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Dienstag, 01. Dezember 2020
Ausgabe 7043 | Nr. 336 | 20. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1608 Kommentare | 722556 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Thema eröffnet von Sven | letzter Kommentar vom 29. November 2020 - 10:41

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Durchstanzen | 29. November 2020 - 10:41

@Sven:
Nein, das ist keinesfalls fair! Ich kenne mich zwar bei euch im hohen Norden nicht so aus, was da das Durchschnittsgehalt für Bauingenieure betrifft. Aber im RheinMain Gebiet liegt dieses bei deiner Berufserfahrung zwischen 60.000 und 70.000 € Gehalt. Meine Erfahrungen nehme ich aus dem Hochbau / Ingenieurbau im Bereich Projektmanagement / Planung / Bauleitung.

M.Eng. | 29. November 2020 - 09:54

Also manche Kommentare hier kann ich nachvollziehen, manche nicht. Meiner Meinung nach, sind hier einfach viele unzufriedene Bauingenieure unterwegs. Ich habe einen Master und 2 Jahre Berufserfahrung. Verdiene bei einer 40 h Woche und entspannten Arbeitsbedingungen 55.000 Euro brutto. Meine Kommilitonen sind auch nicht unter 45.000 Euro Gehalt eingestiegen. Ich verfolge dieses Forum, seitdem ich damals mit dem Studium angefangen habe und hatte wirklich Bammel. "Schlechte Bezahlung / Überstunden / sei schlau, finger weg vom Bau!" kann ich so einfach nicht unterschreiben!

Jan | 28. November 2020 - 09:13

Ich bin Bauleiter im Osten und verdiene 50.000 EUR + Dienstwagen bei 5 Jahren Berufserfahrung. Stresslevel ist ok und ich habe ein angenehmes Arbeitsklima. Bin vom Gehalt her eigentlich total unzufrieden. Hab aber grade ein Haus gebaut und Kind bekommen und deswegen habe ich keine andere Wahl.

Meine Mutter ist auch Bauingenieur und als Bauüberwacher bei einem öffentlichen Auftraggeber. Sie ist 58 und in der höchsten Lohnstufe auf ihrer Position. Gehalt: ca. 62.000 EUR (auch im Osten). Erwartet nicht zu viel als Bauingenieur. Es sieht schlecht aus für viele Absolventen, die Geld verdienen wollen. Das findet ihr leider nur in Nischen, anderen Branchen oder im Ausland.

Achja, die Steuern hier im gelobten Land nicht vergessen! Dann steht da netto nicht viel mehr als bei einem guten Facharbeiter, welcher Spesen, Zulagen und Überstunden vergütet bekommt. Der kann dann noch Feierabend machen, ohne Arbeit mit nach Hause zu nehmen oder gross nachdenken zu müssen. Die ganze Baubranche ist ein einziger Niedriglohnsektor. Von ausländischen Fachkräften bis zum Ingenieur.

Wasserwirtschaftler | 27. November 2020 - 12:14

@Melanie:
Das ist ohne Branche und Region überhaupt nicht seriös einzuschätzen.

Melanie | 22. November 2020 - 23:48

Ich möchte mich als Projektleiterin bewerben. Welches Gehalt ist angemessen? (3 Jahre Berufserfahrung)

Peter_Th | 21. November 2020 - 10:19

Was soll derzeit ein Bauingenieur (Master Diplom Wasserwirtschaft) als Berufseinstiegsgehalt in Thüringen erwarten?

Wissenshungrig | 19. November 2020 - 11:24

@Stuttgart:
Ich würde wirklich gerne wissen wo du arbeitest. Meine nächste Bewerbung wäre in deiner Firma. Der Grund ist nicht nur dein aktuelles Gehalt, sondern es scheint eine Firma zu sein, die einen schätzt. Ich würde auch gerne nur in einer Firma alles geben.

Frank | 18. November 2020 - 17:37

@Bauingenieur008:
Herzlich willkommen im Bauingenieur-Berufsleben. Zu aller erst hast du schon mal Glück gehabt, dass du es schon jetzt merkst. Bei vielen kommt das böse Erwachen erst nach einigen Jahren, wenn es zu spät ist. Willst du ähnlich wie andere Ingenieure verdienen, bleibt dir nur eins übrig: 50-60 h ackern und stressresistent sein, ggf. noch örtlich flexibel. Dann hast vielleicht Glück und ergatterst einen Job, der dir vielleicht ein halbwegs ordentliches Gehalt zahlt.

Du bist vom Gehalt her leider am unteren bzw. letzten Ende der finanziellen Nahrungskette bei den Ingenieuren. Sei froh, wenn du in paar Jahren 50.000 € Gehalt bekommst. Oder geh in die Bauleitung und mach dich für 60.000 € Gehalt kaputt. Oder du tust das einzig richtige: versuch umzusatteln. Berater, Aufbaustudium, Branchenwechsel, irgendwas! Wenn du bleibst, wirst du immer nur auf der "Verdienstresterampe" liegen.

Viel Glück! Und lass dich nicht von einigen Kommentaren hier im Forum "blenden". Du bist schlecht bezahlt und wirst es als Bauingenieur auch bleiben. Mach nicht den Fehler wie ich und glaub an gute Gehälter! Ich bin in die Bauleitung gegangen, um gut zu verdienen. Nach 6 Jahren habe ich die Schnauze voll gehabt und ein ordentliches Gehalt abgeschrieben. Bekomme ca. 60.000 € bei 50+h und nur Stress.

Ich will jetzt einfach nur noch zum Bauherren, da rumsitzen, kein Stress haben und versuchen es zu akzeptieren, dass meine IT-, Berater-, Bank- oder Maschinenbaufreunde 10.000-30.000 € mehr verdienen als ich. Und immer wenn wir uns austauschen gucken die komisch, wenn ich denen erzähle welche Verantwortung man hat und was ich verdiene. Ich höre immer "Oh ... so wenig" oder "Das machst du für so ein Gehalt?!"

Was für eine Verliererbranche! Ich hoffe meine Aktien holen mich aus diesen Sumpf raus! Viel Glück!

Bauingenieur008 | 18. November 2020 - 15:00

@Stuttgart:
Wow, ich hoffe dass ich nach 8 Jahren einigermaßen dahin komme wo du jetzt bist! Mir gefällt die Arbeit als Bauingenieur sehr! Deshalb kämpfe ich! Schön zu wissen, dass die Arbeit auch dementsprechend nach einigen Jahren entlohnt wird. Vielen Dank! :)

Franke | 18. November 2020 - 14:35

Ich bin gerade auf das Forum gestoßen und habe ein bisschen in den Kommentaren geblättert. Es ist erschreckend, wie viele Ingenieurbüros und die öffentliche Hand uns Bauingenieure mit mittelmäßigen bis schlechten Gehältern versucht zu ködern. Mit 2-3 Jahren Berufserfahrung sind in der freien Wirtschaft 4.500 € bis 6.000 € brutto drin. Darunter sollte man sich nicht abspeisen lassen. Trotz Corona wird noch extrem viel nach Fachleuten gesucht, weil viele in Rente gehen. Ich habe das Gefühl, viel zu hoch kann man sein Einstiegsgehalt gar nicht ansetzen, wenn man realistisch unter 6.000 € bleibt.

Stuttgart | 17. November 2020 - 15:02

@Bauingenieur008:
Die 3.700 € / Monat finde ich auch in Stuttgart wenig mit Masterabschluss. Was dir bleibt ist wechseln oder jedes Jahr ein neues Gehalt verhandeln. Ich habe vor 8 Jahren in Stuttgart mit einem Bachelorabschluss angefangen und 3.500 €/Monat verdient. Inzwischen verdiene ich bei der selben Firma inklusive Prämie 6.800 € / Monat + Firmenwagen.

TragwerksplanerHH | 16. November 2020 - 17:42

@Bauingenieur008:
Nichts für ungut, aber wenn du dich erst mit dem Berufsanfang damit befasst hast ist das halt auch wenig clever. Als Bauingenieur ist auch ein gutes Gehalt möglich, allerdings schwerer zu erreichen als in den anderen Ingenieursbranchen. Falls das jetzt nach der Probezeit nichts wird, nicht den Kopf hängen lassen.

Wer es wirklich will schafft es auch höher zu kommen. Notfalls halt der Jobwechsel. Als Tragwerksplaner ist der Schritt nochmal einen Schritt schwieriger, aber auch hier ist alles möglich, man muss halt auch gut malochen können, von nichts kommt im Bauingenieurwesen leider nichts (Jedenfalls in der Regel). Viel Erfolg bei der Verhandlung, es ist mehr drin, aber übertreiben würde ich es zu Anfang nicht, der Lernfaktor in den ersten beiden Jahren ist wichtiger, danach kannst du anfangen in größeren Sprüngen zu denken. LG

Bauingenieur008 | 15. November 2020 - 11:43

Ich habe meinen Master abgeschlossen und arbeite jetzt in einem Ingenieurbüro in Stuttgart und verdiene 3.700 € Gehalt brutto. Ich bin noch in der Probezeit. Ich hoffe, dass ich nach der Probezeit eine Gehaltserhöhung kriege. Ich hätte gedacht als Bauingenieur bekommt man wirklich ein besseres Gehalt!?

Markus | 13. November 2020 - 21:56

Mich interessiert, was ein Bauingenieur mit 4 Jahren Berufserfahrung in Berlin mit Master (Uni) als Tragwerksplaner so ca. verdienen kann bzw. ob eine Gehaltsvorstellung von 4.500 Euro pro Monat (also ca. 58.000 Euro pro Jahr bei 13 Monatsgehältern) realistisch ist?

Tragwerksplaner NRW | 02. November 2020 - 21:54

Hier mal meine Eckdaten:

  • Masterabschluss Ende 2012
  • Tragwerksplaner im Industriebau
  • Standort NRW
  • 40h/Woche mit Überstundenvergütung
  • Jahresgehalt = 13 x 5.500 = 71.500 €

Hans-Joachim | 31. Oktober 2020 - 15:39

Berufseinstieg Bauleitung (Bachelor): Ich habe in naher Zukunft ein Bewerbungsgespräch (in Niedersachsen) und würde mir daher gerne die Meinungen von diversen Bauleitern anhören. Das Gespräch ist mit einem mittelständischem Unternehmen, ca. 1000 MA. Folgende Fragen habe ich:

  • Wie hoch sollte ich das jährliche Bruttoeinkommen ansetzen?
  • Auf welche Dinge sollte ich achten?
  • Was sollte auf jeden Fall erwähnt werden?
Ich bedanke mich im voraus für die (hoffentlich) vielen Beiträge!

Vermesser | 20. Oktober 2020 - 09:52

Ich arbeite als Vermessungsingenieur in einem kleinem Büro (25 Mitarbeiter), 36 St./Woche und habe 7 Jahre Berufserfahrung. Mich interresiert, wie viel verdient ihr als Vermessungsingenieur?

Reto | 18. September 2020 - 17:04

@StatikerMünchen:
Nach 3 Jahren Erfahrung in München wären für mich 56.000 € Gehalt drinnen. Es gibt Bauingenieure, die mit so einem Gehalt ihren Einstieg (mit Master) machen.

StatikerMünchen | 18. September 2020 - 08:29

Ich komme aus der Slowakei, wo ich den Bachelor (Uni) studiert habe. Dann bin ich nach München gekommen und habe den Master (Uni) studiert. Seit 3,5 Jahren arbeite ich in einem Ingenieurbüro (ca. 40 MA) als Statiker/Tragwerksplaner. Einstiegsgehalt war 3.300 € monatlich (39.600 € Gehalt jährlich) und jetzt bekomme ich 4.150 € monatlich (49.800 € Gehalt jährlich). Ich weiß nicht, wie viel meine Kollegen verdienen, aber ich habe das Gefühl, dass sie mehr als ich verdienen. Glaubt ihr 4.150 € in München mit 3 Jahren Erfahrung ist angemessen? Danke!

Mathegenie? | 08. September 2020 - 20:17

@bauingenieurin:
Was genau möchtest Du uns damit sagen? E12 bedeutet aktuell (TV-L, Entgelttabelle 2020) ca. 70.780 Euro/ Jahr in der Stufe 6, die man nach 21 Jahren längst erreicht hat. Und dieses Gehalt bezieht sich auf 39 Wochenstunden, keine unbezahlten Überstunden?

Wenn Du das mal umrechnest auf 50 h/Woche, hätten es schon gut 90.000 Euro pro Jahr sein müssen (und nicht 75.000), um besser da zu stehen als im öffentlichen Dienst.

bauingenieurin | 08. September 2020 - 06:26

Ich habe jetzt einige beitraege gelesen, nachdem ich zufaellig auf dieses forum gestoßen bin. zu mir: bauingenieurin fh, diplom 1993, seit 1985 in der baubranche, 54 jahre alt, ein jahr (!!!!) elternzeit. mein einstiegsgehalt ist denke ich uninteressant, dafuer umso mehr, was ich zuletzt verdiente: E12 2014 nach 21 jahren berufserfahrung als bauingenieurin im grundbau, deichbau, straßenbau und projektsteuerung, danach bei der DB ebenfalls aehnlich E12 als bezirksleiterin infrastruktur.

Ich bin dann in ein architekturbuero in die bauüberwachung gewechselt und habe 80.000 € Gehalt vereinbart (72.000 € fest plus 8000 € praemie, die mit 3000 € dann auch gezahlt wurde) ueberstunden bis 50 h/ woche, die weder ausgezahlt wurden noch abgefeiert werden konnten. im fruehjahr dieses jahres habe ich mich selbststaendig gemacht, mit 54. mal sehen, was passiert.

Baumaster | 05. September 2020 - 15:01

Ich würde mich über eure Meinung zu meiner Gehaltsvorstellung freuen.

Zu mir:

  • 26 Jahre alt, stehe kurz vor dem Master Abschluss an einer TU
  • seit 1 Jahr als Werkstudent in der Firma in der Bauleitung tätig (BVH hat ca. 10.000 qm Fläche)
  • Projekt- und Bauleitung sind von meinen Fähigkeiten überzeugt und haben das auch so an die Geschäftsführung weitergegeben
  • zum Unternehmen: SF-Bau, Hallenbau, ca. 7.500 MA, 3,5 Mrd. Euro Jahresumsatz
Firmenwagen (BLP ca. 30.000 €) inkl. Privatnutzung (1 %-Regelung), Jahresprämie, Bonuszahlungen werden gezahlt. Überstunden werden nicht bezahlt; Baustelleneinsätze sind meist weiter weg vom Wohnsitz, das wird gesondert vergütet.

Ich stelle mir ein Jahresgrundgehalt von 58.000 € inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld vor; Prämien, Sondervergütungen wie Spesen etc. nicht einberechnet. Ist das realistisch? Vielen Dank!

ejjjj | 05. September 2020 - 07:47

Ich konnte nun noch einmal einen Gehaltssprung erreichen. Verdiene nun mit 27 Jahren und 5 Jahren Berufserfahrung als Bauleiter im Tief- und Straßenbau ein monatliches Fixum von 6000 €. Was mich aber viel mehr freut, ist meine hohe Variable, welche an den Baustellenergebnissen gemessen wird. Hier steht die aktuelle Prognose bei 23.000 €. Zusammen sind das 6 x 12 = 72.000 EUR Gehalt fix und 23.000 EUR variabel = 100.000 EUR. Ich denke für mein Alter ist das ein sehr sehr ordentlicher Lohnzettel.

Grundler | 04. September 2020 - 18:33

@Student:
Zitat: "Ich denke mit harter Arbeit und Menschenkenntnis ist mehr möglich als die durchschnittlichen 50.000-60.000 EUR Gehalt."

>> Absolut richtig. Ich bin mit mittelmäßiger Arbeit und Menschenkenntniss bei knapp 60.000 Euro. Also klar, da ist Luft nach oben ABER: Mit harter Arbeit und Menschenkenntnis steht man in anderen Branchen eben nicht bei 70.000 EUR Gehalt, sondern bei 90.000 EUR.

Peter | 04. September 2020 - 10:54

@Bauer123:
Ich würde das grundsätzlich im Bereich Kalkulator / Bauleiter einordnen. Aber sehr wichtig dabei sind die Details, wie bei allen anderen Tätigkeitsbereichen auch: arbeitet man selbständig und trägt Verantwortung, dem gegenüber würde z. B. stehen, dass man eher zuarbeitet und letztendlich eine andere Person verantwortet usw.

Letzteres kann gerade zu Beginn der Fall sein, da man meiner Meinung speziell im Bereich Nachtragsbearbeitung eine gewisse Erfahrung benötigt, sowohl aus den Tätigkeitsfeldern der Bauleitung (z. B. um Ursachen/Begründungen der NT erkennen/darlegen können) und Kalkulation (um die Ursachen >> Folgen kostenmäßig schlüssig darzustellen und vor allem "gut" verkaufen zu können). Interessant ist es sicherlich, wenn Du berichtest wie es gelaufen ist.

bauing45 | 04. September 2020 - 09:29

Mich interessiert, wie die allgemeine Einschätzung zu den Tariflohngruppen 5 bis 7 für Bauingenieure ist?

Kalkulator89 | 01. September 2020 - 16:45

@Alle:
Ich würde mich auf eure Schätzungen auch freuen! Im September 2014 bin ich als Bauingenieur nach Deutschland gekommen, um mein Master-Studium fortzusetzen. Im Dezember 2017 habe ich mein Studium mit Vertiefung Wasserbau (Programm war auf Englisch) abgeschlossen. Während meines Studiums habe ich zwei Praktika (im Bereich Hochbau) bei zwei sehr renommierten Firmen in den Bereichen Energieversorgung und Automobilindustrie gemacht.

Danach bin ich direkt bei einer großen Firma (mehr als 10.000 Mitarbeiter) in Baden-Württemberg eingestiegen. Seit 2018 bin ich als Kalkulator (Rohbau) beschäftigt und verdiene ich ca. 50.000 € Gehalt inkl. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sowie Einmalzahlung. D.h. Basis sind 3.852 € Gehalt monatlich. Wie findet ihr das?

Student | 27. August 2020 - 12:19

Ich bin im Master angelangt und habe mich leider erst viel zu spät mit dem Thema Gehalt auseinandergesetzt, da mir ca. jeder in der Schule erzählt hat, wie gut das Gehalt als Bauingenieur doch ist. Das Studium an der TU war für mich hart, allerdings habe ich einen guten Bezug dazu gefunden und freue mich auf die Praxis. Mir ist bewusst, dass ich die ersten Jahre sicher 60 h ackern werde.

Ich weiß es ist viel Stress, aber für jemanden der eine geringe Mathe-Begabung hat, war das Studium mit 7-Tage Lernwochen auch nicht grade ein Zuckerschlecken. Ich bin halt eher eine Arbeitsbiene als ein "Seher". Durch die - aus meiner Sicht - hohe Sozialkompetenz, die sich in meinem Lebenslauf auch widerspiegelt, erhoffe ich mir dennoch eines Tages, nach dem Erlernen der Basics in der Bauleitung in höheren Aufgaben (Abteilungsleiter etc., mit Personalverantwortung) tätig zu sein.

Als Einstiegsgehalt für die Bauleitung werde ich denke ich mal 50.000 EUR Gehalt nennen. Gut? Oder sollte ich lieber mit TU Abschluss im konstruktiven Ingenieurbau (wird ca bei 2.0 liegen) höher angreifen? Werde es bei Konzernen versuchen, daher denke ich, dass die Einschätzung realistisch ist.

Bitte gerne darauf antworten! Übrigens freut es mich anders als andere hier auch mal Kommentare zu sehen, in denen Menschen "viel" verdienen (Ich denke der Großteil von denen schaut aber auch nicht in dieses Forum ;). Das gibt mir persönlich Motivation, meinen Traumberuf auch voll ausschöpfen zu können. Ich denke mit harter Arbeit und Menschenkenntnis ist mehr möglich als die durchschnittlichen 50.000-60.000 EUR Gehalt.

Zerstört gerne meine Ansicht, ich werde es trotzdem versuchen. Wenn nicht habe ich halt nur einen Job, der mir gefällt und das Gehalt reicht zum Überleben. Eine Familie wird man ernähren können, meine Mutter hat das mit ihrem schlechtem Physio-Gehalt für zwei Söhne auch gewuppt. Peace Out, ein trotz aller negativer Kritik immer hoffnungsvoller Bauingenieur!

Bau-Manager007 | 26. August 2020 - 17:04

10 Länder mit den höchsten Gehältern für Bauingenieure: Nr. 8 Deutschland (u. hinter China) Durchschnittsgehalt - 68.000 US-Dollar. Bauingenieure in Deutschland verdienen zwischen 3.700 und 6.000 Euro pro Monat. Einsteiger verdienen 3.000 €, Absolventen mit einem Master-Abschluss 4.000 €. Nr. 1 Schweiz, aber bewertet - die weit höheren Landes-Kosten.

https://naibuzz.com/10-countries-with-the...

PS: Claim Management im IPA-, Lean-; Scrum-,... bis Digitalen-KI-4.0 -Planen und Bauen-Zeitalter? ist und war: Freunde zahlen aber Feinde nicht.

Bauer123 | 24. August 2020 - 11:51

Hat niemand eine Einschätzung zu meiner unten stehenden Frage? (Bauer123 | 19. August 2020 - 10:25) Ich werde mitteilen, was sich ergibt, in 10 Tagen ist das Gespräch.

Bauleiter991 | 21. August 2020 - 20:41

@ALE:
In diesem Beitrag geht es doch darum, wie viel ein Bauingenieur verdient. Mein Tätigkeitsbereich liegt immer noch in der Bauleitung und ein Teil Vertrieb, deswegen ist es mir schleierhaft, warum mein Kommentar so daneben ist. In diesem Forum wird so oft negativ über das Gehalt geschrieben, jedoch ist dies einfach falsch. Bei uns ist ein Einstiegsgehalt von 50.000 EUR mit Master-Abschluss normal und bei vielen anderen Betrieben auch.

@Reis:
Ja ich sehe mich fleißiger und einsatzbereiter als andere Bauingenieure, aber es gibt auch wesentlich kompetentere Leute als mich. Es ist doch wie in jedem anderen Beruf auch, wer Leistung zeigt wird besser bezahlt als der Arbeitskollege, der weniger Leistung zeigt. Der Gehaltsunterschied zu anderen Ingenieuren ist auch nicht mehr so groß wie früher.

ALE | 21. August 2020 - 17:42

@Bauleiter991:
Dein Kommentar ist total daneben, sorry! Wir reden hier vom Bauingenieurgehalt und nicht über das Gehalt der Geschäftsführung (Prokurist)! Könntest du uns bitte verraten, was die "normalen" Bauingenieure in ihrem Unternehmen verdienen? Ich bin mal gespannt.

Reis | 21. August 2020 - 15:25

@Bauleiter991:
Siehst du dich als deutlich fleißiger und einsatzbereiter als die anderen Bauingenieure? Wenn ja, dann Glückwunsch, dass du es bist. Wieso setzt man aber denn so oft voraus, dass man fleißiger und einsatzbereiter sein muss(!), um gutes Geld zu verdienen? Reicht es nicht aus, einfach nur gut zu sein? Ich rede nicht mal von schlecht. Im Vergleich zu den High-Potentials anderer Ingenieure ist das Gehalt dann nämlich wieder unterdurchschnittlich.

Und wenn du nicht fleißiger und einsatzfreudiger bist als die anderen, warum erwähnst du es dann. Nichtdestotrotz, dein Gehalt ist gut und als Bauingenieur sehr gut. Liegt es am Stahlbau, an deinen außerordentlichen Leistungen? Da kenne ich mich nicht so aus? Aber okay.

Bauleiter991 | 21. August 2020 - 11:09

Hallo liebe Kollegen, die negative Einstellung gegenüber unserem Beruf kann ich nicht nachvollziehen. Mit genug Einsatzbereitschaft und Fleiß kommt man auch als Bauingenieur zu einem guten Gehalt. Ich arbeite seit 25 Jahren als Bauingenieur und bin mittlerweile bei einem Gehalt von 135.000 Euro angekommen, was sich alle 2 Jahre erhöht - inklusive Firmenwagen. Natürlich auch mit viel Personal und Projektverantwortung.

Ich bin mittlerweile als Prokurist bei einem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern (Richtung Stahlbau) angestellt. Mein jetziges Gehalt liegt bei 103.000 Euro plus Firmenwagen und einem Bonus gegen Ende des Jahres. Mit Bonus komme ich auf dann auf die ca. 135.000 Euro Gehalt. Tendenz steigend.

Bauer123 | 19. August 2020 - 10:25

Meine Frage bezieht sich auf das Gehalt im Bereich Claim Management, Nachtragsbearbeitung, Nachtragsabwehr etc. Ich habe die Möglichkeit auf 40 h Basis in eine Firma mit ca. 40 Angestellten einzusteigen. Sitz in der Mitte Deutschlands. Ich bringe ca 2 Jahre Erfahrung in diesem Bereich mit, allerdings als Werkstudent. Sucht man nach Gehältern, gestaltet sich dies recht schwierig, von / bis. Ehemalige Kollegen möchte ich ungern auf Ihr Gehalt ansprechen.

Daher die Bitte / Frage an EUCH - in welchem Bereich könnte sich das Gehalt bewegen bzw. mit welcher (häufiger zu findenden) Stellenbeschreibung lässt sich das Gehalt in etwa vergleichen?

TMBAUIN | 18. August 2020 - 11:24

@uleu:
Viel zu wenig! Klar, man verdient als Tragwerksplanerin weniger aber nicht so extrem. Schau dich mal in den Konzernen um. Da steigst du mit deinem Lebenslauf bei 50.000 € bis 57.000 € Gehalt ein. Oder schau mal im Öffentlichen Dienst, da wirst du auch mit E11-E13 eingestuft.

Ing.enieur | 15. August 2020 - 13:54

Ich gebe hier auch mal meinen Kommentar ab: ich bin 28 Jahre, M.Sc. und habe im September 2018 abgeschlossen. Habe Ende 2018 bei einem Ingenieurbüro mit 100 MA für Baustofftechnologie und Betoninstandsetzung angefangen, 42 h Wochenarbeitszeit, 25 Tage Urlaub, kein Überstundenkonto, Firmenwagen, 3.100 € + Prämie, Netto 1850 € Gehalt im Monat.

Nach 1,5 Jahren gewechselt, Ingenieurbüro mit 300 MA, Bauwerksdiagnostik, Monitoring, SFI, 4.200 €/p.m. 27 Tage Urlaub, 40 h Woche, Überstundenkonto, Firmenwagen, 2 Tage Homeoffice, Wegzeit = Arbeitszeit.

Lasst euch nicht verarschen, ich war nach dem Studium einfach zu unsicher, um mich angemessen zu verkaufen. Wenn man euch ausbeuten will, werdet ihr nach kürzester Zeit unzufrieden sein.

HansWurst | 13. August 2020 - 12:14

@uleu:
Aktuelle Einstiegsgehälter sind nach Tarifvertrag, je nach Bachelor / Master / Uni / FH:

  • A5: 48.912,60 € Bachelor
  • A6: 54.296,55 € Master FH
  • A7: 59.956,60 € Master Uni
Die Realität sieht natürlich immer etwas anders aus, aber alles unter 49.000 € ist natürlich ein Witz.

egal | 13. August 2020 - 09:29

@uleu:
Weitersuchen, was willst du da? Unter 45.000 EUR Gehalt + bezahlte Überstunden würde ich mit deinen Angaben nicht anfangen. Egal wo du jetzt wohnst. Die lernen es halt nicht. Beim nächsten mal einfach das Bewerbungsgespräch abbrechen und rausgehen.

Einem Kollegen wurde mal vorgehalten, warum er so unschlüssig ist. Hat Konstrunktiven Ingenieurbau und Wirtschaftsingenieurwesen nahezu geleichzeitig und fast in Regelstudienzeit abgeschlossen. Wollten auch keine 45.000 EUR bezahlen. Am Ende ist er mit 51.000 EUR eingestiegen. Geduld und solche Unternehmen, wie von dir beschrieben, meiden und denen das auch klar mitteilen.

Michael | 12. August 2020 - 23:29

Die Gehälter in Ingenieurbüros als Angestellter sind durchaus üblich, aber trotzdem lächerlich. Einstiegsgehälter als Ingenieur in der Industrie ab 50.000 € bei 35 Wochenstunden. Dazu die wesentlich besseren Perspektiven. Mit 10 Jahren Berufserfahrung und Gruppenleiterposten sind dort über 100.000 € kein Problem.

Etwas besser sieht es in der Bauindustrie (Baufirma) aus. Da liegen die Gehälter höher als in Ingenieurbüros. Dafür sind 50 Wochenstunden durchaus üblich. Dafür gibt es aber meist einen Dienstwagen. Wenn die Möglichkeit besteht noch ein Zweitstudium o.ä. und raus aus der Baubranche. Ich fahre jetzt Lkw und bin endlich glücklich und verdiene weit mehr als 2.700 Euro!

uleu | 11. August 2020 - 15:49

Ich würde mich auch über Einschätzungen freuen! Zu mir: M.Sc. mit der Abschlussnote 1.3, ein sehr gutes Arbeitszeugnis meiner Werkstudententätigkeit und in Regelstudienzeit studiert.

Ich habe mir als Einstiegsgehalt als Tragwerksplaner einfach mal 50.000 € Gehalt angesetzt - mindestens haben wollte ich aber schon 3.700 € Gehalt pro Monat. Tja, und was habe ich nun für Angebote:

  • 1. 39.000 € Gehalt im Jahr ohne bezahlte Überstunden, auch kein Abfeiern möglich, nach einem halben Jahr dann evtl. 42.000 € Gehalt
  • 2. 39.000 € Gehalt im Jahr, bezahlte Überstunden
Das ist jetzt beides nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Insbesondere, da ich zum jetzigen Standpunkt im öffentlichen Dienst mehr verdienen würde.

Was ist eure Einschätzung? Normal?

Robert | 11. August 2020 - 14:47

Ich strebe nach meinem Abschluss den Einstieg in der Bauleitung bei einem Konzern an. Habe keine Erfahrungen und würde mich wahrscheinlich als Trainee bewerben. Bekomme ich beim Konzern mit einem Masterabschluss im Traineeprogramm auch automatisch A6 als Gehalt?

BauINGSB | 05. August 2020 - 13:45

@DualerStudent:
Das Gehalt was du anstrebst finde ich gut. A6 kriegt man in einem Konzern automatisch mit einem Masterabschluss (UNI) oder mit der jeweiligen Berufserfahrung und ich finde die hast du erfüllt. Daher bleib bei deiner Vorstellung und verkauf dich nicht unterm Wert - vorallem bei der aktuellen Baulage.

Theo | 05. August 2020 - 13:37

Ich verdiene in einem Konzern mit Unimaster Schluss 62.300 EUR Gehalt. Während dem Studium habe ich schon nebenbei dort gearbeitet.

Vince | 25. Juli 2020 - 16:42

Ich habe mal eine Frage an euch: Ist jemand hier in der Fertighaus-Branche tätig? Zufällig auch im Osten der Republik? Wie erstrecken sich da die Gehälter als Bauleiter? Erfahrung als Bauleiter 10 Jahre und Projekte bis 6 Millionen. Ich brauche da mal ein Anhaltspunkt Spanne von - bis. Danke!

Reto | 24. Juli 2020 - 16:36

@Dualer Student:
Dein verlangtes Gehalt ist für mich völlig in Ordnung, da du überdurchschnittlich viel arbeiten wirst (43 Std.). Für 38-39 wäre es doch zu hoch gepokert. Ich würde mich für nichts unter 54.000 € Gehalt (auch als Einstiegsgehalt) für so eine Stelle verkaufen. Wer im Jahr 2020 mit Master Studium im Bauingenieurwesen mit weniger als 50.000 € einsteigt ist selber schuld!

FGSaar | 22. Juli 2020 - 09:40

Bauleitung ist ein diffuser Bereich. Als Orientierung fürs Gehalt ist, glaube ich, sowohl der TVÖD als auch der Bautarif ganz brauchbar. Wenn über diesen Tarif (höhere Stufen) bezahlt wird, wirst du dir die Frage anhören müssen: Warum sollen wir Ihnen mehr bezahlen, was bringen Sie uns mehr?

Üblicherweise werden Bauleiter an Ihren Baustellen gemessen (Abrechnung muss plus sein). Als Bauleiter hat man keinen Einfluss auf das Angebot, nur Einfluss auf die Abrechnung. Also, wer die Griffel am Besten spitzt, Nachträge und Sondervorschläge zur Ausführung (die dem AG Geld sparen) produziert und seine Baustellen mit positivem Ergebnis abrechnet, wird auch über der Tarifgruppe bezahlt, weil er sich bezahlt macht.

Gerd | 21. Juli 2020 - 13:36

@Dualer Student:
Ich habe leider die Befürchtung, dass 57.000 € Gehalt zu hoch angesetzt sind. Würde mich wirklich interessieren, was der Arbeitgeber sagt, wenn du mit solch einer Summe kommst. Kommt dann auch noch darauf an, in welchem Bereich. Im Planungsbüro denke ich ist die Summe utopisch. In der Bauleitung wohl eher. Dann aber sicherlich um die 50.000 € für dich mit solchen Vorkenntnissen. Dann kommst du aber schon sehr gut weg damit.

Dualer Student | 14. Juli 2020 - 18:46

Ich würde gern wissen, ob meine Gehaltsvorstellung realistisch ist: 27 Jahre, Duales Studium Bauingenieur, Ausbildung in der Ausführungsplanung vor Studium abgeschlossen. Durch Ausbildung und duales Studium schon viel Erfahrung in der Ausführungsplanung. Ich durchlaufe viele Abteilungen und war auch einige Wochen nahezu eigenständig als Bauleiter eingesetzt (Sondersituation).

Die Firma hat über 7.500 Mitarbeiter, Umsatz über 3,5 Milliarden EUR, Bundesland BaWü, 43 Std. Woche (+7,5 % Gehalt) und Gewinnbeteiligung (derzeit 6,5 %). Ich stelle mir 57.300 EUR als Einstiegsgehalt vor, orientiert an A6. Bauleitung erfolgt dort für alle Gewerke. Firmenwagen 1 % + Privatnutzung (27.000 EUR). Was sagt ihr?

Richard | 14. Juli 2020 - 08:57

Um das Thema Gehalt für Bauingenieure kurz und knapp zusammenzufassen, möge sich doch jeder mal den ASIA-Tarif für Ingenieure eines Planungsbüros anschauen: Für 2019 wird nach der Einstufung in Gruppe T5 ab dem 5. Jahr in einer teuren Ortsgruppe ca. 54.000 € angegeben. Um das jetzt kurz zu erläutern. Bis man in Gruppe T5 kommt (gemäss Tarifbeschreibung: Angestellte mit besonderen Fachkenntnissen und Erfahrungen) benötigt man sicherlich 1-5 Jahre, um diese Anforderungen zu erfüllen. Nach der Eingliederung in T5 benötigt man dann noch weitere 5 Jahre, um die sagenhafte Summe von 54.000 € zu verdienen. Das dann in teureren Gegenden. Ausserhalb von Städten sind es dann Ortsgruppe 1 mit noch schlechteren Bezügen.

Fazit: Wer also Bauingenieur werden will und nach 10 Jahren verantwortungsvoller Tätigkeit und anspruchsvollem Studium mit (wenn überhaupt) 54.000 € zufrieden ist, soll es doch werden, sich dann aber bitte nicht über das Gehalt beschweren. Was in Deutschland nach den Steuern davon übrig bleibt, ist bekannt. Derjenige soll sich damit dann mal in München, Berlin oder Frankfurt ein schönes finanzielles Leben aufbauen, eventuell noch mit Familie. Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? Antwort: NEIN

Egal | 10. Juli 2020 - 11:54

Im Moment sind die Aussichten für Bauingenieure ganz gut. Ich denke, dass bei den meisten nach ca. 5 Jahren auch ca. 60.000 EUR (+- 5.000 EUR) rausspringen sollten. Zumindest im Süden und Westen bzw. in Ballungsräumen. Trotzdem ist der Vergleich zu anderen Branchen immer noch gewaltig. Auch was das Arbeitspensum bzw. die Verantwortung betrifft. Ich persönlich kann von meinem Umfeld bestätigen, dass Gehälter über 70.000 EUR (auch nach 3 Jahren) möglich sind. Entsprechend muss man sich da aber auch reinhängen bzw. auch bisschen Glück haben.

Die 70.000 EUR auf der Baustelle entsprechen allerdings ca. 56.000 EUR im Büro - aufgrund des deutlich höheren Arbeitspensums. Das sollte auch beachtet werden.

Ich bin mittlerweile mit 6 Jahren Berufserfahrung bei 60.000 EUR als TWP + Opl. (ca. 41 h Woche im Schnitt). Hatte auch schon Angebote über 70.000 EUR in der Planung als PL mit Personalverantwortung. Also mit deutlich mehr Verantwortung und Stress (wahrscheinlich eher 50 h Woche). Daher lehne ich diese Angebote ab. Die Arbeitsbedingungen bei meiner aktuellen Firma sind außerdem so gut, dass ich nicht wechseln will.

Es sind also keine allzu schlechten Zeiten für Bauingenieure. Leute werden gesucht. Das schlägt sich leider nur geringfügig auf die Bezahlung nieder. Aber zumindest findet ein Umdenken statt. Und ja: jetzt kann man Forderungen stellen. Allerdings 85.000 EUR bei einer 35 h Woche und minimaler Verantwortung gibt es hier nicht und wird es niemals geben. Solange wir dieses Vergabesystem haben, wird sich da auch nichts dran ändern.

Hoher Stressfaktor, viel Verantwortung und dafür moderate Bezahlung. Ich würde es wahrscheinlich nicht nochmal studieren, obwohl es durchaus Spaß macht. Und: Ich will gar nicht wissen, wie es aussieht in schlechteren Zeiten (kein Monster BOOM).

BauBob | 09. Juli 2020 - 07:57

@Tom | 07. Juli 2020:
Das hat nichts mit "Überperformer" zu tun. Warum soll man Leuten, die hier den Thread lesen, nur die Negativ-Beispiele vorstellen? Genauso gut kann man ja auch darstellen, was in unserem Beruf hinsichtlich Gehalt für Möglichkeiten bestehen.

Tom | 07. Juli 2020 - 19:30

@BauBob:
In diesem Form geht es um das Thema: Gehalt für Bauingenieure. Nicht um einen tollen abwechslungsreichen Job. Einfach Geld. Und da ist es richtig dieses schlecht zu reden. Aus einem ganz einfachen Grund. Weil es im Verhältnis zur Ausbildung und Verantwortung schlicht und ergreifend schlecht ist. Es schreiben ja nicht umsonst überproportional viele über die Probleme bei der Vergütung. Wie du nach 3 Jahren 70.000 € verdienst, ist mir persönlich ein Rätsel. Wieviele Baustellen wickelt man in 3 Jahren ab, um so zu verdienen?! Du musst im Gegensatz zu allen anderen der absolute Überperformer sein. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Aus meinem Jahrgang (Abschluss 2014) ist mir niemand bekannt, der nach 3 Jahren auch nur annähernd so verdient. Sei es drum. Soll sich jeder im Internet schlau machen und die Foren, Statistiken und Gehälter von Bauingenieuren bei Google suchen. Solche Angaben findet man leider nicht.

Zu mir: Bauleitung Konzern, 6 Jahre Erfahrung, 60.000 € Gehalt bei 50 h Arbeit. Viel Arbeit, viel Verantwortung, viel Stress, wenig Geld. Das ist leider der Alltag für die Allermeisten auf dem Bau, die studiert haben. Da helfen auch keine Überperformer, die darüber hinwegtäuschen.

BauBob | 02. Juli 2020 - 09:03

Ich finde es nicht richtig, dass der Beruf des Bauingenieurs hier so "schlecht" geredet wird. Ich glaube kaum ein Beruf ist so vielseitig wie der des Bauingenieurs! Natürlich muss man dafür geboren sein, es gibt keinen festen Tagesablauf, oftmals ist sehr viel Flexibilität gefragt.

Kurz zu mir: Ich bin 27 Jahre, Abschluss Master FH. Nach mittlerweile 3 Jahren Berufserfahrung in einem mittelständischen Bauunternehmen habe ich 70.000 Euro Jahresgehalt bei 13 vollen Monatsgehältern - zuzüglich Urlaubsgeld. Darüber hinaus Firmenwagen mit Privatnutzung, 30 Tage Urlaub und bei Auswärtstätigkeit gibt es noch Auslöse obendrauf. Angefangen habe ich vor drei Jahren etwas über Tarif und mich dann Jahr für Jahr verbessert. Es hat jeder selbst in der Hand!

Schotterigel | 01. Juli 2020 - 10:10

@Jan:
Falsches Gewerk? Im Bahnbau sind bei 7 Jahren Erfahrung 70.000€ + mit Firmenwagen mit Privatnutzung absolut üblich (BW). Allerdings sind diese Baustellen oft am Wochenende (wofür es wiederum Zuschläge gibt). Wobei ich von einer Rezession am Bau auch noch nichts gehört habe.

Jan | 30. Juni 2020 - 10:25

Alle schreien nach Ingenieuren und dass man keine Fachkräfte mehr bekommt, der Bau boomt (bzw. boomte) und man bewirbt sich. Die Vorstellungsgespräche sind leicht zu ergattern. Bau GU, Ingenieurbüro, Bauunternehmer. Man hat das Gefühl gebraucht zu werden und dass man sich die Stelle eigentlich nur aussuchen muss. Gut und schön, dann kommen aber die ersten Angebote bzw. Gehaltsverhandlungen. Alle um die 42.000 EUR bis 50.000 EUR Gehalt für einen Bauingenieur mit Bauleitungserfahrung auf einer Großbaustelle von über 100 Mio. € und 7 Jahr Berufserfahrung.

Natürlich wird für solch ein fürstliches Gehalt zum Teil noch Flexibilität und unbezahlte Überstunden gefordert. Und Dienstwagen OHNE private Nutzung. Ich weiß nicht, für mich tönt die Stöhnerei nach dem "Fachkräftemangel" nach richtiger Propaganda. Oder wer erklärt mir das Phänomen, der stagnierenden und schlechten Ingenieurgehälter auf dem Bau, obwohl solch ein Mangel herrscht - den gibt es nicht! Andernfalls würden ja die Preise (in dem Fall die Gehälter) steigen, wie in jeder anderen Marktwirtschaft auch, nur nicht auf dem Bau, da dann irgendwie nicht.

Andere Ingenieurbranchen bekommen sowas zum Einstieg, nicht der Bauingenieur. Der lässt sich schön unter dem Tisch ziehen. Ich glaube, mit dem ganzen Gejammer versuchen alle noch mehr Leute ins Bauingenieur-Studium zu drücken. Das Ergebnis sieht man ja. Angebote wo andere Ingenieure nur lachen und sich fragen, wer dann sowas mit sich machen lässt. Bauingenieure gibt es anscheinend genug um sowas zu veranstalten. Und jetzt kommt Corona und die Rezession. Gute Nacht allen anderen Bauingenieuren.

BauIngNrw | 29. Juni 2020 - 01:12

Ich habe über mehrere Jahre sehr viele Beiträge hier in dem Forum gelesen und war anfangs ein bisschen verzweifelt, weil ich die Befürchtung hatte, die falsche Branche gewählt zu haben. Aber jetzt denke ich alles doch irgendwie richtig gemacht zu haben bzw. dass ich das Glück hatte, bei einem vernünftigen Arbeitgeber angefangen zu haben, der die Arbeit seiner Mitarbeiter schätzt und entsprechend vergütet. Anbei meine berufliche Entwicklung (Bauleitung, über 100 MA im Bauunternehmen inkl. Gewerbliche):

  • im Jahr 2015 mit 23 Jahren, Einstiegsgehalt als Bauleiter ohne Projektverantwortung 39.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, keine Sonderzahlung, in Summe ca. 42.600 EUR Jahresbrutto
  • Uni-Abschluss B.Sc. Bauingenieurwesen im Jahr 2016, Jahresgehalt 42.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, eine kleine Sonderzahlung, in Summe ca. 48.600 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2017, Jahresgehalt 46.200 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 50 bis 60 h die Woche, eine große Boni, in Summe ca. 62.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2018, Jahresgehalt 54.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 45 bis 55 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 82.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2019, Jahresgehalt 66.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 98.400 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2020, Jahresgehalt 75.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, in Summe ca. 81.600 EUR Jahresbrutto + Boni
Bitte lasst euch nicht weiter ausnutzen für vergleichsweise geringe Bezahlung, sprecht mit euren Kollegen offen über eure Gehälter und hört euch auch mal bei anderen rum!

Bauingenieure sind sehr knapp auf dem Markt, macht es euch zu eurem Vorteil, wenn die nächste Gehaltsverhandlung ansteht! Vor allem junge Bauingenieure können sehr viel rausholen, weil das Durchschnittsalter in vielen Betrieben in Richtung 50 Jahren geht. Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Verhandlung bzw. Arbeitgeberwechsel.

Civileng | 27. Juni 2020 - 09:40

Nach dem ich im April 2020 hier im Forum nach einer entsprechenden Gehaltsvorstellung gefragt habe, bin ich im neuen Job sehr glücklich. Zu mir:

  • keine Erfahrung, frisch aus der Uni
  • Einstieg als Bauleiter
  • Dienstwagen
  • monatlich 3.800 EUR Brutto + 13. Gehalt + angeblich Prämienzahlung am Ende des Jahres
  • ich arbeite ca. 40 - 43 Std. pro Woche
Ich denke, es ist ein sehr gutes Einstiegsgehalt. Was denkt ihr?

Marco | 25. Juni 2020 - 14:01

@Frank:
Genau so. Ganz genau so war es bei mir. Gleiches Alter, fast gleiches Gehalt, gleiche Arbeit und genau das gleiche Gefühl. Ausnahme, mein Auto durfte ich uneingeschränkt privat nutzen und meine Bekannten in den Konzernen verdienten "nur" 70.000 bis 80.000 EUR bei realen 39-40 Stunden.

Mit einem etwas anderen Auftreten hätte ich zwar noch auf die 60.000 bis 65.000 EUR Gehalt kommen können. Ich habe auch viele Fehler gemacht. Aber sei es drum. Ich habe dann deine Idee in die Tat umgesetzt und schiebe derzeit eine ruhige Kugel bei einer Behörde. Nicht falsch verstehen, ich muss da auch arbeiten und Leistung bringen. Die Arbeitsweise ist aber gemütlich und nahezu stressfrei. Lustigerweise empfinden es nur jene Kollegen und ich, die von der Baustelle kommen als stressfrei. :D

Ich komme jetzt ausgeruht nach Hause und kann Zeit mit Freunden und Familie verbringen und sogar ehrenamtlich arbeiten. Gehalt war bei mir unwesentlich geringer, Stundenlohn und Lebensqualität ist erheblich gestiegen. Für mich hat es sich gelohnt.

Unbekannter | 24. Juni 2020 - 19:12

Nachdem ich hier viele Eindrücke gewinnen konnte, möchte ich hier auch mal meine Meinung und Situation teilen: Ich persönlich würde die Bauleitung nur einige Jahre nach dem Studium der Erfahrung wegen antreten und dann schnell wechseln. Ich habe kein Problem damit, in meinem jungen Alter viel zu arbeiten, aber nur als Investition. Ich werde als Trainee mit 49.ooo EUR Gehalt einsteigen, möglicherweise noch mehr durch die aktuelle Bautarifrunde - da ich keine Projektverantwortung haben werde, ist das in Ordnung.

Als Werkstudent der Bauleitung bekam ich mit der Zeit schon gut mit, wie es läuft und arbeite auch gerne länger, da ich die Stunden bezahlt kriegte, aber wenn ich die Angestellten sehe, verstehe ich nicht, warum man sich das auf Dauer antut. Und das meine ich nicht abfällig, mein Team war menschlich wirklich klasse und kompetent. Ich würde die Bauleitung nur jemanden empfehlen, dessen Leidenschaft es ist. Es sind mir vor allem vier Punkte aufgefallen:

  • Man fährt lange zur Baustelle
  • Man leistet auf dieser Baustelle viele Arbeitsstunden
  • Hat Verantwortung und Druck
  • Und kriegt im Vergleich wenig Gehalt.
Aber jedem das Seine, für mich wäre das nichts auf Dauer. Durch mein Studium bin ich etwas breiter aufgestellt und werde dann später kaufmännisch / rechtlich eingesetzt. Gehaltssteigerungen sind abzusehen oder es geht dann ins Ref. / Vorbereitungsdienst als Beamter.

Frank | 24. Juni 2020 - 13:54

Ich habe es aufgegeben und die komplette Motivation verloren. Ich bin Bauleiter, 32 Jahre, 50+ Stundenwoche. Man leitet eine 24 Mio. Baustelle bei einem Konzern und wird für eine 2. grade neu eingeteilt, hat Verantwortung für die Sicherheit, Kosten und Termin, hat Druck und nie Ruhe. Dafür dann 54.000 EUR Gehalt und einen Dienstwagen (Seat), welcher für private Kilometer auch noch abgerechnet werden muss.

Wenn man dann hört, dass einer seiner Freunde, die auch noch jünger sind, in die Inhouseberatung eines Konzerns wechseln und dort um die 100.000 EUR + Dienstwagen (Audi A6 - Klasse) verdienen, frage ich mich warum ich nicht auch BWL studiert habe, anstatt Bauingenieur zu werden.

Warum tue ich mir sowas eigentlich an?! Ich überlege gerade, ob ich mir nicht einfach irgendwo im Amt die Beine in den Bauch sitze und ähnlich verdiene wie jetzt. Leute, wir werden hier einfach nur ausgenutzt. Lasst den Bauingenieur sein, geht auf BWL, Recht oder sonst etwas. Ich für meinen Teil, habe die Lektion gelernt und was es heiẞt in der falschen Branche "aufgewacht" zu sein. Das ist schon frustrierend.

Pille | 19. Juni 2020 - 21:21

Ich möchte auch kurz meinen Senf dazu geben: Abschluss Bachelor an einer FH, ich bin direkt in den öffentlichen Dienst gegangen, Einstiegsgehalt ca. 3100 EUR brutto. Jetzt nach 3 Jahren ca. 4100 EUR Gehalt Brutto + eine jährliche Sonderzahlung von 80% eines Monatsgehalts (Weihnachtsgeld). Am Jahresende also ca. 53000 EUR brutto. Bin bei einem Großprojekt eingesetzt und sitze direkt auf der Baustelle. Kriege daher auch viel aus der Praxis mit.

Ich überlege aktuell aber doch zu einem Bauunternehmen in die Bauleitung zu wechseln, um noch etwas näher an die Praxis zu kommen und weil mich dieses Aufgabenfeld reizt. Nun bin ich mir unsicher, ob ich die Vorteile des öffentlichen Dienstes (z.B. Zeitausgleich von Überstunden --> dadurch letztes Jahr 15 zusätzliche freie Tage) aufgeben soll. Wenn ich die Beiträge richtig gelesen habe, habe ich als Bauleiter nicht übermäßig mehr in der Tasche am Monatsende!? Wie ist eure Meinung?

BauingAA | 19. Juni 2020 - 11:02

@Joe1108:
Von einem guten Freund weiß ich, dass die Schwarz-Gruppe Bauingenieuren mit Master und etwas Berufserfahrung 66.000 EUR als Einstiegsgehalt zahlt.

joe1108 | 16. Juni 2020 - 16:56

Ich überlege mir einen Wechsel von einem mittelständischen Bauunternehmen in die Bauabteilung eines großen Einzelhändlers. Jedoch ist mir nicht klar, welcher Tarifvertrag hier zählt, um mich einordnen zu können. Weiß hier jemand Bescheid? Die Arbeitsstelle ist in Baden-Württemberg und ich habe 20 Jahre Berufserfahrung.

Marco | 15. Juni 2020 - 16:53

Bei mir: Abschluss 2012, 25 Jahre alt, als Bachelor Bauingenieur und Einstieg im Projektmanagement / Projektsteuerung mit 42.000 EUR / Jahr (inkl. kleine Prämie + 13. Gehalt). Inzwischen verdiene ich bei der selben Firma knapp über 80.000 EUR (inkl. Prämie, kein 13. Gehalt mehr) + Firmenwagen. Arbeitszeit beträgt im Schnitt ca. 45 Stunden/Woche, Urlaub 30 Tage, Überstunden werden nicht vergütet und können nicht abgefeiert werden.

Nachdem ich hier nun schon viel mitgelesen habe, fällt doch auf, wie unterschiedlich die Gehälter sind. Ich würde hier erstmal niemanden als Lügner und Vertreter der Baulobby bezeichnen, gerade weil ich gemäß den Angaben hier auch eher zu den Besser-Verdienern gehöre. Ich glaube allerdings auch das man mein Gehalt in einem Ingenieurbüro nur sehr schwer erreichen wird.

Theodor | 15. Juni 2020 - 08:01

Auch ich möchte mal zu meiner Gehaltssituation berichten. Nachdem ich vor und im Studium schon Bedenken mit meiner Wahl hatte, sehe ich es mittlerweile etwas gelassener. Ich habe mein Studium "nur" mit dem Bachelor 2014 abgeschlossen und bin danach direkt in den öffentlichen Dienst gegangen. Durch diverse Entgeltgruppen- und Stufenaufstiege seitdem, sitze ich momentan auf einer sehr angenehmen Position in einer Behörde, habe meine fixe 40 Stunden / Woche mit Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit sowie Home-Office.

Mein Gehalt beläuft sich auf relativ exakt 65.000 € p.a. (mit allem), was auch noch weiterhin, wenn auch jetzt langsamer, steigen wird. Firmenwagen und dergleichen gibt es natürlich nicht, aber dafür eine planbare Woche und einen sicheren Job mit einer doch recht hohen Betriebsrente (VBL). Da ich erst 30 Jahre alt bin, finde ich das ehrlich gesagt relativ okay, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass ich mit einem anderen Studienabschluss mehr Geld hätte verdienen können.

Mantra | 11. Juni 2020 - 19:06

Ich finde Aussagen wie "man verdient richtig gutes Geld" immer nicht so sinnvoll. Was ist für jemanden auf dem Bau "richtig gutes Geld"? 60.000 € Gehalt? Das ist so subjektiv, dass man sich die Aussage gleich sparen kann. Ich wette dass jeder studierte Controller, Banker, Berater, IT Profi, alle anderen Ingenieure ausser vom Bau, Piloten, Einkäufer, Regionalverkaufsleiter und und und über ein richtig gutes Gehalt auf dem Bau nur lachen.

Wenn die dann hören, dass man dafür 50 h, 12-15 Jahre Berufserfahrung und lokale Flexibilität benötigt, kommen die aus den Lachen garnicht mehr raus, weil die meisten anderen Studiengängen die Kohle nach ein paar Jahren bereits erreicht haben. Mit 40 h und besserer Work-Life Balance. Ein Bauingenieurstudium ist sicherlich nicht so leicht, sodass man locker auf andere lukrativere Branchen gehen kann und dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besser verdient.

Die restlichen Bauingenieure reden sich dann den Job schön, z.B. mit: "toller Job", "nette Kollegen", "abwechslungsreich", und "man sieht was man erreicht hat"

Bert | 11. Juni 2020 - 09:13

Ein Bauleiter mit 18 Jahren Erfahrung bekommt ein Angebot über 43.200 € Gehalt (Bauingenieur aus Iran). Die Rezession steht vor der Tür und im Bauboom ist der Bauingenieur der am schlechtesten bezahlte Ingenieur. Oh Oh Oh, da werden sich noch einige Absolventen umschauen, wenn die ersten Angebote einflattern. Der Erleuchtung kommt dann nach ein paar Jahren, wenn man mitbekommt, was andere Berufe so verdienen. Dann geht die Motivationskurve aber steil nach unten! Liebe Absolventen die sich hier eventuell über das Gehalt eines Bauingenieurs erkundigen: Macht euch bitte eines bewusst, ihr werdet schlecht verdienen!

Bautechniker | 10. Juni 2020 - 00:39

Ich bin Bautechniker und seit 12 Jahren in einem Konzern als Projektleiter tätig. Bei knapp 50 h in der Woche verdiene ich richtig gutes Geld und habe einen schönen Firmenwagen - was aber nicht ausschließlich mein Antrieb ist - ich finde den Job einfach geil und habe Spass. Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Herausforderungen und das kein Tag wie der andere ist. Ich finde, dass auch eine etwas schlechter bezahlte Stelle attraktiv sein kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der Focus liegt bei mir auf Zufriedenheit, nicht nur auf den monetären Reizen. Der Bau ist sicher im Vergleich zu anderen Branchen schlecht bezahlt - wir haben m. E. aber den abwechslungsreichsten Joballtag.

BauingNord | 09. Juni 2020 - 08:44

Auch ich möchte meine Daten einmal hier lassen (Hamburg und Umgebung): Meinen Bachelor-Abschluss Bauingenieurwesen habe ich 2015 an einer FH gemacht. Mein erster Job: Bauleitung beim Bauträger (10 MA) mit 34.000 EUR Gehalt. Nach eineinhalb Jahren Wechsel zu einem Baudienstleister, auch Bauleitung (500 MA) 46.000 EUR inklusive Firmenwagen (1% Regelung). Nach weiteren drei Jahren Wechsel zu einem Bauunternehmen (1.500) MA als Kalkulator 59.000 inklusive Firmenwagen (1% Regelung).

Bauing aus Iran | 06. Juni 2020 - 14:35

Ich bin ein 48 jähriger Bauleiter aus dem Iran mit 18 Jahren Erfahrung im Schlüsselfertigbau und suche nach einer Tätigkeit. Bisher hatte ich Angebote bis zu 43.200 EUR Brutto. Ist dass alles was ich als Neueinsteiger bekommen kann? Was meinen Sie?

HansWurst | 04. Juni 2020 - 13:48

Jetzt mal meine Geschichte: Statiker, FH Master. 2010 angefangen als Statiker mit 42.000 € Gehalt (A5), ging bis 2019 auf ca. 62.000 € (A7+x)
(wahrscheinlich nie gut verhandelt), bei 40 h/Woche, Konzern >10.000 MA. Seit 2019 bin ich bei einem Anlagenbauer mit 85.000 € Gehalt und einer 37 h/Woche, IG-Metall.

Pit | 03. Juni 2020 - 15:39

@DerNeueAlte:
Ein paar Punkte dazu:

  • Firmenwagen: wird gem. 1%-Regelung gehändelt? Dann berücksichtigen, dass das Netto entsprechend reduziert wird, dafür hast Du natürlich ein Auto, muss man aber in die Gesamtbetrachtung einrechnen. Abgesehen davon: Firmenwagen als Bauleiter inkl. priv. Nutzung ist meiner Erfahrung nach eher Standard und weniger als Bonus zu sehen.
  • Gehalt: Hängt etwas davon ab, welche Aufgaben Du genau übernimmst: Wenn Du direkt als 1. Bauleiter anfängst, d. h. Projekte alleine durchziehst, finde ich das Grundgehalt zu gering, trotz der Prämien. Ich ziehe schon ganz gerne den Tarif als Basis heran: Dein Gehalt läge unter A5 (nach der Aufstellung im Beitrag von Jan, habe das jetzt nicht auf Richtigkeit geprüft), dort sind ja eher "einfache" Tätigkeiten aufgeführt, die eher einem "Zuarbeiter" mit entsprechend wenig Verantwortung zuzuordnen sind (ohne das abzuwerten). Wenn Du zunächst mitläufst bei einem anderen Bauleiter kommt es auf den Umfang und die Verantwortung der Tätigkeiten an, ist halt schwer zu greifen, aber selbst da finde ich es zu gering, auch unter Berücksichtigung der aktuellen Lage, Bauleiter werden nach wie vor gesucht.
In Deinem Fall wäre in Verhandlungen, je nach ausgeführter Tätigkeit, der Bezug auf den Tarif evtl. ein guter Verhandlungsansatz ggü dem AG. Falls noch nicht geschehen würde ich Dir aber auf jeden Fall empfehlen, Dich noch bei anderen Firmen zu bewerben, alleine schon um den Markt(-wert) abzuchecken.

Der Einkäufer | 29. Mai 2020 - 21:08

@Wasserwirtschaftler:
Ich bin 30 und habe 11 Jahre Berufserfahrung (kein Studium, "nur" eine kaufmännische Ausbildung), Region ist BaWü, genauer gesagt Stuttgart. Ich habe ne lockere 40 Stunden Woche mit flexiblen Arbeitszeiten, bin immer um kurz nach 16 Uhr weg, freitags um 14 Uhr.

Makalan | 29. Mai 2020 - 11:51

Aktuell bin ich im letzten Teil des Studiums und soweit mit allen Klausuren durch, nur die Masterarbeit muss noch gedruckt und abgegeben werden. Ich habe mich auch schon für diverse Programme beworben und Rückmeldung bekommen. Zwei "Angebote" sind noch offen:

  • Öffentlicher Dienst (A13)
  • Drees & Sommer, Projektentwickler
Bei zweiterem habe ich noch ein ausstehendes Gespräch zur Gehaltsverhandlung. Dazu konkret zwei Fragen:
  • Welches Angebot würdet ihr nehmen?
  • Wie kann ich mich gut auf die Verhandlung vorbereiten?

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