019 - 22:17

@Günther19:
Wenn du später mal richtiges Geld verdienen möchtest (damit meine ich nicht die 60.000 € Gehalt, die es im öffentlichen Dienst gibt und die hier im Forum ja schon als Spitzengehalt durchgehen), dann studier was anderes. Gibt genug Studiengänge/Karrierepfade wo du mit durchschnittlichem Einsatz innerhalb von 5 Jahren auf deine 80.000 € - 90.000 € kommst, mit ein wenig outperformance auch deutlichst darüber. Das kann sich aber der typische Bauingenieur oft nicht vorstellen, da es in der Baubranche diese Jobs schlicht und ergreifend nicht gibt.

Günther19 | 09. Februar 2019 - 20:25

Ich weiß, dass es viele Threads wie meinen gibt, aber dennoch würde ich gerne darüber sprechen. Ich studiere im ersten Semester Bauingenieurwesen und im Nachhinein denke ich mir (bedingt durch die Forenbeiträge hier), dass es doch irgendwie eine falsche Entscheidung war. Bauingenieurwesen interessiert mich sehr, wobei mir Geld jetzt auch nicht unwichtig ist.

Ich würde schon fast sagen, dass mir (subjektive Meinung) Geld wichtiger ist als Spaß. Mein Problem ist, dass viel darüber berichtet wird, dass beispielsweise ein 40 h Vertrag geschlossen wird und dann aus den 40 Stunden mal 50 bis 60 werden können, ohne dass diese bezahlt werden. Aus lese ich von relativ niedrigen Gehältern.

Das Fach macht mir (momentan) Spaß, jedoch möchte ich später auch nicht 50 h für etwas schuften, was ich auch mit einer Ausbildung (oder anderer Studiengang - etwas wirtschaftlicher) hätte erreichen können. Wenn es wirklich so mies in der Baubranche ist, würde ich gerne keine weitere Zeit mit dem Studium verschwenden.

Ich bitte um konstruktive Ratschläge und bedanke mich jetzt schon mal für die hoffentlich kommenden Beiträge.

Buddy | 09. Dezember 2016 - 11:41

Ich bin gerade vor der großen Entscheidung, ob ich nach meinem Fachabi Bauingenieurwesen studieren soll. Nach dem Modulhandbuch würde mich der Studiengang wirklich interessieren. Aber ich kann mir es eher nicht vorstellen, in der Bauleitung oder der Statik tätig zu werden, da es in der Bauleitung schon immer sehr stressig zugehen soll. Deswegen wollte ich euch fragen, ob ihr euch - falls ihr die Wahl hättet - wieder für dieses Studium entscheiden würdet?

Maior | 14. Oktober 2015 - 18:31

@BOB:
Das ein Maschinenbauingenieur mindestens 50% mehr verdient ist wirklich Humbug. Maschinenbauingenieure sind heutzutage auch nicht mehr so extrem gefragt, wie vielleicht noch vor mehreren Jahren. Mal ganz davon abgesehen, dass ein hoher Anteil der Absolventen erst viele Jahre in einer Zeitarbeitsfirma verbringen muss, von Projekt zu Projekt in der Welt umhergeschickt wird um hoffentlich irgendwo mal eine Festanstellung zu bekommen. Und wie viel Zeitarbeitsfirmen zahlen kann sich jeder ausmalen denke ich.

alex | 14. Oktober 2015 - 06:48

@Ronny:
Ich finde ja. Natürlich nicht wegen dem Geld. Ich bekomme ca. 2000 € netto bei einer 45 Stunden/Woche. Und die Staatsanwaltschaft hängt mir im Nacken wegen der Arbeitssicherheit. Aber es macht Spaß!

BOB | 13. Oktober 2015 - 12:35

@Ronny:
Weiterbilden lohnt sich in jedem Fall. Mit deinen Kenntnissen aus 7 Jahren Berufspraxis hast du meiner Meinung nach auch gute Chancen als Absolvent beim Einstieg in ein Unternehmen. Allerdings sind meines Erachtens nach Einstiegsgehälter von 4000 Euro (Zitat: "....Bauingenieure die mit 3500 € bis 4000 € (und weniger) Brutto nach hause gehen, das lohnt sich ja kaum.") eine absolute Illusion. Man darf jedoch nicht pauschalisieren - die Spanne ist sehr groß und wird vor allem von Unternehmensgröße und der jeweiligen Region beeinflusst. Mit einigen Jahren Berufserfahrung als Ingenieur sieht das dann schon ganz anders aus.

Trägst du dich aber mit dem Gedanken, dem Bauwesen den Rücken zu kehren, wäre das nicht die schlechteste Entscheidung. Ich war auf einigen VDI-Messen und habe dort die Erfahrung gemacht, dass ein Maschinenbauingenieur deutlich gefragter ist, als ein Bauingenieur. Vom Einstiegsgehalt mal ganz zu schweigen, das liegt bei Maschinenbauern um mindestens 50 % über dem der Bauingenieure. Die Frage ist nur, ob dir bei einem artfremden Studium deine Vorkenntnisse zugutekommen würden. Viel Spass bei der Entscheidungsfindung :-)

Ronny | 13. Oktober 2015 - 11:22

Ich bin mich seit einem Jahr am informieren und am überlegen was ich tun soll. Ich habe Straßenbauer gelernt und 7 Jahre im Straßenbau gearbeitet in verschiedenen Sparten z.B. Kabelbau, Asphaltbau, Pflasterbau, Rohrleitungsbau. Seit Januar mache ich meinen Meister im Straßenbau, habe bisher alle Prüfungen bestanden und werde im Dezember fertig sein.

Ich will mich auf jeden Fall weiterbilden (Bauingenieurwesen) und frage mich ob sich das lohnt, ich habe in so viele Foren gelesen und was man da so liest ist echt der Hammer, Bauingenieure die mit 3500 € bis 4000 € (und weniger) Brutto nach hause gehen, das lohnt sich ja kaum. (ich hatte als Geselle schon 3000 € Brutto)

Ist es da nicht besser Maschinenbau zu studieren? Da sehen die Gehaltsaussichten schon wesentlich anders aus. Bauwesen an sich liegt mir und macht mir auch Spaß, aber vom Spaß alleine zahlen sich die Rechnungen auch nicht. Nun meine Fragen, sind die Gehälter echt so schwach oder sieht das bei euch anders aus, bin ich im Ausland besser dran? Wenn ja, wo? Österreich vielleicht?

max | 19. Februar 2015 - 15:07

@bujaschaka:
Also ich bin seit 3 Jahren Bauingenieur und mir macht mein Job sehr viel Spaß! War genau das richtige für mich. Klar ich arbeite auch oft 45 Stunden/Woche - aber es macht mir echt Freude. Geld stimmt auch. Ich bekomme ca. 40000 €/Brutto im Jahr. Klar ist das nicht sooo viel Geld aber es reicht! Und man wird nicht Bauingenieur wegen des Geldes! Die Leute meckern hier nur rum! Z.b als Altenpfleger kommt man überhaupt kein Geld. Die Arbeit muss Spaß machen! Einfach mal ein Praktikum machen!

Hornisse | 19. Februar 2015 - 12:00

@bujaschaka:
Wenn Du schon als Bauzeichner gearbeitet hast, dann kennst Du die Lage in den Ingenieurbüros ja bereits aus erster Hand. Wenn Dich das nicht abgeschreckt hat und Du Dich für Bauingenieur entschieden hast (weil schon immer Dein Traum....), dann lass Dich nicht davon abhalten. Wichtige Entscheidungen solltest Du nicht nach dem Ratschlag anonymer User in einem Forum fällen.

bujaschaka | 19. Februar 2015 - 10:31

Ich bitte um euren Rat: Ich studiere momentan Bauingenieurwesen im 3. Semester an einer Berliner HS. Vorher habe ich eine Ausbildung zum Bauzeichner absolviert. Nun frage ich mich, da ich dies nun schon mehrfach hier gelesen habe: Lohnt es sich heutzutage Bauingenieur zu werden? Bin ich nicht vielleicht besser dran einfach als Bauzeichner zu arbeiten oder wäre ich besser mit einem Architekturstudium dran? Allerdings habe ich gehört, dass Berlin überquellen soll vor Architekten. Ich würde gerne eure Erfahrungen und Meinungen hören als bereits tätige Bauingenieure und wie die Lage in Berlin aussieht. Danke!

TGA-Ingenieur | 29. Januar 2015 - 22:06

@Oso:
Gebäudetechniker sind zurzeit sehr gefragt. Ich habe im November meinen Abschluss gemacht und musste nur sieben Wochen suchen. Eingestiegen bin ich zu einem anständigen Gehalt. Wenn dich die Thematik interessiert, mach deinen Abschluss und dann los! Es bringt nichts, ewig zu hadern das man mit einem anderen Studiengang wesentlich mehr Kohle hätte abgreifen können. Unser Umgang mit Energie, von denen Gebäude einen Großteil verbrauchen, ist eines der Schlüsselthemen der nächsten Jahrzehnte. Ich denke mit einem Studium in diesem Bereich ist man sehr breit aufgestellt und auch nicht so stark von der Baukonjunktur abhängig wie Bauingenieure. Lass dich nicht ins Bockshorn jagen.

Ich denke der Master im Wirtschaftsbereich ist interessant, muss aber nicht zwangsläufig was bringen. Mit deinem Bachelor hast du einen Basisabschluss, mit dem du in vielen Bereichen anfangen kannst. Bestimmte Stellen scheiden für dich aber aus, für die werden Master-Absolventen gesucht. Machst du jetzt deinen Master, scheiden dann aber im Grunde genommen die vielen Basis-Stellen für dich aus, weil da nur ein "einfacher" Ingenieur gesucht wird. Du willst ja auch dann zurecht mehr verdienen, als ein Bachelorabsolvent. Damit streitest du dich aber auf dem Arbeitsmarkt um wenige Stellen, mit anderen Bewerbern. In der Region was zu finden, muss dann auch nicht zwangsläufig klappen.

Oso | 27. Januar 2015 - 22:23

Schadensbegrenzung/Zukunftsangst

Ich studiere nun seit 6 Semestern Bauingenieurwesen auf Diplom, mit der Veriefungsrichtung Gebäude-Energie-Management (Eine Art Baubetriebswesen, in die noch Aspekte der Architektur und dem FacilityManagement / Immobilienmanagement / der Fassadentechnik mit eingebunden werden). Je mehr ich hier im Forum lese und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Angst bekomme ich um meine Zukunft und im Baugewerbe möchte ich nun eigentlich nichtmehr arbeiten. Für mich klingt der Bauingenieur-Job mehr und mehr nach Schmuddelklamotten, schlechter Bezahlung und Überstunden.

An meiner Uni gibt es (zum Glück) die Möglichkeit einen Bachelor zu machen und im Master nochmal umzusatteln. Würdet ihr mir eher empfehlen, das Studium durchzuziehen und auf einen Branchenwechsel zu bauen? (Wie wahrscheinlich ist es, dass sowas klappt?) Oder sollte ich wohl doch einen Wirtschaftsmaster (z.B. MBusinessAdministration) draufsetzen?

Ich tendiere momentan eher zu Bachelor, der kostet mich zwar wegen der ungünstigen Modularisierung meines Studiums wahrscheinlich ein Jahr mehr Studienzeit, aber ich will einfach noch "die Kurve kriegen".

Vielen Dank für Eure Hilfe, Oso

GT2606 | 26. Juni 2013 - 18:53

Nur weil jemand "erst" 21 Jahre alt ist, heisst das noch lange nichts über die Qualität der geleisteten Arbeit. Dir hat man doch auch mit einem Bachelor Abschluss, also mit 22 Jahren, 40.000 EUR bezahlt?

"Ein Vorposter hat doch bereits geschrieben, dass er mittlerweile nach 3 Jahren Berufserfahrung 70k verdient". Na klar doch. Es haben auch zwei sehr gute und extrem erfolgreiche Bauingenieure geschrieben, dass sie jeweils ca. eine viertel Million Jahresgehalt bekommen. Dann muss Bauwesen wohl empfehlenswert sein, wenn es doch Leute hier im Forum schreiben.

GT2506 | 25. Juni 2013 - 15:17

@Brummi:
Der Artikel aus dem Spiegel ist echt der letzte Mist. Was soll der Leser damit anfangen? Mein Einstiegsgehalt betrug bereits als Bachelor 40.000 Euro. In dem Artikel steht irgendwas von 34.000 Euro. Das ist alles viel zu pauschal. Das ist wie wenn Du einen Zahnarzt oder Radiologen mit einem Hausarzt o.ä. vergleichen würdest. Bauingenieur ist nicht gleich Bauingenieur - da gibt es enorme Unterschiede, genau wie bei den Maschinenbauingenieuren. Wer gut ist, wird auch was erreichen.

Noch ein kleiner Nachtrag:
http://jenniferhertlein.wordpress.com/uber

Jennifer Hertlein (21!) hat unter anderem den Artikel geschrieben oder irre ich mich? Da wundert mich nichts mehr. Immer diese Halbwahrheiten in den Artikeln. Es wäre doch zu wünschen, wenn der ein oder andere hier einfach mal solche Artikel kritischer hinterfragen würde. Ein Vorposter hat doch bereits geschrieben, dass er mittlerweile nach 3 Jahren Berufserfahrung 70.000 Brutto verdient, das wollen die Miesepeter nur nicht hören. Mir geht es einfach auf den Nerv immer über alles hier rumzujammern.

Brummi | 24. Juni 2013 - 09:54

Ob ein Studium des Bauingenieurwesens lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man lebensstandardtechnisch nicht allzu anspruchsvoll ist und gerne voll und ganz in der Arbeit aufgeht, viel Verantwortung schultern möchte, mit sehr viel Stress klarkommen will und gleichzeitig zu einem eher bodenständigen Lebensstil gezwungen werden möchte (Stichwort reale Gehälter im Bauwesen ausserhalb dieses Forums), dem kann man Bauingenieurwesen nur wärmstens empfehlen.

Wer als Papa's Sohn oder Tochter die elterliche Baufirma/Bauingenieurbüro übernehmen will/soll, der sollte ebenfalls Bauwesen studieren. Eine schöne Zusammenfassung der Anforderungen an den Beruf findet man hier:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/bauingenieur...

Bemerkenswert ist das realistisch dargestellte Einstiegsgehalt. Man beachte vor allem, dass ein Arbeiter bei einem Abbruchunternehmen schon bis zu 14,80 EUR als Einstieg bekommt. Das entspricht einem Bruttojahresgehalt von ca. 32.000 EUR/annum vs. Bauingenieurseinstiegsgehalt von realistischen ca. 34.000/annum. Wie gesagt, die Gehaltsrealität ausserhalb dieses Forums sieht anders aus als die schönen Beiträge in den einschlägigen Threads hier.

Hans | 21. Juni 2013 - 11:10

Also, ich mache die Geschichte schon seit 18 Jahren und es war nicht einen Tag trostlos! Ganz im Gegenteil - Als Projektleiter muss man sich täglich neuen Herausforderungen stellen. Es gibt in jedem Job Höhen und Tiefen. Wenn man natürlich in seinem Kämmerchen versauert, sollte man sich fragen, ob das nicht doch an einem selbst liegt.

Mike | 19. Juni 2013 - 20:00

Weil man zu naiv ist und man sich nicht bewusst ist, wie trostlos der Job ist.

elly | 19. Juni 2013 - 01:02

Hallo, mich würde es sehr interessieren, wieso man Bauingenieur werden möchte? Mich würde es sehr freuen, wenn Ihr mir erklären könntet, warum ihr Euch für das Bauingenieurswesen entschieden habt bzw. warum ihr es studiert habt.

Willy | 23. Januar 2013 - 15:25

''Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.''

Wo lebst Du denn? In Asien wird sehr sehr viel gebaut, aber deswegen sind die Bauingenieure dort nicht automatisch gut, nicht umsonst plant Arup alle grossen bekannten Gebäude!

timmae | 10. Juli 2012 - 20:22

Du machst dir wegen Mathe sorgen, aber erwägst ein Informatikstudium?! Das passt nicht so ganz zusammen. Ich glaube dir ist überhaupt noch nicht so ganz klar, was du überhaupt mal machen willst. Eventuell solltest du dir mal ein Jahr Auszeit nehmen und verschiedene Praktika machen, z.B. in einem Ingenieurbüro, in einer größeren Baufirma die Tätigkeiten des Bauingenieurs kennen lernen oder vielleicht auch einen ganz anderen Bereich, z.B. Jura oder BWL. Vielleicht wirst du dabei auch feststellen, dass ein Studium garnichts für dich ist und du mit einer Ausbildung besser fahren würdest.

Mueller | 10. Juli 2012 - 15:41

Es gibt viele Statistiken die nur mit dem Wahrheitsprinzip - "glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast" - zu interpretieren sind. Aber eine Statistik basiert auf harten Fakten: nämlich die Negativentwicklung der Geburten in Deutschland und damit verbundene Vergreisung der Gesellschaft (Sammelbegriff: Demografische Entwicklung). Da das Berufsleben aktuell ca. 40 Jahre dauert, wird jeder, der jetzt mit dem Bauingenieur-Studium beginnt mit den für die Bauindustrie signifikant negativen Auswirkungen der demografischen Entwicklung konfrontiert werden. (weniger Wohnungsbedarf, weniger Infrastrukturprojekte etc.) Dieses sollte auf jeden Fall bei der Berufsentscheidung berücksichtigt werden.

P.S.: Das Thema ist aber auch schon "zigmal" in diesem und vergleichbaren Foren erläutert worden.

J. Messer | 10. Juli 2012 - 12:43

Heute kennt man den Preis von allem, aber von nichts den Wert. (Oscar Wilde)

Ich habe mich für das Studium entschieden und folge damit meinen Interessen. Eher zufällig über einen Bekannten von Neidhardt Grundbau bin ich dazu bekommen. Ich denke, man wird irgendwann kreuzunglücklich, wenn man einen Job macht, den man nicht ausstehen kann. Lieber arm als depressiv.

GT | 09. Juli 2012 - 17:49

Keiner weiß wie es in 1 Jahr aussieht, geschweige denn in 5 Jahren. Es kommt auch auf die Vertiefung und dein Wissen an. Bauingenieur ist ein schwammiger Begriff, es gibt Tätigkeitsfelder (in der Siedlungswasserwirtschaft z.B. oder FEM) da überschneiden sich die Tätigkeiten vom Bauingenieur und Verfahrensingenieur bzw. Maschinenbauingenieur. Mach das was dir später Freude bereiten wird. Informatik stelle ich mir mehr als trocken vor.

Arthur | 09. Juli 2012 - 09:26

Ich habe mein Abi gemacht und möchte gerne Bauingenieurwesen studieren. Beim jetzigen Praktikum auf der Baustelle, wo ich derzeit von 7:30 bis 17:30 arbeite, bin ich am zweifeln. Wollte an eine FH gehen. In Mathe war ich kaum gut, habe aber Spaß dran und habe den Mathestoff LK in einer Woche gelernt mit 7 Punkten (war nie in der Schule aus gesundheitlichen Gründen).

Nun aber lese ich im Internet, daß die Arbeitszeiten normal bei täglichen 10 Stunden liegen und in Hochphasen immer darüber liegen. Der Verdienst mit bis 3.000 € brutto ist doch dann ein "Witz" im Vergleich zu Auszubildenden. Keine Freizeit, kein Sport im Verein möglich... und dazu dann noch Bafög zurückzahlen jahrelang.

Im Beruf selber soll man als Bauleiter tätig sein, also kalkulieren und die Baustellen kontrollieren mit dem Polier. Dann auf der anderen Seite kann man noch im Planungsbüro tätig sein. Wobei man hier an einer Uni mit sehr gutem Abschluss eine Chance finden kann. Ich persönlich dachte der Bauingenieur plant das Projekt und gleichzeitig ist er bei der Baustelle tätig.

Die Arbeitszeiten, Verdienst, die Mathematik während des Studiums machen mir Sorgen. und die "Tätigkeitenauswahl". Und glaubt ihr, dass im Osten die Arbeitsbedinungen besser sind, sprich als Bauingenieur auszuwandern?!

Ansonsten denke ich über ein Informatikstudium nach, wobei ich dann da Kenntnisse habe, nur macht dieser Beruf mir keine große Freude. Über einige Meinungen, Ratschläge und Erleuchtungen für diesen Beruf wäre ich sehr dankbar. Da ich jetzt noch entscheiden kann, ob ich diesen Weg tatsächlich gehen möchte.

Magnus | 24. Juni 2012 - 10:10

Hallo Samy,
ich würde die Berufswahl nicht zu sehr von der augenblicklichen Situation am Arbeitsmarkt abhängig machen, sondern eher von den Interessen und Neigungen. Ich stand vor 17 Jahren vor der selben Entscheidung und habe es nie bereut Bauingenieur zu werden. Zu Elektrotechnik und Maschinenbau fehlte mir irgendwie der Zugang, vielleicht weil ich Autos und Maschinen nicht so wirklich spannend finde und mich an Gebäuden der Bezug zur Geschichte interessierte.

Ich glaube, das unangenehmste ist, wenn man später einen Beruf machen muss, an dem man keine Freude hat. Letztendlich ist man jede Woche 40 bis 60 Stunden da. Das Spannende an Häusern und Tragwerken ist, das diese wie Menschen sind. Sie sehen alle ähnlich aus, haben ähnliche Funktionen und trotzdem ist jedes anders. Sie altern sogar unterschiedlich.

Bei Elektrotechnik und Maschinenbau handelt es sich bestimmt nicht um Boomfächer, sondern um eine solide Berufsausbildung, mit der man in vielen Bereichen und in vielen Ländern dieser Welt arbeiten kann. Die Verdienstmöglichkeiten sind in diesem Bereich besser, u.a. weil der Lohnkostenanteil an dem einzelnen Produkt geringer sind und die Arbeitsbedingungen sind wahrscheinlich auch besser (weniger Stunden, mehr Urlaub). Wenn du also nur eine Affinität zu Technik und Ingenieurswissenschaft hast, würdest du damit nach gegenwärtigen Kenntnisstand besser fahren. Ich denke mit einem Ingenieurstudium ("egal welchem") machst du in keinem Fall einen Fehler!

Vielleicht wäre es klug, sich ein ähnliches Forum im Maschinenbau und der E-Technik zu suchen und zu schauen, worüber die Kollegen da so klagen. Ob der Beruf des Bauingenieurs schlecht oder gut bezahlt ist, muss jeder für sich entscheiden. Wahrscheinlich hängt es auch vom individuellem Werdegang ab. Ich arbeite jetzt seit 11 Jahren und liege bei 57 TSD + Auto, arbeite 35 bis 65 h pro Woche (Je nach Erfordernis).

Probleme eine Stelle zu finden hatte ich nie, obwohl ich 2001 fertig wurde und zu diesem Zeitpunkt die hohen Anfängerzahlen der 90-95 Jahrgänge auf einen schlechten Arbeitsmarkt trafen.

bauinghel | 22. Juni 2012 - 23:14

@Samy
Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, Aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.
Ich denke bei Maschinen, Autos, Anlagen sind wir Exportweltmeister, Bauingenieure exportieren wir nur weil viele hier schwach oder gar nicht bezahlt werden.
hel

Samy | 22. Juni 2012 - 16:32

Hallo,

habe mein Abitur gerade erst bestanden und habe mich an verschiedenen Unis für Bauingenieurwesen beworben. Ich habe gestern bereits die erste Zulassung für das Fach an der Uni Duisburg-Essen bekommen und war bis gestern fest entschlossen mich für einzuschreiben.

Gestern Abend allerdings war ich mit bei einem Kollegen, dessen Vater Bauingenieur ist, und der hat eindringlich dazu geraten diesen "Fehler" bitte nicht zu begehen und mich für jede Ingenieurswissenschaft einschreiben, aber nicht Bauingenieurwesen. Er meinte, dass der Beruf sehr schlecht bezahlt wird und er heutzutage nicht mehr so gebraucht wird, da Deutschland älter wird. Er hat mir weitere Gründe aufgezählt, die mir im Nachhinein nicht mehr einfallen.

Nun war ich doch sehr erstaunt und ein wenig schockiert und habe heute morgen im Internet recherchiert und in vielen Foren wurde unisono das Gleiche berichtet, wie es der Vater beschrieben hat:

* schlechtes Gehalt
* 60 Std. Arbeit in der Woche
* schlechte Zukunftsaussichten etc.

Aber auf Maschinenbau und Co. habe ich ehrlich gesagt keine Lust und ich hab das Gefühl, dass diese Studiengänge Maschinenbau oder E-Technik einfach nur Boomfächer sind wie Betriebswirtschaftslehre, wo es dann in fünf Jahren viel zu viele Absolventen geben wird.

Was meint Ihr? Besteht nicht die Möglichkeit dass man ins Ausland gehen kann? Meine Eltern kommen aus Asien und ich meine dort kann man doch sicherlich noch einiges bauen?

Viele Grüße

Polle | 17. Februar 2011 - 23:09

Um die Frage in der Überschrift zu beantworten:

Finanziell gesehen für viele wohl kaum. Alles andere Lohnende was mit so einem Studium einhergeht (Fördern der analytischen Denkfähigkeit, persönlicher Gewinn, mehr Jobchancen als Akademiker...) steht auf einem anderen Blatt.

F.Vogt | 07. Dezember 2010 - 00:31

Hi Mario,

eigentlich hast Du genug Antworten bekommen und solltest mal Deine Erfahrungen aus Dresden mitteilen. Nach dem Bachelor kannst Du ja dann noch wechseln zu einer TU9. M.E. ist die TH Dresden garnicht so schlecht, liest man doch im Deutschen Ingenieurblatt öfters was aus Dresden, insbesondere zum Massivbau und speziell über Textile Bewehrungen (Glasfaserbewehrung).

Und mit über 25 Jahren Bauingenieur-Erfahrung (auch international) sage ich: und es lohnt sich doch, auch wenn´s mal schlecht geht und wenig läuft, aber dann geht´s wieder richtig rund und Spaß sollte man immer bei der Arbeit haben - oder wie mal einer aus dem Öffentlichen Dienst zu mir als damals junger Bauleiter sagte: Ein jeder Stand hat sein Freud, ein jeder Stand hat seine Leid!

Utrm-Student | 02. Dezember 2010 - 23:34

Hallo,

ich studiere UTRM (Umwelttechnik & Ressourcenmanagement) an der Ruhruniversität in Bochum mit Vertiefungsrichtung Wasser/Bodentechnik. Wollte im Master dann noch weiter Richtung Abwassertechnik/-aufvereitung spezialisieren. Treffen eure Meinungen zum Bauingenieur-Beruf ebenfalls auf diesen Berufszweig zu? Ich habe echt keine Ahnung wie das spaeter im Beruf aussieht.

| 22. Oktober 2010 - 08:03

@Gast: International sind noch bessere Margen drin und am internationalen Markt gibt es, logischerweise, da größer, mehr Aufträge. Ergo mehr Geld und mehr Möglichkeiten für alle Beteiligten, was in diesem Fall einmal heisst: Was für die Fa. gut ist ist auch für die Leute gut.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:59

@Gast: Große Baukonzerne zahlen in der Regel nach Tarif. Es gibt dort normalerweise einen funktionsfähigen, selbstbewussten Betriebsrat, dem alle Neueinstellungen vorgelegt werden. Eine Einstellung unterhalb des Tarifs ist daher nicht ohne Weiteres möglich. Bei kleinen Bauunternehmen ist die Einstellung nach Tarif dagegen eher die Ausnahme.

Bei Ingenieurbüros ist es so, dass man mit 0815-Statiken praktisch kein Geld verdienen kann. Und wenn ein Ingenieurbüro kein Geld verdient, kann es auch keine ordentlichen Gehälter zahlen. Bei den Großprojekten trifft man immer wieder auf die gleichen - zumindest national, oft auch international - bekannten Namen bezüglich der Planungsbüros. Wenn irgendwo ein Bauprojekt jenseits der 100 Mio. gebaut wird, haben nur namhafte Ingenieurbüros mit entsprechenden Referenzobjekten die Chance auf einen Planungsauftrag.

Wenn ein kleines und noch unbekanntes Ingenieurbüro ein besonders großes oder komplexes Projekt abwickeln wollte, würde das keinen potentiellen Auftraggeber interessieren. Solche Planungsaufgaben werden nicht allein nach dem Preis sondern auch nach der zu erwartenden Qualität der Leistung vergeben. Aber dieses bischen "heile Welt" ist in der Baubranche schwer zu finden. Große Büros haben hier den Vorteil, noch eher auskömmliche Preise für ihre Planungsleistung erzielen zu können, während das 3-Mann-Büro an der nächsten Straßenecke aufgrund der Konkurrenzsituation kaum Chancen auf eine ordentliche Vergütung hat. Daher kommt mein Tipp, in einen großen Konzern oder ein großes Büro zu gehen.

P.S.: Es gibt natürlich auch Nischen, in denen kleinere Büros aufgrund ihrer Spezialisierung gute Preise erzielen. Aber solche kleineren Büros mit guten Arbeitsbedingungen und Gehältern sind schwerer zu finden als die großen.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:57

@ati: Die Vertiefungsrichtung sollte man natürlich auch nach Interessenlage wählen, da die gewählten Vertieferfächer und das Thema der Diplomarbeit so ziemlich die einzigen Aufhänger für das spätere Anschreiben der Bewerbung sind. Wer gerne Bauleiter werden möchte, sollte logischerweise Baubetrieb vertieft haben und alles was thematisch dazu passt belegen (Vertragswesen, Claimmanagement, Projektmanagement, Schlüsselfertigbau...), ggf. Schienen- und oder Straßenwesen, falls jemand Bauleitung in diesen Bereichen machen möchte. Wer hingegen Statiker werden möchte, sollte sich auf die klassischen Fächer (Massivbau, Stahlbau, Holzbau, Baustatik, Baudynamik, ...) konzentrieren. Ansonsten kann man aber auch in anderer Hinsicht als Planer arbeiten: Eine Spezialisierung in Richtung Gebäudetechnik in Kombination mit Bauphysik kann sinnvoll sein (wachsendes Geschäftsfeld). Oder aber auch in Richtung Bodenmechanik/Geotechnik. Im letztgenannten Gebiet werden Absolventen knapp, da sich viele Studenten entweder nicht für Geotechnik interessieren oder es für zu anspruchsvoll halten (komplexe Stoffgesetze, Kontinuumsmechanik, FEM...).

Werkstofftechnik zu vertiefen ist allerdings recht speziell. Wer später auf Seiten von Lieferanten arbeiten möchte, kann hier Pluspunkte sammeln oder wer in Richtung Forschung und Entwicklung tendiert, evtl. auch eine Anstellung bei einer Materialprüfanstalt o. ä. anstrebt. Für das Alltagsgeschäft als Planer oder Statiker reichen aber im Normalfall die Werkstoffkenntnisse die man ohnehin in den jeweiligen Fächern (Massivbau/Stahlbau/usw.) erhält. Und darüber hinaus liest man sich abhängig vom jeweiligen Projekt ggf. das erforderliche Wissen kurzfristig an.

Horschti | 20. Oktober 2010 - 15:07

International tätige Unternehmen machen recht spezielle Sachen, die nicht jede Wald- und Wiesenfirma anbietet. Somit ist die Zahl der Mitbewerber überschaubar und dementsprechend die Preisgestaltung. Für solche Projekte braucht man dann auch entsprechend Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how. Und das kann/muß dann auch bezahlt werden.

| 16. Oktober 2010 - 20:30

Equilibrium meint in seinem Beitrag vom 6. Oktober 2010, dass man sich am besten um eine Anstellung in einer international tätigen Ingeniergesellschaft bzw. einen Baukonzern bemühen sollte, kann dies jemand bestätigen und/oder begründen.

Ati | 12. Oktober 2010 - 15:01

Hallo,

ich bin 25 Jahre alt und studiere Bauingenieurwesen an der Universität Stuttgart und werde dieses Semester meine Vertiefungsfächer auswählen, habe mich für Baustatik, Werkstoffe, Bauphysik und Baubetriebslehre entschieden. Nachdem ich alle Beträge gelesen habe, bin ich bissle frustriert, wenn ich damals gewusst hätte, dass Bauingenieure unterbezahlt sind, hätte ich mir was anders überlegt (ist aber leider zu spät meine Studienrichtung zu wechseln).

Was würdet Ihr mir für die Zukunft noch empfehlen? Welche Vertiefungsrichtungen haben einen Vorteil? Ich kann fliessend Englisch, Türkisch und Russisch und ich habe vor nächstes Semester noch einen Sprachkurs zu belegen. Ich habe auch kein Problem ins Ausland zu gehen.

Danke
Mit freundlichen Grüßen
Ati

Equilibrium | 06. Oktober 2010 - 07:34

Hallo Tim,

ich würde timmae zustimmen: Nimm eine Uni/TH/TU aus den TU9. Speziell die RWTH Aachen, die TU Braunschweig und die TU Karlsruhe kann ich aus persönlichen Erfahrungen bzw. denen meiner Kollegen empfehlen. Das Niveau ist hoch, aber mit einem Abschluss von einer Wald- und Wiesen-Uni kommt man später nun mal nicht weit.

Mit Mathe- und Physik-LK sowie einem 1er Abi bin ich damals auch gestartet. Zumindest bringst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtigen Voraussetzungen fürs Studium mit, aber mach Dich auf ein anstrengendes Studium gefasst. Das Abitur ist verglichen mit einem Bauingenieurstudium ein Kindergeburtstag.

Dass einem Geld mit 18 Jahren nicht so wichtig ist, ist völlig normal. Leider ist es genauso normal, dass Du das dann mit Mitte Dreißig ganz anders sehen wirst. Vielleicht hast Du dann eine Frau und Kinder, wünschst Dir ein Eigenheim und musst leider erkennen, dass so etwas halt Geld kostet - viel Geld. Genauso wichtig wird es Dir sein, Deine Kinder abends noch zu sehen, bevor sie ins Bett gehen. Als Bauingenieur ist es aber um einiges schwieriger als in anderen Ingenieurberufen, zu solchen Uhrzeiten bereits zu Hause zu sein.

Aber wenn Dich das alles (noch) nicht stört, (sondern eben erst später) dann studier es halt. Nur beschwer Dich später nicht! Du kannst dann nicht behauptet, Du wärst von der Entwicklung irgendwie überrascht worden.

P.S.: Versuch Dich immer nach oben zu orientieren: Mindestens den Master (an einer anerkannten Uni) machen und wenn Du Statiker werden möchtest, am besten noch promovieren. Als Arbeitgeber am besten einen großen Baukonzern (mit Praktika den Einstieg vorbereiten) oder eine weltweit tätige Ingenieurgesellschaft suchen. Und wenn schon Bauwesen, dann studier auf jeden Fall das „echte“ Bauingenieurwesen und nicht irgendwelche neuen Erfindungen wie Entsorgungsingenieur (Deponiebau) o.ä.

Patrick | 02. Oktober 2010 - 17:38

@ Tim,

Deine Schwerpunkte liegen in Mathe und Physik. Das klingt für mich so, als ob Du eher an einer Anstellung als Statiker interessiert bist? Wenn das so ist, dann kann ich Dir schonmal Deine Illussionen bezgl. Punkt 4 nehmen.

Du wirst bei einer Anstellung als Statiker zu 99%-iger Sicherheit niemals eine Baustelle sehen. Ingenieurbüros haben i.d.R weder die Zeit noch das Budget, Ihre Mitarbeiter auf die Baustelle zu schicken. Im Gegenteil: Du bist dann ein Rechenknecht, der nichts produziert, außer Papier!

timmae | 01. Oktober 2010 - 22:23

Da solltest du fündig werden: http://www.tu9.de

Tim | 01. Oktober 2010 - 14:42

Grüßt euch,

vorab will ich sagen, dass ich mir das gut überlegt habe und ich viel gelesen hab etc pp. Was vielleicht erwähnenswert ist: Ich bin 18, bald mach ich Abitur, hab einige Praktika in dem Bereich gemacht, habe einen Schnitt von 1,6 - LKs sind Mathe und Physik. Meine Beweggründe sind aber ziemlich einfach:

1. Mir kommt es nicht aufs Geld an
2. Ich will einen Beruf, der mathematisch anspruchsvoll ist
3. Ich suche Herausforderungen und mag es, Lösungen für Probleme zu finden
4. (und das ist eigentlich mein wichtigster Grund) Ich will einen Beruf, wo ich später das Ergebnis sehen kann, wo das Ergebnis greifbar ist.

Nebenbei: Am Maschinenbau und Informatik z.B. bin ich gar nicht interessiert.

Fazit: Bauingenieurwesen ist der einzige Beruf der mein Interesse für Mathe und Physik vereint und wo ich gleichzeitig ein greifbares Ergebnis produzieren kann. Meine Frage ist eben, wo ich am besten studieren kann. Praxissemester im Ausland wäre nicht schlecht. Ich will an einer Uni studieren und da man im restlichen Internet nicht unbedingt gute Quellen findet, hab ich mir gedacht, ich frage mal den harten Kern, welche Unis aus Deutschland gut angesehen sind.

Die Kritiker die mich davon abhalten wollen, diesen Weg zu gehen (ich weiß, davon gibts genug), möchte ich bitten statt Nachteilen lieber gute Alternativen aufzuzählen (bin für alles offen).

Im Voraus schonmal vielen Dank für Antworten!

| 27. September 2010 - 15:31

@ Gleichgewicht: Freue mich immer wieder über Deine Beiträge! Da kann noch so bodenloses Zeug kommen (ich denke dann, da ist Hopfen und Malz verloren, die wollen es einfach nicht wissen/ hören), Du gibst die Leute nicht auf und leistest echte Basisarbeit. Finde ich super!!!

Wenn ich dann immer den "Käse" vom Ausland höre, ja da gibt es jede Menge Geld zu verdienen, wie ich schon schrieb, Ole hat recht, aber Ole scheint auch ein "recht harter Knochen" zu sein", es gibt hier auch einen Haufen (noch Studi) Romantiker (wahrscheinlich nicht mal beim Militär gewesen, nicht falsch verstehen, finde Zivildienst klasse, aber da läuft man eben nicht Gefahr, dass einem die Kugeln um die Ohren fliegen, oder einem Leute mit einer Machete den Seikowecker abnehmen wollen) die beim zweiten Überfall auf der Straße nach der Mama rufen oder die an der nächsten Ecke plötzlich Deine Freundin auf Besuch ganz toll finden und man keine Ahnung hat wie man aus "der Scheiße" mit blauem Auge und heiler Freundin wieder raus kommt.

Ich glaube die meisten können sich die Zustände in großen Teilen der Welt nicht vorstellen, im TV kann man weiter zappen, in der Realität ist das nicht wie "Bruce Allmächtig"...

Jobs in Dubai: Versucht euer Glück, Jobs in Australien: wie bereits geschrieben. Und im Rest der Welt gibt es nur ordentlich Geld, weil und wenn da keiner hin will. Das nennt man dann "relativ" gute Bezahlung. Macht mal ein Projekt mitten in der Türkei, in Westafrika, Liberia, Nigeria, Indien oder mitten in China.

Selbst wenn man in Shanghai landet (teuer) verdient man dann vielleicht mit Glück 150 k im Jahr, die Jungs die die Hightech verkaufen das doppelte und der Typ aus München, der im Büro der HSBC (muckelig ruhig) sitzt das dreifache!

Wo wir die Kurve zum Thema haben: Lohnt ein Bauingenieurstudium, und da schreibt dann wieder ein "Eddie Bauer" - anscheinend noch nicht mal angefangen zu studieren - seine Weißheiten. Woher nehmt Ihr nur die chuzpe von Sachen zu schreiben, die Ihr noch nicht erlebt habt?

ole | 27. September 2010 - 08:11

Hallo Gast, ich habe gerade fuer mein gesamtes Team, ausser mir, die Arbeitserlaubnis fuer Australien eingeholt. Das wird bei meinem Arbeitgeber nicht standardmaessig gemacht, weil es sich nicht um ein Corporate Work Visa handelt, sondern um ein personel work visa. Meint unsere Mitarbeiter koennten sich von uns ein Visa besorgen und sich dann in Australien sofort woanders bewerben. Weil das so viele gemacht haben, wird man schwerlich einen Arbeitgeber finden, der freiwillig ein Work Visa besorgt.

Man braucht 120 Punkte um ein Visa in 3 Monaten zu haben. 60 Punkte bekommt man fuer Civil engineering. 25 bekommt man fuer nachgewiesene Sprachkenntnisse durch "IELTS" Test. 5 bekommt man, weil man Deutscher ist, 10 bekommt man wenn man die letzten 3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat und weitere 20 bekommt man, wenn man unter 40 ist. Mit 120 Punkten ist die Arbeitserlaubnis ziemlich einfach zu bekommen. Einen Job hat man damit nicht und der Spass kostet - je nach Wechselkurs - um 1800 Euro.

Hier in Suedafrika rekrutieren die Australier permanent. Es gibt kein Wochenende, an dem nicht eine Anzeige in der Zeitung ist. Wenn man die 120 Punkte allerdings nicht schafft, braucht man das auch gar nicht erst versuchen, das ist natuerlich nur meine Meinung. Das wird dann extrem schwierig und der IELTS ist auch nicht gerade einfach. Den muessen alle machen, die nicht aus England, Irland, Canada, USA oder Neuseeland kommen. Ich habe das Ding zwar geschafft aber nur mit echter Vorbereitung. Einige meiner Kollegen sind durchgefallen, obwohl die Suedafrikaner mit Englischer Abstammung sind!

Bei den Arabern kommt es viel mehr auf den Lebenslauf an. Die wollen nur Personal mit nachgewiesener Erfahrung in genau dem Gebiet, auf das man sich bewirbt. Da wir in Deutschland so wenig Wolkenkratzer bauen und auch nicht wirklich Erdoelindustrie haben, geht das meistens nur ueber Umwege.

England ist in der Tat etwas aufwendig aber auch nicht unmoeglich. Ich hatte meine Akkreditierung nach gut 8 Monaten. Beste Informationen darueber gibt es beim CIOB, bei dem man dann auch besser Mitglied ist. Ist auch fuer Arabien und alle CW Staaten sehr hilfreich. USA kann man eigentlich vergessen. Canada soll allerdings so richtig boomen in den naechsten Jahren, habe aber keine Ahnung wie schwer das wird und was dort bezahlt wird.

Ole

Equilibrium | 27. September 2010 - 07:34

Der Titel hier heißt ja eigentlich "Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium?" Also dann mal ein paar Zahlen zur Vergütung (selbstverständlich Brutto):

Bauingenieur 3531 € / Monat

und als Vergleich dazu andere Ingenieurberufe:

Bergbauingenieur 4223 € / Monat
Chemieingenieur 4456 € / Monat
Elektroingenieur 4553 € / Monat
Fernmeldeingenieur 4891 € / Monat
Maschinenbauingenieur 4495 € / Monat
Softwareingenieur 4089 € / Monat
Wirtschaftsingenieur 4288 € / Monat

Fazit: Ein Bauingenieur liegt etwa auf dem Niveau eines Metallfachwerkers (3529 € / Monat). Letzterer wird allerdings keine schlaflosen Nächte haben, sondern ab ca. 17 Uhr seinen wohlverdienten Feierabend genießen. Die Antwort auf die eigentliche Frage dieses Themas lautet also ganz einfach: Nein! (Quelle für obige Zahlen ist stern.de)

P.S.: Für die jüngeren Teilnehmer im Forum noch ein Hinweis: Es sind immer die letzten paar hundert Euro des Lohns, die beim Lebensstandard den Unterschied machen. Nach Abzug aller monatlichen Fixkosten (Miete, Auto, Versicherungen etc.) bleiben pro Monat nur wenige hundert Euro zur freien Verfügung. Ein Gehaltsplus von 20 bis 30 Prozent bedeutet daher zum Teil eine Vervielfachung dieses freien Betrages. Dementsprechend ist der gefühlte Unterschied zwischen 3500 € und 4500 € (Maschinenbau) noch größer als es auf den ersten Blick ohnehin schon aussieht.

FlipB | 26. September 2010 - 22:34

Ich habe allerdings nur nach Staaten gesucht, wo der Lebensstandard vergleichbar ist. Probiere es mal mit Österreich, genauso trostlos.

Jack Bauer | 24. September 2010 - 23:29

@ Tragswerkplaner:

Das macht einem echt Angst. Weiss ehrlich nicht, ob ich solchen Druck aushalten würde.

Jack Bauer | 24. September 2010 - 23:03

Bei studies-online liest man noch schlimmere Horrorgeschichten als hier. Ich will's unbedingt studieren. Mit fester Absicht nach dem Studium ins Ausland zu gehen. Kann neben Deutsch perfekt Russisch, Englisch geht so (wird natürlich aufpoliert, bis es fliesst) und habe vor noch Spanisch zu lernen.

Es sei denn ich finde hier in Deutschland eine Stelle mit Einstiegsgehalt von min. 36.000, mit sicheren späteren Lohnsteigerungen. Dann würde ich vllt. ein Paar Jahre hier bleiben.

Denn bei all den negativen Meinungen über diesen Beruf in Deutschland scheinen sich Leute doch einhelliger Meinung zu sein, dass die Dienste eines deutschen BI's im Ausland geschätzt werden, was sich dann auch in angemessener Entlohung niederschlägt. Hier gibt es ja nichts mehr grossartiges zu bauen, während z.B. in Asien ganze neue Städte hochgezogen werden. Sogar im deutschsprachigen Ausland (CH, AT) soll die Lage weitaus besser sein als hierzulande.

Ich will dieses Fach unbedingt studieren. Ich war schon immer fasziniert vom Bauen. Will mich aber auch nicht gleichzeitig ausbeuten lassen - wie wohl viele in Deutschland werden, schon aus Prinzip.

Was ich aber nicht ganz verstehe, dass einige Leute es den anderen unbedingt ausreden wollen, das zu studieren. Man geht ja auch nicht Medizin studieren, um da viel Kohle zu machen. Das liegt diesen Menschen einfach. Genauso liegt jemandem vllt. das Bauen.
Wie kann man sich sonst erklären, dass immer noch so viele Architektur studieren, obwohl von vornherein klar ist, dass die meisten davon eh ihr Leben lang arme Schlucker bleiben werden?

Michael | 24. September 2010 - 12:18

@Ole

Bei deinen Zahlen musst Du aber auch bedenken, dass bei den Bauingenieure auch Architekten inbegriffen sind, die den Schnitt ein gutes Stück nach unten ziehen.

| 23. September 2010 - 17:12

Da hat der Ole recht, die Zahlen kommen etwa hin (das heisst, ähnliche habe ich auch im Kopf). Auf der anderen Seite ist es aber gar nicht so leicht einen Job in diesen Ländern zu ergattern, aber möglich, mit dem richtigen Background denke ich.

Australien, komplizierte und bürokratische Einwanderungsverfahren (Arbeitserlaubnis), kann etwa 18 Monate dauern, bin sogar der Meinung ohne hinzufliegen und sich vor Ort was zu suchen, fast keine Chance, wenn man aber was gefunden hat, geht das mit der Arbeitserlaubnis wohl viel schneller (sofern der AG sich kümmert und bürgt!)

"Arabien", kommt wahrscheinlich wieder auf den Werdegang an, habe es selbst, vor dem Slump mal versucht, fand es äußerst schwierig, momentan denke ich da geht wahrscheinlich nichts, auf mittelfristigem Horizont (vielleicht in ein paar Jahren als Betonsanierer ;-).

England, Hürde sind hier die Eintragung in eine "Charter" (wird sehr of nachgefragt, RICS) oder man muß ganz unten anfangen, Lebenshaltung hier teilweise recht hoch. USA, vor der Immobilienkrise konnte man meines Erachtens noch viel besser verdienen als Ole schreibt, denke das ist aber auf absehbare Zeit vorbei (der Economist schrieb, dass mit einer Abwicklungsphase von etwa 10 a gerechnet werden muß, für Immobilien unter Wasser, d.h. bei welchen der Kredit den Wert übersteigt, geschätzt zwischen 1.000.000 und 1.500.000 private Immobilien, gewerbliche habe ich keine Zahl).

just my 2 cents

Ole | 23. September 2010 - 14:19

Irgendwie ist der Link nicht richtig rausgekommen. Surft einfach mal auf der Seite des Statistischen Bundesamtes, wenn es Euch interressiert. Hier nur mal als kleiner Nachtrag zur Einkommenssituation fuer Bauingenieure. Zahlen habe ich im Internet gefunden.

Australien = 118.000 Aus$ = 82.500 EUR Zahl von 2010

GB = 78.560 GBP = 92.000 EUR (Einstiegsgehalt im Schnitt 52.048 GBP) Zahl von 2008

VAE und Saudi Arabien = 560.000 Dirham = 114.000 EUR (wohl gemerkt steuerfrei fuer Expats, Gesamtdurchschnitt d.h fuer alle Pakistanis, Inder usw immer noch 255.000 Dirham steuerfrei)

USA = 74.600 USD = 57.000 EUR

Fuer Scandinavien habe ich nur sehr waage und extrem unterschiedliche Angaben gefunden. Habe einige Zeit aufgewendet um einen Staat zu finden, in dem Bauingenieurwesen schlechter bezahlt wird und es nicht geschafft. Ich habe allerdings nur nach Staaten gesucht, wo der Lebensstandard vergleichbar ist.

Ole

Ole | 22. September 2010 - 08:45

Also nur um hier mal von persoenlichen Einstellungen wegzukommen, geht doch mal auf die Seite des Statistischen Bundesamtes. Dort gibt es eine nette Erhebung fuer die Einkommen in der Bundesrepublik Deutschland.

Link: http://bit.ly/btTxA1

Hier kann man sich die Gehaelter im Ueberblick runterladen und anschauen. Die Zahlen werden nicht staendig ueberarbeitet und sind deshalb bereits von 2006, also nicht mehr so aktuell.

Beruf (Brutto)
Bauingenieure / Architekten: 54070 EUR / Jahr
Elektroingenieure: 69626 EUR / Jahr
Chemieingenieure: 75065 EUR / Jahr
Maschbauingenieure: 69708 EUR / Jahr

Ich weiss ja, das ich immer ein ziemlich starker Vertreter fuer meinen Beruf bin, aber ich muss zugeben, das ich das nicht so deutlich erwartet haette. Zumal ich insbesondere den Studienzweig Maschinenbau als nicht schwieriger einstufe. Mal ganz davon abgesehen sind die Gehaelter, die hier im Forum genannt werden, nicht mal dicht an 54000 EUR / Jahr. Was heisst, dass sich die aelteren Kollegen dann wohl ziemlich vollsaugen, aber das ist nur eine Vermutung. Wenn ich das richtig gelesen habe, sind selbstaendige Ingenieure in dieser Tabelle auch nicht erfasst. Wie auch immer, wir schneiden nur sehr bescheiden ab.

Erschuetternd ist, das man beispielsweise das selbe verdient haette, wenn man Industriemechaniker gelernt haette und dann seinen Meister nach 3 Jahren gemacht haette. In der Liste sind einige Ausbildungsberufe, die ziemlich dicht an Bauingenieure herankommen oder sogar darueber liegen. Nur das man die mit 16 Jahren machen kann und spaetestens nach 3 Jahren schon recht ansprechend verdient... hmmmmm. Also sollte ich hier mal ne Empfehlung geben - lass die Finger vom Bau, gibt besseres, wenn man auf die Kohle schaut.

Ole

| 17. September 2010 - 10:35

@Ole,

wenn das Dein Lebensentwurf ist, dann ist das ja auch gut.
zu 1.) Stimmt, es ist ein generelles Ziel zeitig in Rente zu gehen, aber nach meinem Empfinden zählen die Leute die Tage rückwärts, die nicht den größten Spaß auf Arbeit haben. Muss ja bei Dir nicht so sein. Aber stell Dir mal jemand vor, der 65 ist und seit 20 Jahren nicht mehr arbeitet. Ich nehme solche Menschen nur bedingt ernst, wenn sie über altägliche Probleme, Arbeit etc. reden.
zu 4.) Zweifelsohne gibt es die "besten Jahre", das sind die, wo Du gesund und vital bist. Einige haben bis 70 keine gesundheitlichen Probleme, aber weiß man es.
zu 5.) Es ist bestimmt nicht schlimm spät Kinder zu bekommen, jedoch ist es für die Kinder selbst nicht der Idealfall. Sie tragen ein erhöhtes Risiko nicht gesund zur Welt zu kommen, haben alte Eltern etc. Und ich sag Dir eins aus Erfahrung, die Nerven werden nicht besser. Du wärst nicht der erste, der sich die Kinder zeitiger gewünscht hätte, wenn Du sie einmal hast.

Ich möchte auch nicht Deine Lebensplanung zur Debatte stellen, das geht mich auch nichts an. Jedenfalls sind wir tatsächlich sehr unterschiedlich, aber wäre ja sonst auch langweilig. Jedoch auf die Frage bezogen: Lohnt sich ein Bauingenieurstudium? Meine Meinung, wer eine Ingenieurwissenschaft studieren will, sollte nicht nur auf das Fach schauen. Denn man verdient eben nur auf wenigen Stellen in Deutschland ordentlich Geld - und ob man dauerhaft ins Ausland gehen möchte, sollte man sich vorher überlegen. Jedenfalls ist jede andere Ingenieurwissenschaft lukrativer, wenn man ein "normales" Leben führen möchte.

Grüße, Zastro

Ole | 16. September 2010 - 09:46

@Zastro:
1.) Ich will mit 45 in Rente, weil ich es als sehr vorteilhaft empfinde. Viele Menschen spielen Lotto und traeumen. Scheint also ein generelles Ziel zu sein.
2.) Was muss an Rente denn langweilig sein? Vielleicht etwas fehlende Phantasie?
3.) Ich hetze nicht um den Globus, sondern gestalte meine Zeit. Nur mal so angemerkt. Ich arbeite nie mehr als 38 bis 40 Stunden die Wochen. Ich nehme keine Arbeit mit nach Hause und ich mache alle noetigen Dinge waehrend der Arbeitszeit. Ich arbeite auch niemals am Samstag.
4.) Ich denke nicht, das ich meine besten Jahre verschenke, falls es so etwas ueberhaupt noch gibt. Ich schaue mir die Welt an solange ich das kann.
5.) Davon mal ganz abgesehen kann ich mit 40 auch noch Kinder haben, wenn ich will. Was daran nun wieder so schlimm ist, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Ich wuerde sagen das unterscheidet uns eben...
Ole

Equilibrium | 15. September 2010 - 07:27

Hallo Nadine,

sei mir nicht böse, aber ich musste lachen am Ende Deines Beitrages. Also Du wunderst Dich über die negativen Erfahrungsberichte der Bauingenieure hier und lieferst dann selbst noch – ohne es zu merken – ein Negativbeispiel hinterher. Es mag ja sein, dass man mit 19 Jahren (?) ein Bruttogehalt von 2600 € für ein angemessenes Ingenieursgehalt hält. Aber spätestens wenn Du mal Deinen Lebensunterhalt selbst bestritten hast (und zwar nicht als Schülerin/Studentin, sondern mit Allem, was dazu gehört: Richtige Wohnung, Auto, Urlaub, Versicherungen, Altersvorsorge, Bausparvertrag, evtl. Kinder, Möbel, …), dann wird Dir auffallen, dass 2600 Euro/Monat brutto nicht viel sind. Für so ein Gehalt muss man auch kein teures und zeitintensives Studium absolvieren. Da bekommen viele Facharbeiter (insbesondere mit Zulagen) deutlich mehr Geld.

Für was hältst Du diesen Beruf denn eigentlich? Lies z. B. mal den Beitrag von Tragwerksplaner hier. Dann wird Dir vielleicht bewusst, dass von Deinen späteren Entscheidungen (ob nun als Statiker oder Bauleiter) Menschenleben abhängen. Dazu kommt, dass Du Deine Entscheidungen oft unter hohem Zeitdruck und Stress treffen musst. Komischerweise finden es immer alle Leute normal, wenn ein Chirurg in einer Villa wohnt und zwei BMWs davor stehen, weil der ja offensichtlich so viel Verantwortung trägt. Dass der Bauingenieur ebenfalls eine hohe Verantwortung trägt, fällt den Menschen immer erst auf, wenn gerade ein großes Unglück passiert ist. Ich kenne Bauingenieure, die inzwischen auf Schlaftabletten angewiesen sind, weil sie abends einfach nicht mehr abschalten können. Man nimmt den Beruf an vielen Tagen mit nach Hause. Und daran gemessen ist der Aufwand schlichtweg unterbezahlt.

P.S.: In einem Punkt kann ich Dich beruhigen: Dass Du als Frau Bauingenieur werden willst, ist in den meisten Industrieländern (u. a. Deutschland) inzwischen völlig normal. Nur bei Deinem Wunsch nach Auslandstätigkeit bist Du z. T. eingeschränkt.

Wie Du Deine Chancen verbessern kannst? Denk auch über Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik als Studiengang nach. Dort hast Du nicht nur ein vergleichsweise höheres Gehalt, sondern auch bessere Arbeitsrandbedingungen.

Und wenn es unbedingt Bauingenieurwesen sein muss, dann konzentriere Dich z. B. auf Themen wie Projektsteuerung, Vertragswesen, Immobilienwirtschaft. Mit Mathe oder Physik hat das dann aber nichts mehr zu tun.

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