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Ausgabe 6393 | Nr. 51 | 18. Jahrgang
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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 6

88 Kommentare | 53600 Aufrufe Kommentar hinzufügen
gast | 17. August 2010 - 17:09

Maschinenbau ist in jedem Fall die bessere Wahl, wenn man sich schon mit dem Gedanken der Wahl trägt!

Auch im Maschinenbau gibt es schlechtere Phasen (und die unterschiedlichsten Branchen), aber im Bauwesen ist es wie im Gesundheitswesen, Aussicht auf Besserung aussichtslos!

Mario | 16. August 2010 - 20:34

Hallo Equilibrium,

vielen Dank für deinen Beitrag, ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen das Bauingenieur-Studium sein zulassen und doch eher vielleicht Maschienbau zu studieren? Auf dieser Seite, in diesem Forum wird eigentlich nur negativ über schlecht bezahlte und Überstunden geplagte Jobs berichtet.

Ich bin selber zurzeit wieder Arbeitnehmer in meinen alten Beruf und verdiene jetzt auch ca. 2000 € Brutto bei einer 40 h / Woche ohne Überstunden ohne alles. Ich wollte mich mit einem Studium verbessern und nicht auch noch nach 4 Jahren Studium und einer menge Schulden das gleiche verdienen und dann auch noch nicht nach 4 Jahren Studium dastehen und garkein Job mehr zubekommen. (weil einfach keine Nachfrage ist).

Desweitern habe ich auch vor eine Familie zugründen und auch vielleicht sesshaft zu werden und nicht mein ganzen Leben rum zureisen. (heute München und morgen Berlin).

Was sagt ihr als Bauingenieure, lieber Maschienbau als Bauingenieur zu studieren? Ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen, in welche Richtung ich nun gehen soll.

Gruß Mario

wannabe | 15. August 2010 - 19:55

Bin selbst noch in den ersten Semestern und habe in der kurzen Zeit eine große Leidenschaft für die Bauphysik entwickelt. Jetzt habe ich probeweise mal "Bauphysik" durch die Stellenanangebote durchgejagt, es sind jedoch nur wenige passende Stellenangebote übrig geblieben.

Ist Bauphysik ein totes Fachgebiet in der freien Wirtschaft oder besteht dort tatsächlich ein gewisser Bedarf. Innerhalb der Universität wird Bauphysik regelmäßig als das große Ding beworben. Eine wissenschaftliche Karriere wäre natürlich auch eine spannende Angelegenheit, aber mein Studium ist noch nicht weit genug fortgeschritten um darüber konkret nachzudenken.

Hat hier jemand Praxiserfahrung als / mit Bauingenieur(en) mit dem Schwerpunkt Bauphysik?

bauinghel | 14. August 2010 - 21:18

Schaut mal lieber diesen Link an:
http://www.hays.cn/salary/pdfs10/Construction.pdf
insbesondere die Gehaltstabelle.
Hinweis: 1 € = ca. 9 CNY , 2 SGD , 10 HKD

Equilibrium | 14. August 2010 - 14:58

Hallo Mario,

die Berufsinfos unter www.stern.de kannst Du getrost vergessen. Solche Statistiken gibt es schon seit Jahrzehnten und genauso lange wird behauptet, dass Bauingenieure bald Mangelware sind. Und warum wird auch in den miesesten Zeiten immer vom künftigen Bauingenieurmangel geredet? Ganz einfach: Der jährliche Bedarf an Bauingenieuren wird in der Regel auf Basis von Zahlen ermittelt, die von der Bauindustrie bzw. den Verbänden definiert werden. Mit dieser gezielten Desinformation will man die Zahl der Studienanfänger hochhalten. Die guten Absolventen bekommen dann die einzig vernünftigen Jobs, die durchschnittlichen Absolventen werden häufig ausgebeutet und die schlechten fahren Taxi. Ich sage das ganz offen, obwohl ich zur ersten Gruppe gehöre und eigentlich einen guten Job bekommen habe. Aber gemessen an den Erfahrungen aller Bauingenieure insgesamt, die ich kenne, ist dieser Beruf für viele im Normalfall alles andere als ein Traumberuf.

In den neuen Bundesländern und mit einem eher geringeren Abschluss (die HTW Dresden ist eine Art FH?) stehst Du dann später ziemlich mies da. Mach Dich auf Gehälter zwischen 2000 € und max. 2800 € brutto gefasst, wenn Du für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen mit kleineren regionalen Projekten tätig bist. Der Mehrverdienst gegenüber einem gewerblichen Mitarbeiter im Baugewerbe (der dann am Wochenende noch schön schwarz dazu verdient) ist evtl. kaum oder gar nicht gegeben. Aber während die gewerblichen Mitarbeiter um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben, schlägst Du Dir dann noch den ganzen Abend um die Ohren.

Falls Du eine Familie planst, dann lass das Bauingenieurstudium lieber bleiben.

P.S.: Den Spruch von Heinz „Bauingenieure wird man immer brauchen“ finde ich als Hilfestellung zur Berufswahl ziemlich albern. Darin steckt null Information über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und genau dies bestimmt die Arbeitsrandbedingungen (Vergütung, Arbeitszeiten, Aufstiegschancen, etc.). Über den tatsächlichen Bedarf in 5 Jahren lässt sich vermutlich auch mit bestem Wissen kaum eine zuverlässige Aussage treffen, aber eine kann man bereits treffen: In einer Branche, die seit ca. 15 Jahren von einer nahezu permanenten Rezession betroffen ist, hat der Umgang mit den Angestellten erheblichen Schaden erlitten. Und dieser Schaden wird selbst bei plötzlich eintretendem Aufschwung nicht kurzfristig behoben werden.

| 13. August 2010 - 12:21

>> Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

sticky007 | 13. August 2010 - 12:04

Hallo Steife t = 15,

die Stadt Hamburg ist im TV-L.
Als FH-Ing. bin ich in der Gehaltsgruppe 12. Ich bin in der Erfahrungsstufe 3, da ich erst seit 2,5 Jahren m Öffentlichen Dienst arbeite. Somit bekomme ich ca. 3.500 Euro pro Monat brutto (12,5 Jahresgehälter). Nicht die Macht aber in den Büro in denen ich gearbeitet habe gabs sogar noch weniger :-(

Alle Löhne sind Brutto-Löhne

Beispiel 1:
1. Job: Planungsbüro Wasserwirtschaft (ca. 10 Mitarbeiter)
Berufseinstieg im Jahr 2000 mit 4.000 DM nach Probezeit 4.200 DM. Nach über 6 Jahren Berufserfahrung ca. 2.500 Euro, also auch nicht so die große Steigerung. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
2. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 15 Mitarbeiter)
Anfangsgehalt 2.800 Euro, nach der Probezeit 3.000 Euro. Es waren aber 15 Überstunden im Monat mit abgegolten. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
3. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 30 Mitarbeiter)
Gehalt 2.900 Euro. 13 Monatsgehälter als Urlaubs- und Weihnachtgeld. D.h, ca im Jahresmittel ca. 3.150 Euro im Monat.
4. Job: Siehe oben Stadt Hamburg.

Also vom Gehalt her siehts aus meinen Erfahrungen eher mau aus.

Gruß
Björn

Steife t = 15 | 12. August 2010 - 15:11

Hallo Sticky007,

darf man erfahren was Du verdienst? (weil Du geschrieben hast dass das Gehalt ok sei für einen Bauingenieur).

Hallo Mario,

ich hatte kürzlich bei "Stern" oder "Spiegel" gelesen, dass uns Bauingenieuren demnächst (in ca. 5 Jahren) die Zukunft gehören wird (wenig Absolventen, viele gehen in den Ruhestand usw.). Als ich vor ca. 5 Jahren fertig war, musste ich für 1500 € brutto arbeiten. Damals war man froh, dass man Arbeit hatte (Hauptsache Erfahrung sammeln). Heute fangen die Kollegen nicht unter 2800 € brutto an, daher finde ich schon dass wir Zukunkft haben.

Nun zum Thema Überstunden: Ich finde es kommt auf die Firma an, wo man arbeitet. Bei der letzten Firma wo ich war, war Wochenarbeitsstunden von 50-60, 70 h keine Seltenheit, die ÜS konnte ich, wenn überhaupt nur abfeiern, oft auch nur für nix (schlechte wirtsch. Lage, bla, bla..) und das für lächerliche 3000 € brutto (durchschnittlich < 15 € / h brutto).

Jetzt habe ich gewechselt: 40 h / Woche, 3100 € brutto + 13. Monat, die ÜS werden mit 1,25 vergütet. Gehaltserhöhung jedes Jahr. Zwar nicht die Welt, aber immerhin. Eigentlich können wir uns noch glücklich schätzen. Bei den Architekten sieht es immer noch dunkel aus.

Gruß

P.S.: Kumpel von mir ist ein Jahr nach mir fertig geworden, verdient 3500 € brutto, 13. Gehalt, also kommt drauf an wo man ist.

gast | 12. August 2010 - 12:59

...denke, lieber Mario, da waren wir wohl doch zu träge zum lesen, denn die Meinungen gehen hier keineswegs auseinander, ein paar lieben ihren Beruf (zum Glück, an sich ein wirklich toller Beruf und wir brauchen Häuser und Straßen), würde sagen, 95 % sehen es aber wesentlich realistischer.

...wer gerne rudert heuert deswegen noch lange nicht auf einer Galeere an. Lustig finde ich auch, wenn Zweitsemester Tipps zum Beruf geben, die in einem anderem Thread eben die Ahnungslosigkeit eines Zweitsemesters an den Tag legen, dort gute Tipps von Hochqualifizierten kriegen und es trotzdem nicht "peilen"...

Finde wenn man es so leicht gemacht bekommt von Erfahrungen anderer zu profitieren und dann eine "Zusammenfassung" äußert, die zeigt, dass man nicht in den anderen Therads gelesen hat, dann "gehört es einem wirklich nicht besser".

;-))

sticky007 | 12. August 2010 - 10:40

Ich bin jetzt seit 10 Jahren als Bauingenieur tätig. Der Beruf an sich macht im Großen und Ganzen Spaß. Vor ca. 5 Jahren habe ich aber ernsthaft überlegt in eine andere Branche zu wechseln. Das Problem war viel Arbeit und ein schlechtes Gehalt (ca. 2.500 Euro brutto).
Anschließend habe ich noch in 2 weiteren Ing.-Büros gearbeitet. Die Bezahlung war geringfügig besser aber die Arbeitsbelastung wurde noch höher. D. h., Samstag und Sonntag gänztätig arbeiten war da auch mal angesagt.

Jetzt bin ich bei der Stadt Hamburg angestellt. Das Gehalt ist ok (für einen Bauingenieur) und ich habe endlich mal wieder geregelte Arbeitszeiten.

Bauingenieurwesen würde ich nicht mehr studieren. Eher Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Gruß Björn

Mario | 11. August 2010 - 17:36

Hallo,

danke für Eure zahlreichen Antworten. Wie ich mir auch schon dachte, gehen die Meinungen zum Studium als Bauingenieur sehr stark auseinander (warum auch immer, oder man bekommt es aus anderen Bereichen nicht so stark mit).

Die Frage mit dem Meisterbrief von "gast1234" hab ich auch schon ernsthaft überlegt, doch wer stellt ein 23-jährigen Meister mit wenig bis gar keiner Berufserfahrung ein?! Wenn ein Geselle, dann mehr Erfahrung hat als ein Meister. Darum habe ich mich doch noch mal für ein Studium entschlossen und nichts liegt da näher als ein Bauingenieur-Studium.

Also ich bin auch voll der Meinung von "Heinz": "Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen." Ich will auch nicht gerad 5000 € für eine 10 h Woche haben. Denn Arbeiten muss man überall, ist meine Meinung und in so gerade eher schlechten wirtschaftlichen Zeiten, haben nicht nur Bauingenieure zu kämpfen.

Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

Gruß Mario

| 10. August 2010 - 22:58

Ich habe auch vor Bauingenieurwesen zu studieren. Tendiere aber auch zu Wirtschaftsingenieur Maschinenbau. Ich könnte mir gut vorstellen im Bereich der Erneuerbaren Energien (z.B. Windkraft) zu arbeiten und dort gibt es sowohl Wirtschaftsingenieure, als auch Bauingenieure.
Verdienen die dann wirklich so unterschiedlich, obwohl sie quasi nebeneinander sitzen?
Wenn man manche hier liest bekommt man das Gefühl kein Bauingenieur würde nochmal das gleiche studieren, weil er nicht ausreichend verdient.

Heinz | 10. August 2010 - 13:13

Hallo Zusammen,
also ich habe Ende der 80er Jahre Bauingenieur studiert. Damals hiess es von verschiedenen Seiten, dass man in die garantierte Arbeitslosigkeit hineinstudiert, was sich aber als Quatsch herausstellte. Ein Professor hat es seinerzeit gut beschrieben:

Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen.

Genau so ist es.

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