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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 22

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Equilibrium | 01. Januar 2012 - 17:39

@Mueller:
Ich halte das Gehaltsniveau für Bauingenieure zwar auch für zu niedrig, aber 6,21 €/h sind sicherlich nicht repräsentativ für angestellte Bauingenieure. Möglicherweise ist diese Zahl durch die Gehaltspraktiken bei den angestellten Architekten verfälscht. So weit ich weiß, werden viele Architekten in die Scheinselbständigkeit getrieben und müssen Rechnungen stellen, obwohl sie realistisch betrachtet eigentlich im Büro „angestellt“ sind bzw. sein sollten. Vielleicht wurden solche Effekte nicht berücksichtigt.

Die Gruppe "Mitarbeiter in Architektur- und Ingenieurbüros" ist zudem viel zu heterogen. Dazu zählen ja dann auch Sekretärinnen und Zeichner dazu. Weiterhin sollte man zwischen Architekten und Bauingenieuren trennen, da Architekten noch schlechter verdienen als Bauingenieure. Aus meiner Sicht besitzt der ermittelte Stundenlohn von 6,21 €/h keine Aussagekraft. Da gab es in der Vergangenheit schon besser aufbereitete Daten.

Jas | 30. Dezember 2011 - 11:25

@Gerd:

sehr schlechter Vergleich. Wenn ein Bauingenieur in der richtigen Firma (10 jahre BE und Auslandserfahrung hat) , dann vergleiche diesen. Und auch Bauingenieure können bei BASF etc. z.B. arbeiten. Wahrscheinlich sind viele einfach zu unflexibel, bin ich übrigens auch. Ich will auch noch irgendwann ein normales Leben haben. Wobei 35 h Woche ist natürlich sehr gut.

Mueller | 29. Dezember 2011 - 15:15

Zum Jahresausklang ein Extrakt der aktuellen Gehaltsanalyse des Statistischen Bundesamtes. Als Benchmark für die Bauindustrie kann sicher das Niveau in den Architekturbüros und Ingenieurbüros (z.B. Statiker) genommen werden. Wieder eine offizielle Bestätigung für das unterirdische Gehaltsniveau im Baubereich, da hier Mitarbeiter mit 6,21 EUR / h unter dem Niveau von Kellnern etc. liegen. Und bei diesen Mitarbeitern handelt es sich durchaus um Akademiker, die ja, wie z.B. bei vielen Architekturbüros üblich, für die Ehre arbeiten dürfen.

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Gehaltsanalyse 2011 :

Eine Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt, wo in Deutschland die niedrigsten Tariflöhne gelten. Die Statistiker haben dafür mehr als 600 Flächentarifverträge ausgewertet. Die niedrigsten Gehälter bekommen demnach insbesondere gering qualifizierte Beschäftigte.

Fleischer in Sachsen und Gärtner in Brandenburg haben weniger als 6,50 EUR sicher. Verbreitet seien niedrige Grundvergütungen auch im Hotel- und Gastgewerbe. Beschäftigte starten in Brandenburg mit 6,29 EUR je Stunde und in Thüringen mit 6,50 EUR.

Auch in anderen Dienstleistungsbranchen werden den Statistikern zufolge Stundenverdienste von deutlich unter 8 EUR gezahlt - zum Beispiel für Friseure, in der Textilreinigung und im Einzelhandel.

Von den Niedriglöhnen sind auch Fachkräfte betroffen: So liegt der tarifliche Anfangsverdienst für Bäcker- und Konditorgesellen bei 6,97 EUR.

Mitarbeiter von Architektur- und Ingenieurbüros bekommen gerade mal 6,21 EUR.

Ausgebildeten Hotel- und Restaurantfachleuten sowie Köchen stehen laut Tarifvertrag in Thüringen anfänglich 8,04 EUR, in Hamburg 8,27 EUR und in Nordrhein-Westfalen 9,38 EUR je Stunde zu.
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Gerd | 29. Dezember 2011 - 04:38

Nur zum Vergleich und zum Nachdenken:
Habe gestern von einem ehemaligen Schulfreund erfahren, was der als Maschinenbautechniker bei einem mittelständischen Unternehmen (Elektrotechnik, Zulieferbetrieb) verdient: 35 h Woche, keine leitende Positionen, 10 Jahre Berufserfahrung, häufige Auslandsaufenthalte, jedoch nie länger als 2 Wochen weg: Jahresbrutto: 60.000 € zzgl. Leistungsprämien; nach seiner Aussage sei dies ein Durchschnittslohn für seine Tätigkeit. Die Firma befindet sich zudem in einer strukturschwachen Region im Osten Deutschlands. Nach seiner Aussage sind trotz massiver Werbung auch im benachbarten Ausland (Österreich, Tschechien, Polen) kaum geeignete Fachkräfte aufzutreiben!

Krüger | 22. Dezember 2011 - 15:37

Einstiegsgehalt - Bauleitung
In allen Vorstellungsgesprächen richteten sich die Gehaltsangebote an den derzeit gültigen Tarifvereinbarungen für Bauleiter. Das Einstiegsgehalt liegt hier in der Gruppierung A4 (= 2800 EUR brutto pro Monat) für die Probezeit. Danach erhält man 3050 EUR brutto (A5) im Monat. In der Regel steigt das Gehalt (sollte vertraglich vereinbart sein) auf die Stufe A6 (3480 EUR brutto). Alle Gehälter darüber hinaus sind von Erfahrung und Art der Arbeit abhängig. Alle die oben genannten Gehälter beinhalten weder Weihnachts- und Urlaubsgelder noch Gewinnbeteiligungen.

Horschti | 19. Dezember 2011 - 22:41

Hier mal eine interessante Studie zur Lage der Ingenieurbüros bzw. deren Beschäftigten:

VBI-BDB-Bürokostenvergleich 2010 - Kurzauswertung steht zur Verfügung
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure BDB und der Verband Beratender Ingenieure VBI haben die Ergebnisse ihres Bürokostenvergleichs 2010 in einer Kurzfassung vorgelegt.

http://bit.ly/sefAPG

Bau Bum | 16. Dezember 2011 - 22:38

Es ist immer wieder erschreckend wie die Baulobby in diversen Foren mit falschen Gehalts- und Karriereprognosen ahnungslose Abiturienten ins Bauingenieurstudium locken will. Die Gehälter sind in einer Niedrigstgewinnbranche wie der Baubranche entsprechend (niedrig). Den Auftrag bekommt IMMER der billigste Anbieter, nie der Beste. Vielleicht sollte man sich als angehender Student auch mal fragen warum die Beschäftigtenzahl im Bauwesen von 1995 bis heute um mehr als 50% zurückgegangen ist und warum nur noch zwei deutsche Baukonzerne überlebt haben, welche auch noch versuchen ihre Geschäftsfelder auf Bereiche ausserhalb des Baugewerbes zu verlegen.

Die genannten Zahlen zu den Gehältern sind leider zum Grossteil nicht der Realität entsprechend (um es mal höflich auszudrücken). Verweise auf "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" und "Man muss sich halt nur verkaufen" sind mittlerweile an Plattheit kaum mehr zu toppen.

Wo von den Firmen nichts verdient wird, kann auch nichts verteilt werden. Und im Bauwesen wird nichts verdient. Das sind leider Fakten. Wer darauf hofft, dass sich die Lage bald bessert, den wird die harte Berufsrealität eines Besseren belehren. Bauwesen ist in Mitteleuropa eine Schrumpfbranche. Hier wird nichts mehr investiert (siehe Bahnhof Stuttgart), hier gibt es eine überalterte und zunehmend deindustrialisierte Gesellschaft. Wachstumsbranchen sind Informatik, Elektrotechnik, Biochemie etc. Wer einen Hang zum Groben hat, der soll halt Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt machen. Aber lasst bloss die Finger vom Bauwesen. Das ist ein Studiengang für das Prekariat (und so wird es auch bezahlt).

Wer Lust hat, der kann ja mal die Gehälter von Softwareentwicklern bei Firmen wie Apple, Google, Facebook etc etc etc mit Gehältern von Bauingenieuren (weltweit) vergleichen. Hier im Forum gab es ja einen "Hamburger", der mit 9 Jahren Berufserfahrung in Kalifornien arbeitet und dort 7.000 Euro Brutto pro Monat als Tragwerksplaner (sehr viel Verantwortung und Termindruck) verdient. Ein Softwarearchitekt mit der gleichen Berufserfahrung verdient mindestens das Doppelte. Gehälter gehen in Nicht-Baubranchen in Regionen, die sich ein Bauingenieur nicht vorstellen kann.

Nel | 11. Dezember 2011 - 13:07

Jeder ist seines Glückes Schmied. Das Gehalt eines Bauingenieurs entwickelt sich nach 1 - 3 Jahren nach dem Berufseinstieg völlig unabhängig von dem erreichten Abschluss (Bachelor/Master/Diplom). Nach 3 Jahren ist bereits ein Gehalt um die 45.000 € möglich und das selbst im Osten! Moderne und junge Betriebe und Unternehmen tendieren mittlerweile sogar dazu, einem Bachelorabsolventen mit relativ niedrigem Einstiegsgehalt gegenüber einem Masterabsolventen den Vorrang zu gewähren. Die Erklärung ist einfach: Unternehmen gehen bei dem deutlich niedrigeren Einstiegsgehalt eines Bachelorabsolventen ein geringeres wirtschaftliches Risko ein. Ausserdem sind Bachelorabsolventen weniger gefestigt in ihrer Meinungsbildung und lassen sich somit einfacher entsprechend der Unternehmensphilosophie formen.

Die individuelle Gehaltsentwicklung ist dabei nach oben hin offen und wird nicht durch den Abschluss, sondern durch die persönliche Leistung beschränkt bzw. gefördert. Wer jedoch beispielsweise Tragwerksplaner werden möchte oder die Vorlageberechtigung erhalten möchte, kommt um einen Masterabschluss nicht herum. Ausserdem sei gesagt, dass Gott sei dank mittlerweile ein Nachfragemarkt entstanden ist, der die gehaltliche Entwicklung ungemein beschleunigt.

Marc | 15. September 2011 - 10:22

@DK
.. ja, Du bist überdurchschnittlich. Aber leider ist Dein Satzbau von sehr unterdurchschnittlicher Art. Bei allem Selbstbewusstsein sollte man auch wissen, dass später nicht nur die technischen Kenntnisse das Gehalt rechtfertigen, sondern vor allem das "Gesamtpaket", welches der Arbeitgeber bekommt.

SF | 14. September 2011 - 13:53

Der VDI veröffentlich regelmäßig eine Studie. Daraus wird ersichtlich das man pauschal kaum eine Aussage treffen kann, da es von vielen Faktoren abhängt: Region in Deutschland, Stadt oder Land, der genauen Tätigkeit bzw. der Bereich der Tätigkeit - z. B. Bauleitung oder Tragwerksplanung, und nicht zuletzt auch auf die Firma und deren Größe. Die hier veröffentlichten Kommentare bestätigen das ja nur.

DK | 13. September 2011 - 23:54

Kann allen nur empfehlen, den Beitrag von "pol" (verfasst am 11. Juni 2011) zu lesen und den anderen Mist hier im Forum vergessen. Bin letzte Woche mit dem Studium fertig (Dipl.-Bauingenieur Univ.) geworden und hatte bereits ein Angebot aus Bayern: 40.000 € pro Jahr, allerdings ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Wollte mindestens 42.000 €, da es München ist und ich außerdem neben einem guten Studienabschluss 26 Wochen Praktika habe, Auslandssemster hinter mir habe und das Studium in 10 Semestern Regelstudienzeit absolviert habe. Bin halt überdurchnittlich und gebe das den Personalern auch zu verstehen, damit sie sehen warum ich unter 3300 € keine Stelle annehme.

Ich will nur sagen, dass unter 36.000 € im Jahr keiner anfangen sollte zu arbeiten, weil es einfach unterbezahlt ist! Ich habe im Studium allerdings richtige Vollpfosten gehabt, die meinten 28.000 € im Jahr sei als Einstieg vollkommen in Ordnung - GEHIRNAMPUTIERT! Höre immer wieder solchen Mist! Für 3000 € im Jahr hätte ich in 5 Jahren eine Ausbildung machen können und dann Meisterlehre hinterher. Und dann hätte ich nicht 10.000 € Schulden vom Bafög.

Ich empfehle allen, die meinen, dass 2500 € in Ordnung im Monat sind, einfach nichts zu schreiben. Ihr erspart jede Menge Verwirrung, gerade schreckt ihr die potentiellen Studienanfänger ab, weil solche Beiträge öfter zum Vorschein kommen! Ganz ehrlich, wenn sich jemand nicht verkaufen kann bzw. bei Papa und Mama aufgewachsen ist, der hat einfach kein Selbstbewusstsein! ALLES hängt von euch ab. Kenne Bauingenieure, die sind mit 3800 € pro Monat eingestiegen (Bauleitung Raum Frankfurt/Main). Wie gesagt, zwischen 36.000 € und 50.000 € ist alles möglich!

BTA | 08. August 2011 - 23:22

Hallo, ich werde im September fertig, Dipl.-Bauingenieur (Univ.) und werde im Raum NRW im Projektmanagement einsteigen, Brutto 3100 €/Monat * 13 Monate/Jahr, setzt sich wie folgt zusammen: 2737 € für 40 Std/Woche plus 343 € Mehrarbeitszulage plus 20 € variable Leistungszulage. 30 Tage Urlaub plus 613,50 € Urlaubsgeld. Was sagt ihr dazu? Gruß

BauingÖD | 03. August 2011 - 23:03

Als angestellter Bauingenieur wird man bestimmt nicht reich. Das Gehalt hängt davon ab, wie man sich verkauft. Ich hab vor 9 Jahren in einem Büro als Objekt- und Tragwerksplaner im Tiefbau angefangen. Mein Einsteigsgehalt betrug 3.300 EUR brutto/Mon. bei einer 40 Std.-Woche. Insgesamt habe ich die mir übertragenen Aufgaben auch in dieser Zeit erledigen können. Nach einem halben Jahr Gehaltssteigerung auf 3.550 EUR, dann wg. schlechter Auftragslage vorerst keine Gehaltssteigerung. Nach 6 Jahren betrug mein Gehalt 3.900 EUR. Nach einem Wechsel in den öffentl. Dienst verdiene ich jetzt 4.200 EUR/Mon. Ich empfehle als Basis immer 40 Stunden auszuhandeln. Zusätzliche Arbeit wird von den Auftraggebern gesondert vergütet und davon muss auch der Angestellte profitieren!

Realist | 25. Juli 2011 - 20:49

Hallo an alle Realisten,
im Beruf eines Bauingenieurs wirst du nie reich werden. Die Einstiegsgehälter im Osten liegen für einen FH-Absolventen bei ca. 2000 bis 2500 € Brutto a 12 bis 13 Monatsgehälter (Löhne aus Berlin, Potsdam und Leipzig). Im Westen der Republik kommst Du auf ca. 2700 bis 3300 € Einstiegsgehalt (Löhne aus Stuttgart). Das man in Sachsen 36.000 € im Jahr + Firmenwagen erhält ist einfach nicht real. Wie weit jeder kommt, muss der Arbeitsmarkt und die Nachfrage nach Ingenieuren in Zukunft zeigen.

JD73 | 15. Juli 2011 - 10:42

@Hamburger: die lebenshaltung in hamburg ist bestimmt keinen deut günstiger wie in LA oder san franzisko. auf dem land gibt es in D keine arbeit (oder zumindest sehr wenig und vor allem wenig geld). 5.000 euro netto wirste hier nie kriegen (mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit!) und vor allem nicht als statiker. wenn dich dein Heimweh nicht umbringt bleib wo du bist, ansonsten wirste hier in deutschland, wenn dich die realität der branche eingeholt hat wahrscheinlich mit dem Gedanken spielen....

Hamburger | 14. Juli 2011 - 21:54

Ich arbeite in den USA, und habe mir in der letzten Zeit Gedanken darüber gemacht, nach Deutschland zurück zu ziehen. Ich verdiene als Statiker mit 9 Jahren Berufserfahrung um die 7.000 EUR Brutto / 5.000 EUR Netto im Monat. Lebe in Kalifornien, was nicht gerade billig ist. Mit dem was ich hier lese, bin ich mir mit Deutschland nicht mehr so sicher... : (

Heinz | 07. Juli 2011 - 15:41

Hallo, nun möchte ich mal meinen Senf dazugeben. Ich bin 24 Jahre alt und jetzt mit meinem Bauingenieur-Studium fertig (Notenschnitt 2,0). Habe letzte Woche Arbeitsvertrag unterschrieben als Jungbauleiter, Einstiegsgehalt 36.000 EUR + Firmenwagen. Ab dem zweiten Jahr sind es über 40.000 EUR + Fimenwagen (vetraglich festgelegt). Jobangebot bei einem mittelständischen Bauunternehmen in Sachsen. Ich finde es für den Anfang wirklich gut. Grüße

Kehlnaht | 05. Juli 2011 - 22:11

Bin als Tragwerksplaner im Rhein-Main-Gebiet taetig. Habe mit € 3.000 brutto angefangen. Nach einem Jahr € 3.200, dann € 3.400 und seit Anfang des Jahres habe ich € 3.600 (alles brutto). Finde ich bisher ok, mal gucken wie lange die € 200-Schritte weiter gehen. Ueberstunden koennen ab der ersten Minute aufgeschrieben werden. Dann entweder abfeiern oder ausbezahlen lassen. 30 Tage Urlaub im Jahr, 40 h / Woche (im Schnitt momentan 45), 13 Gehaelter, Flexi-time (Kernzeit 9-15Uhr). Alles in allem eigentlich ziemlich ordentliches Paket, solange ich noch Aussichten auf Steigerung habe.

GT | 16. Juni 2011 - 23:24

Selbst im öffentlichen Dienst kann man als Bachelor oder Techniker nach 4 Jahren 3500 Brutto (TV-V) im Monat bekommen bei bezahlten Überstunden oder Urlaub für die Mehrstunden. ALSO ABSOLUT UNTERBEZAHLT deine 2700 Brutto nach 4 Jahren. Wobei die Noten schnuppe sind, deine 2,0.

Such dir was Neues rate ich. Ich kann immer noch nicht verstehen, warum die Leute sich so ausnehmen lassen - so wird sich nie was in den Ingenieurbüros an den Gehältern ändern. Man muss da mit Mumm reingehen und als Bachelor seine 2800 EUR verlangen am Anfang und Ende. Wenn dies nicht zahlen wollen weiter bewerben. Und wenns keine Gehaltserhöhungen gibt --> gehen!

tg33 | 16. Juni 2011 - 13:16

@pol

Ich kenne Bachelor, die verdienen mehr als Master. Wo Du die Zahl von 2300 Brutto her hast ist mehr als fraglich, das stimmt absolut nicht. Totale Verallgemeinerung.

pol | 11. Juni 2011 - 20:59

Nun unabhängig vom Regionalfaktor spielen noch viele weitere Faktoren mit ein.
- Studienabschluss Bachelor, Master, Diplom ?
- Vitamin B(eziehung)?
- was hat man im Studium gemacht und erreicht?
- Belastbarkeit, Selbstbewusstsein, Auftreten

Ein Bachelorabsolvent der sein Studium in drei Jahren durchzieht, seine Kohle von den Eltern oder Bafög bezieht und sich keinen Pfennig nebenbei aufm Bau verdient hat, der sollte nicht mehr als 2300 Brutto erwarten.

Anständiges Diplom/Master an anständiger Uni mit etwas Erfahrung/Praktika nebenbei und einer gewissen Selbstverständlichkeit kann auch mit 3200 € einsteigen und nach 6 Monaten neu verhandeln (Niemand kauft mehr die Katze im Sack)

Die Randbedingungen der o.g. Punkte:
BL: Hessen, RP, NRW, Hamburg
Bayern, BW ca. +400,-
- 40 Std/Woche
- 13. Gehalt
- Planungsbüro Tragwerksplanung

Zwischen 30.000 und 50.000 pa Einstieg ist alles drin.

Weltenbummler | 09. Juni 2011 - 03:55

Nun moechte auch ich mal meinen Kommentar abgeben. Sicherlich haengen Gehaelter in erster Linie vom Fleiss eines jeden einzelnen ab. Und was man bereit ist, dafuer zu tun. Wenn du in einem kleinen Ingenieurbuero arbeitest, wirst du sicherlich nie ueber 3500 Euro brutto im Monat kommen mit 5 Jahren Berufserfahrung und FH-Abschluss. Faengst du in grossen Baukonzernen an (Hochtief, Bilfinger Berger, Strabag, Alpine) wirst du in der Regel nach akademischen Grad und die Anzahl deiner Berufsjahre eingestellt. Mit 5 Jahren Berufserfahrung und einem FH Abschluss kannst du schon ca. 3500 Euro brutto bis 4000 Euro brutto erwarten. Ich kann aus Erfahrung sprechen (habe ein sehr gutes FH-Diplom, zusaetzlich habe ich noch ein Fernstudium an der TU absolviert (jedoch ohne Abschluss aber mit dem Wissen, welches auch ein Absolvent einer Uni besitzt), dass ich zum Anfang meiner Karriere in einem Ingenieurbuero gearbeitet habe fuer Anfangs 1800 Euro brutto! Dann hatte ich mit meinem Chef ausgehandelt, dass alle 3 Monate mein Gehalt ein wenig angepasst wird. Nach ca. 1,5 Jahren in dem Buero und knapp 3000 Euro brutto im Monat bin ich dann in ein Grosskonzern gewechselt. Dort habe ich knapp 3225 Euro brutto verdient bei einer 40h Woche. War also absolut ok.

Da ich jedoch mehr erreichen wollte habe ich mich damals fuer das Auslandsgeschaeft interessiert. Und so kam es, dass ich 2007 erst nach Norwegen gegangen bin, 2009 dann nach Afrika und seit 2010 als Projektleiter in China sitze (und ich bin erst 30 Jahre alt). Im Ausland hast du generell die Chancen, mit Fleiss sehr schnell nach oben zu kommen und auch noch angemessen bezahlt zu werden (ich habe knapp 60.000 Euro netto im Jahr). Und es kommt dir auch spaeter zu gute, wenn du wieder nach Deutschland zurueckgehen solltest und du neu verhandeln musst. Ich habe nun wieder die Chance, zurueck zu gehen nach Deutschland und im Offshore Bereich zu arbeiten. Meine Gehaltsvorstellung lautete knapp 55.000 Euro bis 60.000 Euro brutto per annum und die Firma ist auch bereit, dieses zu bezahlen. Aber nochmals: Dein Gehalt haengt von dir ab und von deinem Fleiss. Bist du mit 2700 Euro brutto im Monat zufrieden, ist es doch ok. Strebst du nach Hoeherem, musst du leider die Entscheidung treffen, ins Ausland zu gehen. Hierfuer bieten sich grosse Baukonzerne oder grosse Ingenieurbueros an, die auch im Ausland Projekte haben. Ich hoffe, ich konnte einigen Lesern mit meinem Erfahrungsschatz weiterhelfen.

| 01. Mai 2011 - 18:03

Wie ist es mit PhD (Promotion, Dr. Titel)? Spielt das eine große Rolle? Wie viel Einstiegsgehalt soll ich erwarten?

@Infra-Planer: Bist du in Abu Dhabi oder Katar? Was machst du genau? Ich habe gehört es ist viel schlimmer jetzt. Als Dr.-Ing. in Geotechnik: Was soll ich dort mit/ohne Erfahrung erwarten?

Sascha | 09. April 2011 - 17:18

@Bauingenieur: 2.700 € !? Das ist Einstiegsgehalt Bachelor, aber unterste Grenze. Nach 4 Jahren erwarte ich schon etwas mehr. Zumindest > 3.000€.

@Max: Als Master würde ich mich bei 38.000 € - 40.000 € p.a. sehen. Der wird dich eh drücken, wenn er das nicht zahlen will. Ich kenne jedeoch leider einige Masterabsolventen, die wie Bachelorabsolventen bezahlt werden. Das ist im Vergleich zu anderen Fachrichtungen noch unterstes Niveau. Da bekommt man solche Gehälter schon mit einem Bachelor.

| 08. April 2011 - 22:53

Ich würde es mit 3300-3500 € Brutto versuchen (Region West). Ca. 42000 € Brutto im Jahr solltest du mit der Bildung/dem Abschluss erstmal versuchen. Dann evtl. runterhandeln lassen. Ist meine Meinung. Hängt natürlich von vielen Faktoren ab (Firmenwagen, Vermögenswirksame Leistung, etc.).

Max | 06. April 2011 - 12:35

Hallo,

ich verfolge diese Diskussion schon etwas länger, allerdings blicke ich beim Gehalt immer noch nicht so ganz durch. Ich bin Master of Engineering mit der Vertiefung Tiefbau und werde demnächst in einem mittelständigen Bauunternehmen (Größe ca. 130 Mitarbeiter) im Tiefbaubereich als Bauleiter einsteigen. Berufserfahrung habe ich noch keine.

Beim Bewerbungsgespräch kam der Chef dann natürlich auf das Gehalt zu sprechen. Ich hatte allerdings null Ahnung. In einem Monat habe ich nochmal ein Gespräch mit ihm, wo dann die letzten Feinheiten geklärt werden, u.a. auch das Gehalt. Jetzt meine Frage: Was kann ich da verlangen? Ich will mich mit meinem Master natürlich nicht unter Wert verkaufen, will aber auch nicht direkt den Eindruck machen zu gierig zu sein. Die Arbeitszeit beträgt pro Woche 40 Stunden, wobei mit 10 Überstunden gerechnet werden kann, also max. 50 h/Woche. Da ich es gar nicht abschätzen kann, wäre ich für ein paar Vorschläge sehr dankbar. Danke schonmal.

MfG Max

Ralph | 01. April 2011 - 07:32

Hallo,

ich bin seit ca. 5 Jahren im Bereich Tragwerksplanung im Großraum Osnabrück tätig. Mein Einstiegsgehalt waren ca. 31k €, dieses hat sich kontinuierlich auf 43 k € erhöht. Mir gefällt mein Tätigkeitsbereich, das Büroumfeld, die relativ flexiblen Arbeitszeiten sehr gut. Die Wochenstunden übersteigen im Mittel kaum 40 h.

Da die äußeren Randbedingungen für mich sehr sozialverträglich sind, kann ich mit dem niedrigeren Gehalt als Diplom(bau)ingenieur leben. Wenn aber Abzusehen ist, das sich z. B. keine positive Entwicklung im Gehalt wiederspiegelt, oder das "Büroklima" verschlechtert sich, würde ich nach Alternativen suchen.

FlipB | 04. März 2011 - 15:48

>> Kann man den Firmenwagen einer Gehaltserhöhung in € gleichsetzen?

Support² | 03. März 2011 - 19:48

Erstmal DANKE an alle die geantwortet haben! Daumen hoch!

Hallo a2005,
leichte Milchrechnung, aber nur weil 50 Std. mit dem Lohn abgegolten sind, bedeutet es nicht, dass man diese Stunden die Woche auch wirklich arbeitet. Zwar bin ich bereit 50 Std. die Woche zu arbeiten, allerdings keine 3 Monate am Stück. Sollte dies mal vorkommen werde ich auf den Chef zugehen und ihm meine Meinung dazu sagen. Laut meinem Chef kommt das überwiegend bei Beendigung eines Projektes vor.

Hallo Rugger,
deine Überlegung in ein Ing.-Büro zu wechseln kann ich verstehen, wer möchte denn nicht viel Zeit mit seiner Familie verbringen. Ist für mich natürlich auch eine Überlegung, ob ich in 10 Jahren immernoch 50 Std. die Woche machen will oder nicht was mit der Familie unternehme. Allerdings ist das für mich noch Zukunftsmusik mit meinen 23 Jahren. Ich bin mir auch noch nicht sicher ob ich das Auto für 40.000 € überhaupt haben will, wenn man die Kosten bedenkt.

Hallo Polle,
endgültig im Vertrag stehen 40 Wochenarbeitsstunden und dass ich bereit bin 10h unbezahlt mehr zu leisten. Wie oben erwähnt, werde ich auch nicht mehr machen zu dem gleichen Lohn.
Bezüglich weiteren Überstunden ist vertraglich nichts festgehalten.
Da das Unternehmen nur aus 3 festen Mitarbeitern und 3 freien Mitarbeitern besteht, erhoffe ich mir ein recht freundschaftliches Verhältnis und werde bei weiteren Überstunden einfach auf den Chef zugehen, der wie er selbst sagte "nicht unbedingt am Gehalt der Mitarbeiter sparen möchte".

Bezüglich dem Firmenwagen habe ich noch folgende Fragen:
1. Ein Firmenwagen wird ja oft als Gehaltserhöhung verkauft. Kann man den Firmenwagen einer Gehaltserhöhung in € gleichsetzen? (Ist bestimmt schwierig, aber vielleicht habt ihr ja einen Wert parat)
2. Ich persönlich wähle beim Firmenwagen die 1 % Versteuerung. Dazu kommen ja noch die 0,03 % x Entfernung zur Arbeitsstätte. Kann man diese zusätzlichen Kosten in der Steuererklärung zurückbekommen?

Vielen Dank!

mueller | 28. Februar 2011 - 20:15

Hallo,

die unterirdischen Gehälter sind leider normal in diesem absolut maroden Wirtschaftszeig. (s.h. beigefügten Bericht vom 24.01.2011) Wie die Immobilien-Zeitung berichtet, hat eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), einer Forschungsabteilung der Hans-Böckler-Stiftung, ergeben, dass Bauingenieure die Geringverdiener unter den Ingenieuren sind - trotz ihrer enormen Verantwortung.

So verdienen Bauingenieure im Schnitt 1.127 Euro monatlich weniger als etwa Elektronik- und Fernmeldeingenieure. Ein weiterer möglicher Grund für die “Unattraktivität” des Berufs. Die vollständige Studie ist in der Ausgabe 1/2011 der WSI-Mitteilungen erschienen.

Polle | 25. Februar 2011 - 21:09

Hallo Support² !

wenn man mal die "harten Fakten" (!) Deines in Aussicht gestellten Jobs betrachtet, würde ich spontan behaupten dass das ein guter Start für einen Berufsanfänger ist. Wenn sich Deine Wochenstunden auf 60+ unvergütet ausdehnen sollten, sieht die Sache natürlich anders aus. Wie das bei Dir vertraglich geregelt ist weiß ich nicht. Das nur am Rande.

Es ist für mich immer wieder interessant zu sehen wie gerade Berufsanfänger, aber auch Menschen im Allgemeinen (also mich nicht ausgeschlossen) so gerne Vergleiche anstellen was das Salär, Arbeitszeit, Urlaubstage, Firmenwagen...(oben genannte "harte Fakten") angeht. Das liegt vermutlich an der so guten Vergleichbarkeit dieser Dinge.

Jahre später stellt man dann fest, dass es im Job diverse Punkte gibt, die gerade zu Beginn (!) des Berufslebens weitaus wichtiger waren/sind als eben genanntes. Dazu gehören der Arbeitsstil im Unternehmen, Führungsstil und Persönlichkeit des Vorgesetzten welcher den jungen Berufsanfänger möglichst fordern und (!) FÖRDERN sollte. Stichwort Lernkurve. Es ist gerade heute davon auszugehen, dass das erste Unternehmen nach dem Studium nicht das Letzte sein wird und man sich mit dem was man dort getan und gelernt hat (auch geprägt worden ist) sich beim pot. neuen AG vorstellt.

Wer also vorankommen will (und wer will das nicht) sollte auch auf diese Dinge ein Auge werfen. Es versteht sich von selbst dass das natürlich auch etwas vom Glück abhängt. Warum Du letztlich gleich beim erstbesten Unternehmen genommen worden bist kann ich nicht beurteilen (da hängen viele, auch persönliche Faktoren mit dran), aber es muss ja nichts Schlechtes bedeuten :-)

Anm.: Die Anzahl der verschickten Bewerbungen hat keinen Einfluss auf die Qualität der Stelle die man letztlich antritt. "Viel hilft viel" stimmt in diesem Fall nicht immer.

Gruß Polle

kakadou | 25. Februar 2011 - 20:07

Vergleich hast Du nie, denn Du kannst ja immer nur eine Stelle gleichzeitig antreten. Schön ist die Möglichkeit, Unternehmensnachfolger zu werden. Falls Du nach 5 Jahren feststellst, dass Du immer noch lieber baust als Dich mit Banken, Partnern und Bewerbergesprächen rumzuschlagen, musst Du diese Möglichkeit ja nicht nutzen. Andere haben gar keine Wahl. Wenn Dich das Betriebsklima anspricht und die Aufgabe reizt - ist eine erfolgreiche Bewerbung völlig ausreichend.

Zum Vergleich: ich habe 3 zur jeweiligen Zeit genau passende Jobs mit 2 Bewerbungen gefunden. Ja, genau: 2 Bewerbungen auf 13 (ca?) Jahre Berufserfahrung. Die zwei letzteren Jobs als Quereinsteiger (bin eigentlich kein Bauingenieur, darum auch kein Kommentar zu Gehältern, ich weiss es einfach nicht).

Aus einer sicheren Position (die halt evtl. nur nicht ganz so toll ist) heraus bewirbt es sich auch viel leichter. Du musst dann ja nur nehmen was genau passt. Die Angabe der Arbeitszeit scheint mir fair. Weniger wirds bestimmt nicht.

Was hier im Forum meiner Meinung nach zu kurz kommt beim häufigen Gejammere über schlechte Bedingungen: Kaum ein Berufsstand hat es so einfach, sich selbständig zu machen. Wenn Du nicht gerade eine Baufirma gründest sondern ein Ingenieurbüro, ist das finanzielle Risiko überschaubar. Einige 10TE für Programme und ein repräsentatives Büro reichen weit. Das eigentliche Kapital ist ja der Kopf.

Da Du also schon mit der Idee, Unternehmer zu werden, startest, hast Du immer noch die Option Dein eigener Chef zu werden, falls sich in diesem Unternehmen die Erwartung nicht erfüllt.

Rugger | 25. Februar 2011 - 18:05

>> Eingestellt werde ich als Bauleiter mit folgenden vertraglichen Details: 40.300 € Brutto, Firmenwagen (ca. 40.000 €), 30 Tage Urlaub, Arbeitszeit Mo-Fr. - 45Std. plus/minus 5 Std. je nach Notwendigkeit. Eigentlich habe ich mich schon für diese Stelle entschieden, allerdings bereitet es mir Kopfschmerzen das ich nur eine Bewerbung verschickt habe und somit keinen Vergleich habe. Vielleicht kann mir ja jemand seine Meinung sagen.

a2005 | 25. Februar 2011 - 15:35

Nehmen wir das Angebot mal auseinander:

40.300 brutto p.a.
40.300/12 = 3.358 monatlich brutto
45 Stunden +-5 d. h. 50 Stunden sind abgegolten
entspricht:
Umrechnung auf 39-Stunden-Woche
3.358/50*39 = 2.619 € / Monat ohne Sonderzahlung, im Rhein-Main-Gebiet.
Den Firmenwagen braucht man als Bauleiter und muss den geldwerten Vorteil bei privater Nutzung versteuern. Viel Spaß!

Support² | 24. Februar 2011 - 20:12

Hallo zusammen!

hier wird ja wild über die Einstiegsgehälter eines Bauingenieuren diskutiert. Vielleicht habt ihr auch für mich einen Tipp parat. Ich habe mein FH Diplom im August 2010 erhalten und direkt ein Master-Studium begonnen. Voraussichtlich beende ich dieses im Oktober 2011. Auf ein interessantes Stellenangebot zum "Unternehmensnachfolger" (nach ca. 5-10 Jahren) bei einem mittelständischen Generalunternehmen (Rhein-Main-Gebiet) habe ich mich beworben und nun den Vertrag vor mir liegen.

Eingestellt werde ich als Bauleiter mit folgenden vertraglichen Details: 40.300 € Brutto, Firmenwagen (ca. 40.000 €), 30 Tage Urlaub, Arbeitszeit Mo-Fr. - 45Std. plus/minus 5 Std. je nach Notwendigkeit. Eigentlich habe ich mich schon für diese Stelle entschieden, allerdings bereitet es mir Kopfschmerzen das ich nur eine Bewerbung verschickt habe und somit keinen Vergleich habe. Vielleicht kann mir ja jemand seine Meinung sagen.

Vielen Dank!

Ole | 22. Februar 2011 - 09:51

Hallo FlipB,

160 Stunden habe ich nur angenommen um die Rechnung etwas realistischer zu machen. NRW hat 11 Feiertage. Zwischen Weihnachten und Neujahr arbeitet das Bauhauptgewerbe nicht. Im Zweifel sind das 5 Tage. Die gewerblichen Mitarbeiter werden nach geleisteten Stunden vergütet.
52w x 40h = 2080h 16d x 8h = 128h 2080h-128h = 1952h
1952h / 12monate = 162,66h/monat
das habe ich dann einfach mal als 160h angesetzt.

MFG Ole

Equilibrium | 21. Februar 2011 - 21:38

@bauinghel
Da kann ich nur zustimmen, dass der regionale Faktor eine wichtige Rolle spielt. Dies gilt für das Gehaltsniveau aber auch für die Lebenshaltungskosten(!). Wer in München 45.000 Euro pro Jahr verdient, ist echt arm dran. Wer in Berlin hingegen 40.000 Euro verdient, hat es da schon besser, auch wenn es auf den ersten Blick weniger aussieht.

@alle Berufsanfänger:
Beim erstbesten Angebot eines potenziellen Arbeitgebers mag schnell die Idee da sein:“Hauptsache schnell den ersten Job – zur Not auch für geringes Gehalt. Nach ein bisschen Berufserfahrung kann man ja nachverhandeln.“

Diese Idee ist von Grund auf absolut falsch!
1. Wenn eine Firma bereits am Anfang mies bezahlt, gehört das zur Unternehmenskultur und die wird sich auch nicht ändern, wenn man ein bisschen Erfahrung gesammelt hat. Seriöse Firmen wissen, dass sich eine Neueinstellung zwar in den ersten Monaten bei fairem Gehalt noch nicht rechnet, aber eben nach einer Einarbeitungszeit. Trotzdem zahlen seriöse Firmen von Beginn an das richtige Gehalt und keine aufgebesserte Praktikantenvergütung.
2. Wer einmal irgendwo voreilig unterschrieben hat, der hat oft zumindest eines der beiden folgenden Probleme:
2a. Man tut sich schwer, den Absprung zu schaffen, da Berufswechsel nun einmal grundsätzlich nicht in der Natur des Menschen liegen. Man gibt eine unbefristete Stelle auf und hat plötzlich wieder Probezeit. Vielleicht ist auch noch die Frau/Freundin schwanger etc. Man hofft, dass man doch noch irgendwann mehr Geld bekommt,.....
2b. Man hat bei einer echten „Klitsche“ unterschrieben, wo man keinerlei Referenzen aufbauen konnte. Beispiel: Wer für Müller&Söhne in DorfXY Abwasserkanäle repariert hat, wird anschließend nicht mehr bei Hochtief einen Wolkenkratzer hochziehen können. Der erste Arbeitgeber ist immer auch die erste Referenz im Lebenslauf. Das darf man nie vergessen!

Also mein Rat an alle Neulinge: Suchen, suchen und suchen. Dann mit Bedacht auswählen, aber niemals aus einer vermeintlichen Not heraus. Wer nicht gerade in einer strukturschwachen Gegend lebt, sollte sich bei der Gehaltsvorstellung immer an die Tariflöhne halten.

FlipB | 19. Februar 2011 - 23:22

Ähm, euch sollte als Bauingenieure (Abrechnung von der Baustelle) klar sein, dass 1 Monat 172 h Normalarbeitszeit hat. Ein Monat hat 4,333333 (!) Wochen und nicht 4. Das ergibt sich aus 52 Wochen durch 12 Monate.

bauinghel | 18. Februar 2011 - 15:03

Ingenieure! In den meisten Beiträgen lasst Ihr den regionalen Faktor weg! Bitte um Besserung!

Es gibt innerhalb Deutschlands erhebliche Unterschiede im Lohn/Kostenniveau und in der Arbeitslosenquote! In Berlin wird flächendeckend (über alle Berufe) der Tariflohn mit Tricks nach unten umgangen. Zugleich sind die Mieten hier preiswert wie nirgends. In Berlin bekommen langjährig Erfahrene oft nur 2.700,- mtl. In Frankfurt wird Gleiches ohne Diskussion mehr als 1.000,- höher vergütet. Dabei ist Berlin Spitze bei Arbeitslosen. Auch Bauingenieuren. Die einzige Möglichkeit in einer Markwirtschaft das auszugleichen ist, das wir alle voll mobile Wanderarbeiter werden. (Die Firmen expandieren nicht dorthin wo die billigen, Willigen sitzen).

Also bitte vor allem bei geringen Einkommen immer angeben, ob man im Familienanwesen in Krakow am See sitzen bleiben möchte, oder ob man dafür soeben nach Frankfurt/M umgesiedelt ist.

mfg hel

hiob | 18. Februar 2011 - 02:11

@BauingenieurBachelor
>> Ich bin seit einem halben Jahr mit meinem Studium (Bachelor / FH) fertig. Arbeite seitdem in einem mittelgroßen Ingenieurbüro für Tragwerksplanung mit ca. 15 MA. Bekomme 12 x 2500 EUR Brutto, ich denke das ist ganz Ok. Werde in der nächsten Zeit mit dem Chef mal über eine Gehaltserhöhung reden! Noch ein paar Daten: Arbeitsort: Bayern / Vertiefung: Konstruktiver Ingenieurbau / Studiendauer: 7 Semester + 1 Semester Bachelorthese / Abschlussnote: nicht Gut!

Betonkopp | 16. Februar 2011 - 11:41

Leute ich bin sprachlos,
wer sich als studierter Ingenieur für 2000 Euro anbietet, gehört in die Verbannung nach Sibirien. Nur zur Info: Der durchschnittliche Gesellenlohn eines Malers liegt derzeit bei 13,95 EUR/Std. Das ergibt bei 160 Std pro Monat, ein Bruttolohn von 2232 €. Derjenige der die Tapete anklebt, verdient also 10 % mehr, als Derjenige der die statische Berechnung erstellt hat und womöglich noch den Kopf dafür hinhält. Wenn es immer wieder Leute gibt die so etwas als normal ansehen und akzeptieren, wird sich die Gehaltssituation in den Planungsbüros niemals ändern.

Ole | 16. Februar 2011 - 08:30

@sticky007 = LOL, 2000 Euro sind doch wohl eher ein totaler Witz. Das sind netto 1400 Euro bis 1700 Euro. Nur mal so zum Nachdenken 2000 Euro / 160 h = 12.50 Euro/h oder 2500 Euro / 160 h = 15.62 Euro. Der Mindestlohn 2 lag in Westdeutschland im Sep 2010 bei 12,95 und wird im Juli auf 13 Euro erhoeht. Jeder Geruestbauer ohne irgendeinen Schulabschluss verdient mehr als das. Der Ecklohn fuer Maurer im Westen lag 2007 bei 14,10 im Schnitt, Tariflohn habe ich nicht mehr im Kopf.

160 Stunden habe ich nur mal so angenommen, weil die gewerblichen Arbeitnehmer nach Stunden bezahlt werden und nicht pauschal. Wenn Du bei dem angegebenen Gehalt auch nur eine Ueberstunde machst, verdienst Du mit Studium und bei vollem Risko, weniger als der Kerl mit dem Besen, der die Baustelle fegt. Wer zu solchen Gehaeltern anfaengt, hat auch nicht mehr verdient.

| 16. Februar 2011 - 07:54

@BauingenieurBachelor
Ich bin seit einem halben Jahr mit meinem Studium (Bachelor / FH) fertig. Arbeite seitdem in einem mittelgroßen Ingenieurbüro für Tragwerksplanung mit ca. 15 MA. Bekomme 12 x 2500 EUR Brutto, ich denke das ist ganz Ok. Werde in der nächsten Zeit mit dem Chef mal über eine Gehaltserhöhung reden!

Noch ein paar Daten: Arbeitsort: Bayern / Vertiefung: Konstruktiver Ingenieurbau / Studiendauer: 7 Semester + 1 Semester Bachelorthese / Abschlussnote: nicht Gut!

Polle | 15. Februar 2011 - 21:27

@sticky007
Papperlapapp! 3000 EUR in einer Baufirma sind Ok. Darunter würde ich nicht gehen. Wer in ein Ingenieurbüro geht sollte auch mal 3000 EUR verlangen.

Wenn die nicht zahlen, sollte man sich nach was anderem umsehen. Und damit meine ich kein anderes Ingenieurbüro. Wer dennoch dort anfängt und bleibt sollte sich im klaren darüber sein gehaltlich auf der untersten Stufe zu sein und auch zu bleiben. In Büros als Planer, Statiker Prüfer, Bauleiter...whatever verdient man kein Geld!

sticky007 | 15. Februar 2011 - 10:09

@hiob
Die 2800 bis 3000 Euro finde ich sehr hoch gegriffen. Gerade in den Ingenieurbüros bekommst Du deutlich weniger. Da sind die Einstiegsgehälter bei 2000 bis 2500 Euro.

hiob | 13. Februar 2011 - 12:20

@BauingenieurBachelor
Als Bachelor kannst du schon so zwischen 2800-3000 Brutto am Anfang bekommen. Darunter würde ich nicht gehen wenn möglich. Lass dich nicht von einigen negativen Berichten hier im Forum zu sehr beeinflussen. 2700 € ist meiner Meinung nach unterste - aber wirklich unterste - Grenze als Bachelor am Anfang. Für eine 40 h Woche wohlgemerkt.

Ole | 11. Februar 2011 - 09:28

@Neuling: Irgendwie halte ich Deine Strategie fuer ziemlich merkwuerdig. Wie Du den Wechsel von vielen Ueberstunden zu einem sorgenfreien Leben schaffen willst, ist mir nicht klar. Sicher braucht man am Anfang mehr Zeit um eine Aufgabe zu erfuellen, doch jeder Arbeitgeber weiss das. Wenn Du spaeter immer noch die gleiche Menge an Arbeit bewaeltigst und dafuer weniger arbeiten musst wirkt das eher ungeschickt, weil es offensichtlich nicht zu einer Verbesserung Deiner Leistungsfaehigkeit kommt. Je groesser der Betrieb ist, desto weniger merkt der Chef, das Du ueberhaupt Ueberstunden machst.

Ich habe auch schon in Firmen gearbeitet, wo der Chef und Eigentuemer der Meinung war, das jemand der mehr als 9 Stunden fuer seine Arbeit braucht, schlicht und ergreifend nicht der beste Ingenieur ist. Damals liess der den Strom fuer die Rechner puenklich um 17.30 abstellen. Begrenzte Arbeitszeiten erzwingen eine bessere Einteilung und das ziemlich erfolgreich. Davon abgesehen gibt es zig Studien, die aussagen das 80 % aller Fehler auf Muedigkeit durch zuviel Arbeit verursacht werden. Wie willst Du Deinem Chef denn erklaeren, das Du leider etwas ueberarbeitet warst?

Du musst Dich hier nicht rechtfertigen, kannst schliesslich machen was Du willst. Das Tolle an Bauingenieuren ist, das wenn Du meinst, das Du Deine Ueberstunden zurueckfahren willst, jemand Neues, frisch von der Uni, vor der Tuer steht, der genau Dein Prinzip verfolgt und freiwillig 60 Stunden arbeitet und Dir Dein "sorgenfreies Leben" versaut.

Fazit: Freiwillig viel Arbeiten, wenig Geld verdienen und hoffen das es irgendwann mal besser wird ist ziemlich naiv und wird es auch immer bleiben. Achso: Nur nebenbei bemerkt ueber Deine 47 k lacht sicher jeder Bauingenieur ausserhalb Deutschlands, in einem vergleichbaren Land, tot. Maschinenbauer, Elektroingenieure usw. im Uebrigen auch, das bekommt schon der Industriemeister der bei Bosch die Halle aufschliesst.

Ole

| 10. Februar 2011 - 11:15

@Neuling: Träumer! Speicher mal den "Kram" den Du hier schreibst und lies es in zehn Jahren. Entweder Du wirst lachen bzw. schmunzeln oder Dich wegen Deiner jugendlichen Naivität schämen.

Einer unserer Professoren sagte mal: "Betont sicheres Auftreten bei gleichzeitig völliger Ahnungslosigkeit!"

Neuling | 09. Februar 2011 - 20:33

Zu meinem Beitrag: An Pausenzeiten halte ich mich vielleicht 2 mal die Woche und mein Arbeitsplatz ist quasi direkt auf der anderen Straßenseite. Nachdem sich mehrfach über die 65 h/Woche gewundert wurde, habe ich noch mal nachgerechnet. 5 x 11,5 h + 3 h =60,5 h/Woche. Sorry für die falsche Angabe. Mit meinem Verdienst, im übrigen sind das laut Finanzamt knapp 47 k Brutto, liege ich deutlich über dem meiner ehemaligen Kommilitonen. Diese bekommen alle, bis auf eine Ausnahme, 400-900 € weniger. Ich frage mich in welchem Bereich die Ersteller mit dem höheren Einstiegsgehalt angefangen haben zu arbeiten.

Ich musste monatelang suchen, mehrere Angebote ablehnen und am Ende war ich mit den geschriebenen Konditionen sehr zufrieden. Für mich ist mein Verhalten eine Investition in eine bessere Zukunft, in der ich mit meinem erlangten Wissen und meiner erarbeiteten Stellung innerhalb der Firma, ein sorgenfreies Berufsleben habe. Erst zeige ich Leistung, dann möchte ich die entsprechende Anerkennung. Leider ist es eine schlechte Zeit im Straßenbau / Tiefbau, denn die letzten 3 Monate waren primär mit schlechtem Wetter gesegnet. Bedeutet, dass man in so einer Phase besser nicht nach mehr Gehalt fragt. In einem Monat, wenn die Gehaltserhöhung gekommen ist werde ich mein erwartetes Jahresbrutto posten und man wird sehen ob die Strategie aufgeht.

Aber da ich die Gehälter meiner Ingenieurskollegen kenne, mache ich mir da absolut keine Sorgen. Diese werde ich hier aber nicht kund tun, da ich mit meiner Kommaverschiebung bei den Stunden eh schon jede Glaubwürdigkeit verspielt habe. Ich frag mich grade warum ich mich überhaupt rechtfertige, denn mein Beitrag sollte als Anhaltspunkt für Berufseinsteiger gesehen werden. Bis dahin, ein glücklicher und zufriedener Bauingenieur. Zumindest bis jetzt!

Magnus | 07. Februar 2011 - 22:05

@neuling: Ob die letzten 15 Stunden gefordert sind oder nicht, kannst du meiner Meinung nach nur herausfinden, wenn Du sie einfach mal nicht machst. Ich glaube niemand macht Überstunden aus purer Lust am Arbeiten, sondern eher weil man den Eindruck hat, in seiner regulären Arbeitszeit nicht soviel wegzuschaffen, wie man meint zu müssen. Von mir hat in den letzten 9 Jahren noch nie jemand Überstunden verlangt.

In der Regel bekommt man ein Projekt und dann noch ein Projekt und dann noch eines. Wenn man dann meint, jetzt ist es einfach viel zu viel um das überhaupt auf die Reihe zu kriegen, dann kommt der Chef vorbei mit einer Aufgabe die unglaublich wichtig und wahnsinnig dringend ist und die man ja bestimmt noch irgendwo einschieben kann.

kakadou | 04. Februar 2011 - 20:01

Hallo Tragwerkplaner,

brauchst Dich nicht zu entschuldigen. Klare Worte sind immer gut. Dein Tipp, den Arbeitgeber zu wechseln weil mir meine Arbeit Spaß macht (ok, etwas verzerrt zitiert;-)), ist nicht so das gelbe vom Ei! Lieber 60 h Spaß als 45 h Ärger - oder?

>> ...denen die Arbeit soviel Spaß macht dass sie bereit sind ihr Privatleben aufzugeben, solange haben wir in unserer Branche ein Honorarproblem. Die Arbeit kann nicht so erfüllend sein, dass man bereit sein kann am WE und nachts zu arbeiten

Ole | 03. Februar 2011 - 12:32

Kann den Worten von Tragwerksplaner nichts hinzufuegen und schreibe hier lediglich um meine Sympathie auszudruecken.

Tragwerksplaner | 01. Februar 2011 - 16:45

@kakadou

Hallo, sorry Kakadou, aber solange es solche Kollegen wie dich gibt, denen die Arbeit soviel Spaß macht dass sie bereit sind ihr Privatleben aufzugeben, solange haben wir in unserer Branche ein Honorarproblem. Die Arbeit kann nicht so erfüllend sein, dass man bereit sein kann am WE und nachts zu arbeiten.

Wenn Du mehr Rückgrat hättest, dann würdest Du dich entweder durchsetzen, oder den Arbeitgeber wechseln. In beiden fällen müsste dein Arbeitgeber um dich ersetzten zu können, mindestens zwei neue Arbeitsplätze schaffen. Aber solange die Mehrarbeit kostenlos von solchen Leuten wie dich erledigt wird, solange passiert gar nichts. Ich endschuldige mich für die klaren Worte.

kakadou | 31. Januar 2011 - 22:00

"Wie erklärst Du Deinem Arbeitgeber dann in ca. 2 bis 5 Jahren, dass Du erstens eine Gehaltserhöhung möchtest, weil Du kein Anfänger mehr bist und Du andererseits aber "nur noch" 50 Stunden pro Woche arbeiten möchtest?"

1. Ich kann Neuling voll und ganz verstehen. Denn bis heute arbeite ich ganz genau so - angefangen mit 50 h, langsam gesteigert mit zunehmenden, interessanten und spannenden Aufgaben auf öfters eher 70 als nur 60 h.

2. Hab ich jetzt genau das oben beschriebene Problem - ich will mehr Geld (nicht wirklich - aber pro Stunde) und muss weniger arbeiten (halte ich nicht durch bis 67). Da ich einigermaßen verzweifelt versuche, Arbeiten, die zwar gemacht werden müssen, aber nicht unbedingt von mir, abzugeben, und das nicht funktioniert, weil es sich so eingespielt hat, dass Kollegen (die alle auch nicht faul sind!) "nein" sagen, weil sie keine Zeit hätten und um 18:30 (also auch nicht um 17:00) gehen, und ich dann das liegengebliebene nachts und am Sonntag aufschaffe. Ohne dass das irgendjemand überhaupt bemerkt (remote-Arbeitsplatz daheim - schützt nicht vor Arbeit aber rettet die Ehe).

Die "strittigen" Arbeiten sind immer die, die fachlich nicht nur von mir bewältigt werden können - wenn ich mich wehre, gibt es Krach und ich stehe da wie wenn mir die Motivation fehle (was absolut nicht der Fall ist, ich liebe meine Arbeit und stehe voll hinter der Firma). Meine eigentlichen Projekte bleiben auch liegen, die kann ich aber gar nicht delegieren und es ist alles langfristiger angelegt, d.h. es fällt nicht sofort auf (hat aber größere Folgen, z.B. liegengebliebene Abrechnungen größeren Umfangs). Die Arbeit ist inhaltlich, bezüglich der Umgebungsbedingungen und von der Zusammenarbeit mit meinen Kollegen ansonsten perfekt.

Hätte ich nur mal langsamer losgelegt....dann wäre die Meßlatte niedriger. Meine eigene und die des Chefs. Und ich hätte ja jedes Jahr ein bisschen steigern können. Mich tröstet, dass nur die das Problem haben, denen die Arbeit Spaß macht ;-)

Übrigens glaube ich auch dass derzeit die Chancen auf einen neuen, besseren oder besser bezahlten Arbeitsplatz nicht schlecht sind. Im lokalen Stellenmarkt (BaWü) tauchen seit einem halben Jahr immer wieder die gleichen Stellenanzeigen auf - die finden niemand.

Pro 21 | 31. Januar 2011 - 14:50

Mit 2.700 Euro Brutto anfangen ist wohl ein Traum für einen Bachelor.
Ich bin damals vor 4 Jahren mit einem Diplom und 2.400 Euro angefangen.

Bauingenieur Bachelor | 27. Januar 2011 - 16:31

Habe eine Frage: Bin 23 Jahre alt und werde demnächst mein Bachelor machen. Wieviel kann ich als Einstiegsgehalt in einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung verlangen? Hab so gut wie keine Praxiserfahrung. Sind 2700 EUR in Ordnung oder ist das zuviel?

Horschti | 25. Januar 2011 - 13:32

@Neuling: 3250 Euro für 65 Stunden, da lacht dich jeder Maurer aus. Der Mindestlohn West liegt bei 12,95 Euro plus 25% Überstundenzuschlag. Das macht dann 12,95*40*4,3+12,95*25*1,25*4,3 = 3967 Euro. 65 Stunden zu arbeiten für nichts ist einfach bescheuert. Hör auf damit solange du noch kannst.

Civil-Eng. | 25. Januar 2011 - 11:50

Ich kann den "Neuling" gut verstehen. Ich hätte mich nach meinem (Uni-)Diplom im Jahr 2004 um einen solchen Job geradezu gerissen. Die 65-Stunden-Woche hätte mir zu diesem Zeitpunkt nicht das Geringste ausgemacht. Aus heutiger Sicht sind diese Konditionen jedoch für mich ein gutes Beispiel dafür, wie es eigentlich NICHT laufen sollte, was nicht zuletzt einfach daran liegt, dass ich jetzt Familie habe. Ganz ehrlich: Mit einer ständigen 65-Stunden-Woche könnte ich die Scheidungspapiere meinem Arbeitsvertrag als Anhang beifügen.

Zugegeben: Mein aktueller Job (eher im Bereich Software für das Bauwesen anzusiedeln) erfüllt mich nicht mehr so ganz. Die Bezahlung ist mit knapp 37 k/a gemessen an meiner Berufserfahrung auch eher mau. Auf der anderen Seite habe ich eine vertragliche 40-Stunden-Woche und kann alle (angeordneten) Überstunden zum Freizeitausgleich oder zur Vergütung geltend machen. Das Arbeitsklima stimmt auch, so dass der Arbeitsalltag weitestgehend stressfrei ist. Stünde ich also vor der Wahl zwischen Variante "Neuling" und meiner eigenen, bliebe ich eindeutig bei dem, was ich jetzt habe. Trotzdem schaue ich mich - wenn auch sehr verhalten - nach etwas Neuem um.

| 24. Januar 2011 - 21:25

@Neuling: Bei den ersten drei Sätzen Deines Beitrages habe ich noch gedacht: "Endlich mal ein selbstbewußter Absolvent, der dem Lohndumping den Kampf ansagt." Nach den nächsten Sätzen war ich dann leider sprachlos. Wie kann man freiwillig und ohne Not 65 Stunden die Woche arbeiten und damit sein eigenes Gehalt auf weniger als 2/3 reduzieren? Es mag Dir am Anfang alles spannend und neu vorkommen und deswegen verbringst Du Deine theoretische Freizeit lieber auf der Arbeit. Aber es kommen auch andere Zeiten (vielleicht mit Familie und Kindern oder zumindest mit Freundin). Wie erklärst Du Deinem Arbeitgeber dann in ca. 2 bis 5 Jahren, dass Du erstens eine Gehaltserhöhung möchtest, weil Du kein Anfänger mehr bist und Du andererseits aber "nur noch" 50 Stunden pro Woche arbeiten möchtest?

Und ist Dir auch bewußt, dass Du mit Deiner übertriebenen freiwilligen Mehrarbeit andere Kollegen (darunter vielleicht auch Familienväter, die ein Privatleben haben) massiv unter Druck setzt, indem Du die Maßstäbe unnötig verschiebst? Warum gestaltest Du nicht lieber Deine Freizeit sinnvoll?

Tragwerksplaner | 24. Januar 2011 - 10:42

@Neuling: An diesem Kommentar kann ich nichts Spannendes erkennen. 3250 Euro (ich denke brutto) / 65 Arbeitsstunden-Woche

ergibt: 3250 Euro (4*65 Stunden) = 12,50 Euro pro Stunde. Der Stundensatz dürfte im Bereich eine Kassiererin bei Aldi oder Rewe sein. Anmerkung: Ca. 9 Euro pro Stunde bekommt man als ungelernte Kraft bei der Zeitarbeit.

Ich frage mich welche unbefriedigenden Stellen vorher abgelehnt wurden?

Stefan | 23. Januar 2011 - 23:54

Das Thema hier ist super. Ich habe gerade das 3. Fachsemester an einer FH beendet und versuche mich nun mal gehaltstechnisch ein wenig zu orientieren. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass ich den Bachelor-Abschluss mache. Ich denke es ist schwer das mit dem "alten" Abschluss zu vergleichen oder wie seht ihr das? Hat da evtl. schon jemand mal Erfahrungen gemacht?

Neuling | 20. Januar 2011 - 19:12

Hallo, ich habe nach meinem Abschluss 3 Monate gesucht und unbefriedigende Stellen abgewiesen. Immerhin bin ich Ingenieur und gute Arbeit kostet. Wie will man für seinen Arbeitgeber ein Maximum an Gewinn rausholen, wenn man sich selbst zum Spottpreis verkauft?

Hier die Fakten:
Alter: 28 / Geschlecht m / Bundesland: NRW (ländliche Umgebung)
Sparte: Tief-/Straßenbau / Firmenumsatz 45 Mio/a
Arbeitszeit 65 Stunden/Woche wovon 15 Stunden nicht gefordert, aber von mir erbracht werden

Ausbildung: Beton und Stahlbetonbauer Note 4
Fachhochschulstudium Note 1,9 (Wobei diese,bei den Vorstellungsgesprächen, sehr nebensächlich war) / Berufserfahrung 0

Einstiegsgehalt: Monat 3250 € / Weihnachtsgeld 1787,50 € / Urlaubsgeld 720 € / Firmenwagen Wert 35.000 € incl. Benzin ect. / Firmenhandy

Jedem sinnvollen Wunsch, wie Notebook oder ähnlich, wird ebenfalls nachgekommen. Gruß

Tiefbauer | 17. Januar 2011 - 17:25

@Joe: Ich wohne in Bayern, Grenzgebiet nach Hessen. Habe bisher auch in Bayern gearbeitet und bin nun Grenzgänger nach Hessen. Berufserfahrung sind nun etwas über 5 Jahre.

Joe | 17. Januar 2011 - 09:43

@Tiefbauer: Darf ich fragen welches Bundesland, bzw. Wohnort du arbeitest? Und welche Berufserfahrung du hast?

Tiefbauer | 13. Januar 2011 - 18:14

Hallo Zusammen!

Ich wollte mal kurz meine Erfahrungen der letzten zwei Monate mitteilen bezüglich Arbeitsmarkt und Gehältern. Nachdem ich bei einen kleineren Ing.-Büro als Planer für öffentl. Tiefbaumaßnahmen tätig und mit meinem Gehalt (ca. 41.000 € p.a.) auch nur mittelmäßig zufrieden war, hab ich mir mal ein Herz gefasst und vier Bewerbungen auf Stellenausschreibungen losgelassen, die im nähren Umkreis (ca. 60 km) zu meinem Wohnort in Frage kommen. Das Ergebnis hat mich dann doch schon ein wenig überrasscht und vor allem wie kurzfristig die Anrworten auf die Bewerbungen kamen.

Innerhalb von zwei Wochen hatte ich drei Vorstellungsgespräche und weitere zwei Wochen später zwei Arbeitsvertäge vor mir liegen, so dass ich mir sogar die Stellen aussuchen konnte. Bei beiden Stellen waren ohne große Verhandlungen um 50.000 € p.a. als Einstiegsgehalt drin. So dass ich als Bauingenieur für einen Standortdienstleister in der chemischen Industrie tätig bin. Die andere Stelle wäre übrigens bei einen großen Deutschen Schienenverkehrsunternehmen gewesen. Offensichtlich so meine persönlichen Erfahrung, sind die Zeiten für einen Umstieg momentan durchaus gut, wenn man erstmal den den Mut und die Initiative gefasst hat.

level26 | 10. Januar 2011 - 11:12

Hallo Infra-Planer, was machst genau? War auch schon vor Ort und hab mich umgesehen in AD und auch Gespräche geführt. Wäre aber mal nett aus erster Hand Infos zu bekommen, gerne auch per Mail. Danke, S.

Infra-Planer | 06. Januar 2011 - 09:14

Ausland! Für alle die sich für ein paar Jahre losreißen können: Kommt nach Middle East! Hier in Abu Dhabi und Katar verdiene ich mit ca. 5 Jahren Berufserfahrung ca. 6.000 € Netto/monatlich, wobei die Wohnungspreise recht teuer sind. Aber um in Deutschland auf dieses Netto zu kommen, kann sich jeder ausrechnen, was das Brutto bedeutet bzw. welche Position dahinter steht. Wer länger hier bleiben will, muss auf Dauer aber auch mit so einigen Eigenheiten im arabischen Raum und internationalen Kollegen klar kommen. Auch wenn Dubai nicht mehr der Renner ist, middle east is still the place for civil engineers!

TWPlaner | 20. Dezember 2010 - 00:45

Tragwerksplanung, München, 5 Berufsjahre, 45 k/a. Denke, dass es leicht überdurchschnittlich ist. Hab mit 32 k/a angefangen. Insgesamt ist alles der größte Sch.... den es gibt - wenn sich ein mündiger Mensch in Deutschland mit anspruchsvoller akademischer Ausbildung in irgendeiner Form wirtschaftlich, professionell und konzeptionell weiterentwickeln will, darf er/sie im Normalfall auf gar keinen Fall Bauingenieur bzw. Tragwerksplaner werden.

gast | 17. Dezember 2010 - 10:46

Schön wäre es, wenn zu den genannten Einkommen auch dazugesagt wird, in welcher Region das stattfindet. Denn ich denke es gibt erhebliche regionale Unterschiede.

texas-bauing | 15. Dezember 2010 - 22:55

Alles viel zu wenig! Hab 2000 an der TU Darmstadt mein Bauingenieur-Studium abgeschlossen. Hab 2001 als Software-Entwickler bei der Deutschen Bahn angefangen fuer 3.000 Euro brutto. Obwohl ich null Ahnung vom Software-Entwickeln hatte. Lebe und arbeite jetzt in den USA. Die Bauingenieure hier in den USA sind im Vergleich zu Deutschland sehr schwach ausgebildet und verdienen trotzdem als Absolventen fast 3.000 Euro netto. Und finden ohne grosse Probleme nen Job (falls es keine Rezession gibt). Die Gehaelter in Deutschland sind ne Frechheit! Da lohnt es sich ja gar nicht mehr zu studieren!

Gast4 | 08. Dezember 2010 - 12:22

Wie sieht es denn nun aus mit Einstiegsgehältern für Dipl.-Ing.?

Nick | 03. Dezember 2010 - 13:16

In einer Niesche wie dem Claim management ist man aber auch sehr davon abhängig, ob dieser bereich läuft. Bei einer Flaute ist man komplett weg vom Markt und kann sich seine 5T€ in die Haare schmieren. Ist leider so und man spricht aus der erfahrung raus. Ein breit gefächertes Wissen ist in dieser Branche m.A. von Vorteil.

Tragwerksplaner | 02. Dezember 2010 - 21:14

Man sollte sich daran orientieren, in welcher Art Büro man arbeitet. Hier steht es handelt sich um ein kleines Ingenieurbüro. Somit dürfte das Gehalt in Ordnung sein. Ich selbst habe vor 5 Jahren noch bei einem Branchenführer (ca. 150 Mitarbeiter) in der Tragwerksplanung gearbeitet. Mit damals 15 Jahren Berufserfahrung und als Projektleiter bei Prestigeobjekten habe ich ca. 4000 EUR Brutto verdient. Damalige Kollegen haben nicht mehr, eher weniger verdient.

Heute habe ich selbst ein eigenes Büro mit recht guter Auftragslage im In- und Ausland, jedoch könnte ich keine 3500 EUR Brutto zahlen. Dafür sind einfach die Bürokosten und Lohnnebenkosten viel zu hoch. Bauingenieurwesen ist eben kein Beruf in dem man sich eine goldene Nase verdienen kann. Zumal sich Deutschland immer mehr zu einem Niedriglohnland entwickelt.

Ole | 01. Dezember 2010 - 05:37

@Denise: Das schlaegt dem Fass den Boden aus. Was sollst Du denn da machen? Egal wo man in Deutschland wohnt oder wie viel Erfahrung man hat, dieses Angebot ist eine absolute Frechheit.

a2005 | 29. November 2010 - 10:31

Immer wieder das Problem, dass Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger nicht wissen, was sie verdienen können. Das verdirbt mit der Zeit auch den alten Hasen die Preise. Das tarifliche Gehalt liegt aktuell gem. Tarifvertrag zwischen Asia und ver.di bei ca. 2.500 €/Monat. Wenn man noch ein Zugeständnis machen muss, dann kann man von 2.200 €/Monat ausgehen, für die reduzierte Arbeitszeit 30 Stunden 3/4 * 2.200 wären 1.650 €/Monat absolut das Ende der Fahnenstange.

Was das leidige Argument der "fehlenden Berufserfahrung" abelangt: immerhin hat man als Dipl.-Ing. schon mal ein Studium absolviert, welches im Bauwesen nicht so ganz einfach ist. Vielleicht auch noch mal nachfragen: da die Wochenarbeitszeit genannt war: 1.000, später 1.200 brutto pro Woche wären wiederum sehr fair und durchaus übertariflich.

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