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Mein Berufseinstieg in der Bauleitung » Seite 5

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Schlaubi | 06. Oktober 2011 - 10:27

Hallo CaptKrunch,
Oje, kann ich dazu nur sagen. In deiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken. Aber das hilft Dir jetzt auch nicht weiter, ich weiß. Kann mich der Meinung von Sarkasmus und Realität nur anschließen. Was Du momentan in Deinem mittelständischen Baubetrieb erlebst ist leider kein Einzelfall sondern eher die Regel. Wenn Du merkst dass Du allen am A... vorbei gehst und das rauhe Bau(stellen)klima nix für Dich ist, such Dir was anderes. Und möglichst NICHT bei einer Baufirma. Meiner Meinung springen da nur "Vollpfosten" rum. Ich habe den Vergleich Baugewerbe und (Maschinenbau)Industrie und ich kann Dir sagen, da sind Welten dazwischen.

Versuche Dir irgendwie eine Nische zu suchen, vielleicht bieten Deine DPA, Praktika, Aufbaustudium, Spezialisierungen Anknüpfungspunkte oder bewirb Dich in den Bauabteilungen von Industriekonzernen. Xing ist da auch immer eine gute Informationsquelle welche Leute dort so beschäftigt sind. Geh auf Recruitingmessen (und damit meine ich nicht an die 3 Stände von Bauklitschen) - sprich die Leute an, evtl. Ingenieurdienstleister, Vertrieb, IT, Firmen die Berechnungsingenieure suchen, whatever. Zur Not gehst Du zu Autohäusern und heuerst dort als Verkäufer an, wenn Du gut bist verdienst Du das, wovon Bauingenieure träumen können und Spaß kann das auch machen (Ich mein das wirklich ernst!)

Alles ist meiner Meinung nach besser als auf Baustellen im Dreck rumzudackeln. Setze alle Hebel in Bewegung. Finde es heraus, womit Du dich wohl fühlst. Aber bitte versprich mir eins, quäl Dich nicht mit Idioten rum denen Du alles aus der Nase ziehen musst und mühsam nach 2 Jahren in deinem Bereich das weißt, was ein Elektroingenieur in seinem Umfeld schon nach 2 Monaten durch Fortbildungen, Mentoren mitbekommt. Gehe da hin wo man was lernen kann, das bringt Dir im übrigen auch noch mehr Befriedigung als ein super Gehalt. Sei schlau, Finger weg vom Bau!

Grüße Schlaubi

Sarkasmus | 05. Oktober 2011 - 17:09

Hallo Capt,
eigentlich müsste meine Antwort als unqualifiziert deleted werden, aber sie gibt trotzdem in etwa meine Baustellenerfahrung wieder. Wenn Du etwas wissen willst, frag doch einfach das vorhandene Baustellenpersonal. Also den Sub vom Sub und das in der richtigen Sprache (Rumänisch, Türkisch, Russisch, Polnisch etc.). Ansonsten lautet die Antwort nämlich "Ick nix verstehn, ick andre Baustelle".

Wichtig ist auch, dass Du ein "Schwein" bist und keinen Wert auf Aspekte wie Teamarbeit legst. Ferner geht es auch darum die Baustelle wirtschaftlich durch Nachträge zu retten, denn gehe nicht davon aus, dass kostendeckend kalkuliert wurde. Deinem Chef / evtl. vorhd. (Ober-)Bauleiter ist Dein persönliches Schicksal ziemlich egal, denn sie sind die toughen Burschen, die es (bis zum ersten Herzinfarkt) geschafft haben.

Ich hoffe nur, dass Du nicht diese Erfahrung machen musst, wobei mir die Darstellung über Deinen Chef leider eine typische Baufirma-Situation erahnen lässt.

P.S. Ich habe die Bauleitung versucht, bin aber daran nervlich kaputtgegangen (höchste Verantwortung, unterirdisches "Fach"-Arbeiterniveau, unterkalkulierte Angebote, nur Ärger bei geringem Gehalt und 12 Std. Tagen). Ich bin jetzt zum Glück in der Chemieindustrie untergekommen, was vom Niveau / Gehalt her wirklich einen Quantensprung darstellt.

Realität | 05. Oktober 2011 - 15:01

@CaptKrunch:
Nach meiner Erfahrung ist das die Realität in der - wenn überhaupt noch - mittelständisch geprägten Bauwirtschaft. Alles was in anderen Industriezweigen normal ist, findet dort nicht statt. Themen wie Coaching, Mentoring, Training sind wirklich unbekannte Fremdwörter. Hauptgrund hierfür ist m.E. dass die Führungskräfte überhaupt nicht das entsprechende Management-Potential besitzen (Stichwort: "Auf den Baustellen weht eben ein rauher Wind") und die Bauwirtschaft sich in einer konstanten wirtschaftlichen Krise befindet. => Was ja durchaus mit dem fehlenden Management-Potential zusammenhängen kann.

Meine Empfehlung lautet deshalb: Versuche z.B. in die Bauabteilung eines professionell geführten Industriekonzerns zu kommen. Denn die Annahme, dass sich das Klima in der Bauindustrie verändern wird, ist eine Illusion.

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