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Mittwoch, 05. August 2020
Ausgabe 6925 | Nr. 218 | 19. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

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Sven | Thema eröffnet vor 10 Jahren

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Vince | 25. Juli 2020 - 16:42

Ich habe mal eine Frage an euch: Ist jemand hier in der Fertighaus-Branche tätig? Zufällig auch im Osten der Republik? Wie erstrecken sich da die Gehälter als Bauleiter? Erfahrung als Bauleiter 10 Jahre und Projekte bis 6 Millionen. Ich brauche da mal ein Anhaltspunkt Spanne von - bis. Danke!

Reto | 24. Juli 2020 - 16:36

@Dualer Student:
Dein verlangtes Gehalt ist für mich völlig in Ordnung, da du überdurchschnittlich viel arbeiten wirst (43 Std.). Für 38-39 wäre es doch zu hoch gepokert. Ich würde mich für nichts unter 54.000 € Gehalt (auch als Einstiegsgehalt) für so eine Stelle verkaufen. Wer im Jahr 2020 mit Master Studium im Bauingenieurwesen mit weniger als 50.000 € einsteigt ist selber schuld!

FGSaar | 22. Juli 2020 - 09:40

Bauleitung ist ein diffuser Bereich. Als Orientierung fürs Gehalt ist, glaube ich, sowohl der TVÖD als auch der Bautarif ganz brauchbar. Wenn über diesen Tarif (höhere Stufen) bezahlt wird, wirst du dir die Frage anhören müssen: Warum sollen wir Ihnen mehr bezahlen, was bringen Sie uns mehr?

Üblicherweise werden Bauleiter an Ihren Baustellen gemessen (Abrechnung muss plus sein). Als Bauleiter hat man keinen Einfluss auf das Angebot, nur Einfluss auf die Abrechnung. Also, wer die Griffel am Besten spitzt, Nachträge und Sondervorschläge zur Ausführung (die dem AG Geld sparen) produziert und seine Baustellen mit positivem Ergebnis abrechnet, wird auch über der Tarifgruppe bezahlt, weil er sich bezahlt macht.

Gerd | 21. Juli 2020 - 13:36

@Dualer Student:
Ich habe leider die Befürchtung, dass 57.000 € Gehalt zu hoch angesetzt sind. Würde mich wirklich interessieren, was der Arbeitgeber sagt, wenn du mit solch einer Summe kommst. Kommt dann auch noch darauf an, in welchem Bereich. Im Planungsbüro denke ich ist die Summe utopisch. In der Bauleitung wohl eher. Dann aber sicherlich um die 50.000 € für dich mit solchen Vorkenntnissen. Dann kommst du aber schon sehr gut weg damit.

Dualer Student | 14. Juli 2020 - 18:46

Ich würde gern wissen, ob meine Gehaltsvorstellung realistisch ist: 27 Jahre, Duales Studium Bauingenieur, Ausbildung in der Ausführungsplanung vor Studium abgeschlossen. Durch Ausbildung und duales Studium schon viel Erfahrung in der Ausführungsplanung. Ich durchlaufe viele Abteilungen und war auch einige Wochen nahezu eigenständig als Bauleiter eingesetzt (Sondersituation).

Die Firma hat über 7.500 Mitarbeiter, Umsatz über 3,5 Milliarden EUR, Bundesland BaWü, 43 Std. Woche (+7,5 % Gehalt) und Gewinnbeteiligung (derzeit 6,5 %). Ich stelle mir 57.300 EUR als Einstiegsgehalt vor, orientiert an A6. Bauleitung erfolgt dort für alle Gewerke. Firmenwagen 1 % + Privatnutzung (27.000 EUR). Was sagt ihr?

Richard | 14. Juli 2020 - 08:57

Um das Thema Gehalt für Bauingenieure kurz und knapp zusammenzufassen, möge sich doch jeder mal den ASIA-Tarif für Ingenieure eines Planungsbüros anschauen: Für 2019 wird nach der Einstufung in Gruppe T5 ab dem 5. Jahr in einer teuren Ortsgruppe ca. 54.000 € angegeben. Um das jetzt kurz zu erläutern. Bis man in Gruppe T5 kommt (gemäss Tarifbeschreibung: Angestellte mit besonderen Fachkenntnissen und Erfahrungen) benötigt man sicherlich 1-5 Jahre, um diese Anforderungen zu erfüllen. Nach der Eingliederung in T5 benötigt man dann noch weitere 5 Jahre, um die sagenhafte Summe von 54.000 € zu verdienen. Das dann in teureren Gegenden. Ausserhalb von Städten sind es dann Ortsgruppe 1 mit noch schlechteren Bezügen.

Fazit: Wer also Bauingenieur werden will und nach 10 Jahren verantwortungsvoller Tätigkeit und anspruchsvollem Studium mit (wenn überhaupt) 54.000 € zufrieden ist, soll es doch werden, sich dann aber bitte nicht über das Gehalt beschweren. Was in Deutschland nach den Steuern davon übrig bleibt, ist bekannt. Derjenige soll sich damit dann mal in München, Berlin oder Frankfurt ein schönes finanzielles Leben aufbauen, eventuell noch mit Familie. Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? Antwort: NEIN

Egal | 10. Juli 2020 - 11:54

Im Moment sind die Aussichten für Bauingenieure ganz gut. Ich denke, dass bei den meisten nach ca. 5 Jahren auch ca. 60.000 EUR (+- 5.000 EUR) rausspringen sollten. Zumindest im Süden und Westen bzw. in Ballungsräumen. Trotzdem ist der Vergleich zu anderen Branchen immer noch gewaltig. Auch was das Arbeitspensum bzw. die Verantwortung betrifft. Ich persönlich kann von meinem Umfeld bestätigen, dass Gehälter über 70.000 EUR (auch nach 3 Jahren) möglich sind. Entsprechend muss man sich da aber auch reinhängen bzw. auch bisschen Glück haben.

Die 70.000 EUR auf der Baustelle entsprechen allerdings ca. 56.000 EUR im Büro - aufgrund des deutlich höheren Arbeitspensums. Das sollte auch beachtet werden.

Ich bin mittlerweile mit 6 Jahren Berufserfahrung bei 60.000 EUR als TWP + Opl. (ca. 41 h Woche im Schnitt). Hatte auch schon Angebote über 70.000 EUR in der Planung als PL mit Personalverantwortung. Also mit deutlich mehr Verantwortung und Stress (wahrscheinlich eher 50 h Woche). Daher lehne ich diese Angebote ab. Die Arbeitsbedingungen bei meiner aktuellen Firma sind außerdem so gut, dass ich nicht wechseln will.

Es sind also keine allzu schlechten Zeiten für Bauingenieure. Leute werden gesucht. Das schlägt sich leider nur geringfügig auf die Bezahlung nieder. Aber zumindest findet ein Umdenken statt. Und ja: jetzt kann man Forderungen stellen. Allerdings 85.000 EUR bei einer 35 h Woche und minimaler Verantwortung gibt es hier nicht und wird es niemals geben. Solange wir dieses Vergabesystem haben, wird sich da auch nichts dran ändern.

Hoher Stressfaktor, viel Verantwortung und dafür moderate Bezahlung. Ich würde es wahrscheinlich nicht nochmal studieren, obwohl es durchaus Spaß macht. Und: Ich will gar nicht wissen, wie es aussieht in schlechteren Zeiten (kein Monster BOOM).

BauBob | 09. Juli 2020 - 07:57

@Tom | 07. Juli 2020:
Das hat nichts mit "Überperformer" zu tun. Warum soll man Leuten, die hier den Thread lesen, nur die Negativ-Beispiele vorstellen? Genauso gut kann man ja auch darstellen, was in unserem Beruf hinsichtlich Gehalt für Möglichkeiten bestehen.

Tom | 07. Juli 2020 - 19:30

@BauBob:
In diesem Form geht es um das Thema: Gehalt für Bauingenieure. Nicht um einen tollen abwechslungsreichen Job. Einfach Geld. Und da ist es richtig dieses schlecht zu reden. Aus einem ganz einfachen Grund. Weil es im Verhältnis zur Ausbildung und Verantwortung schlicht und ergreifend schlecht ist. Es schreiben ja nicht umsonst überproportional viele über die Probleme bei der Vergütung. Wie du nach 3 Jahren 70.000 € verdienst, ist mir persönlich ein Rätsel. Wieviele Baustellen wickelt man in 3 Jahren ab, um so zu verdienen?! Du musst im Gegensatz zu allen anderen der absolute Überperformer sein. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Aus meinem Jahrgang (Abschluss 2014) ist mir niemand bekannt, der nach 3 Jahren auch nur annähernd so verdient. Sei es drum. Soll sich jeder im Internet schlau machen und die Foren, Statistiken und Gehälter von Bauingenieuren bei Google suchen. Solche Angaben findet man leider nicht.

Zu mir: Bauleitung Konzern, 6 Jahre Erfahrung, 60.000 € Gehalt bei 50 h Arbeit. Viel Arbeit, viel Verantwortung, viel Stress, wenig Geld. Das ist leider der Alltag für die Allermeisten auf dem Bau, die studiert haben. Da helfen auch keine Überperformer, die darüber hinwegtäuschen.

BauBob | 02. Juli 2020 - 09:03

Ich finde es nicht richtig, dass der Beruf des Bauingenieurs hier so "schlecht" geredet wird. Ich glaube kaum ein Beruf ist so vielseitig wie der des Bauingenieurs! Natürlich muss man dafür geboren sein, es gibt keinen festen Tagesablauf, oftmals ist sehr viel Flexibilität gefragt.

Kurz zu mir: Ich bin 27 Jahre, Abschluss Master FH. Nach mittlerweile 3 Jahren Berufserfahrung in einem mittelständischen Bauunternehmen habe ich 70.000 Euro Jahresgehalt bei 13 vollen Monatsgehältern - zuzüglich Urlaubsgeld. Darüber hinaus Firmenwagen mit Privatnutzung, 30 Tage Urlaub und bei Auswärtstätigkeit gibt es noch Auslöse obendrauf. Angefangen habe ich vor drei Jahren etwas über Tarif und mich dann Jahr für Jahr verbessert. Es hat jeder selbst in der Hand!

Schotterigel | 01. Juli 2020 - 10:10

@Jan:
Falsches Gewerk? Im Bahnbau sind bei 7 Jahren Erfahrung 70.000€ + mit Firmenwagen mit Privatnutzung absolut üblich (BW). Allerdings sind diese Baustellen oft am Wochenende (wofür es wiederum Zuschläge gibt). Wobei ich von einer Rezession am Bau auch noch nichts gehört habe.

Jan | 30. Juni 2020 - 10:25

Alle schreien nach Ingenieuren und dass man keine Fachkräfte mehr bekommt, der Bau boomt (bzw. boomte) und man bewirbt sich. Die Vorstellungsgespräche sind leicht zu ergattern. Bau GU, Ingenieurbüro, Bauunternehmer. Man hat das Gefühl gebraucht zu werden und dass man sich die Stelle eigentlich nur aussuchen muss. Gut und schön, dann kommen aber die ersten Angebote bzw. Gehaltsverhandlungen. Alle um die 42.000 EUR bis 50.000 EUR Gehalt für einen Bauingenieur mit Bauleitungserfahrung auf einer Großbaustelle von über 100 Mio. € und 7 Jahr Berufserfahrung.

Natürlich wird für solch ein fürstliches Gehalt zum Teil noch Flexibilität und unbezahlte Überstunden gefordert. Und Dienstwagen OHNE private Nutzung. Ich weiß nicht, für mich tönt die Stöhnerei nach dem "Fachkräftemangel" nach richtiger Propaganda. Oder wer erklärt mir das Phänomen, der stagnierenden und schlechten Ingenieurgehälter auf dem Bau, obwohl solch ein Mangel herrscht - den gibt es nicht! Andernfalls würden ja die Preise (in dem Fall die Gehälter) steigen, wie in jeder anderen Marktwirtschaft auch, nur nicht auf dem Bau, da dann irgendwie nicht.

Andere Ingenieurbranchen bekommen sowas zum Einstieg, nicht der Bauingenieur. Der lässt sich schön unter dem Tisch ziehen. Ich glaube, mit dem ganzen Gejammer versuchen alle noch mehr Leute ins Bauingenieur-Studium zu drücken. Das Ergebnis sieht man ja. Angebote wo andere Ingenieure nur lachen und sich fragen, wer dann sowas mit sich machen lässt. Bauingenieure gibt es anscheinend genug um sowas zu veranstalten. Und jetzt kommt Corona und die Rezession. Gute Nacht allen anderen Bauingenieuren.

BauIngNrw | 29. Juni 2020 - 01:12

Ich habe über mehrere Jahre sehr viele Beiträge hier in dem Forum gelesen und war anfangs ein bisschen verzweifelt, weil ich die Befürchtung hatte, die falsche Branche gewählt zu haben. Aber jetzt denke ich alles doch irgendwie richtig gemacht zu haben bzw. dass ich das Glück hatte, bei einem vernünftigen Arbeitgeber angefangen zu haben, der die Arbeit seiner Mitarbeiter schätzt und entsprechend vergütet. Anbei meine berufliche Entwicklung (Bauleitung, über 100 MA im Bauunternehmen inkl. Gewerbliche):

  • im Jahr 2015 mit 23 Jahren, Einstiegsgehalt als Bauleiter ohne Projektverantwortung 39.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, keine Sonderzahlung, in Summe ca. 42.600 EUR Jahresbrutto
  • Uni-Abschluss B.Sc. Bauingenieurwesen im Jahr 2016, Jahresgehalt 42.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, eine kleine Sonderzahlung, in Summe ca. 48.600 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2017, Jahresgehalt 46.200 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 50 bis 60 h die Woche, eine große Boni, in Summe ca. 62.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2018, Jahresgehalt 54.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 45 bis 55 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 82.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2019, Jahresgehalt 66.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 98.400 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2020, Jahresgehalt 75.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, in Summe ca. 81.600 EUR Jahresbrutto + Boni
Bitte lasst euch nicht weiter ausnutzen für vergleichsweise geringe Bezahlung, sprecht mit euren Kollegen offen über eure Gehälter und hört euch auch mal bei anderen rum!

Bauingenieure sind sehr knapp auf dem Markt, macht es euch zu eurem Vorteil, wenn die nächste Gehaltsverhandlung ansteht! Vor allem junge Bauingenieure können sehr viel rausholen, weil das Durchschnittsalter in vielen Betrieben in Richtung 50 Jahren geht. Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Verhandlung bzw. Arbeitgeberwechsel.

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