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Ausgabe 6932 | Nr. 225 | 19. Jahrgang
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Möglichkeiten als Bauingenieur: Branchenwechsel, wohin?

14 Kommentare | 14158 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Tobias | Thema eröffnet vor 15 Jahren

Oft hört man das es ratsam sei die Baubranche zu verlassen!?! Aber welchen Bereichen sind überhaupt aufnahmewillig? Ich, 27 Jahre, bin mitlerweile seit fast 3 Jahren fertig und hab es gerade mal so auf 12 Monate Berufserfahrung gebracht.

FGSaar | 21. Juli 2020 - 09:53

@Ing123:
Auf Grund meiner Erfahrung (58 Jahre) ist ein Wechsel in andere Branchen nur möglich, wenn dort ein Mangel an Ingenieuren herrscht. Als Tragwerksplaner (konstruktiver Ingenieurbau) würde ich mir die BUND Tochter "die Autobahn" anschauen, die momentan bundesweit über 400 Ingenieure sucht. Bezahlung nach TV-Autobahn (in Anlehnung an TVÖD). Ich denke da müsste die Stufe E 11 / 1/2 oder 3 möglich sein. Das sind so zwischen 3.400 und 4.000 €. Mehr ist wohl nirgends drin.

Ing123 | 20. Juli 2020 - 15:34

Ich bin 28, arbeite derzeit seit ca. 1,5 Jahren als Tragwerksplaner und habe bereits die erste Sinnkrise im Job. Seit mehreren Monaten fühle ich mich sehr unerfüllt, schleppe mich sehr unmotiviert ins Büro bzw. an den Schreibtisch im HomeOffice und möchte jetzt etwas verändern. Die Gründe dafür ist die monotone Büroarbeit, die Art der Projekte und vor allem das sehr schlechte Gehalt, dass man generell als Tragwerksplaner bekommt (Wofür habe ich bitte studiert?).

Nun wäre meine Frage zum einen, welche Möglichkeiten zum Wechsel ich in der Baubranche hätte, die ich vielleicht nicht auf dem Schirm habe (neben den Klassikern wie Bauleitung oder Projektsteuerung). Zum anderen habe ich mich auch gefragt, ob sogar ein Wechsel in den Bereich Architektur oder Maschinenbau möglich ist. Diesbezüglich brauche ich wohl ein wenig Inspiration, damit ich den Spaß an der Arbeit wiederfinde.

BRT | 22. November 2018 - 10:19

Ich bin seit 2 Jahren im Straßenbau tätig. Bin relativ zufrieden mit dem Job an sich. Was mich nur etwas bedrückt ist, dass Freunde von mir, welche beipsielsweise die Studienrichtung Wiwi oder Firmen Logistik (nebenbei kein anspruchsvoller Studiengang) studiert haben, sich ein sehr angenehmes Arbeitsumfeld in Firmen wie Amazon oder Porsche ergattern können, wohingegen ich mir bei der hellsten Vorstellung keine Arbeitsweise wie diese vorstellen könnte. Ganz blöd gesagt, nicht einmal mein Oberbauleiter/Chef könnte sich dies vorstellen.

Kurz etwas zu meinem Job: Ich habe nach 2 Jahren Berufserfahrung noch etwas längere Arbeitszeiten (ab 50 h/Wo) und ein "aufgerundetes" Tarifgehalt von 3900 € pro Monat. Die Tätigkeit an sich ist immerhin aufgrund des immensen Lernprozesses erstmal ein sehr interessanter Beruf. Bei uns ist es im Tiefbau so, dass der Job eher von der Niederlassung getätigt wird (mit mehreren Baustellenbesichtigungen in der Woche) und daher auch die Abwicklung mehrerer Baumaßnahmen möglich ist (je nach Erfahrung 2-5). Kenne es im Hochbau/Industriebau eher so, dass der Bauleiter vor Ort tätig ist und mehrere Baumaßnahem dabei eher undenkbar wären.

Da die Bauleitung hohe Verantwortung (direkte Verantwortung für Sicherheit des Personals auf der gesamten Baumaßnahmen) und eine hohe (ich nenne es mal ) Stressbereitschaft erfordert, wäre meine Frage hierzu, ob es auch Alternativen zu diesem Beruf in ähnlicher Form gibt. Dabei meine ich einfach Berufe die nicht unbedingt Branchentypisch sein müssten, aber dennoch die Erfahrung eine gute Voraussetzung sein könnte. Oder sogar Berufe in anderen Sparten, welche aber gar bestimmte Berührungspunkte aufweisen.

Die Frage dient ersmal nur rein aus Interesse. Ich weiß, dass die Baubranche keine einfache ist. Jedoch muss auch ich sagen, dass einige wenige Kollegen aus meinem Semester in der typischen Baubranche schon nach einem Jahr Erfahrung auf 60.000 Euro Gehalt in der Bauleitung angelangt sind (Fachrichtung Bauwerkssanierung). Aber dennoch kann keiner in der Branche (zumindest in der Ausführung) den Stress/Aufwand oder das irrationale Verhältnis der Arbeitsbedinungen zu dem Verdienst totreden.

Welche Möglichkeiten für einen Quereinstieg in eine andere Branche gäbe es? Gibt es vielleicht sogar Berufe in der Baubranche, welche eher unbekannt sind, aber gute Möglichkeiten in Bezug auf Stress und Arbeitszeit bieten? Danke im Voraus für eure antworten!

Öffi | 10. Juli 2017 - 20:00

@Stefan:
Zu den Alternativen: Ich habe mich nach einigen Jahren Bauleitung bei einer Behörde beworben und im Anschluss als Projektingenieur gearbeitet. Später habe ich nebenberuflich einen Master gemacht um eine Stelle im höheren Dienst zu bekommen. Bin derzeit in der E13 eingruppiert und mit diesem Gehalt lässt es sich sehr gut leben. Auch im gehobenen Dienst mit E10 aufwärts lässt es sich gut leben. Man muss sich jedoch mit der Behördenstruktur und den teilweise "umständlichen" Arbeitsbedingungen anfreunden können. Mir macht das bisher nichts aus. Es gab jedoch schon Kollegen und Kolleginnen, die nach 1 bis 2 Jahren den Weg zurück in die freie Wirtschaft gewählt haben, weil sie nicht mit den o.g. Bedingungen klargekommen sind. Falls du noch unter 30 bist, bietet sich auch eine Verbeamtung an. Die Staatsprüfungen sollen jedoch nach Angabe einiger Beamter in der Bhörde nicht leicht sein und sehr lern- bzw. zeitaufwendig. Machbar sind die Prüfungen aber auf jeden Fall.

Weitere Möglichkeiten sind Bauabteilungen bei großen Firmen. Die Stellen sind jedoch rar und sehr gefragt. Wer dort hin will, sollte viele Bewerbungen schreiben und sich bei Absagen nicht entmutigen lassen. Ein Kollege hat nach 40 Bewerbungen und vielen Absagen den Einstieg in eine interne Abteilung von BMW geschafft. Soweit ich Beschseid weiß, ist die Arbeit dort sehr gut bezahlt und bzgl. der Arbeitszeit recht überschaubar. Er meckert wirklich sehr selten über seinen Job. Bei großen Firmen sind jedoch Dienstreisen ins Ausland Standard, da die Bauabteilungen meist für mehrere Niederlassungen verantwortlich sind. Wer also nicht gerne unterwegs ist, sollte sich das gut überlegen.

Ich würde immer versuchen auf der Auftraggeberseite zu arbeiten. Das ist deutlich weniger stressig, da es einfacher ist Forderungen zu stellen als Forderungen zu erfüllen. Insgesamt gibt es zahlreiche Möglichkeiten als Bauingenieur zu arbeiten. Man muss die Nischen bzw. guten Stellen nur suchen. Ein gutes Profil und bauspezifische Erfahrungen sind immer von Vorteil und erleichtern den Einstieg außerhalb der klassischen Baubetriebe. Viel Erfolg bei der Stellensuche!

Stefan | 28. Juni 2017 - 16:24

Ich wollte einmal wissen, was Ihr für interessante Alternativen genutzt habt, um vielleicht doch nicht typischerweise nach dem Studium im Baukonzern zu arbeiten. Ich bin am überlegen in die Schweiz zurück zu gehen bzw. einfach mal ein Jahr Work & Travel in Neuseeland zu machen (vielleicht findet sich ja dort zufällig ein passender Traumjob). Wenn ich in die Schweiz gehe, versuche ich allerdings generell von der Schiene "Bau" bzw. "Baukonzern" weg zu kommen und möchte alle Möglichkeiten nutzen, um in andere interessante Sparten zu kommen. Gibt ja einige Sparten wie Maschinenbauindustrie, Qualitätsingenieur, Chemieindustrie, Industriekonzerne (Bauabteilungen für Anlagenbau Instandhaltung etc.), Facility Management, Anlagenbau, Pharmabranche, Erneuerbare Energien/Photovoltaik, Windkraft-, Solar-, Wasserkraftanlagen, Techniker (in alle Richtungen ist was möglich).

ALLES technische, nur bloß nicht mehr klassisch Bauingenieurwesen als z.B. Bauleiter (möglichst NICHT bei einer Baufirma). Welche Erfahrungen konntet Ihr diesbzgl. machen? Habt Ihr konkrete greifbare Ideen und Anregungen über einen Wechsel weg vom Bauunternehmen, hin zu interessanten Firmen, die eben auch ganz klassisch einen Diplom-Ingenieur brauchen?

Lott | 22. Januar 2013 - 09:14

Hallo,
die Vorstellung das ganze Leben als Statiker tätig zu sein, bedrückt mich schon etwas. Nicht dass es mir keinen Spass macht, aber ich habe so meine Zweifel, ob ich diese Arbeit Jahrzehnte lang ausüben möchte. Irgendwie fühle ich mich schon in einem sehr spezifischen Gebiet etwas gefangen. Deshalb würde ich gerne wissen, was für Möglichkeiten man als Bauingenieur sonst noch hat, ausser im herkömmlichen Baugewerbe sei es nun Statik, Strassenbau, Wasserbau tätig zu sein.

Ich habe schon vermehrt gehört, dass es Leute gibt, die von der Branche genug haben und sich deshalb dieser abkehren. Ich frage mich aber dann, was jene Leute für Alternativen haben? Grundsätzlich würde ich auch vor einer Weiterbildung nicht zurückschrecken, sofern ich der Überzeugung bin, dass diese zielführend sein könnte. Würde mich freuen, ein paar Ratschläge zu diesem Thema zu erhalten.
Vielen Dank!

Auswanderer | 18. April 2005 - 11:09

Hätte ich auch gerne gewußt....Da ich ja schon 32 bin und sich ein Wechsel auch kaum mehr lohnt, denke ich, daß raus aus Deutschand der beste Weg sein wird. Was meint ihr hier dazu?

Rainer | 27. April 2005 - 18:28

Hallo!



Bin nach dreieinhalb Jahren Arbeit als Statiker seit Anfang des Jahres arbeitslos und überlege daher auch, wies weitergehen soll.



Bisher habe ich folgende Möglichkeiten gefunden:

- Aufbaustudium Wirtschaftsingenieurwesen

- Seiteneinstieg ins Lehramt

- Aufbaustudium Restauration FH Potsdam



- oder doch irgendwann an der Kasse bei LIDL....



Tschööö, Alles Gute

Falls Euch noch `was einfällt, sagt Bescheid!

Bruno | 28. April 2005 - 08:50

Tach zusammen,



das Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur öffnet sicherlich eine neue Perspektive und gibt auch Zuversicht nicht auf den Baubereich beschränkt zu bleiben, jedoch werden Wirt.-Ing.'s hauptsächlich mit der Kombination Maschinenbau oder E-Technik gesucht, so dass es hier auch nicht so einfach ist eine ausfüllende Stelle zu bekommen. Und bei kaufmännischen Stellen hat man noch die Betriebswirte am Bein.



Habe direkt nach dem Bauing-Studium ein Aufbaustudium zum Wirt-Ing angeschlossen und auch erfolgreich beendet. Hangel mich zur Zeit jedoch auch mit kleinen Jobs durchs Leben.



Wie sieht es denn mit dem Thema Brandschutz aus? Da wird mir immer erzählt hier brummt es noch!

Bauigel | 28. April 2005 - 09:39

Hallo Rainer,



wie wäre es mit dem Aufbaustudiengang Qualitätsmanagement?



Ob ein Aufbaustudium Wirtschaftsingenieurwesen was bringt, ich glaube nicht. Viele Unternehmer glauben, wer einmal im Bau gearbeitet hat will immmer im Bau arbeiten, sprich wenn es zur Nachfrage nach Bauings kommt sind sie wieder weg. Aber wir wissen ja alle dass das in den nächsten 10 Jahren nicht der Fall sein wird. Und im Baubereich bringt das Aufbaustudium nicht viel. Wenn Job, dann unterbezahlt. Ich frage mich auch momentan wie es weitergehen soll. Ich arbeite für 1800 Euro brutto in einem Ingenieurbüro. Manchmal glaube ich ich bin im falschen Film. Freunde verdienen als einfache Produktionsarbeiter viel mehr und haben eine stressfreie Arbeit. Andere haben was solides studiert und verdienten schon als Absolventen 3000 Euro.

Und die Lage wird immer schlechten! Eigendlich müßte man eine Werbeaktion gegen das Studium zum Bauingenieurwesen machen. Oft herrscht ja der Irrglaube vor Bauingenieur verdient man viel Geld. Aber wenn man auf seinen Kontoauszug sieht - gähnende Leere!

frosch | 11. Mai 2005 - 13:51

Ich denke, das mit den Aufbaustudiengänge ist eigentlich ganz schön. Nur kosten Zweitstudien mittlerweile (je nach Bundesland) auch 'ne Menge Euronen. Ich habe das mittlerweile alles durchgedacht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nur (finanziell) überleben kann, wenn ich arbeitslos bin oder einen Job habe. Es wird einem ja gleich alles gestrichen, wenn man mehr als 14 Stunden die Wochen irgenwie beschäftigt ist.



sven | 29. August 2005 - 17:41

Hallo an alle,



bin heute zufällig auf diese Seite gestossen. Ich habe in Basel (Schweiz) Bauingenieurwesen studiert. Alle (ich wiederhole alle) Absolventen meines Jahrganges haben einen Job bekommen. Ich habe das Gefühl das in der Schweiz im Moment ein kleiner Bauboom von statten geht.



Ich selbst habe trotz gutem Abschluss 4 Monate gesucht, bis ich etwas gefunden habe. Ich hatte Glück und bin nun seit Mai 2005 im wohl renomierstesten Ingenieurbüro der Schweiz in Zürich gelandet. Erstes Projekt ist das neue Fussballstadion in St. Gallen.



Leider habe ich nur einen Zeitvertrag bis Ende Oktober und bin am überlegen noch etwas zu studieren. Etwas im Energie oder Umweltbereich wäre sicher die Zukunft.



Aber wer soll das bezahlen: nach 5 jahren ohne Verdienst nochmal ein Studium verträgt mein Bankkonto nicht.



Kurz zu meinem Lohn:



Wohne in Zürich, dank fast keiner Steuern ca. 4500.- Sfr netto auf der Hand. Mein Schwager ist Chemikant, arbeitet in der Roche und hat mehr, wo ist dend da das Verhältnis?



Bei dieser Verantwortung, die man in dem Beruf trägt überlege ich mir lieber hier in Zürich Taxi zu fahren und 1000 Sfr weniger zu verdienen.



Sorry, aber so isses...



PS.: Bin Deutscher



Bau-Wirtsch-Ing | 31. Oktober 2005 - 15:13

Hallo zusammen,



such(t)e wie viele von Euch als Berufseinsteiger nach einem Job als Bauingenieur.

Dachte durch Weiterbildung könne ich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Habe daher auch noch folgendes gemacht:



1) Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur

2) Immobilienspezifische Weiterbildung

3) Weiterbildung zum zertifizierten Energieberater



Dazwischen absolvierte ich noch ein Praktikum mit der Hoffnung übernommen zu werden.



Bis jetzt habe ich trotz aller Qualifikationen noch immer nichts gefunden.

Redete mir bisher immer ein, daß es schon aufwärts gehen werde, sobald man mal den Einstieg geschafft hat.



Wenn man jedoch die wirtschaftliche Lage realistisch betrachtet, wird sich die Situation speziell auf dem Bau wahrscheinlich auch in Zukunft nicht verbessern (z.B. Investitionsstau der öffentlichen Hand aufgrund leerer Kassen, hohe Leerstandsquote, zurückhaltende Investition privater Bauherren aus Angst vor Arbeitslosigkeit, mögliche Abschaffung der Eigenheimzulage, etc.)

Dies wird durch die Berichte des ifo-Instituts für die nächsten 10 Jahre und durch eine aktuelle Studie zur Zukunft der Architekten (unter www.aknw.de als pdf) bestätigt.

Diese Studie enthält neben architektenspezifischen Informationen auch Experteneinschätzungen zur künftigen Entwicklung des Baumarktes und betrifft daher auch uns Bauingenieure.



Es bleiben wohl nur 2 Alternativen übrig:

1) im Ausland als Bauing. arbeiten

2) Quereinsteiger in einen anderen Bereich



Mit dem Diplom hat man ja auch bewiesen, daß man sich eine Sache selber erarbeiten kann.

Was das genau sein könnte, weiß ich auch noch nicht, da ich mich erst in den letzten Tage entschlossen habe umzusteuern.

Da wird wohl nur ein professioneller privater Arbeitsvermittler weiterhelfen können !!!



PS:



Ein Aufbaustudium Wirtschaft kann ich aus meiner Sicht nur weiterempfehlen. Man sollte sich jedoch von Anfang an auf eine andere Branche als Bau fokussieren.

Durch das Studium versteht man endlich mal die Denke von BWlern und lernt interdisziplinär in Gruppen zu arbeiten !

(Ich habe das aus Interesse gleich an mein Bauing-Studium drangehängt und dachte: wenn ich damit fertig bin, nimmt mich jede Baufirma mit Handkuss Naja: heute weiß ich, daß das ziemlich naiv war !)



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