Mein Berufseinstieg in der Bauleitung » Seite 4

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Lobby | 18. Oktober 2011 - 09:44

@Schandmaul
Glückwunsch.=> offensichtlich sponsored by the Bau-Lobby., mit dem Resultat von überdurchschnittlichen "Bezügen" und der Negation von immer wieder in diesem Forum und neutralen Instituten angezeigten belastbaren / harten Fakten bzgl. der negativen Perspektiven in der Bauindustrie.

Schandmaul | 17. Oktober 2011 - 09:19

Es ist schon eine skurille Diskussion die hier von scheinbar ausschließlich enttäuschten Bauingenieuren geführt wird. Ich habe es selten erlebt, dass ein so unglaublich interessanter Beruf in der Form heruntergemacht wird. Für mich sind die Argumente die hier aufgezählt werden, auch größtenteils falsch.

1. Gehalt:
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich durchaus überdurchschnittlich verdiene und manchen Chemiebranchen-Ingenieur gehaltstechnisch locker in die Tasche stecke. Dazu noch einen schicken Firmenwagen. Wer glaubt in anderen Branchen fließt Milch und Honig irrt sich sehr. Es mag sein, dass die Einstiegsgehälter in anderen Branchen höher ausfallen, aber eine überdurchschnittliche Gehaltsentwicklung ist bei guter Leistung in der Bauindustrie gegeben. Und wer das nicht abwarten kann, ist selber schuld.

2. Tätigkeit
In welchen Beruf kann man denn sein Schaffen so erleben wie in der Baubranche? Ich kenne keine. Man sollte seinen Beruf nicht nach den ausgenscheinlich besseren Einstiegsgehalt wählen, sondern das was einem Spaß macht und auch die nächsten Jahre Spaß machen wird. Geht in die Firmen und schaut es euch einfach mal an, bevor ihr euch von einem Beruf abwendet, der so abwechlungsgreich ist, wie kein anderer.

3. Umfeld
Man muss schon auf einem hohen Ross sitzen, um zu behaupten, dass man in der Baubranche nur von unterirdischem Niveau umgeben ist. Soviel arroganten Unfug, habe ich selten gehört. Und der armselige Bauingenieur, der tatsächlich so denkt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen und ich gehe jede Wette ein, dass man mit solchen Charakterzügen es in keiner Branche zu etwas bringen wird. Der Hochmut kommt eben vor dem Fall. Denkt ihr wirklich, dass die Firmen, die 2 bis 3-stellige Millionenumsätze (und die Großen noch mehr) im Jahr machen, nur von unterirdischen Niveau umgeben sind? Sorry, aber das ist echt Unsinn.

Sorry an diejenigen die offensichtlich in der Branche fehl am Platze sind. Und unmotiviert wird man nirgends etwas.

Gruß Schandmaul

FlipB | 12. Oktober 2011 - 19:20

Ich gratuliere allen Usern zum mutigen Schritt sich der Baubranche loszureißen. Eine weise Entscheidung. Um die Frage zu beantworten, was sinnvoll ist außer Bauwesen: Nachdem Bauingenieure die am schlechtesten bezahlten Techniker sind: Es lohnt sich ALLES technische, nur nicht Bauingenieurwesen.

Sofern man ohnehin technikaffin ist, gibt es doch unzählige Möglichkeiten dem Bauingenieurwesen auszuweichen. Wenn ihr also nicht im Swimmingpool des Fernmeldetechnikers planschen wollt und dann zurück fahren müsst zu Eurer 2-Zi Wohnung, dann meidet das Bauwesen. Wenn ihre eine Familie gründen wollt und eine hübsche Prinzessin an eurer Seite haben wollte, meidet das Bauwesen. Prinzessinnen küssen nunmal keine Frösche, und schon gar nicht durchgekochte Viecher.

Mickey | 12. Oktober 2011 - 17:32

Leute, ich finde diese Diskussion auch höchst interessant. Was würdet ihr als Masteraufbaustudium raten um in die Chemie-/Pharmabranche zu kommen? Ich denke was mit Abwässern etc ist aus dem Bachelor ja schonmal ganz gut. Aber auf welchen weiteren Masterstudiengang oder so in der Chemiebranche bewerben? Nur wo? Hoffe ihr könnt mir ein paar nützliche Tipps geben. Danke!

Schlaubi | 12. Oktober 2011 - 09:42

Gratuliere CraptKrunch! Du wirst sehen, das war eine der besten Entscheidungen deines Lebens! Sarkasmus bringt es auf den Punkt: "Es ist schon ein grosser Unterschied ob man mit promovierten Chemikern, Verfahrensingenieuren, hochqualifizierten Facharbeitern etc. zusammenarbeitet oder sich im unterirdischen Baustellenniveau bewegt."

Kann ich nur bestätigen! Und wer als Frosch im kochenden Wasser nicht schon verbrüht ist und alle seine Sinne beisammen hat, der sucht sich Alternativen!

Bauingstudent | 12. Oktober 2011 - 00:47

Für alle die den Umstieg geschafft haben (Chemie, Anlagenbau), welche Vertiefung würdet ihr empfehlen? Ist ein Umstieg eher mit Baumanagement oder mit der konstruktiven Schiene möglich? Ich wollte eigentlich demnächst mein Glück mit dem Masterabschluss in der Bauleitung versuchen, jedoch wäre ein möglicher Plan B nicht ganz so schlecht.

Mickey | 11. Oktober 2011 - 17:25

Ich kann auch nur zu dieser Entscheidung gratulieren! Ich mach vielleicht iwann auch einen Energiemaster und werd mich aus dem Baumaster ausschreiben.

Performance | 10. Oktober 2011 - 13:11

@Mickey:
Ich bin einen vergleichbaren Weg wie Sarkasmuns gegangen. Das wichtigste für mich ist, dass ich jetzt nicht schon mit dem Sonntag-Nachmittag beginnend mit Grauen an die typischen Situationen wie (Sub-) Personal kommt einfach nicht, Baustelle läuft ins Minus, da (wie eigentlich immer) unterkalkuliert, signifikante Ausführungsfehler, Baustelle "säuft" wegen schlechtem Wetter ab, Terminzusagen werden nicht eingehalten, Diebstahl von Baumaterialien etc. denken muss. Das ganze hat also auch etwas mit Lebensqualität zu tun und ich frage mich wirklich, weshalb sich viele diesen wirklich schlecht honorierten Stress antun, obwohl sie mehr als unzufrieden sind und das Potenzial für hervorragende Jobalternativen besitzen.

change | 10. Oktober 2011 - 12:26

@CaptKrunch:
Zu dieser Entscheidung kann ich nur gratulieren.Das Verhalten der frustierten Bauingenieure in der desaströsen Bauindustrie wird m.E. durch das wissenschaftlich bewiesene Frog Syndrom gut erläutert.
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Boiled-Frog-Syndrom: Ein Frosch sitzt in einem Wassertopf, der sehr langsam erhitzt wird. Obwohl es ihm immer unangenehmer wird, bleibt der Frosch sitzen und harrt aus. Schließlich wird der Punkt erreicht, an dem es für einen Absprung zu spät ist. Bezogen auf die Arbeitswelt bedeutet das: Es kann sehr unbequem sein, sich aus einem Arbeitsverhältnis heraus zu einer Bewerbung für eine bessere, den längerfristigen Zielen entsprechende Position zu entschließen. In der aktuellen Position kann der Stelleninhaber viele gewohnte Tätigkeiten erledigen. Eine neue Position jedoch ist unbekannt, Kollegen, Klienten und Vorgesetzte sind fremd. Die meisten Arbeitnehmer ziehen es daher vor, trotz Unzufriedenheit bei ihrer alten Stelle zu bleiben.
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Und genau darum geht es: Irgendwann ist es zu spät!

Sarkasmus | 10. Oktober 2011 - 08:47

@Mickey:
Hallo, ich bin dort im Bereich des Projektmanagments für die Organisation von Anlagenstopps (Maintenance) bzw. Investments beschäftigt. Es ist schon ein grosser Unterschied ob man mit promovierten Chemikern, Verfahrensingenieuren, hochqualifizierten Facharbeitern etc. zusammenarbeitet oder sich im unterirdischen Baustellenniveau bewegt.

CaptKrunch | 10. Oktober 2011 - 08:37

Danke für eure Antworten! Heute habe ich meine Kündigung eingereicht. Werde nun versuchen in Richtung Photovoltaik/Erneuerbare Energien irgendwas zu finden. Sollte das nicht klappen werde ich warscheinlich in Richtung Weiterbildung gehen oder mir in irgendeiner Nische was suchen. Ich melde mich wieder sobald ich mehr weiß. Gruß und Danke

Mickey | 06. Oktober 2011 - 17:17

@Sarkasmus:
Was machst du jetzt in der Chemieindustrie wenn man fragen darf?
Gruß Mickey

Jupp | 06. Oktober 2011 - 14:11

Hallo CaptKrunch,
Deine Mittelstandserfahrung habe ich leider auch machen müssen und anschliessend schnellstmöglich das Weite gesucht. Bin dann bei einem der größten Deutschen Bauunternehmen als Trainee für Bauleiter eingestiegen. Hatte zwar 1 Jahr ein relativ geringes Gehalt - war aber danach sehr gut vorbereitet.

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