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Ausgabe 6576 | Nr. 234 | 19. Jahrgang
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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 7

98 Kommentare | 56278 Aufrufe Kommentar hinzufügen
bauinghel | 14. August 2010 - 21:18

Schaut mal lieber diesen Link an:
http://www.hays.cn/salary/pdfs10/Construction.pdf
insbesondere die Gehaltstabelle.
Hinweis: 1 € = ca. 9 CNY , 2 SGD , 10 HKD

Equilibrium | 14. August 2010 - 14:58

Hallo Mario,

die Berufsinfos unter www.stern.de kannst Du getrost vergessen. Solche Statistiken gibt es schon seit Jahrzehnten und genauso lange wird behauptet, dass Bauingenieure bald Mangelware sind. Und warum wird auch in den miesesten Zeiten immer vom künftigen Bauingenieurmangel geredet? Ganz einfach: Der jährliche Bedarf an Bauingenieuren wird in der Regel auf Basis von Zahlen ermittelt, die von der Bauindustrie bzw. den Verbänden definiert werden. Mit dieser gezielten Desinformation will man die Zahl der Studienanfänger hochhalten. Die guten Absolventen bekommen dann die einzig vernünftigen Jobs, die durchschnittlichen Absolventen werden häufig ausgebeutet und die schlechten fahren Taxi. Ich sage das ganz offen, obwohl ich zur ersten Gruppe gehöre und eigentlich einen guten Job bekommen habe. Aber gemessen an den Erfahrungen aller Bauingenieure insgesamt, die ich kenne, ist dieser Beruf für viele im Normalfall alles andere als ein Traumberuf.

In den neuen Bundesländern und mit einem eher geringeren Abschluss (die HTW Dresden ist eine Art FH?) stehst Du dann später ziemlich mies da. Mach Dich auf Gehälter zwischen 2000 € und max. 2800 € brutto gefasst, wenn Du für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen mit kleineren regionalen Projekten tätig bist. Der Mehrverdienst gegenüber einem gewerblichen Mitarbeiter im Baugewerbe (der dann am Wochenende noch schön schwarz dazu verdient) ist evtl. kaum oder gar nicht gegeben. Aber während die gewerblichen Mitarbeiter um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben, schlägst Du Dir dann noch den ganzen Abend um die Ohren.

Falls Du eine Familie planst, dann lass das Bauingenieurstudium lieber bleiben.

P.S.: Den Spruch von Heinz „Bauingenieure wird man immer brauchen“ finde ich als Hilfestellung zur Berufswahl ziemlich albern. Darin steckt null Information über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und genau dies bestimmt die Arbeitsrandbedingungen (Vergütung, Arbeitszeiten, Aufstiegschancen, etc.). Über den tatsächlichen Bedarf in 5 Jahren lässt sich vermutlich auch mit bestem Wissen kaum eine zuverlässige Aussage treffen, aber eine kann man bereits treffen: In einer Branche, die seit ca. 15 Jahren von einer nahezu permanenten Rezession betroffen ist, hat der Umgang mit den Angestellten erheblichen Schaden erlitten. Und dieser Schaden wird selbst bei plötzlich eintretendem Aufschwung nicht kurzfristig behoben werden.

| 13. August 2010 - 12:21

>> Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

sticky007 | 13. August 2010 - 12:04

Hallo Steife t = 15,

die Stadt Hamburg ist im TV-L.
Als FH-Ing. bin ich in der Gehaltsgruppe 12. Ich bin in der Erfahrungsstufe 3, da ich erst seit 2,5 Jahren m Öffentlichen Dienst arbeite. Somit bekomme ich ca. 3.500 Euro pro Monat brutto (12,5 Jahresgehälter). Nicht die Macht aber in den Büro in denen ich gearbeitet habe gabs sogar noch weniger :-(

Alle Löhne sind Brutto-Löhne

Beispiel 1:
1. Job: Planungsbüro Wasserwirtschaft (ca. 10 Mitarbeiter)
Berufseinstieg im Jahr 2000 mit 4.000 DM nach Probezeit 4.200 DM. Nach über 6 Jahren Berufserfahrung ca. 2.500 Euro, also auch nicht so die große Steigerung. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
2. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 15 Mitarbeiter)
Anfangsgehalt 2.800 Euro, nach der Probezeit 3.000 Euro. Es waren aber 15 Überstunden im Monat mit abgegolten. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
3. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 30 Mitarbeiter)
Gehalt 2.900 Euro. 13 Monatsgehälter als Urlaubs- und Weihnachtgeld. D.h, ca im Jahresmittel ca. 3.150 Euro im Monat.
4. Job: Siehe oben Stadt Hamburg.

Also vom Gehalt her siehts aus meinen Erfahrungen eher mau aus.

Gruß
Björn

Steife t = 15 | 12. August 2010 - 15:11

Hallo Sticky007,

darf man erfahren was Du verdienst? (weil Du geschrieben hast dass das Gehalt ok sei für einen Bauingenieur).

Hallo Mario,

ich hatte kürzlich bei "Stern" oder "Spiegel" gelesen, dass uns Bauingenieuren demnächst (in ca. 5 Jahren) die Zukunft gehören wird (wenig Absolventen, viele gehen in den Ruhestand usw.). Als ich vor ca. 5 Jahren fertig war, musste ich für 1500 € brutto arbeiten. Damals war man froh, dass man Arbeit hatte (Hauptsache Erfahrung sammeln). Heute fangen die Kollegen nicht unter 2800 € brutto an, daher finde ich schon dass wir Zukunkft haben.

Nun zum Thema Überstunden: Ich finde es kommt auf die Firma an, wo man arbeitet. Bei der letzten Firma wo ich war, war Wochenarbeitsstunden von 50-60, 70 h keine Seltenheit, die ÜS konnte ich, wenn überhaupt nur abfeiern, oft auch nur für nix (schlechte wirtsch. Lage, bla, bla..) und das für lächerliche 3000 € brutto (durchschnittlich < 15 € / h brutto).

Jetzt habe ich gewechselt: 40 h / Woche, 3100 € brutto + 13. Monat, die ÜS werden mit 1,25 vergütet. Gehaltserhöhung jedes Jahr. Zwar nicht die Welt, aber immerhin. Eigentlich können wir uns noch glücklich schätzen. Bei den Architekten sieht es immer noch dunkel aus.

Gruß

P.S.: Kumpel von mir ist ein Jahr nach mir fertig geworden, verdient 3500 € brutto, 13. Gehalt, also kommt drauf an wo man ist.

gast | 12. August 2010 - 12:59

...denke, lieber Mario, da waren wir wohl doch zu träge zum lesen, denn die Meinungen gehen hier keineswegs auseinander, ein paar lieben ihren Beruf (zum Glück, an sich ein wirklich toller Beruf und wir brauchen Häuser und Straßen), würde sagen, 95 % sehen es aber wesentlich realistischer.

...wer gerne rudert heuert deswegen noch lange nicht auf einer Galeere an. Lustig finde ich auch, wenn Zweitsemester Tipps zum Beruf geben, die in einem anderem Thread eben die Ahnungslosigkeit eines Zweitsemesters an den Tag legen, dort gute Tipps von Hochqualifizierten kriegen und es trotzdem nicht "peilen"...

Finde wenn man es so leicht gemacht bekommt von Erfahrungen anderer zu profitieren und dann eine "Zusammenfassung" äußert, die zeigt, dass man nicht in den anderen Therads gelesen hat, dann "gehört es einem wirklich nicht besser".

;-))

sticky007 | 12. August 2010 - 10:40

Ich bin jetzt seit 10 Jahren als Bauingenieur tätig. Der Beruf an sich macht im Großen und Ganzen Spaß. Vor ca. 5 Jahren habe ich aber ernsthaft überlegt in eine andere Branche zu wechseln. Das Problem war viel Arbeit und ein schlechtes Gehalt (ca. 2.500 Euro brutto).
Anschließend habe ich noch in 2 weiteren Ing.-Büros gearbeitet. Die Bezahlung war geringfügig besser aber die Arbeitsbelastung wurde noch höher. D. h., Samstag und Sonntag gänztätig arbeiten war da auch mal angesagt.

Jetzt bin ich bei der Stadt Hamburg angestellt. Das Gehalt ist ok (für einen Bauingenieur) und ich habe endlich mal wieder geregelte Arbeitszeiten.

Bauingenieurwesen würde ich nicht mehr studieren. Eher Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Gruß Björn

Mario | 11. August 2010 - 17:36

Hallo,

danke für Eure zahlreichen Antworten. Wie ich mir auch schon dachte, gehen die Meinungen zum Studium als Bauingenieur sehr stark auseinander (warum auch immer, oder man bekommt es aus anderen Bereichen nicht so stark mit).

Die Frage mit dem Meisterbrief von "gast1234" hab ich auch schon ernsthaft überlegt, doch wer stellt ein 23-jährigen Meister mit wenig bis gar keiner Berufserfahrung ein?! Wenn ein Geselle, dann mehr Erfahrung hat als ein Meister. Darum habe ich mich doch noch mal für ein Studium entschlossen und nichts liegt da näher als ein Bauingenieur-Studium.

Also ich bin auch voll der Meinung von "Heinz": "Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen." Ich will auch nicht gerad 5000 € für eine 10 h Woche haben. Denn Arbeiten muss man überall, ist meine Meinung und in so gerade eher schlechten wirtschaftlichen Zeiten, haben nicht nur Bauingenieure zu kämpfen.

Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

Gruß Mario

| 10. August 2010 - 22:58

Ich habe auch vor Bauingenieurwesen zu studieren. Tendiere aber auch zu Wirtschaftsingenieur Maschinenbau. Ich könnte mir gut vorstellen im Bereich der Erneuerbaren Energien (z.B. Windkraft) zu arbeiten und dort gibt es sowohl Wirtschaftsingenieure, als auch Bauingenieure.
Verdienen die dann wirklich so unterschiedlich, obwohl sie quasi nebeneinander sitzen?
Wenn man manche hier liest bekommt man das Gefühl kein Bauingenieur würde nochmal das gleiche studieren, weil er nicht ausreichend verdient.

Heinz | 10. August 2010 - 13:13

Hallo Zusammen,
also ich habe Ende der 80er Jahre Bauingenieur studiert. Damals hiess es von verschiedenen Seiten, dass man in die garantierte Arbeitslosigkeit hineinstudiert, was sich aber als Quatsch herausstellte. Ein Professor hat es seinerzeit gut beschrieben:

Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen.

Genau so ist es.

BauingX | 10. August 2010 - 00:03

Wem es (nur in dieser Branche / diesem Beruf) Spaß macht, soll Bauingenieur werden. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Aber sobald diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, sollte meiner Meinung nach NICHT Bauingenieur werden, zumindest nicht im Bereich Tragwerksplanung.

Die Bezahlung, die Karrieremöglichkeiten(!), die Arbeitsbedingungen sind im Allgemeinen die minderwertigsten aller Ingenieursdisziplinen. Wer etwas anderes behauptet (z. B. Kammerpräsidenten, Profs) hat andere Interessen (Büroeingentümer, Lehrstuhl etc.) und handelt m.M.n. grob fahrlässig.

Da man mit Zahlen/Daten am meisten anfangen kann:
Hab mit 30k/a angefangen und bin nach 4-5a jetzt bei 45k/a, bei 45-50h/Wo. Damit liege ich im unteren Drittel aller vergleichbaren Mit-Akademikern, die ich kenne. Aufstiegs- und "Weiterkomm"möglichkeit habe ich in meiner derzeitigen Position im Grunde keine, über mir ist nur noch der Chef...



PS. Etwas muß ich noch loswerden:

"Ich muss mal fragen, was mancher sich denn unter Arbeit vorstellt? Morgens um 9:00 anfangen um 15:00 gehen und dafür 4.000 EUR / Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld kassieren? Wer viel will muss auch was geben. So habe ich es gelernt und so habe ich mich immer verbessert."

Das ist kein ernst gemeinter Beitrag zur Diskussion, oder?

timmae | 09. August 2010 - 18:08

also wenn du mehr von der baubranche weg willst, dann vertief eher KI, da du dort mit großer wahrscheinlichkeit auch viel mit FEM machen wirst. und dann zum master hin, vlt. in richtung computational mechanics vertiefen (einfach mal googlen ;)) aber wichtig ist, dass du soetwas nur machst, wenn du auch gefallen daran hast, ansonsten wirst du dabei so oder so nicht glücklich
habe schon von diversen bauings gehört, die eben auch als berechnungsingenieure für luft- und raumfahrtunternehmen arbeiten.

Michi | 09. August 2010 - 14:08

Hallo,

ich studiere im Moment Bauingenieurwesen im 3. Semester an einer FH und will mich nebenher noch etwas mehr über den Beruf und die Möglichkeiten informieren.

Im Forum gibts ja schon X Diskussionen über den Sinn und Unsinn eines Bauingenieur-Studiums, was mich doch ehrlich gesagt ein wenig verunsichert in meiner Berufswahl.

Aus diesem Grund hatte ich ursprünglich vor, Baubetrieb (im Bachelor erstmal ggf. auch beim Master) zu vertiefen, da ich hier das Gefühl habe nicht so stark von der Baubranche abhängig zu sein.

Wie seht ihr das, zählen übergreifende Berufe - grad in der Vertiefung Baubetrieb / Baurecht / Managment etc. - eher zur Seltenheit oder sind (Wirtschafts-) Bauingenieure auch allgemein auf dem modernen Arbeitsmarkt gefragt? Ich würde mir sehr gern viele Optionen offenhalten.

Ein Bauingenieur-Studium reizt mich zwar dennoch stark, jedoch kann ich mich kaum mit dem Gedanken von reiner Projektarbeit, unbezahlten Überstunden, viel reisen etc. anfreunden.

Danke für eure Meinungen

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