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Samstag, 28. November 2020
Ausgabe 7040 | Nr. 333 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 10

1604 Kommentare | 722090 Aufrufe Kommentar hinzufügen
HOR | 06. Juli 2014 - 10:29

Ich kann mich GO nur anschließen, es kommt darauf an was ihr könnt und wie motiviert ihr seid. Ich selbst habe Anfang 2008 ein Traineeprogramm bei einem großen Konzern begonnen. Gehalt ca. 35 T€ bei 60 Stunden in der Woche, wenn es die Baustelle erfordert Nacht- und Wochenendarbeit. Der Nutzen des Traineeprogramms und die Erfahrungen in einem großen Konzern sind unbezahlbar. Das kann ich jedem Berufseinsteiger nur empfehlen.

Hier werdet ihr technisch, kaufmännisch und auch psychologisch fit gemacht. Mittlerweile bin ich Oberbauleiter im Mittelstand ( Gehalt 60 T€) und stelle selbst junge Ingenieure ein. Ich mache keinen Unterschied zwischen Master und Bachelor. Wie Tom schon gesagt hat, was ihr als Bauleiter können müsst, lernt ihr nicht auf der Uni oder FH. Ich kann euch eher mehr bezahlen, wenn ihr eine Ausbildung als Maurer, Straßen- oder Tiefbauer habt. Dann weiß ich wenigstens, dass ihr wisst wovon ihr redet. Was ihr auch berücksichtigen müsst, ist das Geschäftsauto, dass fast alle Bauleiter zur Privatnutzung bekommen. Ich selbst habe seit meinem ersten Arbeitstag kein privates Auto mehr.

Dann schaut euch auch mal die Definitionen der Gehaltsgruppen an. Schwerpunkt nicht auf Worten wie "Studium" sondern auf Definitionen wie "selbstständig", "eigenverantwortlich" und das in Verbindung mit "teilweisen" und "weitgehend". Da werdet ihr schnell merken, dass euch nicht mehr als A5 zusteht. Wenn ich oder eine Kollege euch öfter als einmal in der Woche technisch oder kaufmännisch unterstützen muss, dann ist das halt nicht "weitgehend selbstständigt" (A6). Und im ersten Jahr werdet ihr täglich Hilfe benötigen. Wer aber schnell lernt, Einsatz zeigt und Verantwortung übernimmt, der wird sich schnell von Masse abheben und dann mehr verdienen.

Go | 26. Juni 2014 - 21:58

Wer gut ist, wird auch angemessen bezahlt werden. Kein Arbeitgeber wird es sich leisten können, gute Leute aufgrund Unterbezahlung ziehen zu lassen. Ich für meinen Teil bin ebenfalls 5 Jahre durch den Mist gewandert, bis ich genügend Erfahrung hatte, um wirklich eigenverantwortlich große Objekte abzuwickeln. Und wenn du dann auch noch durch geschickten Einkauf und technische Sonderlösungen aus einer Graupe ein Juwel machst, wirst du entsprechend entlohnt. Dann kommt man auch in Regionen, die hier noch niemand beschrieben hat, jedoch im sechsstelligen Bereich liegen. Aber wie so oft gilt hier:"Wer Angst vor Verantwortung hat und nicht gewillt ist, das BV von Grund auf umzukrempeln, und nur nach der Kalkulation arbeitet, gehört sicherlich nicht zu den Gewinnern!". Leaders and Followers... Wozu du gehörst, entscheidest du allein selbst.

Menko | 26. Mai 2014 - 16:53

Wir hatten letztes jahr ein berufsorientierungsseminar bei uns an der uni. Da kam halt jede woche eine andere person aus den verschiedenen zweigen des bauingenieurwesens. Einmal jemand Hohes von einem großen Baukonzern(Straßenbau usw.), ich denke ihr wisst welchen ich meine. bei der frage zu den einstiegsgehältern als bauleiter hat er nur geschmunzelt und nichts dazu gesagt, aber er meinte, dass die firma am anfang keinen unterschied zwischen bachelor und master macht.

Fazit: Dort sind die Einstiegsgehälter bei Bachelor und Master gleich. Ich weiß nicht, ob er es einfach nur so gesagt hatte. Aber vorstellen kann ich mir es schon.

Stefan-01 | 21. Mai 2014 - 23:33

@Barkas:
Grundsätzlich sollte es folgendermaßen sein:
Master = Tarifstufe A6
Bachelor = Tarifstufe A5

Bei uns in der Firma (Tiefbau und Straßenbau) werden die Einstiegsgehälter auch danach bemessen. Meiner Meinung nach lohnt der Master für die Bauleitung trotzdem nicht. Man steigt als Bachelor mind. 2 Jahre früher ein und hat den neu einsteigenden Masterabsolvent dann gehaltstechnisch schon überholt. Der einzige Vorteil am Master ist, dass es auf der Visitenkarte nicht so lumpig aussieht. Außerdem wird man als Master nicht jeden Tag von den Diplomern mit "haste deine Rosen vergessen?" oder "heute keine Rose?" oder "Hallo Bengel(B.Eng.)" begrüßt. Kann die dummen Bachelorsprüche echt nicht mehr hören.

Alex | 21. Mai 2014 - 17:15

@Barkas:
1) Hast du dann wenigstens später bessere Aufstiegschancen bzw. hat man dir denn was in diese richtung gesagt? >> Ja also ich bin jetzt 2,5 Jahre da. Ich soll nach 4 Jahren A6 bekommen.

3) Willst du für immer Bauleiter bleiben oder ist das nur für den Anfang um praktische Baustellenerfahrung zu sammeln? >> Also das kann ich nicht so genau sagen. Man muss ja leider schon oft 60 Stunden arbeiten, aber man ist ja auch ziemlich frei. Zur Zeit kann ich mir nichts anderes vorstellen. Die Arbeit macht einfach Spaß. Gut die Bezahlung ist nicht super aber immer noch besser als wie bei einem supermarkt an der kasse :) Deswegen verstehe ich auch immer nicht warum die Leute hier so rumweinen. Die können auch was anderes machen. Keiner hat gesagt du musst jetzt Bauingenieur werden.

Also Uni (Note wohl 1,7) ist sehr gut. Ich muss aber auch sagen, ich war auch an der Uni und ich brauche so gut wie nix davon. Für Tragwerksplanung brauch man das schon, aber sonst muss man alles Neue erarbeiten, da lernt man erst richtig, ist leider so! Warum machen die denn da keinen Unterschied zwischen den beiden Abschlüssen? Ist je nach Bereich unterschiedlich. Ich denke es macht schon teilweise Sinn, seinen master zumachen - wegen Erfahrung usw. Und studieren macht ja auch Spaß, schön ausschlafen und nicht um 5 uhr los.

Tom | 21. Mai 2014 - 14:28

@Barkas:
> Warum machen die denn da keinen unterschied zwischen den beiden Abschlüssen? Weil dann könnte man sich doch den Master echt sparen, wenn man mit dem Bachelor dasselbe verdient, oder?

Weil es sich um einen Bauleiter-Posten handelt, und dessen Handwerk lernt man nicht an der Uni/FH, sondern on the Job. Von daher bringt ein Master in dieser Sparte keinen Mehrwert und wird daher auch nicht entsprechend honoriert. Bei Tragwerksplanung, Bauphysik, Wasserbau o.ä. sollte man dann mit Master schon mehr verdienen. Gilt aber halt auch immer das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

rzwodzwo | 21. Mai 2014 - 12:51

Eigentlich ist die Erklärung simpel. Zumindest im ÖD entspricht der Bachelor dem Diplom FH und der Master dem Diplom Uni. Aufgaben die früher von Uni-Absolventen erledigt wurden, werden heute von Master-Absolventen erledigt. Nur ist das Problem, dass zwar die Anzahl der Master-Absolventen steigt, nicht aber der Aufgabenumfang am Markt in dem gleichen Maße; für den diese eigentlich ausgebildet werden. Es gibt also ein Überangebot von Master-Bauingenieuren. Anders gesagt, der Masterabschluss ist viel zu inflationär geworden, weil irgendwer den Studenten suggeriert, ohne Master bist du nix (meistens die Hochschulen, je mehr Master-Studenten die haben, desto besser für die). Der Markt regelt das schon.

Barkas | 20. Mai 2014 - 17:50

@Alex:
1) hast du dann wenigstens später bessere Aufstiegschancen bzw. hat man dir denn was in diese richtung gesagt?
2) Wie lange bist du denn schon dabei?
3) Willst du für immer Bauleiter bleiben oder ist das nur für den Anfang um praktische Baustellenerfahrung zu sammeln?

@alle:
Warum machen die denn da keinen unterschied zwischen den beiden Abschlüssen? Weil dann könnte man sich doch den Master echt sparen, wenn man mit dem Bachelor dasselbe verdient.oder?

Alex | 19. Mai 2014 - 20:04

Ich bekomme A5 als Bauleiter (Straßenbau) Master. Bei uns ist es egal ob Bachelor oder Master.

Barkas | 19. Mai 2014 - 15:48

Ich bin Ende des Jahres fertig mit meinem Master an einer technischen Uni (Note wohl 1,7) und will mich bei den größeren Bauunternehmen als Bauleiter (Straßenbau usw.) bewerben. Ich habe jetzt von einigen gehört, dass man mit einem Bachelorabschluss mit A5 einsteigt. Werden dann die Leute mit Masterabschluss höher eingestuft (z.B. A6)? oder bekommen sie als Jungbauleiter auch nur A5, wie die Bachelorabsolventen?

Ich muss dazu sagen, dass die Region, in der ich mich bewerben werde Nordrhein-Westfalen ist. Weiß einer vielleicht was genaueres dazu bzw. hat Erfahrungswerte in diesem Bereich? Danke schon mal im voraus!

okto | 02. Mai 2014 - 22:44

@deluxe:
Doch auch das gibt es. Bei mir in der Verwandschaft war dies der Fall. Derjenige wurde damals arbeitslos und hat sich dann für eine ausgeschriebene Stelle im öffentlichen Dienst beworben. Ist auch FH-Ingenieur und konnte aus der Not heraus E11 Stufe 3 aushandeln, obwohl der Job beim Amt sich gut mit seiner bisherigen Tätigkeit gedeckt hat.

Ich selbst habe mich damals auch mal bei den öffentlichen wegen einer Stelle erkundigt. Da war es eigentlich das Gleiche, mir wurde gesagt E11 evtl. Stufe 2 oder 3. Von dem her find ich es etwas ungewöhnlich. Aber gut zu hören, das es auch anders geht. Du sagst fachfremd, darf ich fragen was für ein Arbeitsgebiet dich jetzt erwartet?

Deluxe | 01. Mai 2014 - 22:26

@Okto:
Die Systematik bei den Stellenausschreibungen im öD ist ja relativ klar definiert und meine vor dem Studium abgeschlossene fachfremde Ausbildung und Arbeitserfahrung wurde mir auch nicht anerkannt ;-) Hier sind - im Gegensatz zur freien Wirtschaft - dem öffentlichen Arbeitgeber wohl die Hände gebunden. Ich denke es ist sehr gut nachvollziehbar, dass sich ein Mittvierziger in unserem Berufsfeld nicht auf eine E9er Stelle bewirbt und mit einer Eingruppierung in Stufe 1 abgibt - so gesehen ein netter Zug der öffentlichen Hand.

Dipl | 01. Mai 2014 - 08:57

Interessante Umfrage: Sind die Gehälter in Bayern einfach viel höher als im Rest der Republik? Bei den Fragen nach den Ingenieurgehältern und dem durchschnittlichen Bruttoeinstiegsgehalt für Studienabsolventen (Bruttojahresgehalt bzw. zu versteuerndes Jahreseinkommen, 40 Stunden Woche inkl. 13. Monatsgehalt/Urlaubsgeld) ergibt sich folgendes Bild:

Bei den Beratenden bzw. selbstständig oder freiberuflich tätigen Ingenieuren verdienen 20,4 Prozent bis 50.000 Euro, 24,6 Prozent zwischen 50.000 und 70.000 Euro und 55 Prozent über 70.000 Euro. Bei den Angestellten verdienen 26,5 Prozent bis 40.000 Euro, 26,5 Prozent zwischen 40.000 und 50.000 Euro, 22,2 Prozent zwischen 50.000 und 60.000 Euro und 24,7 Prozent über 60.000 Euro. Bei den Leitenden Angestellten verdienen 17 Prozent bis 50.000 Euro, 16,6 Prozent zwischen 50.000 und 60.000 Euro, 33 Prozent zwischen 60.000 und 70.000 und 34 Prozent über 70.000 Euro.

Bei den Studienabsolventen lässt sich eine deutliche Verschiebung in Richtung höherer Einstiegsgehälter feststellen. Bei rund der Hälfte der Studienabsolventen liegt das durchschnittliche Bruttoeinstiegsgehalt mit 50,3 Prozent (Vorjahr 68,3) zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Der Anteil mit einem Einstiegsgehalt über 40.000 Euro ist von 10 Prozent im Vorjahr auf aktuell 32,9 Prozent deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil mit einem Einstiegsgehalt unter 30.000 Euro von 21,7 Prozent im Vorjahr auf 16,7 Prozent gesunken

Quelle: http://www.bayika.de/de/konjunkturumfrage

bob | 29. April 2014 - 20:50

@Okto:
Dafür ist es zu spät, ich studiere schon seit 7 Jahren! Aber keine Vertiefung TWP!

Okto | 28. April 2014 - 15:37

@deluxe:
Das man als FH-ler gleich E12 und Stufe 4 kriegt verwundert mich. Ich kenne es so, dass bei den öffentlichen Stellen Berufserfahrung eher knausrig anerkannt wird. Also für den FH- Ingenieur eher E10 oder E11 Stufe 1 oder 2, gut gemacht!

@Hornisse:
Also ich am flachen Land komm mit meinem Gehalt soweit ganz gut aus. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es mir schlecht geht. Aber gemessen an Verantwortung und evtl. noch dem Leistungsdruck gäbe es wirklich bessere Sachen als unsere! Das hätte man auch leichter haben können.

@bob:
Studier erst mal fertig bzw. fang lieber nochmal was anderes an. Sonst diskutierst du in 10 Jahren auch mit so frustrierten wie uns rum. In der Tragwerksplanung gibt es große Unterschiede. Für einige ganz passabel und bei anderen fragt man sich, warum die für das Geld nicht lieber Fenster putzen gehen.

bob | 25. April 2014 - 18:55

@Deluxe:
Das ist aber nicht überall so oder? Ich denke überwiegend in der TWP?

Hornisse | 25. April 2014 - 13:12

Zitat Tdehmel:
"Und wer mit 60.000 € p.a. nicht auskommt, dann weiß ich auch nicht weiter. Wer verdient schon so viel in Deutschland, ganz ehrlich?"

Und dann echauffieren sich hier die Leute, wenn man feststellt, dass Bauingenieurwesen ein Studiengang für die Unterschicht ist?

60.000 EUR/annum sind wenig. Sogar sehr wenig, wenn man sich Wohneigentum, einen passablen Lebensstil (keine Extravaganzen wie Segelboot etc. pp.), eine gute medizinische Absicherung und eine fundierte Altersvorsorge zulegen möchte. Der Einfachheit halber für einen Singlehaushalt:

Wohneigentum in Grossstädten: ca. € 250k
Rücklagen private Altersvorsorge: mind € 250k

Das ergibt monatliche Abzüge:
Abzahlung Kredit für das Wohneigentum inkl. Verbrauchskosten und Hausgeld: € 1.500
Ausgaben Lebensmittel: € 500/Monat
Ausgaben Kleidung: mind. € 250-350 / Monat
Ausgaben Urlaub und Kultur/Vergnügungen: € 400/Monat
Rücklagen Altersvorsorge: € 600

Summe Ausgaben pro Monat: € 3.250 - € 3.350
Summe Einnahmen pro Monat: € 2.900

Und in obiger Rechnung ist noch nicht einmal ein Auto angeschafft und unterhalten!

Deluxe | 25. April 2014 - 10:08

@Baumann:
TV-L Entgeltgruppe 4 siehe hier:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l...

Baumann | 24. April 2014 - 19:09

Sie schreiben Jahres-Brutto von 52846.62 € , das freut mich für Sie. Sind Sie damit sicher? Mal auf oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka/ verglichen? Eingangsstufe der Besoldung beachtet?

Tdehmel | 23. April 2014 - 20:16

@okto:
Die Gehälter im öffentlichen Dienst sind allerdings auskömmlich. Auch mit Bachelor oder FH-Abschluss ist E12 oder bei langjähriger Erfahrung E13 drin, wobei diese zwei sich finanziell nicht viel geben. Und wer mit 60.000 € p.a. nicht auskommt, dann weiß ich auch nicht weiter. Wer verdient schon so viel in Deutschland, ganz ehrlich?

@ Deluxe:
Den Schritt in den öffentlichen Dienst kann ich absolut nachvollziehen und habe diesen bereits als Absolvent getätigt. Meines Erachtens ist es einfach ein sehr attraktiver Arbeitgeber für unsere Branche. Rechnet man sich mal sein Gehalt auf den Stundenlohn runter in der freien Wirtschaft, dann liegt man doch unter dem des öffentlichen Dienstes.

maja | 23. April 2014 - 12:20

@Okto:
Deswegen werde ich auch kein TWP; obwohl ich theoretisch in Statik sehr gut ausgebildet bin denke ich. Das Wissen kann nicht schaden.

Deluxe | 23. April 2014 - 10:17

Liebe Kolleginnen und Kollegen oder solche die es mal werden wollen, nachdem ich diesem Thread jetzt seit geraumer Zeit folge, möchte ich die Plattform nutzen und von meinen Erfahrungen als Dipl.-Ing. (FH) berichten.

Meine berufliche Vita: In bis Dato etwas über 6 Jahren Tragwerksplanung habe ich in drei unterschiedlichen Planungs- / Prüfingenieurbüros gearbeitet und hierbei mein Bruttogehalt von 32.500 €/a (bezogen auf 13 Gehälter) auf 44.200 €/a (bezogen auf 13 Gehälter) steigern können. Es waren allesamt fachlich hoch spezialisierte Ingenieurbüros mit ca. 30 Angestellten in Ballungsräumen > 0.5 Mio. Einwohnern. Der allgegenwertige Leistungsdruck verlangte einem Jungingenieur gelegentliche Nacht und/oder Wochenendschichten ab. Nicht nur, dass diese zumindest teilweise ohne Vergütung blieben, nein natürlich gehören utopische Abgabetermine bei fehlender Wertschätzung erbrachter Leistungen und flexibel gestaltetem Weihnachts-/Urlaubsgeld zum Arbeitsalltag. Mangelnde Einarbeitung ist die Regel und wer zu viel fragt oder gar aufmuckt, wird auch gerne mal gemobbt oder auch gekündigt. Sicherlich gibt es immer wieder Zeiten, in denen man einen entspannten „nine to five“ Job hat, aber Leerlauf ist eigentlich nie vorhanden.

Persöhnlich haben mir weder das Einzelkämpferdasein in theoretischer Monotonie noch die Bearbeitung internationaler Aufträge mit manigfältigsten Anforderungen an Hard- und Softskills geschadet und ich hatte meißt Spaß daran das Unternehmen weiter nach vorne zu bringen. Leider wurde dem aufgebrachten Eifer jedoch nicht unterstützend beigepflichtet und effektivitätssteigernde Maßnahmen (z.B. Lizenzplanung der Softwaremodule oder sinnvolle Schulungsmaßnahmen) sind stetiger Wegbegleiter im Kampf um Anerkennung. Erbrachte Sonderleistungen werden als selbstverständlich abgetan und Gehaltsverhandlungen bleiben trotz profitabler Projekte und aufopfernder Arbeitsmoral bei überschaubarem Erfolg. Ich kann nicht sagen, dass man finanziell am Hungertuch nagt, aber zur allgemeinen Zufriedenheit tragen die beschriebenen Gepflogenheiten sicher nicht bei.

Meine Konsequenz ist, dass ich mich umorientiere, da die in der Planung von Bauleistungen allgegenwertige Einkommensstruktur dem Anspruch des Studiums und der folgenden Arbeitsleistung nicht gerecht wird. Wer an seinen Idealen eines Weltverbesserers festhalten möchte kann das gerne tun, mir reicht es mittlerweile und so lebenserfüllend ist das herumschieben von Zahlenkolonnen, bis alle Nachweise erbracht und die bereits produzierte Konstruktion gerettet ist dann auch wieder nicht. Ich werde in den öffentlichen Dienst wechseln und der Hohn dieser Geschichte ist, dass sich hier neben der Arbeitnehmerunterstützung seitens ver.di, den geregelten Erschwerniszulagen und einer unschlagbar sicheren Anstellung, bereits der Grundlohn auf ein sehr erträgliches Jahres-Brutto von 52846.62 € wächst. Sicher kann man dieses Gehaltsniveau auch auf anderen Wegen erreichen - heruntergebrochen auf den realen Stundenlohn und hinsichtlich der zu opfernden Freizeit verabschiede ich mich mit einem Schmunzeln aus der freien Wirtschaft…

Okto | 19. April 2014 - 07:50

@maja:
Es ist ja nicht so, dass ich es toll finde das Bauingenieure nicht zu den Topverdienern der Ingenieurwissenschaften zählen. Die Realität ist aber leider mal so. Meinem Kind empfehle ich deshalb mal nicht TWP zu werden, gemessen an Gehalt und Verantwortung ist das schon ein Trauerspiel. Ich glaub es gibt keine Berufsgrupppe die in Grundzügen sich so gern auf eine uralten Gesetzgebung (Codex Hamurabi) beruft wie Bauingenieure ;-)

TWP65 hat allerdings schon recht. Die Gehaltstabellen spiegeln nicht unbedingt die Realität wieder. Gerade wenn es sich um Berufseinsteiger handelt. Da kommt man gern mal in eine niedrigere Gruppe. Und richtig beurteilen kann man das halt eben erst nach dem Studium.

Ansonsten muss ich aber jetzt noch ne Lanze brechen für die Gehälter beim öffentlichen Dienst, da ich Bekannte habe die dort eben als Bauingenieure tätig sind. Die Entgeltgruppen starten zwar nicht unbedingt weit oben. Aber (und das finde ich den großen Vorteil bei der Sache) sie steigern sich halt einfach. So dass man, wenn man dabeibleibt auch mal ein ganz ordentliches Gehalt hat, welches oftmals in der freien Wirtschaft erst erzielt werden muss. Der FH-Ingenieur hinkt da zwar auch etwas hinterher. Meines Wissens E10 bzw. E11 während der Uni-Ingenieur eher in E12 oder E13 liegt. In Zahlen ausgedrückt hat man dann auch nach ein paar Jahren ein Gehlt zwischen 47000 Euro bis 58000 Euro.

maja | 17. April 2014 - 12:40

@Okto:
Vielen Dank für diesen Beitrag. Sehr interessant und ich kann deine Entscheidung vollkommen nachvollziehen. Ich werde die 50.000 auf jeden Fall probieren auszuhandeln. Ich finde die für meine Qualifikation gerechtfertigt nach den ganzen Abschlüssen. Wenn nicht, fange ich auch für etwas weniger an (min. 45 000 - wenn es sich dann schnell steigert). Alles Verhandlungssache, solange man nicht in den Öffentlichen Dienst geht (der ja wirklich leider Hungerlöhne an Ingenieure teilweise zahlt).

@TWP65:
Ich lehne mich ja an Gehaltstabellen an. Und da stand in der Ver- bzw. Entsorgungsbranche etwas von knapp 4000 brutto pro Monat.

Okto | 16. April 2014 - 11:57

@Maja:
Da kenn ich mich nicht aus in dem Sektor. Kann aber schon sein, dass da mehr drin ist, einfach weil es eher so eine Schnittstelle zwischen Maschinenbau, E-Technik und Bauwesen ist. Allerdings wenn du die Auskunft über diese Einstiegsgehälter in den Branchen jetzt allerdings von deinen Professoren oder (noch schlimmer) Kommilitonen oder irgend einem Ramschportal wie Campus und Karriere hast, würd ich diese Info mit Vorsicht genießen.

Aber dennoch als Tip. Rückblickend hätte ich bei den Gehaltsverhandlungen bei meinem ersten Arbeitgeber auch etwas fordernder sein sollen. Mein Gedankengang damals war halt folgender, erstmal Fuß in die Tür bekommen, und dann mal weiterschauen. Das dieser Ansatz eigentlich grundlegend falsch ist, wurde ja auch schon mehrmals erwähnt.

In meinem Fall wurde ich dann vom Projektingenieur zum Projektleiter ernannt, das Gehalt wurde da aber auch nur mäßig angehoben, so dass für mich der Entschluss klar war den ganzen Spaß noch für eine begrenzte Zeit mitzumachen, und mich schleunigst nach was anderem umzuschauen. Immerhin war mein erster Arbeitgeber zumindest ein gute Referenz für die Bewerbung bei weiteren Arbeitgebern.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich 3 Angebote. Die eine Stelle als Einzelkämpfender Tragwerksplaner bei einer mittelständischen Baufirma. Welche mit dem höchsten Gehalt vergütet worden wäre.

Eine andere (etwas branchenferne) als Berechnungsingenieur für einen marktführenden Zulieferer der Automobilbranche. (Diese Stelle hätte mich auch recht interessiert, war mir aber zu waghalsig, da man als gemeiner Bauingenieur mit FH-Abschluss nur wenig Ahnung hat von
Lastabtragung unter großen Deformationen. Was aber nicht heißen sollte, dass man sich da nicht einarbeiten kann! Von meiner persönlichen Arbeitsweise jedoch finde ich es sehr unbefriedigend irgendwas in nen Computer einzugeben und aufn Knopf zu drücken um zu schauen was passiert, ohne in dem gewählten Berechnungsverfahren fit zu sein.

Aber auch da gibt es traurigerweise Leute die Stellen sich diesen Anspruch nicht. Allerdings hätte ich diese Stelle nur im Rahmen einer Probezeit bekommen, damit der Arbeitgeber sich ein Bild davon machen kann ob man mit dem neuen Arbeitsfeld zurechtkommt. Gehalt dort wäre aufgrund meiner mangelnden Grundkenntnisse bei etwa 45.000 Euro gelegen. Das entspricht für diese Branche dem Einstiegsgehalt eines Absolventen. Ich muss dazu sagen, dass Unternehmen hat seinen Hauptsitz im ländlichen Raum von Bayern. Kann sein das man in Ballungszentren mehr kriegt.

Allerdings sollte man hier auch wieder bedenken, dass 55000 Euro in München weitaus weniger wert sind wie 50000 Euro im ländlichen Raum. Und meine jetzige Stelle, welche im Wesentlichen meiner alten Tätigkeit entspricht. Gehalt etwa 50000 Euro.

twp65 | 16. April 2014 - 09:20

Wenn man keine nennenswerte Berufserfahrung hat, bleibt als Argumentationsmittel nur die Statistik oder die Gehaltstabelle. Bevor ich mich auf dieser Plattform aus dem Fenster lehne und irgendwelche Gehaltsprognosen und Wertungen abgebe, würde ich diese Zeit sinnvoller verwenden und schauen, dass ich mit dem Studium fertig werde. Denn solange das Studium nicht beendet ist, sind alle Beiträge - welche aus dieser Ecke kommen - nur Schall und Rauch. Mehr Wunsch als Realität. Meint einer der 22 Jahre in diesem Beruf arbeitet.

maja | 15. April 2014 - 15:45

@Okto:
Ich habe vor im Bereich Wasser/Energie o.ä. unterzukommen. Da sollten 50.000 als Master of Engineering Absolvent doch locker drin sein (ich werde es sehen - bin aber sehr optimistisch was das anbetrifft). In der Tragwerksplanung bzw. Bauleitung in Baufirmen kenne ich mich nicht aus, weiß aber von Absolventen, dass diese dort eher mäßig verdienen. Wobei Bauleitung kann man schon recht gut verdienen, aber unter teilweise enormem Druck. Deswegen habe ich mich im Master auch anders spezialisiert bzw. bin dies noch am machen. War zwischenzeitlich nämlich arbeiten und habe mir gessagt, nein Danke den Druck als Bauleiter willste nicht und Tragwerksplanung wäre für mich persönlich aus Interessengründen auch nichts.

Okto | 14. April 2014 - 14:39

@Maja:
Als Master (trotz Uni-Studium) ein Einstiegsgehalt von 50.000 Euro zu bekommen erachte ich - zumindest im Bereich der Tragwerksplanung - als etwas unrealistisch. Sicherlich probieren kann man es (und sollte man auch!).

Aber bloß als Tipp. 2011 hatte ich ein Vorstellungsgespräch: Dort wären mir als TWP auch 56.000 Euro angeboten worden (allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits 3 Jahre gearbeitet). Diese Stelle hatte aber folgenden Haken. In diesem Unternehmen wäre man der einzige (!) TWP gewesen von welchem dann wieder alles abhängt. Für mich persönlich, war es damals nicht interessant, da es unweigerlich einen enormen Arbeitsdruck bedeuten würde.

Habe mich halt dann für mein jetziges Büro entschieden und krieg halt etwas weniger. Hab aber zumindest ein relativ entspanntes Arbeitsklima. Ich kann für meinen Teil nur sagen, mein erster Arbeitgeber war ein international tätiges Ingenieurbüro mit über 200 Mitarbeitern. Im ersten Jahr habe ich dort etwa 39.000 Euro bekommen. Das war 2008. Zwischenzeitlich ist aber nicht soviel passiert bzgl. Einstiegsgehalt. Zumindest bei den Büros. 2011 bekam ich einen neuen Kollegen mit Uni- Abschluss. Gehalt war identisch zu meinem. Also nix mit Anpasssung infolge gestiegener Inflation für Berufseinsteiger. Weiterhin wurde dort zumindest in diesem Fall auch kein Unterschied gemacht zwischen Uni- und FH-Absolvent (zumindest in meiner Niederlassung).

Im Vergleich zu meinen Kommilitonen, welche ebenfalls in der TWP tätig geworden sind, war dieses Einstiegsgehalt oberer Durchschnitt. Andere Kommilitonen welche bei Baufirmen tätig wurden, bekamen etwas mehr so um die 42000 Euro im ersten Jahr. Alles in allem aber, wie bereits so oft zitiert, verglichen mit anderen Berufsgruppen in gleicher Qualifikationsebene eher mäßig.

maja | 13. April 2014 - 16:30

@Ingo:
Gilt die Gehaltstabelle für Absolventen? D.h. ein Masterabsolvent mit gefragter Vertiefung verdient ca. 50 000 brutto wenn ich das richtige sehe in A 7.

Stipin84 | 12. April 2014 - 14:46

Prämisse: Ich arbeite nicht in Deutschland sondern in Italien (Südtirol). Hier sieht es für Bauingenieure sehr schlecht aus.

- Planung im Wasserbau und Verkehrswegebau
- 2 Jahre Berufserfahrung
- Wird sind nur 5 Leute, von denen 3 Ingenieure
- Position: Planer für Vor- und Einreichprojekte (bis dato sehr wenig Ausführungsplanung und Bauleitung)
- Arbeite als freier (selbstständiger) Mitarbeiter und beziehe ein Bruttogehalt von ca. 26.000 €, was so um 1.500 € Netto ist (Anfangsbruttogehalt betrug 21.000 €).

Möglichkeiten für Gehaltssteigerung: In den kleinen Büros so gut wie keine. Max 30k €. Schön wär`s deutsche Gehälter zu bekommen.

Ingo | 03. April 2014 - 22:53

@Maki:
Ich habe einen FH-Bachelorabschluss.

Magnus | 02. April 2014 - 23:12

@Maja:
Was arbeitetst du denn so und wie ist der Verdienst?

Ezekia | 31. März 2014 - 23:05

@maja:
Die Tätigkeit hört sich zumindest interessant an, ob sie es sein wird, bleibt abzuwarten. Zu dem geringen Gehalt: Natürlich ist mehr Geld verlockend, das bestreite ich gar nicht. Doch ein kleines Kind zu Hause zu haben bedeutet leider Einschränkung hinsichtlich meiner Flexibilität und dem Maß an Stunden, welches ich bereit bin aufzubringen.

Maki | 31. März 2014 - 17:42

Welchen Abschluß hast Du denn Ingo?

Ingo | 31. März 2014 - 08:19

Ich habe 2013 in München an einer Podiumsdiskussion, in der es hauptsächlich um das Gehalt der Absolventen ging, teilgenommen. Es standen Vertreter aller großen Baukonzerne, einiger mittelständischer Unternehmen aus dem süddeutschen Raum sowie verschiedener Ingenieurbüros (> 50 Mitarbeiter) Rede und Antwort. Bei den Gehältern haben Alle angegeben, folgende tariflich geforderten Gehälter zu bezahlen:
http://www.vhk-ev.de/Tarifgehalt-Bau2013.pdf

Ein Baukonzern unterscheidet im Gegensatz zu den meisten Anderen zwischen Uni und FH. Warum man einem Uni-Bachelor mit 6 Semstern Studium mehr bezahlt als einem FH-Bachelor mit 7 Semstern Studium, war auch für den Firmenvertreter auf Nachfrage nicht nachvollziehbar.

Ich und auch einige meiner ehemaligen Kommilitonen wurden nicht in der Gruppe A V: 3.292,00 € (Bachelor oder Techniker mit Berufserfahrung) eingestellt, sondern in der Gruppe A IV: 2.939,00 € (Techniker oder Bauzeichner mit umfassender Erfahrung). Ich hatte damals (vor nicht ganz einem Jahr) 5 Vorstellungsgespräche und am Ende vier Arbeitsverträge vorliegen. Großartig über das Gehalt zu verhandeln, war bei keinem Arbeitgeber möglich. Die Aussage war überall ähnlich: "Absolventen ohne nennenswerte Berufserfahrung erhalten bei uns - egal in welchem Bereich - grundsätzlich dasselbe Einstiegsgehalt. Die Gehälter lagen im Bereich von 2700 - 3300 €/Monat, mit Weihnachts- und Urlaubsgeld 35.000 - 42.000 €/Jahr.

Ich erhalte 2.939,00 € (Gruppe A IV) und eine außertarifliche Zulage sodass ich auf 40.000 € im ersten Jahr komme. Es wäre also mehr möglich gewesen. Dafür gehe ich heute zu Fuß zur Arbeit und verbringe dort in einer sehr angenehmen Umgebung selten mehr als 40 h/Woche. Nach den ersten 12 Monaten wird das Gehalt jährlich neu und individuell verhandelt.

Mich hat es besonders gefreut, dass nahezu alle meiner damaligen Kommilitonen sofort in der Arbeitswelt Fuß gefasst haben und niemand große Kompromisse - was Einsatzgebiet- und Ort angehen - eingehen mussten.

Dem Bedarf von 4500 Neueinstellungen pro Jahr stehen aber jetzt schon über 6000 Absolventen gegenüber. Wie sich der Arbeitsmarkt für Absolventen entwickeln wird, wird sicherlich interessant.

Ingo, 25, mittelständisches Bauunternehmen in Süddeutschland

maja | 29. März 2014 - 12:40

@Ezekia:
Ich kann das auch nicht nachvollziehen, sorry. Sicherheitsdenken bedeutet oft irgendwann Stillstand. Siehe viele Lehrer. Ich finde das Gehalt auch zu wenig. Aber am wichtigsten ist, dass Ihenn die Arbeit Spaß macht.

Ezekia | 28. März 2014 - 16:12

@Baumann:
Mit einem Bachelor in E10 eingestuft zu werden, finde ich nicht dermaßen tragisch. 36.000 € im ersten Jahr und über 39.000 € im zweiten. Wenn ich das mit Gehältern aus dem Bekannten- und Familienkreis vergleiche ist das Jammern auf ganz großem Niveau. Die stehen mit langjähriger Berufserfahrung noch mit weitaus weniger da.

@maja:
Es handelt sich dabei um die Einzelhandels-Branche ohne Auslandseinsatz. Bei einem der großen Branchen-Primusse. Zu dem Angebot dazu gibt es einen Firmenwagen mit privater Nutzung. Der Grund ist ebenjener, den Sie ansprechen. Die Sicherheit. Ein guter Freund von mir war bei einem ähnlichen Arbeitgeber angestellt in ähnlicher Position und wurde nach wenigen Jahren mir nichts, dir nichts gegangen. Das ist dort wohl Gang und Gäbe. Ein weiterer Grund sind die übermäßigen Überstunden, die dort Erfahrungsberichten zufolge anfallen und die geringe Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Meine Prioritäten liegen nicht im finanziellen Bereich. Viele können dies nicht nachvollziehen, doch jeder hat da seine eigenen Vorstellungen.

Baulobby | 28. März 2014 - 15:44

Alle die Zeit haben, hier etwas zum Besten zu geben, verschwenden Ihre Zeit. Bitte einfach Studienabgänger mit den "Beschäftigten in der Bauindustrie" vergleichen:
http://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten...
http://www.komm-mach-mint.de...

Könnte es sein, dass wir zu viele Bauingenieure in Deutschland haben? ...und das schreibt die Baulobby dazu:
http://www.bauindustrie.de/info-center/presse...

An einer Stelle läßt sich die Baulobby dann doch zur Wahrheit hinreißen:
http://www.werde-bauingenieur.de/FAQ.php

Da heißt es: Kann ich als Bauingenieur/in Beruf und Familie in Einklang bringen?
Ob Sie später Beruf und Familie ideal in Übereinstimmung bringen können, kommt auf die ganz persönliche Lebenssituation an. Es gibt viele Bauingenieure/-innen, die voll im Beruf stehen und gleichzeitig Kinder heranziehen. Dabei meistern sie die gleichen Herausforderungen, wie andere berufstätige Männer und Frauen. Es gibt Einsatzgebiete des Bauingenieurs, die ein ganz besonderes Maß an räumlicher und zeitlicher Flexibilität erfordern (z.B. die Bauleitung bei Großprojekten). Hier kann es schwierig werden, den Kindern und dem Partner jederzeit die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen. Ggf. muss man/frau sicher Abstriche machen.

maja | 27. März 2014 - 21:22

@Ezekia:
Die Stelle für 55 000, was war das für eine Branche und mit Auslandseinsatz? Und warum haben Sie sich für die ziemlich schlecht bezahlte Stelle entschieden im Gegensatz zu dieser, Sicherheitsdenken? Über eine Antwort freue ich mich!

Baumann | 27. März 2014 - 14:16

@Ezekia:
Im Öffentlichen Dienst als Ingenieur mit Examen in Stufe 10 anzufangen ist unterirdisch und das Angebot des öffentlichen Arbeitgebers fast sittenwidrig. Warum gibt es Tarifverträge?

Gast2M | 27. März 2014 - 13:10

Gehälter ab 01. Mai 2013: Ich würde doch mal nach einer Lohnerhöhung fragen, Gruppe AV sollte durchaus möglich sein, auch wenn kleinere Ingenieurbüros eher etwas weniger bezahlen.

Gruppe A I: 1.963,00 € (Hilfsarbeiter ohne Ausbildung)
Gruppe A II: 2.263,00 € (Bauzeichner mit Ausbildung)
Gruppe AIII: 2.594,00 € (Bauzeichner mit Ausbildung und Berufserfahrung)
Gruppe A IV: 2.939,00 € (Techniker oder Bauzeichner mit umfassender Erfahrung)
Gruppe A V: 3.292,00 € (Bachelor oder Techniker mit Berufserfahrung)
Gruppe A VI: 3.659,00 € (Master oder Bachelor mit Berufserfahrung)
Gruppe A VII: 4.045,00 € (Schwierige Tätigkeiten, die weitgehend eigenverantwortlich ausgeführt werden)
Gruppe A VIII: 4.442,00 € (Schwierige Tätigkeiten, die selbständig und eigenverantwortlich ausgeführt werden)
Gruppe A IX: 4.954,00 € (wie zuvor, aber mit vertiefter Erfahrung)
Gruppe AX: 5.540,00 € (wie vor, aber mit Weisungsbefugnis)

Ezekia | 26. März 2014 - 16:01

Also ich habe letzten Monat erfolgreich an einer FH im Rhein-Main-Gebiet mit der Gesamtnote "sehr gut" abschließen können und mich dementsprechend als Absolvent beworben. Ich habe auf die meisten meiner Bewerbungen eine Einladung erhalten und konnte zwischen vielen Jobangeboten wählen. Es ist also nicht unmöglich auch eine Vielzahl an Möglichkeiten zu finden.

Die Spannen an Gehältern lagen dabei zwischen 30.000 und 55.000 Euro im Jahr. (Das letztere in einer vom Bau weit entfernten Branche. Entschieden habe ich mich letztendlich für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst, welche mit E10 und Stufe 1 vergütet wird. 12,6 * 2733 Euro pro Monat bei 30 Tagen Urlaub. Mir ist völlig klar, dass man davon nicht reich wird, doch waren mir Argumente wie geregelte Arbeitszeiten, sicherer Job, stetiger Lohnanstieg etc. persönlich wichtiger als das reine Geld.

| 21. März 2014 - 11:52

Bauingenieur bei einer Bundesverwaltung mit mittlerweile eigenverantwortlichem Bereich, Projektsteuerung von zahlreichen Baumaßnahmen ~2,5-15 Mio €, Fachaufsicht,
39 Jahre, 8 Jahre Verwaltung mit entsprechenden Aufstiegen, davor 3 Jahre Ingenieurbüro, Entgeldgruppe 13, Stufe 5, Tabellenentgeld 4780 € Brutto/mon, Jahresgehalt 60.000 € Brutto.

maja | 18. März 2014 - 15:16

Das was ihr schreibt stimmt soweit alles. Ich kann nur für mich sprechen, ich würde den Job mit dieser Qualifikation nicht machen. Ich zumindest wäre es mir wert, die Firma, Branche oder was auch immer zu wechseln. Aber das muss jeder selbst wissen. Hier wurde ja vor kurzem beschrieben, dass in Statikbüros auch gute Gehälter erzielt werden können. Natürlich wird das verdient, was der Markt hergibt, aber es kommt auch auf Firma und Branche an. Wer etwas will, der sucht Wege, wer etwas nicht will der sucht Gründe.

Hel | 15. März 2014 - 11:43

BMSN hat recht. Beachte: Er verkauft sich in Berlin! Es gibt erhebliche regionale Unterschiede im Vergütungsniveau im deutschsprachigen Gebiet. Und es ist mir ein Rätsel warum es in Berlin keine größeren überregional tätigen Ingenieurfirmen gibt (im Bauwesen). Schließlich sind hier nicht nur die Gehälter sondern auch die Büromieten und die Dienstleistungen deutlich billiger. Gruß - hel

BMSN | 14. März 2014 - 10:04

@maja:
Wir verkaufen uns in den Statikbüros nur deshalb "unter Wert", weil wir mit beiden Beinen in der Berufsrealität stehen. Die Gehälter (real erzielbare Zahlen, keine hypothetischen Theoriediskussionen) sind nunmal nicht höher. Denkst Du, dass wir Ingenieure mit Berufserfahrung nicht wissen, was man in der Branche verdienen kann? Denkst Du, dass wir zu blöd sind die erzielbaren Gehälter richtig einzuschätzen? Denkst du, dass wir in der Praxis tätigen Ingenieure Ratschläge von Studenten brauchen, die irgendwelche Zahlen in den Raum werfen mit dem Zusatz "das muss man mindestend verdienen als Ingenieur"?

Es wird nur das verdient, was der Markt hergibt. Der Verdienst ist unabhängig von der Art und Länge und Schwierigkeit der Ausbildung. Was zählt ist Angebot und Nachfrage. Sonst nichts. Es interessiert niemanden wie schwer deine Ausbildung zum Ingenieur war. Wenn es auf dem Markt für ein Bauprojekt 20 Ingenieure, aber nur einen Maurer gibt, dann verdient der Maurer das beste Geld. Die Ingenieure hingegen können sich dann am Anblick ihres Ingenieurstitels laben.

Eigentlich wollte ich mich hier nicht für mein Gehalt rechtfertigen müssen. Schon gar nicht vor Leuten, die noch nicht einmal Berufserfahrung besitzen. Ich werde mich daher hier wieder aufs stille Mitlesen von Zeit zu Zeit beschränken, da ich weiss, dass mein Gehalt für meine Region und Tätigkeit absolut marktkonform ist. Ich wollte nur einfach den Thread mit meinen Erfahrungen "bereichern". Auf irgendwelche Diskussionen über theoretische Untergrenzen von Gehältern habe ich keine Lust.

Chris | 14. März 2014 - 07:09

Mein letzter Beitrag vom 13. Januar 2014 - 8:51 Uhr:
"Ich habe mit 3300 € brutto/Monat angefangen. Nach der Probezeit soll noch eine kleine Erhöhung folgen. Liege damit im gleichen Bereich wie meine Kollegen. Hab 30 Tage Urlaub und Urlaubsgeld. Überstunden sind jedoch mit dem Gehalt abgegolten. Andere Masterabsolventen aus meinem Semester liegen zwischen 3200 und 3500 €/Monat. Bezieht sich alles auf Hamburg."

Bin damals quasi fließend von einer studentischen Hilfskraft zum Projektingenieur eingestellt worden. Habe mich nun bei ein paar Firmen in Hamburg beworden und werde das Büro wechseln. Es waren lediglich 3 verschickte Bewerbungen! Und schon nach 4 Tagen hatte ich Einladungen zu 2 Vorstellungsgesprächen. Bei der neuen Stelle handelt es sich auch um eine als Projektingenieur in der TWP / Ingenieurbau. Allerdings mit dem großen Unterschied, dass das alte Büro insgesamt weniger als 20 Angestellte hat und das neue (Bundesrepublik gesamt) mehr als 800! Werde dort 3600 €/Monat verdienen. Überstunden werden auf einem Zeitkonto erfasst und werden abgebummelt. Betriebsrat vorhanden, vermögenswirksame Leistungen, Prämienzahlung bei positiver Jahresbilanz. Es gibt also durchaus die Möglichkeit sich zu verbessern. Allen viel Erfolg!

maja | 13. März 2014 - 13:38

@BMSN:
Das ist nicht dein Ernst! Ich bin schockiert. Bei deiner Qualifikation sind aus meiner Sicht 50.000 EUR angemessen. Mit 2 Jahren sowieso. Ich frage mich immer wieder, warum sich so mancher so unter Wert verkauft. Wenn sich einige weiterhin so weit unter Wert verkaufen, wird sich zumindest in den Statikbüros wenig ändern. Kenne auch einige die dort arbeiten, die haben sich auch ziemlich unter Wert verkauft. Leute ihr habt studiert und seid Ingenieur! Ich kenne aber auch andere in anderen Bereichen - und dort wird teilweise deutlich besser verdient.

Steinigel | 12. März 2014 - 22:00

Bauzulieferindustrie, Nordrhein-Westfalen, 20 Jahre im Beruf, Anwendungstechnik / Technische Beratung / Produktentwicklung, mit Reisetätigkeit, ca. 40 - 45 Stunden pro Woche - 55.000 € brutto incl. geldwerter Vorteil Firmenwagen.

Karte | 12. März 2014 - 10:03

Tragwerksplanung, Provinz Bayern, 3 Jahre Berufserfahrung, Studium an einer FH (Bachelor). Gehalt: 41.500 € pro Jahr, alle Überstunden werden erfasst: abfeiern oder ausbezahlen. Firma: Metallbau, ca. 800 Leute. Position: Sachbearbeiter in der Aufstellung statischer Berechnungen für In- und Ausland.

BMSN | 11. März 2014 - 10:20

Tragwerksplanung, Berlin, 2 Jahre Berufserfahrung, Studium an der Universität. Gehalt: 33.600 € pro Jahr, alle Überstunden abgegolten. Firma: Ingenieurbüro, ca. 100 Leute. Position: Sachbearbeiter in der Aufstellung und Prüfung statischer Berechnungen inklusive Zeichnerüberwachung und Bewehrungsabnahmen sowie Jour Fix Anwesenheiten.

Bronzki | 27. Februar 2014 - 18:08

Zitat Numerobis: "Weiterhin kenne ich keinen Einzelkämpfer, der auch nur ansatzweise am Hungertuch nagt, viel mehr klagt jeder über das enorme Arbeitspensum und dass mittlerweile sogar Aufträge abgelehnt werden müssen. Und das bei voller HOAI!"

Das wird sich bald ändern. Spätestens wenn der Leitzins wieder angehoben wird, werden sich die Immobiliendarlehen verteuern. Folglich sinkt die Nachfrage nach Wohneigentum und die Ein-Mann-Statik-Büros können wieder für 50% HOAI anbieten, nur um die laufenden Kosten decken zu können. Keine andere Branche in Deutschland hat so einen Selbstzerstörungsdrang.

Mein persönlicher Lieblingsvergleich: Geht' mal zu Eurem Zahnarzt und fragt' den dann, ob er Euch zu 50% des normalen Stundensatzes behandeln könne. Den Zahnarzt möchte ich sehen, der dann sagt: "Kein Problem, Hauptsache ich habe endlich was zu tun..." Im Grunde ist es seinen Patienten ja auch vollkommen egal, welche Vergütung der Zahnarzt erhält. Die Kosten übernimmt ja schließlich die Krankenkasse. Und die Krankenkasse muss sich lediglich mit dem Marburger Bund einigen, welche Honorare man dort für "angemessen" hält. Der normale Kassenpatient bekommt davon nichts mit, außer einer etwaigen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Gegen die kann sich eh keiner wehren. Seht' ihr den Unterschied zwischen einem Zahnarzt und einem Statiker? Wer ihn sehen will, wird ihn sehen.

Hornisse | 26. Februar 2014 - 07:13

Zitat Ole: "Der normale Sachbearbeiter - und das sind mehr als die Hälfte aller meiner alten Kommilitonen - verdient irgendwo zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto. Viel Wind bringt das nicht in die Segel, zumal die alle 15 Jahre plus Berufserfahrung haben."

Tja. Das Leben eines Bauingenieurs ist ja auch kein Segeltörn. Eher ein Dasein auf einer Galere. Und nein, der Bauingenieur steht nicht an der Trommel und gibt die Schlagfrequenz vor.

Ole | 22. Februar 2014 - 09:55

@Numerobis:
Ich stelle fest das Hornisse etwas aggressiv ist und nicht gerade zu den Optimisten zählt. Ich sehe auch nicht alles so schwarz wie er - aber er hat in einigen entscheidenden Punkten recht. Ich habe 3 Jahre in Indien gearbeitet und weiß, das jede Menge Statiken - besonders für Großbauprojekte - nicht in Deutschland angefertigt werden. Insbesondere Ausführungszeichnungen und Bewehrungspläne kann man dort zu sehr geringen Kosten erstellen. Hochtief beispielsweise hat ein Büro in Chennai. Das man dort keine Einfamilienhäuser rechnet ist wohl klar.

Dein Gehalt ist schon super. Das Beste was mir jemals in Deutschland angeboten wurde waren 65.000 Euro brutto. Das war in Hamburg und in der Windindustrie, die bezahlen ja bekanntlich ganz gut. Es sollte Dir eigentlich klar sein, das Deine Situation wirklich sehr aussergewöhnlich ist und noch lange nicht die Regel.

Der normale Sachbearbeiter - und das sind mehr als die Hälfte aller meiner alten Kommilitonen - verdient irgendwo zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto. Viel Wind bringt das nicht in die Segel, zumal die alle 15 Jahre plus Berufserfahrung haben.

OKTO | 17. Februar 2014 - 17:45

Nach 6 Jahren Berufserfahrung im Bereich TWP und einem Jahresgehalt von etwa 50.000 Euro, kann ich für mich sagen, ich hätte es nicht mehr gemacht. Im Vergleich zu anderen hier im Forum, denke ich braucht man sich damit zwar nicht beschweren, aber der Hit ist es auch nicht.

In anderen Branchen ist da mit einem Ingenieurwissenschaftlichen Studium einfach mehr drin. Zum Vergleich: Ein Freund von mir arbeitet bei einem marktführenden Maschinenbauunternehmen als Techniker und verdient dort etwa 45.000 Euro und geht nach 7,5 Stunden nach Hause. Das Gehalt steht jetzt für mich zwar nicht an höchster Stelle, allerdings finde ich, dass gemessen mit der Verantwortung die eine Stelle als TWP voraussetzt, dieses einfach zu gering.

Allerdings ist das Problem aufgrund der sich gegenseitig untertrumpfenden Honorare hausgemacht. Leider kann ich aber nichts anderes, und andere Tätigkeitbereich im Bauwesen interessieren mich nicht. Und für einen Wechsel ist es eigentlich schon zu spät. => klassische Berufsverfehlung!

TWP65 | 12. Februar 2014 - 12:17

@Numerobis:
Am 23. Oktober 2012 schreiben Sie ihr Gehalt beträgt 60.000 € pro Jahr. Im Februar 2014 schreiben Sie ihr Gehalt beträgt 70.000 € pro Jahr. Das bedeutet ein Gehaltszuwachs von 10.000 € / Jahr innerhalb einer Zeitspanne von 16 Monaten!!! Und das als einfacher Sachbearbeiter in der Tragwerksplanung!!! Im Hinblick auf die allgemeine Situation in Deutschland, z.B. Niedriglohn selbst bei Akademikern eine unglaubliche persönliche Entwicklung. Glückwunsch! Damit dürften Sie der Superstar hinsichtlich der Gehaltsentwicklung in Deutschland aller Branchen sein!

Dann sitzen sie in einem Büro welches sich nach ihrem eigenen Bekunden im Rhein-Neckar-Kreis befindet. Also noch nicht einmal in den A-Standorten HH,D,F,S,M usw. Noch einmal Glückwunsch!

Ich habe selbst nachweislich in den letzten 20 Jahren (in diesen Metropolen) bei den nationalen und internationalen Branchenführern in der Tragwerksplanung gearbeitet. Nicht als Sachbearbeiter sondern als Projektleiter, Abteilungsleiter und Handlungsbevollmächtigter. Daher weiß ich was der gemeine Sachbearbeiter in der Tragwerksplanung verdient und kenne meinen eigenen Verdienst. Das sind Büros die aufgrund ihrer Struktur mehrere 100 Milllionen Euro Baukosten im Jahr umsetzen (müssen!). Im starken Wettbewerb stehen.

Wenn ich ihre Zeilen lese, scheinen wir alle etwas falsch zu machen und sollten uns lieber in den Rhein-Neckar-Kreis bewegen :-). Wenn ich mich entscheiden müsste, welche "Erfahrungen" realistischer sind, ihre oder die von Hornisse, weiß ich was ich antworten müsste. Das was Hornisse hier schreibt, ist viel näher an der Wirklichkeit als ihre "persönlichen" Erfahrungen. Auch wenn es nicht komod ist.

Hornisse | 12. Februar 2014 - 12:14

@Numerobis:
Wenn man keine Ahnung hat. Nur weil Du in Deinem Praktikum im provinziellen Einfamilienhausbau so etwas (ausländische Planerleistungen) noch nicht gesehen hast, heisst es noch lange nicht, dass es das nicht gibt. Vielleicht werden Dir im nächsten Semester in der LV Baubetrieb und Baurecht/Europäisches Vergaberecht mal die Augen geöffnet.

Tom | 11. Februar 2014 - 18:35

Genau, der Bauherr hat ja ständig mit dem Statiker zu tun und sieht auch sofort, ob die Bewehrung falsch eingezeichnet ist. Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall noch keine Statik gesehen, die ohne Abschlag vergeben wurde. Das mit dem Arbeitspensum ist allerdings wahr, leider handelt es sich nicht um viele Aufträge, sondern um viele Varianten, die dem Planer aufs Auge gedrückt werden - in den seltensten Fällen überhaupt vergütet. Und keine Bewerber bei steigenden Absolventenzahlen? Wenn schon Propaganda oder feuchte Träume, dann bitte zumindest eingermaßen realitätsnah.

Numerobis | 06. Februar 2014 - 22:16

Wie ich lesen muss, verbreitet die Hornisse hier noch immer geballten "Optimismus". Echt langweilig. Ich schloss mein Studium an der Universität als Dipl.-Ing. ab und bin mittlerweile 7 Jahre im Berufsleben. Mein Jahresgehalt als angestellter Sachbearbeiter liegt inzwischen bei 70.000 €/a. Mein Beschäftigungsfeld liegt zu 50% im Prüfen und zu 50 % im Aufstellen statischer Berechnungen. Die Zeiten für Bauingenieure sind gerade absolut rosig, sofern man sich nicht ausnutzen lässt und sich offensiv engagiert. Wer den positiven Trend nicht erkennt, ist selbst schuld. Ich kenne jede Menge Ingenieurbüros, die sich erfolglos auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern befinden. Kürzlich hat mir ein Geschäftsführer berichtet, dass er Absolventen mit etwa 3500 €/Monat einstellen muss, da er sonst niemanden für sein Büro begeistern kann. Zudem gehen jede Menge "Altstatiker" in Rente und hinterlassen große Lücken.

Ich habe hier schon ein paar mal gelesen, dass angeblich viele statische Berechnungen ins ost- oder südeuropäische Ausland vergeben werden würden. So ein Blödsinn! Ich habe noch nie eine im Ausland erstellte Berechnung auf den Tisch gekriegt! Bauherren möchten "greifbare" Baubeteiligte, die schnell reagieren können. Lediglich die Ausführungspläne kommen gelegentlich nicht aus Deutschland. Deren Qualität lässt jedoch schnell jeden Bauherr begreifen, dass dies beim nächsten Vorhaben nicht in Frage kommt. Weiterhin kenne ich keinen Einzelkämpfer, der auch nur ansatzweise am Hungertuch nagt, viel mehr klagt jeder über das enorme Arbeitspensum und dass mittlerweile sogar Aufträge abgelehnt werden müssen. Und das bei voller HOAI!

GJS | 04. Februar 2014 - 17:20

Wenn die Büros, egal ob klein oder groß, wenigstens ansatzweise nach HOAI anbieten würden, könnten auch bessere Gehälter gezahlt werden... (Fast) Alle verdienen am Bau, nur der "dumme" Statiker geht schon freiwillig von seinem Honorar runter, wenn er nur schräg angeschaut wird!

GT2901 | 29. Januar 2014 - 18:26

Zitat Geotechniker: "Ich arbeite jetzt für 40.000 € pro Jahr (mit 1 Jahr Erfahrung) und bekomme bald meinen Promotionstitel, soll ich dann eine Gehaltserhöhung fordern? Zählt das überhaupt, wie viel denn?"

Bei dem Ausdruck kann es sich nur um einen gekauften "Promotionstitel" handeln. Das zählt natürlich nicht. Wer eine ordentliche Dissertation ausgearbeitet hat, sollte in der Lage sein den Markt selbst einzuschätzen. Auch sollte man wissen, was ein wissenschaftlicher Mitarbeiter verdient und seine Gehaltsforderung darauf aufbauen. Und als WiMi verdient man mehr als 40.000 € p.a.

Bauing BA | 28. Januar 2014 - 22:42

@Geotechniker:
Ich würde mal sagen: das hängt davon ab, was Du machst und worauf Du promovierst. Im allgemeinen ist der Maßstab für eine Gehaltserhöhung der Nutzen für's Unternehmen - der wird nur leider oft sehr eigenartig ermittelt. Promovierst Du im Massivbau und bist z.B. bei einem Ingenieurbüro für abgespacte Statik von Schalentragwerken (nicht das billige Zeugs, was jede 08/15-Software macht), dann ist ein Dr. vorm Namen sicherlich der beste Beleg dafür, daß Du richtig Ahnung hast - ein Aushängeschild, welches sicherlich auch den "Verkauf" der Leistungen der Firma fördert und (kostspielige) Fehler vermeiden hilft - ein messbarer Gewinn eben.

Ich kenne Leute, die haben sich (teils über Jahrzehnte) als Facharbeiter hochanspruchsvolles Ingenieurwissen (selbst) angeeignet und sind mit Ihrem Engagement extrem wertvolle Mitarbeiter. Und andererseits Studierte (Wa?), die besser früh nicht aufstehen sollten - dann richten sie wenigsten keinen Schaden an. Sie tun es aber leider trotzdem (ich glaub' manchmal, nur um mich zu quälen), aber wer fragt mich schon. Der Abschluß hat damit nicht wirklich was zu tun.

Im Bauleitungsgeschäft z.B. wüßte ich nicht, warum Dir jemand für ein Dr. vorm Namen plötzlich mehr zahlen sollte. Da ist es halt ein hübscher Kopfschmuck. Und wenn man es auf die Karte schreibt, provoziert das nur die Frage, ob es da etwas zu kompensieren gibt. Das wäre in etwa so, als wenn Du in eine Vertragsverhandlung auf Technikerebene mit Anzug und Kravatte gehst. Der andere fragt sich dann bloß: "Wat soll dat den?, Für wen hält der sich?" Nicht der Abschluß ist wichtig, sondern was Du draus machst!

Geotechniker | 26. Januar 2014 - 21:40

Ich arbeite jetzt für 40.000 € pro Jahr (mit 1 Jahr Erfahrung) und bekomme bald meinen Promotionstitel, soll ich dann eine Gehaltserhöhung fordern? Zählt das überhaupt, wie viel denn?

Hornisse | 22. Januar 2014 - 20:16

@Ole:
Wochenendtrip war im übertragenen Sinne gemeint. Die Goldwaage und die Worte, eine nette deutsche Angewohnheit, die man auch nach vielen Monden im Ausland ungern ablegt. Die Anzeige ist bezüglich des Gehaltes relativ eindeutig:

"Tax Free Basic Package up to 30,000 SAR per month or $96k per year. Package includes transport, living & accommodation allowance and contractual bonus."

Package up to $96k per year... package INCLUDES!!!!! transport, living and accomodation"
Das heisst in den €70k sind die entsprechenden allowances enthalten. Da gibt es keine extra allowances ausser für health insurance. ("Additional Benefits: Tickets, Bonus, 1st class Medical and family status if required.").

Die Stellenanzeige ist für Tragwerksplanung, nicht für Projektmanagement. Das man in Saudi Arabien als Expat nichts mieten kann, wusste ich nicht. Dubai ist da viel generöser.

Bauleiter FFM | 20. Januar 2014 - 14:42

Teilweise liest man hier echt Murks. Ich habe mit 23 meinen Master an einer Technischen Hochschule gemacht und habe dann als Jungingenieur in einem großen Planungsbüro angeheuert. Die einzige "Erfahrung" die ich vorweisen kann, war die Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule. Einstiegsgehalt: 13 x 3200 € + Jobticket + kl. Prämie. Schnell ist mir klar geworden das mir das zu langweilig ist.

Nach nur 5 Monaten im Planungsbüro werde ich zu einem der großen Baufirmen in Deutschland wechseln. Meine neue Tätigkeit wäre dann die Bauleitung im Hochbau. Einstiegsgehalt nach Tarif mit der Gruppe A VI (3659,00 €) + Fimenwagen, Handy und Laptop alles auch zur privaten Nutzung. Ich bin mit diesem Paket vollsten zufrieden (für den Einstieg) und mit richtiger Motivation und Glück kann man sich auf jedenfall hocharbeiten.

PM | 20. Januar 2014 - 09:19

@Hornisse:
Ich konnte aus deinem Beitrag nicht herauslesen, dass dir das mit Brutto = Netto bewusst war. Sieht nämlich aus als ob du Äpfel mit Birnen vergleichst. Klar, wie Ole auch sagt, KSA ist auch für mich das Land mit den größten Entbehrungen, aber ich hatte bisher immer das Glück in Jubail und Dammam zu sein, da konnte ich für meine Pflichtausreise nach 30 Tagen mal eben mit dem Auto nach Bahrain fahren oder auch so am Donnerstag für eine Nacht mal über die Brücke fahren und ein echtes Bierchen trinken. Riad selber kenne ich noch nicht, aber sehr wahrscheinlich werde ich bald noch Yanbu kennen lernen.

stb | 20. Januar 2014 - 00:20

Hallo Leute, ich werde bald meinen Abschluss an der FH zum Bauingenieur mit dem Schwerpunkt "Konstruktiv" erwerben und wollte fragen, mit wie viel Gehalt ich rechnen kann? Was sollte ich erwarten, oder sagen wir mal so wie viel sollte ich wollen? Ich wollte mich bei einer Firma mit ca. 150-200 Mitarbeitern bewerben, ich bin auch zurzeit dort tätig und hatte auch dort vorher meine Ausbildung abgeschlossen. Ist es echt so schlimm wie man es hier im Forum liest? Ich wäre echt dankbar für eine Antwort!

Bauing BA | 19. Januar 2014 - 15:34

@Nussknacker:
In Dresden bekommst Du für den Preis (450 € warm) z.B. eine sanierte WBS70 3-Raumwohnung ca. 75m² am Stattrand, z.B. Leubnitz, (grundsätzlich gute Lage u. 15 Min ins Zentrum) mit allem was dazugehört. Als da z.B. wären: hellhörige Wände und dasLeben in einem Silo. Wenn Du in guter Lage eine richtig schöne Wohnung willst, kannst Du für diese Größe auch ruhig mal das 3-4-fache rechnen. Sicherlich kein Vergleich mit München oder Hamburg. aber für eine Großstatt in BW reicht das allemal. Ich hatte mich vor etwa 6 Jahren (Damals dachte ich noch, ich würde demnächst fertig werden) nach einer kleinen schönen Wohnung (DG, 2-Raum + Minizimmer, ca. 65 m², wenn ich mich recht erinnere) in DD-Äußere Neustadt umgesehen und habe da schon mal für meine Gehaltsvorstellung etwa 800 € warm eingeplant.

Dann später im "teuren" BW bin ich überhaupt nicht erschrocken, das Preis- und Mietniveau kannte ich von Dresden. Jetzt wohne ich für 550 € warm (@49m²) mit Einbauküche, ist halt ein 2-Wohnsitz, schöne Wohnung, Lage zentral aber nich so doll. Und nach allem, was ich so höre, wäre der damalige Preis heute für eine entsprechende Wohnung in der Dresdner Neustadt noch ein Schnäppchen - über den Weißen Hirsch o.ä. will ich gar nich reden. Also das Ost-West-Gefälle ist Augenwischerei, Nord-Süd und Stadt-Land sind da schon lang drüber.

Mike | 19. Januar 2014 - 14:43

@Hornisse:
Wer in aller Welt bietet dir denn Jobs an?! Nachdem wie man dich hier einschaetzt muss du ein so grosser Pessimist sein das ich mir nicht vorstellen koennte so einen wie dich in irgendeinem vernuenftigen Unternehmen zu sehen. Wer so unzufrieden mit seinem Leben ist sollte sich wirkliche "HILFE" besorgen.

Bauing BA | 19. Januar 2014 - 14:06

Ich hab mir nur ein paar Posts durchgelesen, denke aber, das ein oder andere wiederholt sich dann auch. Ich denke, man muß da differenzieren. Wer einen Wald- und Wiesenjob macht, kann grundsätzlich nur weniger verdienen, da das fast jeder kann. Einstiegsgehälter ohne Berufserfahrung in der Größenordnung unter 2500 € Brutto halte ich da nicht für unangemessen, man hat ja auch selbst in der Hand, was man draus macht, und ein guter Chef nimmt das auch war und reagiert dann entsprechend.

Kleine Ingenieurbüros, wenn sie "nur" Häuslebauen und sonst nix besonderes machen, können auch nicht die Supergehälter zahlen. Planungsleistung wechseln, werden heute oft für Spotpreise erbracht und mittlerweile meinen Bauherren, daß sie die als Nebenleistungen von den Ausführungsbetrieben dazubekommen können (sehr gefährlich).

Auch verdient man in kleineren mittelständigen Unternehmen i.A. weniger (etwa 10-20%) als in großen Konzernen. Dafür hat man aber meist auch wesentlich mehr Freiheiten und der Frustfaktor durch dumme Entscheidungen von Vorgesetzten auf der Endstation nach Peter-Prinzip ist wesentlich geringer. Hat also alles seine Vor- und Nachteile. Ein Großkonzern käme für mich nie (aus heutiger Sicht) in Frage, ich würde nur noch dauergefrustet rumlaufen.

Auch, und das gilt für Ingenieure so ziemlich aller Fachrichtungen (wenn es dort nicht gerade mal einen Fachkräftesog gibt), heißt es ab einem bestimmten Punkt "mehr Geld = weniger Ingenieur", außer man ist der absolute Überflieger, hat also z.B. das ein oder andere wertvolle Patent in petto oder rechnet Superduperspezialstatiken und -bemessungen zu Fuß (weil es keine Software gibt). Man muß sich mit höheren Gehaltsvorstellung immer mehr in fachfremde Bereiche (z.B. Wirtschaft) reinfinden oder sich mit sinnlosen, überbürokratisierten Organisationsstrukturen rumschlagen. Die technische Ingenieursarbeit wird in Deutschland halt nicht angemessen geschätzt, dabei ist neben den Mitarbeitern, welche sich jeden Tag die Hände schmutzig machen (und z.B. im Bau meist noch viel schlimmer unterbezahlt sind, die lebenden Roboter in der Automobilindustrie meine ich nicht, die sind überbezahlt, da kann ein Bauingenieur oft nur von träumen) die Ingenieurarbeit die zweite Hauptsäule der Wertschöpfung, also jenes Prozesses, der es z.B. den Managern ermöglicht, sich selbst horrende Gehälter und Bonusleistungen zu zahlen oder Bankern sich dumm und dusslich zu verdienen, indem Sie mit unserer hart erwirtschafteten Kohle spielen. Aber die Welt ist nun mal nicht gerecht.

Wenn man sich in spezielle Bereiche einarbeitet, hebt das immer auch den Marktwert der eigenen Arbeit und ermöglicht damit auch in relativ kurzer Zeit übertarifliche Gehälter. Immer ist natürlich auch wichtig, mit welchem Einsatz man dabei ist (die "Extrameile"). Ein Neuling kann durchaus 20 unbezahlte Überstunden die Woche stemmen, schließlich bringt er noch nicht die volle Leistung und ist jung und belastbar. Andererseits kann er mit diesem Einsatz sehr schnell sehr viel lernen. Ein Dauerzustand ( >3,4 oder 5 Jahre) sollten > 50 h/Woche ("8h sind ein Witz, für halbe Tage lohnt es sich nicht aufzustehen") ) meiner Meinung aber nicht werden, das geht dann doch arg aufs Nervenkostüm und die Gesundheit.

Vor den Lohn hat der liebe Gott nunmal die Mühe gesetzt, und das finde ich auch richtig so. Wenn ich mir hier einige Posts anschaue, dann habe ich den Eindruck, mancher sieht sich hier als Gottesgeschenk an die Arbeitgeber und fühlt sich als solches nicht angemessen (v.a. finanziell) geschätzt. Und ihr Anfänger: Nach 6 Monaten hat Euch Euer Chef an der Backe und wird Euch nur noch gegen Abfindung los, außer Ihr sammelt Abmahnungen wie schöne Frauen Blumensträuße. Ein Studienabschluß bedeutet einen Scheiß, der sagt nichts darüber aus, wie Ihr in der Praxis klar kommt. Daher tritt der Abschluß auch nach einigen Berufsjahren immer mehr in den Hintergrund (außer vielleicht im Öffentlichen Dienst), in meiner Firma hat er meine Chefs bei meinem Einstellungsgespräch auch als frischer Absolvent (mit etwas Berufserfahrung, BA-Studium und vorher Nebenjob neben Uni-Studium) nur am Rande interessiert.

Nach diesen allgemeinen Worten komme ich jetzt zu meinem Werdegang: Mittlere Reife dann Berufsabi Bau. Uni-Studium, erst Maschinebau, dann Wechsel zu Bauingenieurwesen. Totgeprüft, dann BA mit Ehrenrunde und 2,3 (z.B. Massivbau zu verinnerlichen und zu Fuß mit dem Taschenrechner rechnen zu können sind halt 2 Paar Schuhe) - alles in allem nicht gerade rühmlich und hat auch noch 9 Jahre gedauert.

Ich bin im Baunebengewerbe in BW (mittelständiges (Familien-)Unternehmen, ein momentan ziemlich gebeutelter Spezialbereich) mit 2750 € Brutto + ca. 1/3 zu Weihnachten eingestiegen. Ich habe mich engagiert (ca. 50-60 h/Wo) eingebracht und dabei auch sehr viel gelernt. Scheiß-Chef gehabt, 2½ Jahre keine Erhöhung (außer für Ihn), aber viel Frust. War nach 2 Jahren kurz davor, mich neu zu orientieren, da plötzlich: mein Chef fühlt sich zu höherem berufen und wechselt in einen Großkonzern. Vorher macht er mich noch bei unserer Geschäftsführung madig. Meine Geschäftsführung sah das anders und sagte: "Sie schaffen das, wir unterstützen Sie". Damit war ich plötzlich kommissarischer Standortleiter mit 33, effektiven 3-4 Jahren Berufserfahrung und Verantwortung für einen Millionenstandort und 25 Leute. Es gab erstmals ein Schäppchen mehr und einen gut ausgestatteten größeren Kompaktwagen mit uneingeschränkter Privatnutzung in Deutschland (ich pendle quer durch halb Deutschland!). Ich hab ziemlich kämpfen müssen, hab hier und da auch den einen oder anderen kostspieligen Fehler gemacht, insgesamt steht meine Geschäftsführung aber hinter mir, gibt mir Hilfestellung, wenn ich sie brauche läßt mir aber auch sehr viel Freiraum. Unaufgefordert nochmal eine Erhöhung nach 1¼ Jahren hinterher - bin jetzt bei 3600 € Brutto + FW bei einer ca. 50 h/Wo und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Mir geht es hier nicht darum, mich als Überflieger aufzuspielen, so dolle bin ich nicht, sondern darum, zu zeigen, daß man mit entsprechendem Schweiß, Herzblut und Glück (das man sich immer auch verdienen muß) sehr viel (und das irgendwann auch finanziell) erreichen kann. (Und daß man erstmal Scheiße fressen muß, bis es irgendwann mal anfängt süßer zu schmecken) Es hängt natürlich immer von den äußeren Umständen und den handelnden Personen ab. Ich denke, in einem Großkonzern wäre es anders (und nicht gerade besser) gelaufen. Zudem ist unsere Firma ein bodenständiges Unternehmen (ich sollte sagen: unsere Geschäftsführung, die handelnden Personen halt), zeigt sehr viel soziales Engagement, z.B. wenn Mitarbeiter Probleme haben und legt auch sonst einen äußerst fairen Umgang an den Tag. Das alles ist nach meiner Erfahrung heute nicht selbstverständlich. Und ich finde, daß ist auch den einen oder anderen finanziellen Abstrich z.B. ggü. einem richtig großen Unternehmen wert.

Andererseits habe ich auf der Seite von Geschäftspartnern (Auftraggeber- und -nehmer, Planungs- oder Statikbüros), schon etliche Vollpfosten kennengelernt, welche IMHO noch mit 1500 € Brutto überbezahlt wären. Da konnte ich ja als ewiger Student mehr. Vielleicht hat ja der eine oder andere von dehnen hier auch rumgejammert?

Zum Abschluß mein (unerbetener) Rat an alle Unzufriedenen: Ihr solltet immer die Gesamtsituation im Auge behalten, das Leben ist kein Ponyhof, nirgendwo, macht Euch da mal keine falschen Vorstellungen. Wer in einem soliden Unternehmen arbeitet, der wird für seine Mühen auch im Rahmen der Möglichkeiten angemessen entlohnt. Und wenn Ihr das Gefühl habt, das dem nicht so ist, jammert nicht gleich rum. Fragt Euch lieber selbst, ob Ihr genug tut, um aus der grauen Masse herauszustechen und hinterfragt Eure Selbsteinschätzung kritisch. Selbstbewußtsein, Engagement (die Extrameile), Fachkunde und Fairness gepaart mit einem gewissen Unterstatement kommt nach meiner Erfahrung gut an und wird nicht auf Dauer übersehen.

Eure Chefs haben auch meist sehr viel um die Ohren und verlieren da vielleicht mal den Blick auf Euer Gehalt, dann kann man auch mal vorsichtig drauf aufmerksam machen. Betrachtet immer Euren individuellen Wert für das Unternehmen und die Möglichkeiten desselben. Neidisch auf das Gehalt des Kollegen zu schielen, halte ich für falsch. Und wenn Ihr nach dieser kritischen (Selbst)Einschätzung immernoch das Gefühl haben solltet, daß Ihr unfair behandelt werdet, dann haben Euch Euer Chef und Eure Firma nicht verdient und Ihr solltet das Revier wechseln. In diesem Sinne, viel Spaß und Erfolg!

Ole | 19. Januar 2014 - 12:11

Man kann keinen Abstecher nach Saudi machen. Es gibt kein offizielles Touristen-Visa. Man kann religiös motivierte Reisen nach Mekka unternehmen, allerdings nur als Moslem. Am Wochenende bleibt man da mal besser ganz weg, weil einem z.B. der Aufenthalt in Malls usw. ohne weibliche Begleitung untersagt ist. Ich weiss auch nicht, ob das Leben in der Expat Community so schön ist. Klingt für mich immer etwas nach Luxus-Straflager.

Saudi ist für Kollegen, die das erste mal ins Ausland gehen, nicht so empfehlenswert. Die Anzeige, die weiter unten geposted wurde weisst "Benefits" aus. Mit diesen Benefits ist Accomodation, Health Insurance Provident / Retirement Fund usw gemeint. Die 70.000 sind ziemlich sicher der Nettoverdienst von dem ausser für Nahrungsmittel nichts mehr abgeht. Ich wollte erst noch Genussmittel schreiben aber wir sprechen ja hier über Saudi... Es ist etwas unverständlich beschrieben aber das ist dort immer so. Ein Ausländer kann normalerweise nicht einfach dort mieten. Einen Baucontainer als Unterkunft gibt es auch nicht. Es geht ja hier um einen Designjob. Die haben ihr Büro ganz sicher nicht im Container. Wie gesagt, die Anzeige ist durchschnittlich. Wäre nichts für mich. Zu viel Freiheitsentzug!

Otto | 18. Januar 2014 - 17:54

Ich verdiene Brutto 13 x 7.200 Franken, arbeite bei der Öffentlichen Hand mit nunmehr knapp 2 Jahren Berufserfahrung. Das erste Jahr verbrachte ich auch bei einem Ingenieurbüro bei einem gehalt von 13 x 6.000 Franken. Die beste Entscheidung welche ich getroffen, weg vom Ingenieurbüro wegzugehen:
* ständig unter Termindruck
* Überzeiten werden erwartet, wenn es terminliche Engpässe gibt
* 4 Wochen Ferien
* Zeit für eine Einführung

Wenn man in einem Ingenieurbüro was erreichen will, kann man gleich seine Familienplanung an den Nagel hängen. Man ist einem gewaltigen Preisdruck ausgesetzt, mit was für Stundenlöhnen bei Ingenieuren teilweise kalkuliert wird war für mich nicht mehr tragbar wenn man andere Berufsgruppen betrachtet. Zum Glück hat sich das geändert, so dass ich jetzt wieder gerne Arbeiten gehe. Aber NIEMEHR in einem Ingenieurbüro! Mein ganz persönliches Fazit: Ich würde praktisch niemandem empfehlen Bauingenieurwesen zu studieren und dann in einem Ingenieurbüro zu arbeiten.

Frank | 18. Januar 2014 - 14:53

Ich bekomme 3100 €, Master, 40-Stunden arbeiten und 500 € Urlaubsgeld und 1800 Weihnachtsgeld, alles Brutto. Meine Kommilitonen (beide Master, Bauleiter) 3800 € + Auto und 3800 € Weihnachtsgeld. Arbeiten um die 55 Stunden - ich sage immer der Job muss Spaß machen und ich finde meine 3100 € für Master und gerade angefangen sehr gut. Ob ich meinen Master brauche, da muss ich ganz klar sagen nein. War an der Uni und brauche nix davon oder vielleicht um die 10%.

Bauleiter | 17. Januar 2014 - 22:09

Gejammert wurde hier denke ich genug. ich trage meinen teil zur diskussion mit einer pro und contra liste bzgl. der baubranche (bauleitung, projektierung, projektentwicklung) zur diskussion bei:

pro:
- sehr abwechslungsreich
- jobs mit absoluter suchtgarantie (bauleitung, projektentwicklung usw.)
- hält wegen der hohen entscheidungsdichte mental sehr fit
- extrem gute teamarbeit während "harter" projektphasen, jeder hilft jedem usw.
- "ausbildung" zum unternehmer bzw. geschäftsführer durch hohe verantwortung bzw. mitarbeiterführung auch bei kleinen projekten
- mit einer guten idee ist eine selbstständigkeit auf grund der vorgenannten erfahrungen problemlos realisierbar
- angenehme geschäftspartner mit richtig dickem geldbeutel fernab von möchtegern neureichen ärzten, anwälten usw. die sich mit einem vermögen von 1,5 mio € für den mittelpunkt der erde halten und eigentlich nur kleine sparer sind
- verhandlugsgeschick wird täglich verbessert
- größenwahnsinn ist nicht geächtet sondern vielmehr gewünscht
- die möglichkeit seinen beruflichen erfolg durch überlegtes handeln direkt zu steuern
- für möchtegern rennfahrer gibt es tausende autobahnkilometer auf denen man seine "bestzeiten" unter bauleitern ruhmreich verteidigen kann)
- wer einmal ein großes projekt an der "front" überstanden hat, stärkt sein selbstbewusstsein nachhaltig
- man lernt viele städte kennen wenn man kein typischer wochenendheimfahrer ist
- teils sehr gute gehälter v.a. auf großbaustellen
- für extrovertierte besteht die möglichkeit zur polygamie ohne stress; viele städte mit vielen potentiellen dates, gepflegte bauleiter mit machermentalität kommen bei frauen gut an ;)
- meist relativ lockere arbeitsatmoshpäre unter kollegen
- nacktkalender im büro...in einer bank kriegste dafür eine abmahnung
- große maschinen, firmenwägen mit ordentlich ps unter der haube generell interessante technik
- die möglichkeit die umwelt nachhaltig zu verändern und sich damit ein "denkmal" zu setzen
usw.

contra:
- lange bis extreme arbeitszeiten
- überstunden, überstunden, überstunden
- hohes stresslevel
- rauher bis aggressiver umgangston wenns ums "geld" geht
- mental schwache personen gehen gnadenlos unter
- wenig urlaub v.a. im sommer
- arbeiten am wochenende nicht selten
- workaholic chefs mit annähernd 0,0 schlaf- und erholungsbedürfnis
- das gefühl nie wirklich fertig mit der arbeit zu sein
- wenig bis keine leerlaufphasen im berufsalltag irgendwas ist immer
- schlechte bzw. keine kaffeemaschinen im baubüro
- unterirdische planung und kosten bzw. zeitdruck
- extremer leistungsdruck bzgl. projektendergebnis
- unfreundliche und arrogante anwohner
- kritische situationen mit hoher unfallgefahr (autobahnbaustellen usw.)
usw.

kurz und knapp ist die baubranche eine hoch interessante branche mit schattenseiten. ich werde weiterhin in den o.g. bereichen arbeiten, da ich bis jetzt (ca. 12 jahre) zufrieden bin. sollte ich jedoch bemerken, dass ich das ganze nicht mehr will dann werde ich ohne skrupel die reisleine ziehen und mir einen ruhigeren job suchen. mir ist durchaus bewusst, dass die branche kein pardon kennt und schwäche gnadenlos ausgenutzt wird. mein gehalt liegt übrigens im hohen 5-stelligem bereich. top projektleiter verdienen bei uns teilweise deutlich mehr als 10k pro monat. die verantwortung und der stress ist dafür gigantisch.

Hornisse | 17. Januar 2014 - 17:10

Rente (pension scheme) ist übrigens nicht inkludiert. Solche Dinge, genau wie Krankenversicherung, werden nämlich immer gesondert erwähnt, als extra goody. Sind sie nicht extra erwähnt, kann man davon ausgehen, dass es diese nicht gibt! Das heisst von den € 70 k Jahresnetto sollte man entsprechend mindestens € 20k für die Altersvorsorge abziehen. Es gibt beim geposteten Paket keinen Arbeitgeberanteil!

Bleiben also realistisch € 50k als Jahreseinkommen übrig. Von € 4.000 pro Monat kann man zwar leben, aber nicht gerade besonders fürstlich. Schliesslich möchte man eventuell neben den nötigen Rücklagen für den Pensionsfond auch noch Geld für den Erwerb von Wohneigentum zurücklegen?! Wie Ole schon gepostet hat, die Luft ist raus in Middle East.

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