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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

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Thema eröffnet von Sven | letzter Kommentar vom 25. July 2022 - 20:55

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen? (Februar 2010)

BALLONALLO | 25. July 2022 - 20:55

@Sana
Achtung - Das sind meine Erfahrungen:

Ich kenne keinen Beruf indem die Gehälter automatisch steigen, außer man hat einen Inflationsausgleich ausgehandelt, aber das ist ja die Ausnahme und etwas anderes. Also, du wirst dich so oder so mit deinem Vorgesetzten an einem Tisch setzen müssen und nachverhandeln - üblicherweise finden jährlich Mitarbeitergespräche statt, wo du dann die Möglichkeit hast, deine Vorstellungen kundzutun.

Und nein, ein Kollege mit mehr Berufserfahrung wird ganz sicher nicht genauso viel verdienen wie ein Frischling, sondern "deutlich" mehr. Denn, und da kommen wir mitunter auch zu deiner zweiten Frage:

Der Beruf des Bauleiters ist weniger getrieben durch eine akademische Vorbildung, sondern eher durch Erfahrung.
Und das wissen auch deine Arbeitgeber. Ergo ist es (fast) egal, ob du einen Bachelor oder Master hast, da du als Frischling so oder so keine Ahnung haben wirst.

Aber: Nichtsdestotrotz wird ein Masterant gerne eine Stufe höher eingestuft. Meine Erfahrung (gem. Bautarif): Bachelor A5, Master A6.

Zweites "Aber": Mach deinen Master fertig. Sobald du im Berufsleben einsteigst, wird es dir später schwerer fallen - sofern du dann wieder möchtest - zu studieren bzw. deinen Master nachzuholen. Und die Bau- und Projektleitung ist kein einfaches Pflaster. Vielleicht möchtest du irgendwann bei einer Behörde und Ingenieurbüro arbeiten - hier kommt dir ein Master zu Gute.

Das zweite Zugpferd in Sachen Gehalt:
Dein Gehalt steigt mit der Verantwortung die du übernimmst bzw. übernehmen möchtest. Und mit den Erfolgen deiner Projekte.

So, und nun kurz zu mir:

Ich habe "nur" einen Bachelor, verdiene aber z.T. deutlich mehr als meine Kollegen mit einem Master. Das liegt aber daran, weil ich sehr schnell sehr viel Verantwortung tragen wollte und mir auch dazu die Möglichkeit gegeben wurde. Es ist also auch so möglich.

Sana | 23. July 2022 - 08:56

Hey ich hätte zwei Frage:

1.Frage
Ich studiere zurzeit Bauingenieurwesen. Ich wollte später gerne als Bauleiter arbeiten. Nun stelle ich mir die Frage, ob die Gehälter je nach Erfahrung automatisch steigen oder man immer mit dem Arbeitgeber verhandeln muss. Verdient ein Bauleiter mit 10 Jahre Erfahrung genau so viel wie ein Berufsanfänger, wenn beide die gleiche Tätigkeit ausführen? Leider finde ich nichts konkretes, wie sich die Berufserfahrung auf das Gehalt auswirkt.

2.Frage:
Ich bin noch am überlegen, ob ich den Master machen soll oder nicht. Verdient man mit dem Master wirklich besser und ist dann eine Gehaltsstufe höher als mit dem Bachelor?

Ich wäre dankbar, wenn ihr eure Erfahrung mit mir teilen könntet. Ich bedanke mich schonmal für eure Antworten.

Beginner | 19. June 2022 - 21:11

Ich verfolge seit Beginn meines Masterstudiums dieses Forum und war zum Teil ziemlich verunsichert ob ich die richtige Wahl mit meinem Studium getroffen habe. Ich lese oft etwas über extrem niedrige Einstiegsgehälter die der Arbeit und Verantwortung eines Bauleiters einfach nicht gerecht werden.

Da ich den Job als Bauleiter bereits aus Praktika und aus einem Werkstudentenjob kenne habe ich mich bewusst dafür entschieden seit Mai als Junior-Bauleiter zu beginnen und erstmal so viel praktische Erfahrung wie möglich zu bekommen.

Ich wurde gemäß des Tarifvertrags auf A7 eingestellt das entspricht 64k (5036*12,72). Ich habe 2 andere Angebote bei denen mir "nur" A6 (58k) angeboten wurde. Ich muss dazu sagen, dass die meisten anderen Kommilitonen häufiger schlechter eingestiegen sind. Nichts desto trotz meine Empfehlung: Nicht unter Wert verkaufen!

Zu mir:
Alter: 26
Abschluss: M.Sc. TU
Ort: Südwesten

Regierungsbeamter | 10. June 2022 - 12:58

Ich verfolge diesen Thread auch schon seit den Anfängen meiner Studienzeit und würde nun auch gerne meine Erfahrung teilen.

Nach meinem Master Studium an der TU bin 2018 ich als Bauleiter für 54.000€/anno (A6) eingestiegen + PKW. Nach einem Jahr bin ich ins technische Referendariat gegangen und habe mich dort zum Staatsexamen im Baubereich weitergearbeitet. Hierfür gab es bescheidene 2250€ Brutto (als Beamter knapp 2k netto) für diese Fortbildung.

Seitdem arbeite ich im öD im höheren Dienst und schließe 2024 meine 3 jährige Probezeit ab. In dieser wird man als Baurat A13 besoldet, was knapp 3,61k netto pro Monat entspricht. Ohne tarifliche Steigerung mit eingerechnet, wird nach meiner Beförderung (Abschluss der Probezeit) nach A14 Oberbaurat sowie der Stufenlaufzeit knapp 4,1k netto pro Monat herauskommen.

Warum schreibe ich netto? Beamte sind sozialversicherungsfrei, werden jedoch nach Lohnsteuer B besteuert. Das ist einfacher als Vergleich. Abziehen muss man noch die PKV mit 70% Beihilfe (ca. 150-200€ pro Monat).
Benefit ist natürlich die bekannte Pension, die vermögenswirksame Leistungen des AG gleich mit einschließt. Grundlage ist eine 41-Stunden Woche.

Es muss nicht immer Privatwirtschaft sein - auch die Aufgaben im öD sind interessant und gut bezahlt; auch wenn ich IT-ler im Freundeskreis habe die jetzt schon weit über meinem möglichen Endgehalt sind. Damit kann man sich als BauIng jedoch nicht vergleichen.

keeper83 | 24. May 2022 - 16:18

@ Wookie

Schon erstaunlich wie jemand mit Ihrer Erfahrung solche Stammtischparolen raushauen kann. Sie hätten es bei dem ersten Satz belassen sollen.

"Über die Entlohnung im Öffentlichen Dienst kann ich nichts sagen,. da ich diesen Schritt nicht gegangen bin und auch nicht gehen will. Hierzu kann ich nur feststellen, dass dieser Schritt i.d.R. endgültig ist, da man nach längerer Tätigkeit im öffentlichen Dienst in der freien Wirtschaft nur noch eingeschränkt einsetzbar ist."

Bei meinem Wechsel aus der Privatwirtschaft (Bauleitung) in den öffentlichen Dienst hat sich mein Tätigkeitsfeld um die Bereiche Planung und Ausschreibung erweitert. Meine Arbeitsplatzausstattung hat sich wesentlich verbessert und meine Arbeitszeit teile ich mir im Rahmen der zu leistenden 39h und den Projekten quasi selber ein.

Worcaholics aus den 90ern sind als Ratgeber nicht immer die beste Wahl.

Wookie | 19. May 2022 - 11:31

Da hier so fleißig über die Gehälter von Bauingenieuren diskutiert wird, möchte ich hier auch meine Erfahrungen und Sichtweise darstellen. Zu mir: Ich habe einen Abschluss an der RWTH Aachen als Bauingenieur im konstruktiven Ingenieurbau, also m. E. so ziemlich die beste Ausbildung, die man als Bauingenieur in Deutschland haben kann. Dennoch betrug mein Einstiegsgehalt seinerzeit nur 4.500 DEM/Monat in einem kleinen Ingenieurbüro.

Nach meinem Wechsel in ein größeres Ingenieurbüro erhöhte sich mein Gehalt als mittlerweile Leiter und Prokurist auf 7.500 €/Monat. Der Einbruch der Bauwirtschaft im Jahre 2004 führte zu meiner Selbständigkeit. Hinzugewonnen habe ich dann Zusatzqualifikationen und Sachverständigentitel, so dass ich im Rahmen der Selbständigkeit auf ein ähnliches Monatsgehalt von ca. 7.500,- € kam. Mittlerweile bin ich Inhaber von 3 Ingenieur-/Planungsbüros und kann über ein Monatsbrutto von ca. 10.000 € verfügen. Um es auf den Punkt zu bringen:

Die Einstiegsgehälter für konstruktive Bauingenieure im Bereich Statik sind eher gering im Vergleich zu anderen Ingenieuren. Mehr als 3.000,- €/Monat sind in der Regel nicht zu erwarten, da auch die Qualität der Absolventen, also der in den Beruf einsteigenden, sehr unterschiedlich ist und leider nachlässt. Mit zunehmender Erfahrung und Zusatzqualifikationen können die Gehälter eines konstruktiven Bauingenieurs stark ansteigen. Dies hängt von dem persönlichen Einsatz ab.

In der Bauindustrie werden für Bauingenieure generell höhere Gehälter gezahlt als in Ingenieurbüros, insbesondere in der Tätigkeit als Bauleiter. Diese Tätigkeit erfordert aber nicht selten einen Arbeitseinsatz von ca. 60 h / Woche ohne Überstundenausgleich. I.d.R gibt es einen Firmenwagen. Mit der Tätigkeit in einem Ingenieurbüro ist dieser Job nicht vergleichbar!

Über die Entlohnung im Öffentlichen Dienst kann ich nichts sagen,. da ich diesen Schritt nicht gegangen bin und auch nicht gehen will. Hierzu kann ich nur feststellen, dass dieser Schritt i.d.R. endgültig ist, da man nach längerer Tätigkeit im öffentlichen Dienst in der freien Wirtschaft nur noch eingeschränkt einsetzbar ist.

Generell ist es Fakt, dass das Gehalt eines Bauingenieurs sehr stark schwanken kann. Diese Schwankungen resultieren aus dem Aufgabenbereich, der Qualifikation, des persönlichen Einsatzes und der Übernahme von Verantwortung. Der Beruf des Bauingenieurs ist sehr vielfältig und die Honorierung sehr unterschiedlich. Dennoch ist dies aus meiner Sicht der schönste Beruf überhaupt; wenn nicht sogar eine Berufung. Dies muss man wollen, dann stimmt auch der Lohn!

Lolo | 11. May 2022 - 06:51

Ich arbeite für eine AöR und bin momentan bei TVöD 12 - Stufe 5. Hinzu kommt manche Überstunde, Rufbereitschaft und Sonderzahlung. Da kommt man fast an die 80.000 EUR im Jahr. Es ist keine leitende Position.

Projektmanager | 31. March 2022 - 15:57

@Maik:
Dein Forumsbeitrag ist ehrlich gesagt wenig passend und sehr anmaßend. Ich glaube Du bist hier im falschen Forum. Zudem macht er auf mich eher den Eindruck, dass Du Dich (mit teilweise unrealistischen) Aussagen (vor Fremden?!) profilieren willst, hinter denen wohl wenig Wahrheitsgehalt steckt.

Wenn du Probleme mit Behörden hast, gibt es wohl ungelöste Themen bzw. Fehler in Deinen Projekten. Da habe ich einen Tipp für Dich: Vielleicht suchst Du Dir doch einen qualifizierten Bauingenieur oder Architekten, der für Dich alles norm- und gesetzeskonform plant. Oder vielleicht hättest Du doch studieren sollen?

Jeder, der dieses Geschäft professionell betreibt, hat vermutlich ein ähnliches Bild zu deinen Statements. Viel Erfolg trotzdem weiterhin bei deinen "Entwicklungen" und "Investments".

München | 29. March 2022 - 16:58

Als fleißiger Mitleser möchte ich mal meine Erfahrungen teilen:

  • Angefangen 2008 bei einem großen börsennotiertem Bauunternehmen als Bauleiter: Tarif A7, 30 Tage Urlaub, ca. 45.000 EUR p.a.
  • nach 3 Jahren Beförderung zum Projektleiter, Gehalt nach Tarif A8 + 100 Euro Zulage + Firmenwagen
  • nach 8 Jahren ca. 75.000 EUR, immer mal wieder Projektbonus ca. 6.000 EUR p. a. im Durchschnitt
  • anschließend Wechsel zu einem Konkurrenzbauunternehmen aus Österreich, Gehalt 91.000 EUR p.a. + Firmenwagen + 30 Tage Urlaub
  • nach 3 Jahren 95.000 EUR p.a., pro Jahr zusätzlich ca. 3.000 bis 5.000 EUR Bonus
  • anschließend Wechsel auf die Bauherrenseite als Projektleiter, 115.000 EUR p.a., 20.000 EUR Bonus p.a., Firmenwagen ca. 70.000 EUR Listenpreis, 30 Tage Urlaub
Arbeitszeit war bisher bei allen Positionen immer im Rahmen des üblichen (40 - max. 50 Stunden)

Stuttgart | 28. March 2022 - 16:20

Kleines Update von mir. Folgendes hatte ich im November 2020 geschrieben.

"Ich habe vor 8 Jahren in Stuttgart mit einem Bachelorabschluss angefangen und 3.500 €/Monat verdient. Inzwischen verdiene ich bei der selben Firma inklusive Prämie 6.800 € / Monat + Firmenwagen."

Ich bin immer noch bei der selben Firma im Projektmanagement tätig und verdiene inkl. Prämie derzeit 7.750 € / Monat + Firmenwagen. Arbeite nun also seit bald 10 Jahren für die selbe Firma und bin immer noch sehr zufrieden. Ich bekomme regelmäßig per XING / LinkedIn Anfragen mit ähnlichem Gehaltsangeboten. Der Markt ist derzeit gut und wenn euer derzeitiger Arbeitgeber euch nicht die Gehaltserhöhungen gibt, die ihr haben wollt, dann schaut euch auf dem Markt um.

Maik | 26. March 2022 - 21:52

Ich bin gelernter Klempner, 36 Jahre, 21 Jahre Erfahrung auf dem Bau, > 10 Jahre Bauleiter, Geschäftsführer - und das alles ohne jedes Studium. Ich habe drei Firmen, eine Immobilien GbR - Bauen und Halten, eine GmbH & Co. oHG - Bauen und Verkaufen, eine GmbH - Beteiligung an eigenen und Projekten Dritter, zumeist befreundeter Bauträger.

Ich arbeite wie ich gerade Lust habe, mal 10 Stunden die Woche, mal 90 Std./Woche. Meine Bezahlung ist so hoch wie ich es für richtig halte, aber deutlich im 6-stelligem Bereich. Zum Glück habe ich nicht studiert, wenn ich höre, für wie wenig Geld hier der ein oder andere arbeiten muss.

Mich nerven eigentlich nur die Bauingenieure, welche auf dem Amt sitzen und sich hier feiern, weil sie keine Überstunden machen müssen. Und die unsere gesamte Wettschöpfungskette unterbrechen und mich dazu nötigen, ständig Gespräche mit Bürgermeistern, Landräten und weiteren Kommunalpolitikern zu führen, damit wir unsere Bauprojekte umgesetzt bekommen.

Master BauIng FH | 23. March 2022 - 23:02

Ich wollte auch mal mein Gehalt aktualisieren:

  • Start während dem Studium: Bauingenieur BA Werkstudent 20 h 13 €/Std. netto
  • Nach dem Master Start im Mittelstand 250 MA: 51.000 € / a brutto bei 40 h/ Woche + 30 UT
  • Nach 1 Jahr (Projektleiter): 53.000 € / a brutto bei 40 h/Woche + 30 UT + Firmenwagen frei wählbar Listenpreis ~ 50.000 €
  • Nach 2,5 Jahr (Projektleiter + Führung MA Juniorprojektleiter): 59.000 € / a brutto bei 40 h/Woche + 30 UT + Firmenwagen frei wählbar Listenpreis ~ 50.000 €
Was meint ihr wann wäre die nächste Stufe realistisch und was ist gehaltstechnisch möglich? Eher 400 - 600 € brutto monatlich oder weniger oder mehr?

Sln | 13. March 2022 - 12:29

Ich habe jetzt meinen Bachelor an der FH abgeschlossen und fange demnächst bei einer größeren Firma im süddeutschen Raum als Bauleiter im SF-Bau an. Gehalt ist nach Tarif A6 (4556 Euro monatlich bei 13 Gehältern). Dazu kommt eine Jährliche Prämie (mindestens 500 Euro) und Urlaubsgeld (ca. 720 Euro). Jahresgehalt somit etwa 62.000 Euro Brutto + Firmenwagen zur privaten Nutzung. Zur Arbeitszeit kann ich noch nichts genaues sagen.

Bauleiter24 | 02. March 2022 - 19:39

Bauleiter, Ostwestfalen Lippe, Hochbau, SF-Bau, M.Sc., 5 Jahre Berufserfahrung. Einstieg ca. 4.000 €, jetzt bei 5.100 €. zzgl. Sonderbonus, Weihnachtsgeld und Spesen, ich werde dieses Jahr bei etwa 71.000 € Gehalt landen.

Arbeitszeit schwankt, jedoch nie mehr als 50 h. Arbeitsbelastung hat in der kurzen Zeit leider erheblich zugenommen - mittlerweile bin ich froh, wenn das Auto am Wochenende nicht bewegt werden muss.

Carilo | 23. February 2022 - 14:58

Also ich dachte, ich aktualisiere auch mal mit meinen Gehaltsangaben: Ich bin Mitte Zwanzig, habe einen Master im Verkehrsingenieurwesen TU und habe ohne Erfahrung bei der Autobahn GmbH mit E 13 angefangen. Das sind 54.000 EUR Jahresgehalt. Ich glaube das ist relativ okay. Im Vergleich mit meinen ehem. Kommilitonen würde ich auch nichts mehr darunter nehmen.

SR | 23. February 2022 - 08:56

34 Jahre, B.Eng., 10 Jahre Berufserfahrung, Öffentlicher Dienst, ländlicher Raum, Ver- und Entsorgung, LP 1-9 (eigenständig), jetzt E 11, Stufe 4, rund 60.000 €, in 2 Jahren Stufe 5 mit rund 65.000 €, nach weiteren 5 Jahren Stufe 6 mit rund 70.000 €, zzgl. Tariferhöhungen, 39 h Woche, keine Minute länger, ansonsten abfeiern. Fazit: sehr zufrieden!

M.Eng 33 | 20. February 2022 - 18:10

Ich dachte ich aktualisiere mal mit meinen Erfahrungen: 33 Jahre und 54.000 EUR Brutto, Einstieg mit 27 jahren und 42.000 EUR Brutto.

Raum OWL in einem Ingenieurbüro. Der Chef ist in der Lage vernünftige Verträge nach HOAI zu erstellen, es werden keine Kleinaufträge angenommen, mit denen man eh nur Verlust machen kann. Es gibt eine hohe Bindung an die Auftragnehmer, so dass diese auch höhere Forderungen begleichen. Unser Nachtragsmanagement ist Top und es gibt eine vernünftige Auswertung der Auslastung jedes Mitarbeiters. So weiß ich sehr genau, wie viel ich im Jahr umsetze, so weiß mein Chef aber auch, wann der Umsatz gering ist, weil das Projekt einfach nicht läuft (auch unverschuldet).

Überstunden so im 5-10 % Bereich. Das Gehalt bewegt sich im Rahmen das der Ämter. Wobei hier Geringleister aussortiert werden und das Team motiviert bleibt.

Hans | 15. February 2022 - 12:01

Ich verdiene nach 11 Jahren im öffentlichen Dienst ca. 60.000 €/brutto pro Jahr. Habe Bauingenieurswesen studiert, da ich dachte, irgendwann verdiene ich genug Geld um ein Häuschen zu bauen. Leider reicht das Gehalt nicht und die Immobiliensituation ist Euch allen bestens bekannt.

Ich wohne jetzt in einer 3-Zimmer-Wohnung für 1100 € Warmmiete im Monat und fahre einen BMW 316i, Baujahr 2001. Wenn ich sehe, dass Leute, die eine Ausbildung im Handwerk gemacht haben und sich dumm und dämlich zurzeit verdienen (4000 €/Monat netto inklusive private Arbeiten hier und da, sind locker drin), habe ich denke ich den falschen Weg eingeschlagen.

Wenn ich 1000 € im Monat zur Seite lege - brauche ich noch ca. 10 Jahre um einen bezahlbaren Kredit fürs Haus aufzunehmen - hab da kaum noch Spielraum für andere Sachen. Ich kann im Prinzip nur noch auf einen Crash hoffen, der die Immobilienpreise irgendwie bricht. Ansonsten bleibe ich ewiger Mieter oder Kauf mir halt eine Wohnung für 200.000 € bis 300.000 €.

In die freie Wirtschaft kann ich auch nicht mehr, da ich im öffentlichen Dienst meine Qualitäten verloren habe und mir es sehr schwer fällt mehr als 39 h/Woche zu arbeiten.

Shoppe50 | 11. February 2022 - 19:53

Bauleiter mit einer Berufserfahrung GRÖßER 10 Jahren können sehr gut verdienen. Es kommt aber auch auf die Region. Bist Du in Frankfurt oder z.B. München unterwegs, geht es so bei 70.000 € Gehalt los. Das liegt auch daran, dass es einfach zu wenig Baufachleute - insbesondere Bauleiter - gibt. Und natürlich viele Baustellen. Das heißt extrem hohe Nachfrage bei geringem Angebot.

Das heißt der Markt ist sehr arbeitnehmerfreundlich. Das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben. Wer aber pünktlich um 16:00 Uhr Feierabend machen will, sollte keine Bauleitung machen. Überstunden sind die Regel.

Bauleiter | 05. February 2022 - 11:19

Lasst Euch nicht verunsichern. Ich bin Bautechniker und liege nun nach nicht einmal 2 Jahren Berufserfahrung als Bauleiter bei 64.000 € Gehalt. Über Xing trudeln auch des Öfteren Angebote mit bis zu 72.000 € ein, ohne zu verhandeln. Da geht bestimmt noch etwas mehr.

Bauleiter sind gesucht wie eh und je. Nahezu jede Firma sucht Nachwuchs, weil die alten Hasen demnächst in Rente gehen. Wie es hier schon einmal geschrieben wurde: seid selbstbewusst und verkauft euch nicht unter Wert. 4.000 € sollten es zum Einstieg mindestens sein.

Bauingenieur FFM | 31. January 2022 - 23:45

Alter 35, Ausbildung: Bauingenieur Dipl.-Ing (FH)

  • 9 Jahre Berufserfahrung: Zuerst 2 Jahre Ingenieurbüro, danach 5 Jahre Öffentlicher Dienst. Seit 2 Jahren Projektleiter in der Privatwirtschaft
  • Soll 40 Std./Woche
  • Ist 45 - 50 Std./Woche
  • Gehalt direkt nach dem Studium: 39.000 €
  • Gehalt jetzt: 90.000 € Jahresgehalt, davon 81.000 € fix, 6.000 € Tantieme, 3.000 € Rentenfonds (steuerfrei)

Projektmanager | 27. January 2022 - 19:05

Ich bin seit meiner Studienzeit hier ab und an Mitleser und mittlerweile 6 Jahre im Job. Die Kommentare zur Bauwirtschaft und dem Gehaltsniveau hätten mich während des Studiums beinah zum Wechsel getrieben. Ich bin froh, dabei geblieben zu sein und mich nicht von den ewig-gestrigen Griesgramen hier desillusioniert haben zu lassen.

Bereits während meines Masterstudiums an einer TU habe ich verschiedene Jobs als Werkstudent angenommen. Ich lege Euch (Studierenden) allen ans Herz, dies ebenfalls zu tun und möglichst unterschiedliche Unternehmen / Bereiche zu testen. Das gibt Euch die Möglichkeit, die für Euch passende Sparte zu finden. Die Bauwirtschaft könnte nicht diverser sein, was die Beschäftigungsmöglichkeiten angeht.

Nach dem Studium habe ich bei einem überregionalen Projektsteuerer (rd. 120 MA an versch. Standorten) angefangen. Einstiegsgehalt rd. 55.000 € inkl. variabler Zusatzvergütung. Ich durfte mit Kundenkontakt an der Front arbeiten, konnte dadurch enorm viel mitnehmen und mich selbst profilieren.

Nach vier Jahren habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Gleiche Sparte, interessantere und größere Projekte bei und rd. 74.000€ Jahresgehalt inkl. Bonus (beim alten Arbeitgeber gab es natürlich mit der Zeit Erhöhungen auf rd. 65.000 €). Mittlerweile ist das Gehalt inkl. Bonus 6-stellig. Eine 40 Stunden Woche ist mir fremd, aber über 50 Stunden komme ich selten.

Was ich Euch mitgeben will: wenn Ihr keine „Nasenbohrer“ seid, aber smart und ehrgeizig sowie Einsatz zeigt, stehen Euch auch in der Baubranche Tür und Tor offen. Und das in allen Bereichen inkl. der so viel gescholtenen Tragwerksplanung. Fordert jährliche Mitarbeitergespräche ein, setzt gemeinsame Ziele und lasst Euch entsprechend Eurer Leistung auch bezahlen. Redet miteinander und kommuniziert. Niemand kann Eure Wünsche erraten und nur die wenigsten „schenken“ Euch was. Wenn Euer AG hier nicht mitgeht, zurzeit suchen alle Büros gute Mitarbeiter. Die Chance solltet Ihr nutzen.

P.S.: o.g. Gehaltsangaben sind ins Verhältnis der deutlich erhöhten Lebenshaltungskosten im süddeutschen Raum zu setzen.

P.P.S.: Wer zum Öffentlichen Dienst geht, sollte dies bewusst tun. Die Work-Life-Balance ist sicherlich ein Argument dafür. Das Gehalt, die Aufstiegschancen und dass wenig abwechslungsreiche Arbeitsumfeld / die Amtsmentalität sprechen aus meiner Sicht dagegen. Aber nicht jeder steht auf Eigenverantwortung und hat den Ehrgeiz, sich in Themen reinzuhängen und Fortschritt zu bewirken.

BobderMeister | 24. January 2022 - 11:01

Ich glaube die Antworten zeigen, dass es in unserer Branche gewaltige Unterschiede gibt - sowohl beim Einstiegsgehalt wie auch im späteren Werdegang. Ich habe das Diplom gemacht, Notendurchschnitt 2,8 (also nicht unbedingt der Topstudent, zumindest was die Theorie angeht). Mein Einstiegsgehalt in einem mittelständischen Bauunternehmen lag nach dem Studium bei knapp 40.000 €/Jahr (inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld) + Dienstwagen (Ford-Galaxy).

Danach wurde die Bezahlung immer wieder mit der steigenden Verantwortung und dementsprechendem Stress und Mehrbelastung angepasst. Ich habe nun 8 Jahre Berufserfahrung, habe die Firma nie gewechselt und habe mittlerweile ein Jahresgehalt von knapp 75.000 €/Jahr (inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld) + Dienstwagen (BMW 330) + 4 % Gewinnbeteiligung, was am Ende des Jahres auch nochmal gut 20.000 € ausmachen kann. Das Ganze bei ca. 50 Std. pro Woche.

Meine ehemaligen Studienkollegen in Ingenieurbüros verdienen da deutlich weniger, Jahresgehalt nach 8 Jahren 48.000€ + Skoda Octavia (bei reiner Planungsverantwortung) und 55.000 € + VW Passat (mit Bauleitung). Das Einstiegsgehalt war seiner Zeit 36.000 €/Jahr, jedoch ohne Firmenwagen. Der Stress und die Arbeitszeit sind eigentlich genauso hoch wie bei mir.

Was ich falsch finde, ist in solchen Foren sich darüber zu informieren, wieviel man später mal in z.B. 10 Jahren verdienen wird. Das liegt, zumindest in der freien Wirtschaft, nur an einem selbst. Seid Ihr mit Spaß dabei, liefert gute Ergebnisse und das über Jahre, dann werdet Ihr auch dementsprechend fair entlohnt. Da sind Gehaltssprünge möglich, die man sich niemals erträumt hat. Wenn nicht solltet ihr euch ein anderes Unternehmen suchen.

Im Ingenieurbüro sieht das anders aus. Die sind leider an die HOAI gebunden und haben daher nicht die Gewinnspannen von Bauunternehmen. Dementsprechend können hier die Gehälter nicht gleich hoch ausfallen.

Beim öffentlichen Dienst sind die Gehälter ja aus den entsprechenden Tabellen ersichtlich. Hier wird man halt nicht nach Leistung, sondern nach Zugehörigkeit und Abschluss bezahlt ;-). Ist für manche ein Vorteil, für manche eher ein Nachteil.

Wechselwilliger | 23. January 2022 - 09:16

@MEng-Bauer:
Ich habe erst vor kurzem gewechselt, ein Verhandeln ist beim Öffentlichen Dienst sehr eingeschränkt. Deine Angaben decken sich mit meiner Erfahrung. Mich würde interessieren wieviele Wochenstunden in deinem Arbeitsvertrag festgelegt sind und wie die Überstunden vergütet werden? Werden die Fahrten zur Baustelle zeitlich voll angerechnet?

Wechsler | 22. January 2022 - 12:35

Viele Kommentatoren vor mir sind ja irgendwann im öffentlichen Dienst (ÖD) gelandet. Ich bin den gegenläufigen Weg gegangen und mittlerweile in der Wirtschaft. Ich möchte an meinem bisherigen Weg auch mal die Schattenseiten des ÖD benennen. Gestartet als Berufsanfänger im kommunalen ÖD. Bezahlung damals um die 40.000 € inkl. Weihnachtsgeld. Gehalt steigt dann alle paar Jahre gemäß Tarifvertrag. Es gab quasi keine Einarbeitung, selbst der Arbeitsplatz war anfangs nicht eingerichtet.

Die erste Zeit saß ich nur rum und keiner konnte mir sagen, was ich tun sollte. Dann ging es plötzlich ganz schnell, totaler Kaltstart, jede Menge unterschiedliche Projekte ohne richtige Übergabe. Im Prinzip war ich einer der wenigen Fachleute, die anderen teilweise Quereinsteiger, da im Öffentlichen Dienst oftmals das passende Personal fehlt. Konsequent an einem Projekt arbeiten war auch schwierig, da die Beamten, Bürger oder die Gemeinderäte immer wieder neue Ideen hatten und man bereits fortgeschrittene Projekte öfters neu beginnen musste.

Irgendwann ist das aus fachlicher Sicht frustrierend, weil einfach viele dazwischenreden und deshalb Projekte ewig dauern. Immer wieder neue Aufgaben, weil es halt sonst niemand kann und macht. Der Gesetzgeber lässt sich immer wieder was Neues einfallen. Druck ist trotzdem überschaubar, da wir Ingenieure in der Welt der Beamten und Verwaltungsleute eh immer Exoten sind und die manchmal gar nicht wissen, was wir eigentlich genau machen. Gleichzeitig wird von uns natürlich auch erwartet, dass wir sämtliche Vorschriften und Gesetze kennen. Als Nicht-Verwaltungskraft muss man sich da erstmal einarbeiten. Dann der erste Wechsel nach 4 Jahren zu einer anderen Stadt bei dann ca. 54.000 €.

Im Prinzip das gleiche, Projekte und Prozesse dauern ewig, Abstimmungen mit anderen Ämtern oft schwierig. Manchmal wartet man Wochen und Monate auf eine Rückmeldung. Es geht einfach nicht voran. Die meist fachfremden Amtsleiter entscheiden dann irgendwas, was Du dann vor dem Gemeinderat präsentieren sollst, auch wenn’s aus fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar ist. Entscheidungen treffen andere - aber du darfst dir dann die Prügel in der Öffentlichkeit abholen. Der Bürgermeister hat meistens auch noch eine Idee, in der Regel ist es die des Bürgers oder des Gemeinderats, der in zahlreichen Vereinen aktiv ist und jeden im Ort kennt. Schließlich sind ja bald wieder Kommunalwahlen. Interessant wird’s, wenn sich eine Bürgerinitiative formiert. Man bewegt sich immer auch in einem politischen Spannungsfeld bzw. man wird da zwangsläufig reingezogen.

Dazu kommen veraltete Ausstattung (weil einfach kein Geld dafür da ist), kein Homeoffice (habe von ehem. Kollegen mitbekommen, dass dies selbst während Corona die Ausnahme war und die dann ihre privaten PCs nutzen mussten), viel Bürokratie, ein generelles Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern - was Arbeitsdisziplin betrifft - kaum Aufstiegs- bzw. Entwicklungschancen (am ehesten noch für Beamte oder die Dienstältesten, Leistung oder Talent sind nicht ausschlaggebend), keine Benefits bzw. Mitarbeitervorteile (sogar der Parkplatz musste bezahlt werden, keine Kantine).

Zudem haben bzw. hatten einige Kollegen Burn Out (vielleicht auch Bore out?) Finde das kommt im ÖD wirklich überproportional vor, was für Außenstehende natürlich nicht nachvollziehbar ist. Das liegt nicht unbedingt am Druck und am Stress, aber man prallt oft gegen starre Strukturen, steht in der Öffentlichkeit oft schlecht da (es gibt sog. Wutbürger) und man fühlt sich oft nicht richtig geschätzt. Feedback, Lob etc. fehlen nahezu komplett. Wenn man was bewegen möchte und links und rechts wird man nur ausgebremst, kann das durchaus frustrierend sein (und ich bin keine Person die es drauf anlegt irgendwo anzuecken). Entweder man resigniert und gerät in den selben Trott oder man muss sich was anderes einfallen lassen.

Natürlich gibt es auch Vorteile im ÖD, die ja bereits in den vorangegangenen Kommentaren genannt wurden. Gute Work-Life-Balance, sicherer Job, angemessenes Gehalt etc. Bei mir haben letztlich die negativen Dinge überwogen. Ich konnte mir nicht vorstellen, die nächsten Jahrzehnte so weiterzuarbeiten und mein komplettes Berufsleben im ÖD zu verbringen.

Nun bin ich in der freien Wirtschaft mit > 60.000 €. Ähnliche Arbeitszeiten, phasenweise etwas mehr Wochenarbeitsstunden (dafür aber mit Überstundenvergütung). Der frühe Feierabend am Freitag ab 12 Uhr fehlt allerdings schon etwas. Die Arbeitsweise ist jedenfalls professioneller, fachlicher, effizienter und geräuschloser (ohne Lokalpolitik, Bürgerbeteiligung etc). Was mir persönlich insgesamt einfach besser liegt.

MEng-Bauer | 21. January 2022 - 01:54

@Wechselwilliger:
Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich bin Ausländer, jetzt in Deutschland seit 2 Jahren, habe hier mein Master in Baubetrieb angefangen, inzwischen ein Praktikum in der Bauleitung gemacht und schreibe jetzt an der Masterarbeit. Ich habe vor 3 Wochen mit den Bewerbungen angefangen und habe bis jetzt 2 Jobangebote in der Bauleitung (48.000 EUR und 50.000 EUR) sowie ein Jobangebot in der Bauüberwachung (im Vertrag 50.000 EUR p.a. die ersten 2 Jahre und danach 62.000 EUR p.a.).

Also wovon redest Du? Ich habe noch weitere Vorstellungsgespräche, du hast es selber gesagt, wenn Bauingenieure so viel gesucht sind, warum nutzt man die Chance nicht, um sein Gehalt zu verhandeln?

Wechselwilliger | 20. January 2022 - 10:58

Ich kenne dieses Forum nun seit sehr vielen Jahren und finde es schade, dass ich mich nicht schon vor dem Studium mit der Gehaltssituation des Bauingenieurs auseinandergesetzt habe. Ursächlich für die auch hier erkennbare schlechte Stimmung ist nicht der Beruf an sich, sondern die Baubranche, die im Vergleich zu anderen Branchen wie z.B. der Chemie-, Metall- und der Elektroindustrie schlecht dasteht.

Während der Bau mit seinen hauptsächlich kleinen bis mittelständischen Betrieben dem vollen Wettbewerb unterliegt, unterstützt die Politik immer nur die sogenannte Schlüsselindustrie. Nach mittlerweile über 22 Jahren Berufserfahrung, 4 verschiedene Umfelder (Statik, Industrie, Projektleiter DB, Projektleiter Öffentlicher Dienst) mit unzähligen Vorstellungsgesprächen, bin ich nun im Öffentlichen Dienst bei ca. 56.000 € und einer 40,1 h / Woche gelandet - was ich als sehr frustrierend empfinde, was aber noch eines der "besseren" Jobangebote in der Region war.

Die Gehaltsvorstellung vieler hier, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst nach härteren Verhandlungen habe ich nie mehr als ca. 60.000 € angeboten bekommen (ohne Bauleitung) und das, obwohl doch Bauingenieure angeblich so dringend gesucht sind. Nur in der Bauleitung wäre mehr drin gewesen, natürlich bei einer 45-50 h / Woche. Da lachen die Metaller bei 35 h / Woche und durchschnittlich 55.000 € Jahresverdienst, bei vollem Lohnausgleich mittlerweile bei 32 h / Woche.

Prüfstatiker | 16. January 2022 - 20:23

Ich habe vor 30 Jahren als Sachbearbeiter in einem renommierten Prüfingenieurbüro angefangen. Nach 15 Jahren bin ich dann in ein Büro für Hochbau-, Brücken- und Baugrubensicherungsstatik sowie Bauüberwachung gewechselt, wo ich nach drei Jahren Geschäftsführender Gesellschafter wurde. Weitere neun Jahre später habe ich mich selbständig gemacht.

Ich habe sofort die Prüfung zum Prüfingenieur eingereicht und durfte ein Jahr später zum sogenannten "Fachgespräch" antreten. Etwa einen Monat nach dem Fachgespräch wurde ich dann als Prüfingenieur für Standsicherheit anerkannt. Ich habe dann sofort alle mir bekannten fünfzig Statikbüros im Umkreis angerufen und um Aufträge gebettelt. Resonanz war Null Komma Null bis auf drei Semesterkollegen und zwei ehemaligen Arbeitskollegen.

Mein Verdienst war nur gut, weil ich mein Büro im ehemaligen Kinderzimmer von meinem Sohn genutzt habe.

  • 2018: 180.000 Umsatz
  • 2019: 230.000 Umsatz
  • 2020: 350.000 Umsatz
  • 2021: 500.000 Umsatz
Alles als Einzelkämpfer mit Siebentagewoche und Halbtagsjob (24/2=12 Stunden am Tag). Der Verdienst eines Prüfingenieurs kann sehr unterschiedlich sein, wie der jedes anderen Selbständigen auch.

Wer irgendwo im Großen Büro als Partner "gezogen" bzw. "aufgebaut" wird muss in der Regel ziemliche Knebelverträge hinnehmen und zwischen 65% bis 90% seines Umsatzes an den "Paten" abgeben.

Kurt | 12. January 2022 - 21:33

@JungB27:
Sofern du ein dickes Fell hast, Überstunden nicht scheust und Bock auf Baustelle hast, würde ich dir zu Nr. 2 raten. Selbes habe ich selbst vor 5 Jahren gemacht und bin dabei geblieben. Das Gehalt ist allerdings zu niedrig, die A7 nach Tarif sollten es mindestens sein. Alles andere ist zu wenig mit Hinblick auf Arbeitszeit, persönliche Belastung und Verantwortung.

nordlicht | 12. January 2022 - 14:42

@JungB27:
Ich wuerde Nr. 2 nehmen. In der Bauleitung gibt es keine "Einarbeitung". Du lernst jeden Tag. Die ersten Wochen machst du Fehler und dann machst du es richtig.

JungB27 | 12. January 2022 - 01:05

Erstmal zu mir:

  • 27 Jahre mit Diplom-Abschluss im Ausland
  • 6 Monate Bauleitung
  • Master in Baubetrieb in Deutschland
  • 7 Monate Bauleitung (Praktikum)
Nun habe ich die folgenden 2 Angebote vorliegen:
  1. Jung-Bauleiter bei einem Büro (80 MA), 50.000 EUR Gehalt im Jahr, kein Bonus, kein Weihnachtsgeld, kein 13. Monatsgehalt, Firmenwagen nur bei Baustellen > 50km entfernt (ordentliche Einarbeitung garantiert).
  2. Bauleiter bei einem Groß-Konzern, 51.000 EUR Gehalt im Jahr + Bonus + Gewinnbeteiligung + Weihnachts- und Urlaubsgeld + 5Tage mehr Urlaub als beim 1. Angebot + Firmenwagen. (Einarbeitung laut Kommilitonen 0)
Was würdet ihr wählen und warum?

Statiker009 | 01. January 2022 - 22:09

@Statik007:
Mir steht auch demnächst mein erstes Gehaltsgespräch bevor. Darf ich fragen, wie hoch die Gehaltserhöhung bei Dir ausgefallen ist?

Paul | 29. December 2021 - 09:33

@Statik007:
Ich arbeite in der Schweiz als Bauingenieur und kann dir sagen, dass es hier auch nicht anders läuft. Du bist leider Statiker und was dir keiner im Studium erzählt hat, sind die schlechten Gehaltsaussichten. Auch in der Schweiz verdienen Statiker von allen Ingenieuren mit Abstand am schlechtesten. Da wirst du deinen Frust einfach in ein anderes Land verschieben und das bringt auch nicht viel.

So zynisch es leider klingt. Gewöhn dich lieber an das Gehaltsniveau als Statiker oder suche dir etwas in anderen Branchen. Ich kenne jemanden, der ist als Statiker zu Liebherr gewechselt und hat Kräne gerechnet. Er meinte er ist von 53.000 EUR auf 75.000 EUR Gehalt gesprungen. In der Statik undenkbar!

Statik007 | 28. December 2021 - 15:17

Ich arbeite seit einem Jahr als Tragwerksplaner in Süddeutschland. Nun hatte ich mein erstes Mitarbeitergespräch und bin etwas enttäuscht. Die Arbeit macht mir wirklich Spaß. Leider denke ich zurzeit aber nur daran, dass meine Freunde, welche eine Ausbildung gemacht haben, besser verdienen als ich, der einen Masterabschluss hat.

Ich überlege mir deshalb in die Schweiz zu ziehen. Da würde ich euch gerne Fragen, ob es sich lohnt in die Schweiz als Statiker zu ziehen, oder ob man sich einfach mit seinem niedrigen Gehalt durchs Leben kämpfen muss?

Wasserwirtschaftler | 11. December 2021 - 10:25

Ebenso als Richtwert:

  • Master Wasserwirtschaft
  • Magdeburg, Sachsen-Anhalt
  • 5 Jahre Berufserfahrung Tief- und Rohrleitungsbau
  • Angebot als Bauleiter im Tiefbau (ca. 1000 MA), 50.000 EUR Gehalt p.a. plus Auto plus Handy etc.
  • nach Probezeit angeblich eine Steigerung
Ich habe das Angebot aber nicht angenommen.

Q7 | 10. December 2021 - 14:25

Als Richtwert und Stütze für andere (Raum Frankfurt):

  • B.Eng. an der FH abgeschlossen
  • im Anschluss 9 Monate Vollzeit-Trainee
  • danach M.Sc. an der Uni abgeschlossen
  • nach Abschluss des M.Sc. (2020) im Projektmanagement als Junior-Projektmanagerin angefangen
  • 50.000 € inkl. Bonus - zusätzlich 0,30 €/km Reisekosten = 350 € netto mtl.
  • nach der Probezeit: 55.000 € Jahresgehalt inkl. Bonus + weiterhin Reisekosten zusätzlich 350 € netto

Thomas | 05. December 2021 - 11:04

In unserem Studium haben wir zwei Kategorien von Jobs aufgezeigt bekommen. Als guter Rechner gehst du ins Ingenieurbüro - verdienst halt nichts, aber das hat uns keiner gesagt.

Wenn du gut organisieren kannst und gerne unterwegs bist, dann werde Bauleiter. Dass man dabei etwas besser verdient, aber > 60 Stunden weit von der Heimat im Container und abends in der Monteursbude verbringt, hat uns auch keiner gesagt.

Öffnet die Augen für die Bauindustrie und Zuliefererbranche, sie bietet eine Vielzahl von interessanten Tätigkeiten. Beispielsweise Forschung und Entwicklung, aber auch Vertrieb - um nur einige wenige zu nennen. Damit kommt ihr ganz einfach in die Chemie- oder Elektrotarife.

Ich bin im Vertrieb gelandet, sicher nicht jedermanns Sache, aber im B2B-Business extrem spannend und definitiv kein Klinkenputzen. Druck gibt es natürlich auch, doch wie sagt man so schön, man kann sein Gehalt selbst bestimmen.

Hohe Umsatzzahlen = hohes Gehalt, umgekehrt natürlich genauso. Firmenwagen ist selbstverständlich und Boni ebenso. Verantwortung sind halt die Umsatzzahlen, aber keine einstürzenden Neubauten oder Millionenschäden.

Als Einstiegsgehalt sind 62.000 Euro möglich, in Leitungsposition auch mehr als 100.000 Euro. Ihr habt die Wahl!

ein bauing | 30. November 2021 - 08:27

@chase:
Dürfte so stimmen. E13 wird aber auch nicht jede Stelle ausgeschrieben werden und Stufe 2 als Einsteiger auch nicht. Nach 5-6 Jahren bist du im öff. Dienst bei 65.000 EUR Gehalt. Das ist nicht schlecht. 51.000 EUR als Tragwerksplaner zum Einstieg im Büro sind auch als gut zu bewerten. Ob Wirtschaft oder öff. Dienst für den Durchschnittsingenieur besser ist? Keine Ahnung, aber der öff. Dienst braucht sich nicht zu verstecken.

Chase | 29. November 2021 - 14:21

Da in dem Gehaltsforum ja immer noch fleißig diskutiert wird, wie schlecht das Gehalt für Bauingenieure doch ist, habe ich hier mal eine andere Perspektive, die vielleicht auch einmal diskutiert werden sollte. Ich habe vor etwa 2 Jahren nach einem sehr guten Masterabschluss in einem Ingenieurbüro als Tragwerksplaner angefangen. Leider hatte ich mich zu dem Zeitpunkt nicht so viel über das Gehalt in anderen Stellen informiert.

Meine Erkenntnisse:
Ich habe mich fleißig beworben und von vielen namenhaften Firmen ein tatsächliches Angebot erhalten. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass der öffentliche Dienst bzw. die Forschung Berufseinsteigern die besten Gehaltsaussichten bietet (ausschließlich Stellen in der Planung, kein Bauleitung). Hier einmal eine Zusammenfassung der Angebote, die ich erhalten habe:

  • Bahn (Stelle als Projektleiter mit Personal- und Baustellenverantwortung, das mit Abstand lächerlichste Angebot): ~ 50.000€ im Jahr mit Ausnutzung der Benefits als Gehaltserhöhung
  • KMU (3 Angebote): ~ 51.000 €
  • Eine der größten Baufirmen Deutschlands: 54.000 €
  • Öffentlicher Dienst bei der Autobahn GmbH, Tarifvertrag E13 Stufe 2: 58.149 €
Auch wenn ich mein Einstiegsgehalt mit dem des öffentlichen Dienstes vergleiche, hätte ich dort direkt deutlich mehr gehabt als in der Industrie.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass sich dies mit steigender Berufserfahrung ändert (jährliche Gehaltserhöhungen in der Industrie vs. Tarifstufen nur alle 2, 3, 4 Jahre). Jedoch erscheint es mir als junger Ingenieur so, dass es quasi gehaltstechnisch keinen Vorteil hat in der freien Wirtschaft zu arbeiten.

Gerade in der aktuellen Situation mit Corona erscheint der öffentliche Dienst besonders interessant. In unserem Büro ist die weitere Lage auch unbekannt, da aufgrund der aktuellen Lieferengpässe etc. das Auftragsangebot vermutlich zurückgeht (Gehaltserhöhung für ein Corona Jahr blieb unter anderem für den gesamten Betrieb aus).

Das (möglicherweise bevorstehende) Aussetzen der HOAI trägt auch nicht dazu bei, dass sich die Lage in der freien Wirtschaft gehaltstechnisch bessert, da der Preisdruck auf Ingenieurleistungen steigt. Bei der aktuellen Inflation dürfte die jährliche Anpassung der Tarifverträge auch etwas größer sein. Natürlich ist die Arbeit bei einer Stadt oder Gemeinde möglicherweise weniger interessant, dafür aber auch weniger stressig und besser mit einem Familienleben vereinbar.

Wie seht ihr das? Habe ich dabei einen groben Denkfehler gemacht oder ist der öffentliche Dienst momentan so attraktiv wie nie zuvor?

PS: Daten aus einer der teuersten Städte Deutschlands

Sven Max | 10. November 2021 - 11:56

Wer was leisten möchte, geht in die freie Wirtschaft. Wer eher so die ruhige Kugel schieben möchte, in den öffentlichen Dienst. In der Wirtschaft gibt es keine Obergrenzen beim Gehalt. Planungsbüros zahlen klar weniger. Wer am Anfang alle drei Jahre wechselt, kommt am ehesten in die höheren Gehaltsklassen. Höherer Abschluss - höheres Gehalt, das auch später. Mit FH oder Bachelor müssen 45.000 € Gehalt im Jahr kommen. Uni oder Master 50.000 €. Dienstwagen gleich von Anfang an.

Nehmt ein 13. Monatsgehalt mit und am besten noch Boni. Gewinnbeteiligung am Baustellenergebnis 3 %. Lohnsteigerung 6 % pro Jahr. Nach zehn Jahren sind dann auch 70.000 € Gehalt möglich. Wenn man richtig Leistung bringt, auch deutlich mehr. Das Unternehmen für das ihr arbeitet sollte Gewinne machen. Wenn nicht, weg da. 100.000 € bis 125.000 € gehen auch. Dann aber als Oberbauleiter. Da ist halt die Luft dünn und es gibt Stress nonstop. Arbeiten bitte delegieren und nicht selber machen.

Wenn ihr das könnt, steht einer Geschäftsführung nichts im Weg. Der Chef sagt zu eurer Gehaltserhöhung nein. Selbstverständlich: warum sollte er ja sagen. Hier dran bleiben an der Sache. Immer wieder nachfragen. Er entlässt euch nicht, bloß weil ihr ihm auf den Sack geht. Er mag euch, weil er durch euch Geld verdient. Gute Leute werden nicht entlassen. Bekommen aber keine Gehaltserhöhung als Automatismus.

Wer für wenig Geld arbeiten geht, dem ist nicht zu helfen. Sein Gehalt sucht man sich aus. Klar ist es am Anfang schwierig. Wer Leistung bringt, bekommt die auch vergütet. Habe mit über 10 Jahren auch schon 6-stellig verdient durch Prämien. Musst halt auch ein Fuchs sein.

Nordlicht | 30. October 2021 - 21:38

Ich möchte auch kurz meinen Verdienst hier teilen. Zu mir: TH Abschluss B.Eng. Mitte 2019 mit 27 Jahren. Lehre mit 16 Jahren begonnen und bis Abschluss Studium fast durchgängig währenddessen erwerbstätig gewesen.

  • Einstieg dann 2019 als Jung-Bauleiter Abwicklung Baufeld
  • 43.000 EUR Gehalt bei 13 Gehältern und Dienstwagen, 43 h/Woche, eher 55 h/Woche
  • praktisch 2.300 EUR/monatlich, sehr unzufrieden gewesen
  • norddeutsches Einsatzgebiet
Mitte 2020 Firmenwechsel, weiterhin Bauleiter
  • Innendienst im Baucontainer in der Kalkulation
  • Kein Dienstwagen, 40 h/Woche + viel Reisezeit mit Bahncard 100, 58.000 EUR im Jahr und 13 Gehälter
  • praktisch 2.900 EUR/monatlich, mit Spesen ca. 3.500 EUR/monatlich
  • bundesweiter Einsatz, leider wieder unzufrieden mit der Reisezeit (Sonntags Nachmittag los und Freitagabend zu Hause)
Mitte 2021 Jobwechsel und Firmenwechsel + Branchenwechsel durch Headhunterangebot angenommen
  • Tätigkeit als Gutachter
  • weiterhin keinen Dienstwagen
  • 90 % meiner Fahrerei mit privatem Pkw, aber dienstlich mit 0,34 €/km vergütet
  • 38 h/Woche, praktisch weniger, dazu 80 % HO
  • nur norddeutsches Einsatzgebiet
  • 66.000 EUR jährlich und 13,5 Gehälter
  • praktisch 2.800 EUR netto monatlich + Spesen
  • jetzt super zufrieden

Fritzi | 21. October 2021 - 16:02

@Hans | 19. Oktober 2021:
Nö, ganz sicher nicht. Ich krieg im ersten Jahr als Bauleiter nur mit Bachelor mehr.

Peter | 20. October 2021 - 16:27

@Hans:
Ob das gut ist, musst du selbst beurteilen mit den Arbeitsbedingungen usw. Aber rein gehaltstechnisch finde ich das nicht gut. 4000 EUR Gehalt Brutto sind tarifgebunden Einstiegsgehalt mit zus. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Schau dir die neuen Tarifgruppen an; jeder mit 2 Jahren Erfahrung sollte mindestens in der Gruppe VI sein, dass sind mehr als 60.000 EUR. Mit Master ist das Einstiegsgehalt.

Bautechniker-HB-NRW | 19. October 2021 - 22:58

Ich bin 25 und habe dieses Jahr meinen Bautechniker abgeschlossen. Davor 2015-2018 Lehre als Bauzeichner im Konstruktiven Ingenieurbau (Betonfertigteile) +1 Jahre Geselle. Aktuell habe ich als Konstrukteur 3.400 Gehalt €/Monat – 40.800 € Jahrgehalt bei einer 40h/w.

Wenn ich das hier so lese, fühle ich mich auch unterbezahlt. Jedoch wenn ich in meinem Kreis die Gehälter in Städten und Gemeinden vergleiche, ist das wohl die Regel. Öffentlicher Dienst mit mehr als 55.000 € im Jahr (15 Jahre Erfahrung) gibt es hier für meinen Bereich quasi gar nicht.

Schade dass ein Abschluss auf Papier (also ein Bachelor) mehr wert ist als eine Lehre und Meister/Techniker, obwohl man bessere Voraussetzungen für eine Vielzahl an Jobs hat, da man deutlich näher an der Praxis gelernt hat. (Gilt vor allem für Öffentlichen Dienst) Aber ist halt nicht jeder fürs Studieren.

Hans | 19. October 2021 - 10:21

2018 Studium absolviert an einer Hochschule in Berlin, als Bauleiter Einstiegsgehalt 2.700 € brutto monatlich. 2021 als Projektleiter in einem Kleinbetrieb mit 4.000 € brutto angefangen. Was denkt ihr, ist das gut?

BL-Hochbau | 07. October 2021 - 20:03

Ich bin 2018 mit 48.000 € als Jungbauleiter im Hochbau eingestiegen, Abschluss Master, Uni. Jetzt nach 3,5 Jahren bei 55.000 €. Arbeitszeit max. 50 h pro Woche, Standort NRW. Ich bin nicht wirklich zufrieden, Gedanken eines Wechsels werden größer, Tendenz geht fast schon zum öffentlichen Dienst, denn die Fahrerei stört mich derzeit extrem, ich benötige eigentlich keinen Firmenwagen, den ich privat sowieso nur am Wochenende nutzen kann (es aber dann eher genieße auf dem Fahrrad zu sitzen).

Schwierig zu bewerten von außen, aber bei der Arbeitszeit und der Tatsache, die gesamte Woche auf Baustellen zu verbringen, fühle ich mich unterbezahlt. Wenn ich bei meinem Chef eine Bezahlung nach A8 fordere, weiß ich jetzt schon wie die Reaktion sein wird.

Juppie | 06. October 2021 - 15:33

Ich als Verkehrsingenieur TU bin im öffentlichen Dienst in Thüringen. Ich habe meinen Dipl.-Ing. 2017 gemacht und danach 3,5 Jahre im Ingenieurbüro als Straßenplaner gearbeitet. Dort gab es 40.000 EUR Jahresgehalt. Gehaltsverhandlungen waren immer erfolglos. Dieses Jahr bin ich in den öffentlichen Dienst gewechselt. Hier bin ich nun in der E10-Stufe 3, mit ca. 50.000 EUR Jahresgehalt.

Meine ca. 3 Jahre Berufserfahrung wurden mir anerkannt. Ingenieure mit mehr Berufserfahrung haben Probleme, mehr als die Erfahrungsstufe 3 anerkannt zu bekommen. Also gestaltet sich ein Eintritt für Erfahrene in den Öffentlichen Dienst schwierig. Von meinen Kollegen aus der Straßen- u. Brückenplanung sowie Bauleitung Straße sind 3 weitere ebenfalls in den öffentlichen Dienst gewechselt (E10-Stufe 3).

Absolventen des Verkehrsingenieurwesens mit Schwerpunkt Bahn, welche ich kenne, sind alle bei der Bahn gelandet mit 50.000 EUR Einstiegsgehalt und 40 Tagen Urlaub. Die konnten das Gehalt dann steigern.

Problematisch im Öffentlichen Dienst sehe ich, dass nur alte Hasen Karriere machen. Entwicklungsmöglichkeiten für mich sehe ich im Öffentlichen Dienst nicht. Im Westen und bei der Autobahn werden Ingenieure mit meiner Qualifikation ab der Entgeltgruppe 12 im ÖD eingestellt.

Seifenblase | 04. October 2021 - 23:58

@ein bauing:
Dann sei einer der Besten. Das ist sicher Voraussetzung für guten Erfolg. Seine Leistung gut zu verkaufen, bedeutet sie nicht als "Wisch" zu bezeichnen. Es gibt oft unendlich viele Wege einen Tragwerksentwurf für ein Bauvorhaben zu konzipieren, aber fast immer nur 1 sinnvollen!

Wir sind in erster Linie Ingenieure und beratende Planer und nicht einfach Statiker, die ein vorgegebenes System ins Gleichgewicht bringen und das Bauamt überzeugen.

ein bauing | 29. September 2021 - 09:55

@Seifenblase:
Das zahlt sicher nicht jeder - für Tragwerksplaner ohne Verantwortung bestimmt kaum jemand. Es hat sicher nicht nur etwas mit verkaufen zu tun. Sei kompetenter als dein Chef und deine Kunden in der Tragwerksplanung. Die TWP ist zwar wichtig, aber im Grunde genommen nichts weiter als ein Wisch um die Planung zu bestätigen.

Warum man jetzt dafür mehr bekommen soll als das ganze Projekt zu koordinieren und auch auf kaufmännische Dinge zu achten muss mal erklärt werden. Wenn man einer der Besten ist vielleicht. Ansonsten kann ich es mir nicht ansatzweise vorstellen.

baulöwe | 27. September 2021 - 15:59

Fortführung meines Eintrags vom 2. Februar 2016 zur Info:
Bauingenieur, TVÖD E11/Zulage + Rufbereitschaft, >25 Jahre Erfahrung Dipl.-Ing. (FH), ca. 83.000 € Brutto in 2021, 2022 müssten es knapp 85.000 € sein, das steht schwarz auf weiß!

baulöwe | 02. Februar 2016 - 20:15
Landkreis Niedersachsen, E11 TVÖD, Verdienst 70.000 €/Jahr, inkl. Jahressonderzahlung / Prämie und Zulage Rufbereitschaft, 20 Jahre Berufserfahrung, nur Projekte bis 2 Mio € HOAI LP 1-9, ohne Personalverantwortung. Dipl.-Ing. (FH)

Seifenblase | 24. September 2021 - 09:07

Ich teile meine Erfahrung, um euch aufzuwecken. An all die Massen an Tragwerksplaner, welche verblendet in diesem Forum über ihr Gehalt klagen:

  1. Ja, ihr seid zumeist unterbezahlt und Ja, man wird mit einer Gehaltsvorstellung von 70.000 bis 80.000 €/a ( Berufserfahrung 3 Jahre) häufig eh belächelt.
  2. Dennoch erhält man 80.000 €/a sogar inkl. Honeoffice. Verkfauft euch richtig und seid kompetenter als eure Chefs und Kunden! Wenn ihr das seid und zudem ein doppeltes Tempo vorweisen könnt, zahlt fast jeder!
Es ist möglich!

Saskia | 14. September 2021 - 12:43

Ich, B.Eng., 28 jahre alt und seit 4 Jahren als Bauingenieurin tätig. Habe fast vier Jahre im Ingenieurbüro gearbeitet und mit 43.000 € begonnen. War ganz in Ordnung, oft gab es Stress, wenn die Ausführungsplanung fertig gemacht werden musste. Nachtschichten geschoben und viel Druck gehabt. Habe in der Planung viel mitnehmen können. Aber so eine Arbeit kann man nicht machen, wenn man eine Familie plant. Auch wenn man sich gut versteht, am Ende zählt die Leistung. Habe mich, als ich vom Babyglück wusste, im Öffentlichen Dienst beworben.

Habe am gleichen Tag des Bewerbungsgesprächs eine Zusage bekommen. Am ersten Arbeitstag teilte ich mit, dass ich Schwanger bin. Man gratuilierte mir (zur "vollendeten Probezeit") und gab mir Tipps bezüglich Steuern, Mutterschutz und Elterngeld. Bin nun mittlerweile in Mutterschutz und freue mich auf das Baby. Im öffentlichen Dienst kann man nichts falsch machen, nur ggf. weniger verdienen.

CIW_BW | 08. September 2021 - 16:31

Ich habe viele Kommentare gelesen und muss ehrlich sagen, dass ich mir schon vorstelle, 70.000 € zu verdienen - ohne mich dafür tot zu arbeiten. Ich habe ein Bachelor Chemieingenieurwesen TU und ein Bachelor Dual Bauingenieurwesen gemacht. Zwar habe ich mich für einen Master an der FH beworben, aber nur weil ich dadurch meine Chancen auf ein höheren Gehalt steigern will und ich verpflichtet bin, bei meinem Arbeitgeber 3 jahre lang zu bleiben (öffentlicher Dienst).

Ich will schauen, dass ich mehr verdiene, habe auch mit ca. 47.500 € angefangen, aber das will ich nicht lebenslang verdienen. Kennt ihr eine Brücke zwischen Chemieingenieurwesen und Bauwesen, sodass ich weiterhin nicht so viel arbeite, aber trotzdem mind. 60.000 € verdiene?

Chrissy98 | 01. September 2021 - 23:09

Auch ich steige nun mit 22 Jahren, einem Bachelor als Bauleiterin bei einem Mittelständler mit 53.000 € ein, mit Firmenwagen, Laptop, IPad und einer 42-h-Woche. Es ist wirklich nicht so schlimm, wie es hier immer dargestellt wird.

Bobderbaumeister | 31. August 2021 - 18:18

Ich würde gerne aus Interesse mal wissen, wie viel so ein staatlich anerkannter Prüfingenieur verdient? In Selbständigkeit oder nach IG Bau, so grob? Finde dazu gar nichts im Internet. Und ich meine schon den "richtigen" Prüfingenieur mit Examen, nicht einen Tragwerksplaner direkt aus dem Studium.

Kopfschüttler | 16. August 2021 - 17:43

Wo lebt ihr alle? Ich habe in meinem ersten Vorstellungsgespräch als Bauleiter 48.000 EUR Gehalt + Prämien geboten bekommen, und abgelehnt - weil ich woanders 55.000 EUR bekomme. Klar, 40 h Woche ist selten, aber 45 ist realistisch. Hört mal auf zu heulen, das ist ja nur gruselig hier.

Nanos95 | 16. August 2021 - 16:16

Ich (25 Jahre) beende demnächst mein Masterstudium (mit 1.9 und 1,5 Jahren als Werkstudent) im Bauingenieurwesen an einer FH in Hessen. Hier ein paar Angaben zu der Stelle, die mir angeboten wurde:

  • Einstellung als (Jung-) Bauleiter
  • Gehalt: 4.300 EUR Brutto + Urlaubsgeld + Firmenwagen
  • 2 Jahre lang 1-2 x im Monat Schulungen besuchen

JuniorGeotechnik | 09. August 2021 - 12:01

Ich (Master TU) fange bald mit ca. 55.000 €/Jahr + evtl. Bonus an. Habe jedoch zuvor schon als Werkstudent in der Firma (Bereich Geotechnik) gearbeitet.

Ale | 08. August 2021 - 19:23

@Augsburg:
38.000 € mit Master-Abschluss und 2 Jahren Erfahrung? Sorry, das ist eine Beleidigung für Bauingenieure. Minimum 50.000 €!

SiWaWi-ler | 07. August 2021 - 16:14

Ich habe vor kurzem mit 27 meinen Master als Bauingenieur im Bereich Siedlungswasserwirtschaft abgeschlossen (Note: 2,3) und bin momentan auf Jobsuche. Was wäre ein angemessenes Jahresgehalt für mich als Einsteiger ohne große Berufserfahrung?

Haha | 06. August 2021 - 15:44

@Augsburg:
Wenn du nach nem Masterstudium 38.000 EUR machst, dann arbeite lieber in einer anderen Branche. Das kriegst du bestimmt auch in Berufen, wo man keine Ausbildung braucht. Falls das nicht der Weg ist, dann musst du dir klar werden, warum du mehr bringst als dieses Geld und was du alles geleistet hast, um das dann dementsprechend als Gründe darzulegen, um mehr zu verdienen. Du musst dich einfach gut vorbereiten und das dann runterrattern und auch Kritik mit logischen Gegenargumenten kontern.

Wenn du Bewerbungen rausschickst, denkst du offensichtlich an über einen Wechsel nach, was ist mit deiner jetzigen Firma? Ich denke mit 2 Jahren Berufserfahrung solltest du in derselben Firma mindestens 50.000 EUR kriegen. Was bei anderen Firmen drin ist, weiß ich nicht, weil ich deine Ausbildung, Projekte etc. nicht kenne.

Ich weiß nicht wie gut dein Deutsch ist, aber vielleicht ist das ein Punkt an dem man arbeiten kann, um im kommunikativen Teil eines Bewerbungsgesprächs mehr zu glänzen und dann halt mehr rauszuholen.

Augsburg | 06. August 2021 - 01:56

Ich bin vor 2 Jahren nach dem Masterstudium als Tragwerksplaner Hochbau in einem kleinen Planungsbüro eingestiegen, bekomme ca. 38.000 € Gehalt brutto jährlich. Bin selber ein Ausländer und spreche nicht perfekt Deutsch. Nun will ich anfangen, die Bewerbungen rauszuschicken.

Welche Gehaltsspanne wäre für mich realistisch mit o.g. Erfahrung in Süddeutschland? Vielleicht haben Sie auch paar Tipps, was kann man zusätzlich aus dem Thema Statik lernen, um sich besser im Bewerbungsgespräch zu verkaufen!?

T. | 01. August 2021 - 09:53

Ich bin Bautechniker und 30 Jahre.

  • 3 Jahre Berufserfahrung in der Bauleitung
  • 2x abgeworben worden
  • Erster Job ca. 37.000 EUR / a
  • Aktuell Öffentlicher Dienst mit 60.000 EUR / a

Buddler | 29. July 2021 - 20:29

@Absolvent 092:
Klingt erstmal nicht schlecht, ich würde das in den Altbundesländern verorten. Berücksichtigt man, dass seit Mitte der 90er Jahre die Kaufkraftinflation 40 Prozent beträgt, entspräche das einem damaligen Einstiegsgehalt von 2.630 Euro/Monat - ca. 2.500 waren seinerzeit drin. Dabei blieb es dann. Es kam ja dann die Baukrise.

Die dolle Vision von 70.000 Euro Gehalt jährlich in fünf Jahren ist natürlich die berühmte Möhre, die dem Esel vom Kutscher auf dem Karren vor die Nase gehalten wird, dass er den Karren hübsch weit zieht - natürlich ohne dabei der Möhre näher zu kommen. Manche ziehen den Karren sehr lange.

Buddler | 27. July 2021 - 12:33

Allgemeinplätze wie "Man muss halt gut verhandeln." oder "sich gut verkaufen, sich attraktiv darstellen" - sind auch nur Unterwürfigkeitshandlungen, mit denen man seine Servilität und Zurichtung unter Beweis stellt, die nicht weiterhelfen. Denn im Maschinenbau, der Elektrotechnik, im IT-Bereich, Telekommunikation, Automation, Digitalisierung usw. ist der Ertrag bei gleichem Aufwand immer höher als im Bauingenieurwesen. Und zwar bei den Arbeitsbedingungen, beim Einkommen, bei den Karrierechancen.

Es muss sich noch zeigen, was mit der Honorarordnung wird, wird sie abgeschafft oder eingeschränkt, wäre dies ein weiterer (drohender) Abstieg der Branche. Ansonsten reicht ein Blick in die Schadensbilanz der Haftpflichtversicherer, was Planungs- und Ausführungsfehler betrifft, wie es aussieht, dabei wird die Latte insbesondere im Bereich der Haustechnik und der Gebäudeenergie immer höher gelegt, was die Theorie betrifft. Und auf der Baustelle ist niemand mehr, der ein Fenster richtig einbauen kann.

Absolvent 092 | 25. July 2021 - 17:39

Ich habe meinen Master an einer TU abgeschlossen und fange demnächst bei einem kleinen Ingenieurbüro an. Ich war auch schon zwei Jahre in diesem Ingenieurbüro als Werkstudent tätig. Gerne zeige ich euch, was ich an Gehalt rausholen konnte:

49.000 € bei 13 Gehältern -> 3.770 €

Leider habe ich nicht mehr verhandeln können. Man sagte zu mir, dass ich nach 5 Jahren 70.000 € verdienen werde. Ich finde wirklich, dass wir Bauingenieure zu wenig verdienen. Mir ist bewusst, dass ich in der Bauleitung mehr verdienen würde. Da mir aber die Statik gefällt, habe ich mich dennoch hierfür entschieden.

Durchstarter | 29. June 2021 - 08:42

@Es ist nicht so schwer:
DANKE! Ich bin es ehrlich gesagt auch Leid, dieses unsägliche Gejammer hier zu hören und zu lesen. Wenn ich unzufrieden bin, dann habe ich zwei Optionen:

  1. Jammern und nix machen (wie es hier viele machen und nix anderes glauben), oder
  2. Bewerben oder sich online "attraktiv" präsentieren
Ich bin 34 Jahre (M. Eng) und ebenfalls mit der Baubranche NICHT zufrieden gewesen, aber ich habe zum Glück den Ausweg gefunden in eine andere Branche und verdiene hier nun schwach 6-stellig in der Bauabteilung. Es gibt VIELE andere Branchen, sei es Pharma, Chemie, Medizin, Automotive usw., die ALLE auch bauen und expandieren. Klar, das sind Nischenjobs, aber es gibt sie und mit etwas Mut und Glück kommt man da auch rein.

Und trotz alle dem, dass ich WIRKLICH sehr zufrieden mit dem Gesamtpaket bin, höre und sehe ich mich IMMER auch um was sonst noch so am Markt verfügbar ist. Und dafür mache ich selber GAR NICHTS. Ich bin auf XING, LinkedIn und bekomme mindestens 2 mal die Woche eine Anfrage für Jobs. Natürlich sind die meisten relativ schnell weggebügelt, weil uninteressant aus diversen Gründen. Aber hier und da kommen auch tolle Angebote raus. Und auch aus der "Baubranche" kommen super Angebote, diese können meistens nicht mit dem was ich habe konkurrieren, aber 80-90k sind da auch meistens drin. ABER, und jetzt kommt es, natürlich muss man halt auch mal flexibel sein oder mehr dafür leisten. Und daran scheitert es doch meistens, dass man dazu auch nicht bereit ist und lieber weiter rummeckert.

Wer weiterkommen will, der muss auch was dafür tun. Und das geht in der heutigen Zeit relativ einfach, indem man sich in den entsprechenden Plattformen registriert und präsentiert. Dann kommen die Angebote von selber rein. Die Baubranche boomt, es gibt überall Fachkräftemangel, und wer sich ein wenig gut verkaufen kann, und manchmal vielleicht auch dreist ist, der kommt auch wirklich voran. Für mich ist das immer eine Art Poker, ich kann mein Gehalt + 20-30 % nehmen und das einfach mal fordern. Das tut nicht weh und mehr wie eine Absage kann man nicht bekommen.

Wer in der heutigen Zeit so schlecht bezahlt ist, wie ich es hier oft lese, der macht in meinen Augen was falsch und ist selbst Schuld! Es gibt genug Arbeit und auch gut bezahlte Jobs, man muss nur bereit sein auch dafür was zu leisten und zu machen!

Es ist nicht so schwer | 23. June 2021 - 15:13

Man muss halt gut verhandeln. Hier sind halt viel zu viele typische Ingenieure fachlich grandios, geschäftlich eine 4-. Es bekommen nur die angemessenes Geld, die es auch wollen und halt durchziehen in entsprechenden Gesprächen. In diesen Zeiten geht das auch ohne übermäßig viel Arbeit.

Selbst wenn, hier bemängeln alle, dass sie so wenig Kohle bekommen und im Zweifel für mehr zu viel Arbeiten müssen. Na gut, dann geht doch in andere Branchen, wenn du im Baubetrieb halbwegs clever agierst, wird man z.B. auch als Logistiker durchstarten können. Notfalls mit entsprechenden abendlichen Weiterbildungen. Klar ist das dann Stress, aber hinten raus kriegste vielleicht mehr für weniger Arbeit.

Viele reden hier von erfolgreichen Freunden / Bekannten, die so gut verdienen bzw. selbstständig sind. Nur mal so, über gute Kontakte kann es jeder in die unterschiedlichen Branchen schaffen und dort Erfolg und gute Gehälter erzielen. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Welt ist offen. Wer smart ist wird seinen Weg gehen, egal wo. Eines steht halt nur fest, wer sich nur in solchen Foren hier beschwert und dem Nachwuchs Angst einjagt, der wird auch keine Veränderungen seiner eigenen Position bewirken.

Viel Erfolg allen hier, denkt einfach mal nach! Das ist ja eigentlich eine Kernkompetenz eines Ingenieurs.

Ale | 22. June 2021 - 19:01

@Rebarometer:
Ich habe 12 Jahre geprüft, im Rhein-Main-Gebiet. Als Sklave für den Prüfstatiker bekommt man zwischen 3.400 EUR (Anfänger) und 5.500 EUR (sehr sehr erfahren). Nur zur Info: der Chef war ein Multimillionär!

Rebarometer | 22. June 2021 - 13:47

Gehalt als angestellter Prüfer für Standsicherheit

Es ist schwierig online hierüber etwas zu finden. Als Angestellter prüfe ich eigenständig im Auftrag die Standsicherheit von Großprojekten (Hochhäuser etc.). Welches Gehalt ist hier drin?

Wasserwirtschaftler | 10. June 2021 - 21:29

@BerufseinstiegWasserbau | 19. Mai 2021:
Ich würde mit 50.000 EUR rangehen und nicht unter 40.000 EUR zusagen. Es gibt Planer, die unterirdisch zahlen, das darf man nicht mitspielen.

Chase | 07. June 2021 - 12:33

Ich habe nach 10 Semestern mein Studium an einer Uni (M. Sc., Note 1,7) abgeschlossen und habe in meinem jetzigen Betrieb bereits 11 Monate während des Masters gearbeitet. Schon zu dieser Zeit habe ich eigenständige Statiken geschrieben und arbeite nun in diesem Büro für Tragwerksplanung (4 Standorte in Deutschland mit > 300 Ingenieuren). Ich arbeite in einem Statik Team an einem Großprojekt (mehrere Milliarden schwer). Ich habe zu Jahresbeginn als Absolvent angefangen und verdiene 48.000 €/Jahr bei einer 40 Stunden Woche mit Überstundenkonto und 30 Urlaubstagen.

Als ich das verhandelt habe, war ich mit dem Gehalt eigentlich relativ glücklich, aber mittlerweile muss ich sagen, dass ich viel mehr hätte verlangen sollen. Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen bei den Verhandlungen. Was ich aber sonst aus meiner (doch sehr kurzen) Erfahrung bereits sagen kann, ist, dass es am Ende wichtig ist, wie die Personen in hohen Positionen sich gegenüber den Mitarbeitern verhalten. Ein zurückgebliebener Vorstand (Ablehnen von Homeoffice etc.) und ein uneinsichtiger Vorgesetzter, der alle Fehler bei anderen sucht und für den Kommunikation ein Fremdwort ist, ist ein viel wichtigerer Faktor als das Gehalt. Leider kann man diese Dinge nur selten bei einem Vorstellungsgespräch herausfinden.

Als | 01. June 2021 - 14:29

Einstiegsgehalt Tragwerksplanung

Ich beende demnächst mein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen. Ich arbeite bereits seit knapp 1,5 Jahren als Werkstudent in der Tragwerksplanung eines mittelständischen Ingenieurbüros. Mein Chef hat mir jetzt angeboten, dass ich nach Beendigung des Studiums dort anfangen kann. Da ich dieses Angebot gerne annehmen würde, frage ich mich, mit welchen Gehaltsvorstellungen ich in die "Verhandlungen" mit meinem Chef eintreten kann.

Wenn man sonstige Quellen im Internet bemüht, findet man leider nur eine sehr breite, wenig konkrete Spannweite im Bereich zwischen 40.000 und 60.000 Euro. Zum Büro vielleicht noch: etwa 15 Mitarbeiter in NRW. Vielen Dank schonmal!

Kudella | 31. May 2021 - 21:59

Ich verfolge dieses Forum jetzt auch schon seit langer Zeit und wollte nun auch mal meine Erfahrungen schildern, auch in der Hoffnung einigen Berufsanfängern evtl. zu helfen: Ich bin Dipl.-Ing. (TU) und habe inzwischen ca. 6 Jahre Berufserfahrung: Angefangen im Ingenieurbüro, dann in die Bauleitung und aktuell im Großkonzern im technischen Innendienst. Angefangen habe ich bei ca. 39.000 € und bin jetzt bei ca. 70.000 €.

Zurzeit werden Bauingenieure händeringend gesucht und für Leute mit Berufserfahrung UND der Bereitschaft, richtig Gas zu geben (Überstunden etc..) sind bestimmt "viele" Jobs mit 80.000 € + möglich. Ich bekomme fast täglich Anfragen von Headhuntern, teilweise mit Anfragen für Führungspositionen.

Berufsanfänger steigen bei meinem aktuellen AG teilweise schon mit A7 ein, was ich krass finde, wenn ich an meine Anfänge denke. Leider muss ich, wie viele andere vor mir hier, nach ein paar Jahren in der Branche sagen, dass wir Bauingenieure (im Vergleich zu fast allen anderen Ingenieuren), eher schlecht bezahlt werden. Ich bin im Moment mit meinen 70.000 € und in der Regel 40h-Woche zufrieden, große Karriere und Überstunden waren noch nie meins. Das muss am Ende jeder für sich entscheiden.

Als Berufsanfänger ist der Bauleiterjob meiner Meinung nach sehr geeignet, man sammelt wichtige praktische Erfahrungen, auf die man aufbauen kann. Auf Dauer jedoch AUF KEINEN FALL. Nach nicht mal 2 Jahren war ich total durch, wenn man sich mal das Gehalt auf die Stunden runter rechnet (bei der üblichen 60+ Woche), ist das eigentlich ein großer Witz. Voraussetzung für diesen Job auf Dauer ist, dass man dafür brennt. Ansonsten kann ich jedem empfehlen, regelmäßig sein Gehalt nachzuverhandeln.

Ertos55 | 27. May 2021 - 11:37

Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Bachelorstudiums (Note 1,9). Davor habe ich bereits eine Ausbildung zum Dachdecker und eine Fortbildung zum Meister im Dachdeckerhandwerk gemacht. Ich konnte bereits Erfahrungen als Geschäftsführer eines kleineren Handwerkunternehmens sammeln. Während meines Studium war ich zwei Jahre als Werkstudent in der Bauleitung tätig. Ein Jahr im Wohnungs- und Siedlungsbau und ein weiteres im Bereich Gewerbeimmobilien mit Schwerpunkt Logistik und Produktionshallen.

Da ich nun nach meinem Studium in den Norden ziehen werde, suche ich eine neue Arbeitsstelle und versuche herauszufinden, welches Gehalt angemessen ist!? Wenn ich die Tarifgruppen ansehe, würde ich vermuten, dass eine Einstufung in die Gruppe A6 oder A7 angemessen wäre.

Ist es zu hoch gepokert, wenn ich in der Bewerbung ein Jahresgehalt von 59.500 € angebe (wird wahrscheinlich nach unten gehandelt)? Eure Meinung würde mich sehr interessieren! Vielen Dank!

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