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Montag, 18. Februar 2019
Ausgabe 6391 | Nr. 49 | 18. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1389 Kommentare | 604444 Aufrufe Kommentar hinzufügen
| Thema eröffnet vor 9 Jahren

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

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Jürgen | 07. Februar 2019 - 13:23 2019-02-07

Ich habe hier zu diesem Thema unzählige Beiträge gelesen und bin zu der Entscheidung gekommen, mich zu bewerben und einfach mal auszuloten was meine Arbeitsleistung wert sein kann. Ich habe fast 20 Jahre Erfahrung als Bauleiter im Schlüsselfertigbau und betreue meine Baustellen von der ersten Planung bis zum Ablauf der Gewährleistung. Also habe ich mich nach vielen Jahren mal wieder mit dem Erstellen einer Bewerbung beschäftigt und es hat sich gelohnt. Ich habe pauschal 10.000 € auf mein aktuelles Jahresgehalt als Gehaltsvorstellung aufgerechnet. Donnerstag per E-Mail beworben, am Dienstag die Woche darauf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Lief super und ich hätte sofort anfangen können. Die Höhe meines Gehalts war absolut ok (65.000.- / Jahr inkl. PKW zur Privatnutzung) und es gab keine Diskussionen diesbezüglich. Fakt ist: gute Bauleiter gibt es auf dem Markt keine mehr.

Ich habe dann mit meinem langjährigen Arbeitgeber verhandelt und dem war auch sofort klar: wenn ich weg bin dann findet er so schnell niemanden. Außerdem arbeiten wir super zusammen. Jetzt ist die beste Zeit sich zu bewerben / zu verhandeln. Und je nachdem welchen Aufgabenbereich man abdecken kann, brauch man mit seinen Gehaltsvorstellungen nicht kleinlich sein. Also ich wünsche viel Spaß dabei!

Flansch | 07. Februar 2019 - 11:34 2019-02-07

Zu mir: 25 Jahre alt, M.Sc. (TU), Vertiefung im Bereich Baumanagement und konstruktiver Ingenieurbau. Ich arbeite jetzt bei einem Mittelständler im Bereich Ausbau im Projektmanagement. Einstiegsgehalt liegt bei 3850 € + Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie 30 Urlaubstage. Arbeitszeit sind 40 h/Woche und Überstunden werden ausbezahlt oder abgefeiert. Das Gehalt entspricht ca. der Tarifstufe A5 und wird nach der Probezeit noch einmal nachverhandelt.

KlausIng | 19. Januar 2019 - 11:09 2019-01-19

Ich habe in diesem Forum auch ab und an wertvolle Tipps erhalten, daher will ich kurz meine Erfahrungen schildern. Ich habe Ende 2010 meinen Abschluss gemacht und im Anschluss 4 Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter und im Anschluss im Ingenieurbüro gearbeitet. Einstieg im Ingenieurbüro war 3.800 € (*12,5), also sogar etwas weniger als an der Uni. Nach knapp 2 Jahren lag ich bei 4.400 € (54.000€) und hätte auch sicher nochmal nachverhandeln können, allerdings hatte ich mich bereits dazu entschieden zu kündigen.

Mittlerweile bin ich als Projektleiter auf der Bauherrenseite tätig, Gehalt nach insgesamt ca. 7 Jahren bei ca. 74.000 €. Allerdings vermute ich, dass ich auch noch etwas mehr hätte raushandeln können. Naja, ich wollte den Job gerne haben und bin zunächst zufrieden. Ich hatte übrigens kein gutes Diplom, kann mich nicht gut verkaufen und kloppe familiär bedingt auch nicht ewig viele Überstunden, habe auch kaum mal längere Dienstreisen.

Hier alle Zahlen die ich kenne:

  • 4 Jahre Berufserfahrung (Ingenieurbüro): 3.800 € / 47.500 €
  • 6 Jahre Berufserfahrung (Ingenieurbüro): 4.400 € / 55.000 €
  • Projektleiter auf Bauherrenseite (7 Jahre): 5.700 € / 74.000 €
  • Projektleiter Bau (Lidl/Aldi/Rossmann/...): 5.500 € / 66.000 € + Firmenwagen (nach 4 Jahren 7.000 €, bei einem ähnlichen Unternehmen war ich im Bewerbungsverfahren, daher kenne ich das Gehalt dort)
Im Ingenieurbüro haben wir im Übrigen einen Stundenlohn von 80 - 90 € abgerechnet.

Meiner Meinung nach kann man Argumente dafür finden, dass Bauingenieure zu niedrig bezahlt werden, aber auch, dass Bauingenieure zu hoch bezahlt werden. Klar, neben dem Controller der 90.000 € verdient, sehen wir schlecht aus, gerade auch im Hinblick auf die Verantwortung. Ich konnte aber in meinem (noch relativ kurzen) Berufsleben auch genügend Ingenieure erleben, die nur Dienst nach Vorschrift gemacht haben und sich zum Teil auch gegen jegliches Nachdenken gewehrt haben (Alles was nicht eindeutig in einer Richtlinie steht muss dann der Chef entscheiden, es werden auch keine eigenen Lösungsansätze vorgestellt) - dafür brauche ich aber keinen Ingenieur.

Fazit: Ja, im Vergleich zu einigen BWLern oder Juristen werden wir Bauingenieure ausgebeutet. Wenn man jedoch nach unten guckt (Krankenschwester, aber auch der ein oder andere Techniker oder Polier), dann kann es auch ganz schnell anders herum aussehen. Wer den Ingenieur-Titel als Lizenz zum Gelddrucken betrachtet, der macht etwas verkehrt. Wenn Ihr mal mehr verdienen wollt als eure Kollegen, die seit 20 Jahren im Ingenieurbüro hocken, dann bildet euch weiter - insbesondere auch abseits der Baubranche. Für ein bisschen Statiksoftware und AutoCad gibt es halt keine Monstergehälter, weil das auch jeder Nicht-Ingenieur lernen kann.

Plausibulus | 17. Januar 2019 - 14:29 2019-01-17

@MasterIng:
Ich wurde 2013 mit meinem Master an der TU in Hamburg fertig. Mein Einstiegsgehalt als Projektleiter in der Tragwerksplanung lag dann bei einem Ingenieurbüro in Kiel bei 37.700 Euro im Jahr bei 40 Std./Wo. Überstunden wurden auf einem Stundenkonto festgehalten und konnten ausbezahlt oder abgefeiert werden. 28 Urlaubstage im Jahr. Das Gehalt wurde automatisch jährlich angepasst, ohne verhandeln zu müssen.

2017 verließ ich das Büro mit zu dieser Zeit dann 44.850 Euro Jahresgehalt bei 40 Std./Wo und nunmehr 30 Tagen Urlaub im Jahr. Ich arbeite heute im öffentlichen Dienst mit 58.650 Euro im Jahr, 39 Std./Woche und 30 Tagen Urlaub.

MasterIng | 16. Januar 2019 - 12:04 2019-01-16

Was kann man als frischer Master-Absolvent einer TU gehaltsmäßig in einem kleineren Ingenieurbüro als Tragwerksplaner bzw. in der Bauleitung in einem größeren Unternehmen (bis zu 2000 Mann) erwarten (in Niedersachsen)?

Macht es Sinn nebenbei noch ein Maschinenbaustudium zu absolvieren, um, falls es in der Zukunft mit der Bauwirtschaft wieder bergab gehen sollte, bezüglich eines Branchenwechsels besser aufgestellt zu sein?

Jens | 09. Januar 2019 - 11:03 2019-01-09

Ich verfolge diesen Beitrag schon seit Jahren und möchte mit meinem Berufseinstieg selber meinen Senf dazugeben: M/34, Berufsausbildung, "normaler" Angestelter (nicht Baugewerbe), dann Fachhochschulreife mit anschließendem Studium Bauingenieurwesen (Bachelor). Berufserfahrung nur als "Werkstudent" (seit zwei Jahren) und Semesterpraktikum im selben Unternehmen.

Projektleitung (LP 5-9), Mittelständler, ca: 100 Mitarbeiter, 48:000 € Brutto Grundgehalt p.a., jährliche prozentuale Gewinnbeteiligung gemessen an eigenen Projekten (ca. 6-15 Projekte je nach Volumen), Firmanwagen (1 %-Regelung, Mittelklasse, keine Einschränkungen bei privater Nutzung), zu 85-90 % im Büro tätig bei 40 h Gleitzeit (6-20Uhr) + wenigen, saisonabhängigen unbezahlten Überstunden und 27 Tagen Urlaub. Unbefristet.

Ich wohne in Sachsen-Anhalt. Das Grundgehalt ist nicht das Schlechteste, allerdings sicher auch nicht das Beste. Ich würde behaupten, dass ich mich im guten Mittelfeld befinde. Viele Kommilitonen bekommen weniger, einige wenige aber mehr.

Das Gehalt ist mir sicher nicht unwichtig, mit ins Gewicht fallen mir aber vor allem die freie Zeiteinteilung, das sehr kollegiale Umfeld sowie die unbegrenzte private Nutzung des Firmenwagens. Und Spaß macht mir die Arbeit obendrein auch noch.

MasterStatik | 04. Januar 2019 - 22:41 2019-01-04

Ich bin 24, habe einen Master (TH/FH) im Konstruktiven Ingenieurbau und keinerlei Berufserfahrung.

Ich werde im Februar als Tragwerksplaner in einem Ingenieurbüro (100 MA) anfangen. Mein Gehalt wurde auf 41.000 € angesetzt, verteilt auf 13 Monatsgehälter. Zusätzlich habe ich 28 Tage Urlaub, Gewinnbeteiligung und einen monatlichen Fahrtkostenzuschuss. Nach der Probezeit/Einarbeitungszeit soll/kann das Gehalt neu verhandelt werden.

Wenn ich mir hier diverse Kommentare durchlese, habe ich das Gefühl, mich teilweise unter Wert verkauft zu haben. Was meint ihr dazu? Anmerkungen sind gerne gelesen.
Eventuell kann mir ja schon jemand Tipps geben, welchen Wert ich bei der "richtigen" Verhandlung (in ca. 6 Monaten) anpeilen kann, ohne mich lächerlich zu machen.

AL | 23. Dezember 2018 - 09:00 2018-12-23

Gleich wer wieviel verdient, es kommt auf das Verhältnis an: Was muss geleistet werden und was bekomme ich dafür. Für null Leistung sind auch mtl. brutto 1.000 Euro Gehalt viel zu viel. Daher nicht posaunern, sondern sich selbst darüber im Klaren sein was muss ich verantworten, wie viel meiner Lebenszeit opfere ich und wie viel Stress und Arbeit nehme ich mit nach Hause? Es ist keinem geholfen mit 35 Jahren Magengeschwüre zu haben, aber dafür top Bezahlung. Auf das individuelle Verhältnis kommt es an.

Ein letzter Tipp, den Mut haben auch einmal den Job zu wechseln. Wer 10 Jahre immer noch im Erstbetrieb ist und als Akademiker um und bei 50.000 Euro Jahresgehalt liegt, sollte sich hinterfragen ob nicht ein Tapetenwechsel angebracht ist. Wenn nicht, dann die Scheuklappen nachjustieren und den Karren für andere brav und fleißig weiterziehen.

SR | 20. Dezember 2018 - 12:34 2018-12-20

Meine Verdienstsituation: Bachelor, 31 Jahre, 5 Jahre Berufserfahrung, Öffentlicher Dienst, Ver- und Entsorgung, 4.000 € Gehalt brutto zzgl. jährliche tarifliche Erhöhungen und Leistungsentgelt sowie nach den Jahren die üblichen Steigerungen in der Entgeltgruppe sowie mögliche Höhergruppierung, 39 h Woche, Überstunden werden abgefeiert.

BauIng | 10. Dezember 2018 - 18:09 2018-12-10

Hier auch mal meine Daten: 26 Jahre alt, Master (FH). Seit knapp 6 Monaten bei einem Konzern, Einstieg nach Tarif A7 (ca. 60.000 Brutto), da zuvor im selben Unternehmen als Werkstudent tätig (knapp 18 Monate). Viele meiner Freunde aus der Uni verdienen deutlich weniger, da Sie bei kleinen Unternhemen angefangen haben. Also würde ich behaupten, dass die Größe eines Unternehmens, dein Einstieggehalt definiert. Gruß aus Hamburg

Bachelor Bauingenieur | 19. November 2018 - 16:56 2018-11-19

Zu mir: Bachelor, Bauleitung auf Auftraggeberseite (Automobilindustrie) unbefristet 35 h -> befristet 40 h/Woche -> jede Überstunde kann abgefeiert werden. 1,5 Jahre im Job, davon 6 Monate in Amerika gearbeitet. 5600 €/Monat Gehalt Brutto + Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld + Gewinnbeteiligung (lag im letzten Jahr bei 5.700 €). Also unterm Strich kann ich die Auftraggeberseite in der Automobilindustrie empfehlen (IG Metall sorgt für gute Bedingungen).

NeinKarl | 10. November 2018 - 06:26 2018-11-10

Kurz zu mir: Frisch aus der Uni mit einem Master und Einstieg als Tragwerksplaner mit 48.000 EUR Gehalt jährlich (neben der Uni 3 Jahre als Werkstudent gearbeitet).

SchotterSchwelleSchiene | 30. Oktober 2018 - 21:43 2018-10-30

Da ich hier bisher nur gelesen habe mal mein Beitrag: Diplom (FH), Mitte 30, Bauleitung im Bahnbereich, derzeit (seit 2 Jahren) Gleisbau in mittelständischem Unternehmen in Baden-Württemberg. Ich bekomme 70.000 € Gehalt bei 30 Tagen Urlaub, 40-50 h in der Woche (selten mal bis 60 h), PKW.

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