Mein Berufseinstieg in der Bauleitung

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CaptKrunch | Thema eröffnet vor 8 Jahren

Ich habe in diesem Jahr (2011) mein Masterstudium an der FH in Augsburg abgeschlossen und arbeite jetzt seit einem Monat als Bauleiter in einem mittelständischen Unternehmen in der Region. Nun zu meiner Frage: Wie ist es den anderen Bauleitern in ihren Anfängen so ergangen?

Ich habe inzwischen 4 Baustellen alleine zu leiten, man hat mir bis jetzt nicht erklärt wie unser Abrechnungsprogramm funktioniert und nicht einmal durch die Firma und den Bauhof geführt. Auch die Abläufe, beispielsweise wie ich etwas für eine Baustelle bestelle, hat man mir bis jetzt nicht gezeigt/erklärt. Ein Kollege - der auch Bauleiter ist - meinte zu mir das er, als er angefangen hat zu arbeiten, erstmal 2 Jahre mit einem anderen Bauleiter mitgelaufen ist der ihm dann anfangs kleinere Aufgaben gegeben hat und mit der Zeit immer mehr selbstständig arbeiten konnte.

Ich muss mir alles selbst beibringen und habe einfach noch nicht so die Ahnung wie es auf der Baustelle abläuft. Wenns Probleme gibt werde ich angerufen und dann soll von mir eine Lösung her, aber mit Null Erfahrung kann ich dann meistens nichts passendes darauf antworten. In meiner Firma fühlt sich irgendwie niemand für mich verantwortlich, man hat mich ins kalte Wasser geschmissen und jetzt heißt es mach! Mir ist klar das man mir nicht alles auf einem Silbertablett hinlegt und ich auch selbst recherchieren muss bzw. selbstständig Fragen stellen soll, nur hab ich mir meine Anfänge irgendwie anders vorgestellt.

Als ich unseren Chef darauf angesprochen habe das die meisten Bauleiterneulinge erstmal mit jemandem erfahrenen "mitlaufen" wurde mir nur gesagt das es früher auch so gehandhabt wurde aber bei den jungen Leuten nichts hängengeblieben ist. Das kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.

Ingenieur1997 | 29. Mai 2020 - 11:13

Ich bin seit über einem Jahr als Werkstudent auf einer Baustelle tätig. Meine Aufgabe ist es die Bauleitung zu unterstützen (Fotodokumentation, E-Mails schreiben, Rechnungen prüfen, Mängel von verschiedenen Gewerken aufnehmen etc.). Ich studiere schon seit 6 Semestern und habe auch noch einige Module offen.

Mir ist aufgefallen, dass man als Bauleiter echt vieles wissen muss bzw. ALLES. Ich habe echt Bock auf den Job, seitdem ich dort arbeite merke ich immer mehr, dass ich Bauleiter werden möchte, auch wenn der Job mit viel Stress und Überstunden verbunden ist.

Naja, kommen wir mal zu meiner Frage: Ist es normal, dass ich relativ wenig weiß? Beispiel: Wenn die Bauleiter über Fenstereinbauten reden oder über einen bestimmten Verbau bei Trockenbauwänden, dann verstehe ich teilweise nur Bahnhof!?

Abl | 17. Mai 2020 - 20:16

@789456123:
Ich bin auch in derselben Situation, ich mache seit April 2020 meinen Master in Baubetrieb, Bachelor habe ich im Ausland absolviert. Bis jetzt ohne Erfahrung (ausser Praktika), ich habe vor, in der Bauleitung zu arbeiten, aber zurzeit möchte ich eine Werkstudent-Stelle besetzen, wie läuft das eigentlich? Was wird erwartet? Mein Master ist zwar auf Deutsch, aber mein Deutsch braucht noch Zeit. Vielen Dank im Voraus.

Student | 09. Mai 2020 - 13:10

@789456123:
Ich hätte die gleiche Frage. Bin bald mit dem Bachelor fertig und frage mich, ob ich den Master Baumanagement oder Konstruktiver Ingenieurbau mache. Ich wohne zwar in Österreich und studiere an der TU Graz aber bei uns sieht es gleich aus. Die internationalen Studenten gehen bei uns immer in die Tragwerksplanung. Das ist aber sicher von Person zu Person unterschiedlich. Manche können nicht so gut und schnell kommunizieren, wenn sie nicht in ihrer Muttersprache sprechen und auf der Baustelle gibt es schon ganz viel Stress.

789456123 | 11. Februar 2020 - 11:36

Ich habe eine Frage zum Thema Bauleiter als Ausländer. Bin momentan kurz vor dem Masterabschluss (Bauingenieurwesen) und nebenbei arbeite ich in einem OÜ-Büro. (Da mein Studium auf Deutsch läuft, verstehe ich schon Deutsch, jedoch nicht 100 % logisch). Wie bekannt, ist es in der Baubranche sehr oft in Deutsch kommuniziert. Zudem sehe ich sehr wenige Ausländer in Bauleitungsteam. Meine ausländische Kommilitonen gehen daher in die Richtung Statik also Tragwerksplanung. Ich möchte gern wissen, wie es bei anderen Unternehmen aussieht? Vielen Dank im Voraus!

Fabian | 11. April 2019 - 11:43

Ich habe meinen Master gerade abgeschlossen und möchte mich jetzt bewerben. Mir wurde geraten, zunächst als Bauleiter anzufangen und Erfahrung zu sammeln. Auf lange Sicht möchte ich jedoch als Tragwerksplaner arbeiten. Daher will ich wahrscheinlich nach 5-10 Jahren wechseln. Gibt es jemanden, der Erfahrung mit dem Wechsel von Bauleiter zu Tragwerksplaner hat? Oder ist das vielleicht gar nicht sinnvoll? Ich wäre dankbar für eine Meinung oder einen Erfahrungsbericht.

Tiefbauer | 17. März 2019 - 13:54

@Thomas:
Ich bin nach dem Studium im Schlüsselfertigen Industriebau in der Bauleitung eingestiegen (GU), vorwiegend Nachunternehmer betreut. Grundsätzlich hat Jürgen da Recht, du bekommst hier von allem etwas mit und kannst dich dann spezialisieren oder dabei bleiben. Ich bin nach einer gewissen Zeit in den Tiefbau gewechselt, insbesondere der Maschinen- und Materialeinsatz begeistern mich hierbei. Das ist halt was anderes, als beispielsweise der Innenausbau. Zudem arbeite ich jetzt mit eigenen Kolonnen und Maschinen, zuvor stellte diese ja der jeweilige Nachunternehmer. Meine Empfehlung ist, unbedingt das zu machen, wo deine Neigungen und Vorlieben liegen. Ich bin froh, dass ich damals den Schritt gemacht habe!

Jürgen | 15. März 2019 - 11:52

@Thomas:
Lass dich nicht entmutigen von all den negativen Kommentaren. Ich bin seit fast 20 Jahren in der Bauleitung (Schlüsselfertigbau) und mache meinen Job immer noch mit Freude. Aller Anfang ist schwer, da will ich auch gar nichts schönreden. Aber wenn du mal ein paar Jahre Erfahrung gesammelt hast und weißt wie der Hase läuft, dann ist die Bauleitung ein wirklich sehr abwechlungsreiches Betätigungsfeld. Ich empfehle dir im Schlüsselfertigbau einzusteigen. Hier bekommst du von allen Gewerken etwas mit und hast es später beim Jobwechsel viel einfacher!

Thomas | 13. März 2019 - 15:39

Ich möchte nach dem Studium als Bauleiter einsteigen. Ich bin aktuell noch unentschlossen, ob ich in den Hoch- oder Tiefbau gehen sollte. Was würdet ihr empfehlen und wieso?

Stefan | 26. Juni 2017 - 13:50

@Sarkasmus | zum Beitrag vom 05. Oktober 2011 - 17:09
Zu deinem Beitrag: Ich kann inhaltlich dem allen zustimmen, mit dem Sub vom Sub am besten in Türkisch oder Indisch oder weiss der Geier. Und Teamgeist? = Vergiss es, dass steht nur in jeder Stellenausschreibung so drinnen, damit was drinnen steht. Lerne von Anfang an ein Arsch zu sein und wie man ordentlich Schwein wird (das ist wirklich die wahre Realität). Die Kalkulatoren müssen unterdeckt anbieten, sonst bekommt man keinen Auftrag (Die Grundeinstellung in Deutschland um maximal billig zu bauen ... so konkurriert sich die Konkurrenz ins Bodenlose und in den Bankrott und der Gewinner ist der, der am weitesten Unterdeckt hat = armes System), der Arsch ist dann erstmal der Kalkulator, welches weitergewälzt wird auf den Bauleiter, der Abteilungsleiter macht Druck und der BL leitet den Druck an seine Poliere und der Polier wiederum an seine Fachkräfte, und die Fachkräfte sagen oft eigentlich gar nichts mehr und schütteln durchgehend den Kopf und halten die Fresse. Und Subs werden so billig eingekauft, das ich verwundert bin, dass die überhaupt noch aufstehen. Lange Rede kurzer Sinn: Nach 2 Jahren dieser Erbärmlichkeiten angucken, bin ich mit dem hier fertig.

Frage @Sakarsmus: Kannst Du mir Tipps geben zu deiner Veränderung in Richtung Chemieindustrie und was man da als Ingenieur machen kann? / Welche Stellen gut zu uns passen bzw. was alternativ gut passt? Ich will bloß kein BL mehr sein und eigentlich nur noch weg vom Bau. Ich hab selber schon handwerklich auf dem Bau gearbeitet = 15 Jahre bereits und war im ersten Bildungsweg gelernter Zimmermann. Aber die Negativerfahrungen hierzu, da will ich dem Bau nun endgültig den Rücken kehren.

alias07 | 22. Mai 2017 - 20:05

@bauing:
Danke für die hilfreichen Tipps! Würde gerne im Bereich Baubetrieb etwas machen, nur leider ist bei uns an der Uni der Professor in Rente gegangen und der Lehrstuhl vergibt zurzeit keine Bachelorarbeiten. Aber BIM wäre eigentlich eine gute Idee. Müsste ich mal am Lehrstuhl für Bauinformatik nachfragen. Ansonsten hätte ich die Möglichkeit in Stahlbau eine Bachelorarbeit zu verfassen.

Spielt denn das Thema der Bachelorarbeit so eine große Rolle beim bewerben? Und wie ist das mit dem Notendurchschnitt? Wird am Ende mehr auf auf die Note der Bachelorarbeit oder auf den gesamten Schnitt geachtet? Wenn ich fertig bin, habe ich nach meinen Berechnungen einen Schnitt zwischen 2,7 und 2,9.

bauing | 20. Mai 2017 - 15:06

@alias07:
1. Ja definitiv. Im Prinzip ist es egal ob Techniker, Master oder Bachelor. Viel mehr zählt dein Wille sowie deine Einstellung.
2. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehen momentan sehr gut aus, zumindest was die Bauunternehmen betrifft.
3. Kommt ein bisschen auf das Unternehmen an, aber prinzipiell ja. Wir haben bei uns Führungskräfte (Oberbauleiter/Projektleiter) die "nur" einen Polier gemacht haben.
4. Kommt auf die Unternehmensgröße und dein Tätigkeitsbereich an. Bei größeren Firmen wirst du in der Regel als Abrechner beginnen und einem Bauleiterkollegen zuarbeiten um reinzukommen.
5. ja
Kleiner Tipp: Das mit dem Lernstress solltest du in einem Vorstellungsgespräch nicht erwähnen. Der Lernstress wird in einem Unternehmen durch Termin- und vor allem Kostendruck ersetzt. Dessen sollte man sich bewussst sein und auch damit leben können, wenn man eine Tätigkeit in der Bauleitung anstrebt. Falls du noch ein Thema für die Bachelorarbeit suchst, würde ich dir BIM oder ein Thema im Bereich Baubetrieb/Baurecht empfehlen.

alias07 | 19. Mai 2017 - 20:06

Ich beginne demnächst meine Bachelorarbeit und stehe hinsichtlich meiner Zukunft noch vor offenen Fragen.

1. Reicht der Bachelor für einen Job als Bauleiter aus?
2. Wie stehen die Chancen aktuell auf dem Arbeitsmarkt als Bachelorabsolvent?
3. Hat man mit einem Bachelor auch Aufstiegschancen in einem Unternehmen?
4. Wie schwer ist der Einstieg, wenn man keine Erfahrung hat?
5. Wird der Bachelor in Bauunternehmen allgemein anerkannt?

Den Master ziehe ich derzeit nicht in Erwägung, da ich einfach keine Lust mehr auf Studieren habe. Nicht aufgrund meines Studienganges, sondern aufgrund des Lernstresses und im Allgemeinen das Studentenleben. Kurz: Ich möchte so langsam mal etwas Geld verdienen. Ich denke, dass einige Fragen hier schon des öfteren beantwortet wurden. Leider sind manche Beiträge etwas älter und mich interessiert der Stand der Dinge im Jahr 2017.

Für hilfreiche Tipps bedanke ich mich schon mal herzlichst. PS: Möchte gerne im konstruktiven Bereich (Hochbau) tätig sein.

Thomas | 15. März 2017 - 23:42

Ich selbst bin kein Bauingenieur. Dafür bin ich Bauhandwerksmeister (Maurer, Steinmetz, Betonbau, mit Zimmermanns- und Sanitärerfahrungen) und Bautechniker (was in etwa dem Bauingenieur entspricht). Ich habe viele Jahre in den verschiedenen Baugewerken direkt mitgeplant und mitgearbeitet. Hinzukommen die jahrelangen Erfahrungen, die ich im Baugewerbe gesammelt habe. So habe ich mein ersten Einsatz als Bauleiter mit Bravour bewältigen können und mittlerweile suchen junge Ingenieure Rat bei mir. Hätte ich nicht all diese Erfahrungen, hätte ich das nie stemmen können.

Das heißt, da mußt Du durch. Daher mein Rat: Geselle Dich zuerst an die erfahrenen Bauleiter als Mitbauleiter. Das wird Dich vor Unannehmlichkeiten schützen bis sich Routine und Know-how einstellt. Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute!

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