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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 3

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Hans | 21. Juni 2013 - 11:10

Also, ich mache die Geschichte schon seit 18 Jahren und es war nicht einen Tag trostlos! Ganz im Gegenteil - Als Projektleiter muss man sich täglich neuen Herausforderungen stellen. Es gibt in jedem Job Höhen und Tiefen. Wenn man natürlich in seinem Kämmerchen versauert, sollte man sich fragen, ob das nicht doch an einem selbst liegt.

Mike | 19. Juni 2013 - 20:00

Weil man zu naiv ist und man sich nicht bewusst ist, wie trostlos der Job ist.

elly | 19. Juni 2013 - 01:02

Hallo, mich würde es sehr interessieren, wieso man Bauingenieur werden möchte? Mich würde es sehr freuen, wenn Ihr mir erklären könntet, warum ihr Euch für das Bauingenieurswesen entschieden habt bzw. warum ihr es studiert habt.

Willy | 23. Januar 2013 - 15:25

''Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.''

Wo lebst Du denn? In Asien wird sehr sehr viel gebaut, aber deswegen sind die Bauingenieure dort nicht automatisch gut, nicht umsonst plant Arup alle grossen bekannten Gebäude!

Magnus | 24. Juni 2012 - 10:10

Hallo Samy,
ich würde die Berufswahl nicht zu sehr von der augenblicklichen Situation am Arbeitsmarkt abhängig machen, sondern eher von den Interessen und Neigungen. Ich stand vor 17 Jahren vor der selben Entscheidung und habe es nie bereut Bauingenieur zu werden. Zu Elektrotechnik und Maschinenbau fehlte mir irgendwie der Zugang, vielleicht weil ich Autos und Maschinen nicht so wirklich spannend finde und mich an Gebäuden der Bezug zur Geschichte interessierte.

Ich glaube, das unangenehmste ist, wenn man später einen Beruf machen muss, an dem man keine Freude hat. Letztendlich ist man jede Woche 40 bis 60 Stunden da. Das Spannende an Häusern und Tragwerken ist, das diese wie Menschen sind. Sie sehen alle ähnlich aus, haben ähnliche Funktionen und trotzdem ist jedes anders. Sie altern sogar unterschiedlich.

Bei Elektrotechnik und Maschinenbau handelt es sich bestimmt nicht um Boomfächer, sondern um eine solide Berufsausbildung, mit der man in vielen Bereichen und in vielen Ländern dieser Welt arbeiten kann. Die Verdienstmöglichkeiten sind in diesem Bereich besser, u.a. weil der Lohnkostenanteil an dem einzelnen Produkt geringer sind und die Arbeitsbedingungen sind wahrscheinlich auch besser (weniger Stunden, mehr Urlaub). Wenn du also nur eine Affinität zu Technik und Ingenieurswissenschaft hast, würdest du damit nach gegenwärtigen Kenntnisstand besser fahren. Ich denke mit einem Ingenieurstudium ("egal welchem") machst du in keinem Fall einen Fehler!

Vielleicht wäre es klug, sich ein ähnliches Forum im Maschinenbau und der E-Technik zu suchen und zu schauen, worüber die Kollegen da so klagen. Ob der Beruf des Bauingenieurs schlecht oder gut bezahlt ist, muss jeder für sich entscheiden. Wahrscheinlich hängt es auch vom individuellem Werdegang ab. Ich arbeite jetzt seit 11 Jahren und liege bei 57 TSD + Auto, arbeite 35 bis 65 h pro Woche (Je nach Erfordernis).

Probleme eine Stelle zu finden hatte ich nie, obwohl ich 2001 fertig wurde und zu diesem Zeitpunkt die hohen Anfängerzahlen der 90-95 Jahrgänge auf einen schlechten Arbeitsmarkt trafen.

bauinghel | 22. Juni 2012 - 23:14

@Samy
Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, Aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.
Ich denke bei Maschinen, Autos, Anlagen sind wir Exportweltmeister, Bauingenieure exportieren wir nur weil viele hier schwach oder gar nicht bezahlt werden.
hel

Samy | 22. Juni 2012 - 16:32

Hallo,

habe mein Abitur gerade erst bestanden und habe mich an verschiedenen Unis für Bauingenieurwesen beworben. Ich habe gestern bereits die erste Zulassung für das Fach an der Uni Duisburg-Essen bekommen und war bis gestern fest entschlossen mich für einzuschreiben.

Gestern Abend allerdings war ich mit bei einem Kollegen, dessen Vater Bauingenieur ist, und der hat eindringlich dazu geraten diesen "Fehler" bitte nicht zu begehen und mich für jede Ingenieurswissenschaft einschreiben, aber nicht Bauingenieurwesen. Er meinte, dass der Beruf sehr schlecht bezahlt wird und er heutzutage nicht mehr so gebraucht wird, da Deutschland älter wird. Er hat mir weitere Gründe aufgezählt, die mir im Nachhinein nicht mehr einfallen.

Nun war ich doch sehr erstaunt und ein wenig schockiert und habe heute morgen im Internet recherchiert und in vielen Foren wurde unisono das Gleiche berichtet, wie es der Vater beschrieben hat:

* schlechtes Gehalt
* 60 Std. Arbeit in der Woche
* schlechte Zukunftsaussichten etc.

Aber auf Maschinenbau und Co. habe ich ehrlich gesagt keine Lust und ich hab das Gefühl, dass diese Studiengänge Maschinenbau oder E-Technik einfach nur Boomfächer sind wie Betriebswirtschaftslehre, wo es dann in fünf Jahren viel zu viele Absolventen geben wird.

Was meint Ihr? Besteht nicht die Möglichkeit dass man ins Ausland gehen kann? Meine Eltern kommen aus Asien und ich meine dort kann man doch sicherlich noch einiges bauen?

Viele Grüße

Polle | 17. Februar 2011 - 23:09

Um die Frage in der Überschrift zu beantworten:

Finanziell gesehen für viele wohl kaum. Alles andere Lohnende was mit so einem Studium einhergeht (Fördern der analytischen Denkfähigkeit, persönlicher Gewinn, mehr Jobchancen als Akademiker...) steht auf einem anderen Blatt.

F.Vogt | 07. Dezember 2010 - 00:31

Hi Mario,

eigentlich hast Du genug Antworten bekommen und solltest mal Deine Erfahrungen aus Dresden mitteilen. Nach dem Bachelor kannst Du ja dann noch wechseln zu einer TU9. M.E. ist die TH Dresden garnicht so schlecht, liest man doch im Deutschen Ingenieurblatt öfters was aus Dresden, insbesondere zum Massivbau und speziell über Textile Bewehrungen (Glasfaserbewehrung).

Und mit über 25 Jahren Bauingenieur-Erfahrung (auch international) sage ich: und es lohnt sich doch, auch wenn´s mal schlecht geht und wenig läuft, aber dann geht´s wieder richtig rund und Spaß sollte man immer bei der Arbeit haben - oder wie mal einer aus dem Öffentlichen Dienst zu mir als damals junger Bauleiter sagte: Ein jeder Stand hat sein Freud, ein jeder Stand hat seine Leid!

Utrm-Student | 02. Dezember 2010 - 23:34

Hallo,

ich studiere UTRM (Umwelttechnik & Ressourcenmanagement) an der Ruhruniversität in Bochum mit Vertiefungsrichtung Wasser/Bodentechnik. Wollte im Master dann noch weiter Richtung Abwassertechnik/-aufvereitung spezialisieren. Treffen eure Meinungen zum Bauingenieur-Beruf ebenfalls auf diesen Berufszweig zu? Ich habe echt keine Ahnung wie das spaeter im Beruf aussieht.

| 22. Oktober 2010 - 08:03

@Gast: International sind noch bessere Margen drin und am internationalen Markt gibt es, logischerweise, da größer, mehr Aufträge. Ergo mehr Geld und mehr Möglichkeiten für alle Beteiligten, was in diesem Fall einmal heisst: Was für die Fa. gut ist ist auch für die Leute gut.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:59

@Gast: Große Baukonzerne zahlen in der Regel nach Tarif. Es gibt dort normalerweise einen funktionsfähigen, selbstbewussten Betriebsrat, dem alle Neueinstellungen vorgelegt werden. Eine Einstellung unterhalb des Tarifs ist daher nicht ohne Weiteres möglich. Bei kleinen Bauunternehmen ist die Einstellung nach Tarif dagegen eher die Ausnahme.

Bei Ingenieurbüros ist es so, dass man mit 0815-Statiken praktisch kein Geld verdienen kann. Und wenn ein Ingenieurbüro kein Geld verdient, kann es auch keine ordentlichen Gehälter zahlen. Bei den Großprojekten trifft man immer wieder auf die gleichen - zumindest national, oft auch international - bekannten Namen bezüglich der Planungsbüros. Wenn irgendwo ein Bauprojekt jenseits der 100 Mio. gebaut wird, haben nur namhafte Ingenieurbüros mit entsprechenden Referenzobjekten die Chance auf einen Planungsauftrag.

Wenn ein kleines und noch unbekanntes Ingenieurbüro ein besonders großes oder komplexes Projekt abwickeln wollte, würde das keinen potentiellen Auftraggeber interessieren. Solche Planungsaufgaben werden nicht allein nach dem Preis sondern auch nach der zu erwartenden Qualität der Leistung vergeben. Aber dieses bischen "heile Welt" ist in der Baubranche schwer zu finden. Große Büros haben hier den Vorteil, noch eher auskömmliche Preise für ihre Planungsleistung erzielen zu können, während das 3-Mann-Büro an der nächsten Straßenecke aufgrund der Konkurrenzsituation kaum Chancen auf eine ordentliche Vergütung hat. Daher kommt mein Tipp, in einen großen Konzern oder ein großes Büro zu gehen.

P.S.: Es gibt natürlich auch Nischen, in denen kleinere Büros aufgrund ihrer Spezialisierung gute Preise erzielen. Aber solche kleineren Büros mit guten Arbeitsbedingungen und Gehältern sind schwerer zu finden als die großen.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:57

@ati: Die Vertiefungsrichtung sollte man natürlich auch nach Interessenlage wählen, da die gewählten Vertieferfächer und das Thema der Diplomarbeit so ziemlich die einzigen Aufhänger für das spätere Anschreiben der Bewerbung sind. Wer gerne Bauleiter werden möchte, sollte logischerweise Baubetrieb vertieft haben und alles was thematisch dazu passt belegen (Vertragswesen, Claimmanagement, Projektmanagement, Schlüsselfertigbau...), ggf. Schienen- und oder Straßenwesen, falls jemand Bauleitung in diesen Bereichen machen möchte. Wer hingegen Statiker werden möchte, sollte sich auf die klassischen Fächer (Massivbau, Stahlbau, Holzbau, Baustatik, Baudynamik, ...) konzentrieren. Ansonsten kann man aber auch in anderer Hinsicht als Planer arbeiten: Eine Spezialisierung in Richtung Gebäudetechnik in Kombination mit Bauphysik kann sinnvoll sein (wachsendes Geschäftsfeld). Oder aber auch in Richtung Bodenmechanik/Geotechnik. Im letztgenannten Gebiet werden Absolventen knapp, da sich viele Studenten entweder nicht für Geotechnik interessieren oder es für zu anspruchsvoll halten (komplexe Stoffgesetze, Kontinuumsmechanik, FEM...).

Werkstofftechnik zu vertiefen ist allerdings recht speziell. Wer später auf Seiten von Lieferanten arbeiten möchte, kann hier Pluspunkte sammeln oder wer in Richtung Forschung und Entwicklung tendiert, evtl. auch eine Anstellung bei einer Materialprüfanstalt o. ä. anstrebt. Für das Alltagsgeschäft als Planer oder Statiker reichen aber im Normalfall die Werkstoffkenntnisse die man ohnehin in den jeweiligen Fächern (Massivbau/Stahlbau/usw.) erhält. Und darüber hinaus liest man sich abhängig vom jeweiligen Projekt ggf. das erforderliche Wissen kurzfristig an.

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