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Sonntag, 25. Februar 2018
Ausgabe 6033 | Nr. 56 | 17. Jahrgang
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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1319 Kommentare | 533585 Aufrufe Kommentar hinzufügen
| 20. Februar 2010 - 12:16

Ich bin 29 und habe im Jahr 2005 erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Arbeite jetzt seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro in Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio €). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen ob ein Monatseinkommen von 2700 € brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

forum-thread-1372
Mainz_ole | 23. Februar 2018 - 09:10 2018-02-23

Da ich schon länger dieses Forum verfolge, möchte ich nun auch mal mein Gehalt offenlegen. Ich habe vor einem halben Jahr mit einem leicht überdurchschnittlichen Uniabschluss mit 3.650 € Bruttogehalt im Monat als Tragwerksplaner in einem Büro mit knapp 20 Mitarbeitern angefangen (Raum Westdeutschland).

whong | 12. Februar 2018 - 11:54 2018-02-12

@Texi Rexi:
Die Tätigkeit entspricht mindestens Tarifgruppe A5, ggf. sogar bis A6

A V Angestellte, die schwierige Tätigkeiten teilweise selbständig und teilweise eigenverantwortlich ausführen, für die

  • ein Abschlusss als Bachelor an einer Technischen Hochschule, Universität oder Fachhochschule,
  • eine abgeschlossene Ausbildung an einer staatlich anerkannten Technikerschule oder an einer vergleichbaren Einrichtung (z.B. Berufsakademie, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie) und
  • die entsprechende Berufserfahrung oder eine durch umfassende Berufserfahrung erworbene gleichwertige Qualifikation erforderlich ist.

Richtbeispiele:
4. Erstellen von Aufmaßen und einfachen Bauabrechnungen;

A VI Angestellte, die schwierige Tätigkeiten weitgehend selbständig und teilweise eigenverantwortlich ausführen, für die
  • ein Abschluss als Master an einer Fachhochschule oder
  • ein Abschluss als Bachelor an einer Technischen Hochschule, Universität oder Fachhochschule und die entsprechende Berufserfahrung oder
  • eine abgeschlossene Ausbildung an einer Fachhochschule oder an einer vergleichbaren Einrichtung (z.B. Berufsakademie, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie jeweils mit Diplomabschluss) oder
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung und zusätzliche durch berufliche Fortbildung erworbene Fachkenntnisse oder
  • eine durch umfassende Berufserfahrung erworbene gleichwertige Qualifikation erforderlich ist.

Richtbeispiele:
6. Erstellen von schwierigen Aufmaßen und Bauabrechnungen;

Lass dich nicht über den Tisch ziehen!

Maestro | 12. Februar 2018 - 07:03 2018-02-12

@Texi Rexi:
Prinzipiell würde ich mal sagen, unter Wert. Mit Bachelor sollten zumindest 40.000 € Jahresgehalt drin sein. Kritisch hinterfragen muss man natürlich:

  • Warum hast du noch kaum Erfahrungen gesammelt (Praktika, Werkstudent)?
  • Was hast du bisher gemacht? (33 Jahre)
  • Wie lange hast du studiert?
Ich denke, dass sind drei Punkte, die jeder Firma sofort ins Auge springen und erstmal abschreckend wirken. Ich war mit 26 fertig mit meinem Master und hatte bis dahin schon 6 Praktika und 2 Jahre als Werkstudent. So oder so ähnlich, sollte es halt idR aussehen. Und dann hast du natürlich sehr gute Karten am Markt, da eigentlich händeringend gesucht wird. Ich bin dann mit 4000 € Monatsgehalt brutto eingestiegen.

Vom Vorgehen her hast du Recht, sobald man mal 1-2 Jahre Erfahrung hat, dann spielt das Zeugnis auch nicht mehr so die Rolle und man hat es leichter, woanders unterzukommen. Ich hoffe ich bin dir nicht auf die Füße gestiegen mit meinen Fragen. Vermutlich gibt es gute Gründe für deine Vita.

Malcolm | 11. Februar 2018 - 14:54 2018-02-11

@Texi Rexi:
Finger weg, sehr schlecht bezahlt.

Texi Rexi | 09. Februar 2018 - 15:52 2018-02-09

Ich bin 33 Jahre alt (m), keine Berufserfahrung (außer zwei Praktika während des Studiums) und habe mein Studium bzw. Bachelorzeugnis im Oktober 2017 erhalten und bewerbe mich seit dem in der Bauleitung. Leider hatte ich bis jetzt nach zahlreichen Vorstellungsgesprächen noch keine Zusage erhalten, auch oft mit der Begründung, keine Berufserfahrung zu haben. Mittlerweile habe ich eine Zusage erhalten.

Dort soll ich nun erst einmal als Abrechner für 3-4 Jahre arbeiten, mit der Aussicht, dann eigenständiger Bauleiter zu sein. Mein Einstiegsgehalt soll bei 3254 EUR brutto/Monat (A4) liegen. Verkaufe ich mich da unter Wert? Ich bin jetzt ja froh überhaupt mal einen Einstieg zu machen. Mein Gedanke ist auch, wenn ich Berufserfahrung habe, dass mir dann mehr Türen offen stehen, als es wohl jetzt der Fall ist und ich mich dann immer noch woanders bewerben kann.

Bauhannes | 24. Januar 2018 - 10:42 2018-01-24

Ich mache aktuell nach meinem Bachelor ein Art Traineeprogramm und bin mit A5 eingestiegen, was einem Jahresgehalt von 46.300 EUR brutto entspricht.

intel-core-I7 | 23. Januar 2018 - 22:57 2018-01-23

@LU_W:
Du bist als Teilzeitkraft nicht voll einsetzbar. Für den Arbeitgeber eher ein "Student, der nebenher arbeitet" als ein "Bauingenieur beim Berufseinstieg". Das dürfte dein Problem sein. Wie weiter unten beschrieben, ist bei den größeren Baufirmen momentan Gehaltsstufe A6 als Einstiegsgehalt die Regel. Dazu oft noch Auto, Handy und Zuschläge wie Trennungsgeld, Essenspauschalen, usw. Manche meiner Kommilitonen hatten sogar deutlich mehr, andere etwas weniger. Alles Bauleitung in NRW mit Abschluss B.Eng. Bauingenieurwesen. Möglicherweise ist das Gehaltsgefüge andernorts ein völlig anderes.

Selbst bei der Bahn, die praktisch momentan jeden einstellt und trotzdem niemanden findet, soll es dem Hörensagen nach mit knapp 45.000 EUR Jahresgehalt bei einer 39 Stunden/Woche losgehen. Im öffentlichen Sektor landest du mit deinem jetzigen Abschluss/Berufserfahrung bei E11 Stufe 2 mit 44900 EUR im Jahr. Die dir angebotenen Gehälter sind nicht nachvollziehbar und so würde ich es im Vorstellungsgespräch auch kommunizieren ;-). Bei der momentanen Arbeitsmarktsituation kann man selbst als Berufseinsteiger ganz tiefenentspannt ins Vorstellungsgespräch gehen. Viel Glück!

LU_W | 22. Januar 2018 - 15:13 2018-01-22

Ich starte gerade meinen berufsbegleitenden Master (FH) mit Abendkursen von 17:30-21:30 und habe momentan verschiedene Bewerbungsgespräche für eine Teilzeitarbeit von 28 Std./Woche. Alle in Bauträger- / Baubetreuungsunternehmen und durchschnittlich werden mir 35.000,- für 40 Std. angeboten, dementsprechend bei 28 Stunden 24.500,- Gehalt im Jahr. Besitze 15 Monate einschlägige Praktikumserfahrung (nicht am Stück) und meinen abgeschlossenen Bachelor im Bereich Baumanagement (Vollzeit).

Ich kann das Gehalt relativ schlecht einschätzen, da es sich um eine Teilzeitarbeit handelt. Jedoch entspricht sie nicht den Bezügen von mehr als 40.000 EUR welche hier teilweise als Berufseinstieg angepriesen werden. Wie ist Eure Meinung dazu?

keeper83 | 19. Januar 2018 - 09:41 2018-01-19

@ejjj:
Absolut Nachvollziehbar. Wenn die Entwicklung so weitergeht, steht bei ejjj kurz vor der Rente dann ein Kanzlergehalt auf dem Lohnzettel. Für einen Bauleiter im Straßenbau ganz ordentlich!

Bau-Bob | 14. Januar 2018 - 11:54 2018-01-14

Die Angaben von ejjj kann ich nur bestätigen. Sie sind auch für jeden nachvollziehbar. Viele größere Unternehmen orientieren sich an den aktuellen Tarifgehältern. Das ist der Einstieg. Die weitere Entwicklung hat jeder selbst in der Hand.

http://www.vhk-ev.de/dokumente/bau-tarifgehalt.pdf

ejjj | 13. Januar 2018 - 11:16 2018-01-13

Bauleiter im Straßenbau
Berufserfahrung
0 - 0,5 Jahre: 3200 € Gehalt ohne Abschluss (Praxissemester)
0,5 - 1,0 Jahre: 3482 € Gehalt B. Eng. Firmenwagen Golf 6
1,0 - 1,5 Jahre: 3700 € Gehalt B. Eng. Firmenwagen Golf 7
1,5 - 2,0 Jahre: 3800 € Gehalt B. Eng. Firmenwagen Golf 7
2,0 - 2,5 Jahre: 4350 € Gehalt B. Eng. Firmenwagen Golf 7
2,5 - 3,5 Jahre: 4600 € Gehalt B. Eng. Firmenwagen Golf 7
3,5 - X,X Jahre: 4918 € (Tarif A8) M. Eng. Firmenwagen Golf 7

Gehalt + Firmenwagen + gewerteter Vorteil -> 67000 € Jahresgehalt

Manni | 10. Januar 2018 - 16:53 2018-01-10

Ich, Master-Abschluss, 30 Jahre alt, seit ca. 3 Jahren im öffentlichen Dienst mit TVÖD11 und durch etwas Erfahrung im Studium nun in der Gehaltsstufe 3, verdiene inklusive Sonderzahlungen ca. 48000 Euro Gehalt im Jahr. Ich habe eine 39 Stunden Woche. Ich kann mich nicht beklagen und kann nebenbei meine Hobbies ausüben. Das Problem ist, dass mein Arzt einen Bore-Out bei mir festgestellt hat und er mir geraten hat, mehr zu "malochen" - wenn möglich.

Dan | 01. Januar 2018 - 16:20 2018-01-01

Hallo (Berufseinstiegs-)Kollegen, für Berufseinsteiger in Planungsbüros gibt es unter unten angegebenen Link eine äußerst passende und aktuelle Umfrage, überwiegend aus dem Kreise der Arbeitgeber (Büroinhaber und Geschäftsführer von Planungsbüros). Die Umfrage spiegelt sowohl meine persönlichen Erfahrungen als Arbeitnehmer als auch mittlerweile als Arbeitgeber mit eigenem Büro wieder.

http://www.bayika.de/de/monatsfrage/ergebnisse.php
(Stand: November 2017)

Für Bauunternehmen kann ich nur noch soviel mitteilen. Die Gehälter sind - nach eigener Einschätzung und Erfahrungen von vorhergehenden Bewerbern von Bauunternehmen - ca. 5 bis 15% höher, allerdings meist bis zu 10 Überstunden pro Woche inklusive, aber auch im Gegenzug noch oft in Verbindung mit einem erforderlichen Firmenwagen (Kleinwagenklasse bis Mittelklasse).

In Planungsbüros ist die 40 bis max. 45 Std.-Woche immer noch üblich. Überstunden werden in Büros üblicherweise abgefeiert oder ausbezahlt. Ein eigener Firmenwagen im Planungsbüro ist eher die Ausnahme. Master oder Bachelor-Abschluss spielt nach wie vor eine - allerdings mit anhaltend guter Konjunktur zunehmend kleinere - gehaltstechnische Rolle. Wenn jemand tatsächlich eine Anstellung mit 60.000 € / Jahr Brutto - Einkommen im Jahr ergattert, kann man dazu nur "Glückwunsch" sagen, ist aber wohl eher eine Ausnahme. Die Realität spiegelt es aus meiner Sicht nicht.

Mann muss auch im Umkehrschluss an die Kalkulation der Arbeitgeber denken: Bei einem Jahresgehalt von 60.000,- € in einem beispielsweise kleinem Planungsbüro, muss man als AN einen "Umsatz" von ungefähr 110.000 bis 130.000,- € (Gemeinkostenfaktoren ohne Unternehmerbedarf von ca. 2,1 bis 2,9, je nach Unternehmensgröße (siehe AHO unter aho.de/hoai/weg1.php3) generieren, um für den AG sämtliche Kosten "ohne" Unternehmergewinn zu erwirtschaften. Man berücksichtige natürlich noch die Kosten (sog. Opportunitätskosten) die für die Einarbeitung entstehen. Ich möchte sehen, welcher Berufseinsteiger innerhalb seiner ersten Jahre, diesen Umsatz bei Ausgleich sämtlicher Opportunitätskosten und des Unternehmergewinns generiert?! Ich würde ihn oder sie "sofort" für dieses Gehalt anstellen.

Wenn ein AG nicht den Gewinn seines Unternehmens oder als Inhaber sein eigenes Einkommen einschränken will, oder wie in Bauunternehmen querfinanzieren kann, wird ohne eigenen Unternehmergewinn (min. 5 % zwingend erforderlich) den Deal mit einem Berufseinsteiger in der oben genannten Höhe nicht machen.

[Aus den Erfahrungen eines Bau- und Wirtschaftsingenieurs und Büroinhabers eines kleinen Statikbüros (bis 5 Personen) in Bayern]

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