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Mittwoch, 12. August 2020
Ausgabe 6932 | Nr. 225 | 19. Jahrgang
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Mein Berufseinstieg in der Bauleitung » Seite 2

55 Kommentare | 44784 Aufrufe Kommentar hinzufügen
alias07 | 19. Mai 2017 - 20:06

Ich beginne demnächst meine Bachelorarbeit und stehe hinsichtlich meiner Zukunft noch vor offenen Fragen.

1. Reicht der Bachelor für einen Job als Bauleiter aus?
2. Wie stehen die Chancen aktuell auf dem Arbeitsmarkt als Bachelorabsolvent?
3. Hat man mit einem Bachelor auch Aufstiegschancen in einem Unternehmen?
4. Wie schwer ist der Einstieg, wenn man keine Erfahrung hat?
5. Wird der Bachelor in Bauunternehmen allgemein anerkannt?

Den Master ziehe ich derzeit nicht in Erwägung, da ich einfach keine Lust mehr auf Studieren habe. Nicht aufgrund meines Studienganges, sondern aufgrund des Lernstresses und im Allgemeinen das Studentenleben. Kurz: Ich möchte so langsam mal etwas Geld verdienen. Ich denke, dass einige Fragen hier schon des öfteren beantwortet wurden. Leider sind manche Beiträge etwas älter und mich interessiert der Stand der Dinge im Jahr 2017.

Für hilfreiche Tipps bedanke ich mich schon mal herzlichst. PS: Möchte gerne im konstruktiven Bereich (Hochbau) tätig sein.

Thomas | 15. März 2017 - 23:42

Ich selbst bin kein Bauingenieur. Dafür bin ich Bauhandwerksmeister (Maurer, Steinmetz, Betonbau, mit Zimmermanns- und Sanitärerfahrungen) und Bautechniker (was in etwa dem Bauingenieur entspricht). Ich habe viele Jahre in den verschiedenen Baugewerken direkt mitgeplant und mitgearbeitet. Hinzukommen die jahrelangen Erfahrungen, die ich im Baugewerbe gesammelt habe. So habe ich mein ersten Einsatz als Bauleiter mit Bravour bewältigen können und mittlerweile suchen junge Ingenieure Rat bei mir. Hätte ich nicht all diese Erfahrungen, hätte ich das nie stemmen können.

Das heißt, da mußt Du durch. Daher mein Rat: Geselle Dich zuerst an die erfahrenen Bauleiter als Mitbauleiter. Das wird Dich vor Unannehmlichkeiten schützen bis sich Routine und Know-how einstellt. Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute!

BobderBaumeister | 11. März 2016 - 13:31

Ich stehe vor folgender Situation und hoffe, dass Sie mir dabei helfen können. Ich möchte wissen, was für Gehaltsansprüche ein Bauleiter bei Berufseinstieg im Raum Köln haben kann. Ich habe bereits als Werksstudent in einem Ingenieursbüro gearbeitet.

Aim | 04. November 2015 - 13:41

Ich habe meinen Bachelorabschluss vor ein paar Monaten absolviert und bin seit einer Woche als Bauleiter in einem mittelständischen Unternehmen im Tiefbaubereich im Norden angestellt. Da ich keine Berufserfahrung habe, sollte ich ab nächste Woche (erste Arbeitstage) mit auf die Baustelle, um ein Praxisgefühl zu haben, danach direkt Aufgaben in der Leitung übernehmen.

Ich bin sehr gespannt und weiss nicht was man wissen muss und was nicht. Außerdem wie sollte man sich verhalten gegenüber Bauarbeitern die jahrelange Berufserfahrung haben? Jeder TIPP ist hilfreich! Danke

Fuchs | 11. Dezember 2011 - 13:19

Hallo,
ich möchte meine Erfahrungen aus meiner ersten Berufserfahrung als Bauingenieur weitergeben. Kurz zu meiner Person:

* Handwerksberuf erfolgreich abgeschlossen (weiteres Jahr als Geselle gearbeitet)
* Studium Bauingenieurwesen Bachelor und Master
* Einstieg bei einem international agierenden Großkonzern in die Bauleitung (schlüsselfertiger Hoch- und Ingenieurbau).

Dabei schon auf unterschiedlichen (Groß-) Baustellen in der Bauleitung aktiv gewesen. Allgemein werden bei Großkonzernen die Gehälter nach Tarif bezahlt. Man wird also nach Abschluss als Bachelor mit A5 - A6 und als Master mit A6 - A7 bezahlt. Natürlich werden regelmässige Schulungen zu Software, Soft Skills und Fachwissen angeboten. Die Arbeitszeiten liegen in der Bauleitung ganzjährig zwischen min. 50 Std. und max. 70 Std. (in sehr intensiven Phasen) pro Woche. Überstunden werden weder anerkannt (notiert; Konto, etc.) noch bezahlt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass man im Studium nur unzureichend über die Verantwortung (Baustellensicherheit, 30 jährige Haftung) des Bauleiters nach LBO, die Probleme der baubegleitenden Planung (regelmässig nur unzureichende Planung bei hohem Termin- und Kostendruck), die unzureichende Kostendeckung (Verhältnis von übernommenen Risiken zur Gewinnmarge) vorbereitet wird.

Einen herzlichen Gruß an die studierenden Architekten möchte ich auch noch los werden. Nur so viel: Ich habs als Bauingenieur schon nicht leicht, aber mit euch möcht ich nicht tauschen wollen.

Grundsätzlich ist meiner Erfahrung nach nicht nur eine hohes Maß an Fachwissen gefordert, sondern vor allem ein sehr hohes Maß an Problemlösungsfähigkeit, Entscheidungsfreudigkeit und Verhandlungsgeschick. Es kann also durchaus Spaß machen ;). Leider scheint der Beruf des Bauleiters bei Baufirmen nicht dauerhaft dazu geeignet, eine Beziehung zu führen bzw. sich ein Familienleben zu erhalten. Fasst alle Kollegen, die sich dauerhaft auf Baustellen bewegen, die mehr als 80 km von zu Hause arbeiten, sind geschieden oder Singles. Ich selbst werde mir in naher Zukunft auch was anders suchen. Der völlige Verlust von Zeit für Hobbys, Freunde und gesunde Ernährung kann nicht dauerhaft gutgehen.

Für die die jetzt immer noch Bauleiter/in werden wollen ist nur folgendes zu wünschen: kürzere Arbeitszeiten, ausreichende Budgets, deutsch sprechende Nachunternehmer, gute und erfahrene Architekten, ausreichende Bauzeiten, entscheidungsfreudige Bauherren, wohnortnahe Baustellen und einen Partner der das alles mitmacht!

FlipB | 10. November 2011 - 19:26

Du bist noch nicht mal im ÖD drinnen, komm also erst mal rein und dann wirst du auch sehen was man dir zahlen wird. Abgesehen davon sind 2900x13 keine 38k. Das was ein Bauingenieur so verdient ist immer noch lächerlich. Zudem, wer sagt, dass du überhaupt dort eingestuft wirst. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass du dich beworben hast, sondern das gesagt was du gesagt hast.

GT | 08. November 2011 - 17:51

@FlipB:
Ich habe mich nie in der Wirtschaft beworben - bis jetzt. Ich frage mich, wie du darauf kommst. Vielleicht solltest du nicht so viel schreiben, was gar nicht stimmt.

Nochwas: Du hast es richtig verstanden: ca. 3000 EUR Brutto Einstiegsgehalt nach tarif TV-V. Wenn du es genau wissen willst TV-V 9, macht 2905 EUR und ich finde es nicht mal so viel. Aber jaja ich bin von der Baulobby und das ist alles gelogen. Bin sogar am überlegen in die Wirtschaft zu wechseln, weil dort attraktivere Gehälter erzielt werden.

FlipB | 04. November 2011 - 18:02

Leider lebt Adios in einer Traumwelt. Im anderen Forum, wo auch über Gehälter geklagt wird, ist er dort auch schon mehrmals aufgetaucht. Erst meinte er, er würde in der Privatwirtschaft 42k bekommen zum Einstieg, so habe man ihm das zugesichert, er war ganz zuversichtlich voller $-Symbole in den Augen. Offensichtlich wurde nichts daraus, aber immerhin hat er dort weiterhin die Werbetrommel für den ÖD gerührt.

Im anderen Forum schrieb er "in der Firma bekomme ich 42k", was ein "ich bin dort schon angestellt" suggeriert, auf Nachhaken stellte sich heraus, dass er nicht mal einen Cent überwiesen bekommen hat, da er eben dort nicht arbeitet. Ich nehme daher an, dass das unten stehende "ich bekomme 3k beim ÖD" genauso gemeint ist, also immer noch nicht dort arbeitet. Ich frage mich des Weiteren, wieso man einem Bachelor außertarifvertraglich zahlen sollte, zumal er nicht mal ein besonderes Expertenwissen hat, nicht mal Vitamin B wie er meint. Ich vermute also in seinen Beiträgen das übliche Bewerben auf die Position des Trainees bei der Baulobby. Viel Erfolg junger Padawan, aber "reich" wirst du bei der Baulobby auch nicht, dazu hast du dir mit dem Bauwesenstudium massiv geschadet.

Adios | 03. November 2011 - 18:50

Hallo Ole, hallo an alle anderen,

es kann schon sein, dass ich eher die Ausnahme bin und viel Glück hatte. Aber ich bekomme ca. 3000 EUR Brutto als Bachelor-Ingenieur (Berufsanfänger). Ohne Vitamin B wohlgemerkt. Aber du hast recht, das kommt wahrscheinlich echt eher selten vor. Aber ich bin ganz ehrlich, ich finde die 3000 EUR Brutto sogar wenig! :-) Naja, sonst kann ich vielem was du schreibst zustimmen.

Ole | 02. November 2011 - 08:20

Moin, war einige Zeit nicht im Chat und muss feststellen, das sich auch nicht viel geaendert hat.

1. Seit Jahren schreibe ich hier, das es keine Vertretung fuer Bauingenieure gibt. Waere doch schoen, wenn man mal fuer 8 bis 12 Monate streiken koennte. Ich glaube es wuerden auch 3 Tage reichen. Als Generalstreik sozusagen. Wenn wir uns nicht fuer uns einsetzen dann macht es keiner.

2. Der Beruf ansich gefaellt mir echt gut. Koennte mir nicht vorstellen, was anderes zu machen. Bin aber auch seit Jahren im Ausland und kann das nur waermstens empfehlen. Die Bezahlung ist sehr gut und die Arbeitszeiten sind auch nicht so auswuchernd.

3. Der Kollege im oeffentlichen Dienst, der die 3000 Euro bekommt ist doch wohl eher eine Ausnahme. Ich kenne bei Staedten und Gemeinden jede Menge Kollegen, die davon nur traeumen koennen. Davon mal ganz abgesehen kenne ich niemanden bei einer Behoerde, der nicht schon Beziehungen dorthin hatte. Also Onkel, Vater, Freund von Vater usw. Nicht das ich bei einer Behoerde anfangen wuerde aber ist schon komisch oder nicht. Ich glaube da auch nicht an Zufaelle.

4. Der Ton hier passt mir nicht. Die Beschimpfungen hier gehen wirklich etwas weit. Ausserdem finde ich es aeusserst bedenklich, das Bauingenieure mit Einzelfallbeispielen kommen. Es wird immer auch ein gutes Beispiel fuer einen schlechten Zustand geben.

5. Ich habe vor vielleicht einem halben Jahr schon mal Zahlen hier gepostet, die Bauingenieure mit anderen Berufsgruppen verglichen und die Bauingenieure im internationalen Vergleich mit westlichen Industrienationen darstellen. Die Wahrheit ist, das es keinen Ingenieurberuf gibt der schlechter verguetet wird. Eigentlich werden sogar viele Lehrberufe, wie der Industriemechaniker mit Meisterbrief, wesentlich besser bezahlt. Im vergleichbaren Ausland gibt es auch kein Land in dem schlechter bezahlt wird.

Ich kann nur jedem, der diesen Beruf machen will raten, sich ins Ausland zu begeben. Je eher je besser. Natuerlich ist die Wirtschaft weltweit etwas gebeutelt aber die Chancen sind nicht schlecht. Deutschland kommt fuer mich vermutlich nie wieder in Frage.

Ole

Equilibrium | 02. November 2011 - 07:22

Hier im Forum wird sehr oft auf mögliche Nachteile hingewiesen, die man als Bauingenieur im Berufsleben in Kauf nehmen muss. Das mag bei manchen Kommentaren zu drastisch formuliert sein, aber in Summe ist der Anteil der skeptischen Kommentare hier im Forum seit Jahren ausgesprochen hoch. Natürlich kann man es sich sehr einfach machen und jeden Hinweis auf schlechte Arbeitsbedingungen als "Rumheulen" diffamieren und mit überflüssigen Floskeln von der Art "Jammern hilft nichts" oder "jeder ist selbst für sein Glück verantwortlich" abtun. Meist wird den Kritikern noch unterstellt, dass sie ja eh nichts dafür tun, damit es besser wird. Letztere Aussage, die hier gebetsmühlenartig von einigen wiederholt wird, ist aber ohne das Wissen um die persönlichen Hintergründe häufig falsch. Genauso wenig stimmt es, dass jeder Kritiker ein frustrierter und/oder erfolgloser Bauingenieur ist.

(Fast) jede Aussage hier im Forum zu den Arbeitsbedingungen der Bauingenieure (ob nun positiv oder negativ) ist eine Hilfestellung für junge Menschen, die noch überlegen, ob sie Bauingenieurwesen studieren wollen oder nicht. Man kann die Kritiker hier nicht einerseits fragen "warum bist du überhaupt Bauingenieur geworden?" und ihnen gleichzeitig verbieten, angehenden Studenten ihre Unzufriedenheit mit dem Beruf mitzuteilen. Für viele Leser ist so ein Forum die einzige Möglichkeit, auch mal etwas über die Schattenseiten des Berufes zu erfahren, denn in den Werbeschriften der Baubranche ist das Berufsbild logischerweise rosarot überzeichnet und mit falschen Zukunftsaussagen verzerrt. Manch einer, der hier angeblafft wird, warum er Bauingenieur geworden ist, wäre es vielleicht gar nicht geworden, wenn er mehr über den "Zustand" dieses Berufsstandes gewusst hätte. Aber viele Bauingenieure stammen eben noch aus einer Zeit, als es noch keine Internetforen etc. gab. Und dass der Beruf - wie bei katholischen Priestern ja angeblich der Fall – eine Art Berufung sein soll, zu der es keine Alternativen gibt, das geht dann ja wohl doch zu weit! Halten einige hier den Menschen für so eindimensional, dass jeder nur in einem Beruf glücklich werden kann?

Bierm | 02. November 2011 - 01:12

@Zweifler:
"Lotto-Spielen" bedeutet, besonders für einen Ingenieur, an sich glauben und was tun! Wie DIE: Tausende Bauarbeiter in Bern auf der Strasse. Organisiert das Gleiche in D und präsentiert eine Lösung! Habt ihr keine, dann nehmt meine - Maximale "Bau"-Leistung = Max Masse - an Personal - mit Klasse! = Minimalste unproduktive Restzeiten - Weil, heute ist ja in D - "Die Planung und Koordination aller am Bau beteiligten" - eine junge Wissenschaft und durch die Bauherren/-damen mehr denn je gefordert.
MfG MB

FlipB | 31. Oktober 2011 - 17:31

@Bernd: Ach, was man nicht alles als Bauingenieur so KANN. Genauso gut KANN ich gleich mal Lotto spielen. Also, wer an diese Dinge glaubt, was man nicht so alles kann, der kann gleich Lotto spielen. Ist vielleicht keine schlechte Idee, mit dem Gewinn KANN man wenigens als Bauingenieur sein Gehalt aufbessern. Also noch ein KANN.

> 6) Diese Unzufriedenheit wie hier im Forum hoere ich beim Gespraech mit Kollegen nicht - auch nicht nach einigen Bierchen.

Warum sollten die Mitarbeiter dem Chef gegenüber zugeben, dass das Gehalt lächerlich ist? Jemand mit einer noch stärker verzerrten Ansicht hätte sich nun wirklich nicht mehr finden können. Naive Studenten und Chefs eben.

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