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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

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Sven | Thema eröffnet vor 10 Jahren

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Makalan | 29. Mai 2020 - 11:51

Aktuell bin ich im letzten Teil des Studiums und soweit mit allen Klausuren durch, nur die Masterarbeit muss noch gedruckt und abgegeben werden. Ich habe mich auch schon für diverse Programme beworben und Rückmeldung bekommen. Zwei "Angebote" sind noch offen:

  • Öffentlicher Dienst (A13)
  • Drees & Sommer, Projektentwickler
Bei zweiterem habe ich noch ein ausstehendes Gespräch zur Gehaltsverhandlung. Dazu konkret zwei Fragen:
  • Welches Angebot würdet ihr nehmen?
  • Wie kann ich mich gut auf die Verhandlung vorbereiten?

1A_Planer | 28. Mai 2020 - 19:54

Ich hatte heute meine erste "Gehaltsverhandlung". Ich werde im nächsten Monat meinen Abschluss als M.Eng machen. Ich habe von meinem möglichen Arbeitgeber, bei dem ich nun auch seit 1 1/2 Jahren als Werkstudent tätig bin (und für den ich auch meine Masterarbeit schreibe) ein Gehalt von rund 50.000 € inkl. 13. Gehalt auf den Tisch gelegt bekommen.

Vertieft habe ich den konstruktiven Ingenieurbau und soll auch als Tragwerksplaner anfangen. Die Arbeitszeit beträgt 43 Std. die Woche. Das Unternehmen hat eine Größe von mehr als 5.000 Mitarbeitern. Haltet ihr das Gehalt für angemessen? Ich habe eigentlich mehr Erwartungen gehabt, wenn ich ehrlich bin. Vielen Dank schon mal für die Antworten.

Wasserwirtschaftler | 24. Mai 2020 - 19:05

@Der Einkäufer:
Wie viele Jahre Berufserfahrung hast du denn? Das ist ein stattliches Gehalt. Vielleicht verrätst du noch die Region, damit man das besser einordnen kann.

DerNeueAlte | 24. Mai 2020 - 08:03

Ich lese immer wieder gerne hier, mit was für Konditionen ihr angefangen habt bzw. mit welchen ihr momentan arbeitet. Ich hab nun auch ein Jobangebot bekommen und wollte euch mal fragen, was ihr davon haltet. Kurz zu mir. Master Abschluss an einer Technischen Uni mit einem 2,2 Schnitt. "Berufserfahrung" durch Werkstudententätigkeit seit 4 Jahren vorhanden. Jobangebot bei der Firma, wo ich als Werkstudent auch gearbeitet habe.

Konditionen: Bauleitung für Mehrfamilien- und Reihenhäuser. 46.000 € Im Jahr fix. Firmenwagen im Bereich 35.000 € auch zur privaten Nutzung. Gewinnbeteiligung die nach Fertigstellung der Einheiten ansteht. Hier ist der Standard bei ca. 8.000 Euro jährlich. Zu Beginn wohl 4.000-6.000 € realistisch. Nach einigen Jahren auch mehr als der Standard möglich. Meiner Meinung nach hat das mit dem Firmenwagen schon sehr viel ausgemacht. Was sagt ihr dazu?

Martin Mensinger | 21. Mai 2020 - 10:50

Ich habe mich in über 25 Jahren Tätigkeit - auch als Tragwerksplaner - nie über mein Gehalt beschweren können. Gehe ich meinen Bekanntenkreis so durch, sind meine Kollegen aus dem Maschinenbau oder der Elektrotechnik größtenteils von ihren
ehemals so tollen Arbeitgebern entsorgt worden, während meine Bauingenieurkollegen alle wirklich gut verdienen und erfolgreich sind.

Ich bin sehr froh über meinen Beruf, der ganz unterschiedlichen Menschen über das ganze Berufsleben hinweg viele Chancen und interessante Möglichkeiten bietet. Ihr müsst halt gut verhandeln! Vor allem: habt Spaß an eurem Beruf, dann habt ihr auch Erfolg!

Verkehrsplaner | 21. Mai 2020 - 09:30

Welche Gehaltsspanne ist für mich angemessen? Masterabschluss und 3 Jahre Erfahrung in Verkehrsplanung und Erschließungsplan in einem kleinen Ingenieurbüro. Gehalt aktuell 13 × 3.800 € Bruttogehalt in Köln. Ich möchte jetzt nach Hessen wechseln. Verkehrsplanung im Ingenieurbüro und möchte zwischen 55.000 € bis 60.000 € Jahresgehalt verdienen. Lächerlich oder realistisch?

Baumeister99 | 20. Mai 2020 - 11:43

Ich bin nach meinem dualen Studium vorzeitig übernommen worden, habe allerdings noch ein Gespräch zum finalen Vertrag, bei dem auch das Gehalt eine Rolle spielen wird. Mein Betrieb hat ca. 30 Mitarbeiter mit 2 Geschäftsführern, die trotz Corona ordentlich verdienen. Einen Auftragsmangel habe ich die letzten Jahre nicht gespürt. Sitz ist im Rhein-Main Gebiet. Habt ihr da Tipps für das Verhandlungsgespräch und eine Info wo, ich an zuverlässige Daten zu den Gehältern komme?

Der Einkäufer | 14. Mai 2020 - 17:21

Kurze Auffrischung zu mir, sehr interessanter Thread: Einkäufer in einem Bauunternehmen mit 500 MA: 80.000 EUR Gehalt p.a. Ich strebe dieses Jahr die 80.000 EUR Fixum an, Prämie in Höhe von 2 Monatsgehältern kommt immer extra. Summa summarum ca. 90.000 bis 95.000 EUR, mal schauen.

Bauing2020 | 14. Mai 2020 - 09:08

@Statiker01:
Also mit 55.000 € Gehalt einzusteigen ist schon schwer, vor allem in der Tragwerksplanung. Ich bin selbst Anfang 2019 mit einem M.Sc. im Projektmanagement eines mittelständischen Unternehmens eingestiegen und hab im ersten Jahr 50.000 EUR all in bekommen. Nach einem Jahr bin ich dann auf 52.000 EUR Gehalt hoch. Du solltest dich also eher mal auf 45.000 EUR bis 50.000 EUR einstellen. Darunter würde ich mich nicht verkaufen.

Hubert | 28. April 2020 - 12:30

@Statiker01:
Ich denke die 55.000 € sind ziemlich unrealistisch. Als Tragwerksplaner ist man schon der schlechtere bezahlte bei den sowieso schon schlecht bezahlten Bauingenieuren. Erst recht wenn du in kleineren Ingenieurbüros arbeiten wirst. Ich denke wenn du zwischen 40.000 - 45.000 € landest, kommst du schon sehr gut weg.

Dann wird es auch recht lange dauern bis du auf deine 55.000 € Gehalt kommst. Will da nur ehrlich zu dir sein, falls dir das Gehalt wichtig ist, überlege dir sehr gut als Bauingenieur zu arbeiten. Suche sonst lieber Alternativen bevor du - wie so viele anderen Bauingenieure - auch vor den "leeren Geldautomaten" stehst. Alle anderen Ingenieure verdienen wesentlich mehr. Mach dich lieber in den zu findenden Lohnerhebungen schlau, die sagen dir nichts anderes. Gruß und viel Glück im Ingenieurbüro!

Statiker01 | 27. April 2020 - 13:09

Ich bin kurz vor meinem Masterabschluss an einer TU. Ich habe mich entschieden Tragwerksplaner zu werden. Verdient man als Tragwerksplaner wirklich sooooo schlecht? Vor einigen Jahren waren die Gehälter erschreckend niedrig. Hat sich dies inzwischen gebessert? Ich will eigentlich schon mit mindestens 55.000 € im Jahr einsteigen. Ist das realistisch?

Jan | 27. April 2020 - 08:19

@Civileng:
Ich würde versuchen nach Tarif zu verhandeln. Einstiegslevel ist da A5-A7 (je nach Abschluss, Erfahrung und Verhandlungsgeschick). In den Bautarifen sind auch sehr gute Positionsbeschreibungen drin, nach welchen man sich richten kann. Folgende Tarifgruppen als Beispiele:

  • A5: Erstellen von Aufmassen und einfachen Bauabrechnungen
  • A6: Koordinieren und Überwachen von Bauausführungen unter Aufsicht eines verantwortlichen Bauleiters
  • A7: Koordinieren und Überwachen von Bauausführungen oder Abschnittsbauleitung, Veranlassen und Überwachen von Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
  • A8: Selbstständiges Leiten von Bauausführungen, Selbstständiges und eigenverantwortliches Veranlassen und Überwachen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Jetzt kommt es natürlich noch darauf an ob Ost oder West. Ich habe grade nur allgemeine Angaben in einer Tabelle im Netz gefunden:
  • A5 - 3.852 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 48.912,60 €
  • A6 - 4.281 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 54.296,55 €
  • A7 - 4.732 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 59.956,60 €
  • A8 - 5.198 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 65.804,90 €
Somit würde ich fragen was deine Aufgaben sind, welche Verantwortung du tragen wirst und demzufolge eine Tarifgruppe auswählen.

Ein Dienstwagen gehört in der Bauleitung zur Standardausrüstung und wird benötigt um den Job auszuführen. Der gehört dazu und wäre für mich auch nicht verhandelbar (im Sinne von Gehaltsabzug). Ebenso die private Nutzung dieses Autos. Ich persönlich habe noch nie einen Bauleiter (egal welche Position - ob Einstieg oder Oberbauleiter) ohne Dienstwagen zur privaten Nutzung gesehen (bin selbst auch Bauleiter). Grüsse und viel Erfolg beim Verhandeln!

Bauing | 23. April 2020 - 20:40

@Civileng:
Angefangen habe ich in einem mittelständischen Unternehmen im Januar 2018 mit absolut null Erfahrung. Auch mit 23. Als Einsteiger habe ich 42.000 EUR mit Firmenwagen (gebraucht bis Ablauf der Probezeit) erhalten. Fand ich ok, für jemanden der nur theoretische Kenntnisse hat. Nach Ablauf der Probezeit neuen Firmenwagen erhalten. Nach 1,5 Jahren Anstieg auf 52.000 EUR. In einem halben Jahr steht die nächste Gehaltsverhandlung an. Ich denke, dass 42.000 EUR für einen Anfänger Ok sind. Meiner Erfahrung nach wird auch oft zwischen Bachelor und Master im Bereich Bauleitung nicht unterschieden. Anfänger erhalten das Gleiche.

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