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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 10

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Jack | 10. Juni 2016 - 21:44

Was sind denn jetzt eigentlich konkrete realistische Einstiegsgehälter für einen Bauingenieur in verschiedenen Bereichen, Bachelor oder Master? Ich lese manchmal von 2500 EUR brutto? Sind wirklich noch nicht mal 3000 EUR drin? Also von mir aus kann ich auch 2000 EUR verdienen, wenn dass dann aber nach ein paar Monaten stark ansteigt. Aber wenn ich noch 1-2 Jahre für unter 3000 EUR arbeiten muss, finde ich das schon enttäuschend. Leute verdienen mit einer Ausbildung mehr, jeder Handwerker steigt doch mit mehr oder gleich viel ein.

Pole | 07. Juni 2016 - 12:27

@Marx:
Die Baubranche in Polen hatte einen Aufschwung in 2008, jetzt ist schon alles vorbei, es wird jetzt dort viel gebaut, aber man kriegt nicht viel für seine Arbeit oder wartet monatelang auf das Geld. Die Gehälter sind 2-3 Mal niedriger als die in Deutschland, die Unterhaltungskosten leider nicht. Glaub mir, in Deutschland stehst du besser da!

marx | 05. Juni 2016 - 15:26

@okto:
Das hört sich doch gut an. Also meinst du man kann auch gut in anderen Branchen unterkommen? Was würdet ihr eigentlich davon halten wenn man Bachelor in Bauingenieurwesen UND Maschinenbau hinterher machen würde, würde dass dann nicht bei bestimmen Arbeitgebern gut ankommen, weil man auch noch zusätzlich etwas mehr vertiefte Statik-Kenntnisse im Gegensatz zu einem normalen Bachelor und Master-Absolventen im Maschinenbau hat?

Ich lerne übrigens auch Polnisch und besitze auch polnische Staatsbürgerschaft. Ich weiß dass die Baubranche in Polen einen richtigen Aufschwung hat und dort richtig viel gebaut wird. Aber die Gehälter sind dort natürlich niedriger, dafür sind auch die Unterhaltskosten viel niedriger (Wohnung, Lebenshaltung etc., diese Dinge steigen jetzt aber auch etwas an. Ob sich dass dann in Relation wieder ausgleicht oder man vielleicht am Ende doch besser dasteht als hier weiß ich nicht.

okto | 25. Mai 2016 - 16:00

@Marx
Lies dir das mal durch...
http://www.bauingenieur24.de/stellenmarkt...
Insbesondere "Wir bieten..."

Fachlich schwerer. Ja teilweise. Mit den Jahren kriegt man aber da eine gewisse Routine. In erster Linie halt einfach anders. Die Abstimmungen verschiedener Fachplaner, aktuelle Normenlage usw., das sind alles so Punkte die es kompliziert machen.

marx | 24. Mai 2016 - 22:45

@okto:
Also das man im Bauingenieurwesen tiefere Kenntnisse in Mechanik erwirbt, hab ich bis jetzt noch nicht gehört. Ich hab nur öfters gehört dass Maschinenbau schwieriger sei. Ich tue mich nur im Bauingenieurwesen schon recht schwer, aber ich mach es trotzdem gerne. Ich weiß dass Fächer wie Statik und Elastostatik gleich sind. Ich saß auch mal letztens bei denen in einer Vorlesung drin. Der Rest soll aber schon anders sein. Ich bekomme auch nur 3 Kurse von 24 oder so anerkannt wenn man wechselt. Du sagtest dass man im echten Leben flexibler sein müsste. Das heißt also dass du schon sagen würdest dass es fachlich im Berufsalltag schwerer ist? Und das stimmt, die Tarifgehälter sehen im Bauwesen doch wirklich nicht so schlecht aus.

AII2 | 13. Mai 2016 - 21:46

B. (FH) Eng., (Note 2.3, B.-Arb. 1.7) , 3 Jahre Erfahrung, Planungsbüro in Süddeutschland, Brückenbau. Mein Profil: Statik, LV, Entwurf- und Ausführungsplanung. Schwerpunkt: Stahl- und Spannbeton

50% - 3. Honorarzone III
50% - 4. Honorarzone IV:
0% - 5. Honorarzone V: (fehlen auch Kenntnisse)

95% - Statik
5% - sonstiges

99% - Brücken
1% - Sonstiges

Gehalt: brutto 3100 Euro, netto 2000- Euro / Wohnmiete, GEZ, Strom, sonstige "Existenzleistungen", es bleiben nur 900 Euro / Monat. Ist es ok?

WAvE | 06. Mai 2016 - 21:45

Ich glaube auch, dass man hier zwischen Konzern, Planungsbüro und auch Örtlichkeit unterscheiden sollte. Ein Freund von mir ist nach seinem Bachelor Abschluss in ein Ingenieurbüro und verdient nur den Bruchteil von mir.

Zu mir:
Abschluss: B.Eng
Berufserfahrung: bald 4 Jahre
Ort: Süddeutschland
Gehalt: 57.000€/a Verdienst inkl. variabler Zulagen

Junior | 04. Mai 2016 - 10:33

Mich würde mal interessieren, wie es mit Tarifgehältern aussieht. Welche Unternehmen müssen sich danach richten? Die Bezahlung laut Tariftabellen sehen ja nicht so schlecht aus.

okto | 30. April 2016 - 08:33

@Marx:
...als Bauingenieur sollte man sich aber schon dessen bewusst sein, das die von Ihm geplanten Bauwerke halt da stehen wo sie gerade stehen und nicht zu einem hinkommen.

Vorige Woche hatte ich einen Abnahmetermin mit einem Holzbauer. Die Firma ist in Friesland. Wir im tiefsten Bayern. Die haben auch keine Drohne geschickt und ein Netmeeting eingerichtet, sondern den Herrn schön brav in sein Golf Kombi gesetzt und herfahren lassen.

Der Bauingenieur bietet als Berechnungsingenieur eben folgenden Vorteil für den Arbeitgeber. In der Regel gibt er sich mit weniger zufrieden, und er verfügt vom Studium her schon über erweiterte FEM Kenntnisse im Gegensatz zu den Absolventen des Maschinenbaus. Außerdem wird im Bauingenieurstudium in der Regel tiefgreifender auf Mechanik eingegangen als im Maschinenbau. Im Maschinenbau kommen halt noch viele andere Sachen hinzu, z.B. Fluiddynamik oder so. Das kennt der Bauingenieur halt nicht. Allerdings bist du irgendwo im Fahrzeugbau, sollte das alles händelbar sein.

Schau dir die Stellenanzeigen an, da steht oft "ingenieurwissenschaftliche Ausbildung" dabei. Wenn du gerade das Grundstudium beendet hast, dauert es also noch ein paar Jahre bis du anfängst. Vor knapp 10 Jahren hat man in Planungsbüros auch mit etwas Glück knapp 40.000 Euro als Absolvent bekommen. Jetzt rechne aber mal bis zu deinem Start ins Berufsleben die jährlichen Inflationsraten auf dieses Gehalt. Dann weißt Du was Du eigentlich verlangen solltest. Aber gerade in den Planungsbüros bleibt die Zeit stehen, die zahlen jahrelang die gleichen Einstiegsgehälter. Kenne junge Absolventen, die kriegen das gleiche wie ich damals, als ich angefangen habe. Immer noch! Was aber auch schon wieder ein paar Jahre her ist.

Noch ein weiterer Punkt in den Planungsbüros. Die Entwicklungsstufen sind trotz fachlichem Aufstieg nicht besonders steil. War trotz AG-Wechsel immer ähnlich. Ein Freund von mir arbeitet in der Planungsabteilung bei einem großen Baukonzern. Unsere Gehaltsdifferenz liegt mittlerweile bei gut 12.000 Euro Verdienst, die er Brutto im Jahr mehr verdient. Wohlgemerkt bei ähnlicher Tätigkeit und ähnlicher Führungsposition. Dies ist mir zumindest aufgefallen, dass dieser Abstand die letzten Jahre immer größer geworden ist.

Der eigentliche Sinn dieses Forenthemas ist ja der eigentliche Vergleich der Bauingenieurgehälter. Also ein direkter Vergleich in der eigenen Berufsgruppe. Ich jedoch bin der Ansicht man sollte über den Tellerrand schauen, und seine Leistungen mit anderen Berufsgruppen vergleichen. Dabei stellt man leider fest, das sich für die Masse der Bauingenieure deren Gehalt bei einem eher durchschnittlichen Jahresgehalt eingependelt hat. Und im Vergleich zu den Ingenieurwissenschaften halt eher Schlusslicht.

Traurig aber wahr. Und Vergleich zwischen Studium und Berufsleben ist wie Äpfel und Birnen. Meine Erfahrung im Studium gibts zu jeder Aufgabe genau ein Ergebnis. Im Berufsleben muss man flexibel sein und umschwenken können.

marx | 29. April 2016 - 19:01

@Hornisse:
Ich hab ja deine Einträge öfters verfolgt. Du bist ja nicht gerade jemand der die Baubranche in höchsten Tönen lobt. Als was arbeitest du denn und wie sieht dein Verdienst aus, bei wie vielen Arbeitsstunden? Es müssen ja keine 50Tausend Gehalt sein, aber 38-40 würde ich mir schon wünschen. Oder ich mach einfach 2 Bachelor, einen im Maschinenbau und einen im Bauwesen.

Hornisse | 27. April 2016 - 13:22

Wo ist denn meine geliebte Biene mit dem € 50.000 Startgehalt geblieben? Hat jemand diesbezügliche Erfolgsmeldungen gehört? Die Deutsche Bahn ist übrigens gerade dabei die Ingenieurleistungen nach Indien zu verlagern. Es werden dort "Projektleiter im konstruktiven Ingenieurbau zur Ausbildung indischer Fachkräfte (w/m)" gesucht. Die traurigen Gehälter der Ingenieure im konstruktiven Ingenieurbau sind dem 1 % immer noch zu hoch. Es muss gespart werden, die Sozialbetreuungsindustrie und die Millionen Neubürger müssen schliesslich gefüttert werden. Die Ausführungen eines Thomas Barnett dazu sind übrigens sehr aufschlussreich.

Marx | 20. April 2016 - 20:16

@okto:
Das mit dem Berechnungsingenieur fand ich interessant. In der Tat habe ich Stellenausschreibungen gefunden die Bauingenieure ansprechen. Aber würden die wirklich einen Bauingenieur nehmen, wenn die Maschinenbauer zur Auswahl haben? Der Bauingenieur hat doch gar nicht so viel Ahnung vom Fahrzeugbau, Stahlverarbeitung , Karrosserie etc. Ich glaub nicht, dass die einen direkt nach dem Studium nehmen.

Ich habe im Bauingenieurstudium gerade mal das Grundstudium hinter mir, habe dafür aber ein bisschen länger gebraucht als man sollte, weil ich noch einiges an Mathematik zu lernen hatte und es wegen den Terminen nicht so gepasst hat. Dann könnte ich ja auch noch zu Maschinenbau wechseln, anstatt zu hoffen, dass ich vielleicht irgendwann in einer anderen Branche unterkomme. Ich muss auch nicht direkt mit über 40.000 EUR Verdienst einsteigen, aber nach 1-3 Jahren Berufserfahrung will ich schon ganz gerne über 40.000 EUR verdienen. Mir geht es bei dem Geld gar nicht um mich, mehr um Familie.

Zu den Drohnen: Genau dieses Pendeln... das muss ja nicht sein in der heutigen Zeit, zumindest nicht so oft. Ich finde man muss da mit der Zeit gehen. Ich weiß nicht ob Maschinenbau wirklich so viel schwieriger ist, bei uns haben auch viele aufgehört weil sie meinten es sei zu schwierig, dabei empfinde ich es zwar als schwierig aber nicht als unschaffbar, wie das andere sagten. Ich hatte noch nie etwas, was ich noch nie verstanden hab im Studium. Ich bin halt eher so jemand der einfach lange lernt, um auf Nummer sicher zu gehen, und vielleicht sind die, die sich beklagen wie schwierig es ist, einfach eben nicht bereit so viel zu lernen. War für euch eigentlich das Studium fachlich anstrengender oder die Arbeit als Bauingenieur? Grüße Marx

Furbelly | 16. April 2016 - 18:19

Der Bau wird immer verrufener. Hauptsache billig. Nachfrage und Angebot. Ich kenne viele Bauingenieure, die in Hartz IV abgerutscht sind oder was ganz Artfremdes machen. Geht man heute mit sehr guten Zeugnissen in ein Bewerbungsgespräch (von etwa 10 Bewerbungen), kommt man sich vor wie bei einem Banküberfall. Selbst 4 Wochen Urlaub nach Bundesurlaubsgesetz sind bei vielen Bauunternehmern nicht mehr drin. Mein bestes Gehalt als Projektmanager bei einem internationalen Bauunternehmen inkl. Dienstwagen waren etwa 100.000 Euro Gehalt pro Jahr, aber Privatleben null. Heute ist nicht mal mehr die Hälfte drin. Man sehe sich das Schicksal ehemaliger großer deutscher Baukonzerne an, da weiß man alles. Früher riefen die Headhunter im Büro an und wollten zu ähnlichen Konditionen abwerben. Sobald man heute eine Unterbrechung in seinem CV hat, fassen die einen nicht mal mehr mit der Kneifzange an.

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