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Samstag, 21. September 2019
Ausgabe 6606 | Nr. 264 | 19. Jahrgang

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 10

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BauBob | 23. März 2018 - 11:33

Meiner Meinung nach ist die Sache ganz einfach! Hier gibt es Leute, die rechnen das Gehalt in Stundenlohn um und stellen fest: Oh, der Stundenlohn ist geringer als bei einem Maschinenbauer oder was auch immer. Ich sehe das so: Ich verdiene für eine Arbeit, die mir sehr sehr viel Freude bereitet, monatlich gutes Geld! Alternativ kann ich auch einen Job ausüben, der mir Zeit und Geld bringt, aber keinen Spaß macht. Es geht doch nicht immer nur ums Geld. Man verbringt schließlich 50 % seiner Lebenszeit im Beruf! Dann sollte die Sache Spaß machen.

Man. Bauing. | 22. März 2018 - 12:31

@nocheinaussteiger:
Keine der hier genannten Personen in der Bauleitung haben eine 60 h Woche. Und als Einstiegsgehalt ist das meines Erachtens gut. Ein Kumpel im Personalbüro (ebenfalls mit Uni Abschluss) verdient, in einer anderen Branche bei gleicher Arbeitszeit, deutlich weniger. Auch das unten genannte Gehalt als Tragwerksplaner mit einem unterdurchschnittlichen BA-Abschluss und viel mehr Semester, ist doch OK als Einstieg. Also man muss nicht alles schwarzmalen. Natürlich gibt es Branchen, die besser bezahlen, aber life isn't fair. Ich werde mich nicht kaputt machen und bin meines eigenen Glückes Schmied.

Lolo | 20. März 2018 - 07:40

Meine Erfahrungen mit dem Gehalt: Ingenieurbüro, Bauoberleitung mit 53.000 EUR Jahresgehalt und mit 6 Jahren Berufserfahrung. Fahrzeit zur Arbeit 40 min und mehr. Dann gewechselt zum öffentlichem Dienst: TVÖD 12 mit Zulagen (Rufbereitschaft und Überstunden) ca. 65.000 EUR (Grundgehalt 59.000 EUR) Fahrzeit zur Arbeit 18 min. Trotz Überstunden und Rufbereitschaft habe ich deutlich mehr Zeit für meine Familie. Ich sehe kein Anlass wieder in die Wirtschaft zu wechseln.

Nocheinaussteiger | 19. März 2018 - 23:35

@Ma.Bauing.:
Die genannten Gehälter sind doch nicht gut, die angeführten 52.000 EUR entsprechen bei der in der Bauleitung üblichen 60 Stundenwoche einem Stundenlohn von lächerlichen 16 EUR. Bei der im Maschinenbau üblichen 35 Stundenwoche entsprechen die 52.000 EUR dann schon ca. 28 EUR, hieraus resultiert eine Gehaltsdifferenz von 75 %. Um angemessen (= vergleichbar mit einem Durchschnittsmaschinenbauer) bezahlt zu sein, müsste ein Bauleiter demnach ca. 91.000 EUR Jahresgehalt verdienen - tut er aber nicht. Die Baubranche -und hier insbesondere die Bauleitung - ist das richtige für Charaktere die sich gerne für klein(st)es Geld kaputtarbeiten.

Ma.Bauing. | 18. März 2018 - 12:53

Also da sich mein Masterstudium dem Ende zuneigt, und einige Kommilitonen schon einen Job haben, weiß ich was so ca. gezahlt wird:

  1. Jobs, gerade in der Bauleitung, gibt es wirklich wie Sand am Meer. Wenn man jetzt noch örtlich flexibel ist, ist das mal 0 Problem.
  2. Zwei Kumpels von mir fangen in 2 größeren Baufirmen an (360-500 Mitarbeiter) und verdienen als Berufsanfänger mit einem Masterabschluss ca. 52.000 EUR Brutto + Firmenwagen im Jahr. Natürlich in der Bauleitung mit einigen Überstunden, aber das ist safe drin.
  3. Ein weiterer verdient als Tragwerksplaner (Hessen) mit einem Bachelorabschluss (keine Regelstudienzeit) ca. 42.000 EUR Einstiegsgehalt.
Der Markt gibt diese Gehälter einfach momentan her und wer sich gerade jetzt unterm Wert verkauft, ist meines Erachtens selbst Schuld.

ThyEngi | 17. März 2018 - 17:01

Ich arbeite in Österreich und habe etwas länger als Durchschnittsstudiendauer studiert und nicht all zu gut verhandelt - Wollte schnell einen Job, auf der Baustelle sein und keine Überstundenpauschale haben. (Habe kaum Berufserfahrung, aber einen Abschluss mit Auszeichnung) Verdiene montatlich 2762,- Euro Brutto. Da es hier ein 13 und 14 Gehalt gibt, verdiene ich somit jährlich 38.668,00 brutto. Ich bekomme je Arbeitstag 15,10 € Essensgeld und ca. 24 € KM-Geld (netto). Dazu mache ich ca. 35 bezahlte Überstunden im Monat. Somit verdiene ich Netto zwischen 3200 - 3300 Netto monatlich und wenn ich das 13 und 14 Gehalt umlege, verdiene ich ca 3550 bis 3650 Netto monatlich. Ehrlich gesagt, finde ich das ganz ok. Bin jetzt seit ca 1,2 Jahren bei der Firma und werde nach Projektende eine Gehaltserhöhung (Grundgehalt) fordern.

AlHu | 16. März 2018 - 22:04

@Oida Hund:
Ein Weg, der natürlich mit Leichen gepflastert ist. Nicht wenige endeten als Einzelkämpfer, die nach den Zahlen in den Bürokostenvergleichen weniger verdienen als Angestellte. Auch die Zukunft der HOAI ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das wird weiter zu beobachten sein. Planungsbüros haben keine Lobby, zukünftig wird man sich dort auch mit den personellen Brosamen abfinden müssen, die vom Tisch des Öffentlichen Dienstes und der Baukonzerne herabfallen. Klar, auch in den Baukonzernen wird besser verdient als in Planungsbüros, aber gerade die Älteren werden noch in Erinnerung haben, wie schnell vor anderthalb Jahrzehnten bei Holzmann, Dywidag, Walter Bau et. al. das Licht aus war und der Schlüssel zum Firmenwagen beim Pförtner abzugeben war. Diejenigen, die das durchgehalten haben, haben teils einen hohen Preis dafür gezahlt.

Oida Hund | 16. März 2018 - 13:11

Hier mein Rat nach 25 Jahren Tätigkeit als Bauingenieur: Wenn ihr Geld verdienen wollt, dann müsst ihr euch auf alle Fälle selbständig machen. Kombinationen in der Übergangszeit (Teilzeit Angestellter / Selbstständige Tätigkeit) machen kaum Sinn und zeugen eher von nicht brauchbarer Unsicherheit. Entweder ihr habt den notwendigen Zug und den Mut zur Selbstständigkeit oder ihr bleibt angestellte Arbeitssklaven mit magerer Entlohnung. Viel Glück und habt den Mut!

nocheinaussteiger | 13. März 2018 - 18:19

@Aussteiger:
Sie skizzieren hier eine heile Bauwelt, die Sie anhand Ihres eigenen, vermeintlich sehr guten Einstiegsgehaltes von "knapp über 50.000 € Region Bayern" belegen (zum Vergleich: das sind netto rd. 2.300 € monatlich und damit 500 € weniger als ein Grundschullehrer in seinem ersten Jahr verdient!) , nur um dann ein paar Absätze weiter unten auszuführen, dass sie die Baubranche aufgrund der "unglaublichen Arbeitszeiten" die Sie nach eigenem bekunden "nicht ausstehen konnten" verlassen haben.

Zunächst einmal: Glückwunsch zum gelungenen Exit! Allerdings verstehe ich Ihre Schlussfolgerung, es sei in der Branche nicht alles so schlimm wie es aussieht oder es einem die Statisiken glauben machen wollen, nicht. Denn Sie sind doch selbst der Beweis dafür, dass das Bauingenieursstudium auch im aktuell wirtschaftlich starken Umfeld der Garant für ein finanziell unbefriedengendes Berufleben ist - so lange man sich eben nicht fernab der Heimat 60 h die Woche als Bauleiter verheizen lassen möchte (wobei angemerkt sei, dass in anderen Berufen in denen vergleichbar viel gearbeitet wird - als Beispiel sei hier die Unternehmensberatung genannt - Gehälter > 100.000 € bereits nach wenigen Jahren Berufserfahrung eher die Regel als die Ausnahme darstellen) oder aber mit sehr viel Glück eine der extrem raren Stellen bei einem branchenfremdem Unternehmen findet.

Mit dem Ziel, nach dem Studium bei einem Chemie-, Automobil-, Energie- oder Whatever-Konzern für 80.000 €+ bei 35 h/Woche unterzukommen, würde ich daher jedem Studieninteressenten DRINGEND von einem Bauingenieursstudium abraten, ganz einfach da die Chancen, als solcher in einem branchenfremden Unternehmen unterzukommen, lächerlich gering sind, da diese kaum (für was denn auch ??) Bauingenieure benötigen. Sprich: Wer als Ingenieur gut verdienen möchte, sollte sich auf die Fächer konzentrieren, in denen gutes Geld verdient wird (z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik).

Malcolm | 07. März 2018 - 20:36

@Aussteiger:
(Und der Chef wird von sich aus einen Teufel tun und jemand freiwillig mehr Geld geben). Der Satz fasst alles zusammen. Das kapieren aber die meisten Kollegen nicht und jammern weiter.

Aussteiger | 28. Februar 2018 - 07:10

Da ich das Forum hier schon lange verfolge und die diversen Positionen durchaus nachvollziehen kann, wollte auch ich mal meine Gedanken dazu abgeben. Leider, so ist es überall, gibt es auch im Baugewerbe extreme Beispiele für gute und schlechte Bezahlung. Ich bin nach dem Studium mit Master damals bei einem Mittelständler mit 4.000 € monatliches Gehalt plus Weihnachts- und Urlaubsgeld in der PL eingestiegen. In Summe knapp über 50.000 € (Region Bayern). Gesagt sei, ich war dort 2 Jahre Werkstudent während meines Masters und hatte dadurch sicherlich auch einen Vorteil beim Verhandeln.

Das war für mich als Frischling schon ein tolles Gehalt und ich lag damit auch etwas über meinen Kommilitonen, welche alle im Schnitt eher bei ca. 45.000 € jährlich lagen. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es sehr viele Kollegen, die schon seit Jahren/Jahrzenten in der Branche sind, und (berechtigt) aufschreien und solche Einstiegsgehälter nicht glauben wollen/können, da sie selbst kaum mehr verdienen nach 10/20/25 Jahren. Das Problem: In den letzten Jahren gab es enorme Bewegungen bei den Bedarfen an Ingenieuren und das spürt man (in meiner Region) auch am Gehalt.

Nicht nachvollziehen kann ich die Statistiken, die immer wieder hier reingeworfen werden, wo wir unglaublich schlechte Gehälter bekommen. Das gibt mir immer das Gefühl, dass wir künstlich unten gehalten werden sollen. Leider verschlafen das die älteren Kollegen oft und fordern nicht ihren gerechten Anteil. (Und der Chef wird von sich aus einen Teufel tun und jemand freiwillig mehr Geld geben). Deshalb mein Apell (an alle Ungläubigen): Fordert was euch zusteht, bewerbt euch woanders um euren Marktwert zu checken und holt so das Beste für euch heraus. Anders habe ich es selber auch nicht gemacht!

Was ist aus mir geworden? Ich konnte diese unglaublichen Arbeitszeiten in der Baubranche nicht ausstehen. Leider gibt es hier noch zu oft Ausbeuter, wo man (zwar ein gutes Gehalt bekommt), dafür aber auch 50-60 h arbeiten muss. Dies vor allem in der Bauleitung und Projektleitung. Ich persönlich habe damit gehadert und wollte auch Zeit haben, mein Geld auszugeben. Nach einigen Bewerbungen habe ich eine Zusage in der Automobilbranche bekommen. Und wer diese Branche (oder aber auch Chemie, Pharma usw.) kennt, der weiß dass hier das schönere Leben beginnt. Ich arbeite jetzt bei realen 35 h die Woche mit einem Jahresgehalt von über 80.000 €. Ganz normale Randbedingungen für einen Ingenieur bei der IG Metall.

Es gibt unglaublich viele Firmen und Branchen, die Baufachleute benötigen. Es gibt noch mehr wie Baukonzerne und Baufirmen, wo man sein Geld (deutlich besser) verdienen kann. Klar, diese Stellen sind begrenzt, aber es gibt sie ausreichend, wenn man ein bisschen nachbohrt und sich gut verkaufen kann. Wie heißt es so schön: Du bist, was du isst. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Wer also lieber jammert und ungläubig sitzen bleibt, braucht sich nicht wundern, wenn andere (jüngere) Kollegen einen auf der linken Spur überholen.

Sergej | 26. Februar 2018 - 17:57

Ich bin nun seit 4 Jahren im öffentlichen Dienst. TVÖD 11, Stufe 3. Verdiene ca. 48.000 EUR Jahresgehalt Brutto für eine 39h/Woche. Kaum Verantwortung und gehe einmal im Jahr zum Bildungsurlaub. Ich werde bald auf 28 Stunden reduzieren und zwei Homeoffice Tage beantragen. Dann hab ich meinen Traum erfüllt.

Mainz_ole | 23. Februar 2018 - 09:10

Da ich schon länger dieses Forum verfolge, möchte ich nun auch mal mein Gehalt offenlegen. Ich habe vor einem halben Jahr mit einem leicht überdurchschnittlichen Uniabschluss mit 3.650 € Bruttogehalt im Monat als Tragwerksplaner in einem Büro mit knapp 20 Mitarbeitern angefangen (Raum Westdeutschland).

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