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Dienstag, 19. März 2019
Ausgabe 6420 | Nr. 78 | 18. Jahrgang
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Mein Berufseinstieg in der Bauleitung

48 Kommentare | 39191 Aufrufe Kommentar hinzufügen
| Thema eröffnet vor 7 Jahren

Ich habe in diesem Jahr (2011) mein Masterstudium an der FH in Augsburg abgeschlossen und arbeite jetzt seit einem Monat als Bauleiter in einem mittelständischen Unternehmen in der Region. Nun zu meiner Frage: Wie ist es den anderen Bauleitern in ihren Anfängen so ergangen?

Ich habe inzwischen 4 Baustellen alleine zu leiten, man hat mir bis jetzt nicht erklärt wie unser Abrechnungsprogramm funktioniert und nicht einmal durch die Firma und den Bauhof geführt. Auch die Abläufe, beispielsweise wie ich etwas für eine Baustelle bestelle, hat man mir bis jetzt nicht gezeigt/erklärt. Ein Kollege - der auch Bauleiter ist - meinte zu mir das er, als er angefangen hat zu arbeiten, erstmal 2 Jahre mit einem anderen Bauleiter mitgelaufen ist der ihm dann anfangs kleinere Aufgaben gegeben hat und mit der Zeit immer mehr selbstständig arbeiten konnte.

Ich muss mir alles selbst beibringen und habe einfach noch nicht so die Ahnung wie es auf der Baustelle abläuft. Wenns Probleme gibt werde ich angerufen und dann soll von mir eine Lösung her, aber mit Null Erfahrung kann ich dann meistens nichts passendes darauf antworten. In meiner Firma fühlt sich irgendwie niemand für mich verantwortlich, man hat mich ins kalte Wasser geschmissen und jetzt heißt es mach! Mir ist klar das man mir nicht alles auf einem Silbertablett hinlegt und ich auch selbst recherchieren muss bzw. selbstständig Fragen stellen soll, nur hab ich mir meine Anfänge irgendwie anders vorgestellt.

Als ich unseren Chef darauf angesprochen habe das die meisten Bauleiterneulinge erstmal mit jemandem erfahrenen "mitlaufen" wurde mir nur gesagt das es früher auch so gehandhabt wurde aber bei den jungen Leuten nichts hängengeblieben ist. Das kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.

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Tiefbauer | 17. März 2019 - 13:54 2019-03-17

@Thomas:
Ich bin nach dem Studium im Schlüsselfertigen Industriebau in der Bauleitung eingestiegen (GU), vorwiegend Nachunternehmer betreut. Grundsätzlich hat Jürgen da Recht, du bekommst hier von allem etwas mit und kannst dich dann spezialisieren oder dabei bleiben. Ich bin nach einer gewissen Zeit in den Tiefbau gewechselt, insbesondere der Maschinen- und Materialeinsatz begeistern mich hierbei. Das ist halt was anderes, als beispielsweise der Innenausbau. Zudem arbeite ich jetzt mit eigenen Kolonnen und Maschinen, zuvor stellte diese ja der jeweilige Nachunternehmer. Meine Empfehlung ist, unbedingt das zu machen, wo deine Neigungen und Vorlieben liegen. Ich bin froh, dass ich damals den Schritt gemacht habe!

Jürgen | 15. März 2019 - 11:52 2019-03-15

@Thomas:
Lass dich nicht entmutigen von all den negativen Kommentaren. Ich bin seit fast 20 Jahren in der Bauleitung (Schlüsselfertigbau) und mache meinen Job immer noch mit Freude. Aller Anfang ist schwer, da will ich auch gar nichts schönreden. Aber wenn du mal ein paar Jahre Erfahrung gesammelt hast und weißt wie der Hase läuft, dann ist die Bauleitung ein wirklich sehr abwechlungsreiches Betätigungsfeld. Ich empfehle dir im Schlüsselfertigbau einzusteigen. Hier bekommst du von allen Gewerken etwas mit und hast es später beim Jobwechsel viel einfacher!

Thomas | 13. März 2019 - 15:39 2019-03-13

Ich möchte nach dem Studium als Bauleiter einsteigen. Ich bin aktuell noch unentschlossen, ob ich in den Hoch- oder Tiefbau gehen sollte. Was würdet ihr empfehlen und wieso?

Stefan | 26. Juni 2017 - 13:50 2017-06-26

@Sarkasmus | zum Beitrag vom 05. Oktober 2011 - 17:09
Zu deinem Beitrag: Ich kann inhaltlich dem allen zustimmen, mit dem Sub vom Sub am besten in Türkisch oder Indisch oder weiss der Geier. Und Teamgeist? = Vergiss es, dass steht nur in jeder Stellenausschreibung so drinnen, damit was drinnen steht. Lerne von Anfang an ein Arsch zu sein und wie man ordentlich Schwein wird (das ist wirklich die wahre Realität). Die Kalkulatoren müssen unterdeckt anbieten, sonst bekommt man keinen Auftrag (Die Grundeinstellung in Deutschland um maximal billig zu bauen ... so konkurriert sich die Konkurrenz ins Bodenlose und in den Bankrott und der Gewinner ist der, der am weitesten Unterdeckt hat = armes System), der Arsch ist dann erstmal der Kalkulator, welches weitergewälzt wird auf den Bauleiter, der Abteilungsleiter macht Druck und der BL leitet den Druck an seine Poliere und der Polier wiederum an seine Fachkräfte, und die Fachkräfte sagen oft eigentlich gar nichts mehr und schütteln durchgehend den Kopf und halten die Fresse. Und Subs werden so billig eingekauft, das ich verwundert bin, dass die überhaupt noch aufstehen. Lange Rede kurzer Sinn: Nach 2 Jahren dieser Erbärmlichkeiten angucken, bin ich mit dem hier fertig.

Frage @Sakarsmus: Kannst Du mir Tipps geben zu deiner Veränderung in Richtung Chemieindustrie und was man da als Ingenieur machen kann? / Welche Stellen gut zu uns passen bzw. was alternativ gut passt? Ich will bloß kein BL mehr sein und eigentlich nur noch weg vom Bau. Ich hab selber schon handwerklich auf dem Bau gearbeitet = 15 Jahre bereits und war im ersten Bildungsweg gelernter Zimmermann. Aber die Negativerfahrungen hierzu, da will ich dem Bau nun endgültig den Rücken kehren.

alias07 | 22. Mai 2017 - 20:05 2017-05-22

@bauing:
Danke für die hilfreichen Tipps! Würde gerne im Bereich Baubetrieb etwas machen, nur leider ist bei uns an der Uni der Professor in Rente gegangen und der Lehrstuhl vergibt zurzeit keine Bachelorarbeiten. Aber BIM wäre eigentlich eine gute Idee. Müsste ich mal am Lehrstuhl für Bauinformatik nachfragen. Ansonsten hätte ich die Möglichkeit in Stahlbau eine Bachelorarbeit zu verfassen.

Spielt denn das Thema der Bachelorarbeit so eine große Rolle beim bewerben? Und wie ist das mit dem Notendurchschnitt? Wird am Ende mehr auf auf die Note der Bachelorarbeit oder auf den gesamten Schnitt geachtet? Wenn ich fertig bin, habe ich nach meinen Berechnungen einen Schnitt zwischen 2,7 und 2,9.

bauing | 20. Mai 2017 - 15:06 2017-05-20

@alias07:
1. Ja definitiv. Im Prinzip ist es egal ob Techniker, Master oder Bachelor. Viel mehr zählt dein Wille sowie deine Einstellung.
2. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehen momentan sehr gut aus, zumindest was die Bauunternehmen betrifft.
3. Kommt ein bisschen auf das Unternehmen an, aber prinzipiell ja. Wir haben bei uns Führungskräfte (Oberbauleiter/Projektleiter) die "nur" einen Polier gemacht haben.
4. Kommt auf die Unternehmensgröße und dein Tätigkeitsbereich an. Bei größeren Firmen wirst du in der Regel als Abrechner beginnen und einem Bauleiterkollegen zuarbeiten um reinzukommen.
5. ja
Kleiner Tipp: Das mit dem Lernstress solltest du in einem Vorstellungsgespräch nicht erwähnen. Der Lernstress wird in einem Unternehmen durch Termin- und vor allem Kostendruck ersetzt. Dessen sollte man sich bewussst sein und auch damit leben können, wenn man eine Tätigkeit in der Bauleitung anstrebt. Falls du noch ein Thema für die Bachelorarbeit suchst, würde ich dir BIM oder ein Thema im Bereich Baubetrieb/Baurecht empfehlen.

alias07 | 19. Mai 2017 - 20:06 2017-05-19

Ich beginne demnächst meine Bachelorarbeit und stehe hinsichtlich meiner Zukunft noch vor offenen Fragen.

1. Reicht der Bachelor für einen Job als Bauleiter aus?
2. Wie stehen die Chancen aktuell auf dem Arbeitsmarkt als Bachelorabsolvent?
3. Hat man mit einem Bachelor auch Aufstiegschancen in einem Unternehmen?
4. Wie schwer ist der Einstieg, wenn man keine Erfahrung hat?
5. Wird der Bachelor in Bauunternehmen allgemein anerkannt?

Den Master ziehe ich derzeit nicht in Erwägung, da ich einfach keine Lust mehr auf Studieren habe. Nicht aufgrund meines Studienganges, sondern aufgrund des Lernstresses und im Allgemeinen das Studentenleben. Kurz: Ich möchte so langsam mal etwas Geld verdienen. Ich denke, dass einige Fragen hier schon des öfteren beantwortet wurden. Leider sind manche Beiträge etwas älter und mich interessiert der Stand der Dinge im Jahr 2017.

Für hilfreiche Tipps bedanke ich mich schon mal herzlichst. PS: Möchte gerne im konstruktiven Bereich (Hochbau) tätig sein.

Thomas | 15. März 2017 - 23:42 2017-03-15

Ich selbst bin kein Bauingenieur. Dafür bin ich Bauhandwerksmeister (Maurer, Steinmetz, Betonbau, mit Zimmermanns- und Sanitärerfahrungen) und Bautechniker (was in etwa dem Bauingenieur entspricht). Ich habe viele Jahre in den verschiedenen Baugewerken direkt mitgeplant und mitgearbeitet. Hinzukommen die jahrelangen Erfahrungen, die ich im Baugewerbe gesammelt habe. So habe ich mein ersten Einsatz als Bauleiter mit Bravour bewältigen können und mittlerweile suchen junge Ingenieure Rat bei mir. Hätte ich nicht all diese Erfahrungen, hätte ich das nie stemmen können.

Das heißt, da mußt Du durch. Daher mein Rat: Geselle Dich zuerst an die erfahrenen Bauleiter als Mitbauleiter. Das wird Dich vor Unannehmlichkeiten schützen bis sich Routine und Know-how einstellt. Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute!

BobderBaumeister | 11. März 2016 - 13:31 2016-03-11

Ich stehe vor folgender Situation und hoffe, dass Sie mir dabei helfen können. Ich möchte wissen, was für Gehaltsansprüche ein Bauleiter bei Berufseinstieg im Raum Köln haben kann. Ich habe bereits als Werksstudent in einem Ingenieursbüro gearbeitet.

Aim | 04. November 2015 - 13:41 2015-11-04

Ich habe meinen Bachelorabschluss vor ein paar Monaten absolviert und bin seit einer Woche als Bauleiter in einem mittelständischen Unternehmen im Tiefbaubereich im Norden angestellt. Da ich keine Berufserfahrung habe, sollte ich ab nächste Woche (erste Arbeitstage) mit auf die Baustelle, um ein Praxisgefühl zu haben, danach direkt Aufgaben in der Leitung übernehmen.

Ich bin sehr gespannt und weiss nicht was man wissen muss und was nicht. Außerdem wie sollte man sich verhalten gegenüber Bauarbeitern die jahrelange Berufserfahrung haben? Jeder TIPP ist hilfreich! Danke

Fuchs | 11. Dezember 2011 - 13:19 2011-12-11

Hallo,
ich möchte meine Erfahrungen aus meiner ersten Berufserfahrung als Bauingenieur weitergeben. Kurz zu meiner Person:

* Handwerksberuf erfolgreich abgeschlossen (weiteres Jahr als Geselle gearbeitet)
* Studium Bauingenieurwesen Bachelor und Master
* Einstieg bei einem international agierenden Großkonzern in die Bauleitung (schlüsselfertiger Hoch- und Ingenieurbau).

Dabei schon auf unterschiedlichen (Groß-) Baustellen in der Bauleitung aktiv gewesen. Allgemein werden bei Großkonzernen die Gehälter nach Tarif bezahlt. Man wird also nach Abschluss als Bachelor mit A5 - A6 und als Master mit A6 - A7 bezahlt. Natürlich werden regelmässige Schulungen zu Software, Soft Skills und Fachwissen angeboten. Die Arbeitszeiten liegen in der Bauleitung ganzjährig zwischen min. 50 Std. und max. 70 Std. (in sehr intensiven Phasen) pro Woche. Überstunden werden weder anerkannt (notiert; Konto, etc.) noch bezahlt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass man im Studium nur unzureichend über die Verantwortung (Baustellensicherheit, 30 jährige Haftung) des Bauleiters nach LBO, die Probleme der baubegleitenden Planung (regelmässig nur unzureichende Planung bei hohem Termin- und Kostendruck), die unzureichende Kostendeckung (Verhältnis von übernommenen Risiken zur Gewinnmarge) vorbereitet wird.

Einen herzlichen Gruß an die studierenden Architekten möchte ich auch noch los werden. Nur so viel: Ich habs als Bauingenieur schon nicht leicht, aber mit euch möcht ich nicht tauschen wollen.

Grundsätzlich ist meiner Erfahrung nach nicht nur eine hohes Maß an Fachwissen gefordert, sondern vor allem ein sehr hohes Maß an Problemlösungsfähigkeit, Entscheidungsfreudigkeit und Verhandlungsgeschick. Es kann also durchaus Spaß machen ;). Leider scheint der Beruf des Bauleiters bei Baufirmen nicht dauerhaft dazu geeignet, eine Beziehung zu führen bzw. sich ein Familienleben zu erhalten. Fasst alle Kollegen, die sich dauerhaft auf Baustellen bewegen, die mehr als 80 km von zu Hause arbeiten, sind geschieden oder Singles. Ich selbst werde mir in naher Zukunft auch was anders suchen. Der völlige Verlust von Zeit für Hobbys, Freunde und gesunde Ernährung kann nicht dauerhaft gutgehen.

Für die die jetzt immer noch Bauleiter/in werden wollen ist nur folgendes zu wünschen: kürzere Arbeitszeiten, ausreichende Budgets, deutsch sprechende Nachunternehmer, gute und erfahrene Architekten, ausreichende Bauzeiten, entscheidungsfreudige Bauherren, wohnortnahe Baustellen und einen Partner der das alles mitmacht!

FlipB | 10. November 2011 - 19:26 2011-11-10

Du bist noch nicht mal im ÖD drinnen, komm also erst mal rein und dann wirst du auch sehen was man dir zahlen wird. Abgesehen davon sind 2900x13 keine 38k. Das was ein Bauingenieur so verdient ist immer noch lächerlich. Zudem, wer sagt, dass du überhaupt dort eingestuft wirst. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass du dich beworben hast, sondern das gesagt was du gesagt hast.

GT | 08. November 2011 - 17:51 2011-11-08

@FlipB:
Ich habe mich nie in der Wirtschaft beworben - bis jetzt. Ich frage mich, wie du darauf kommst. Vielleicht solltest du nicht so viel schreiben, was gar nicht stimmt.

Nochwas: Du hast es richtig verstanden: ca. 3000 EUR Brutto Einstiegsgehalt nach tarif TV-V. Wenn du es genau wissen willst TV-V 9, macht 2905 EUR und ich finde es nicht mal so viel. Aber jaja ich bin von der Baulobby und das ist alles gelogen. Bin sogar am überlegen in die Wirtschaft zu wechseln, weil dort attraktivere Gehälter erzielt werden.

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