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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

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| 20. Februar 2010 - 12:16

Ich bin 29 und habe im Jahr 2005 erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Arbeite jetzt seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro in Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio €). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen ob ein Monatseinkommen von 2700 € brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Rebekka | 17. Juli 2017 - 16:05

Ich bin eine Bauingenieurin und habe 12 Jahre Erfahrung im Tiefbau. Jetzt habe ich ein Angebot als Projektleiterin in Baden-Württemberg bekommen. 63.000 EUR Jahresgehalt, wäre das zu wenig?

stone | 14. Juni 2017 - 06:04

Ich würde auch gern eine Lanze für den Beruf des Bauingenieurs brechen. Ich habe es eigentlich nie bereut, Bauingenieur geworden zu sein (seit 2000). Bin seit dem in Bauleitung und PM tätig, habe interessante Bauvorhaben und Leute kennen gelernt und immer wieder viel Abwechslung, aber auch gut Stress. Ich habe insgesamt 4 Jahre Auslandserfahrung, die in meinem Beruf definitiv eine Rolle spielt. Ich verdiene > 90.000 EUR Jahresgehalt für einen internationalen Bauherren als PM plus Boni. Ich glaube, die Situation ist momentan sehr gut in bestimmten Bereichen, es werden ja überall händeringend Abwickler, Projektmanager, Bauleiter, aber auch Poliere etc. gesucht.

AS | 02. Juni 2017 - 15:46

@Gypsi:
Es hängt von verschiedenen Faktoren ab. In einigen Ländern sind die Steuerabzüge viel geringer (z.B. Spanien/Lateinamerika ca. 20 %). Nur als Beispiel: IN Deutschland zahlst du bei 50000 brutto Jahresgehalt ca. 40 % an Steuern (ledig, ohne Kinder). Das bedeutet du hast netto um die 2500 EUR Monatsgehalt. Bei den von dir genannten 33000 EUR Gehalt pro Jahr im Ausland (z.B. bei 20 % Steuerabzüge) hättest du 2200 EUR/Monat zur Verfügung. Wenn die Miete schon drinnen ist (in München würdest du mind. 600 Euro/Monat für ein kleines Zimmer zahlen müssen) wäre dein effektiver Lohn fast 2800 EUR Gehalt monatlich. Das wäre ein äquivalentes Einstiegsgehalt von fast 57000 EUR Brutto/Jahr in Deutschland, gar nicht so schlecht oder? Plus die Verpflegung in manchen Ländern ist viel billiger.

In Lateinamerika wären 2800 EUR/Monat unglaublich viel Geld! Also Steuern und Unterhaltskosten vom Land genau anschauen. Wichtig ist nur, dass du das Projekt interessant findest!

Bauing | 01. Juni 2017 - 14:17

@Gipsy: Absolut untragbar! Auf keinen Fall unterschreiben, wer mit Master unter 45.000 € Jahresgehalt unterschreibt, ist selber Schuld! Wobei ein paar mehr Infos schon noch gut wären, z.B. Arbeitsland, Firma (deutsche Firma, oder ausländisch?) usw.

Gipsy | 31. Mai 2017 - 22:16

Ich bin 26, werde voraussichtlich Ende September mein Masterstudium beenden, Vertiefung: Konstruktiver Ingenieurbau, bisher keine Berufserfahrung und habe eine Stelle für € 33.000 Jahresgehalt für ein Projekt im Ausland (Wohnung, Flüge etc. außer eigene Verpflegung werden übernommen) gefunden. Unterbezahlt ja oder nein?

ProGerd | 30. Mai 2017 - 14:53

@Gerd:
Dem kann man kommentarlos zustimmen. Wer es aktuell nicht schafft einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden, der hat den Umbruch verschlafen. Beinahe jeder Einsteiger verdient (hier in Bayern) aktuell mind. 45000 EUR Einstiegsgehalt mit Master/Dipl.-Ing. Wer sich mit weniger abspeisen lässt, der ist selber Schuld. Nutzt doch den Mangel an Personal aus, bewerbt euch und sucht euer Glück.

Gerd | 28. Mai 2017 - 19:06

Hallo liebe Kollegen, ich bin seit 21 Jahren nun als Bauingenieur beschäftigt, zunächst ca. 10 Jahre bei div. Bauunternehmen, seit 2006 aber nun beim öffentlichen Dienst. Seit einigen Jahren ist nun der Tisch für uns Bauingenieure reichlich gedeckt, das wird auch die nächsten Jahre anhalten. Ein Gehalt unter 50.000 € für einen eingelernten BI geht gar nicht, auch nicht im öD. Nutzt die zahlreichen Angebote und verlangt ein anständiges Gehalt, dann macht auch die Arbeit mehr Spass!

Kalle357 | 25. Mai 2017 - 11:14

Dipl.-Ing. mit > 2 Jahre Berufserfahrung
56.000-60.000 EUR Jahresgehalt bei 40 Std.
Projektmanagement bei einem großen Unternehmen

Attacke | 17. Mai 2017 - 20:27

Ich verfolge diese Seite auch seit einer Ewigkeit, so bleibe ich immer am Ball, was sich am Arbeitsmarkt so tut. Erst mal zu meiner Person: Ich bin Dipl.-Ing, also alte Generation, meinen Abschluß habe ich schon 2008 erledigt. Direkt nach dem Studium habe ich bei einem mittelständischen Unternehmen als Tragwerksplaner angefangen. Einstiegsgehalt vor 10 Jahren 3300 € Gehalt mit 38 Stunden die Woche und insgesamt 12.75 Gehälter. ( bei 38,5 Std. / Woche ca. 45.000 €) Wenn man seine Arbeit gut und mit Gewissen macht, bekommt man immer, was man möchte.

Nach 6 Jahren musste ich den Job wegen meiner Familie wechseln, In diesen 6 Jahren habe ich mich weiter ausgebildet zu SFI und ZfP-Personal, d.h. ich war nicht nur im Büro und Theoretiker, sondern auch im Betrieb tätig. Also nach 6 Jahren wechselte ich zum weltweit führenden Anlagenbauer, die haben natürlich andere Konditionen als ein kleines mittelständisches Unternehmen - z.B. ERA Tarif / IG-Metall , 13,25 Gehälter. Und so kam ich nach 3 Jahren auf ein Jahresgehalt von ca. 89.000 € (regulär 35 Std. / Woche) tatsächlich 38-40 Stunden.

Ich meine, mit ein bisschen Glück und Ehrgeiz, kann man viel erreichen. Und somit erreiche ich nach 9 Jahren als Bauingenieur eine sechsstellige Arbeitsvergütung. Ich kenne groß Konzerne auch die kleinen Unternehmen, man kann überall Geld machen, aber nicht vergessen, Geld ist nicht alles, sondern die Familie und die Gesundheit.

Ole | 15. Mai 2017 - 07:40

@Magnus:
Ich bin bereits über 10 Jahre im Ausland. Ich war 5 Jahre in Afrika, 3 in Indien, 1 Jahr in Middle East, 1 Jahr in China und jetzt in Rumänien. Man verdient zwar deutlich mehr Geld, aber der Job bleibt im Prinzip der gleiche. Ausruhen kann man sich hier auch nicht. Das ist so ein Märchen. Eigentlich ist es sogar so, das 6 Tage Woche normal sind und 10 bis 12 Stunden am Tag mit Nachtschichten usw auch.

MasterBauing | 08. Mai 2017 - 10:39

Ich verfolge das Forum hier schon seit Beginn meines Studiums und es hat mir so manche emotionale Höhenflüge als auch Tiefschläge verpasst. Jetzt nach Beendigung meines Studiums und ersten Eindrücken aus dem Berufsleben kann ich endlich auch eigene Erfahrungen beitragen:

Ich, 27 Jahre, Master of Science Bauingenieurwesen in Bayern mit mittelmäßiger Note (2,3), eingestiegen nach dem Studium in ein Ingenieurbüro, Projekt- und Vertragsmanagement von Großprojekten (Projektgröße ca 500 Mio €). Monatliches Einstiegs-Bruttogehalt war 3.800 € plus eine jährliche Bonusauszahlung. Macht in der Summe etwa 48.000 € im ersten Jahr. Nach circa einem Jahr gabs die erste Gehaltserhöhung, bin jetzt bei ca. 52.000 € nach der nächsten planmäßigen Erhöhung dann ca. 55.000 €. 40-45h/Woche, kein Firmenwagen.

Hatte nach meinem Abschluß noch ein etwas besseres Angebot (knapp 50.000 €/Jahr), habe mich aber für mein jetziges Büro entschieden, weil ich dort vorher schon als Werkstudent tätig war. Mir war einfach wichtiger meinen Arbeitgeber zu kennen und zu wissen, auf was ich mich einlasse.

Hier noch ein paar Vergleichsdaten meiner Kommilitonen (Einstiegsgehälter, derzeitiges Einkommen ist mir nicht bekannt):
- Projektsteuerer in großem Ingenieurbüro, 40 h/Wo., 52.000 €
- Vertragsmanager in großem Ingenieurbüro, 45 h/Wo., 52.500 €
- Planer in mittelgroßem Ingenieurbüro, 45 h/Wo., 49.000 €
- Tragwerksplaner in kleinem Ingenieurbüro (3 Mann), 45 h/Wo., 39.000 €
Alle Master-Absolventen der gleichen Uni und alle mit "Berufserfahrung" als Werkstudenten.

Also ich denke wenn man es drauf anlegt, kann man auch im Ingenieurbüro schon mit etwa 50.000 € Einstiegsgehalt rechnen. Man muss sich halt auch verkaufen können. Habe auch bei mir im Büro Kollegen die schimpfen, aber seit mehreren Jahren die gleiche Arbeit machen und auch sonst nicht bereit sind sich zu verändern. Denen kann man halt dann auch nicht helfen.

ABG | 05. Mai 2017 - 09:42

Ort: Speckgürtel von Hamburg, eher ländlich
Abschluss: Master (TU)
Berufseinstieg Statikbüro: 3300 € Gehalt monatlich
nächster Job im anderen Statikbüro: 3500 € Gehalt monatlich
(nach 1/2 Jahr, also immer noch Berufseinstieg)

whong | 25. April 2017 - 10:41

Bei mir: Masterabschluss als Bauingenieur, Fachhochschule 2013, dann Direkteinstieg in einem Baukonzern Baden-Württemberg. Dort tätig im Innendienst: Angebotsbearbeitung und Kalkulation Rohbau, Vergabe Nachunternehmerleistungen (Projektgröße 5. - 40. Mio €). Tarifvertrag, 40 h Woche (fünf Uhr ist meißt Feierabend), 30 Tage Urlaub, kein Firmenwagen. Jedes Jahr 2 - 3 Schulungen Hard- und Softskills. Einstieg 2013 mit Tarifgruppe A6, jedes Jahr eine "kleine" Gehaltserhöhung. Jetzt nach vier Jahren Eingruppierung in A7, ca. 57.000 € brutto Jahresgehalt.

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