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Sonntag, 20. Oktober 2019
Ausgabe 6635 | Nr. 293 | 19. Jahrgang
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Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium?

104 Kommentare | 58034 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Mario | Thema eröffnet vor 9 Jahren

Hallo, ich bin 23 Jahre alt und habe auch schon eine 3 1/2 jährige Ausbildung als Spengler hinter mir. Nun habe ich mein Abitur dieses Jahr nachgeholt und bin sehr an einem Bauingenieur-Studium interessiert. Ich wohne im Süden von Brandenburg nahe der sächsischen Grenze und möchte das Studium an der HTW in Dresden absolvieren.

Ich habe auch schon ein wenig im Internet recherchiert und bin mir nicht ganz sicher mit der Zukunft des Bauingenieur-Studiums. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen und erzählt mir, wo Ihr studiert habt oder Ihr aktuell in dem Berufszweig arbeitet.

leonoel | 09. Oktober 2019 - 09:54

Naja, was heißt schon lohnen? Man arbeitet und verdient dafür Geld, wie in jedem anderen Job eben auch. Das Verhältnis von Arbeitszeiten/-aufwand/Verantwortung zum Gehalt ist aber ziemlich schlecht. Aktuell würde ich auch kein Bauingenieurwesen mehr studieren.

Der Boom in der Baubranche fängt bereits an, wieder deutlich abzuflachen. Wenn man jetzt beginnt, dann kommt man erst in 3-5 auf den Arbeitsmarkt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Baubranche dann mal wieder in einer ihrer Krisen steckt. Vom Zyklus her, wäre es dann nämlich wieder soweit.

Gibt also sicher bessere Alternativen! Lohnen wird es sich nur für die, die sich extrem für den Bau begeistern und es eher als Berufung sehen, den Beruf. Diejenigen, die einfach nur ordentlich verdienen wollen und das in einem bequemen Büro, sollten die Finger davon lassen!

ralloballo | 27. September 2019 - 21:27

@Snowflake:
Jung, du erzählst hier wieder Müll. Wenn du die Branche so sehr hasst, dann such dir doch etwas Anderes? Vielleicht bist du einer der Peter, die in die erst beste 5-Mann-Klitsche reinströmen oder aber komplett uninformiert in das Bewerbungsgespräch reingehen und dann jede mögliche Zahl, die einem der Chef entgegenwirft schlucken, nur um dann nach sechs Monaten zu merken, das man komplett unterbezahlt seine 60 Stunden die Woche kloppt.

Ich habe genau solche Leute auch bei mir im Baucontainer hängen (eingekaufte Bauleiter - arme Schweine, die keinen Plan von Nichts haben - zumindest finanziell). So, jetzt zur wirklichen Realität für die Berufsanfänger: Sucht euch einen größeren Arbeitgeber ab 1000 MA (die suchen alle wie Sau) und gebt euch erst ab Tariflohn A6/A7 + Firmenwagen zufrieden (das bekommt ihr in der Regel auf jeden Fall). Sollte für den Anfang nicht schlecht sein, auch branchenübergreifend.

Snowflake | 26. September 2019 - 12:40

@Ernst:
So ein Gehalt wie Du angibst ist zwar in der Realität die Regel, aber hier hat das doch (also hier im Forum) schon jeder Bachelor Absolvent. Lies mal den Thread zu den Gehältern. Was da so alles an Phantasie und heisser Luft drin steckt und mit wieviel Mühe man sich seitens der Baulobby mit Bezahlschreibern gibt. Aber unterm Strich lohnt sich dieser kleine Aufwand. Schau mal wie viele Unterschichtler dieses Jahr wieder Bauwesen studieren. Ich habe aufgegeben hier die Realität zu beschreiben.

Ignaz | 24. September 2019 - 13:14

Der Ernst bringt das sehr gut auf den Punkt!

Ernst | 19. September 2019 - 14:19

@G22:
Also ich kann dir sagen, Spaß alleine ist es nicht und Geld alleine auch nicht. Aber um auf deine Frage einzugehen, hier mal etwas Input aus der Schweiz. Da ist ja allgemein hin bekannt, dass es recht gut laufen soll auf dem Bau.

ABER, und jetzt kommt es, auch hier ist es so, dass du dich als Bauingenieur immer im unteren Bereich der Gehaltsklassen bei den Akademikern bewegen wirst. Ich selbst habe mein Studium vor 25 Jahren abgeschlossen, immer weitergebildet, spreche verhandlungssicher drei Sprachen und bewege mich trotz Einsatz so bei einem Jahresgehalt von 120.000 Franken. Das müssten etwa 105.000 € sein. Wenn du dem aber, und das musst du so rechnen, die allgemeinen Lebenskosten der Schweiz entgegen rechnest, welche sich um den Faktor 2 bewegen, dann entspricht das etwa einem deutschen Jahresgehalt von 53.000 €. Wie gesagt, ich habe 25 Jahre Berufserfahrung und war immer am Ball. Daraus kannst du sehen, dass die Bezahlung sehr schlecht ist. Man kann einem aufstrebenden, dynamischen jungen Menschen mit Erlaub diesen Berufszweig mit gutem Gewissen nicht empfehlen.

Tja, dann kommt noch ein weiterer negativer Punkt mit hinzu. Bei jedem Stellenantritt wird man dich fragen, ob du gewillt bist in den Sommermonaten und im Frühling - wo viele Planungen laufen - auch bereit bist 50 Stunden pro Woche oder mehr zu "bügeln" weil dort einfach zu viel Arbeit ist. Welche natürlich dadurch nicht besser bezahlt wird versteht sich. Dieser Beruf wurde vor Jahrzehnten und immer noch durch alle Institutionen mit den besten Zukunftsaussichten gelobt, was ist daraus geworden? Nur heiße Luft.

Es gibt sicher Branchen, wenn du nach einem anderen Tarif bezahlt wirst dann auch mehr verdienen kannst. Aber es kann nicht jeder Projektleiter für Immobilien in der Pharmaindustrie (nur als Beispiel) werden. Die meisten werden in Ingenieurbüros oder Baufirmen arbeiten müssen, dort ist nicht besonders viel zu holen.

Also, überleg es dir gut. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Wünsche dir alles Gute!

G22 | 11. September 2019 - 13:43

Ich muss jetzt in den nächsten Tagen zwischen Wirtschaftsingenieurwesen (Richtung Maschinenbau) und dem klassischen Bauingenieurwesen-Studium wählen. Und kann mich einfach nicht entscheiden. Meine persönliche Präferenz ginge zwar ganz leicht in Richtung Bauingenieurwesen, aber ich werde aus den ganzen Erfahrungsberichten aus dem Web einfach nicht schlauer. Ich habe mir die komplette Kommentarsektion aus diesem Beitrag durchgelesen und auch sonst vieles aus anderen Foren herausgezogen.

Also wenn man kurz und knapp gesagt in der Baubranche (in der Regel wohlgemerkt und in vergleichbarer Position) entweder ca. 20 % weniger verdient oder eben ca. 20 % mehr arbeiten muss um mit anderen Ingenieuren Gehaltstechnisch gleichzuziehen (und das auch nur wenn man überhaupt einen Job findet), dann raubt das einem ehrlich gesagt die Motivation. Oder bilde ich mir das einfach nur ein und die Branche hat sich mittlerweile erholt? Was sagt ihr dazu?

Marc | 16. August 2019 - 22:06

@SVL:
Wähle die Berufsrichtung, die Dir liegt. Ich sage nicht, dass Geld keine Rolle spielt, aber für mich ist das erwartete Geld nicht das Ausschlaggebende. Ich treffe so viele Leute, die in ihren Berufen wenig können. Das mag daran liegen, dass sie nicht den richtigen gefunden haben. Sie arbeiten ja nur für Geld. Feude am Beruf und Können korrelieren. Die Freude bringt einen zum Können. Und wenn man kann, kann man auch mehr verdienen. Dann ist das auch ein Verdienen.

Bauingenieurwesen ist eine breit angelegte Ausbildung. Man kann und wird sich später spezialisieren.

SVL | 16. August 2019 - 11:10

Ich muss jetzt in den nächsten Tagen zwischen Wirtschaftsingenieurwesen (Richtung Maschinenbau) und dem klassischen Bauingenieurwesen Studium wählen. Und kann mich einfach nicht entscheiden. Meine persönliche Präferenz ginge zwar ganz leicht in Richtung Bauingenieur, aber ich werde aus den ganzen Erfahrungsberichten aus dem Web einfach nicht schlauer.

Ich hab mir die komplette Kommentarsektion aus diesem Beitrag durchgelesen und auch sonst vieles aus anderen Foren und was da für unterschiedliche Meinungen sind, ist nicht normal. Also wenn man kurz und knapp gesagt in der Baubranche (in der Regel wohlgemerkt und in vergleichbarer Position) entweder ca. 20 % weniger verdient oder eben ca. 20 % mehr arbeiten muss, um mit anderen Ingenieuren gehaltstechnisch gleichzuziehen (und das auch nur wenn man überhaupt einen Job findet), dann raubt das einem ehrlich gesagt die Motivation. Oder bilde ich mir das einfach nur ein und die Branche hat sich mittlerweile erholt? Was sagt ihr dazu?

BL, B.Eng. | 04. März 2019 - 11:12

@Mia:
Grundsätzlich möchte ich vorab mal sagen, dass dir das meiste Geld nichts nützt, wenn dir der Job nicht gefällt.

zu 1 (Gehälter): Es kann nicht pauschalisiert werden, dass die Gehälter schlecht sind. Bauingenieurwesen ist unfassbar breit gefächert. Also hängt es sicherlich mit der späteren Tätigkeit zusammen. Ich bin beispielsweise in der Projektleitung (auftraggeberseitig) gelandet und werde nach Chemie-Tarif bezahlt mit späterem Wechsel in eine AT-Anstellung und kann dir sagen, dass ich mehr als zufrieden bin.

zu 2 (Nachfrage): Momentan extrem gefragt, daher ist aus meiner Sicht auch eine positive Entwicklung der Gehälter zu erkennen.

zu 3: Ob sich dieses Studium für dich lohnt, kann dir keiner beantworten. Was ich dir sagen kann, egal was du machst, wenn du darin gut bist und Spaß hast, wirst du deinen Weg gehen und Möglichkeiten haben "gutes" Geld zu verdienen.

andru | 02. März 2019 - 14:31

@Mia:
Im Grunde genommen wird das Thema der Bezahlung hier im Forum gut erläutert. Wenn es für dich tatsächlich nur um das Finanzielle geht, dann gilt auch für dich der letzte Post von Nordlicht. Sprich wenn du nach deinem Bachelor direkt mit 60.000 – 70.000 €/a anfangen willst, dann wirst du dies wirklich kaum schaffen, denn realistisch wäre da wohl eher 40.000 bis 45.000 €/a – mit Master bis 50.000 €/a (ausgenommen für Konzerne da ist noch Luft nach oben). Bauingenieure werden gesucht, kenne kaum einen Mitkommilitonen der keinen Job innerhalb kurzer Zeit gefunden hat. Von Wing bin ich ehrlich gesagt nicht begeistert, da ich kein Fan von "halben Sachen" bin. In der Praxis habe ich deshalb bisher auch keinen kennengelernt.

Was du letztendlich machst musst du selbst wissen. Für deine berufliche Laufbahn fließen so viele Faktoren ein, es fängt ja schon mit der Vertieferrichtung an. Dann kommen die Punkte wie die Größe des Büros, Beschäftigungsort, dein Verhandlungsgeschick etc. Ich finde die Forumbeiträge hier geben dir viele Informationen darüber, in welche Richtung es gehen kann. Ich bereue keine einzige Sekunde die Entscheidung getroffen zu haben Bauingenieurwesen zu studieren, selbst mit den ein oder anderen Problemstellen.

ej | 01. März 2019 - 15:22

@Mia:
Ich bin jetzt 3,5 Jahre im Beruf und verdiene mit Bonus sowie Firmenwagen 80.000 € im Jahr. Das macht netto als Single ca. 3600 €. Zum Leben reicht das allemal.

Magnus | 28. Februar 2019 - 23:25

@Mia:
Bauingenieur ist der coolste Beruf von allen, du solltest auf keinen Fall wechseln!

Mia | 28. Februar 2019 - 17:36

Ich stehe gerade vor einer großen Entscheidung. Ich studiere an der Uni Bauingenieurwesen im ersten Semester und das Studium an sich gefällt mir und es macht auch Spaß. Allerdings habe ich mich in letzter Zeit mehr mit dem Beruf beschäftigt und die Gehälter des Bauingenieurs schrecken mich ziemlich ab.

Daher meine Frage an alle die Erfahrungen haben: Werden Bauingenieure wirklich so niedrig bezahlt und sind sie überhaupt noch gefragt? Und lohnt sich das Studium somit für die Zukunft? Ich habe mir überlegt Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, da es einerseits ziemlich ähnlich ist und andererseits auch höhere Gehälter hat. Ich bitte um Hilfe!

Nordlicht | 25. Februar 2019 - 08:29

@Günther19:
Dann solltest du wechseln. Aber ich würde dir einen Tipp geben. Studiere lieber Medizin oder Jura. Dort verdienst du bestimmt besser als nach einem Bauingenieurstudium. Ebenfalls würde ich dir eine Ausbildung zum Piloten empfehlen. Die verdienen bei der richtigen Fluglinie noch gutes Geld. Anders kann ich deine Frage nicht beantworten. Ich habe mich damals für das Studium entschieden, weil es mich interessiert hat. Heute würde ich nicht wechseln wollen. Was du daraus machst ist deine Sache.

Günther19 | 22. Februar 2019 - 08:17

@Bauwechsler:
Ich hatte daran gedacht zu Maschinenbau zu wechseln. Maschinenbau interessiert mich ebenfalls sehr, hat mich aber anfangs abgeschreckt, da ich dachte, daß es da schwieriger wäre. Jetzt nach einem Semester merke ich, dass wir die selben Mathematik-und Mechanik-Module haben und es so gesehen genauso schwierig ist, wie Bauingenieurwesen. Physik bei den Maschinebauern fällt mir ebenfalls deutlich leichter als Bauphysik (Kinematik vs. Wärme/Feuchte/Brand/Schallschutz). Da kann ich ja genauso gut Maschinenbau studieren. Selbe Schwierigkeit, nur bessere Tarif (auch wenn Maschinebau etwas überlaufen ist ?).

Bauwechsler | 13. Februar 2019 - 22:56

@Igel:
Ein Auto und eine Wohnung kann sich in der Regel auch ein Hilfsarbeiter ohne Ausbildung leisten. Fakt ist, Bauingenieure sind - insbesondere im Vergleich zu den anderen MINT-Fächern aber auch den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Medizin, Lehramt usw. - einfach lächerlich schlecht bezahlt.

Igel | 12. Februar 2019 - 06:37

@Günther19:
Es geht nicht darum viel Geld zu verdienen. Es bringt nichts, wenn du viel Geld verdienst, aber dementsprechend hohe Ausgaben hast. Du verbringst die meiste Zeit auf der Arbeit. Spaß und Interesse sollten meiner Meinung nach höher gewichtet sein. Vor allem solltest du so früh wie möglich ein Praktikum machen, damit man dir auch sagen kann, ob du die entsprechenden Kompetenzen hast, als Bauingenieur zu arbeiten.

Das spätere Arbeiten ist, ob im Planungsbüro oder auf der Baustelle, etwas ganz Anderes. Das sollte man sich gleich am Anfang des Studiums klar machen. Das wird dir deine Entscheidung erleichtern. Und keine Sorge: Man verdient nicht schlecht als Bauingenieur. Du wirst dir dein Auto und deine Wohnung gut leisten können. Das Studium hat mir sehr viel Spaß gemacht und habe gerne dafür Zeit investiert. Ich bereue es, in den ersten Semestern kein Praktikum gemacht zu haben, sondern erst am Ende des Studiums.

Bauwechsler | 11. Februar 2019 - 22:17

@Günther19:
Wenn du später mal richtiges Geld verdienen möchtest (damit meine ich nicht die 60.000 € Gehalt, die es im öffentlichen Dienst gibt und die hier im Forum ja schon als Spitzengehalt durchgehen), dann studier was anderes. Gibt genug Studiengänge/Karrierepfade wo du mit durchschnittlichem Einsatz innerhalb von 5 Jahren auf deine 80.000 € - 90.000 € kommst, mit ein wenig outperformance auch deutlichst darüber. Das kann sich aber der typische Bauingenieur oft nicht vorstellen, da es in der Baubranche diese Jobs schlicht und ergreifend nicht gibt.

Günther19 | 09. Februar 2019 - 20:25

Ich weiß, dass es viele Threads wie meinen gibt, aber dennoch würde ich gerne darüber sprechen. Ich studiere im ersten Semester Bauingenieurwesen und im Nachhinein denke ich mir (bedingt durch die Forenbeiträge hier), dass es doch irgendwie eine falsche Entscheidung war. Bauingenieurwesen interessiert mich sehr, wobei mir Geld jetzt auch nicht unwichtig ist.

Ich würde schon fast sagen, dass mir (subjektive Meinung) Geld wichtiger ist als Spaß. Mein Problem ist, dass viel darüber berichtet wird, dass beispielsweise ein 40 h Vertrag geschlossen wird und dann aus den 40 Stunden mal 50 bis 60 werden können, ohne dass diese bezahlt werden. Aus lese ich von relativ niedrigen Gehältern.

Das Fach macht mir (momentan) Spaß, jedoch möchte ich später auch nicht 50 h für etwas schuften, was ich auch mit einer Ausbildung (oder anderer Studiengang - etwas wirtschaftlicher) hätte erreichen können. Wenn es wirklich so mies in der Baubranche ist, würde ich gerne keine weitere Zeit mit dem Studium verschwenden.

Ich bitte um konstruktive Ratschläge und bedanke mich jetzt schon mal für die hoffentlich kommenden Beiträge.

Buddy | 09. Dezember 2016 - 11:41

Ich bin gerade vor der großen Entscheidung, ob ich nach meinem Fachabi Bauingenieurwesen studieren soll. Nach dem Modulhandbuch würde mich der Studiengang wirklich interessieren. Aber ich kann mir es eher nicht vorstellen, in der Bauleitung oder der Statik tätig zu werden, da es in der Bauleitung schon immer sehr stressig zugehen soll. Deswegen wollte ich euch fragen, ob ihr euch - falls ihr die Wahl hättet - wieder für dieses Studium entscheiden würdet?

max | 19. Februar 2015 - 15:07

@bujaschaka:
Also ich bin seit 3 Jahren Bauingenieur und mir macht mein Job sehr viel Spaß! War genau das richtige für mich. Klar ich arbeite auch oft 45 Stunden/Woche - aber es macht mir echt Freude. Geld stimmt auch. Ich bekomme ca. 40000 €/Brutto im Jahr. Klar ist das nicht sooo viel Geld aber es reicht! Und man wird nicht Bauingenieur wegen des Geldes! Die Leute meckern hier nur rum! Z.b als Altenpfleger kommt man überhaupt kein Geld. Die Arbeit muss Spaß machen! Einfach mal ein Praktikum machen!

Hornisse | 19. Februar 2015 - 12:00

@bujaschaka:
Wenn Du schon als Bauzeichner gearbeitet hast, dann kennst Du die Lage in den Ingenieurbüros ja bereits aus erster Hand. Wenn Dich das nicht abgeschreckt hat und Du Dich für Bauingenieur entschieden hast (weil schon immer Dein Traum....), dann lass Dich nicht davon abhalten. Wichtige Entscheidungen solltest Du nicht nach dem Ratschlag anonymer User in einem Forum fällen.

bujaschaka | 19. Februar 2015 - 10:31

Ich bitte um euren Rat: Ich studiere momentan Bauingenieurwesen im 3. Semester an einer Berliner HS. Vorher habe ich eine Ausbildung zum Bauzeichner absolviert. Nun frage ich mich, da ich dies nun schon mehrfach hier gelesen habe: Lohnt es sich heutzutage Bauingenieur zu werden? Bin ich nicht vielleicht besser dran einfach als Bauzeichner zu arbeiten oder wäre ich besser mit einem Architekturstudium dran? Allerdings habe ich gehört, dass Berlin überquellen soll vor Architekten. Ich würde gerne eure Erfahrungen und Meinungen hören als bereits tätige Bauingenieure und wie die Lage in Berlin aussieht. Danke!

GT2606 | 26. Juni 2013 - 18:53

Nur weil jemand "erst" 21 Jahre alt ist, heisst das noch lange nichts über die Qualität der geleisteten Arbeit. Dir hat man doch auch mit einem Bachelor Abschluss, also mit 22 Jahren, 40.000 EUR bezahlt?

"Ein Vorposter hat doch bereits geschrieben, dass er mittlerweile nach 3 Jahren Berufserfahrung 70k verdient". Na klar doch. Es haben auch zwei sehr gute und extrem erfolgreiche Bauingenieure geschrieben, dass sie jeweils ca. eine viertel Million Jahresgehalt bekommen. Dann muss Bauwesen wohl empfehlenswert sein, wenn es doch Leute hier im Forum schreiben.

GT2506 | 25. Juni 2013 - 15:17

@Brummi:
Der Artikel aus dem Spiegel ist echt der letzte Mist. Was soll der Leser damit anfangen? Mein Einstiegsgehalt betrug bereits als Bachelor 40.000 Euro. In dem Artikel steht irgendwas von 34.000 Euro. Das ist alles viel zu pauschal. Das ist wie wenn Du einen Zahnarzt oder Radiologen mit einem Hausarzt o.ä. vergleichen würdest. Bauingenieur ist nicht gleich Bauingenieur - da gibt es enorme Unterschiede, genau wie bei den Maschinenbauingenieuren. Wer gut ist, wird auch was erreichen.

Noch ein kleiner Nachtrag:
http://jenniferhertlein.wordpress.com/uber

Jennifer Hertlein (21!) hat unter anderem den Artikel geschrieben oder irre ich mich? Da wundert mich nichts mehr. Immer diese Halbwahrheiten in den Artikeln. Es wäre doch zu wünschen, wenn der ein oder andere hier einfach mal solche Artikel kritischer hinterfragen würde. Ein Vorposter hat doch bereits geschrieben, dass er mittlerweile nach 3 Jahren Berufserfahrung 70.000 Brutto verdient, das wollen die Miesepeter nur nicht hören. Mir geht es einfach auf den Nerv immer über alles hier rumzujammern.

Brummi | 24. Juni 2013 - 09:54

Ob ein Studium des Bauingenieurwesens lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man lebensstandardtechnisch nicht allzu anspruchsvoll ist und gerne voll und ganz in der Arbeit aufgeht, viel Verantwortung schultern möchte, mit sehr viel Stress klarkommen will und gleichzeitig zu einem eher bodenständigen Lebensstil gezwungen werden möchte (Stichwort reale Gehälter im Bauwesen ausserhalb dieses Forums), dem kann man Bauingenieurwesen nur wärmstens empfehlen.

Wer als Papa's Sohn oder Tochter die elterliche Baufirma/Bauingenieurbüro übernehmen will/soll, der sollte ebenfalls Bauwesen studieren. Eine schöne Zusammenfassung der Anforderungen an den Beruf findet man hier:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/bauingenieur...

Bemerkenswert ist das realistisch dargestellte Einstiegsgehalt. Man beachte vor allem, dass ein Arbeiter bei einem Abbruchunternehmen schon bis zu 14,80 EUR als Einstieg bekommt. Das entspricht einem Bruttojahresgehalt von ca. 32.000 EUR/annum vs. Bauingenieurseinstiegsgehalt von realistischen ca. 34.000/annum. Wie gesagt, die Gehaltsrealität ausserhalb dieses Forums sieht anders aus als die schönen Beiträge in den einschlägigen Threads hier.

Hans | 21. Juni 2013 - 11:10

Also, ich mache die Geschichte schon seit 18 Jahren und es war nicht einen Tag trostlos! Ganz im Gegenteil - Als Projektleiter muss man sich täglich neuen Herausforderungen stellen. Es gibt in jedem Job Höhen und Tiefen. Wenn man natürlich in seinem Kämmerchen versauert, sollte man sich fragen, ob das nicht doch an einem selbst liegt.

Mike | 19. Juni 2013 - 20:00

Weil man zu naiv ist und man sich nicht bewusst ist, wie trostlos der Job ist.

elly | 19. Juni 2013 - 01:02

Hallo, mich würde es sehr interessieren, wieso man Bauingenieur werden möchte? Mich würde es sehr freuen, wenn Ihr mir erklären könntet, warum ihr Euch für das Bauingenieurswesen entschieden habt bzw. warum ihr es studiert habt.

Willy | 23. Januar 2013 - 15:25

''Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.''

Wo lebst Du denn? In Asien wird sehr sehr viel gebaut, aber deswegen sind die Bauingenieure dort nicht automatisch gut, nicht umsonst plant Arup alle grossen bekannten Gebäude!

Magnus | 24. Juni 2012 - 10:10

Hallo Samy,
ich würde die Berufswahl nicht zu sehr von der augenblicklichen Situation am Arbeitsmarkt abhängig machen, sondern eher von den Interessen und Neigungen. Ich stand vor 17 Jahren vor der selben Entscheidung und habe es nie bereut Bauingenieur zu werden. Zu Elektrotechnik und Maschinenbau fehlte mir irgendwie der Zugang, vielleicht weil ich Autos und Maschinen nicht so wirklich spannend finde und mich an Gebäuden der Bezug zur Geschichte interessierte.

Ich glaube, das unangenehmste ist, wenn man später einen Beruf machen muss, an dem man keine Freude hat. Letztendlich ist man jede Woche 40 bis 60 Stunden da. Das Spannende an Häusern und Tragwerken ist, das diese wie Menschen sind. Sie sehen alle ähnlich aus, haben ähnliche Funktionen und trotzdem ist jedes anders. Sie altern sogar unterschiedlich.

Bei Elektrotechnik und Maschinenbau handelt es sich bestimmt nicht um Boomfächer, sondern um eine solide Berufsausbildung, mit der man in vielen Bereichen und in vielen Ländern dieser Welt arbeiten kann. Die Verdienstmöglichkeiten sind in diesem Bereich besser, u.a. weil der Lohnkostenanteil an dem einzelnen Produkt geringer sind und die Arbeitsbedingungen sind wahrscheinlich auch besser (weniger Stunden, mehr Urlaub). Wenn du also nur eine Affinität zu Technik und Ingenieurswissenschaft hast, würdest du damit nach gegenwärtigen Kenntnisstand besser fahren. Ich denke mit einem Ingenieurstudium ("egal welchem") machst du in keinem Fall einen Fehler!

Vielleicht wäre es klug, sich ein ähnliches Forum im Maschinenbau und der E-Technik zu suchen und zu schauen, worüber die Kollegen da so klagen. Ob der Beruf des Bauingenieurs schlecht oder gut bezahlt ist, muss jeder für sich entscheiden. Wahrscheinlich hängt es auch vom individuellem Werdegang ab. Ich arbeite jetzt seit 11 Jahren und liege bei 57 TSD + Auto, arbeite 35 bis 65 h pro Woche (Je nach Erfordernis).

Probleme eine Stelle zu finden hatte ich nie, obwohl ich 2001 fertig wurde und zu diesem Zeitpunkt die hohen Anfängerzahlen der 90-95 Jahrgänge auf einen schlechten Arbeitsmarkt trafen.

bauinghel | 22. Juni 2012 - 23:14

@Samy
Sicherlich wird in Asien auch weiterhin viel gebaut, Aber da gibt es auch viele Bauingenieure, die guten kommen aus China.
Ich denke bei Maschinen, Autos, Anlagen sind wir Exportweltmeister, Bauingenieure exportieren wir nur weil viele hier schwach oder gar nicht bezahlt werden.
hel

Samy | 22. Juni 2012 - 16:32

Hallo,

habe mein Abitur gerade erst bestanden und habe mich an verschiedenen Unis für Bauingenieurwesen beworben. Ich habe gestern bereits die erste Zulassung für das Fach an der Uni Duisburg-Essen bekommen und war bis gestern fest entschlossen mich für einzuschreiben.

Gestern Abend allerdings war ich mit bei einem Kollegen, dessen Vater Bauingenieur ist, und der hat eindringlich dazu geraten diesen "Fehler" bitte nicht zu begehen und mich für jede Ingenieurswissenschaft einschreiben, aber nicht Bauingenieurwesen. Er meinte, dass der Beruf sehr schlecht bezahlt wird und er heutzutage nicht mehr so gebraucht wird, da Deutschland älter wird. Er hat mir weitere Gründe aufgezählt, die mir im Nachhinein nicht mehr einfallen.

Nun war ich doch sehr erstaunt und ein wenig schockiert und habe heute morgen im Internet recherchiert und in vielen Foren wurde unisono das Gleiche berichtet, wie es der Vater beschrieben hat:

* schlechtes Gehalt
* 60 Std. Arbeit in der Woche
* schlechte Zukunftsaussichten etc.

Aber auf Maschinenbau und Co. habe ich ehrlich gesagt keine Lust und ich hab das Gefühl, dass diese Studiengänge Maschinenbau oder E-Technik einfach nur Boomfächer sind wie Betriebswirtschaftslehre, wo es dann in fünf Jahren viel zu viele Absolventen geben wird.

Was meint Ihr? Besteht nicht die Möglichkeit dass man ins Ausland gehen kann? Meine Eltern kommen aus Asien und ich meine dort kann man doch sicherlich noch einiges bauen?

Viele Grüße

Polle | 17. Februar 2011 - 23:09

Um die Frage in der Überschrift zu beantworten:

Finanziell gesehen für viele wohl kaum. Alles andere Lohnende was mit so einem Studium einhergeht (Fördern der analytischen Denkfähigkeit, persönlicher Gewinn, mehr Jobchancen als Akademiker...) steht auf einem anderen Blatt.

F.Vogt | 07. Dezember 2010 - 00:31

Hi Mario,

eigentlich hast Du genug Antworten bekommen und solltest mal Deine Erfahrungen aus Dresden mitteilen. Nach dem Bachelor kannst Du ja dann noch wechseln zu einer TU9. M.E. ist die TH Dresden garnicht so schlecht, liest man doch im Deutschen Ingenieurblatt öfters was aus Dresden, insbesondere zum Massivbau und speziell über Textile Bewehrungen (Glasfaserbewehrung).

Und mit über 25 Jahren Bauingenieur-Erfahrung (auch international) sage ich: und es lohnt sich doch, auch wenn´s mal schlecht geht und wenig läuft, aber dann geht´s wieder richtig rund und Spaß sollte man immer bei der Arbeit haben - oder wie mal einer aus dem Öffentlichen Dienst zu mir als damals junger Bauleiter sagte: Ein jeder Stand hat sein Freud, ein jeder Stand hat seine Leid!

Utrm-Student | 02. Dezember 2010 - 23:34

Hallo,

ich studiere UTRM (Umwelttechnik & Ressourcenmanagement) an der Ruhruniversität in Bochum mit Vertiefungsrichtung Wasser/Bodentechnik. Wollte im Master dann noch weiter Richtung Abwassertechnik/-aufvereitung spezialisieren. Treffen eure Meinungen zum Bauingenieur-Beruf ebenfalls auf diesen Berufszweig zu? Ich habe echt keine Ahnung wie das spaeter im Beruf aussieht.

| 22. Oktober 2010 - 08:03

@Gast: International sind noch bessere Margen drin und am internationalen Markt gibt es, logischerweise, da größer, mehr Aufträge. Ergo mehr Geld und mehr Möglichkeiten für alle Beteiligten, was in diesem Fall einmal heisst: Was für die Fa. gut ist ist auch für die Leute gut.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:59

@Gast: Große Baukonzerne zahlen in der Regel nach Tarif. Es gibt dort normalerweise einen funktionsfähigen, selbstbewussten Betriebsrat, dem alle Neueinstellungen vorgelegt werden. Eine Einstellung unterhalb des Tarifs ist daher nicht ohne Weiteres möglich. Bei kleinen Bauunternehmen ist die Einstellung nach Tarif dagegen eher die Ausnahme.

Bei Ingenieurbüros ist es so, dass man mit 0815-Statiken praktisch kein Geld verdienen kann. Und wenn ein Ingenieurbüro kein Geld verdient, kann es auch keine ordentlichen Gehälter zahlen. Bei den Großprojekten trifft man immer wieder auf die gleichen - zumindest national, oft auch international - bekannten Namen bezüglich der Planungsbüros. Wenn irgendwo ein Bauprojekt jenseits der 100 Mio. gebaut wird, haben nur namhafte Ingenieurbüros mit entsprechenden Referenzobjekten die Chance auf einen Planungsauftrag.

Wenn ein kleines und noch unbekanntes Ingenieurbüro ein besonders großes oder komplexes Projekt abwickeln wollte, würde das keinen potentiellen Auftraggeber interessieren. Solche Planungsaufgaben werden nicht allein nach dem Preis sondern auch nach der zu erwartenden Qualität der Leistung vergeben. Aber dieses bischen "heile Welt" ist in der Baubranche schwer zu finden. Große Büros haben hier den Vorteil, noch eher auskömmliche Preise für ihre Planungsleistung erzielen zu können, während das 3-Mann-Büro an der nächsten Straßenecke aufgrund der Konkurrenzsituation kaum Chancen auf eine ordentliche Vergütung hat. Daher kommt mein Tipp, in einen großen Konzern oder ein großes Büro zu gehen.

P.S.: Es gibt natürlich auch Nischen, in denen kleinere Büros aufgrund ihrer Spezialisierung gute Preise erzielen. Aber solche kleineren Büros mit guten Arbeitsbedingungen und Gehältern sind schwerer zu finden als die großen.

Equilibrium | 22. Oktober 2010 - 06:57

@ati: Die Vertiefungsrichtung sollte man natürlich auch nach Interessenlage wählen, da die gewählten Vertieferfächer und das Thema der Diplomarbeit so ziemlich die einzigen Aufhänger für das spätere Anschreiben der Bewerbung sind. Wer gerne Bauleiter werden möchte, sollte logischerweise Baubetrieb vertieft haben und alles was thematisch dazu passt belegen (Vertragswesen, Claimmanagement, Projektmanagement, Schlüsselfertigbau...), ggf. Schienen- und oder Straßenwesen, falls jemand Bauleitung in diesen Bereichen machen möchte. Wer hingegen Statiker werden möchte, sollte sich auf die klassischen Fächer (Massivbau, Stahlbau, Holzbau, Baustatik, Baudynamik, ...) konzentrieren. Ansonsten kann man aber auch in anderer Hinsicht als Planer arbeiten: Eine Spezialisierung in Richtung Gebäudetechnik in Kombination mit Bauphysik kann sinnvoll sein (wachsendes Geschäftsfeld). Oder aber auch in Richtung Bodenmechanik/Geotechnik. Im letztgenannten Gebiet werden Absolventen knapp, da sich viele Studenten entweder nicht für Geotechnik interessieren oder es für zu anspruchsvoll halten (komplexe Stoffgesetze, Kontinuumsmechanik, FEM...).

Werkstofftechnik zu vertiefen ist allerdings recht speziell. Wer später auf Seiten von Lieferanten arbeiten möchte, kann hier Pluspunkte sammeln oder wer in Richtung Forschung und Entwicklung tendiert, evtl. auch eine Anstellung bei einer Materialprüfanstalt o. ä. anstrebt. Für das Alltagsgeschäft als Planer oder Statiker reichen aber im Normalfall die Werkstoffkenntnisse die man ohnehin in den jeweiligen Fächern (Massivbau/Stahlbau/usw.) erhält. Und darüber hinaus liest man sich abhängig vom jeweiligen Projekt ggf. das erforderliche Wissen kurzfristig an.

Horschti | 20. Oktober 2010 - 15:07

International tätige Unternehmen machen recht spezielle Sachen, die nicht jede Wald- und Wiesenfirma anbietet. Somit ist die Zahl der Mitbewerber überschaubar und dementsprechend die Preisgestaltung. Für solche Projekte braucht man dann auch entsprechend Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how. Und das kann/muß dann auch bezahlt werden.

| 16. Oktober 2010 - 20:30

Equilibrium meint in seinem Beitrag vom 6. Oktober 2010, dass man sich am besten um eine Anstellung in einer international tätigen Ingeniergesellschaft bzw. einen Baukonzern bemühen sollte, kann dies jemand bestätigen und/oder begründen.

Ati | 12. Oktober 2010 - 15:01

Hallo,

ich bin 25 Jahre alt und studiere Bauingenieurwesen an der Universität Stuttgart und werde dieses Semester meine Vertiefungsfächer auswählen, habe mich für Baustatik, Werkstoffe, Bauphysik und Baubetriebslehre entschieden. Nachdem ich alle Beträge gelesen habe, bin ich bissle frustriert, wenn ich damals gewusst hätte, dass Bauingenieure unterbezahlt sind, hätte ich mir was anders überlegt (ist aber leider zu spät meine Studienrichtung zu wechseln).

Was würdet Ihr mir für die Zukunft noch empfehlen? Welche Vertiefungsrichtungen haben einen Vorteil? Ich kann fliessend Englisch, Türkisch und Russisch und ich habe vor nächstes Semester noch einen Sprachkurs zu belegen. Ich habe auch kein Problem ins Ausland zu gehen.

Danke
Mit freundlichen Grüßen
Ati

Equilibrium | 06. Oktober 2010 - 07:34

Hallo Tim,

ich würde timmae zustimmen: Nimm eine Uni/TH/TU aus den TU9. Speziell die RWTH Aachen, die TU Braunschweig und die TU Karlsruhe kann ich aus persönlichen Erfahrungen bzw. denen meiner Kollegen empfehlen. Das Niveau ist hoch, aber mit einem Abschluss von einer Wald- und Wiesen-Uni kommt man später nun mal nicht weit.

Mit Mathe- und Physik-LK sowie einem 1er Abi bin ich damals auch gestartet. Zumindest bringst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtigen Voraussetzungen fürs Studium mit, aber mach Dich auf ein anstrengendes Studium gefasst. Das Abitur ist verglichen mit einem Bauingenieurstudium ein Kindergeburtstag.

Dass einem Geld mit 18 Jahren nicht so wichtig ist, ist völlig normal. Leider ist es genauso normal, dass Du das dann mit Mitte Dreißig ganz anders sehen wirst. Vielleicht hast Du dann eine Frau und Kinder, wünschst Dir ein Eigenheim und musst leider erkennen, dass so etwas halt Geld kostet - viel Geld. Genauso wichtig wird es Dir sein, Deine Kinder abends noch zu sehen, bevor sie ins Bett gehen. Als Bauingenieur ist es aber um einiges schwieriger als in anderen Ingenieurberufen, zu solchen Uhrzeiten bereits zu Hause zu sein.

Aber wenn Dich das alles (noch) nicht stört, (sondern eben erst später) dann studier es halt. Nur beschwer Dich später nicht! Du kannst dann nicht behauptet, Du wärst von der Entwicklung irgendwie überrascht worden.

P.S.: Versuch Dich immer nach oben zu orientieren: Mindestens den Master (an einer anerkannten Uni) machen und wenn Du Statiker werden möchtest, am besten noch promovieren. Als Arbeitgeber am besten einen großen Baukonzern (mit Praktika den Einstieg vorbereiten) oder eine weltweit tätige Ingenieurgesellschaft suchen. Und wenn schon Bauwesen, dann studier auf jeden Fall das „echte“ Bauingenieurwesen und nicht irgendwelche neuen Erfindungen wie Entsorgungsingenieur (Deponiebau) o.ä.

Patrick | 02. Oktober 2010 - 17:38

@ Tim,

Deine Schwerpunkte liegen in Mathe und Physik. Das klingt für mich so, als ob Du eher an einer Anstellung als Statiker interessiert bist? Wenn das so ist, dann kann ich Dir schonmal Deine Illussionen bezgl. Punkt 4 nehmen.

Du wirst bei einer Anstellung als Statiker zu 99%-iger Sicherheit niemals eine Baustelle sehen. Ingenieurbüros haben i.d.R weder die Zeit noch das Budget, Ihre Mitarbeiter auf die Baustelle zu schicken. Im Gegenteil: Du bist dann ein Rechenknecht, der nichts produziert, außer Papier!

timmae | 01. Oktober 2010 - 22:23

Da solltest du fündig werden: http://www.tu9.de

Tim | 01. Oktober 2010 - 14:42

Grüßt euch,

vorab will ich sagen, dass ich mir das gut überlegt habe und ich viel gelesen hab etc pp. Was vielleicht erwähnenswert ist: Ich bin 18, bald mach ich Abitur, hab einige Praktika in dem Bereich gemacht, habe einen Schnitt von 1,6 - LKs sind Mathe und Physik. Meine Beweggründe sind aber ziemlich einfach:

1. Mir kommt es nicht aufs Geld an
2. Ich will einen Beruf, der mathematisch anspruchsvoll ist
3. Ich suche Herausforderungen und mag es, Lösungen für Probleme zu finden
4. (und das ist eigentlich mein wichtigster Grund) Ich will einen Beruf, wo ich später das Ergebnis sehen kann, wo das Ergebnis greifbar ist.

Nebenbei: Am Maschinenbau und Informatik z.B. bin ich gar nicht interessiert.

Fazit: Bauingenieurwesen ist der einzige Beruf der mein Interesse für Mathe und Physik vereint und wo ich gleichzeitig ein greifbares Ergebnis produzieren kann. Meine Frage ist eben, wo ich am besten studieren kann. Praxissemester im Ausland wäre nicht schlecht. Ich will an einer Uni studieren und da man im restlichen Internet nicht unbedingt gute Quellen findet, hab ich mir gedacht, ich frage mal den harten Kern, welche Unis aus Deutschland gut angesehen sind.

Die Kritiker die mich davon abhalten wollen, diesen Weg zu gehen (ich weiß, davon gibts genug), möchte ich bitten statt Nachteilen lieber gute Alternativen aufzuzählen (bin für alles offen).

Im Voraus schonmal vielen Dank für Antworten!

| 27. September 2010 - 15:31

@ Gleichgewicht: Freue mich immer wieder über Deine Beiträge! Da kann noch so bodenloses Zeug kommen (ich denke dann, da ist Hopfen und Malz verloren, die wollen es einfach nicht wissen/ hören), Du gibst die Leute nicht auf und leistest echte Basisarbeit. Finde ich super!!!

Wenn ich dann immer den "Käse" vom Ausland höre, ja da gibt es jede Menge Geld zu verdienen, wie ich schon schrieb, Ole hat recht, aber Ole scheint auch ein "recht harter Knochen" zu sein", es gibt hier auch einen Haufen (noch Studi) Romantiker (wahrscheinlich nicht mal beim Militär gewesen, nicht falsch verstehen, finde Zivildienst klasse, aber da läuft man eben nicht Gefahr, dass einem die Kugeln um die Ohren fliegen, oder einem Leute mit einer Machete den Seikowecker abnehmen wollen) die beim zweiten Überfall auf der Straße nach der Mama rufen oder die an der nächsten Ecke plötzlich Deine Freundin auf Besuch ganz toll finden und man keine Ahnung hat wie man aus "der Scheiße" mit blauem Auge und heiler Freundin wieder raus kommt.

Ich glaube die meisten können sich die Zustände in großen Teilen der Welt nicht vorstellen, im TV kann man weiter zappen, in der Realität ist das nicht wie "Bruce Allmächtig"...

Jobs in Dubai: Versucht euer Glück, Jobs in Australien: wie bereits geschrieben. Und im Rest der Welt gibt es nur ordentlich Geld, weil und wenn da keiner hin will. Das nennt man dann "relativ" gute Bezahlung. Macht mal ein Projekt mitten in der Türkei, in Westafrika, Liberia, Nigeria, Indien oder mitten in China.

Selbst wenn man in Shanghai landet (teuer) verdient man dann vielleicht mit Glück 150 k im Jahr, die Jungs die die Hightech verkaufen das doppelte und der Typ aus München, der im Büro der HSBC (muckelig ruhig) sitzt das dreifache!

Wo wir die Kurve zum Thema haben: Lohnt ein Bauingenieurstudium, und da schreibt dann wieder ein "Eddie Bauer" - anscheinend noch nicht mal angefangen zu studieren - seine Weißheiten. Woher nehmt Ihr nur die chuzpe von Sachen zu schreiben, die Ihr noch nicht erlebt habt?

ole | 27. September 2010 - 08:11

Hallo Gast, ich habe gerade fuer mein gesamtes Team, ausser mir, die Arbeitserlaubnis fuer Australien eingeholt. Das wird bei meinem Arbeitgeber nicht standardmaessig gemacht, weil es sich nicht um ein Corporate Work Visa handelt, sondern um ein personel work visa. Meint unsere Mitarbeiter koennten sich von uns ein Visa besorgen und sich dann in Australien sofort woanders bewerben. Weil das so viele gemacht haben, wird man schwerlich einen Arbeitgeber finden, der freiwillig ein Work Visa besorgt.

Man braucht 120 Punkte um ein Visa in 3 Monaten zu haben. 60 Punkte bekommt man fuer Civil engineering. 25 bekommt man fuer nachgewiesene Sprachkenntnisse durch "IELTS" Test. 5 bekommt man, weil man Deutscher ist, 10 bekommt man wenn man die letzten 3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat und weitere 20 bekommt man, wenn man unter 40 ist. Mit 120 Punkten ist die Arbeitserlaubnis ziemlich einfach zu bekommen. Einen Job hat man damit nicht und der Spass kostet - je nach Wechselkurs - um 1800 Euro.

Hier in Suedafrika rekrutieren die Australier permanent. Es gibt kein Wochenende, an dem nicht eine Anzeige in der Zeitung ist. Wenn man die 120 Punkte allerdings nicht schafft, braucht man das auch gar nicht erst versuchen, das ist natuerlich nur meine Meinung. Das wird dann extrem schwierig und der IELTS ist auch nicht gerade einfach. Den muessen alle machen, die nicht aus England, Irland, Canada, USA oder Neuseeland kommen. Ich habe das Ding zwar geschafft aber nur mit echter Vorbereitung. Einige meiner Kollegen sind durchgefallen, obwohl die Suedafrikaner mit Englischer Abstammung sind!

Bei den Arabern kommt es viel mehr auf den Lebenslauf an. Die wollen nur Personal mit nachgewiesener Erfahrung in genau dem Gebiet, auf das man sich bewirbt. Da wir in Deutschland so wenig Wolkenkratzer bauen und auch nicht wirklich Erdoelindustrie haben, geht das meistens nur ueber Umwege.

England ist in der Tat etwas aufwendig aber auch nicht unmoeglich. Ich hatte meine Akkreditierung nach gut 8 Monaten. Beste Informationen darueber gibt es beim CIOB, bei dem man dann auch besser Mitglied ist. Ist auch fuer Arabien und alle CW Staaten sehr hilfreich. USA kann man eigentlich vergessen. Canada soll allerdings so richtig boomen in den naechsten Jahren, habe aber keine Ahnung wie schwer das wird und was dort bezahlt wird.

Ole

Equilibrium | 27. September 2010 - 07:34

Der Titel hier heißt ja eigentlich "Lohnt ein Bauingenieurwesen Studium?" Also dann mal ein paar Zahlen zur Vergütung (selbstverständlich Brutto):

Bauingenieur 3531 € / Monat

und als Vergleich dazu andere Ingenieurberufe:

Bergbauingenieur 4223 € / Monat
Chemieingenieur 4456 € / Monat
Elektroingenieur 4553 € / Monat
Fernmeldeingenieur 4891 € / Monat
Maschinenbauingenieur 4495 € / Monat
Softwareingenieur 4089 € / Monat
Wirtschaftsingenieur 4288 € / Monat

Fazit: Ein Bauingenieur liegt etwa auf dem Niveau eines Metallfachwerkers (3529 € / Monat). Letzterer wird allerdings keine schlaflosen Nächte haben, sondern ab ca. 17 Uhr seinen wohlverdienten Feierabend genießen. Die Antwort auf die eigentliche Frage dieses Themas lautet also ganz einfach: Nein! (Quelle für obige Zahlen ist stern.de)

P.S.: Für die jüngeren Teilnehmer im Forum noch ein Hinweis: Es sind immer die letzten paar hundert Euro des Lohns, die beim Lebensstandard den Unterschied machen. Nach Abzug aller monatlichen Fixkosten (Miete, Auto, Versicherungen etc.) bleiben pro Monat nur wenige hundert Euro zur freien Verfügung. Ein Gehaltsplus von 20 bis 30 Prozent bedeutet daher zum Teil eine Vervielfachung dieses freien Betrages. Dementsprechend ist der gefühlte Unterschied zwischen 3500 € und 4500 € (Maschinenbau) noch größer als es auf den ersten Blick ohnehin schon aussieht.

FlipB | 26. September 2010 - 22:34

Ich habe allerdings nur nach Staaten gesucht, wo der Lebensstandard vergleichbar ist. Probiere es mal mit Österreich, genauso trostlos.

Jack Bauer | 24. September 2010 - 23:29

@ Tragswerkplaner:

Das macht einem echt Angst. Weiss ehrlich nicht, ob ich solchen Druck aushalten würde.

Jack Bauer | 24. September 2010 - 23:03

Bei studies-online liest man noch schlimmere Horrorgeschichten als hier. Ich will's unbedingt studieren. Mit fester Absicht nach dem Studium ins Ausland zu gehen. Kann neben Deutsch perfekt Russisch, Englisch geht so (wird natürlich aufpoliert, bis es fliesst) und habe vor noch Spanisch zu lernen.

Es sei denn ich finde hier in Deutschland eine Stelle mit Einstiegsgehalt von min. 36.000, mit sicheren späteren Lohnsteigerungen. Dann würde ich vllt. ein Paar Jahre hier bleiben.

Denn bei all den negativen Meinungen über diesen Beruf in Deutschland scheinen sich Leute doch einhelliger Meinung zu sein, dass die Dienste eines deutschen BI's im Ausland geschätzt werden, was sich dann auch in angemessener Entlohung niederschlägt. Hier gibt es ja nichts mehr grossartiges zu bauen, während z.B. in Asien ganze neue Städte hochgezogen werden. Sogar im deutschsprachigen Ausland (CH, AT) soll die Lage weitaus besser sein als hierzulande.

Ich will dieses Fach unbedingt studieren. Ich war schon immer fasziniert vom Bauen. Will mich aber auch nicht gleichzeitig ausbeuten lassen - wie wohl viele in Deutschland werden, schon aus Prinzip.

Was ich aber nicht ganz verstehe, dass einige Leute es den anderen unbedingt ausreden wollen, das zu studieren. Man geht ja auch nicht Medizin studieren, um da viel Kohle zu machen. Das liegt diesen Menschen einfach. Genauso liegt jemandem vllt. das Bauen.
Wie kann man sich sonst erklären, dass immer noch so viele Architektur studieren, obwohl von vornherein klar ist, dass die meisten davon eh ihr Leben lang arme Schlucker bleiben werden?

Michael | 24. September 2010 - 12:18

@Ole

Bei deinen Zahlen musst Du aber auch bedenken, dass bei den Bauingenieure auch Architekten inbegriffen sind, die den Schnitt ein gutes Stück nach unten ziehen.

| 23. September 2010 - 17:12

Da hat der Ole recht, die Zahlen kommen etwa hin (das heisst, ähnliche habe ich auch im Kopf). Auf der anderen Seite ist es aber gar nicht so leicht einen Job in diesen Ländern zu ergattern, aber möglich, mit dem richtigen Background denke ich.

Australien, komplizierte und bürokratische Einwanderungsverfahren (Arbeitserlaubnis), kann etwa 18 Monate dauern, bin sogar der Meinung ohne hinzufliegen und sich vor Ort was zu suchen, fast keine Chance, wenn man aber was gefunden hat, geht das mit der Arbeitserlaubnis wohl viel schneller (sofern der AG sich kümmert und bürgt!)

"Arabien", kommt wahrscheinlich wieder auf den Werdegang an, habe es selbst, vor dem Slump mal versucht, fand es äußerst schwierig, momentan denke ich da geht wahrscheinlich nichts, auf mittelfristigem Horizont (vielleicht in ein paar Jahren als Betonsanierer ;-).

England, Hürde sind hier die Eintragung in eine "Charter" (wird sehr of nachgefragt, RICS) oder man muß ganz unten anfangen, Lebenshaltung hier teilweise recht hoch. USA, vor der Immobilienkrise konnte man meines Erachtens noch viel besser verdienen als Ole schreibt, denke das ist aber auf absehbare Zeit vorbei (der Economist schrieb, dass mit einer Abwicklungsphase von etwa 10 a gerechnet werden muß, für Immobilien unter Wasser, d.h. bei welchen der Kredit den Wert übersteigt, geschätzt zwischen 1.000.000 und 1.500.000 private Immobilien, gewerbliche habe ich keine Zahl).

just my 2 cents

Ole | 23. September 2010 - 14:19

Irgendwie ist der Link nicht richtig rausgekommen. Surft einfach mal auf der Seite des Statistischen Bundesamtes, wenn es Euch interressiert. Hier nur mal als kleiner Nachtrag zur Einkommenssituation fuer Bauingenieure. Zahlen habe ich im Internet gefunden.

Australien = 118.000 Aus$ = 82.500 EUR Zahl von 2010

GB = 78.560 GBP = 92.000 EUR (Einstiegsgehalt im Schnitt 52.048 GBP) Zahl von 2008

VAE und Saudi Arabien = 560.000 Dirham = 114.000 EUR (wohl gemerkt steuerfrei fuer Expats, Gesamtdurchschnitt d.h fuer alle Pakistanis, Inder usw immer noch 255.000 Dirham steuerfrei)

USA = 74.600 USD = 57.000 EUR

Fuer Scandinavien habe ich nur sehr waage und extrem unterschiedliche Angaben gefunden. Habe einige Zeit aufgewendet um einen Staat zu finden, in dem Bauingenieurwesen schlechter bezahlt wird und es nicht geschafft. Ich habe allerdings nur nach Staaten gesucht, wo der Lebensstandard vergleichbar ist.

Ole

Ole | 22. September 2010 - 08:45

Also nur um hier mal von persoenlichen Einstellungen wegzukommen, geht doch mal auf die Seite des Statistischen Bundesamtes. Dort gibt es eine nette Erhebung fuer die Einkommen in der Bundesrepublik Deutschland.

Link: http://bit.ly/btTxA1

Hier kann man sich die Gehaelter im Ueberblick runterladen und anschauen. Die Zahlen werden nicht staendig ueberarbeitet und sind deshalb bereits von 2006, also nicht mehr so aktuell.

Beruf (Brutto)
Bauingenieure / Architekten: 54070 EUR / Jahr
Elektroingenieure: 69626 EUR / Jahr
Chemieingenieure: 75065 EUR / Jahr
Maschbauingenieure: 69708 EUR / Jahr

Ich weiss ja, das ich immer ein ziemlich starker Vertreter fuer meinen Beruf bin, aber ich muss zugeben, das ich das nicht so deutlich erwartet haette. Zumal ich insbesondere den Studienzweig Maschinenbau als nicht schwieriger einstufe. Mal ganz davon abgesehen sind die Gehaelter, die hier im Forum genannt werden, nicht mal dicht an 54000 EUR / Jahr. Was heisst, dass sich die aelteren Kollegen dann wohl ziemlich vollsaugen, aber das ist nur eine Vermutung. Wenn ich das richtig gelesen habe, sind selbstaendige Ingenieure in dieser Tabelle auch nicht erfasst. Wie auch immer, wir schneiden nur sehr bescheiden ab.

Erschuetternd ist, das man beispielsweise das selbe verdient haette, wenn man Industriemechaniker gelernt haette und dann seinen Meister nach 3 Jahren gemacht haette. In der Liste sind einige Ausbildungsberufe, die ziemlich dicht an Bauingenieure herankommen oder sogar darueber liegen. Nur das man die mit 16 Jahren machen kann und spaetestens nach 3 Jahren schon recht ansprechend verdient... hmmmmm. Also sollte ich hier mal ne Empfehlung geben - lass die Finger vom Bau, gibt besseres, wenn man auf die Kohle schaut.

Ole

| 17. September 2010 - 10:35

@Ole,

wenn das Dein Lebensentwurf ist, dann ist das ja auch gut.
zu 1.) Stimmt, es ist ein generelles Ziel zeitig in Rente zu gehen, aber nach meinem Empfinden zählen die Leute die Tage rückwärts, die nicht den größten Spaß auf Arbeit haben. Muss ja bei Dir nicht so sein. Aber stell Dir mal jemand vor, der 65 ist und seit 20 Jahren nicht mehr arbeitet. Ich nehme solche Menschen nur bedingt ernst, wenn sie über altägliche Probleme, Arbeit etc. reden.
zu 4.) Zweifelsohne gibt es die "besten Jahre", das sind die, wo Du gesund und vital bist. Einige haben bis 70 keine gesundheitlichen Probleme, aber weiß man es.
zu 5.) Es ist bestimmt nicht schlimm spät Kinder zu bekommen, jedoch ist es für die Kinder selbst nicht der Idealfall. Sie tragen ein erhöhtes Risiko nicht gesund zur Welt zu kommen, haben alte Eltern etc. Und ich sag Dir eins aus Erfahrung, die Nerven werden nicht besser. Du wärst nicht der erste, der sich die Kinder zeitiger gewünscht hätte, wenn Du sie einmal hast.

Ich möchte auch nicht Deine Lebensplanung zur Debatte stellen, das geht mich auch nichts an. Jedenfalls sind wir tatsächlich sehr unterschiedlich, aber wäre ja sonst auch langweilig. Jedoch auf die Frage bezogen: Lohnt sich ein Bauingenieurstudium? Meine Meinung, wer eine Ingenieurwissenschaft studieren will, sollte nicht nur auf das Fach schauen. Denn man verdient eben nur auf wenigen Stellen in Deutschland ordentlich Geld - und ob man dauerhaft ins Ausland gehen möchte, sollte man sich vorher überlegen. Jedenfalls ist jede andere Ingenieurwissenschaft lukrativer, wenn man ein "normales" Leben führen möchte.

Grüße, Zastro

Ole | 16. September 2010 - 09:46

@Zastro:
1.) Ich will mit 45 in Rente, weil ich es als sehr vorteilhaft empfinde. Viele Menschen spielen Lotto und traeumen. Scheint also ein generelles Ziel zu sein.
2.) Was muss an Rente denn langweilig sein? Vielleicht etwas fehlende Phantasie?
3.) Ich hetze nicht um den Globus, sondern gestalte meine Zeit. Nur mal so angemerkt. Ich arbeite nie mehr als 38 bis 40 Stunden die Wochen. Ich nehme keine Arbeit mit nach Hause und ich mache alle noetigen Dinge waehrend der Arbeitszeit. Ich arbeite auch niemals am Samstag.
4.) Ich denke nicht, das ich meine besten Jahre verschenke, falls es so etwas ueberhaupt noch gibt. Ich schaue mir die Welt an solange ich das kann.
5.) Davon mal ganz abgesehen kann ich mit 40 auch noch Kinder haben, wenn ich will. Was daran nun wieder so schlimm ist, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Ich wuerde sagen das unterscheidet uns eben...
Ole

Equilibrium | 15. September 2010 - 07:27

Hallo Nadine,

sei mir nicht böse, aber ich musste lachen am Ende Deines Beitrages. Also Du wunderst Dich über die negativen Erfahrungsberichte der Bauingenieure hier und lieferst dann selbst noch – ohne es zu merken – ein Negativbeispiel hinterher. Es mag ja sein, dass man mit 19 Jahren (?) ein Bruttogehalt von 2600 € für ein angemessenes Ingenieursgehalt hält. Aber spätestens wenn Du mal Deinen Lebensunterhalt selbst bestritten hast (und zwar nicht als Schülerin/Studentin, sondern mit Allem, was dazu gehört: Richtige Wohnung, Auto, Urlaub, Versicherungen, Altersvorsorge, Bausparvertrag, evtl. Kinder, Möbel, …), dann wird Dir auffallen, dass 2600 Euro/Monat brutto nicht viel sind. Für so ein Gehalt muss man auch kein teures und zeitintensives Studium absolvieren. Da bekommen viele Facharbeiter (insbesondere mit Zulagen) deutlich mehr Geld.

Für was hältst Du diesen Beruf denn eigentlich? Lies z. B. mal den Beitrag von Tragwerksplaner hier. Dann wird Dir vielleicht bewusst, dass von Deinen späteren Entscheidungen (ob nun als Statiker oder Bauleiter) Menschenleben abhängen. Dazu kommt, dass Du Deine Entscheidungen oft unter hohem Zeitdruck und Stress treffen musst. Komischerweise finden es immer alle Leute normal, wenn ein Chirurg in einer Villa wohnt und zwei BMWs davor stehen, weil der ja offensichtlich so viel Verantwortung trägt. Dass der Bauingenieur ebenfalls eine hohe Verantwortung trägt, fällt den Menschen immer erst auf, wenn gerade ein großes Unglück passiert ist. Ich kenne Bauingenieure, die inzwischen auf Schlaftabletten angewiesen sind, weil sie abends einfach nicht mehr abschalten können. Man nimmt den Beruf an vielen Tagen mit nach Hause. Und daran gemessen ist der Aufwand schlichtweg unterbezahlt.

P.S.: In einem Punkt kann ich Dich beruhigen: Dass Du als Frau Bauingenieur werden willst, ist in den meisten Industrieländern (u. a. Deutschland) inzwischen völlig normal. Nur bei Deinem Wunsch nach Auslandstätigkeit bist Du z. T. eingeschränkt.

Wie Du Deine Chancen verbessern kannst? Denk auch über Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik als Studiengang nach. Dort hast Du nicht nur ein vergleichsweise höheres Gehalt, sondern auch bessere Arbeitsrandbedingungen.

Und wenn es unbedingt Bauingenieurwesen sein muss, dann konzentriere Dich z. B. auf Themen wie Projektsteuerung, Vertragswesen, Immobilienwirtschaft. Mit Mathe oder Physik hat das dann aber nichts mehr zu tun.

Zastro | 14. September 2010 - 18:54

@Ole,

deine Kommentare in allen Ehren. Aber warum betonst du immer, dass du mit 45 in Rente gehen kannst, wenn dir der Job so viel Spass macht. Man hetzt doch nicht bis 45 um den Globus, um dann in Rente zu gehen. Du weißt doch nicht was mit 45 ist, vielleicht fällst du auch in die Kiste, was ich dir um Gottes Willen nicht wünsche.

Die Einstellung kann ich jedenfalls nicht teilen, dass man 10-15 Jahre reinhaut, um dann einen Ruhigen zu machen - was auch langweilig wird. Man verschenkt die besten Jahre seines Lebens, hat spät Kinder, spät Enkel usw. Bin selber Bauingenieur und habe mich damals nach Interessenlage entschieden, war ein großer Fehler.

In einem anderen Ingenieurberuf ist der Verdienst wesentlich besser, und ob ich Getriebe oder Betonbalken ausrechne ist auch wurscht. Dürfte ich einem jungen Menschen einen Rat geben, sollte er nach Alternativen zu seinen Interessen suchen, um später nicht für seine Arbeit zu leben. Besser ist doch arbeiten gehen, um gut zu leben.

Viele Grüße, Zastro

Tragwerksplaner | 13. September 2010 - 21:12

@Marcus83: Ihren Enthusiasmus in allen Ehren.

Dennoch denke ich Sie wissen nicht wovon Sie sprechen. Nach ca. 20 Jahren Tätigkeit als Bauingenieur in der Tragwerksplanung kann ich mir zumindest ein Urteil über den Beruf des Bauingenieurs erlauben. Meine Karriere als Bauingenieur hat mit einer Lehre als Stahlbetonbauer begonnen. Nach dem Studium habe ich bei sehr renommierten Ingenieurbüros für Tragwerksplanung gearbeitet. Zuletzt 5 Jahre als Projektleiter bei einem sogenannten Top-Büro, das weltweit Tragwerksplanungen durchführt.

In dieser Zeit habe ich sehr viele Berufskollegen kennengelernt. Und kann heute sagen, die Bauingenieure, die diesen Beruf noch einmal machen würden, kann ich an einer Hand abzählen. Ich muss mich heute sehr oft an einen beliebten Spruch eines Professors erinnern:
"Bauingenieurwesen ist ein sehr schmaler Grat, mit einem Bein stehen Sie immer im Gefängnis".

Damals habe ich diese Aussage belächelt und als Phrase abgetan. Heute weiss ich, dass wir nicht oft sondern fast ständig mit eineinhalb Beinen im Gefängnis stehen! Haben Sie schon einmal über Haftung nachgedacht! Auch als Angestellter haften Sie, zumindest dann wenn es zu einem Personenschaden kommt! Ich habe meinen ehemaligen Chef einmal gefragt: "Warum klären Sie eigentlich die jungen Mitarbeiter nicht über ihre Verantwortung und Haftung auf?" Antwort: "Wenn ich das machen würde, rechnet mir keiner mehr etwas." Und die Haftung ist lange! War die Haftung ursprünglich auf maximal 30 Jahre begrenzt, so haftet man jetzt (nach dem Unglück Bad Reichenhall) unbegrenzt! Bei mir als selbstständigen Tragwerksplaner geht die Nachhaftung sogar auf meine Erben über. Diese Verantwortung steht in keinem Verhältnis zu dem möglichen Verdienst, welchen Sie erzielen können. Viele Berufskollegen machen den Beruf unter dem Motto "selig sind die Nichtwissenden". Vielleicht ist es sogar besser wenn man weniger weiss, dann schläft man vielleicht ruhiger.

In dieser langen Zeit, habe ich Kollegen weinend am Schreibtisch zusammenbrechen sehen. Auf der einen Seite kaum lösbare statische Aufgaben, auf der anderen Seite zeitgleich Behinderungs- und Mehrkosten Anmeldungen. Ich glaube Sie können kaum ermessen unter welchem Druck Sie in diesem Beruf stehen. Aus diesen Gründen kann ich keinem raten diesen Beruf zu ergreifen. Was Sie an der Hochschule erzählt bekommen hat wenig mit dem zu tun, was Ihnen später begegenen wird.

Ole | 13. September 2010 - 11:23

Hallo Nadine

das der Herr den Du kennst fuer 2600 Euro - und ich nehme jetzt einfach mal an, dass es sich hierbei um Brutto handeln soll - niemanden findet, erstaunt mich nicht. Das bekommt jeder Maurer mit 3 Jahren Berufserfahrung auch. Vielleicht solltest Du ihm mal den Rat geben 3600 Euro anzubieten. Das aber mal nur nebenbei.

Im Ausland arbeiten ist immer leichter gesagt als getan, weil man ziemlich pauschal sagen kann, das man nur da sehr gut verdient, wo sonst niemand hin will. Die meisten dieser Laender eignen sich fuer Frauen nicht. Die Arabischen Staaten, Afrika, Asien und Suedamerika sind kulturell einfach nicht so weit. Australien waere gut moeglich, aber dort suchen sich die Australier natuerlich auch die besten Jobs aus und man bekommt Angebote im Outback.

Natuerlich kann man auch Glueck haben. Ein Freund von mir ist seit 6 Monaten in Brisbane nur hatte der auch 10 Jahre Erfahrung im Management von Grossprojekten. Auslandspraktika koennen Deine Chancen schon verbessern, sind aber auch keine Garantie. Insbesondere wenn Du beschliesst doch nicht ins Ausland zu gehen oder dort nichts findest. Ich kenne Arbeitgeber in Deutschland die Absolventen mit Auslandspraktika gar nicht einstellen, weil diesen die heimische Beruferfahrung gaenzlich fehlt.

Ich habe damals ein Praktikum in China und eins in Hamburg gemacht, ob das nun richtig war, weiss ich auch nicht, immerhin verdient man 6 Monate spaeter und die Studienzeit verlaengert sich um ein Semester. Man glaubt gar nicht, wie viele Arbeitgeber die Studiendauer hoeher ansiedeln wie die Abschlussnote. Am Ende musst Du fuer Dich entscheiden, was Du willst und das Beste daraus machen. Klingt vielleicht nicht gerade danach, was Du hoeren willst aber ein 100%tiges Erfolgsrezept gibt es nicht. Gute Noten, Regelstudienzeit und flexibel beim Wohnort waeren noch die besten Grundlagen - klingt nicht nach Strand, Party und Spass ist aber wohl so.

Ole

| 13. September 2010 - 10:26

Liebe Nadine,

ich frage mich immer wieder was "Ihr jungen Menschen" hier nicht verstehen wollt!?

Hier sind alle (oder sagen wir 99,9 %) der Beiträge ernst gemeint. Jeder in seiner Art, mal differenzierter, mal polemischer, mal etwas platter oder etwas einfacher im Aufbau. Aber ich denke, jeder berichtet von seinen ganz persönlichen Erfahrungen.

Aber eines steht fest, das Bauingenieurwesen ist eine der am schlechtesten bezahlten Ingenieurfachrichtungen. Ebenso denke ich, dass die "Kontrollgruppe" hier ausreichend groß ist, um sich ein Bild von diesem Beruf machen zu können.

Klar gibts hier einige, die einen guten Job erwischt haben (und davon berichten), aber auch dort ist der Verdienst mit keiner anderen Ingenieurfachrichtung konkurrenzfähig.

Bauingenieure verdienen im Vergleich schlecht und haben auf keinen Fall einen ruhigen streßfreien Job (schon gar nicht gemessen am Verdienst).

Hier gibt es endlose Eindrücke die man lesen kann...wenn man denn nur möchte...

Nur weil einem die "Realität" nicht passt, hier immer wieder zu fragen, ob nicht einer oder viele mal was Positives schreiben, bringt mich auf die Palme.

Hier gibt es positve Berichte (und differenzierte), lies einmal die Beiträge von Ole und Equilibrium zum Thema, aber auch Equilibrium würde aussteigen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Trotz Spaß am Job (und vergleichsweise gutem Verdienst, bei aber auch vglw. hoher Qualifikation, was die Sache dann schon wieder relativiert)!

Einfach mal lesen...und wenn Ihr "Grünschnäbel" es einfach nicht glauben wollt, dann kann Euch wirklich keiner helfen.....studiert Bauwesen, aber jammert dann in 5-10 Jahren nicht in diesem Forum, wie wir "Jammerlappen" heute...

Nadine | 13. September 2010 - 08:58

Hallo Forengemeinde!

Ich lese jetzt längere Zeit hier und auch im restlichen www. Dabei findet man immer positive, wie auch negative Beiträge. Aber manche von Euch sind ja dermaßen negativ eingestellt, dass man sich fragt, wie sowas passieren kann.

Ich möchte im Oktober anfangen zu studieren, ja als Frau. Ich hatte Mathe und Physik Lk, war dort auch gewohnt allein unter Männern zu sein. Auch hätte ich kein Problem ins Ausland zu gehen oder Spezialbereiche abzudecken. Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich meine Chancen für später verbessern kann?

Ein Auslandssemester ist ohnehin schon geplant. Bei einem Vorstellungsgespräch für eine Praktikumsstelle sagte mir der Inhaber, dass er seit Jahren Nachwuchsstatiker sucht, aber niemanden finden kann. Obwohl er 2600 als normales Einstiegsgehalt sehen würde. In welche Richtung sollte man seinen Master machen und spielt das überhaupt eine große Rolle?

Ich bin froh über jede ernstgemeinte Antwort.

Lg Nadine

sticky007 | 06. September 2010 - 19:52

@ Marcus 83
Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass Du so auf den Praxisbezug bestehst, d. h. Duales Studium mit Maurerlehre, und dann von Sachen redest die Du nur theoretisch kennen kannst, also den Berufsalltag (Gehalt etc.) des Bauingenieurs. Das passt nicht zusammen. In meinen vorherigen Postings geht es um nackte Tatsachen bzw. harte Fakten (Gehalt) und nicht um Schwarzmalerei.

Des Weiteren ist mir neu, das im Öffentlichen Dienst "die schönen Gehälter locken". Richtig absurd ist Deine Aussage, dass man sich weiterbilden soll und dann alles gut wird. Ohne Weiterbildung läuft schon seit Jahrzehnten in keinem Beruf mehr was, außer vielleicht beim Bäcker.

Zu guter Letzt vergleicht man nie Nettogehälter, da diese sich individuell (Lohnsteuerklasse etc.) ergeben.

Gruß Björn

| 05. September 2010 - 17:57

@ Marcus 83: Klingt für mich wie fahren ohne Führerschein....oder wie Leute die über Bücher sprechen ohne darin gelesen zu haben.....wobei, wie war das noch mit Karl May......

Equilibrium | 03. September 2010 - 07:16

Hallo Marcus83,

zunächst mal meinen Glückwunsch, dass Du nach dem schlechten Hauptschulabschluss noch Abitur gemacht hast. Das finde ich wirklich gut!

Bevor man aber Bauingenieuren eine Jammer-Mentalität unterstellt, wäre es natürlich hilfreich, wenn man sich zuvor selbst(!) als Bauingenieur ein Bild von diesem Beruf machen konnte. Selbstverständlich ist der Beruf des Bauingenieurs besser bezahlt als der des Bäckers. Aber als Vergleichsmaßstab sollte man natürlich die Berufe wählen, die ähnliche Talente und Interessen voraussetzen und auch ein ähnlich niveauvolles Studium. Deswegen vergleichen sich Bauingenieure normalerweise mit anderen Ingenieuren und eben nicht mit Bäckern.

Dein Spruch „Jeder hat es selbst in der Hand“ trifft natürlich nur auf Sachverhalte zu, die im persönlichen Einflussbereich liegen. Ob Du Bäcker oder Bauingenieur wirst, kannst Du (innerhalb Deiner persönlichen Grenzen) noch selbst beeinflussen. Welches Gehalt am Ende für Deinen Studienabschluss marktüblich(!) ist, kannst Du als Individuum nicht mehr beeinflussen. Du kannst allenfalls darum kämpfen, dass Du durch Verhandlungsgeschick zumindest das beste aus Deiner Situation machst. Aber dem sind durch Angebot und Nachfrage eben gewisse Grenzen gesetzt.

| 30. August 2010 - 14:14

Hallo Marcus,

ich habe nicht den Eindruck das hier über den Beruf des Bauingenieurs geschimpft wird, sondern über die oft nicht angemessene Vergütung. Wem der Beruf Freude bereitet (und das sollte ein Beruf) soll ihn ruhig ausüben. Wer allerdings auf viel Geld aus ist oder nicht darauf verzichten kann / will, hat in anderen Berufen bessere Chancen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

>> Und was ist nun besser als hungerleidender Bäcker (Verdienst Meister mit 10 Jahren Berufserfahrung: 1500 € Netto) oder als M.Eng. mal zu enden (im öffentlichen Dienst, locken da schöne Gehälter)!? Liegt auf der Hand oder?

Marcus83 | 27. August 2010 - 00:01

Ich beginne gerade das duale Bauingenieurstudium. D.h. ich lerne Maurer und in 3 Jahren werde ich den Facharbeiterbrief bekommen und in 4 Jahren den Ingenieurtitel. Ist das aus Sicht einer Person, die lange in der Baubranche ist, von Vorteil? Ich denke, dass die Baufirma (mittelständisch mit 170 Leuten) das nicht machen würde wenn es der Baubranche so schlecht gehen würde, wie es hier beschrieben wird.

Immerhin bin ich nur die ersten 13 Monate auf dem Bau und das Unternehmen muss weiterzahlen, im 3 Lehrjahr sogar 1000 €, obwohl ich dann schon beim Studium bin. Klar kriegen die ne Spritze, aber warum investiert die Firma in mich? Weil es denen so schlecht geht? Oder weil die sich auf einen Ingenieur freuen, der in der eigenen Firma Maurer gelernt hat. Viele Maurer und so schimpfen auf dem Bau über die Bauleiter, Architekten und Ingenieure, dass diese keine Ahnung haben und keinen Hammer richtig halten können. Wenn ich mir so die Bauleiter der letzten Baustellen anschaue, dann kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Und des weiteren hab ich erst heute gelesen, dass die Aufträge wieder gestiegen sind. Also ein bischen Schwarzmalerei ist hier auch im Spiel denk ich. Hier beklagen sich ziemlich viele Leute über den Beruf des Bauingenieurs! Aber eigentlich ist es auch ziemlich "Deutsch" immer nur zu jammern und zu heulen. Der Deutsche ist einfach nie zufrieden mit dem was er hat.

Ich kenne einen Prof. privat und der meint, dass man nach dem Bachelor auf keinem Fall aufhören darf und den Master machen sollte (denn der Bachelor hat mittlerweile das Gehalt vom Techniker und dann ist´s eh wurst ob Uni oder FH, außerdem heißt es nicht mehr FH, sondern HS). Weiterbilden ist das Motto. Ich bin 26 und gelernter Bäcker und habe damals die Hauptschule mit 4 x 5 beendet und nun? Ich habe Abi gemacht und fange nun an eine zweite Lehre und ein Studium zu beginnen. Ich bin selber auf mich sehr stolz, denn mir haben schon sehr viele gesagt, dass ich nicht mal das Abi schaffen werde. Und was ist passiert? Ich habs geschafft! Ich kann es absolut nicht ab wenn man sich nur beschweren kann.

Jeder hat es selbst in der Hand und wenns dann mal nicht so läuft dann muss man halt was ändern! Fragt mich nicht was, aber ich hatte auch den Arsch in der Hose was zu ändern! Und was ist nun besser als hungerleidender Bäcker (Verdienst Meister mit 10 Jahren Berufserfahrung: 1500 € Netto) oder als M.Eng. mal zu enden (im öffentlichen Dienst, locken da schöne Gehälter)!? Liegt auf der Hand oder?

Ich hab noch einen Ratschlag an euch: Mancher verdankt seinen Erfolg den Steinen die man ihm in den Weg gelegt hat! In diesem Sinne...

Ole | 25. August 2010 - 14:02

Ich arbeite in Johannesburg, meine Freundin in Kapstadt. Ich fliege jede zweite Woche und sie fliegt die Woche dazwischen. Kinder haben wir nicht, wollen aber welche. Das geht erst Ende des Jahres, weil wir dann finanziell soweit sind, dass wir uns auch mit Kindern nicht einschraenken muessen. Ich bin 38 und sie ist 27, falls das eine Rolle spielt. Zur Zeit ist sie allerdings in Spanien und ueber Weihnachten 3 Monate auf den Antillen.

Generell kann man waehlen, was man moechte. Meistens waehlen meine Kollegen die Variante 1. Heisst Frau bleibt mit Kindern zu Hause und Mann kommt alle 3 Wochen eine Woche nach Hause, wo immer das auch sein mag. Durch die Ueberstunden wird meistens mehr als eine Woche draus. Im Moment, heute ist Donnerstag, ist die Baustelle nur halb besetzt, weil viele Kollegen bereits auf dem Flughafen sind. Die Fluege werde bezahlt und der Mietwagen zu Hause auch. Wenn Wohnort und Arbeit zu weit auseinander liegen, werden andere Regelungen getroffen. Die Kollegen von mir, die in Australien arbeiten, arbeiten 6 Wochen und haben 2 Wochen frei. Variante 2: Die Familie wandert mit. Wird eigentlich nur von Paaren gewaehlt die keine / kleine Kinder haben oder wenn das Land eine gute Ausbildung / Sicherheit zulaesst.

Also SA oder Australien geht. Kongo, Angola oder so geht nicht. Ich mache nur Laender die halbwegs sicher sind. Das heisst in meinem Fall keine Krisengebiete und keine Kriegsgebiete. Obwohl dort das meiste Geld ist. In Afghanistan hat die US Armee Ingenieure gesucht und netto 18000 USD gezahlt. Mein Freund ist dort. Nichts fuer mich, Splitterschutzweste und Helm stehen mir nicht so gut. Auch Camp leben ist fuer Frauen nicht zu empfehlen. Wird oft in der Petrochemie gemacht, muss ich auch nicht haben.

Es kommt immer darauf an, wie die Lebenseinstellung der Frau ist. Viele Frauen muessen ihre Familie, Mama, Papa, Bruder usw staendig sehen, das geht natuerlich dann nicht. Mal abgesehen davon, das ich das Leben gar nicht so schlimm finde, hat es den entscheidenen Vorteil, das man mit 40 bis 45 in Rente kann, wenn man nicht auf Sportwagen und irre grosse Haeuser steht. Ich waehle immer Variante 3: Ich fahre nur einemal im Jahr nach Hause und die restlich Zeite fliege ich irgenwo hin, wo ich noch nicht war.

Ole

kurzdavor | 24. August 2010 - 19:17

@Ole
wie machen Sie es mit der Familie? Haben sie keine? Oder schleppen sie diese immer mit, oder reisen sie immer wieder nach Deutschland?

Wäre echt nett wenn Sie antworten würden, mich interessiert es schon. Z.B gibt es Leute, die 20 Tage arbeiten und 20 Tage dann frei haben. Wenn es so ähnlich bei ihnen ist, dann geht es ja!

Ole | 24. August 2010 - 15:19

Irgendwie wird hier immer versucht den Bauingenieur pauschal zu bewerten. Das wird niemals ein anstaendiges Bild geben. Dafuer sind die Einsatzbereiche einfach viel zu unterschiedlich. Wer bei "Ernst Duempelmann" im Brahmstedter Moor Statiken fuer die notleidende Deutsche Landwirtschaft rechnet, wird mit Sicherheit ueber 3000 EUR Brutto nicht kommen. Wie jemand schon bemerkt hat, sind die meisten Bauingenieure einfach nur zu feige, zu bequem oder aengstlich ihr Gehalt einzufordern und das aus ganz unterschiedlichen, manchmal sogar nachvollziehbaren Gruenden.

Ich kenne eine ganze Reihe Bauingenieure, die irgendwann vor 10 -12 Jahren einen Job angefangen haben und tatsaechlich immer noch da arbeiten, ohne das das Gehalt gestiegen ist. Die haben dann auch meistens ein Haus gebaut oder gekauft, 2 Kinder und kommen hinten und vorne nicht hin. Dann gibt es natuerlich auch die Anderen, die irgendwo Projektmanagement machen oder Designmanagement in grossen Bueros. Die unterhalten sich dann eher darueber, ob es lieber ein Porsche oder ein Haus am Meer sein soll.

Ich verdiene wirklich ziemlich gut und habe dennoch den Zenit noch nicht mal gesehen. Es ist wie immer im Leben, Einige sind einfach besser als Andere. Machmal frage ich mich in der Tat wie jemand der 5 Jahre juenger ist als ich 30.000 EUR im Jahr mehr verdient. Mein MD ist in meinem Alter und verdient 130.000 EUR und der ist auch Bauingenieur. Auffaellig ist, das in meinem Bekanntenkreis nicht die, mit den besten Anschluessen die Super-Jobs haben, sondern eher die 2er-Kandidaten. Haette ich so nicht erwartet. Irgendwie kommt es immer drauf an, was man daraus macht.

Falls jetzt wieder jemand schreibt, das kann alles nicht sein und wilde Spekulation ueber meine Beschaeftigung anstellt: Ich bin bei einem global taetigem Bauunternehmen beschaeftigt und bis Ende 2010 in Suedafrika. Danach geht es entweder nach Botswana, Syrien, Mosmabique oder Australien. Das kann ich mir nicht aussuchen und ich finde, das es meinem Leben die entsprechende Wuerze verleiht und mein Privatleben bleibt auch nicht auf der Strecke.

Eigentlich muss ich sogar feststellen, das ich wesentlich mehr Privatleben habe wie die Kollegen zu Hause. Davon mal ganz abgesehen, kann ich mit 45 in Rente. Aber das muss dann jeder selber wissen. Ganz sicher ist, das man nichts geschenkt bekommt. Nirgens, in keinem Beruf.

BauIgelSelbständig | 24. August 2010 - 09:16

Ich bin direkt nach dem Studium als Freiberufler selbständig tätig geworden. Die ersten Jahre waren sehr hart. Ich habe aber immer versucht Sparten zu finden, welche von meinen Kollegen nicht bearbeitet werden wollten, oder konnten. Habe mich in diesen Sparten spezialisiert, und siehe da, ich hatte als einziger unter fast 7 Kollegen in den letzten Jahren keine Leerzeiten.

Ich hatte wenig Konkurrenz, und dadurch konnte ich mich gegen die Dumping-Honorare wehren. Ich wundere mich immer wieder wie viel in unserer Branche gejammert wird. Allerdings sind wenige bereit (aus Angst, Gemütlichkeit...) was gegen ihre Situation zu unternehmen. Wenn jemand aus Ideologie ein 40 h Job für 2000 EUR Brutto annimmt, dann tut er mir nicht nur leid, dann bin ich stinke sauer auf ihn. Viele von uns haben keinen Arsch in der Hose zu agieren.

Es ist mittlerweile nämlich so, dass offene Stellen nicht besetzt werden können, weil nicht genügend Bauingenieure frei sind. Vielleicht sollte sich jeder überlegen, wie viel seine Arbeit wert ist, und dies auch einfordern, und Mut zum Jobwechsel haben. Wer aber resigniert, und aus Angst oder Gemütlichkeit seine Situation hinnimmt, der schadet nicht nur sich selber, sondern uns allen.

bauinghel | 21. August 2010 - 16:09

Lieber Gerd,

teile uns doch bitte detailliert das Marktsegmentchen mit, für das Deine Aussage gilt. Ich bin sicher das es das gibt, die Mehrheit der Bauingenieure betrifft das aber bestimmt nicht.

a2005 | 20. August 2010 - 21:43

@Gerd

Wenn gemäß des neuesten Bürokostenvergleiches durchschnittliche Personalkosten von 30.000 bis 40.000 € pro Jahr benannt werden, kann die Angabe von Gerd natürlich nicht stimmen. Es ist mir auch nicht bekannt, dass in Ingenieurbüros je Ingenieur ein Firmenwagen gehalten wird.

Das tarifliche Anfangsgehalt liegt in der Bauwirtschaft bei 3.000 € / Monat und gemäß Arbeitgeberverband Selbständiger Ingenieure und Architekten (ASIA) -Tarifvertrag bei 2.600 € / Monat in Ingenieurbüros. Falls die Arbeitgeber nicht nach Tarif zahlen, dann weniger.

Wer sich http://bit.ly/c2GhUI anschaut, wird auch die Diskrepanz zwischen Studienanfängern und Absolventen feststellen und dass Mitte bis Ende der 90ger Jahre ganze Jahrgänge in die Krise studiert haben, die teils als un- oder unterbeschäftigte Fachkräfte noch zur Verfügung stehen.

Und gemäß der Absolventenstudie der TU Dresden aus dem Jahre 2003 verdienten gerade mal 2 bis 3 Prozent der Absolventen mehr als 3.079 € / Monat als Einstiegsgehalt. Siehe http://bit.ly/95NOfF

Gerade in den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Rückgang in der Bautätigkeit zu rechnen: Demografie, Wirtschaft und die Sparzwänge der öffentlichen Haushalte sprechen eine klare Sprache. Außerdem sind Preise und Sitten am Bau verdorben. Wo sollen im Planungsbereich die großen Gehaltssprünge herkommen, wenn seit 1996 die Honorarwerte gerade mal um 10 Prozent gestiegen sind und immer noch munter die HOAI unterboten wird.

Hier noch der Artikel "Gehaltsreport: Die wahren Gehälter der Ingenieure" aus dem Spiegel von 2004, er ist nach wie vor aktuell: http://bit.ly/dbj1Ol

Equilibrium | 20. August 2010 - 15:36

Hallo Gerd,

Du solltest nicht vergessen, dass Deine Zahlen auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Ich arbeite (wie Du vielleicht auch?) in einem großen Baukonzern. Wenn man dann seine eigenen Erfahrungen und die der eigenen Kollegen zum Maßstab nimmt, kann man tatsächlich zu Deiner Einschätzung kommen, denn die großen Firmen locken in der Regel die besten Absolventen zu sich und zahlen dafür auch (ganz) gut.

Aber für den Durchschnittsabsolventen sind die Chancen auf eine Anstellung bei den Branchenriesen eher schlecht. Der Normalfall ist ein kleines oder mittelständisches Unternehmen als Arbeitgeber und die zahlen in den überwiegenden Fällen nicht den Tarif. Das von Dir genannte Gehalt dürfte meines Wissens nach A VII entsprechen. Diese Stufe bekommen aber nur Absolventen der Uni. Du verschweigst, dass die Baufirmen FH-Absolventen nur mit A VI einstellen. Und Mario, der diesen Thread eröffnet hat, würde meines Wissens nach einen FH-Abschluss machen. Weiterhin lässt Du die regionalen Unterschiede außer Acht. Mario wohnt in Brandenburg und will in Dresden studieren. Falls er nach dem Studium nicht unbedingt die neuen Bundesländer verlassen möchte, wird er mit ganz anderen Gehältern rechnen müssen, als in den alten Bundesländern.

Und ich weiß beim besten Willen nicht, warum Du die 45-Stunden-Woche als Standard für Neueinsteiger festlegst. Das ist völlig aus der Luft gegriffen und undifferenziert. Es gibt nicht DEN Bauingenieur. Stattdessen gibt es Bauleiter, Projektsteuerer, Kalkulatoren, Statiker, Wissenschaftliche Angestellte, Beamte, Angestellte im ÖD, und vieles mehr.

Da kann man nicht ernsthaft behaupten wollen, es gäbe einen Standardwert (=45 h-Stunde-Woche). Die Spanne reicht vermutlich von ca. 40 bis 60 Stunden/Woche. Bei Bauleitern im Auslandseinsatz werden teilweise noch deutlich mehr als 60 Stunden/Woche erreicht.

| 20. August 2010 - 10:09

>>Das Gehalt für eine 45 Stundenwoche liegt bei Neueinsteigern bei min. 3500 € brutto, 13 Monatsgehältern.

chefkoch435 | 20. August 2010 - 09:52

Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen!

Ich bin vor zwei Jahren al Bauleiter mit 3.000 € + Auto eingestiegen. Das hört sich vom Gehalt her nicht sonderlich gut an, Wenn man aber für das Auto nur 500,- netto (1000,- brutto) rechnet, und da kommt man mit allen Kosten ganz leicht hin, sieht die Sache schon anders aus.

Mittlerweile bin ich auch bei 3.700 € (A7 Tarifvertrag) + Auto. Und die Zahlen, die ich hier nenne, entsprechen - nicht wie von vielen anderen behauptet - tatsächlich der Realität. Die meißten die ich aus meinem FH Jahrgang kenne sind mit vergleichbaren oder besseren Konditionen (teilweise 3.700,- €) eingestiegen!!! Was die Arbeitsbedingungen angeht, lässt sich das schlecht verallgemeinern.

Wer jeden Tag pünktlich um 16:00 Uhr Feierabend haben will, sollte Lehrer werden, aber keine Führungsposition übernehmen. In anderen Branchen mag es teilweise wirklich besser sein, was die Arbeitszeit angeht, allerdings wird man auch da in der Regel bei einem solchen Gehalt nicht mit 40 Std. hinkommen.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen, zwar ist man als Bauleiter häufig von Montag bis Freitag auf Montage, was man natürlich als Nachteil auslegen kann, allerdings kann dies u.U. auch ein Vorteil sein. Ich kann mich bei meinem Wohnsitz zu 100 % nach meinem Privatleben richten und muss mir keine Sorgen über einen berufsbedingten Umzug machen. Ich komme aus einer ländlichen Gegend und alle Leute die ich kenne und als Ingenieur oder in einer sonstigen vergleichbaren Position arbeiten, haben das gleiche Problem: Nur das die ihre Zweitwohnung selbst bezahlen müssen. (Der letzte Absatz betrieft eher Leute ohne Familie, aber wer weiß schon was in 10 Jahren ist)

Bei dem was ich geschrieben habe, beziehe ich mich lediglich auf die Bauausführende Industrie, wie es in Ingenieurbüros aussieht, weiß ich nicht.

| 20. August 2010 - 07:59

Hallo Gerd,

finde das wurde auch wirklich Zeit, dass mal wieder jemand von der Baulobby reinschaut!

Freut mich, dass Du uns nur Eigennutz vorwirfst, wir haben auch alle nichts anderes zu tun (der Tag hat ja 24 h, da bleiben nach 10-13 h Arbeit für wenig Geld ja noch 12 Stunden hier unsere Lage zu verbessern). Denke da werden wir bestimmt auch kurzfristig etwas bewirken...

So ein bodenloser Unsinn...

Gerd | 19. August 2010 - 21:21

Hier wird zu meiner Überraschung sehr negativ über die Berufsmöglichkeiten eines Bauingenieurs geschrieben, wohl deshalb, weil die meisten "Redakteure" noch als Frischlinge durch die Arbeitswelt taumeln. Ich bin nun seit ca. 20 Jahren in der Baubranche tätig, davon 15 Jahre als Bauingenieur. Mein Alter beträgt 37 Jahre. Tatsächlich gab es vor ca. 5 Jahren einen deutlichen Knick bei den Gehältern, jetzt scheint sich aber die Lage wieder normalisiert zu haben.

Das Gehalt für eine 45 Stundenwoche liegt bei Neueinsteigern bei min. 3500 € brutto, 13 Monatsgehältern. Ausgenommen natürlich der öffentliche Dienst. Ab ca. 15 Jahre Berufserfahrung kann man mit ca. 5000 € brutto rechnen, zzgl. Firmenfahrzeug.

Natürlich verdienen Ingenieure im Maschinenbau und im E-Technikbereich noch deutlich mehr (>+ 1000 € /mon). Aber Kopf hoch und lasst euch nicht anlügen von all den lähmenden Pessimisten, die hier nur versuchen, ihren status quo zu verbessern!

Patrick | 18. August 2010 - 22:53

Gratulation Mario,

wir haben Dich wohl langsam überzeugt was? Nein im ernst, ich komme gerade wieder nach nem 13 h Stunden Tag von der Baustelle, und kann Dir sagen, dass das kein Zuckerschlecken ist als Bauingeniuer.

Viel Arbeit, Ärger, Stress und Überstunden die einem niemand bezahlt! Wenn ich die Wahl gehabt hätte (die hatte ich eigentlich / nur gab es damals noch kein Forum bei Bauingenieur24) hätte ich diesen Beruf niemals ergriffen!

Also tue gutes daran und orientiere Dich in eine andere Richtung.

gast | 17. August 2010 - 17:09

Maschinenbau ist in jedem Fall die bessere Wahl, wenn man sich schon mit dem Gedanken der Wahl trägt!

Auch im Maschinenbau gibt es schlechtere Phasen (und die unterschiedlichsten Branchen), aber im Bauwesen ist es wie im Gesundheitswesen, Aussicht auf Besserung aussichtslos!

Mario | 16. August 2010 - 20:34

Hallo Equilibrium,

vielen Dank für deinen Beitrag, ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen das Bauingenieur-Studium sein zulassen und doch eher vielleicht Maschienbau zu studieren? Auf dieser Seite, in diesem Forum wird eigentlich nur negativ über schlecht bezahlte und Überstunden geplagte Jobs berichtet.

Ich bin selber zurzeit wieder Arbeitnehmer in meinen alten Beruf und verdiene jetzt auch ca. 2000 € Brutto bei einer 40 h / Woche ohne Überstunden ohne alles. Ich wollte mich mit einem Studium verbessern und nicht auch noch nach 4 Jahren Studium und einer menge Schulden das gleiche verdienen und dann auch noch nicht nach 4 Jahren Studium dastehen und garkein Job mehr zubekommen. (weil einfach keine Nachfrage ist).

Desweitern habe ich auch vor eine Familie zugründen und auch vielleicht sesshaft zu werden und nicht mein ganzen Leben rum zureisen. (heute München und morgen Berlin).

Was sagt ihr als Bauingenieure, lieber Maschienbau als Bauingenieur zu studieren? Ich bin mittlerweile wirklich ernsthaft am überlegen, in welche Richtung ich nun gehen soll.

Gruß Mario

wannabe | 15. August 2010 - 19:55

Bin selbst noch in den ersten Semestern und habe in der kurzen Zeit eine große Leidenschaft für die Bauphysik entwickelt. Jetzt habe ich probeweise mal "Bauphysik" durch die Stellenanangebote durchgejagt, es sind jedoch nur wenige passende Stellenangebote übrig geblieben.

Ist Bauphysik ein totes Fachgebiet in der freien Wirtschaft oder besteht dort tatsächlich ein gewisser Bedarf. Innerhalb der Universität wird Bauphysik regelmäßig als das große Ding beworben. Eine wissenschaftliche Karriere wäre natürlich auch eine spannende Angelegenheit, aber mein Studium ist noch nicht weit genug fortgeschritten um darüber konkret nachzudenken.

Hat hier jemand Praxiserfahrung als / mit Bauingenieur(en) mit dem Schwerpunkt Bauphysik?

bauinghel | 14. August 2010 - 21:18

Schaut mal lieber diesen Link an:
http://www.hays.cn/salary/pdfs10/Construction.pdf
insbesondere die Gehaltstabelle.
Hinweis: 1 € = ca. 9 CNY , 2 SGD , 10 HKD

Equilibrium | 14. August 2010 - 14:58

Hallo Mario,

die Berufsinfos unter www.stern.de kannst Du getrost vergessen. Solche Statistiken gibt es schon seit Jahrzehnten und genauso lange wird behauptet, dass Bauingenieure bald Mangelware sind. Und warum wird auch in den miesesten Zeiten immer vom künftigen Bauingenieurmangel geredet? Ganz einfach: Der jährliche Bedarf an Bauingenieuren wird in der Regel auf Basis von Zahlen ermittelt, die von der Bauindustrie bzw. den Verbänden definiert werden. Mit dieser gezielten Desinformation will man die Zahl der Studienanfänger hochhalten. Die guten Absolventen bekommen dann die einzig vernünftigen Jobs, die durchschnittlichen Absolventen werden häufig ausgebeutet und die schlechten fahren Taxi. Ich sage das ganz offen, obwohl ich zur ersten Gruppe gehöre und eigentlich einen guten Job bekommen habe. Aber gemessen an den Erfahrungen aller Bauingenieure insgesamt, die ich kenne, ist dieser Beruf für viele im Normalfall alles andere als ein Traumberuf.

In den neuen Bundesländern und mit einem eher geringeren Abschluss (die HTW Dresden ist eine Art FH?) stehst Du dann später ziemlich mies da. Mach Dich auf Gehälter zwischen 2000 € und max. 2800 € brutto gefasst, wenn Du für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen mit kleineren regionalen Projekten tätig bist. Der Mehrverdienst gegenüber einem gewerblichen Mitarbeiter im Baugewerbe (der dann am Wochenende noch schön schwarz dazu verdient) ist evtl. kaum oder gar nicht gegeben. Aber während die gewerblichen Mitarbeiter um 16 oder 17 Uhr Feierabend haben, schlägst Du Dir dann noch den ganzen Abend um die Ohren.

Falls Du eine Familie planst, dann lass das Bauingenieurstudium lieber bleiben.

P.S.: Den Spruch von Heinz „Bauingenieure wird man immer brauchen“ finde ich als Hilfestellung zur Berufswahl ziemlich albern. Darin steckt null Information über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und genau dies bestimmt die Arbeitsrandbedingungen (Vergütung, Arbeitszeiten, Aufstiegschancen, etc.). Über den tatsächlichen Bedarf in 5 Jahren lässt sich vermutlich auch mit bestem Wissen kaum eine zuverlässige Aussage treffen, aber eine kann man bereits treffen: In einer Branche, die seit ca. 15 Jahren von einer nahezu permanenten Rezession betroffen ist, hat der Umgang mit den Angestellten erheblichen Schaden erlitten. Und dieser Schaden wird selbst bei plötzlich eintretendem Aufschwung nicht kurzfristig behoben werden.

| 13. August 2010 - 12:21

>> Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

sticky007 | 13. August 2010 - 12:04

Hallo Steife t = 15,

die Stadt Hamburg ist im TV-L.
Als FH-Ing. bin ich in der Gehaltsgruppe 12. Ich bin in der Erfahrungsstufe 3, da ich erst seit 2,5 Jahren m Öffentlichen Dienst arbeite. Somit bekomme ich ca. 3.500 Euro pro Monat brutto (12,5 Jahresgehälter). Nicht die Macht aber in den Büro in denen ich gearbeitet habe gabs sogar noch weniger :-(

Alle Löhne sind Brutto-Löhne

Beispiel 1:
1. Job: Planungsbüro Wasserwirtschaft (ca. 10 Mitarbeiter)
Berufseinstieg im Jahr 2000 mit 4.000 DM nach Probezeit 4.200 DM. Nach über 6 Jahren Berufserfahrung ca. 2.500 Euro, also auch nicht so die große Steigerung. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
2. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 15 Mitarbeiter)
Anfangsgehalt 2.800 Euro, nach der Probezeit 3.000 Euro. Es waren aber 15 Überstunden im Monat mit abgegolten. 12 Monatsgehälter, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
3. Job: Planungsbüro Tiefbau und Wasserwirtschaft (ca. 30 Mitarbeiter)
Gehalt 2.900 Euro. 13 Monatsgehälter als Urlaubs- und Weihnachtgeld. D.h, ca im Jahresmittel ca. 3.150 Euro im Monat.
4. Job: Siehe oben Stadt Hamburg.

Also vom Gehalt her siehts aus meinen Erfahrungen eher mau aus.

Gruß
Björn

Steife t = 15 | 12. August 2010 - 15:11

Hallo Sticky007,

darf man erfahren was Du verdienst? (weil Du geschrieben hast dass das Gehalt ok sei für einen Bauingenieur).

Hallo Mario,

ich hatte kürzlich bei "Stern" oder "Spiegel" gelesen, dass uns Bauingenieuren demnächst (in ca. 5 Jahren) die Zukunft gehören wird (wenig Absolventen, viele gehen in den Ruhestand usw.). Als ich vor ca. 5 Jahren fertig war, musste ich für 1500 € brutto arbeiten. Damals war man froh, dass man Arbeit hatte (Hauptsache Erfahrung sammeln). Heute fangen die Kollegen nicht unter 2800 € brutto an, daher finde ich schon dass wir Zukunkft haben.

Nun zum Thema Überstunden: Ich finde es kommt auf die Firma an, wo man arbeitet. Bei der letzten Firma wo ich war, war Wochenarbeitsstunden von 50-60, 70 h keine Seltenheit, die ÜS konnte ich, wenn überhaupt nur abfeiern, oft auch nur für nix (schlechte wirtsch. Lage, bla, bla..) und das für lächerliche 3000 € brutto (durchschnittlich < 15 € / h brutto).

Jetzt habe ich gewechselt: 40 h / Woche, 3100 € brutto + 13. Monat, die ÜS werden mit 1,25 vergütet. Gehaltserhöhung jedes Jahr. Zwar nicht die Welt, aber immerhin. Eigentlich können wir uns noch glücklich schätzen. Bei den Architekten sieht es immer noch dunkel aus.

Gruß

P.S.: Kumpel von mir ist ein Jahr nach mir fertig geworden, verdient 3500 € brutto, 13. Gehalt, also kommt drauf an wo man ist.

gast | 12. August 2010 - 12:59

...denke, lieber Mario, da waren wir wohl doch zu träge zum lesen, denn die Meinungen gehen hier keineswegs auseinander, ein paar lieben ihren Beruf (zum Glück, an sich ein wirklich toller Beruf und wir brauchen Häuser und Straßen), würde sagen, 95 % sehen es aber wesentlich realistischer.

...wer gerne rudert heuert deswegen noch lange nicht auf einer Galeere an. Lustig finde ich auch, wenn Zweitsemester Tipps zum Beruf geben, die in einem anderem Thread eben die Ahnungslosigkeit eines Zweitsemesters an den Tag legen, dort gute Tipps von Hochqualifizierten kriegen und es trotzdem nicht "peilen"...

Finde wenn man es so leicht gemacht bekommt von Erfahrungen anderer zu profitieren und dann eine "Zusammenfassung" äußert, die zeigt, dass man nicht in den anderen Therads gelesen hat, dann "gehört es einem wirklich nicht besser".

;-))

sticky007 | 12. August 2010 - 10:40

Ich bin jetzt seit 10 Jahren als Bauingenieur tätig. Der Beruf an sich macht im Großen und Ganzen Spaß. Vor ca. 5 Jahren habe ich aber ernsthaft überlegt in eine andere Branche zu wechseln. Das Problem war viel Arbeit und ein schlechtes Gehalt (ca. 2.500 Euro brutto).
Anschließend habe ich noch in 2 weiteren Ing.-Büros gearbeitet. Die Bezahlung war geringfügig besser aber die Arbeitsbelastung wurde noch höher. D. h., Samstag und Sonntag gänztätig arbeiten war da auch mal angesagt.

Jetzt bin ich bei der Stadt Hamburg angestellt. Das Gehalt ist ok (für einen Bauingenieur) und ich habe endlich mal wieder geregelte Arbeitszeiten.

Bauingenieurwesen würde ich nicht mehr studieren. Eher Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Gruß Björn

Mario | 11. August 2010 - 17:36

Hallo,

danke für Eure zahlreichen Antworten. Wie ich mir auch schon dachte, gehen die Meinungen zum Studium als Bauingenieur sehr stark auseinander (warum auch immer, oder man bekommt es aus anderen Bereichen nicht so stark mit).

Die Frage mit dem Meisterbrief von "gast1234" hab ich auch schon ernsthaft überlegt, doch wer stellt ein 23-jährigen Meister mit wenig bis gar keiner Berufserfahrung ein?! Wenn ein Geselle, dann mehr Erfahrung hat als ein Meister. Darum habe ich mich doch noch mal für ein Studium entschlossen und nichts liegt da näher als ein Bauingenieur-Studium.

Also ich bin auch voll der Meinung von "Heinz": "Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen." Ich will auch nicht gerad 5000 € für eine 10 h Woche haben. Denn Arbeiten muss man überall, ist meine Meinung und in so gerade eher schlechten wirtschaftlichen Zeiten, haben nicht nur Bauingenieure zu kämpfen.

Wer will kann sich ja auch mal diesen Link hier anschauen:
http://bit.ly/aICKNk

Gruß Mario

| 10. August 2010 - 22:58

Ich habe auch vor Bauingenieurwesen zu studieren. Tendiere aber auch zu Wirtschaftsingenieur Maschinenbau. Ich könnte mir gut vorstellen im Bereich der Erneuerbaren Energien (z.B. Windkraft) zu arbeiten und dort gibt es sowohl Wirtschaftsingenieure, als auch Bauingenieure.
Verdienen die dann wirklich so unterschiedlich, obwohl sie quasi nebeneinander sitzen?
Wenn man manche hier liest bekommt man das Gefühl kein Bauingenieur würde nochmal das gleiche studieren, weil er nicht ausreichend verdient.

Heinz | 10. August 2010 - 13:13

Hallo Zusammen,
also ich habe Ende der 80er Jahre Bauingenieur studiert. Damals hiess es von verschiedenen Seiten, dass man in die garantierte Arbeitslosigkeit hineinstudiert, was sich aber als Quatsch herausstellte. Ein Professor hat es seinerzeit gut beschrieben:

Egal wie die Zukunft aussehen wird, ob man was abreisst oder etwas neu baut, Bauingenieure wird man immer brauchen.

Genau so ist es.

BauingX | 10. August 2010 - 00:03

Wem es (nur in dieser Branche / diesem Beruf) Spaß macht, soll Bauingenieur werden. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Aber sobald diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, sollte meiner Meinung nach NICHT Bauingenieur werden, zumindest nicht im Bereich Tragwerksplanung.

Die Bezahlung, die Karrieremöglichkeiten(!), die Arbeitsbedingungen sind im Allgemeinen die minderwertigsten aller Ingenieursdisziplinen. Wer etwas anderes behauptet (z. B. Kammerpräsidenten, Profs) hat andere Interessen (Büroeingentümer, Lehrstuhl etc.) und handelt m.M.n. grob fahrlässig.

Da man mit Zahlen/Daten am meisten anfangen kann:
Hab mit 30k/a angefangen und bin nach 4-5a jetzt bei 45k/a, bei 45-50h/Wo. Damit liege ich im unteren Drittel aller vergleichbaren Mit-Akademikern, die ich kenne. Aufstiegs- und "Weiterkomm"möglichkeit habe ich in meiner derzeitigen Position im Grunde keine, über mir ist nur noch der Chef...



PS. Etwas muß ich noch loswerden:

"Ich muss mal fragen, was mancher sich denn unter Arbeit vorstellt? Morgens um 9:00 anfangen um 15:00 gehen und dafür 4.000 EUR / Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld kassieren? Wer viel will muss auch was geben. So habe ich es gelernt und so habe ich mich immer verbessert."

Das ist kein ernst gemeinter Beitrag zur Diskussion, oder?

timmae | 09. August 2010 - 18:08

also wenn du mehr von der baubranche weg willst, dann vertief eher KI, da du dort mit großer wahrscheinlichkeit auch viel mit FEM machen wirst. und dann zum master hin, vlt. in richtung computational mechanics vertiefen (einfach mal googlen ;)) aber wichtig ist, dass du soetwas nur machst, wenn du auch gefallen daran hast, ansonsten wirst du dabei so oder so nicht glücklich
habe schon von diversen bauings gehört, die eben auch als berechnungsingenieure für luft- und raumfahrtunternehmen arbeiten.

Michi | 09. August 2010 - 14:08

Hallo,

ich studiere im Moment Bauingenieurwesen im 3. Semester an einer FH und will mich nebenher noch etwas mehr über den Beruf und die Möglichkeiten informieren.

Im Forum gibts ja schon X Diskussionen über den Sinn und Unsinn eines Bauingenieur-Studiums, was mich doch ehrlich gesagt ein wenig verunsichert in meiner Berufswahl.

Aus diesem Grund hatte ich ursprünglich vor, Baubetrieb (im Bachelor erstmal ggf. auch beim Master) zu vertiefen, da ich hier das Gefühl habe nicht so stark von der Baubranche abhängig zu sein.

Wie seht ihr das, zählen übergreifende Berufe - grad in der Vertiefung Baubetrieb / Baurecht / Managment etc. - eher zur Seltenheit oder sind (Wirtschafts-) Bauingenieure auch allgemein auf dem modernen Arbeitsmarkt gefragt? Ich würde mir sehr gern viele Optionen offenhalten.

Ein Bauingenieur-Studium reizt mich zwar dennoch stark, jedoch kann ich mich kaum mit dem Gedanken von reiner Projektarbeit, unbezahlten Überstunden, viel reisen etc. anfreunden.

Danke für eure Meinungen

BauIng | 09. August 2010 - 14:00

Hallo zusammen,

ich muss hier mal eine Lanze für den Bauingenieur brechen.

Irgendwie hab ich das Gefühl hier schreiben nur abgestrafte Bauingenieure Ihren Frust von der Seele. Ich bin selber seit fünf Jahren mit meinem FH Studium fertig und muss sagen, ich übe meinen Beruf sehr gerne aus. Ich habe auch sehr viel Kontakt zu anderen Bauingenieuren (bin auf der Auftraggeberseite) von Ingenieurbüros und Baufirmen. Also die Klagen nicht wie die, die hier im Forum antworten.

Ich muss mal fragen, was mancher sich denn unter Arbeit vorstellt? Morgens um 9:00 anfangen um 15:00 gehen und dafür 4.000 EUR / Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld kassieren? Wer viel will muss auch was geben. So habe ich es gelernt und so habe ich mich immer verbessert.

Ich habe auch gleichzeitig mehrere Projekte und mache auch diverse Überstunden, aber wer macht die nicht? Unsere Kaufleute, Controller und Co. sind genauso lange im Büro wie ich. Und die haben BWL oder ähnliches Studiert und nicht Bauingenieurwesen. Ich habe auch Kollegen, die mehrere Jahre ins Ausland müssen, oder ständig auf Achse sind. Aber das sind auch keine Bauingenieure.

Ich will nur deutlich machen, dass der Bauingenieur hier aus meiner Sicht zu schlecht weg kommt. Übrigens, ich bin kein Überflieger im Studium gewesen. Habe eher einen miesen Abschluss!

gast1234 | 08. August 2010 - 14:49

Vielleicht schon mal an einen Meistertitel gedacht? Das ist nicht so langwierig wie ein Studium und auch viel Praxisbezogener.

a2005 | 08. August 2010 - 12:58

Im öffentlichen Dienst verdient man beim Einstieg mit HS-Abschluss in E13 3.075 € / Monat brutto. Gem. Tarifvertrag für Architektur- und Ingnieurbüros in Gruppe T4 2.800 € / Monat. Im Bauhauptgewerbe liegt der tarifliche Einstieg etwa wie im öffentlichen Dienst.

Der Haken: Viele Baubetriebe und viele Büros unterliegen nicht dem Tarifvertrag und zahlen weniger. Während man derzeit im ÖD nach 15 Jahren mit um die 4.000 € / Monat rechnen kann (nur von den Arbeitsjahren her) bleibt es in Ingenieurbüros häufig beim Einstiegsgehalt. Mittelständische Baubetriebe hungern sich an der Pleite vorbei. Als Bauleiter kann man sich dann mit mehreren Baustellen abgeben, als Ingenieur oder Architekt mit mehreren Projekten.

Auch dem Fachkräftemangel sollte man nicht trauen - zwar gehen zunehmend Bauingenieure in den Ruhestand, allerdings wird auch das Bauvolumen geringer und damit weniger Arbeit da sein.

Es gibt ein paar Leute, die ganz gut verdienen - da muss man aber schon ein Überflieger sein, damit man eine Stelle bei den ganz großen Konzernen ergattert oder ein Büro mit mehreren Angestellten aufbauen oder dort einsteigen - da kann man auch Lotto spielen.

Gast87 | 03. August 2010 - 22:38

Also wie du sicher schon weißt, ist der Beruf des Bauingenieurs im Verhältnis Stress/Bezahlung meist unausgeglichen.. also viel Verantwortung, lange Arbeitszeiten für (aber auch nicht unbedingt) wenig Geld.

Viele von ihnen üben diesen Beruf aber mit Leidenschaft aus und man hat, sofern man sich engagiert, viele Möglichkeiten, als Bauingenieur nach dem Studium tätig zu werden.
Sogar Banken und Sparkassen als Arbeitgeber (Immobilien) sind denkbar!

Es ist ganz davon abhängig, worauf du später abzählst.. Ist es die Bezahlung? Ist die Arbeit & Vielseitigkeit? Oder beides? Ob es sich lohnt, ist ganz davon bzw. ganz von dir selbst abhängig..

Soweit meine Meinung (obwohl ich noch studiere)...
Grüße

Patrick | 03. August 2010 - 22:24

Hi Mario,

das geht ganz schnell.
Wenn Du nicht als unterbezahlter und überstundengeplagter Arbeitssklave enden möchtest, dann studiere bitte kein Bauingenieurwesen!

bauinghel | 03. August 2010 - 21:51

... genau: einfach jeden Tag 1-2 Stunden hier im Forum lesen. Hier wird eigentlich kaum etwas anderes besprochen. Wem das zuviel lesen am Bildschirm ist, der sollte nicht Ingenieur werden.

gast | 03. August 2010 - 11:47

...dieses Forum "strotzt" nur so von Antworten zu der Frage! Kaffee kochen und lesen...

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