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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 3

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F.Vogt | 07. Dezember 2010 - 00:31

Hi Mario,

eigentlich hast Du genug Antworten bekommen und solltest mal Deine Erfahrungen aus Dresden mitteilen. Nach dem Bachelor kannst Du ja dann noch wechseln zu einer TU9. M.E. ist die TH Dresden garnicht so schlecht, liest man doch im Deutschen Ingenieurblatt öfters was aus Dresden, insbesondere zum Massivbau und speziell über Textile Bewehrungen (Glasfaserbewehrung).

Und mit über 25 Jahren Bauingenieur-Erfahrung (auch international) sage ich: und es lohnt sich doch, auch wenn´s mal schlecht geht und wenig läuft, aber dann geht´s wieder richtig rund und Spaß sollte man immer bei der Arbeit haben - oder wie mal einer aus dem Öffentlichen Dienst zu mir als damals junger Bauleiter sagte: Ein jeder Stand hat sein Freud, ein jeder Stand hat seine Leid!

Utrm-Student | 02. Dezember 2010 - 23:34

Hallo,

ich studiere UTRM (Umwelttechnik & Ressourcenmanagement) an der Ruhruniversität in Bochum mit Vertiefungsrichtung Wasser/Bodentechnik. Wollte im Master dann noch weiter Richtung Abwassertechnik/-aufvereitung spezialisieren. Treffen eure Meinungen zum Bauingenieur-Beruf ebenfalls auf diesen Berufszweig zu? Ich habe echt keine Ahnung wie das spaeter im Beruf aussieht.

| 22. Oktober 2010 - 08:03

@Gast: International sind noch bessere Margen drin und am internationalen Markt gibt es, logischerweise, da größer, mehr Aufträge. Ergo mehr Geld und mehr Möglichkeiten für alle Beteiligten, was in diesem Fall einmal heisst: Was für die Fa. gut ist ist auch für die Leute gut.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:59

@Gast: Große Baukonzerne zahlen in der Regel nach Tarif. Es gibt dort normalerweise einen funktionsfähigen, selbstbewussten Betriebsrat, dem alle Neueinstellungen vorgelegt werden. Eine Einstellung unterhalb des Tarifs ist daher nicht ohne Weiteres möglich. Bei kleinen Bauunternehmen ist die Einstellung nach Tarif dagegen eher die Ausnahme.

Bei Ingenieurbüros ist es so, dass man mit 0815-Statiken praktisch kein Geld verdienen kann. Und wenn ein Ingenieurbüro kein Geld verdient, kann es auch keine ordentlichen Gehälter zahlen. Bei den Großprojekten trifft man immer wieder auf die gleichen - zumindest national, oft auch international - bekannten Namen bezüglich der Planungsbüros. Wenn irgendwo ein Bauprojekt jenseits der 100 Mio. gebaut wird, haben nur namhafte Ingenieurbüros mit entsprechenden Referenzobjekten die Chance auf einen Planungsauftrag.

Wenn ein kleines und noch unbekanntes Ingenieurbüro ein besonders großes oder komplexes Projekt abwickeln wollte, würde das keinen potentiellen Auftraggeber interessieren. Solche Planungsaufgaben werden nicht allein nach dem Preis sondern auch nach der zu erwartenden Qualität der Leistung vergeben. Aber dieses bischen "heile Welt" ist in der Baubranche schwer zu finden. Große Büros haben hier den Vorteil, noch eher auskömmliche Preise für ihre Planungsleistung erzielen zu können, während das 3-Mann-Büro an der nächsten Straßenecke aufgrund der Konkurrenzsituation kaum Chancen auf eine ordentliche Vergütung hat. Daher kommt mein Tipp, in einen großen Konzern oder ein großes Büro zu gehen.

P.S.: Es gibt natürlich auch Nischen, in denen kleinere Büros aufgrund ihrer Spezialisierung gute Preise erzielen. Aber solche kleineren Büros mit guten Arbeitsbedingungen und Gehältern sind schwerer zu finden als die großen.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:57

@ati: Die Vertiefungsrichtung sollte man natürlich auch nach Interessenlage wählen, da die gewählten Vertieferfächer und das Thema der Diplomarbeit so ziemlich die einzigen Aufhänger für das spätere Anschreiben der Bewerbung sind. Wer gerne Bauleiter werden möchte, sollte logischerweise Baubetrieb vertieft haben und alles was thematisch dazu passt belegen (Vertragswesen, Claimmanagement, Projektmanagement, Schlüsselfertigbau...), ggf. Schienen- und oder Straßenwesen, falls jemand Bauleitung in diesen Bereichen machen möchte. Wer hingegen Statiker werden möchte, sollte sich auf die klassischen Fächer (Massivbau, Stahlbau, Holzbau, Baustatik, Baudynamik, ...) konzentrieren. Ansonsten kann man aber auch in anderer Hinsicht als Planer arbeiten: Eine Spezialisierung in Richtung Gebäudetechnik in Kombination mit Bauphysik kann sinnvoll sein (wachsendes Geschäftsfeld). Oder aber auch in Richtung Bodenmechanik/Geotechnik. Im letztgenannten Gebiet werden Absolventen knapp, da sich viele Studenten entweder nicht für Geotechnik interessieren oder es für zu anspruchsvoll halten (komplexe Stoffgesetze, Kontinuumsmechanik, FEM...).

Werkstofftechnik zu vertiefen ist allerdings recht speziell. Wer später auf Seiten von Lieferanten arbeiten möchte, kann hier Pluspunkte sammeln oder wer in Richtung Forschung und Entwicklung tendiert, evtl. auch eine Anstellung bei einer Materialprüfanstalt o. ä. anstrebt. Für das Alltagsgeschäft als Planer oder Statiker reichen aber im Normalfall die Werkstoffkenntnisse die man ohnehin in den jeweiligen Fächern (Massivbau/Stahlbau/usw.) erhält. Und darüber hinaus liest man sich abhängig vom jeweiligen Projekt ggf. das erforderliche Wissen kurzfristig an.

Horschti | 20. Oktober 2010 - 15:07

International tätige Unternehmen machen recht spezielle Sachen, die nicht jede Wald- und Wiesenfirma anbietet. Somit ist die Zahl der Mitbewerber überschaubar und dementsprechend die Preisgestaltung. Für solche Projekte braucht man dann auch entsprechend Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how. Und das kann/muß dann auch bezahlt werden.

| 16. Oktober 2010 - 20:30

Equilibrium meint in seinem Beitrag vom 6. Oktober 2010, dass man sich am besten um eine Anstellung in einer international tätigen Ingeniergesellschaft bzw. einen Baukonzern bemühen sollte, kann dies jemand bestätigen und/oder begründen.

Ati | 12. Oktober 2010 - 15:01

Hallo,

ich bin 25 Jahre alt und studiere Bauingenieurwesen an der Universität Stuttgart und werde dieses Semester meine Vertiefungsfächer auswählen, habe mich für Baustatik, Werkstoffe, Bauphysik und Baubetriebslehre entschieden. Nachdem ich alle Beträge gelesen habe, bin ich bissle frustriert, wenn ich damals gewusst hätte, dass Bauingenieure unterbezahlt sind, hätte ich mir was anders überlegt (ist aber leider zu spät meine Studienrichtung zu wechseln).

Was würdet Ihr mir für die Zukunft noch empfehlen? Welche Vertiefungsrichtungen haben einen Vorteil? Ich kann fliessend Englisch, Türkisch und Russisch und ich habe vor nächstes Semester noch einen Sprachkurs zu belegen. Ich habe auch kein Problem ins Ausland zu gehen.

Danke
Mit freundlichen Grüßen
Ati

Equilibrium | 06. Oktober 2010 - 07:34

Hallo Tim,

ich würde timmae zustimmen: Nimm eine Uni/TH/TU aus den TU9. Speziell die RWTH Aachen, die TU Braunschweig und die TU Karlsruhe kann ich aus persönlichen Erfahrungen bzw. denen meiner Kollegen empfehlen. Das Niveau ist hoch, aber mit einem Abschluss von einer Wald- und Wiesen-Uni kommt man später nun mal nicht weit.

Mit Mathe- und Physik-LK sowie einem 1er Abi bin ich damals auch gestartet. Zumindest bringst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtigen Voraussetzungen fürs Studium mit, aber mach Dich auf ein anstrengendes Studium gefasst. Das Abitur ist verglichen mit einem Bauingenieurstudium ein Kindergeburtstag.

Dass einem Geld mit 18 Jahren nicht so wichtig ist, ist völlig normal. Leider ist es genauso normal, dass Du das dann mit Mitte Dreißig ganz anders sehen wirst. Vielleicht hast Du dann eine Frau und Kinder, wünschst Dir ein Eigenheim und musst leider erkennen, dass so etwas halt Geld kostet - viel Geld. Genauso wichtig wird es Dir sein, Deine Kinder abends noch zu sehen, bevor sie ins Bett gehen. Als Bauingenieur ist es aber um einiges schwieriger als in anderen Ingenieurberufen, zu solchen Uhrzeiten bereits zu Hause zu sein.

Aber wenn Dich das alles (noch) nicht stört, (sondern eben erst später) dann studier es halt. Nur beschwer Dich später nicht! Du kannst dann nicht behauptet, Du wärst von der Entwicklung irgendwie überrascht worden.

P.S.: Versuch Dich immer nach oben zu orientieren: Mindestens den Master (an einer anerkannten Uni) machen und wenn Du Statiker werden möchtest, am besten noch promovieren. Als Arbeitgeber am besten einen großen Baukonzern (mit Praktika den Einstieg vorbereiten) oder eine weltweit tätige Ingenieurgesellschaft suchen. Und wenn schon Bauwesen, dann studier auf jeden Fall das „echte“ Bauingenieurwesen und nicht irgendwelche neuen Erfindungen wie Entsorgungsingenieur (Deponiebau) o.ä.

Patrick | 02. Oktober 2010 - 17:38

@ Tim,

Deine Schwerpunkte liegen in Mathe und Physik. Das klingt für mich so, als ob Du eher an einer Anstellung als Statiker interessiert bist? Wenn das so ist, dann kann ich Dir schonmal Deine Illussionen bezgl. Punkt 4 nehmen.

Du wirst bei einer Anstellung als Statiker zu 99%-iger Sicherheit niemals eine Baustelle sehen. Ingenieurbüros haben i.d.R weder die Zeit noch das Budget, Ihre Mitarbeiter auf die Baustelle zu schicken. Im Gegenteil: Du bist dann ein Rechenknecht, der nichts produziert, außer Papier!

timmae | 01. Oktober 2010 - 22:23

Da solltest du fündig werden: http://www.tu9.de

Tim | 01. Oktober 2010 - 14:42

Grüßt euch,

vorab will ich sagen, dass ich mir das gut überlegt habe und ich viel gelesen hab etc pp. Was vielleicht erwähnenswert ist: Ich bin 18, bald mach ich Abitur, hab einige Praktika in dem Bereich gemacht, habe einen Schnitt von 1,6 - LKs sind Mathe und Physik. Meine Beweggründe sind aber ziemlich einfach:

1. Mir kommt es nicht aufs Geld an
2. Ich will einen Beruf, der mathematisch anspruchsvoll ist
3. Ich suche Herausforderungen und mag es, Lösungen für Probleme zu finden
4. (und das ist eigentlich mein wichtigster Grund) Ich will einen Beruf, wo ich später das Ergebnis sehen kann, wo das Ergebnis greifbar ist.

Nebenbei: Am Maschinenbau und Informatik z.B. bin ich gar nicht interessiert.

Fazit: Bauingenieurwesen ist der einzige Beruf der mein Interesse für Mathe und Physik vereint und wo ich gleichzeitig ein greifbares Ergebnis produzieren kann. Meine Frage ist eben, wo ich am besten studieren kann. Praxissemester im Ausland wäre nicht schlecht. Ich will an einer Uni studieren und da man im restlichen Internet nicht unbedingt gute Quellen findet, hab ich mir gedacht, ich frage mal den harten Kern, welche Unis aus Deutschland gut angesehen sind.

Die Kritiker die mich davon abhalten wollen, diesen Weg zu gehen (ich weiß, davon gibts genug), möchte ich bitten statt Nachteilen lieber gute Alternativen aufzuzählen (bin für alles offen).

Im Voraus schonmal vielen Dank für Antworten!

| 27. September 2010 - 15:31

@ Gleichgewicht: Freue mich immer wieder über Deine Beiträge! Da kann noch so bodenloses Zeug kommen (ich denke dann, da ist Hopfen und Malz verloren, die wollen es einfach nicht wissen/ hören), Du gibst die Leute nicht auf und leistest echte Basisarbeit. Finde ich super!!!

Wenn ich dann immer den "Käse" vom Ausland höre, ja da gibt es jede Menge Geld zu verdienen, wie ich schon schrieb, Ole hat recht, aber Ole scheint auch ein "recht harter Knochen" zu sein", es gibt hier auch einen Haufen (noch Studi) Romantiker (wahrscheinlich nicht mal beim Militär gewesen, nicht falsch verstehen, finde Zivildienst klasse, aber da läuft man eben nicht Gefahr, dass einem die Kugeln um die Ohren fliegen, oder einem Leute mit einer Machete den Seikowecker abnehmen wollen) die beim zweiten Überfall auf der Straße nach der Mama rufen oder die an der nächsten Ecke plötzlich Deine Freundin auf Besuch ganz toll finden und man keine Ahnung hat wie man aus "der Scheiße" mit blauem Auge und heiler Freundin wieder raus kommt.

Ich glaube die meisten können sich die Zustände in großen Teilen der Welt nicht vorstellen, im TV kann man weiter zappen, in der Realität ist das nicht wie "Bruce Allmächtig"...

Jobs in Dubai: Versucht euer Glück, Jobs in Australien: wie bereits geschrieben. Und im Rest der Welt gibt es nur ordentlich Geld, weil und wenn da keiner hin will. Das nennt man dann "relativ" gute Bezahlung. Macht mal ein Projekt mitten in der Türkei, in Westafrika, Liberia, Nigeria, Indien oder mitten in China.

Selbst wenn man in Shanghai landet (teuer) verdient man dann vielleicht mit Glück 150 k im Jahr, die Jungs die die Hightech verkaufen das doppelte und der Typ aus München, der im Büro der HSBC (muckelig ruhig) sitzt das dreifache!

Wo wir die Kurve zum Thema haben: Lohnt ein Bauingenieurstudium, und da schreibt dann wieder ein "Eddie Bauer" - anscheinend noch nicht mal angefangen zu studieren - seine Weißheiten. Woher nehmt Ihr nur die chuzpe von Sachen zu schreiben, die Ihr noch nicht erlebt habt?

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