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Dienstag, 18. Februar 2020
Ausgabe 6756 | Nr. 49 | 19. Jahrgang
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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 7

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| 20. August 2010 - 10:09

>>Das Gehalt für eine 45 Stundenwoche liegt bei Neueinsteigern bei min. 3500 € brutto, 13 Monatsgehältern.

chefkoch435 | 20. August 2010 - 09:52

Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen!

Ich bin vor zwei Jahren al Bauleiter mit 3.000 € + Auto eingestiegen. Das hört sich vom Gehalt her nicht sonderlich gut an, Wenn man aber für das Auto nur 500,- netto (1000,- brutto) rechnet, und da kommt man mit allen Kosten ganz leicht hin, sieht die Sache schon anders aus.

Mittlerweile bin ich auch bei 3.700 € (A7 Tarifvertrag) + Auto. Und die Zahlen, die ich hier nenne, entsprechen - nicht wie von vielen anderen behauptet - tatsächlich der Realität. Die meißten die ich aus meinem FH Jahrgang kenne sind mit vergleichbaren oder besseren Konditionen (teilweise 3.700,- €) eingestiegen!!! Was die Arbeitsbedingungen angeht, lässt sich das schlecht verallgemeinern.

Wer jeden Tag pünktlich um 16:00 Uhr Feierabend haben will, sollte Lehrer werden, aber keine Führungsposition übernehmen. In anderen Branchen mag es teilweise wirklich besser sein, was die Arbeitszeit angeht, allerdings wird man auch da in der Regel bei einem solchen Gehalt nicht mit 40 Std. hinkommen.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen, zwar ist man als Bauleiter häufig von Montag bis Freitag auf Montage, was man natürlich als Nachteil auslegen kann, allerdings kann dies u.U. auch ein Vorteil sein. Ich kann mich bei meinem Wohnsitz zu 100 % nach meinem Privatleben richten und muss mir keine Sorgen über einen berufsbedingten Umzug machen. Ich komme aus einer ländlichen Gegend und alle Leute die ich kenne und als Ingenieur oder in einer sonstigen vergleichbaren Position arbeiten, haben das gleiche Problem: Nur das die ihre Zweitwohnung selbst bezahlen müssen. (Der letzte Absatz betrieft eher Leute ohne Familie, aber wer weiß schon was in 10 Jahren ist)

Bei dem was ich geschrieben habe, beziehe ich mich lediglich auf die Bauausführende Industrie, wie es in Ingenieurbüros aussieht, weiß ich nicht.

| 20. August 2010 - 07:59

Hallo Gerd,

finde das wurde auch wirklich Zeit, dass mal wieder jemand von der Baulobby reinschaut!

Freut mich, dass Du uns nur Eigennutz vorwirfst, wir haben auch alle nichts anderes zu tun (der Tag hat ja 24 h, da bleiben nach 10-13 h Arbeit für wenig Geld ja noch 12 Stunden hier unsere Lage zu verbessern). Denke da werden wir bestimmt auch kurzfristig etwas bewirken...

So ein bodenloser Unsinn...

Gerd | 19. August 2010 - 21:21

Hier wird zu meiner Überraschung sehr negativ über die Berufsmöglichkeiten eines Bauingenieurs geschrieben, wohl deshalb, weil die meisten "Redakteure" noch als Frischlinge durch die Arbeitswelt taumeln. Ich bin nun seit ca. 20 Jahren in der Baubranche tätig, davon 15 Jahre als Bauingenieur. Mein Alter beträgt 37 Jahre. Tatsächlich gab es vor ca. 5 Jahren einen deutlichen Knick bei den Gehältern, jetzt scheint sich aber die Lage wieder normalisiert zu haben.

Das Gehalt für eine 45 Stundenwoche liegt bei Neueinsteigern bei min. 3500 € brutto, 13 Monatsgehältern. Ausgenommen natürlich der öffentliche Dienst. Ab ca. 15 Jahre Berufserfahrung kann man mit ca. 5000 € brutto rechnen, zzgl. Firmenfahrzeug.

Natürlich verdienen Ingenieure im Maschinenbau und im E-Technikbereich noch deutlich mehr (>+ 1000 € /mon). Aber Kopf hoch und lasst euch nicht anlügen von all den lähmenden Pessimisten, die hier nur versuchen, ihren status quo zu verbessern!

Patrick | 18. August 2010 - 22:53

Gratulation Mario,

wir haben Dich wohl langsam überzeugt was? Nein im ernst, ich komme gerade wieder nach nem 13 h Stunden Tag von der Baustelle, und kann Dir sagen, dass das kein Zuckerschlecken ist als Bauingeniuer.

Viel Arbeit, Ärger, Stress und Überstunden die einem niemand bezahlt! Wenn ich die Wahl gehabt hätte (die hatte ich eigentlich / nur gab es damals noch kein Forum bei Bauingenieur24) hätte ich diesen Beruf niemals ergriffen!

Also tue gutes daran und orientiere Dich in eine andere Richtung.

gast | 17. August 2010 - 17:09

Maschinenbau ist in jedem Fall die bessere Wahl, wenn man sich schon mit dem Gedanken der Wahl trägt!

Auch im Maschinenbau gibt es schlechtere Phasen (und die unterschiedlichsten Branchen), aber im Bauwesen ist es wie im Gesundheitswesen, Aussicht auf Besserung aussichtslos!

Mario | 16. August 2010 - 20:34

Hallo Equilibrium,

vielen Dank für deinen Beitrag, ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen das Bauingenieur-Studium sein zulassen und doch eher vielleicht Maschienbau zu studieren? Auf dieser Seite, in diesem Forum wird eigentlich nur negativ über schlecht bezahlte und Überstunden geplagte Jobs berichtet.

Ich bin selber zurzeit wieder Arbeitnehmer in meinen alten Beruf und verdiene jetzt auch ca. 2000 € Brutto bei einer 40 h / Woche ohne Überstunden ohne alles. Ich wollte mich mit einem Studium verbessern und nicht auch noch nach 4 Jahren Studium und einer menge Schulden das gleiche verdienen und dann auch noch nicht nach 4 Jahren Studium dastehen und garkein Job mehr zubekommen. (weil einfach keine Nachfrage ist).

Desweitern habe ich auch vor eine Familie zugründen und auch vielleicht sesshaft zu werden und nicht mein ganzen Leben rum zureisen. (heute München und morgen Berlin).

Was sagt ihr als Bauingenieure, lieber Maschienbau als Bauingenieur zu studieren? Ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen, in welche Richtung ich nun gehen soll.

Gruß Mario

wannabe | 15. August 2010 - 19:55

Bin selbst noch in den ersten Semestern und habe in der kurzen Zeit eine große Leidenschaft für die Bauphysik entwickelt. Jetzt habe ich probeweise mal "Bauphysik" durch die Stellenanangebote durchgejagt, es sind jedoch nur wenige passende Stellenangebote übrig geblieben.

Ist Bauphysik ein totes Fachgebiet in der freien Wirtschaft oder besteht dort tatsächlich ein gewisser Bedarf. Innerhalb der Universität wird Bauphysik regelmäßig als das große Ding beworben. Eine wissenschaftliche Karriere wäre natürlich auch eine spannende Angelegenheit, aber mein Studium ist noch nicht weit genug fortgeschritten um darüber konkret nachzudenken.

Hat hier jemand Praxiserfahrung als / mit Bauingenieur(en) mit dem Schwerpunkt Bauphysik?

bauinghel | 14. August 2010 - 21:18

Schaut mal lieber diesen Link an:
http://www.hays.cn/salary/pdfs10/Construction.pdf
insbesondere die Gehaltstabelle.
Hinweis: 1 € = ca. 9 CNY , 2 SGD , 10 HKD

Equilibrium | 14. August 2010 - 14:58

Hallo Mario,

die Berufsinfos unter www.stern.de kannst Du getrost vergessen. Solche Statistiken gibt es schon seit Jahrzehnten und genauso lange wird behauptet, dass Bauingenieure bald Mangelware sind. Und warum wird auch in den miesesten Zeiten immer vom künftigen Bauingenieurmangel geredet? Ganz einfach: Der jährliche Bedarf an Bauingenieuren wird in der Regel auf Basis von Zahlen ermittelt, die von der Bauindustrie bzw. den Verbänden definiert werden. Mit dieser gezielten Desinformation will man die Zahl der Studienanfänger hochhalten. Die guten Absolventen bekommen dann die einzig vernünftigen Jobs, die durchschnittlichen Absolventen werden häufig ausgebeutet und die schlechten fahren Taxi. Ich sage das ganz offen, obwohl ich zur ersten Gruppe gehöre und eigentlich einen guten Job bekommen habe. Aber gemessen an den Erfahrungen aller Bauingenieure insgesamt, die ich kenne, ist dieser Beruf für viele im Normalfall alles andere als ein Traumberuf.

In den neuen Bundesländern und mit einem eher geringeren Abschluss (die HTW Dresden ist eine Art FH?) stehst Du dann später ziemlich mies da. Mach Dich auf Gehälter zwischen 2000 € und max. 2800 € brutto gefasst, wenn Du für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen mit kleineren regionalen Projekten tätig bist. Der Mehrverdienst gegenüber einem gewerblichen Mitarbeiter im Baugewerbe (der dann am Wochenende noch schön schwarz dazu verdient) ist evtl. kaum oder gar nicht gegeben. Aber während die gewerblichen Mitarbeiter um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben, schlägst Du Dir dann noch den ganzen Abend um die Ohren.

Falls Du eine Familie planst, dann lass das Bauingenieurstudium lieber bleiben.

P.S.: Den Spruch von Heinz „Bauingenieure wird man immer brauchen“ finde ich als Hilfestellung zur Berufswahl ziemlich albern. Darin steckt null Information über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und genau dies bestimmt die Arbeitsrandbedingungen (Vergütung, Arbeitszeiten, Aufstiegschancen, etc.). Über den tatsächlichen Bedarf in 5 Jahren lässt sich vermutlich auch mit bestem Wissen kaum eine zuverlässige Aussage treffen, aber eine kann man bereits treffen: In einer Branche, die seit ca. 15 Jahren von einer nahezu permanenten Rezession betroffen ist, hat der Umgang mit den Angestellten erheblichen Schaden erlitten. Und dieser Schaden wird selbst bei plötzlich eintretendem Aufschwung nicht kurzfristig behoben werden.

| 13. August 2010 - 12:21

>> Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

sticky007 | 13. August 2010 - 12:04

Hallo Steife t = 15,

die Stadt Hamburg ist im TV-L.
Als FH-Ing. bin ich in der Gehaltsgruppe 12. Ich bin in der Erfahrungsstufe 3, da ich erst seit 2,5 Jahren m Öffentlichen Dienst arbeite. Somit bekomme ich ca. 3.500 Euro pro Monat brutto (12,5 Jahresgehälter). Nicht die Macht aber in den Büro in denen ich gearbeitet habe gabs sogar noch weniger :-(

Alle Löhne sind Brutto-Löhne

Beispiel 1:
1. Job: Planungsbüro Wasserwirtschaft (ca. 10 Mitarbeiter)
Berufseinstieg im Jahr 2000 mit 4.000 DM nach Probezeit 4.200 DM. Nach über 6 Jahren Berufserfahrung ca. 2.500 Euro, also auch nicht so die große Steigerung. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
2. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 15 Mitarbeiter)
Anfangsgehalt 2.800 Euro, nach der Probezeit 3.000 Euro. Es waren aber 15 Überstunden im Monat mit abgegolten. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
3. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 30 Mitarbeiter)
Gehalt 2.900 Euro. 13 Monatsgehälter als Urlaubs- und Weihnachtgeld. D.h, ca im Jahresmittel ca. 3.150 Euro im Monat.
4. Job: Siehe oben Stadt Hamburg.

Also vom Gehalt her siehts aus meinen Erfahrungen eher mau aus.

Gruß
Björn

Steife t = 15 | 12. August 2010 - 15:11

Hallo Sticky007,

darf man erfahren was Du verdienst? (weil Du geschrieben hast dass das Gehalt ok sei für einen Bauingenieur).

Hallo Mario,

ich hatte kürzlich bei "Stern" oder "Spiegel" gelesen, dass uns Bauingenieuren demnächst (in ca. 5 Jahren) die Zukunft gehören wird (wenig Absolventen, viele gehen in den Ruhestand usw.). Als ich vor ca. 5 Jahren fertig war, musste ich für 1500 € brutto arbeiten. Damals war man froh, dass man Arbeit hatte (Hauptsache Erfahrung sammeln). Heute fangen die Kollegen nicht unter 2800 € brutto an, daher finde ich schon dass wir Zukunkft haben.

Nun zum Thema Überstunden: Ich finde es kommt auf die Firma an, wo man arbeitet. Bei der letzten Firma wo ich war, war Wochenarbeitsstunden von 50-60, 70 h keine Seltenheit, die ÜS konnte ich, wenn überhaupt nur abfeiern, oft auch nur für nix (schlechte wirtsch. Lage, bla, bla..) und das für lächerliche 3000 € brutto (durchschnittlich < 15 € / h brutto).

Jetzt habe ich gewechselt: 40 h / Woche, 3100 € brutto + 13. Monat, die ÜS werden mit 1,25 vergütet. Gehaltserhöhung jedes Jahr. Zwar nicht die Welt, aber immerhin. Eigentlich können wir uns noch glücklich schätzen. Bei den Architekten sieht es immer noch dunkel aus.

Gruß

P.S.: Kumpel von mir ist ein Jahr nach mir fertig geworden, verdient 3500 € brutto, 13. Gehalt, also kommt drauf an wo man ist.

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