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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium? » Seite 8

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sticky007 | 12. August 2010 - 10:40

Ich bin jetzt seit 10 Jahren als Bauingenieur tätig. Der Beruf an sich macht im Großen und Ganzen Spaß. Vor ca. 5 Jahren habe ich aber ernsthaft überlegt in eine andere Branche zu wechseln. Das Problem war viel Arbeit und ein schlechtes Gehalt (ca. 2.500 Euro brutto).
Anschließend habe ich noch in 2 weiteren Ing.-Büros gearbeitet. Die Bezahlung war geringfügig besser aber die Arbeitsbelastung wurde noch höher. D. h., Samstag und Sonntag gänztätig arbeiten war da auch mal angesagt.

Jetzt bin ich bei der Stadt Hamburg angestellt. Das Gehalt ist ok (für einen Bauingenieur) und ich habe endlich mal wieder geregelte Arbeitszeiten.

Bauingenieurwesen würde ich nicht mehr studieren. Eher Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Gruß Björn

Mario | 11. August 2010 - 17:36

Hallo,

danke für Eure zahlreichen Antworten. Wie ich mir auch schon dachte, gehen die Meinungen zum Studium als Bauingenieur sehr stark auseinander (warum auch immer, oder man bekommt es aus anderen Bereichen nicht so stark mit).

Die Frage mit dem Meisterbrief von "gast1234" hab ich auch schon ernsthaft überlegt, doch wer stellt ein 23-jährigen Meister mit wenig bis gar keiner Berufserfahrung ein?! Wenn ein Geselle, dann mehr Erfahrung hat als ein Meister. Darum habe ich mich doch noch mal für ein Studium entschlossen und nichts liegt da näher als ein Bauingenieur-Studium.

Also ich bin auch voll der Meinung von "Heinz": "Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen." Ich will auch nicht gerad 5000 € für eine 10 h Woche haben. Denn Arbeiten muss man überall, ist meine Meinung und in so gerade eher schlechten wirtschaftlichen Zeiten, haben nicht nur Bauingenieure zu kämpfen.

Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

Gruß Mario

| 10. August 2010 - 22:58

Ich habe auch vor Bauingenieurwesen zu studieren. Tendiere aber auch zu Wirtschaftsingenieur Maschinenbau. Ich könnte mir gut vorstellen im Bereich der Erneuerbaren Energien (z.B. Windkraft) zu arbeiten und dort gibt es sowohl Wirtschaftsingenieure, als auch Bauingenieure.
Verdienen die dann wirklich so unterschiedlich, obwohl sie quasi nebeneinander sitzen?
Wenn man manche hier liest bekommt man das Gefühl kein Bauingenieur würde nochmal das gleiche studieren, weil er nicht ausreichend verdient.

Heinz | 10. August 2010 - 13:13

Hallo Zusammen,
also ich habe Ende der 80er Jahre Bauingenieur studiert. Damals hiess es von verschiedenen Seiten, dass man in die garantierte Arbeitslosigkeit hineinstudiert, was sich aber als Quatsch herausstellte. Ein Professor hat es seinerzeit gut beschrieben:

Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen.

Genau so ist es.

BauingX | 10. August 2010 - 00:03

Wem es (nur in dieser Branche / diesem Beruf) Spaß macht, soll Bauingenieur werden. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Aber sobald diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, sollte meiner Meinung nach NICHT Bauingenieur werden, zumindest nicht im Bereich Tragwerksplanung.

Die Bezahlung, die Karrieremöglichkeiten(!), die Arbeitsbedingungen sind im Allgemeinen die minderwertigsten aller Ingenieursdisziplinen. Wer etwas anderes behauptet (z. B. Kammerpräsidenten, Profs) hat andere Interessen (Büroeingentümer, Lehrstuhl etc.) und handelt m.M.n. grob fahrlässig.

Da man mit Zahlen/Daten am meisten anfangen kann:
Hab mit 30k/a angefangen und bin nach 4-5a jetzt bei 45k/a, bei 45-50h/Wo. Damit liege ich im unteren Drittel aller vergleichbaren Mit-Akademikern, die ich kenne. Aufstiegs- und "Weiterkomm"möglichkeit habe ich in meiner derzeitigen Position im Grunde keine, über mir ist nur noch der Chef...



PS. Etwas muß ich noch loswerden:

"Ich muss mal fragen, was mancher sich denn unter Arbeit vorstellt? Morgens um 9:00 anfangen um 15:00 gehen und dafür 4.000 EUR / Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld kassieren? Wer viel will muss auch was geben. So habe ich es gelernt und so habe ich mich immer verbessert."

Das ist kein ernst gemeinter Beitrag zur Diskussion, oder?

timmae | 09. August 2010 - 18:08

also wenn du mehr von der baubranche weg willst, dann vertief eher KI, da du dort mit großer wahrscheinlichkeit auch viel mit FEM machen wirst. und dann zum master hin, vlt. in richtung computational mechanics vertiefen (einfach mal googlen ;)) aber wichtig ist, dass du soetwas nur machst, wenn du auch gefallen daran hast, ansonsten wirst du dabei so oder so nicht glücklich
habe schon von diversen bauings gehört, die eben auch als berechnungsingenieure für luft- und raumfahrtunternehmen arbeiten.

Michi | 09. August 2010 - 14:08

Hallo,

ich studiere im Moment Bauingenieurwesen im 3. Semester an einer FH und will mich nebenher noch etwas mehr über den Beruf und die Möglichkeiten informieren.

Im Forum gibts ja schon X Diskussionen über den Sinn und Unsinn eines Bauingenieur-Studiums, was mich doch ehrlich gesagt ein wenig verunsichert in meiner Berufswahl.

Aus diesem Grund hatte ich ursprünglich vor, Baubetrieb (im Bachelor erstmal ggf. auch beim Master) zu vertiefen, da ich hier das Gefühl habe nicht so stark von der Baubranche abhängig zu sein.

Wie seht ihr das, zählen übergreifende Berufe - grad in der Vertiefung Baubetrieb / Baurecht / Managment etc. - eher zur Seltenheit oder sind (Wirtschafts-) Bauingenieure auch allgemein auf dem modernen Arbeitsmarkt gefragt? Ich würde mir sehr gern viele Optionen offenhalten.

Ein Bauingenieur-Studium reizt mich zwar dennoch stark, jedoch kann ich mich kaum mit dem Gedanken von reiner Projektarbeit, unbezahlten Überstunden, viel reisen etc. anfreunden.

Danke für eure Meinungen

BauIng | 09. August 2010 - 14:00

Hallo zusammen,

ich muss hier mal eine Lanze für den Bauingenieur brechen.

Irgendwie hab ich das Gefühl hier schreiben nur abgestrafte Bauingenieure Ihren Frust von der Seele. Ich bin selber seit fünf Jahren mit meinem FH Studium fertig und muss sagen, ich übe meinen Beruf sehr gerne aus. Ich habe auch sehr viel Kontakt zu anderen Bauingenieuren (bin auf der Auftraggeberseite) von Ingenieurbüros und Baufirmen. Also die Klagen nicht wie die, die hier im Forum antworten.

Ich muss mal fragen, was mancher sich denn unter Arbeit vorstellt? Morgens um 9:00 anfangen um 15:00 gehen und dafür 4.000 EUR / Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld kassieren? Wer viel will muss auch was geben. So habe ich es gelernt und so habe ich mich immer verbessert.

Ich habe auch gleichzeitig mehrere Projekte und mache auch diverse Überstunden, aber wer macht die nicht? Unsere Kaufleute, Controller und Co. sind genauso lange im Büro wie ich. Und die haben BWL oder ähnliches Studiert und nicht Bauingenieurwesen. Ich habe auch Kollegen, die mehrere Jahre ins Ausland müssen, oder ständig auf Achse sind. Aber das sind auch keine Bauingenieure.

Ich will nur deutlich machen, dass der Bauingenieur hier aus meiner Sicht zu schlecht weg kommt. Übrigens, ich bin kein Überflieger im Studium gewesen. Habe eher einen miesen Abschluss!

gast1234 | 08. August 2010 - 14:49

Vielleicht schon mal an einen Meistertitel gedacht? Das ist nicht so langwierig wie ein Studium und auch viel Praxisbezogener.

a2005 | 08. August 2010 - 12:58

Im öffentlichen Dienst verdient man beim Einstieg mit HS-Abschluss in E13 3.075 € / Monat brutto. Gem. Tarifvertrag für Architektur- und Ingnieurbüros in Gruppe T4 2.800 € / Monat. Im Bauhauptgewerbe liegt der tarifliche Einstieg etwa wie im öffentlichen Dienst.

Der Haken: Viele Baubetriebe und viele Büros unterliegen nicht dem Tarifvertrag und zahlen weniger. Während man derzeit im ÖD nach 15 Jahren mit um die 4.000 € / Monat rechnen kann (nur von den Arbeitsjahren her) bleibt es in Ingenieurbüros häufig beim Einstiegsgehalt. Mittelständische Baubetriebe hungern sich an der Pleite vorbei. Als Bauleiter kann man sich dann mit mehreren Baustellen abgeben, als Ingenieur oder Architekt mit mehreren Projekten.

Auch dem Fachkräftemangel sollte man nicht trauen - zwar gehen zunehmend Bauingenieure in den Ruhestand, allerdings wird auch das Bauvolumen geringer und damit weniger Arbeit da sein.

Es gibt ein paar Leute, die ganz gut verdienen - da muss man aber schon ein Überflieger sein, damit man eine Stelle bei den ganz großen Konzernen ergattert oder ein Büro mit mehreren Angestellten aufbauen oder dort einsteigen - da kann man auch Lotto spielen.

Gast87 | 03. August 2010 - 22:38

Also wie du sicher schon weißt, ist der Beruf des Bauingenieurs im Verhältnis Stress/Bezahlung meist unausgeglichen.. also viel Verantwortung, lange Arbeitszeiten für (aber auch nicht unbedingt) wenig Geld.

Viele von ihnen üben diesen Beruf aber mit Leidenschaft aus und man hat, sofern man sich engagiert, viele Möglichkeiten, als Bauingenieur nach dem Studium tätig zu werden.
Sogar Banken und Sparkassen als Arbeitgeber (Immobilien) sind denkbar!

Es ist ganz davon abhängig, worauf du später abzählst.. Ist es die Bezahlung? Ist die Arbeit & Vielseitigkeit? Oder beides? Ob es sich lohnt, ist ganz davon bzw. ganz von dir selbst abhängig..

Soweit meine Meinung (obwohl ich noch studiere)...
Grüße

Patrick | 03. August 2010 - 22:24

Hi Mario,

das geht ganz schnell.
Wenn Du nicht als unterbezahlter und überstundengeplagter Arbeitssklave enden möchtest, dann studiere bitte kein Bauingenieurwesen!

bauinghel | 03. August 2010 - 21:51

... genau: einfach jeden Tag 1-2 Stunden hier im Forum lesen. Hier wird eigentlich kaum etwas anderes besprochen. Wem das zuviel lesen am Bildschirm ist, der sollte nicht Ingenieur werden.

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