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Sonntag, 17. November 2019
Ausgabe 6663 | Nr. 321 | 19. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1466 Kommentare | 659908 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Sven | Thema eröffnet vor 9 Jahren

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

Bauhaus | 12. November 2019 - 08:33

Zu meinem Lebenslauf:

  • 2009 Abschluss Dipl.-Ing. (FH) Bauingenieurwesen
  • bis 2011 im Ing.-Büro mit Anfangsgehalt 3.000 € brutto
  • ab 2012 Wechsel in den öffentlichen Dienst
  • 2013 Ausbildung in QE 3 für Beamtenlaufbahn
Das Anfangsgehalt im öffentlichen Dienst war sogar noch etwas niedriger als mein Einstiegsgehalt im Ingenieurbüro, in der Ausbildung sind es im Monat ca. 1100 € netto (für 15 Monate). Das war hart und lässt einen am Anfang hadern, für wen oder was man so etwas auf sich nimmt.

Das Bruttogehalt eines Beamten ist mit dem eines Angestellten schwer zu vergleichen. Nehme ich mein Netto und vergleiche das mit einem Angestellten mit gesetzlicher Krankenversicherung, komme ich mittlerweile auf ein Jahresbrutto von knapp 70.000 € (inkl. aller Zulagen). Die Arbeitszeit ist flexibel, ein Tag home-office ist auch drin. Ich habe eigene Projekte und Baustellen, muss aber auch viel Verwaltungskram machen. Der Stress ist aber überschaubar und die Tätigkeit sehr abwechslungsreich. Warum ich das gemacht habe wird jetzt, mit Ehefrau und 2 Kindern, auch klarer. Ich bin pünktlich zuhause und habe was von der Familie.

Dienstwagen ist nicht. Dafür aber eine reale 40-Std.-Woche. Anfangs wurde ich von meinen Kommilitonen wegen meines Gehalts belächelt. Mittlerweile verdiene ich ungefähr das Gleiche bei meist geringerer Arbeitszeit und geringerer Anfälligkeit für Tinitus und Burn-Out.

Die Bauingenieur-Tätigkeit ist abwechslungsreich und kann daher sehr befriedigend sein. Man sollte aber auch aufpassen, dass das Gehalt angemessen ist und die Arbeitsbelastung nicht zu hoch wird! Ich kenne einige Kollegen, die zu sehr am Limit arbeiten und dabei ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

Manuel | 09. November 2019 - 13:31

Was denkt ihr kann man als Berufseinsteiger mit gutem Masterabschluss in einem Ingenieurbüro (ca. 100 MA) verlangen bzw. was ist nach eurer Meinung realistisch?

Tiefbauer | 06. November 2019 - 16:34

Ich wollte hier einmal kurz von meiner aktuellen Einkommenssituation berichten, kurz ein paar Daten zu mir. Ich habe vor 9 Jahren mein Studium mit einem Master Abschluss beendet. Anfang dieses Jahres bin ich zu meinem dritten Arbeitgeber gewechselt.

Aktuell bin ich für ein großes Ingenieurbüro als Projektleiter im Norden tätig. Jahresgehalt inklusive Boni beläuft sich auf 84.000 € einschließlich Dienstwagen zur privaten Nutzung. Meine Arbeitszeit ist im Mittel 40-45 h/Woche, je nachdem was im Projekt so los ist. Ab und zu mache ich auch etwas am Sonntag, meistens für Akquise von neuen Projekten. Die Zeiten werden dann aber auch zeitnah abgefeiert. Ich kann jedem nur empfehlen regelmäßig seinen Marktwert zu prüfen und die gängigen Karriereseiten aktuell zu halten.

Bauing | 05. November 2019 - 07:33

@Ero:
Mit Bachelor und deiner Vorgeschichte sollten ca. 50.000 € Gehalt im Jahr schon drin sein als Einstieg. Wie meine Vorredner schon gesagt haben, solltest du aber beim Thema Auto noch nachverhandeln, falls du es auch privat nutzen möchtest. Andernfalls ist das nichts was zu erwähnen ist, weil du davon und dem Handy NICHTS hast, sondern nur ein Arbeitstool ist. Eine Firma die private Nutzung untersagt, ist in meinen Augen aber mit Vorsicht zu genießen.

Horschti | 29. Oktober 2019 - 21:47

@Ero:
Wie muss man sich einen Bauleiter mit Auto ohne Privatnutzung vorstellen? Wohnst du direkt in der nähe der Firma? Ansonsten jeden Früh 30 min in die Firma fahren, das Auto holen, dann 150 km mit dem Auto zur Baustelle, dann 150 km zurück in die Firma und dann heimfahren? Das wird besonders ärgerlich, wenn die Firma im Norden vom Wohnort liegt und die Baustelle im Süden.

War das ein expliziter Wunsch Ihrerseits (um Steuern zu sparen?) oder ist das von der Firma so gewollt. Wenn es firmenseitig so gewünscht ist, würde ich Abstand nehmen. Eine Firma die dem Bauleiter noch nicht mal die Privatnutzung gönnt, wird wohl kaum akzeptable Gehälter zahlen. Ich habe von sowas noch nie gehöhrt.

Schotterigel | 28. Oktober 2019 - 21:28

@Ero:
"ein Auto (keine Privatnutzung) und ein Firmenhandy" das sind keine Vergütungen sondern reines Werkzeug für deine Tätigkeit! ich kenne zwar deine Branche nicht, aber würde 60.000 € Gehalt als Ziel ansetzen.

bobby | 20. Oktober 2019 - 21:33

Abschluss B.Eng, Bauleitung im Straßenbau in einer Großstadt seit einem Jahr, nach Tarif 43.000 EUR Gehalt + Firmenwagen (Wert 30.000 EUR) + 30 Tage Urlaub, dafür keine festen Arbeitsstunden laut Vertrag, sondern nach "Bedarf des Unternehmens", d.h. ca. 40-50 h.

Ero | 16. Oktober 2019 - 14:18

Was glaubt Ihr wäre ein angemessenes Einstiegsgehalt für mich? Ich bin schon länger als Werkstudent in diesem Unternehmen und werde demnächst - wenn alles klappt - als Bauleiter eingestellt:

  • 1 Jahr als Dachdeckergeselle gearbeitet
  • Fortbildung zum Meister und 1 Jahr als Meister in einem Kleinunternehmen
  • 2 Jahre Selbstständigkeit
  • Studium Bauingenieurwesen
  • Werkstudententätigkeit ab dem 4. Semester in diesem Unternehmen
  • Unternehmen hat mehr als 1000 Mitarbeiter, verteilt auf vielen Standorten, Hauptsitz im Osten
Leider sehe ich viele verschiedene Gehälter im Internet, aber leider wird nur selten auch die Zeit vor dem Studium mit einbezogen, denn ich denke ich kann mehr verlangen als jemand der ,,nur" studiert hat. Falls es einen Unterschied macht, ich bekomme definitiv ein Auto (keine Privatnutzung) und ein Firmenhandy.

Hen66 | 15. Oktober 2019 - 23:11

Ich habe ein Problem: Ich bin dabei mich dual bei einem mittelständigen Unternehemen (ca. 50 MA) zu bewerben. Als Bauingenieur ohne zusätzliche Berufsausbildung. Im Internet habe ich die tariflichen Gehälter so gelesen: 750 € brutto (1. LH) bis 1.500 € (4. LH). Andere Unternehmen bieten allerdings schon 1.400 € im 1. LH an ( 200 € steigend pro Jahr). Nun meine Frage: Welche Gehaltsvorstellungen sind realistisch und kommen für mich in Frage?

Alex | 12. Oktober 2019 - 10:36

@ChristianH:
Der öffentliche Dienst zahlt anständig für eine überschaubare Belastung. Ich verstehe auch nicht, wie sich gute Leute teilweise so ausbeuten lassen. Entweder mit massig Überstunden oder witzigen Gehältern. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, der Öffentliche Dienst hat auch seine Kehrseite. Sehr verwaltungslastig tendenziell und weniger Freiheit, weil 5 andere Abteilungen mit reinreden überall.

Bauwechsler | 09. Oktober 2019 - 22:45

  • Berater Deloitte (BWL Studium): 62.000 € - 29 Jahre alt
  • Elektroingenieur Würth: 58.000 € - 27 Jahre alt
  • Projektleiter ausländische Bank (BWL Studium): 80.000 € - 34 Jahre alt
  • Berater Bain (Medizin Studium): 110.000 € - 33 Jahre alt
  • Assistenzarzt: 59.000 € - 30 Jahre alt

—> Die Wahrheit ist, dass die meisten der angeführten Beispiele in ihrem klassischen Karrierepfad eine Position mit deutlich 6-stelligem Jahreseinkommen anstreben (und in der Regel bei guter Performance auch erreichen). D. h. die genannten Gehälter sind überwiegend (zumindest für die beiden Berater und den Assistenzarzt) Gehälter für Juniorpositionen (< 3 Jahre Berufserfahrung) mit gewaltigem finanziellen Entwicklungspotenzial.

Long story short: Wer nach dem Studium Geld verdienen möchte sollte besser nicht Bauingenieur werden!

Holger | 09. Oktober 2019 - 08:21

Zitat "Irgendjemand":

  • Berater Deloitte (BWL Studium): 62.000 € - 29 Jahre alt
  • Elektroingenieur Würth: 58.000 € - 27 Jahre alt
  • Projektleiter ausländische Bank (BWL Studium): 80.000 € - 34 Jahre alt
  • Berater Bain (Medizin Studium): 110.000 € - 33 Jahre alt
  • Assistenzarzt: 59.000 € - 30 Jahre alt
Ich wage zu behaupten, dass keiner dieser Bekannten ebenfalls eine 35/40 h-Woche hat, wie der im Fahrzeugbau genannte Ingenieur.

ChristianH | 09. Oktober 2019 - 08:16

Ich bin im öffentlichen Dienst auf einer E12-Stelle in Stufe 5 bei einer großen Kommune. Kann mich mit fast 70.000 € Gehalt/Jahr bei festen 39 h nicht beschweren. Die ganzen Leute, die sich über die niedrigen Bauleiter-Gehälter beschweren, sollten sich bei uns einfach bewerben. Leute mit Erfahrung werden mit Kusshand sofort genommen und müssen sich nicht mit (angeblich) nur 60.000 € bei 60 h abspeisen lassen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass draußen so schlecht gezahlt wird, wie oft hier dargestellt. Wäre dem so, würden doch viel mehr in den öffentlichen Dienst wechseln, oder? Mehr Gehalt, weniger Stunden, das wäre doch ein Klacks.

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