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Ausgabe 6576 | Nr. 234 | 19. Jahrgang
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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 5

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Equilibrium | 15. September 2010 - 07:27

Hallo Nadine,

sei mir nicht böse, aber ich musste lachen am Ende Deines Beitrages. Also Du wunderst Dich über die negativen Erfahrungsberichte der Bauingenieure hier und lieferst dann selbst noch – ohne es zu merken – ein Negativbeispiel hinterher. Es mag ja sein, dass man mit 19 Jahren (?) ein Bruttogehalt von 2600 € für ein angemessenes Ingenieursgehalt hält. Aber spätestens wenn Du mal Deinen Lebensunterhalt selbst bestritten hast (und zwar nicht als Schülerin/Studentin, sondern mit Allem, was dazu gehört: Richtige Wohnung, Auto, Urlaub, Versicherungen, Altersvorsorge, Bausparvertrag, evtl. Kinder, Möbel, …), dann wird Dir auffallen, dass 2600 Euro/Monat brutto nicht viel sind. Für so ein Gehalt muss man auch kein teures und zeitintensives Studium absolvieren. Da bekommen viele Facharbeiter (insbesondere mit Zulagen) deutlich mehr Geld.

Für was hältst Du diesen Beruf denn eigentlich? Lies z. B. mal den Beitrag von Tragwerksplaner hier. Dann wird Dir vielleicht bewusst, dass von Deinen späteren Entscheidungen (ob nun als Statiker oder Bauleiter) Menschenleben abhängen. Dazu kommt, dass Du Deine Entscheidungen oft unter hohem Zeitdruck und Stress treffen musst. Komischerweise finden es immer alle Leute normal, wenn ein Chirurg in einer Villa wohnt und zwei BMWs davor stehen, weil der ja offensichtlich so viel Verantwortung trägt. Dass der Bauingenieur ebenfalls eine hohe Verantwortung trägt, fällt den Menschen immer erst auf, wenn gerade ein großes Unglück passiert ist. Ich kenne Bauingenieure, die inzwischen auf Schlaftabletten angewiesen sind, weil sie abends einfach nicht mehr abschalten können. Man nimmt den Beruf an vielen Tagen mit nach Hause. Und daran gemessen ist der Aufwand schlichtweg unterbezahlt.

P.S.: In einem Punkt kann ich Dich beruhigen: Dass Du als Frau Bauingenieur werden willst, ist in den meisten Industrieländern (u. a. Deutschland) inzwischen völlig normal. Nur bei Deinem Wunsch nach Auslandstätigkeit bist Du z. T. eingeschränkt.

Wie Du Deine Chancen verbessern kannst? Denk auch über Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik als Studiengang nach. Dort hast Du nicht nur ein vergleichsweise höheres Gehalt, sondern auch bessere Arbeitsrandbedingungen.

Und wenn es unbedingt Bauingenieurwesen sein muss, dann konzentriere Dich z. B. auf Themen wie Projektsteuerung, Vertragswesen, Immobilienwirtschaft. Mit Mathe oder Physik hat das dann aber nichts mehr zu tun.

Zastro | 14. September 2010 - 18:54

@Ole,

deine Kommentare in allen Ehren. Aber warum betonst du immer, dass du mit 45 in Rente gehen kannst, wenn dir der Job so viel Spass macht. Man hetzt doch nicht bis 45 um den Globus, um dann in Rente zu gehen. Du weißt doch nicht was mit 45 ist, vielleicht fällst du auch in die Kiste, was ich dir um Gottes Willen nicht wünsche.

Die Einstellung kann ich jedenfalls nicht teilen, dass man 10-15 Jahre reinhaut, um dann einen Ruhigen zu machen - was auch langweilig wird. Man verschenkt die besten Jahre seines Lebens, hat spät Kinder, spät Enkel usw. Bin selber Bauingenieur und habe mich damals nach Interessenlage entschieden, war ein großer Fehler.

In einem anderen Ingenieurberuf ist der Verdienst wesentlich besser, und ob ich Getriebe oder Betonbalken ausrechne ist auch wurscht. Dürfte ich einem jungen Menschen einen Rat geben, sollte er nach Alternativen zu seinen Interessen suchen, um später nicht für seine Arbeit zu leben. Besser ist doch arbeiten gehen, um gut zu leben.

Viele Grüße, Zastro

Tragwerksplaner | 13. September 2010 - 21:12

@Marcus83: Ihren Enthusiasmus in allen Ehren.

Dennoch denke ich Sie wissen nicht wovon Sie sprechen. Nach ca. 20 Jahren Tätigkeit als Bauingenieur in der Tragwerksplanung kann ich mir zumindest ein Urteil über den Beruf des Bauingenieurs erlauben. Meine Karriere als Bauingenieur hat mit einer Lehre als Stahlbetonbauer begonnen. Nach dem Studium habe ich bei sehr renommierten Ingenieurbüros für Tragwerksplanung gearbeitet. Zuletzt 5 Jahre als Projektleiter bei einem sogenannten Top-Büro, das weltweit Tragwerksplanungen durchführt.

In dieser Zeit habe ich sehr viele Berufskollegen kennengelernt. Und kann heute sagen, die Bauingenieure, die diesen Beruf noch einmal machen würden, kann ich an einer Hand abzählen. Ich muss mich heute sehr oft an einen beliebten Spruch eines Professors erinnern:
"Bauingenieurwesen ist ein sehr schmaler Grat, mit einem Bein stehen Sie immer im Gefängnis".

Damals habe ich diese Aussage belächelt und als Phrase abgetan. Heute weiss ich, dass wir nicht oft sondern fast ständig mit eineinhalb Beinen im Gefängnis stehen! Haben Sie schon einmal über Haftung nachgedacht! Auch als Angestellter haften Sie, zumindest dann wenn es zu einem Personenschaden kommt! Ich habe meinen ehemaligen Chef einmal gefragt: "Warum klären Sie eigentlich die jungen Mitarbeiter nicht über ihre Verantwortung und Haftung auf?" Antwort: "Wenn ich das machen würde, rechnet mir keiner mehr etwas." Und die Haftung ist lange! War die Haftung ursprünglich auf maximal 30 Jahre begrenzt, so haftet man jetzt (nach dem Unglück Bad Reichenhall) unbegrenzt! Bei mir als selbstständigen Tragwerksplaner geht die Nachhaftung sogar auf meine Erben über. Diese Verantwortung steht in keinem Verhältnis zu dem möglichen Verdienst, welchen Sie erzielen können. Viele Berufskollegen machen den Beruf unter dem Motto "selig sind die Nichtwissenden". Vielleicht ist es sogar besser wenn man weniger weiss, dann schläft man vielleicht ruhiger.

In dieser langen Zeit, habe ich Kollegen weinend am Schreibtisch zusammenbrechen sehen. Auf der einen Seite kaum lösbare statische Aufgaben, auf der anderen Seite zeitgleich Behinderungs- und Mehrkosten Anmeldungen. Ich glaube Sie können kaum ermessen unter welchem Druck Sie in diesem Beruf stehen. Aus diesen Gründen kann ich keinem raten diesen Beruf zu ergreifen. Was Sie an der Hochschule erzählt bekommen hat wenig mit dem zu tun, was Ihnen später begegenen wird.

Ole | 13. September 2010 - 11:23

Hallo Nadine

das der Herr den Du kennst fuer 2600 Euro - und ich nehme jetzt einfach mal an, dass es sich hierbei um Brutto handeln soll - niemanden findet, erstaunt mich nicht. Das bekommt jeder Maurer mit 3 Jahren Berufserfahrung auch. Vielleicht solltest Du ihm mal den Rat geben 3600 Euro anzubieten. Das aber mal nur nebenbei.

Im Ausland arbeiten ist immer leichter gesagt als getan, weil man ziemlich pauschal sagen kann, das man nur da sehr gut verdient, wo sonst niemand hin will. Die meisten dieser Laender eignen sich fuer Frauen nicht. Die Arabischen Staaten, Afrika, Asien und Suedamerika sind kulturell einfach nicht so weit. Australien waere gut moeglich, aber dort suchen sich die Australier natuerlich auch die besten Jobs aus und man bekommt Angebote im Outback.

Natuerlich kann man auch Glueck haben. Ein Freund von mir ist seit 6 Monaten in Brisbane nur hatte der auch 10 Jahre Erfahrung im Management von Grossprojekten. Auslandspraktika koennen Deine Chancen schon verbessern, sind aber auch keine Garantie. Insbesondere wenn Du beschliesst doch nicht ins Ausland zu gehen oder dort nichts findest. Ich kenne Arbeitgeber in Deutschland die Absolventen mit Auslandspraktika gar nicht einstellen, weil diesen die heimische Beruferfahrung gaenzlich fehlt.

Ich habe damals ein Praktikum in China und eins in Hamburg gemacht, ob das nun richtig war, weiss ich auch nicht, immerhin verdient man 6 Monate spaeter und die Studienzeit verlaengert sich um ein Semester. Man glaubt gar nicht, wie viele Arbeitgeber die Studiendauer hoeher ansiedeln wie die Abschlussnote. Am Ende musst Du fuer Dich entscheiden, was Du willst und das Beste daraus machen. Klingt vielleicht nicht gerade danach, was Du hoeren willst aber ein 100%tiges Erfolgsrezept gibt es nicht. Gute Noten, Regelstudienzeit und flexibel beim Wohnort waeren noch die besten Grundlagen - klingt nicht nach Strand, Party und Spass ist aber wohl so.

Ole

| 13. September 2010 - 10:26

Liebe Nadine,

ich frage mich immer wieder was "Ihr jungen Menschen" hier nicht verstehen wollt!?

Hier sind alle (oder sagen wir 99,9 %) der Beiträge ernst gemeint. Jeder in seiner Art, mal differenzierter, mal polemischer, mal etwas platter oder etwas einfacher im Aufbau. Aber ich denke, jeder berichtet von seinen ganz persönlichen Erfahrungen.

Aber eines steht fest, das Bauingenieurwesen ist eine der am schlechtesten bezahlten Ingenieurfachrichtungen. Ebenso denke ich, dass die "Kontrollgruppe" hier ausreichend groß ist, um sich ein Bild von diesem Beruf machen zu können.

Klar gibts hier einige, die einen guten Job erwischt haben (und davon berichten), aber auch dort ist der Verdienst mit keiner anderen Ingenieurfachrichtung konkurrenzfähig.

Bauingenieure verdienen im Vergleich schlecht und haben auf keinen Fall einen ruhigen streßfreien Job (schon gar nicht gemessen am Verdienst).

Hier gibt es endlose Eindrücke die man lesen kann...wenn man denn nur möchte...

Nur weil einem die "Realität" nicht passt, hier immer wieder zu fragen, ob nicht einer oder viele mal was Positives schreiben, bringt mich auf die Palme.

Hier gibt es positve Berichte (und differenzierte), lies einmal die Beiträge von Ole und Equilibrium zum Thema, aber auch Equilibrium würde aussteigen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Trotz Spaß am Job (und vergleichsweise gutem Verdienst, bei aber auch vglw. hoher Qualifikation, was die Sache dann schon wieder relativiert)!

Einfach mal lesen...und wenn Ihr "Grünschnäbel" es einfach nicht glauben wollt, dann kann Euch wirklich keiner helfen.....studiert Bauwesen, aber jammert dann in 5-10 Jahren nicht in diesem Forum, wie wir "Jammerlappen" heute...

Nadine | 13. September 2010 - 08:58

Hallo Forengemeinde!

Ich lese jetzt längere Zeit hier und auch im restlichen www. Dabei findet man immer positive, wie auch negative Beiträge. Aber manche von Euch sind ja dermaßen negativ eingestellt, dass man sich fragt, wie sowas passieren kann.

Ich möchte im Oktober anfangen zu studieren, ja als Frau. Ich hatte Mathe und Physik Lk, war dort auch gewohnt allein unter Männern zu sein. Auch hätte ich kein Problem ins Ausland zu gehen oder Spezialbereiche abzudecken. Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich meine Chancen für später verbessern kann?

Ein Auslandssemester ist ohnehin schon geplant. Bei einem Vorstellungsgespräch für eine Praktikumsstelle sagte mir der Inhaber, dass er seit Jahren Nachwuchsstatiker sucht, aber niemanden finden kann. Obwohl er 2600 als normales Einstiegsgehalt sehen würde. In welche Richtung sollte man seinen Master machen und spielt das überhaupt eine große Rolle?

Ich bin froh über jede ernstgemeinte Antwort.

Lg Nadine

sticky007 | 06. September 2010 - 19:52

@ Marcus 83
Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass Du so auf den Praxisbezug bestehst, d. h. Duales Studium mit Maurerlehre, und dann von Sachen redest die Du nur theoretisch kennen kannst, also den Berufsalltag (Gehalt etc.) des Bauingenieurs. Das passt nicht zusammen. In meinen vorherigen Postings geht es um nackte Tatsachen bzw. harte Fakten (Gehalt) und nicht um Schwarzmalerei.

Des Weiteren ist mir neu, das im Öffentlichen Dienst "die schönen Gehälter locken". Richtig absurd ist Deine Aussage, dass man sich weiterbilden soll und dann alles gut wird. Ohne Weiterbildung läuft schon seit Jahrzehnten in keinem Beruf mehr was, außer vielleicht beim Bäcker.

Zu guter Letzt vergleicht man nie Nettogehälter, da diese sich individuell (Lohnsteuerklasse etc.) ergeben.

Gruß Björn

| 05. September 2010 - 17:57

@ Marcus 83: Klingt für mich wie fahren ohne Führerschein....oder wie Leute die über Bücher sprechen ohne darin gelesen zu haben.....wobei, wie war das noch mit Karl May......

Equilibrium | 03. September 2010 - 07:16

Hallo Marcus83,

zunächst mal meinen Glückwunsch, dass Du nach dem schlechten Hauptschulabschluss noch Abitur gemacht hast. Das finde ich wirklich gut!

Bevor man aber Bauingenieuren eine Jammer-Mentalität unterstellt, wäre es natürlich hilfreich, wenn man sich zuvor selbst(!) als Bauingenieur ein Bild von diesem Beruf machen konnte. Selbstverständlich ist der Beruf des Bauingenieurs besser bezahlt als der des Bäckers. Aber als Vergleichsmaßstab sollte man natürlich die Berufe wählen, die ähnliche Talente und Interessen voraussetzen und auch ein ähnlich niveauvolles Studium. Deswegen vergleichen sich Bauingenieure normalerweise mit anderen Ingenieuren und eben nicht mit Bäckern.

Dein Spruch „Jeder hat es selbst in der Hand“ trifft natürlich nur auf Sachverhalte zu, die im persönlichen Einflussbereich liegen. Ob Du Bäcker oder Bauingenieur wirst, kannst Du (innerhalb Deiner persönlichen Grenzen) noch selbst beeinflussen. Welches Gehalt am Ende für Deinen Studienabschluss marktüblich(!) ist, kannst Du als Individuum nicht mehr beeinflussen. Du kannst allenfalls darum kämpfen, dass Du durch Verhandlungsgeschick zumindest das beste aus Deiner Situation machst. Aber dem sind durch Angebot und Nachfrage eben gewisse Grenzen gesetzt.

| 30. August 2010 - 14:14

Hallo Marcus,

ich habe nicht den Eindruck das hier über den Beruf des Bauingenieurs geschimpft wird, sondern über die oft nicht angemessene Vergütung. Wem der Beruf Freude bereitet (und das sollte ein Beruf) soll ihn ruhig ausüben. Wer allerdings auf viel Geld aus ist oder nicht darauf verzichten kann / will, hat in anderen Berufen bessere Chancen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

>> Und was ist nun besser als hungerleidender Bäcker (Verdienst Meister mit 10 Jahren Berufserfahrung: 1500 € Netto) oder als M.Eng. mal zu enden (im öffentlichen Dienst, locken da schöne Gehälter)!? Liegt auf der Hand oder?

Marcus83 | 27. August 2010 - 00:01

Ich beginne gerade das duale Bauingenieurstudium. D.h. ich lerne Maurer und in 3 Jahren werde ich den Facharbeiterbrief bekommen und in 4 Jahren den Ingenieurtitel. Ist das aus Sicht einer Person, die lange in der Baubranche ist, von Vorteil? Ich denke, dass die Baufirma (mittelständisch mit 170 Leuten) das nicht machen würde wenn es der Baubranche so schlecht gehen würde, wie es hier beschrieben wird.

Immerhin bin ich nur die ersten 13 Monate auf dem Bau und das Unternehmen muss weiterzahlen, im 3 Lehrjahr sogar 1000 €, obwohl ich dann schon beim Studium bin. Klar kriegen die ne Spritze, aber warum investiert die Firma in mich? Weil es denen so schlecht geht? Oder weil die sich auf einen Ingenieur freuen, der in der eigenen Firma Maurer gelernt hat. Viele Maurer und so schimpfen auf dem Bau über die Bauleiter, Architekten und Ingenieure, dass diese keine Ahnung haben und keinen Hammer richtig halten können. Wenn ich mir so die Bauleiter der letzten Baustellen anschaue, dann kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Und des weiteren hab ich erst heute gelesen, dass die Aufträge wieder gestiegen sind. Also ein bischen Schwarzmalerei ist hier auch im Spiel denk ich. Hier beklagen sich ziemlich viele Leute über den Beruf des Bauingenieurs! Aber eigentlich ist es auch ziemlich "Deutsch" immer nur zu jammern und zu heulen. Der Deutsche ist einfach nie zufrieden mit dem was er hat.

Ich kenne einen Prof. privat und der meint, dass man nach dem Bachelor auf keinem Fall aufhören darf und den Master machen sollte (denn der Bachelor hat mittlerweile das Gehalt vom Techniker und dann ist´s eh wurst ob Uni oder FH, außerdem heißt es nicht mehr FH, sondern HS). Weiterbilden ist das Motto. Ich bin 26 und gelernter Bäcker und habe damals die Hauptschule mit 4 x 5 beendet und nun? Ich habe Abi gemacht und fange nun an eine zweite Lehre und ein Studium zu beginnen. Ich bin selber auf mich sehr stolz, denn mir haben schon sehr viele gesagt, dass ich nicht mal das Abi schaffen werde. Und was ist passiert? Ich habs geschafft! Ich kann es absolut nicht ab wenn man sich nur beschweren kann.

Jeder hat es selbst in der Hand und wenns dann mal nicht so läuft dann muss man halt was ändern! Fragt mich nicht was, aber ich hatte auch den Arsch in der Hose was zu ändern! Und was ist nun besser als hungerleidender Bäcker (Verdienst Meister mit 10 Jahren Berufserfahrung: 1500 € Netto) oder als M.Eng. mal zu enden (im öffentlichen Dienst, locken da schöne Gehälter)!? Liegt auf der Hand oder?

Ich hab noch einen Ratschlag an euch: Mancher verdankt seinen Erfolg den Steinen die man ihm in den Weg gelegt hat! In diesem Sinne...

Ole | 25. August 2010 - 14:02

Ich arbeite in Johannesburg, meine Freundin in Kapstadt. Ich fliege jede zweite Woche und sie fliegt die Woche dazwischen. Kinder haben wir nicht, wollen aber welche. Das geht erst Ende des Jahres, weil wir dann finanziell soweit sind, dass wir uns auch mit Kindern nicht einschraenken muessen. Ich bin 38 und sie ist 27, falls das eine Rolle spielt. Zur Zeit ist sie allerdings in Spanien und ueber Weihnachten 3 Monate auf den Antillen.

Generell kann man waehlen, was man moechte. Meistens waehlen meine Kollegen die Variante 1. Heisst Frau bleibt mit Kindern zu Hause und Mann kommt alle 3 Wochen eine Woche nach Hause, wo immer das auch sein mag. Durch die Ueberstunden wird meistens mehr als eine Woche draus. Im Moment, heute ist Donnerstag, ist die Baustelle nur halb besetzt, weil viele Kollegen bereits auf dem Flughafen sind. Die Fluege werde bezahlt und der Mietwagen zu Hause auch. Wenn Wohnort und Arbeit zu weit auseinander liegen, werden andere Regelungen getroffen. Die Kollegen von mir, die in Australien arbeiten, arbeiten 6 Wochen und haben 2 Wochen frei. Variante 2: Die Familie wandert mit. Wird eigentlich nur von Paaren gewaehlt die keine / kleine Kinder haben oder wenn das Land eine gute Ausbildung / Sicherheit zulaesst.

Also SA oder Australien geht. Kongo, Angola oder so geht nicht. Ich mache nur Laender die halbwegs sicher sind. Das heisst in meinem Fall keine Krisengebiete und keine Kriegsgebiete. Obwohl dort das meiste Geld ist. In Afghanistan hat die US Armee Ingenieure gesucht und netto 18000 USD gezahlt. Mein Freund ist dort. Nichts fuer mich, Splitterschutzweste und Helm stehen mir nicht so gut. Auch Camp leben ist fuer Frauen nicht zu empfehlen. Wird oft in der Petrochemie gemacht, muss ich auch nicht haben.

Es kommt immer darauf an, wie die Lebenseinstellung der Frau ist. Viele Frauen muessen ihre Familie, Mama, Papa, Bruder usw staendig sehen, das geht natuerlich dann nicht. Mal abgesehen davon, das ich das Leben gar nicht so schlimm finde, hat es den entscheidenen Vorteil, das man mit 40 bis 45 in Rente kann, wenn man nicht auf Sportwagen und irre grosse Haeuser steht. Ich waehle immer Variante 3: Ich fahre nur einemal im Jahr nach Hause und die restlich Zeite fliege ich irgenwo hin, wo ich noch nicht war.

Ole

kurzdavor | 24. August 2010 - 19:17

@Ole
wie machen Sie es mit der Familie? Haben sie keine? Oder schleppen sie diese immer mit, oder reisen sie immer wieder nach Deutschland?

Wäre echt nett wenn Sie antworten würden, mich interessiert es schon. Z.B gibt es Leute, die 20 Tage arbeiten und 20 Tage dann frei haben. Wenn es so ähnlich bei ihnen ist, dann geht es ja!

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