Forum & Erfahrungen
Donnerstag, 08. Dezember 2022
Ausgabe 7780 | Nr. 342 | 22. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1788 Kommentare | 811073 Aufrufe Kommentar hinzufügen

Thema eröffnet von Sven | letzter Kommentar 1. Dezember 2022 - 11:38

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen? (Februar 2010)

wassa | 1. Dezember 2022 - 11:38

@handi: Was macht dann ca. diese 4% Gewinnbeteiligung? Das kann 5T und 50T sein. :)

Aber wie du das Unternehmen beschreibst, eher die Richtung 50T, dann wäre 2% mehr realistisch. :)

einbauing | 29. November 2022 - 10:16

Hätte mal ne Frage: Wie kommt ihr durch die Inflationsjahre durch? Bekommt ihr Gehaltsanpassungen von 10 % raus? Eventuell mehr?

Ich hatte letztes Jahr knapp 10 % bekommen und dieses Jahr mal schauen... Weniger als 7 % würde ich eigentlich nicht gerne akzeptieren wollen. Dann könnte es gut sein, dass ich wechseln müsste. Auftragsbücher sind voll, allerdings wurde da nicht mit einer so krassen Lohngleitung gerechnet. Wie sieht es bei euch aus?

Handi | 26. November 2022 - 08:16

Ich habe nächste Woche eine Gehaltsverhandlung und bräuchte eure Unterstützung.

Ich habe lediglich 4 Jahre Berufserfahrung, habe mich jedoch reichlich bemüht und bin derzeit Betriebsleiter/Vertreter der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens. Das Unternehmen hat 7 Mitarbeiter im Büro und weitere 25 Baustellenmitarbeiter zzgl. Nachunternehmer, auf wessen Tätigkeiten ich wache.

Hierzu kümmere ich mich nicht nur um die Arbeiten auf der Baustelle (wir haben 9-10 Baustellen), sondern auch die im Büro (Kalkulation, Auftragsverhandlung, Prüfen der Buchhaltung, etc.) als generell die Leitung des Unternehmens in allen Sparten. Dies selbstverständlich gemeinsam mit dem Geschäftsführer, welcher durch meinen Einsatz über 50 Tage Urlaub machen kann.

Derzeit erhalte ich brutto 77.000€ im Jahr sowie einen Dienstwagen und habe Anspruch auf 30 Tage Urlaub (bedingt durch einige Problemfälle und Handlungsbedarf konnte ich dieses Jahr lediglich 16 Tage Urlaub nehmen). Eine Bonuszahlung ist noch nicht vereinbart.

Ich habe mir Überlegt (dies nur weil ich bisher nur 4 Jahre Berufserfahrung nachweisen kann) gem. Tarifgruppe AX 83.000€ brutto zu fordern zzgl. Gewinnbeteiligung i.H.v. 4%.

Seid ihr der Meinung, dass ich mich überschätze mit dieser Forderung?

Also nur als Zusatzinfo: Die Atmosphäre im Büro ist familiär und sehr entspannt. Wir haben zwar so einiges an Stress, aber es macht mir Spaß.

Ich denke der Geschäftsführer würde dem Jahresgehalt zustimmen, aber bei der Gewinnbeteiligung bin ich skeptisch und weiss nicht ob ich es erzwingen sollte.

Bitte um euren Rat.

Viking | 22. November 2022 - 10:17

Da ich dieses Forum schon seit einigen Jahren mit verfolge, möchte ich nun auch mal meine bisherigen Erfahrungen mit euch teilen.

Ich (Bauing. Bachelor, m, Anfang 30, Norddeutschland) habe nun bereits in sehr unterschiedlichen Bereichen des Bauwesens gearbeitet.

Erster Job im Planungsbüro für Verkehrswesen (5-6 MA), keine Ahnung von nichts aber in den 3,5 Jahren viel Projekterfahrung gesammelt. Einstiegsgehalt damals bei ca. 3500€, nach den 3,5 Jahren auf 3900€, sonst ggf. zus. mal Weihnachtsgeld (500-1500 brutto). Am Ende Boreout (vgl. Forumsbeitrag unter: http://www.bauingenieur24.de/url/900/3026; Anm. d. Red.) gehabt, Kündigung war unausweichlich.

Zweiter Job in kleinem aber modernen Büro für Bauleitung (5-6 MA). Spannende Projekte aber direkt sehr viel Stress. Einstiegsgehalt 4500€ ohne Wagen, 2-3 Monatsgehälter Bonus versprochen. Standard waren min. 50h, auch mal Richtung 60h die Woche, kein Homeoffice möglich, immer 4-5 grosse Baustellen parallel führen und am Ende doch der Depp für jede Kleinigkeit sein. Von den 2-3 Bonusgehältern wurde eins ausgezahlt. Trotz mehrfacher Hinweise an den Chef, dass es zu viel ist, wurde nichts geändert. Nach 1,5 Jahren Eigenkündigung da ausgebrannt und Beginn negativer Auswirkungen auf Privatleben und Partnerschaft.

Im aktuellen Job bei einer Versicherung Tätigkeit komplett aus dem Homeoffice mit Firmenwagen und geregelter 37h Woche (7-15:30 Uhr z.B. möglich). Überstunden werden nur im gewissen Rahmen geduldet. Einstiegsgehalt bei 5200€. Spannende Tätigkeiten, gute Mischung aus Büro und Baustellenterminen.

Ich würde für kein Geld der Welt mehr zurück in die Bauleitung, obwohl die Tätigkeit an sich sehr viel Spass gemacht hat. Mein Privatleben, Hobbies und Familie sind mir einfach wichtiger. Es gibt Jobs im Bauwesen, bei denen das geht, man muss nur danach suchen. Ich habe auch 5 Jahre dafür gebraucht.

Ich denke es wird Zeit dass die AG im Bauwesen langsam mal umdenken und verstehen, dass die Generationen von heute keine Lust mehr haben, sich für den Job aufzuopfern. Statussymbole wie Autos und ein grosses Gehalt ziehen schon lange nicht mehr so wie früher. Die Leute wollen mehr Zeit für ihr Privatleben haben. Wer das nicht versteht, wird langfristig ein Problem bekommen.

Schwabe01 | 12. November 2022 - 02:45

Bin Master (Abschluss 2007) und hab als Tragwerkplaner für 2.900 EUR brutto angefangen.

Im Jahr 2013 dann Wechsel zu einem Baukonzern als Projektingenieur in Gehaltsgruppe A8, kein Bonus, kein Firmenwagen oder sonstige Vergütung.

Aktuell Planungskoordinator in Berufsgruppe A9, und Bonus ca. EUR 3.000 p.a.

Mit wie vielen Jahren Berufserfahrung sollte man in Berufsgruppe A10 eingestuft werden?

MB | 4. November 2022 - 04:32

Tipp: Die am schnellsten wachsenden Jobs im (nicht nur US-) Baugewerbe [Ausgabe 2022]
https://constructioncoverage.com/research/fastest-growing-jobs-in-construction-2022

BL5jahre | 30. Oktober 2022 - 18:17

@d.: Einfache Antwort. Worauf du mehr Lust hast bzw. was dir mehr Spaß macht.

Ich bin damals im Master auf Baubetrieb gegangen, musste aber ebenfalls noch konstruktive Fächer belegen. Das Konstruktive hat mir mehr Spaß gemacht und für mich an der Stelle ein Ausgleich zum »Auswendig-Lernen«.

In der BL/PL lernst du durch praktische Erfahrungen, durch die konstr. Vertiefung schaffst du dir nen theoretischen Background und hältst dir die Option auf Tragwerksplanung offen. In dem Bereich könnte ich zB noch schwer anfangen, weil mir schlichtweg das Wissen in Stahl- oder MB3 fehlt.

Ich hab gemerkt, dass Geld nicht alles ist. Es muss Spaß machen, montagsmorgens aufstehen und mit Energie an die Arbeit. Ich habe TWPlaner kennengelernt, die mit gut Geld nach Hause gehen. Dafür muss man nicht unbedingt die 50h als PL kloppen.

Togo | 25. Oktober 2022 - 08:55

@d.: Was ist das für eine unsinnige Frage? Mach das worauf du Bock hast! Da wo du gut bist wirst du deinen Weg gehen.

Ein gutes Einstiegsgehalt hat keiner, das musst du dir erst erarbeiten, der eigentliche Lernprozess geht hier nämlich erst los. Da wo du gut bist wirst du auch erfolgreich werden.

Bezahlt wirst du am Bau sowieso nicht nach Titel oder Abschlüssen sondern nach Leistung!

d. | 21. Oktober 2022 - 17:31

Ich hoffe ihr könnt mir mit euren Erfahrungen helfen. Ich muss demnächst meine Vertiefung wählen und bin planlos in welcher Richtung ich gehen soll. Durch ein bisschen Recherche im Internet habe ich festgestellt das Projektleiter im Bau Bereich am meisten verdienen.

Soll ich meiner Vertiefung Richtung Baumanagament/Bauleitung legen oder eher in die Konstruktive Ingenierubau da man in der Regel mehr wissen über Technische Inhalte hat und sollte ich danach als Projektleiter in das Berufsleben antreten?

Habe keine praktische Erfahrung sammeln können, welche Gehaltsangebot könnte ich mir vorstellen, im Bundesland Hessen nach meinem Studiengang.

Welche Wege könnt ihr mir raten, dass ich später ein Gehalt ab 50.000 euro im jahr als Einstieg bekomme.

Sanco der Kurde | 27. September 2022 - 16:10

Im Bachelorstudium habe ich einen Praktikum gemacht bei einem Ing.Büro in der Tragwerksplanung, 12€/h bekommen. Nach dem Bachelor dann von dort ein Angebot bekommen für 48k €/a fest einzusteigen.

Ich entschied mich dagegen und habe eine Praktikumsstelle in der Schweiz in der Bauleitung angenommen für 3k CHF/mo. Wurde dann nach 6 Monaten übernommen für 88.4k CHF/a. Nach 3 Jahren mit Gehaltserhöhungen und Bonus wurden daraus 97.5k CHF/a. Dann gewechselt zu einem Baumaterialienzulieferer im technischen Büro und 104k CHF bekommen und 2 Jahre dort gearbeitet. Nun wechsele ich wieder und werde als nächstes als Bauherrenvertreter ca. 120k CHF bekommen.

Fazit: ich habe in 6 Jahren mehrmals gewechselt (auch das Land) und bereue es gar nicht, denn nur so sind richtige Lohnsprünge möglich. Besonders wenn der Einstiegsgehalt so tief war...

PS.: kommt in die Schweiz :)

Theo | 23. September 2022 - 13:58

@Sven: Kommt auf die größe des Unternehmens und Größe der Projekte an. Habe meinen Masterabschluss gemacht und bei einem großen Unternehmen angefangen. Habe mit 4556€ angefangen (A6). Zusätzlich bekomme ich tarifliche Sonderleistung und einen Firmenwagen mit Privatnutzung. Natürlich hast du bei größeren Projekten auch mehr Stress und Aufgabenbereiche die du abdecken musst.

Aus meiner Sicht sind 2700 Brutto viel zu wenig. Aber du bist ja wie du gesagt hast in einem kleinen Unternehmen und beschäftigst dich nur mit kleinen Projekten.

einbauing | 22. September 2022 - 10:01

Master machen dann ÖD E12/13. Nach 6 Jahren 68k bei 38h/Woche

User123 | 21. September 2022 - 06:41

Bachelor Abschluss, Familienvater

1. Angebot öffentl. Träger (Arbeitstelle 30 min entfernt): EG11 ca. 3555 Brutto + 13 Monatsgehalt und Tarif

2. Angebot Priv. Wirt. (Arbeitsstelle Deutschlandweit): 4200 brutto + 13 Monatsgehalt + Dienstwagen + Tankkarte

Welches Angebot würdet ihr annehmen?

C3D Experte | 15. September 2022 - 20:32

Ich möchte nach jahrelangem Mitlesen dem Forum auch was zurückgeben und meine Gehaltsentwicklung seit meinem Abschluss darlegen.

Ich habe an einer Hochschule Bauingenieurwesen studiert mit Vertiefung Wasser- und Verkehrswesen, Abschluss 2017 Note 2,1. Im Praxissemester 2015 auch in dem Bereich Infrastruktur tätig gewesen. Damals auch eigene Projekte bearbeitet mit abschließendem Zusatz-Bonus über 1.500€. War dort dann auch noch 1 Jahr als Werkstudent tätig.

Bei der Frage Bachelor oder Master musste ich für mich persönlich feststellen, dass ich in meinen 6 Monaten Praxissemester so unglaublich viel mehr gelernt habe, als in großen Teilen des Studiums (vor allem nach dem BPS [berufspraktisches Semester, Anm. d. Red.]). Daher entschied ich mich gegen den Master.

Ich hatte mehrere Angebote u.a. bei einem Konzern in der internen Revision. Jahresgehalt 50.000€ mit Vertrauensarbeitszeit. Habe mich aber für ein Ingenieurbüro für Verkehrswesen mit ca. 15 Mitarbeitern in der 3-Mann starken Abteilung für Objektwesen entschieden. Brutto-Gehalt zum Start 3.300 pro Monat für 40h glatt. Überstunden ausbezahlt oder abgefeiert. Bonus zu Weihnachten waren nur ca. 500€ brutto. Sind bei Einstellung so verblieben, dass wir nach der Probezeit nochmal über das Thema Gehalt sprechen können. Weil ich so nahtlos eingestiegen bin, wurde mir nach meiner Probezeit eine Gehaltsanpassung auf 3.800€ gewährt.

Nach 2 Jahren und nachdem der Abteilungsleiter gekündigt hatte, habe ich mich umgesehen und bin bei einem Ingenieurbüro mit 10 Mitarbeitern untergekommen, welches ich aus dem Praxissemester schon kannte (ohne Abteilungsleiter gab es dort zu wenig Möglichkeit dazuzulernen). Dort dann erstmals in Civil 3D eingestiegen und sofort verliebt. Gehalt war dort zu Beginn 4665€ (56.000 im Jahr) dafür 45h pro Woche abgegolten und alles darüber hinaus bezahlt oder abgefeiert. Dort habe ich ziemlich viel gearbeitet (viel Erfahrung gesammelt) und bin ebenfalls sehr nahtlos eingestiegen. Ausschließlich Private-AG`s abgewickelt. Nach 1 Jahr in der Gehaltsverhandlung auf 5.416€ angehoben worden (65.000€). Wenn man seine Projekte etwas verfolgt weiß man ja auch welche Umsätze man generiert. War dort dann noch fast 2 weitere Jahre, bis ich und mein Lieblingsbauleiter das Unternehmen in verschiedene Richtungen verlassen haben.

Übrigens bearbeite ich Tiefbau und Straßenplanung LPH 1-5, also keine Ausschreibungen und keine örtliche Bauleitung.

Hatte dann wieder mehrere Angebote und bin in einem Ingenieurbüro mit 30 Mitarbeitern als Projektleiter untergekommen. Meinen Hauptkunden vom vorigen Büro betreue ich dort weiterhin (waren zuvor auch schon Kunde, nach wie vor ausschließlich Private AG`s). Dort auch als Leitender Angestellter tätig. Es gibt einige junge Kollegen und viele alte und das Büro hat nach Nachfolgern gesucht, welche auch Verantwortung übernehmen wollen. Außerdem wollte man den Schritt in die 3D-Planung und BIM vollziehen, welchen ich dort nun mit der teilweisen Umstellung auf C3D vollziehe (insbesondere junge Kollegen). Mit also knapp 5 Jahren Berufserfahrung bekomme ich dort nun 6.000 Brutto im Monat + 13. Gehalt (78.000 Jahresgehalt) + Firmenwagen bei 40 Wochenstunden, Überstunden werden über Gleitzeit abgefeiert.

Als Leitender Angestellter habe ich jetzt noch einen besseren Überblick in meine Projektumsätze/-gewinne und kann auch sagen, dass ich dort wirtschaftlich wertvoll bin. Über die HOAI wird eben über schnelle Planung Geld verdient und die angemessene Bedienung der Software erleichtert und beschleunigt so einiges. Vor dem Wechsel war auch ein eigenes Büro mit dem mit mir ausscheidenden Bauleiter beim vorigen Büro eine Option die wir geprüft hatten. Bei dem guten Angebot habe ich das für mich allerdings auch wegen Work-Life Balance verworfen.

Ich bin ein absoluter C3D-Experte der auch schon zum Referieren bei Autodesk Gold-Partnern eingeladen wurde. Das meiste habe ich mir selbst in meiner Freizeit mit Youtube beigebracht und bei der Projektbearbeitung verfestigt. Mittlerweile habe ich mir eigene Workflows und Automatisierungen erarbeitet.

Bei dem aktuellen Büro bin ich nun seit 6 Monaten und beide Seiten sind ausgesprochen zufrieden mit der Zusammenarbeit.

Um zum Punkt zu kommen. Es braucht also nicht immer einen Bachelor [wohl eher Master? - Anm. d. Red.]. Auch größere Sprünge sind möglich (auch im gleichen Unternehmen)... und Zeit ist Geld :-)

Hoffe das hilft dem ein oder anderen vielleicht. Ach ja: bin mittlerweile 31 und habe mich in den letzten Jahren auch viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt (Seminare, Podcasts, Lektüre...).

Ex-Konstrukteur | 2. September 2022 - 15:17

Schreibe ich noch etwas zum Thema: Ich bin 39 und komme aus Osteuropa; war den ganzen Leben als Konstrukteur beschäftigt; zwei verschiedene Masterdiplome (einer davon ist Bauingenieurwesen); 15-jährige Berufserfahrung (8 in Heimatland und 7 in Deutschland); verhandlungssicher Englisch. Ich befinde mich in BW.

In Deutschland habe ich meine Karriere mit 40.000 p.a. angefangen. Dan war es 52.000 bei einem Jobwechsel. Der letzte Arbeitgeber war ein renomiertes Ingenieurbüro mit Objekte weltweit: Infrastrukturbau, Flughäfen, Volkenkratzer, Hochkoplexe Geometrie aller Art, Zusammenarbeit mit besten Architekturbüros (Zaha Hadid, Norman Foster), 3D-Projektierung, parametrische Modellierung, BIM usw. usf. Da bin ich in 5 Jahren bis ca. 60.000 gewachsen. Dieses Jahr sollte es nach einem Inflationsausgleich 63.000 sein.

Habe im Herbst 2021 versucht, mich als Konstrukteur mit Schwerpunkt BIM für 70.000 zu verkaufen. Ich war in dem Region bei allen Development- und Baufirmen, die Milliardenumsätze haben... und es hat nicht geklappt.

Also ich bin damit fertig. Meine 15-jährige Karriere in der Baubranche habe ich mit Gehalt von 60.000 beendet. Weiter ohne mich bitte, kein Lust mehr in diesem Idiotismus Teil zu nehmen. Nach 12 Monaten Vorbereitung mit Weiterbildungen, Selbstlernen und ca. 150 Bewerbungen bin ich vor paar Monaten in Softwareentwicklung umgestiegen. Tschüss Leute!

Realist | 1. September 2022 - 21:54

@Öliver: Ohne dir zu Nahe treten zu wollen, aber für das Gehalt von 2.500 Euro brutto zum Einstieg reicht ein Hauptschulabschluss und anschließend eine Ausbildung im Handwerk. Derartige Gehälter sind für 2019 mitten in einem Bauboom absolut unter Wert für einen Bachelor Absolventen.

LB9Remember | 27. August 2022 - 19:38

Zu mir: 23 Jahre jung, B.Eng im Bereich Infrastrukturplanung und Wasser. Ich habe seit Beginn nebenher in mehreren Büros als Werkstudent gearbeitet und meinen Abschluss an einer Technischen Hochschule gemacht.

Ich würde gerne von den Erfahrenen wissen, da ich nun bald in einem Büro anfange (Mitarbeiter dort 15, mit allen Standorten zusammen aber ca. 80-90), mit was für einem Gehalt etc. ich denn ins Gespräch gehen soll. Ich soll dort als Bauüberwacher anfangen (Leistungsphase 6-8).

Öliver | 23. August 2022 - 11:40

@Sven: Nach meiner Einschätzung ist das viel zu wenig für die freie Wirtschaft und deiner Erfahrung. Selbst bei uns im kommunalen öffentlichen Dienst, der ja im technischen Bereich gerade so im Durchschnitt liegt, werden Ingenieure, die Bauprojekte bis Honorarzone 3 bearbeiten, mit einer Entgeltstufe 11 nach TVÖD-VKA bezahlt. Da liegt das Einstiegsgehalt ohne Erfahrung bei 3600€ brutto monatlich. Und das bei geregelter Arbeitszeit von 39h und Gleitzeit. Vorteil hier ist auch, dass du nicht nachverhandeln musst. Die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes sehen eine automatische Anpassung des Gehaltes je nach Länge der Zugehörigkeit vor.

Zu mir: Ich habe im März 2019 mein Bachelor-Studium Bauingenieurwesen abgeschlossen und direkt als Bauleiter für Einfamilienhäuser bei einem lokalen Unternehmen mit 2500€ brutto angefangen. Im August 2019 bekam ich dann die Zusage der örtlichen Verwaltung, dass ich dort im Tiefbauamt mit einer EG11 (3600€ brutto) einen Job bekommen habe. Nun nach 3 Jahren Zugehörigkeit im öD hat sich mein Gehalt automatisch auf 4200€ erhöht.

Peter Ravensburger | 23. August 2022 - 09:12

Ich studiere derzeit Bauingenieurwesen an einer TH und komme im Oktober ins 7. Semester. Derzeit stellt sich für mich vermehrt die Frage ob ich noch den Master dranhängen soll oder sofort nach dem Bachelor einsteigen.

Ich habe zuvor eine Ausbildung als Maurer absolviert. Ebenso habe ich einen guten Schnitt im Studium ca. 1,7 - 2,0. Ebenso habe ich bereits im Praxissemester und als Werkstudent Erfahrung in der Bauleitung gesammelt. Ich möchte auch gerne als Bauleiter anfangen. Standort Bayern.

Was wäre gehaltstechnisch möglich eurer Meinung nach? Könnte ich es schaffen A6 zu bekommen, bzw. zumindest über A5 hinweg? Ich möchte mich nicht unterm Wert verkaufen, wäre dankbar für Erfahrungsberichte! Was empfehlt ihr mir bezüglich `nur` Bachelor oder Master?

Fragender | 21. August 2022 - 02:59

Ist das eigentlich immer noch so, dass FH Master eine Stufe unter Uni Master ist?

Leonie | 17. August 2022 - 17:08

Ich hätte eine Frage. Ich studiere zurzeit Bauingenieurwesen. Durch eine Werkstudentenstelle in der Bauleitung konnte ich schon viel an Praxiserfahrung sammeln. Nun besitze ich jedoch eine kleine Unsicherheit. Ich möchte als Bauleiter arbeiten.

Mir ist aufgefallen, dass die Bauleiter und Projektleiter vieles aus dem Kopf wissen und ein schnelles technisches und logisches Denken besitzen ohne viel nachzudenken. Ich konnte im Studium vieles lernen, jedoch musste ich das meiste nicht während der Werkstudententätigkeit anwenden.

Die Aufgaben der Werkstudententätigkeit waren die Aufgaben des Bauleiters. Ich habe ihn bei diversen Aufgaben unterstützt und Aufgaben übernommen.

Kommt dieses Wissen und das Denken durch die Erfahrung?

Hab das Gefühl, ich hab einiges im Studium verpasst, obwohl ich alles belegt und gut bestanden habe. Ich konnte während der Werkstudententätigkeit mehr lernen als gefühlt während meines Studiums bis jetzt. Das theoretische Wissen aus dem 1. Semester zum Beispiel habe ich fast komplett vergessen. Die wichtigsten Dinge die ständig wiederholt wurden, sind mit natürlich im Kopf geblieben.

Könnt ihr mir eure Erfahrungen teilen? Wie unsicher ist man zuvor als Jungbauleiter?

BALLONALLO | 25. Juli 2022 - 20:55

@Sana
Achtung - Das sind meine Erfahrungen:

Ich kenne keinen Beruf indem die Gehälter automatisch steigen, außer man hat einen Inflationsausgleich ausgehandelt, aber das ist ja die Ausnahme und etwas anderes. Also, du wirst dich so oder so mit deinem Vorgesetzten an einem Tisch setzen müssen und nachverhandeln - üblicherweise finden jährlich Mitarbeitergespräche statt, wo du dann die Möglichkeit hast, deine Vorstellungen kundzutun.

Und nein, ein Kollege mit mehr Berufserfahrung wird ganz sicher nicht genauso viel verdienen wie ein Frischling, sondern "deutlich" mehr. Denn, und da kommen wir mitunter auch zu deiner zweiten Frage:

Der Beruf des Bauleiters ist weniger getrieben durch eine akademische Vorbildung, sondern eher durch Erfahrung.
Und das wissen auch deine Arbeitgeber. Ergo ist es (fast) egal, ob du einen Bachelor oder Master hast, da du als Frischling so oder so keine Ahnung haben wirst.

Aber: Nichtsdestotrotz wird ein Masterant gerne eine Stufe höher eingestuft. Meine Erfahrung (gem. Bautarif): Bachelor A5, Master A6.

Zweites "Aber": Mach deinen Master fertig. Sobald du im Berufsleben einsteigst, wird es dir später schwerer fallen - sofern du dann wieder möchtest - zu studieren bzw. deinen Master nachzuholen. Und die Bau- und Projektleitung ist kein einfaches Pflaster. Vielleicht möchtest du irgendwann bei einer Behörde und Ingenieurbüro arbeiten - hier kommt dir ein Master zu Gute.

Das zweite Zugpferd in Sachen Gehalt:
Dein Gehalt steigt mit der Verantwortung die du übernimmst bzw. übernehmen möchtest. Und mit den Erfolgen deiner Projekte.

So, und nun kurz zu mir:

Ich habe "nur" einen Bachelor, verdiene aber z.T. deutlich mehr als meine Kollegen mit einem Master. Das liegt aber daran, weil ich sehr schnell sehr viel Verantwortung tragen wollte und mir auch dazu die Möglichkeit gegeben wurde. Es ist also auch so möglich.

Sana | 23. Juli 2022 - 08:56

Hey ich hätte zwei Frage:

1.Frage
Ich studiere zurzeit Bauingenieurwesen. Ich wollte später gerne als Bauleiter arbeiten. Nun stelle ich mir die Frage, ob die Gehälter je nach Erfahrung automatisch steigen oder man immer mit dem Arbeitgeber verhandeln muss. Verdient ein Bauleiter mit 10 Jahre Erfahrung genau so viel wie ein Berufsanfänger, wenn beide die gleiche Tätigkeit ausführen? Leider finde ich nichts konkretes, wie sich die Berufserfahrung auf das Gehalt auswirkt.

2.Frage:
Ich bin noch am überlegen, ob ich den Master machen soll oder nicht. Verdient man mit dem Master wirklich besser und ist dann eine Gehaltsstufe höher als mit dem Bachelor?

Ich wäre dankbar, wenn ihr eure Erfahrung mit mir teilen könntet. Ich bedanke mich schonmal für eure Antworten.

Beginner | 19. Juni 2022 - 21:11

Ich verfolge seit Beginn meines Masterstudiums dieses Forum und war zum Teil ziemlich verunsichert ob ich die richtige Wahl mit meinem Studium getroffen habe. Ich lese oft etwas über extrem niedrige Einstiegsgehälter die der Arbeit und Verantwortung eines Bauleiters einfach nicht gerecht werden.

Da ich den Job als Bauleiter bereits aus Praktika und aus einem Werkstudentenjob kenne habe ich mich bewusst dafür entschieden seit Mai als Junior-Bauleiter zu beginnen und erstmal so viel praktische Erfahrung wie möglich zu bekommen.

Ich wurde gemäß des Tarifvertrags auf A7 eingestellt das entspricht 64k (5036*12,72). Ich habe 2 andere Angebote bei denen mir "nur" A6 (58k) angeboten wurde. Ich muss dazu sagen, dass die meisten anderen Kommilitonen häufiger schlechter eingestiegen sind. Nichts desto trotz meine Empfehlung: Nicht unter Wert verkaufen!

Zu mir:
Alter: 26
Abschluss: M.Sc. TU
Ort: Südwesten

Regierungsbeamter | 10. Juni 2022 - 12:58

Ich verfolge diesen Thread auch schon seit den Anfängen meiner Studienzeit und würde nun auch gerne meine Erfahrung teilen.

Nach meinem Master Studium an der TU bin 2018 ich als Bauleiter für 54.000€/anno (A6) eingestiegen + PKW. Nach einem Jahr bin ich ins technische Referendariat gegangen und habe mich dort zum Staatsexamen im Baubereich weitergearbeitet. Hierfür gab es bescheidene 2250€ Brutto (als Beamter knapp 2k netto) für diese Fortbildung.

Seitdem arbeite ich im öD im höheren Dienst und schließe 2024 meine 3 jährige Probezeit ab. In dieser wird man als Baurat A13 besoldet, was knapp 3,61k netto pro Monat entspricht. Ohne tarifliche Steigerung mit eingerechnet, wird nach meiner Beförderung (Abschluss der Probezeit) nach A14 Oberbaurat sowie der Stufenlaufzeit knapp 4,1k netto pro Monat herauskommen.

Warum schreibe ich netto? Beamte sind sozialversicherungsfrei, werden jedoch nach Lohnsteuer B besteuert. Das ist einfacher als Vergleich. Abziehen muss man noch die PKV mit 70% Beihilfe (ca. 150-200€ pro Monat).
Benefit ist natürlich die bekannte Pension, die vermögenswirksame Leistungen des AG gleich mit einschließt. Grundlage ist eine 41-Stunden Woche.

Es muss nicht immer Privatwirtschaft sein - auch die Aufgaben im öD sind interessant und gut bezahlt; auch wenn ich IT-ler im Freundeskreis habe die jetzt schon weit über meinem möglichen Endgehalt sind. Damit kann man sich als BauIng jedoch nicht vergleichen.

keeper83 | 24. Mai 2022 - 16:18

@ Wookie

Schon erstaunlich wie jemand mit Ihrer Erfahrung solche Stammtischparolen raushauen kann. Sie hätten es bei dem ersten Satz belassen sollen.

"Über die Entlohnung im Öffentlichen Dienst kann ich nichts sagen,. da ich diesen Schritt nicht gegangen bin und auch nicht gehen will. Hierzu kann ich nur feststellen, dass dieser Schritt i.d.R. endgültig ist, da man nach längerer Tätigkeit im öffentlichen Dienst in der freien Wirtschaft nur noch eingeschränkt einsetzbar ist."

Bei meinem Wechsel aus der Privatwirtschaft (Bauleitung) in den öffentlichen Dienst hat sich mein Tätigkeitsfeld um die Bereiche Planung und Ausschreibung erweitert. Meine Arbeitsplatzausstattung hat sich wesentlich verbessert und meine Arbeitszeit teile ich mir im Rahmen der zu leistenden 39h und den Projekten quasi selber ein.

Worcaholics aus den 90ern sind als Ratgeber nicht immer die beste Wahl.

Wookie | 19. Mai 2022 - 11:31

Da hier so fleißig über die Gehälter von Bauingenieuren diskutiert wird, möchte ich hier auch meine Erfahrungen und Sichtweise darstellen. Zu mir: Ich habe einen Abschluss an der RWTH Aachen als Bauingenieur im konstruktiven Ingenieurbau, also m. E. so ziemlich die beste Ausbildung, die man als Bauingenieur in Deutschland haben kann. Dennoch betrug mein Einstiegsgehalt seinerzeit nur 4.500 DEM/Monat in einem kleinen Ingenieurbüro.

Nach meinem Wechsel in ein größeres Ingenieurbüro erhöhte sich mein Gehalt als mittlerweile Leiter und Prokurist auf 7.500 €/Monat. Der Einbruch der Bauwirtschaft im Jahre 2004 führte zu meiner Selbständigkeit. Hinzugewonnen habe ich dann Zusatzqualifikationen und Sachverständigentitel, so dass ich im Rahmen der Selbständigkeit auf ein ähnliches Monatsgehalt von ca. 7.500,- € kam. Mittlerweile bin ich Inhaber von 3 Ingenieur-/Planungsbüros und kann über ein Monatsbrutto von ca. 10.000 € verfügen. Um es auf den Punkt zu bringen:

Die Einstiegsgehälter für konstruktive Bauingenieure im Bereich Statik sind eher gering im Vergleich zu anderen Ingenieuren. Mehr als 3.000,- €/Monat sind in der Regel nicht zu erwarten, da auch die Qualität der Absolventen, also der in den Beruf einsteigenden, sehr unterschiedlich ist und leider nachlässt. Mit zunehmender Erfahrung und Zusatzqualifikationen können die Gehälter eines konstruktiven Bauingenieurs stark ansteigen. Dies hängt von dem persönlichen Einsatz ab.

In der Bauindustrie werden für Bauingenieure generell höhere Gehälter gezahlt als in Ingenieurbüros, insbesondere in der Tätigkeit als Bauleiter. Diese Tätigkeit erfordert aber nicht selten einen Arbeitseinsatz von ca. 60 h / Woche ohne Überstundenausgleich. I.d.R gibt es einen Firmenwagen. Mit der Tätigkeit in einem Ingenieurbüro ist dieser Job nicht vergleichbar!

Über die Entlohnung im Öffentlichen Dienst kann ich nichts sagen,. da ich diesen Schritt nicht gegangen bin und auch nicht gehen will. Hierzu kann ich nur feststellen, dass dieser Schritt i.d.R. endgültig ist, da man nach längerer Tätigkeit im öffentlichen Dienst in der freien Wirtschaft nur noch eingeschränkt einsetzbar ist.

Generell ist es Fakt, dass das Gehalt eines Bauingenieurs sehr stark schwanken kann. Diese Schwankungen resultieren aus dem Aufgabenbereich, der Qualifikation, des persönlichen Einsatzes und der Übernahme von Verantwortung. Der Beruf des Bauingenieurs ist sehr vielfältig und die Honorierung sehr unterschiedlich. Dennoch ist dies aus meiner Sicht der schönste Beruf überhaupt; wenn nicht sogar eine Berufung. Dies muss man wollen, dann stimmt auch der Lohn!

Lolo | 11. Mai 2022 - 06:51

Ich arbeite für eine AöR und bin momentan bei TVöD 12 - Stufe 5. Hinzu kommt manche Überstunde, Rufbereitschaft und Sonderzahlung. Da kommt man fast an die 80.000 EUR im Jahr. Es ist keine leitende Position.

Projektmanager | 31. März 2022 - 15:57

@Maik:
Dein Forumsbeitrag ist ehrlich gesagt wenig passend und sehr anmaßend. Ich glaube Du bist hier im falschen Forum. Zudem macht er auf mich eher den Eindruck, dass Du Dich (mit teilweise unrealistischen) Aussagen (vor Fremden?!) profilieren willst, hinter denen wohl wenig Wahrheitsgehalt steckt.

Wenn du Probleme mit Behörden hast, gibt es wohl ungelöste Themen bzw. Fehler in Deinen Projekten. Da habe ich einen Tipp für Dich: Vielleicht suchst Du Dir doch einen qualifizierten Bauingenieur oder Architekten, der für Dich alles norm- und gesetzeskonform plant. Oder vielleicht hättest Du doch studieren sollen?

Jeder, der dieses Geschäft professionell betreibt, hat vermutlich ein ähnliches Bild zu deinen Statements. Viel Erfolg trotzdem weiterhin bei deinen "Entwicklungen" und "Investments".

München | 29. März 2022 - 16:58

Als fleißiger Mitleser möchte ich mal meine Erfahrungen teilen:

  • Angefangen 2008 bei einem großen börsennotiertem Bauunternehmen als Bauleiter: Tarif A7, 30 Tage Urlaub, ca. 45.000 EUR p.a.
  • nach 3 Jahren Beförderung zum Projektleiter, Gehalt nach Tarif A8 + 100 Euro Zulage + Firmenwagen
  • nach 8 Jahren ca. 75.000 EUR, immer mal wieder Projektbonus ca. 6.000 EUR p. a. im Durchschnitt
  • anschließend Wechsel zu einem Konkurrenzbauunternehmen aus Österreich, Gehalt 91.000 EUR p.a. + Firmenwagen + 30 Tage Urlaub
  • nach 3 Jahren 95.000 EUR p.a., pro Jahr zusätzlich ca. 3.000 bis 5.000 EUR Bonus
  • anschließend Wechsel auf die Bauherrenseite als Projektleiter, 115.000 EUR p.a., 20.000 EUR Bonus p.a., Firmenwagen ca. 70.000 EUR Listenpreis, 30 Tage Urlaub
Arbeitszeit war bisher bei allen Positionen immer im Rahmen des üblichen (40 - max. 50 Stunden)

Stuttgart | 28. März 2022 - 16:20

Kleines Update von mir. Folgendes hatte ich im November 2020 geschrieben.

"Ich habe vor 8 Jahren in Stuttgart mit einem Bachelorabschluss angefangen und 3.500 €/Monat verdient. Inzwischen verdiene ich bei der selben Firma inklusive Prämie 6.800 € / Monat + Firmenwagen."

Ich bin immer noch bei der selben Firma im Projektmanagement tätig und verdiene inkl. Prämie derzeit 7.750 € / Monat + Firmenwagen. Arbeite nun also seit bald 10 Jahren für die selbe Firma und bin immer noch sehr zufrieden. Ich bekomme regelmäßig per XING / LinkedIn Anfragen mit ähnlichem Gehaltsangeboten. Der Markt ist derzeit gut und wenn euer derzeitiger Arbeitgeber euch nicht die Gehaltserhöhungen gibt, die ihr haben wollt, dann schaut euch auf dem Markt um.

Maik | 26. März 2022 - 21:52

Ich bin gelernter Klempner, 36 Jahre, 21 Jahre Erfahrung auf dem Bau, > 10 Jahre Bauleiter, Geschäftsführer - und das alles ohne jedes Studium. Ich habe drei Firmen, eine Immobilien GbR - Bauen und Halten, eine GmbH & Co. oHG - Bauen und Verkaufen, eine GmbH - Beteiligung an eigenen und Projekten Dritter, zumeist befreundeter Bauträger.

Ich arbeite wie ich gerade Lust habe, mal 10 Stunden die Woche, mal 90 Std./Woche. Meine Bezahlung ist so hoch wie ich es für richtig halte, aber deutlich im 6-stelligem Bereich. Zum Glück habe ich nicht studiert, wenn ich höre, für wie wenig Geld hier der ein oder andere arbeiten muss.

Mich nerven eigentlich nur die Bauingenieure, welche auf dem Amt sitzen und sich hier feiern, weil sie keine Überstunden machen müssen. Und die unsere gesamte Wettschöpfungskette unterbrechen und mich dazu nötigen, ständig Gespräche mit Bürgermeistern, Landräten und weiteren Kommunalpolitikern zu führen, damit wir unsere Bauprojekte umgesetzt bekommen.

Master BauIng FH | 23. März 2022 - 23:02

Ich wollte auch mal mein Gehalt aktualisieren:

  • Start während dem Studium: Bauingenieur BA Werkstudent 20 h 13 €/Std. netto
  • Nach dem Master Start im Mittelstand 250 MA: 51.000 € / a brutto bei 40 h/ Woche + 30 UT
  • Nach 1 Jahr (Projektleiter): 53.000 € / a brutto bei 40 h/Woche + 30 UT + Firmenwagen frei wählbar Listenpreis ~ 50.000 €
  • Nach 2,5 Jahr (Projektleiter + Führung MA Juniorprojektleiter): 59.000 € / a brutto bei 40 h/Woche + 30 UT + Firmenwagen frei wählbar Listenpreis ~ 50.000 €
Was meint ihr wann wäre die nächste Stufe realistisch und was ist gehaltstechnisch möglich? Eher 400 - 600 € brutto monatlich oder weniger oder mehr?

Sln | 13. März 2022 - 12:29

Ich habe jetzt meinen Bachelor an der FH abgeschlossen und fange demnächst bei einer größeren Firma im süddeutschen Raum als Bauleiter im SF-Bau an. Gehalt ist nach Tarif A6 (4556 Euro monatlich bei 13 Gehältern). Dazu kommt eine Jährliche Prämie (mindestens 500 Euro) und Urlaubsgeld (ca. 720 Euro). Jahresgehalt somit etwa 62.000 Euro Brutto + Firmenwagen zur privaten Nutzung. Zur Arbeitszeit kann ich noch nichts genaues sagen.

Bauleiter24 | 2. März 2022 - 19:39

Bauleiter, Ostwestfalen Lippe, Hochbau, SF-Bau, M.Sc., 5 Jahre Berufserfahrung. Einstieg ca. 4.000 €, jetzt bei 5.100 €. zzgl. Sonderbonus, Weihnachtsgeld und Spesen, ich werde dieses Jahr bei etwa 71.000 € Gehalt landen.

Arbeitszeit schwankt, jedoch nie mehr als 50 h. Arbeitsbelastung hat in der kurzen Zeit leider erheblich zugenommen - mittlerweile bin ich froh, wenn das Auto am Wochenende nicht bewegt werden muss.

Carilo | 23. Februar 2022 - 14:58

Also ich dachte, ich aktualisiere auch mal mit meinen Gehaltsangaben: Ich bin Mitte Zwanzig, habe einen Master im Verkehrsingenieurwesen TU und habe ohne Erfahrung bei der Autobahn GmbH mit E 13 angefangen. Das sind 54.000 EUR Jahresgehalt. Ich glaube das ist relativ okay. Im Vergleich mit meinen ehem. Kommilitonen würde ich auch nichts mehr darunter nehmen.

SR | 23. Februar 2022 - 08:56

34 Jahre, B.Eng., 10 Jahre Berufserfahrung, Öffentlicher Dienst, ländlicher Raum, Ver- und Entsorgung, LP 1-9 (eigenständig), jetzt E 11, Stufe 4, rund 60.000 €, in 2 Jahren Stufe 5 mit rund 65.000 €, nach weiteren 5 Jahren Stufe 6 mit rund 70.000 €, zzgl. Tariferhöhungen, 39 h Woche, keine Minute länger, ansonsten abfeiern. Fazit: sehr zufrieden!

M.Eng 33 | 20. Februar 2022 - 18:10

Ich dachte ich aktualisiere mal mit meinen Erfahrungen: 33 Jahre und 54.000 EUR Brutto, Einstieg mit 27 jahren und 42.000 EUR Brutto.

Raum OWL in einem Ingenieurbüro. Der Chef ist in der Lage vernünftige Verträge nach HOAI zu erstellen, es werden keine Kleinaufträge angenommen, mit denen man eh nur Verlust machen kann. Es gibt eine hohe Bindung an die Auftragnehmer, so dass diese auch höhere Forderungen begleichen. Unser Nachtragsmanagement ist Top und es gibt eine vernünftige Auswertung der Auslastung jedes Mitarbeiters. So weiß ich sehr genau, wie viel ich im Jahr umsetze, so weiß mein Chef aber auch, wann der Umsatz gering ist, weil das Projekt einfach nicht läuft (auch unverschuldet).

Überstunden so im 5-10 % Bereich. Das Gehalt bewegt sich im Rahmen das der Ämter. Wobei hier Geringleister aussortiert werden und das Team motiviert bleibt.

Hans | 15. Februar 2022 - 12:01

Ich verdiene nach 11 Jahren im öffentlichen Dienst ca. 60.000 €/brutto pro Jahr. Habe Bauingenieurswesen studiert, da ich dachte, irgendwann verdiene ich genug Geld um ein Häuschen zu bauen. Leider reicht das Gehalt nicht und die Immobiliensituation ist Euch allen bestens bekannt.

Ich wohne jetzt in einer 3-Zimmer-Wohnung für 1100 € Warmmiete im Monat und fahre einen BMW 316i, Baujahr 2001. Wenn ich sehe, dass Leute, die eine Ausbildung im Handwerk gemacht haben und sich dumm und dämlich zurzeit verdienen (4000 €/Monat netto inklusive private Arbeiten hier und da, sind locker drin), habe ich denke ich den falschen Weg eingeschlagen.

Wenn ich 1000 € im Monat zur Seite lege - brauche ich noch ca. 10 Jahre um einen bezahlbaren Kredit fürs Haus aufzunehmen - hab da kaum noch Spielraum für andere Sachen. Ich kann im Prinzip nur noch auf einen Crash hoffen, der die Immobilienpreise irgendwie bricht. Ansonsten bleibe ich ewiger Mieter oder Kauf mir halt eine Wohnung für 200.000 € bis 300.000 €.

In die freie Wirtschaft kann ich auch nicht mehr, da ich im öffentlichen Dienst meine Qualitäten verloren habe und mir es sehr schwer fällt mehr als 39 h/Woche zu arbeiten.

Shoppe50 | 11. Februar 2022 - 19:53

Bauleiter mit einer Berufserfahrung GRÖßER 10 Jahren können sehr gut verdienen. Es kommt aber auch auf die Region. Bist Du in Frankfurt oder z.B. München unterwegs, geht es so bei 70.000 € Gehalt los. Das liegt auch daran, dass es einfach zu wenig Baufachleute - insbesondere Bauleiter - gibt. Und natürlich viele Baustellen. Das heißt extrem hohe Nachfrage bei geringem Angebot.

Das heißt der Markt ist sehr arbeitnehmerfreundlich. Das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben. Wer aber pünktlich um 16:00 Uhr Feierabend machen will, sollte keine Bauleitung machen. Überstunden sind die Regel.

Bauleiter | 5. Februar 2022 - 11:19

Lasst Euch nicht verunsichern. Ich bin Bautechniker und liege nun nach nicht einmal 2 Jahren Berufserfahrung als Bauleiter bei 64.000 € Gehalt. Über Xing trudeln auch des Öfteren Angebote mit bis zu 72.000 € ein, ohne zu verhandeln. Da geht bestimmt noch etwas mehr.

Bauleiter sind gesucht wie eh und je. Nahezu jede Firma sucht Nachwuchs, weil die alten Hasen demnächst in Rente gehen. Wie es hier schon einmal geschrieben wurde: seid selbstbewusst und verkauft euch nicht unter Wert. 4.000 € sollten es zum Einstieg mindestens sein.

Projektmanager | 27. Januar 2022 - 19:05

Ich bin seit meiner Studienzeit hier ab und an Mitleser und mittlerweile 6 Jahre im Job. Die Kommentare zur Bauwirtschaft und dem Gehaltsniveau hätten mich während des Studiums beinah zum Wechsel getrieben. Ich bin froh, dabei geblieben zu sein und mich nicht von den ewig-gestrigen Griesgramen hier desillusioniert haben zu lassen.

Bereits während meines Masterstudiums an einer TU habe ich verschiedene Jobs als Werkstudent angenommen. Ich lege Euch (Studierenden) allen ans Herz, dies ebenfalls zu tun und möglichst unterschiedliche Unternehmen / Bereiche zu testen. Das gibt Euch die Möglichkeit, die für Euch passende Sparte zu finden. Die Bauwirtschaft könnte nicht diverser sein, was die Beschäftigungsmöglichkeiten angeht.

Nach dem Studium habe ich bei einem überregionalen Projektsteuerer (rd. 120 MA an versch. Standorten) angefangen. Einstiegsgehalt rd. 55.000 € inkl. variabler Zusatzvergütung. Ich durfte mit Kundenkontakt an der Front arbeiten, konnte dadurch enorm viel mitnehmen und mich selbst profilieren.

Nach vier Jahren habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Gleiche Sparte, interessantere und größere Projekte bei und rd. 74.000€ Jahresgehalt inkl. Bonus (beim alten Arbeitgeber gab es natürlich mit der Zeit Erhöhungen auf rd. 65.000 €). Mittlerweile ist das Gehalt inkl. Bonus 6-stellig. Eine 40 Stunden Woche ist mir fremd, aber über 50 Stunden komme ich selten.

Was ich Euch mitgeben will: wenn Ihr keine „Nasenbohrer“ seid, aber smart und ehrgeizig sowie Einsatz zeigt, stehen Euch auch in der Baubranche Tür und Tor offen. Und das in allen Bereichen inkl. der so viel gescholtenen Tragwerksplanung. Fordert jährliche Mitarbeitergespräche ein, setzt gemeinsame Ziele und lasst Euch entsprechend Eurer Leistung auch bezahlen. Redet miteinander und kommuniziert. Niemand kann Eure Wünsche erraten und nur die wenigsten „schenken“ Euch was. Wenn Euer AG hier nicht mitgeht, zurzeit suchen alle Büros gute Mitarbeiter. Die Chance solltet Ihr nutzen.

P.S.: o.g. Gehaltsangaben sind ins Verhältnis der deutlich erhöhten Lebenshaltungskosten im süddeutschen Raum zu setzen.

P.P.S.: Wer zum Öffentlichen Dienst geht, sollte dies bewusst tun. Die Work-Life-Balance ist sicherlich ein Argument dafür. Das Gehalt, die Aufstiegschancen und dass wenig abwechslungsreiche Arbeitsumfeld / die Amtsmentalität sprechen aus meiner Sicht dagegen. Aber nicht jeder steht auf Eigenverantwortung und hat den Ehrgeiz, sich in Themen reinzuhängen und Fortschritt zu bewirken.

BobderMeister | 24. Januar 2022 - 11:01

Ich glaube die Antworten zeigen, dass es in unserer Branche gewaltige Unterschiede gibt - sowohl beim Einstiegsgehalt wie auch im späteren Werdegang. Ich habe das Diplom gemacht, Notendurchschnitt 2,8 (also nicht unbedingt der Topstudent, zumindest was die Theorie angeht). Mein Einstiegsgehalt in einem mittelständischen Bauunternehmen lag nach dem Studium bei knapp 40.000 €/Jahr (inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld) + Dienstwagen (Ford-Galaxy).

Danach wurde die Bezahlung immer wieder mit der steigenden Verantwortung und dementsprechendem Stress und Mehrbelastung angepasst. Ich habe nun 8 Jahre Berufserfahrung, habe die Firma nie gewechselt und habe mittlerweile ein Jahresgehalt von knapp 75.000 €/Jahr (inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld) + Dienstwagen (BMW 330) + 4 % Gewinnbeteiligung, was am Ende des Jahres auch nochmal gut 20.000 € ausmachen kann. Das Ganze bei ca. 50 Std. pro Woche.

Meine ehemaligen Studienkollegen in Ingenieurbüros verdienen da deutlich weniger, Jahresgehalt nach 8 Jahren 48.000€ + Skoda Octavia (bei reiner Planungsverantwortung) und 55.000 € + VW Passat (mit Bauleitung). Das Einstiegsgehalt war seiner Zeit 36.000 €/Jahr, jedoch ohne Firmenwagen. Der Stress und die Arbeitszeit sind eigentlich genauso hoch wie bei mir.

Was ich falsch finde, ist in solchen Foren sich darüber zu informieren, wieviel man später mal in z.B. 10 Jahren verdienen wird. Das liegt, zumindest in der freien Wirtschaft, nur an einem selbst. Seid Ihr mit Spaß dabei, liefert gute Ergebnisse und das über Jahre, dann werdet Ihr auch dementsprechend fair entlohnt. Da sind Gehaltssprünge möglich, die man sich niemals erträumt hat. Wenn nicht solltet ihr euch ein anderes Unternehmen suchen.

Im Ingenieurbüro sieht das anders aus. Die sind leider an die HOAI gebunden und haben daher nicht die Gewinnspannen von Bauunternehmen. Dementsprechend können hier die Gehälter nicht gleich hoch ausfallen.

Beim öffentlichen Dienst sind die Gehälter ja aus den entsprechenden Tabellen ersichtlich. Hier wird man halt nicht nach Leistung, sondern nach Zugehörigkeit und Abschluss bezahlt ;-). Ist für manche ein Vorteil, für manche eher ein Nachteil.

Wechselwilliger | 23. Januar 2022 - 09:16

@MEng-Bauer:
Ich habe erst vor kurzem gewechselt, ein Verhandeln ist beim Öffentlichen Dienst sehr eingeschränkt. Deine Angaben decken sich mit meiner Erfahrung. Mich würde interessieren wieviele Wochenstunden in deinem Arbeitsvertrag festgelegt sind und wie die Überstunden vergütet werden? Werden die Fahrten zur Baustelle zeitlich voll angerechnet?

Wechsler | 22. Januar 2022 - 12:35

Viele Kommentatoren vor mir sind ja irgendwann im öffentlichen Dienst (ÖD) gelandet. Ich bin den gegenläufigen Weg gegangen und mittlerweile in der Wirtschaft. Ich möchte an meinem bisherigen Weg auch mal die Schattenseiten des ÖD benennen. Gestartet als Berufsanfänger im kommunalen ÖD. Bezahlung damals um die 40.000 € inkl. Weihnachtsgeld. Gehalt steigt dann alle paar Jahre gemäß Tarifvertrag. Es gab quasi keine Einarbeitung, selbst der Arbeitsplatz war anfangs nicht eingerichtet.

Die erste Zeit saß ich nur rum und keiner konnte mir sagen, was ich tun sollte. Dann ging es plötzlich ganz schnell, totaler Kaltstart, jede Menge unterschiedliche Projekte ohne richtige Übergabe. Im Prinzip war ich einer der wenigen Fachleute, die anderen teilweise Quereinsteiger, da im Öffentlichen Dienst oftmals das passende Personal fehlt. Konsequent an einem Projekt arbeiten war auch schwierig, da die Beamten, Bürger oder die Gemeinderäte immer wieder neue Ideen hatten und man bereits fortgeschrittene Projekte öfters neu beginnen musste.

Irgendwann ist das aus fachlicher Sicht frustrierend, weil einfach viele dazwischenreden und deshalb Projekte ewig dauern. Immer wieder neue Aufgaben, weil es halt sonst niemand kann und macht. Der Gesetzgeber lässt sich immer wieder was Neues einfallen. Druck ist trotzdem überschaubar, da wir Ingenieure in der Welt der Beamten und Verwaltungsleute eh immer Exoten sind und die manchmal gar nicht wissen, was wir eigentlich genau machen. Gleichzeitig wird von uns natürlich auch erwartet, dass wir sämtliche Vorschriften und Gesetze kennen. Als Nicht-Verwaltungskraft muss man sich da erstmal einarbeiten. Dann der erste Wechsel nach 4 Jahren zu einer anderen Stadt bei dann ca. 54.000 €.

Im Prinzip das gleiche, Projekte und Prozesse dauern ewig, Abstimmungen mit anderen Ämtern oft schwierig. Manchmal wartet man Wochen und Monate auf eine Rückmeldung. Es geht einfach nicht voran. Die meist fachfremden Amtsleiter entscheiden dann irgendwas, was Du dann vor dem Gemeinderat präsentieren sollst, auch wenn’s aus fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar ist. Entscheidungen treffen andere - aber du darfst dir dann die Prügel in der Öffentlichkeit abholen. Der Bürgermeister hat meistens auch noch eine Idee, in der Regel ist es die des Bürgers oder des Gemeinderats, der in zahlreichen Vereinen aktiv ist und jeden im Ort kennt. Schließlich sind ja bald wieder Kommunalwahlen. Interessant wird’s, wenn sich eine Bürgerinitiative formiert. Man bewegt sich immer auch in einem politischen Spannungsfeld bzw. man wird da zwangsläufig reingezogen.

Dazu kommen veraltete Ausstattung (weil einfach kein Geld dafür da ist), kein Homeoffice (habe von ehem. Kollegen mitbekommen, dass dies selbst während Corona die Ausnahme war und die dann ihre privaten PCs nutzen mussten), viel Bürokratie, ein generelles Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern - was Arbeitsdisziplin betrifft - kaum Aufstiegs- bzw. Entwicklungschancen (am ehesten noch für Beamte oder die Dienstältesten, Leistung oder Talent sind nicht ausschlaggebend), keine Benefits bzw. Mitarbeitervorteile (sogar der Parkplatz musste bezahlt werden, keine Kantine).

Zudem haben bzw. hatten einige Kollegen Burn Out (vielleicht auch Bore out?) Finde das kommt im ÖD wirklich überproportional vor, was für Außenstehende natürlich nicht nachvollziehbar ist. Das liegt nicht unbedingt am Druck und am Stress, aber man prallt oft gegen starre Strukturen, steht in der Öffentlichkeit oft schlecht da (es gibt sog. Wutbürger) und man fühlt sich oft nicht richtig geschätzt. Feedback, Lob etc. fehlen nahezu komplett. Wenn man was bewegen möchte und links und rechts wird man nur ausgebremst, kann das durchaus frustrierend sein (und ich bin keine Person die es drauf anlegt irgendwo anzuecken). Entweder man resigniert und gerät in den selben Trott oder man muss sich was anderes einfallen lassen.

Natürlich gibt es auch Vorteile im ÖD, die ja bereits in den vorangegangenen Kommentaren genannt wurden. Gute Work-Life-Balance, sicherer Job, angemessenes Gehalt etc. Bei mir haben letztlich die negativen Dinge überwogen. Ich konnte mir nicht vorstellen, die nächsten Jahrzehnte so weiterzuarbeiten und mein komplettes Berufsleben im ÖD zu verbringen.

Nun bin ich in der freien Wirtschaft mit > 60.000 €. Ähnliche Arbeitszeiten, phasenweise etwas mehr Wochenarbeitsstunden (dafür aber mit Überstundenvergütung). Der frühe Feierabend am Freitag ab 12 Uhr fehlt allerdings schon etwas. Die Arbeitsweise ist jedenfalls professioneller, fachlicher, effizienter und geräuschloser (ohne Lokalpolitik, Bürgerbeteiligung etc). Was mir persönlich insgesamt einfach besser liegt.

MEng-Bauer | 21. Januar 2022 - 01:54

@Wechselwilliger:
Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich bin Ausländer, jetzt in Deutschland seit 2 Jahren, habe hier mein Master in Baubetrieb angefangen, inzwischen ein Praktikum in der Bauleitung gemacht und schreibe jetzt an der Masterarbeit. Ich habe vor 3 Wochen mit den Bewerbungen angefangen und habe bis jetzt 2 Jobangebote in der Bauleitung (48.000 EUR und 50.000 EUR) sowie ein Jobangebot in der Bauüberwachung (im Vertrag 50.000 EUR p.a. die ersten 2 Jahre und danach 62.000 EUR p.a.).

Also wovon redest Du? Ich habe noch weitere Vorstellungsgespräche, du hast es selber gesagt, wenn Bauingenieure so viel gesucht sind, warum nutzt man die Chance nicht, um sein Gehalt zu verhandeln?

Wechselwilliger | 20. Januar 2022 - 10:58

Ich kenne dieses Forum nun seit sehr vielen Jahren und finde es schade, dass ich mich nicht schon vor dem Studium mit der Gehaltssituation des Bauingenieurs auseinandergesetzt habe. Ursächlich für die auch hier erkennbare schlechte Stimmung ist nicht der Beruf an sich, sondern die Baubranche, die im Vergleich zu anderen Branchen wie z.B. der Chemie-, Metall- und der Elektroindustrie schlecht dasteht.

Während der Bau mit seinen hauptsächlich kleinen bis mittelständischen Betrieben dem vollen Wettbewerb unterliegt, unterstützt die Politik immer nur die sogenannte Schlüsselindustrie. Nach mittlerweile über 22 Jahren Berufserfahrung, 4 verschiedene Umfelder (Statik, Industrie, Projektleiter DB, Projektleiter Öffentlicher Dienst) mit unzähligen Vorstellungsgesprächen, bin ich nun im Öffentlichen Dienst bei ca. 56.000 € und einer 40,1 h / Woche gelandet - was ich als sehr frustrierend empfinde, was aber noch eines der "besseren" Jobangebote in der Region war.

Die Gehaltsvorstellung vieler hier, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst nach härteren Verhandlungen habe ich nie mehr als ca. 60.000 € angeboten bekommen (ohne Bauleitung) und das, obwohl doch Bauingenieure angeblich so dringend gesucht sind. Nur in der Bauleitung wäre mehr drin gewesen, natürlich bei einer 45-50 h / Woche. Da lachen die Metaller bei 35 h / Woche und durchschnittlich 55.000 € Jahresverdienst, bei vollem Lohnausgleich mittlerweile bei 32 h / Woche.

Prüfstatiker | 16. Januar 2022 - 20:23

Ich habe vor 30 Jahren als Sachbearbeiter in einem renommierten Prüfingenieurbüro angefangen. Nach 15 Jahren bin ich dann in ein Büro für Hochbau-, Brücken- und Baugrubensicherungsstatik sowie Bauüberwachung gewechselt, wo ich nach drei Jahren Geschäftsführender Gesellschafter wurde. Weitere neun Jahre später habe ich mich selbständig gemacht.

Ich habe sofort die Prüfung zum Prüfingenieur eingereicht und durfte ein Jahr später zum sogenannten "Fachgespräch" antreten. Etwa einen Monat nach dem Fachgespräch wurde ich dann als Prüfingenieur für Standsicherheit anerkannt. Ich habe dann sofort alle mir bekannten fünfzig Statikbüros im Umkreis angerufen und um Aufträge gebettelt. Resonanz war Null Komma Null bis auf drei Semesterkollegen und zwei ehemaligen Arbeitskollegen.

Mein Verdienst war nur gut, weil ich mein Büro im ehemaligen Kinderzimmer von meinem Sohn genutzt habe.

  • 2018: 180.000 Umsatz
  • 2019: 230.000 Umsatz
  • 2020: 350.000 Umsatz
  • 2021: 500.000 Umsatz
Alles als Einzelkämpfer mit Siebentagewoche und Halbtagsjob (24/2=12 Stunden am Tag). Der Verdienst eines Prüfingenieurs kann sehr unterschiedlich sein, wie der jedes anderen Selbständigen auch.

Wer irgendwo im Großen Büro als Partner "gezogen" bzw. "aufgebaut" wird muss in der Regel ziemliche Knebelverträge hinnehmen und zwischen 65% bis 90% seines Umsatzes an den "Paten" abgeben.

Kurt | 12. Januar 2022 - 21:33

@JungB27:
Sofern du ein dickes Fell hast, Überstunden nicht scheust und Bock auf Baustelle hast, würde ich dir zu Nr. 2 raten. Selbes habe ich selbst vor 5 Jahren gemacht und bin dabei geblieben. Das Gehalt ist allerdings zu niedrig, die A7 nach Tarif sollten es mindestens sein. Alles andere ist zu wenig mit Hinblick auf Arbeitszeit, persönliche Belastung und Verantwortung.

nordlicht | 12. Januar 2022 - 14:42

@JungB27:
Ich wuerde Nr. 2 nehmen. In der Bauleitung gibt es keine "Einarbeitung". Du lernst jeden Tag. Die ersten Wochen machst du Fehler und dann machst du es richtig.

JungB27 | 12. Januar 2022 - 01:05

Erstmal zu mir:

  • 27 Jahre mit Diplom-Abschluss im Ausland
  • 6 Monate Bauleitung
  • Master in Baubetrieb in Deutschland
  • 7 Monate Bauleitung (Praktikum)
Nun habe ich die folgenden 2 Angebote vorliegen:
  1. Jung-Bauleiter bei einem Büro (80 MA), 50.000 EUR Gehalt im Jahr, kein Bonus, kein Weihnachtsgeld, kein 13. Monatsgehalt, Firmenwagen nur bei Baustellen > 50km entfernt (ordentliche Einarbeitung garantiert).
  2. Bauleiter bei einem Groß-Konzern, 51.000 EUR Gehalt im Jahr + Bonus + Gewinnbeteiligung + Weihnachts- und Urlaubsgeld + 5Tage mehr Urlaub als beim 1. Angebot + Firmenwagen. (Einarbeitung laut Kommilitonen 0)
Was würdet ihr wählen und warum?

Statiker009 | 1. Januar 2022 - 22:09

@Statik007:
Mir steht auch demnächst mein erstes Gehaltsgespräch bevor. Darf ich fragen, wie hoch die Gehaltserhöhung bei Dir ausgefallen ist?

Paul | 29. Dezember 2021 - 09:33

@Statik007:
Ich arbeite in der Schweiz als Bauingenieur und kann dir sagen, dass es hier auch nicht anders läuft. Du bist leider Statiker und was dir keiner im Studium erzählt hat, sind die schlechten Gehaltsaussichten. Auch in der Schweiz verdienen Statiker von allen Ingenieuren mit Abstand am schlechtesten. Da wirst du deinen Frust einfach in ein anderes Land verschieben und das bringt auch nicht viel.

So zynisch es leider klingt. Gewöhn dich lieber an das Gehaltsniveau als Statiker oder suche dir etwas in anderen Branchen. Ich kenne jemanden, der ist als Statiker zu Liebherr gewechselt und hat Kräne gerechnet. Er meinte er ist von 53.000 EUR auf 75.000 EUR Gehalt gesprungen. In der Statik undenkbar!

Statik007 | 28. Dezember 2021 - 15:17

Ich arbeite seit einem Jahr als Tragwerksplaner in Süddeutschland. Nun hatte ich mein erstes Mitarbeitergespräch und bin etwas enttäuscht. Die Arbeit macht mir wirklich Spaß. Leider denke ich zurzeit aber nur daran, dass meine Freunde, welche eine Ausbildung gemacht haben, besser verdienen als ich, der einen Masterabschluss hat.

Ich überlege mir deshalb in die Schweiz zu ziehen. Da würde ich euch gerne Fragen, ob es sich lohnt in die Schweiz als Statiker zu ziehen, oder ob man sich einfach mit seinem niedrigen Gehalt durchs Leben kämpfen muss?

Wasserwirtschaftler | 11. Dezember 2021 - 10:25

Ebenso als Richtwert:

  • Master Wasserwirtschaft
  • Magdeburg, Sachsen-Anhalt
  • 5 Jahre Berufserfahrung Tief- und Rohrleitungsbau
  • Angebot als Bauleiter im Tiefbau (ca. 1000 MA), 50.000 EUR Gehalt p.a. plus Auto plus Handy etc.
  • nach Probezeit angeblich eine Steigerung
Ich habe das Angebot aber nicht angenommen.

Q7 | 10. Dezember 2021 - 14:25

Als Richtwert und Stütze für andere (Raum Frankfurt):

  • B.Eng. an der FH abgeschlossen
  • im Anschluss 9 Monate Vollzeit-Trainee
  • danach M.Sc. an der Uni abgeschlossen
  • nach Abschluss des M.Sc. (2020) im Projektmanagement als Junior-Projektmanagerin angefangen
  • 50.000 € inkl. Bonus - zusätzlich 0,30 €/km Reisekosten = 350 € netto mtl.
  • nach der Probezeit: 55.000 € Jahresgehalt inkl. Bonus + weiterhin Reisekosten zusätzlich 350 € netto

Thomas | 5. Dezember 2021 - 11:04

In unserem Studium haben wir zwei Kategorien von Jobs aufgezeigt bekommen. Als guter Rechner gehst du ins Ingenieurbüro - verdienst halt nichts, aber das hat uns keiner gesagt.

Wenn du gut organisieren kannst und gerne unterwegs bist, dann werde Bauleiter. Dass man dabei etwas besser verdient, aber > 60 Stunden weit von der Heimat im Container und abends in der Monteursbude verbringt, hat uns auch keiner gesagt.

Öffnet die Augen für die Bauindustrie und Zuliefererbranche, sie bietet eine Vielzahl von interessanten Tätigkeiten. Beispielsweise Forschung und Entwicklung, aber auch Vertrieb - um nur einige wenige zu nennen. Damit kommt ihr ganz einfach in die Chemie- oder Elektrotarife.

Ich bin im Vertrieb gelandet, sicher nicht jedermanns Sache, aber im B2B-Business extrem spannend und definitiv kein Klinkenputzen. Druck gibt es natürlich auch, doch wie sagt man so schön, man kann sein Gehalt selbst bestimmen.

Hohe Umsatzzahlen = hohes Gehalt, umgekehrt natürlich genauso. Firmenwagen ist selbstverständlich und Boni ebenso. Verantwortung sind halt die Umsatzzahlen, aber keine einstürzenden Neubauten oder Millionenschäden.

Als Einstiegsgehalt sind 62.000 Euro möglich, in Leitungsposition auch mehr als 100.000 Euro. Ihr habt die Wahl!

ein bauing | 30. November 2021 - 08:27

@chase:
Dürfte so stimmen. E13 wird aber auch nicht jede Stelle ausgeschrieben werden und Stufe 2 als Einsteiger auch nicht. Nach 5-6 Jahren bist du im öff. Dienst bei 65.000 EUR Gehalt. Das ist nicht schlecht. 51.000 EUR als Tragwerksplaner zum Einstieg im Büro sind auch als gut zu bewerten. Ob Wirtschaft oder öff. Dienst für den Durchschnittsingenieur besser ist? Keine Ahnung, aber der öff. Dienst braucht sich nicht zu verstecken.

Chase | 29. November 2021 - 14:21

Da in dem Gehaltsforum ja immer noch fleißig diskutiert wird, wie schlecht das Gehalt für Bauingenieure doch ist, habe ich hier mal eine andere Perspektive, die vielleicht auch einmal diskutiert werden sollte. Ich habe vor etwa 2 Jahren nach einem sehr guten Masterabschluss in einem Ingenieurbüro als Tragwerksplaner angefangen. Leider hatte ich mich zu dem Zeitpunkt nicht so viel über das Gehalt in anderen Stellen informiert.

Meine Erkenntnisse:
Ich habe mich fleißig beworben und von vielen namenhaften Firmen ein tatsächliches Angebot erhalten. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass der öffentliche Dienst bzw. die Forschung Berufseinsteigern die besten Gehaltsaussichten bietet (ausschließlich Stellen in der Planung, kein Bauleitung). Hier einmal eine Zusammenfassung der Angebote, die ich erhalten habe:

  • Bahn (Stelle als Projektleiter mit Personal- und Baustellenverantwortung, das mit Abstand lächerlichste Angebot): ~ 50.000€ im Jahr mit Ausnutzung der Benefits als Gehaltserhöhung
  • KMU (3 Angebote): ~ 51.000 €
  • Eine der größten Baufirmen Deutschlands: 54.000 €
  • Öffentlicher Dienst bei der Autobahn GmbH, Tarifvertrag E13 Stufe 2: 58.149 €
Auch wenn ich mein Einstiegsgehalt mit dem des öffentlichen Dienstes vergleiche, hätte ich dort direkt deutlich mehr gehabt als in der Industrie.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass sich dies mit steigender Berufserfahrung ändert (jährliche Gehaltserhöhungen in der Industrie vs. Tarifstufen nur alle 2, 3, 4 Jahre). Jedoch erscheint es mir als junger Ingenieur so, dass es quasi gehaltstechnisch keinen Vorteil hat in der freien Wirtschaft zu arbeiten.

Gerade in der aktuellen Situation mit Corona erscheint der öffentliche Dienst besonders interessant. In unserem Büro ist die weitere Lage auch unbekannt, da aufgrund der aktuellen Lieferengpässe etc. das Auftragsangebot vermutlich zurückgeht (Gehaltserhöhung für ein Corona Jahr blieb unter anderem für den gesamten Betrieb aus).

Das (möglicherweise bevorstehende) Aussetzen der HOAI trägt auch nicht dazu bei, dass sich die Lage in der freien Wirtschaft gehaltstechnisch bessert, da der Preisdruck auf Ingenieurleistungen steigt. Bei der aktuellen Inflation dürfte die jährliche Anpassung der Tarifverträge auch etwas größer sein. Natürlich ist die Arbeit bei einer Stadt oder Gemeinde möglicherweise weniger interessant, dafür aber auch weniger stressig und besser mit einem Familienleben vereinbar.

Wie seht ihr das? Habe ich dabei einen groben Denkfehler gemacht oder ist der öffentliche Dienst momentan so attraktiv wie nie zuvor?

PS: Daten aus einer der teuersten Städte Deutschlands

Sven Max | 10. November 2021 - 11:56

Wer was leisten möchte, geht in die freie Wirtschaft. Wer eher so die ruhige Kugel schieben möchte, in den öffentlichen Dienst. In der Wirtschaft gibt es keine Obergrenzen beim Gehalt. Planungsbüros zahlen klar weniger. Wer am Anfang alle drei Jahre wechselt, kommt am ehesten in die höheren Gehaltsklassen. Höherer Abschluss - höheres Gehalt, das auch später. Mit FH oder Bachelor müssen 45.000 € Gehalt im Jahr kommen. Uni oder Master 50.000 €. Dienstwagen gleich von Anfang an.

Nehmt ein 13. Monatsgehalt mit und am besten noch Boni. Gewinnbeteiligung am Baustellenergebnis 3 %. Lohnsteigerung 6 % pro Jahr. Nach zehn Jahren sind dann auch 70.000 € Gehalt möglich. Wenn man richtig Leistung bringt, auch deutlich mehr. Das Unternehmen für das ihr arbeitet sollte Gewinne machen. Wenn nicht, weg da. 100.000 € bis 125.000 € gehen auch. Dann aber als Oberbauleiter. Da ist halt die Luft dünn und es gibt Stress nonstop. Arbeiten bitte delegieren und nicht selber machen.

Wenn ihr das könnt, steht einer Geschäftsführung nichts im Weg. Der Chef sagt zu eurer Gehaltserhöhung nein. Selbstverständlich: warum sollte er ja sagen. Hier dran bleiben an der Sache. Immer wieder nachfragen. Er entlässt euch nicht, bloß weil ihr ihm auf den Sack geht. Er mag euch, weil er durch euch Geld verdient. Gute Leute werden nicht entlassen. Bekommen aber keine Gehaltserhöhung als Automatismus.

Wer für wenig Geld arbeiten geht, dem ist nicht zu helfen. Sein Gehalt sucht man sich aus. Klar ist es am Anfang schwierig. Wer Leistung bringt, bekommt die auch vergütet. Habe mit über 10 Jahren auch schon 6-stellig verdient durch Prämien. Musst halt auch ein Fuchs sein.

Nordlicht | 30. Oktober 2021 - 21:38

Ich möchte auch kurz meinen Verdienst hier teilen. Zu mir: TH Abschluss B.Eng. Mitte 2019 mit 27 Jahren. Lehre mit 16 Jahren begonnen und bis Abschluss Studium fast durchgängig währenddessen erwerbstätig gewesen.

  • Einstieg dann 2019 als Jung-Bauleiter Abwicklung Baufeld
  • 43.000 EUR Gehalt bei 13 Gehältern und Dienstwagen, 43 h/Woche, eher 55 h/Woche
  • praktisch 2.300 EUR/monatlich, sehr unzufrieden gewesen
  • norddeutsches Einsatzgebiet
Mitte 2020 Firmenwechsel, weiterhin Bauleiter
  • Innendienst im Baucontainer in der Kalkulation
  • Kein Dienstwagen, 40 h/Woche + viel Reisezeit mit Bahncard 100, 58.000 EUR im Jahr und 13 Gehälter
  • praktisch 2.900 EUR/monatlich, mit Spesen ca. 3.500 EUR/monatlich
  • bundesweiter Einsatz, leider wieder unzufrieden mit der Reisezeit (Sonntags Nachmittag los und Freitagabend zu Hause)
Mitte 2021 Jobwechsel und Firmenwechsel + Branchenwechsel durch Headhunterangebot angenommen
  • Tätigkeit als Gutachter
  • weiterhin keinen Dienstwagen
  • 90 % meiner Fahrerei mit privatem Pkw, aber dienstlich mit 0,34 €/km vergütet
  • 38 h/Woche, praktisch weniger, dazu 80 % HO
  • nur norddeutsches Einsatzgebiet
  • 66.000 EUR jährlich und 13,5 Gehälter
  • praktisch 2.800 EUR netto monatlich + Spesen
  • jetzt super zufrieden

Fritzi | 21. Oktober 2021 - 16:02

@Hans | 19. Oktober 2021:
Nö, ganz sicher nicht. Ich krieg im ersten Jahr als Bauleiter nur mit Bachelor mehr.

Peter | 20. Oktober 2021 - 16:27

@Hans:
Ob das gut ist, musst du selbst beurteilen mit den Arbeitsbedingungen usw. Aber rein gehaltstechnisch finde ich das nicht gut. 4000 EUR Gehalt Brutto sind tarifgebunden Einstiegsgehalt mit zus. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Schau dir die neuen Tarifgruppen an; jeder mit 2 Jahren Erfahrung sollte mindestens in der Gruppe VI sein, dass sind mehr als 60.000 EUR. Mit Master ist das Einstiegsgehalt.

Bautechniker-HB-NRW | 19. Oktober 2021 - 22:58

Ich bin 25 und habe dieses Jahr meinen Bautechniker abgeschlossen. Davor 2015-2018 Lehre als Bauzeichner im Konstruktiven Ingenieurbau (Betonfertigteile) +1 Jahre Geselle. Aktuell habe ich als Konstrukteur 3.400 Gehalt €/Monat – 40.800 € Jahrgehalt bei einer 40h/w.

Wenn ich das hier so lese, fühle ich mich auch unterbezahlt. Jedoch wenn ich in meinem Kreis die Gehälter in Städten und Gemeinden vergleiche, ist das wohl die Regel. Öffentlicher Dienst mit mehr als 55.000 € im Jahr (15 Jahre Erfahrung) gibt es hier für meinen Bereich quasi gar nicht.

Schade dass ein Abschluss auf Papier (also ein Bachelor) mehr wert ist als eine Lehre und Meister/Techniker, obwohl man bessere Voraussetzungen für eine Vielzahl an Jobs hat, da man deutlich näher an der Praxis gelernt hat. (Gilt vor allem für Öffentlichen Dienst) Aber ist halt nicht jeder fürs Studieren.

Hans | 19. Oktober 2021 - 10:21

2018 Studium absolviert an einer Hochschule in Berlin, als Bauleiter Einstiegsgehalt 2.700 € brutto monatlich. 2021 als Projektleiter in einem Kleinbetrieb mit 4.000 € brutto angefangen. Was denkt ihr, ist das gut?

BL-Hochbau | 7. Oktober 2021 - 20:03

Ich bin 2018 mit 48.000 € als Jungbauleiter im Hochbau eingestiegen, Abschluss Master, Uni. Jetzt nach 3,5 Jahren bei 55.000 €. Arbeitszeit max. 50 h pro Woche, Standort NRW. Ich bin nicht wirklich zufrieden, Gedanken eines Wechsels werden größer, Tendenz geht fast schon zum öffentlichen Dienst, denn die Fahrerei stört mich derzeit extrem, ich benötige eigentlich keinen Firmenwagen, den ich privat sowieso nur am Wochenende nutzen kann (es aber dann eher genieße auf dem Fahrrad zu sitzen).

Schwierig zu bewerten von außen, aber bei der Arbeitszeit und der Tatsache, die gesamte Woche auf Baustellen zu verbringen, fühle ich mich unterbezahlt. Wenn ich bei meinem Chef eine Bezahlung nach A8 fordere, weiß ich jetzt schon wie die Reaktion sein wird.

Juppie | 6. Oktober 2021 - 15:33

Ich als Verkehrsingenieur TU bin im öffentlichen Dienst in Thüringen. Ich habe meinen Dipl.-Ing. 2017 gemacht und danach 3,5 Jahre im Ingenieurbüro als Straßenplaner gearbeitet. Dort gab es 40.000 EUR Jahresgehalt. Gehaltsverhandlungen waren immer erfolglos. Dieses Jahr bin ich in den öffentlichen Dienst gewechselt. Hier bin ich nun in der E10-Stufe 3, mit ca. 50.000 EUR Jahresgehalt.

Meine ca. 3 Jahre Berufserfahrung wurden mir anerkannt. Ingenieure mit mehr Berufserfahrung haben Probleme, mehr als die Erfahrungsstufe 3 anerkannt zu bekommen. Also gestaltet sich ein Eintritt für Erfahrene in den Öffentlichen Dienst schwierig. Von meinen Kollegen aus der Straßen- u. Brückenplanung sowie Bauleitung Straße sind 3 weitere ebenfalls in den öffentlichen Dienst gewechselt (E10-Stufe 3).

Absolventen des Verkehrsingenieurwesens mit Schwerpunkt Bahn, welche ich kenne, sind alle bei der Bahn gelandet mit 50.000 EUR Einstiegsgehalt und 40 Tagen Urlaub. Die konnten das Gehalt dann steigern.

Problematisch im Öffentlichen Dienst sehe ich, dass nur alte Hasen Karriere machen. Entwicklungsmöglichkeiten für mich sehe ich im Öffentlichen Dienst nicht. Im Westen und bei der Autobahn werden Ingenieure mit meiner Qualifikation ab der Entgeltgruppe 12 im ÖD eingestellt.

Seifenblase | 4. Oktober 2021 - 23:58

@ein bauing:
Dann sei einer der Besten. Das ist sicher Voraussetzung für guten Erfolg. Seine Leistung gut zu verkaufen, bedeutet sie nicht als "Wisch" zu bezeichnen. Es gibt oft unendlich viele Wege einen Tragwerksentwurf für ein Bauvorhaben zu konzipieren, aber fast immer nur 1 sinnvollen!

Wir sind in erster Linie Ingenieure und beratende Planer und nicht einfach Statiker, die ein vorgegebenes System ins Gleichgewicht bringen und das Bauamt überzeugen.

ein bauing | 29. September 2021 - 09:55

@Seifenblase:
Das zahlt sicher nicht jeder - für Tragwerksplaner ohne Verantwortung bestimmt kaum jemand. Es hat sicher nicht nur etwas mit verkaufen zu tun. Sei kompetenter als dein Chef und deine Kunden in der Tragwerksplanung. Die TWP ist zwar wichtig, aber im Grunde genommen nichts weiter als ein Wisch um die Planung zu bestätigen.

Warum man jetzt dafür mehr bekommen soll als das ganze Projekt zu koordinieren und auch auf kaufmännische Dinge zu achten muss mal erklärt werden. Wenn man einer der Besten ist vielleicht. Ansonsten kann ich es mir nicht ansatzweise vorstellen.

baulöwe | 27. September 2021 - 15:59

Fortführung meines Eintrags vom 2. Februar 2016 zur Info:
Bauingenieur, TVÖD E11/Zulage + Rufbereitschaft, >25 Jahre Erfahrung Dipl.-Ing. (FH), ca. 83.000 € Brutto in 2021, 2022 müssten es knapp 85.000 € sein, das steht schwarz auf weiß!

baulöwe | 02. Februar 2016 - 20:15
Landkreis Niedersachsen, E11 TVÖD, Verdienst 70.000 €/Jahr, inkl. Jahressonderzahlung / Prämie und Zulage Rufbereitschaft, 20 Jahre Berufserfahrung, nur Projekte bis 2 Mio € HOAI LP 1-9, ohne Personalverantwortung. Dipl.-Ing. (FH)

Seifenblase | 24. September 2021 - 09:07

Ich teile meine Erfahrung, um euch aufzuwecken. An all die Massen an Tragwerksplaner, welche verblendet in diesem Forum über ihr Gehalt klagen:

  1. Ja, ihr seid zumeist unterbezahlt und Ja, man wird mit einer Gehaltsvorstellung von 70.000 bis 80.000 €/a ( Berufserfahrung 3 Jahre) häufig eh belächelt.
  2. Dennoch erhält man 80.000 €/a sogar inkl. Honeoffice. Verkfauft euch richtig und seid kompetenter als eure Chefs und Kunden! Wenn ihr das seid und zudem ein doppeltes Tempo vorweisen könnt, zahlt fast jeder!
Es ist möglich!

Saskia | 14. September 2021 - 12:43

Ich, B.Eng., 28 jahre alt und seit 4 Jahren als Bauingenieurin tätig. Habe fast vier Jahre im Ingenieurbüro gearbeitet und mit 43.000 € begonnen. War ganz in Ordnung, oft gab es Stress, wenn die Ausführungsplanung fertig gemacht werden musste. Nachtschichten geschoben und viel Druck gehabt. Habe in der Planung viel mitnehmen können. Aber so eine Arbeit kann man nicht machen, wenn man eine Familie plant. Auch wenn man sich gut versteht, am Ende zählt die Leistung. Habe mich, als ich vom Babyglück wusste, im Öffentlichen Dienst beworben.

Habe am gleichen Tag des Bewerbungsgesprächs eine Zusage bekommen. Am ersten Arbeitstag teilte ich mit, dass ich Schwanger bin. Man gratuilierte mir (zur "vollendeten Probezeit") und gab mir Tipps bezüglich Steuern, Mutterschutz und Elterngeld. Bin nun mittlerweile in Mutterschutz und freue mich auf das Baby. Im öffentlichen Dienst kann man nichts falsch machen, nur ggf. weniger verdienen.

CIW_BW | 8. September 2021 - 16:31

Ich habe viele Kommentare gelesen und muss ehrlich sagen, dass ich mir schon vorstelle, 70.000 € zu verdienen - ohne mich dafür tot zu arbeiten. Ich habe ein Bachelor Chemieingenieurwesen TU und ein Bachelor Dual Bauingenieurwesen gemacht. Zwar habe ich mich für einen Master an der FH beworben, aber nur weil ich dadurch meine Chancen auf ein höheren Gehalt steigern will und ich verpflichtet bin, bei meinem Arbeitgeber 3 jahre lang zu bleiben (öffentlicher Dienst).

Ich will schauen, dass ich mehr verdiene, habe auch mit ca. 47.500 € angefangen, aber das will ich nicht lebenslang verdienen. Kennt ihr eine Brücke zwischen Chemieingenieurwesen und Bauwesen, sodass ich weiterhin nicht so viel arbeite, aber trotzdem mind. 60.000 € verdiene?

Chrissy98 | 1. September 2021 - 23:09

Auch ich steige nun mit 22 Jahren, einem Bachelor als Bauleiterin bei einem Mittelständler mit 53.000 € ein, mit Firmenwagen, Laptop, IPad und einer 42-h-Woche. Es ist wirklich nicht so schlimm, wie es hier immer dargestellt wird.

Bobderbaumeister | 31. August 2021 - 18:18

Ich würde gerne aus Interesse mal wissen, wie viel so ein staatlich anerkannter Prüfingenieur verdient? In Selbständigkeit oder nach IG Bau, so grob? Finde dazu gar nichts im Internet. Und ich meine schon den "richtigen" Prüfingenieur mit Examen, nicht einen Tragwerksplaner direkt aus dem Studium.

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