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Ausgabe 7283 | Nr. 210 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 12

1704 Kommentare | 752559 Aufrufe Kommentar hinzufügen
BMSN | 11. März 2014 - 10:20

Tragwerksplanung, Berlin, 2 Jahre Berufserfahrung, Studium an der Universität. Gehalt: 33.600 € pro Jahr, alle Überstunden abgegolten. Firma: Ingenieurbüro, ca. 100 Leute. Position: Sachbearbeiter in der Aufstellung und Prüfung statischer Berechnungen inklusive Zeichnerüberwachung und Bewehrungsabnahmen sowie Jour Fix Anwesenheiten.

Bronzki | 27. Februar 2014 - 18:08

Zitat Numerobis: "Weiterhin kenne ich keinen Einzelkämpfer, der auch nur ansatzweise am Hungertuch nagt, viel mehr klagt jeder über das enorme Arbeitspensum und dass mittlerweile sogar Aufträge abgelehnt werden müssen. Und das bei voller HOAI!"

Das wird sich bald ändern. Spätestens wenn der Leitzins wieder angehoben wird, werden sich die Immobiliendarlehen verteuern. Folglich sinkt die Nachfrage nach Wohneigentum und die Ein-Mann-Statik-Büros können wieder für 50% HOAI anbieten, nur um die laufenden Kosten decken zu können. Keine andere Branche in Deutschland hat so einen Selbstzerstörungsdrang.

Mein persönlicher Lieblingsvergleich: Geht' mal zu Eurem Zahnarzt und fragt' den dann, ob er Euch zu 50% des normalen Stundensatzes behandeln könne. Den Zahnarzt möchte ich sehen, der dann sagt: "Kein Problem, Hauptsache ich habe endlich was zu tun..." Im Grunde ist es seinen Patienten ja auch vollkommen egal, welche Vergütung der Zahnarzt erhält. Die Kosten übernimmt ja schließlich die Krankenkasse. Und die Krankenkasse muss sich lediglich mit dem Marburger Bund einigen, welche Honorare man dort für "angemessen" hält. Der normale Kassenpatient bekommt davon nichts mit, außer einer etwaigen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Gegen die kann sich eh keiner wehren. Seht' ihr den Unterschied zwischen einem Zahnarzt und einem Statiker? Wer ihn sehen will, wird ihn sehen.

Hornisse | 26. Februar 2014 - 07:13

Zitat Ole: "Der normale Sachbearbeiter - und das sind mehr als die Hälfte aller meiner alten Kommilitonen - verdient irgendwo zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto. Viel Wind bringt das nicht in die Segel, zumal die alle 15 Jahre plus Berufserfahrung haben."

Tja. Das Leben eines Bauingenieurs ist ja auch kein Segeltörn. Eher ein Dasein auf einer Galere. Und nein, der Bauingenieur steht nicht an der Trommel und gibt die Schlagfrequenz vor.

Ole | 22. Februar 2014 - 09:55

@Numerobis:
Ich stelle fest das Hornisse etwas aggressiv ist und nicht gerade zu den Optimisten zählt. Ich sehe auch nicht alles so schwarz wie er - aber er hat in einigen entscheidenden Punkten recht. Ich habe 3 Jahre in Indien gearbeitet und weiß, das jede Menge Statiken - besonders für Großbauprojekte - nicht in Deutschland angefertigt werden. Insbesondere Ausführungszeichnungen und Bewehrungspläne kann man dort zu sehr geringen Kosten erstellen. Hochtief beispielsweise hat ein Büro in Chennai. Das man dort keine Einfamilienhäuser rechnet ist wohl klar.

Dein Gehalt ist schon super. Das Beste was mir jemals in Deutschland angeboten wurde waren 65.000 Euro brutto. Das war in Hamburg und in der Windindustrie, die bezahlen ja bekanntlich ganz gut. Es sollte Dir eigentlich klar sein, das Deine Situation wirklich sehr aussergewöhnlich ist und noch lange nicht die Regel.

Der normale Sachbearbeiter - und das sind mehr als die Hälfte aller meiner alten Kommilitonen - verdient irgendwo zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto. Viel Wind bringt das nicht in die Segel, zumal die alle 15 Jahre plus Berufserfahrung haben.

OKTO | 17. Februar 2014 - 17:45

Nach 6 Jahren Berufserfahrung im Bereich TWP und einem Jahresgehalt von etwa 50.000 Euro, kann ich für mich sagen, ich hätte es nicht mehr gemacht. Im Vergleich zu anderen hier im Forum, denke ich braucht man sich damit zwar nicht beschweren, aber der Hit ist es auch nicht.

In anderen Branchen ist da mit einem Ingenieurwissenschaftlichen Studium einfach mehr drin. Zum Vergleich: Ein Freund von mir arbeitet bei einem marktführenden Maschinenbauunternehmen als Techniker und verdient dort etwa 45.000 Euro und geht nach 7,5 Stunden nach Hause. Das Gehalt steht jetzt für mich zwar nicht an höchster Stelle, allerdings finde ich, dass gemessen mit der Verantwortung die eine Stelle als TWP voraussetzt, dieses einfach zu gering.

Allerdings ist das Problem aufgrund der sich gegenseitig untertrumpfenden Honorare hausgemacht. Leider kann ich aber nichts anderes, und andere Tätigkeitbereich im Bauwesen interessieren mich nicht. Und für einen Wechsel ist es eigentlich schon zu spät. => klassische Berufsverfehlung!

TWP65 | 12. Februar 2014 - 12:17

@Numerobis:
Am 23. Oktober 2012 schreiben Sie ihr Gehalt beträgt 60.000 € pro Jahr. Im Februar 2014 schreiben Sie ihr Gehalt beträgt 70.000 € pro Jahr. Das bedeutet ein Gehaltszuwachs von 10.000 € / Jahr innerhalb einer Zeitspanne von 16 Monaten!!! Und das als einfacher Sachbearbeiter in der Tragwerksplanung!!! Im Hinblick auf die allgemeine Situation in Deutschland, z.B. Niedriglohn selbst bei Akademikern eine unglaubliche persönliche Entwicklung. Glückwunsch! Damit dürften Sie der Superstar hinsichtlich der Gehaltsentwicklung in Deutschland aller Branchen sein!

Dann sitzen sie in einem Büro welches sich nach ihrem eigenen Bekunden im Rhein-Neckar-Kreis befindet. Also noch nicht einmal in den A-Standorten HH,D,F,S,M usw. Noch einmal Glückwunsch!

Ich habe selbst nachweislich in den letzten 20 Jahren (in diesen Metropolen) bei den nationalen und internationalen Branchenführern in der Tragwerksplanung gearbeitet. Nicht als Sachbearbeiter sondern als Projektleiter, Abteilungsleiter und Handlungsbevollmächtigter. Daher weiß ich was der gemeine Sachbearbeiter in der Tragwerksplanung verdient und kenne meinen eigenen Verdienst. Das sind Büros die aufgrund ihrer Struktur mehrere 100 Milllionen Euro Baukosten im Jahr umsetzen (müssen!). Im starken Wettbewerb stehen.

Wenn ich ihre Zeilen lese, scheinen wir alle etwas falsch zu machen und sollten uns lieber in den Rhein-Neckar-Kreis bewegen :-). Wenn ich mich entscheiden müsste, welche "Erfahrungen" realistischer sind, ihre oder die von Hornisse, weiß ich was ich antworten müsste. Das was Hornisse hier schreibt, ist viel näher an der Wirklichkeit als ihre "persönlichen" Erfahrungen. Auch wenn es nicht komod ist.

Hornisse | 12. Februar 2014 - 12:14

@Numerobis:
Wenn man keine Ahnung hat. Nur weil Du in Deinem Praktikum im provinziellen Einfamilienhausbau so etwas (ausländische Planerleistungen) noch nicht gesehen hast, heisst es noch lange nicht, dass es das nicht gibt. Vielleicht werden Dir im nächsten Semester in der LV Baubetrieb und Baurecht/Europäisches Vergaberecht mal die Augen geöffnet.

Tom | 11. Februar 2014 - 18:35

Genau, der Bauherr hat ja ständig mit dem Statiker zu tun und sieht auch sofort, ob die Bewehrung falsch eingezeichnet ist. Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall noch keine Statik gesehen, die ohne Abschlag vergeben wurde. Das mit dem Arbeitspensum ist allerdings wahr, leider handelt es sich nicht um viele Aufträge, sondern um viele Varianten, die dem Planer aufs Auge gedrückt werden - in den seltensten Fällen überhaupt vergütet. Und keine Bewerber bei steigenden Absolventenzahlen? Wenn schon Propaganda oder feuchte Träume, dann bitte zumindest eingermaßen realitätsnah.

Numerobis | 06. Februar 2014 - 22:16

Wie ich lesen muss, verbreitet die Hornisse hier noch immer geballten "Optimismus". Echt langweilig. Ich schloss mein Studium an der Universität als Dipl.-Ing. ab und bin mittlerweile 7 Jahre im Berufsleben. Mein Jahresgehalt als angestellter Sachbearbeiter liegt inzwischen bei 70.000 €/a. Mein Beschäftigungsfeld liegt zu 50% im Prüfen und zu 50 % im Aufstellen statischer Berechnungen. Die Zeiten für Bauingenieure sind gerade absolut rosig, sofern man sich nicht ausnutzen lässt und sich offensiv engagiert. Wer den positiven Trend nicht erkennt, ist selbst schuld. Ich kenne jede Menge Ingenieurbüros, die sich erfolglos auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern befinden. Kürzlich hat mir ein Geschäftsführer berichtet, dass er Absolventen mit etwa 3500 €/Monat einstellen muss, da er sonst niemanden für sein Büro begeistern kann. Zudem gehen jede Menge "Altstatiker" in Rente und hinterlassen große Lücken.

Ich habe hier schon ein paar mal gelesen, dass angeblich viele statische Berechnungen ins ost- oder südeuropäische Ausland vergeben werden würden. So ein Blödsinn! Ich habe noch nie eine im Ausland erstellte Berechnung auf den Tisch gekriegt! Bauherren möchten "greifbare" Baubeteiligte, die schnell reagieren können. Lediglich die Ausführungspläne kommen gelegentlich nicht aus Deutschland. Deren Qualität lässt jedoch schnell jeden Bauherr begreifen, dass dies beim nächsten Vorhaben nicht in Frage kommt. Weiterhin kenne ich keinen Einzelkämpfer, der auch nur ansatzweise am Hungertuch nagt, viel mehr klagt jeder über das enorme Arbeitspensum und dass mittlerweile sogar Aufträge abgelehnt werden müssen. Und das bei voller HOAI!

GJS | 04. Februar 2014 - 17:20

Wenn die Büros, egal ob klein oder groß, wenigstens ansatzweise nach HOAI anbieten würden, könnten auch bessere Gehälter gezahlt werden... (Fast) Alle verdienen am Bau, nur der "dumme" Statiker geht schon freiwillig von seinem Honorar runter, wenn er nur schräg angeschaut wird!

GT2901 | 29. Januar 2014 - 18:26

Zitat Geotechniker: "Ich arbeite jetzt für 40.000 € pro Jahr (mit 1 Jahr Erfahrung) und bekomme bald meinen Promotionstitel, soll ich dann eine Gehaltserhöhung fordern? Zählt das überhaupt, wie viel denn?"

Bei dem Ausdruck kann es sich nur um einen gekauften "Promotionstitel" handeln. Das zählt natürlich nicht. Wer eine ordentliche Dissertation ausgearbeitet hat, sollte in der Lage sein den Markt selbst einzuschätzen. Auch sollte man wissen, was ein wissenschaftlicher Mitarbeiter verdient und seine Gehaltsforderung darauf aufbauen. Und als WiMi verdient man mehr als 40.000 € p.a.

Bauing BA | 28. Januar 2014 - 22:42

@Geotechniker:
Ich würde mal sagen: das hängt davon ab, was Du machst und worauf Du promovierst. Im allgemeinen ist der Maßstab für eine Gehaltserhöhung der Nutzen für's Unternehmen - der wird nur leider oft sehr eigenartig ermittelt. Promovierst Du im Massivbau und bist z.B. bei einem Ingenieurbüro für abgespacte Statik von Schalentragwerken (nicht das billige Zeugs, was jede 08/15-Software macht), dann ist ein Dr. vorm Namen sicherlich der beste Beleg dafür, daß Du richtig Ahnung hast - ein Aushängeschild, welches sicherlich auch den "Verkauf" der Leistungen der Firma fördert und (kostspielige) Fehler vermeiden hilft - ein messbarer Gewinn eben.

Ich kenne Leute, die haben sich (teils über Jahrzehnte) als Facharbeiter hochanspruchsvolles Ingenieurwissen (selbst) angeeignet und sind mit Ihrem Engagement extrem wertvolle Mitarbeiter. Und andererseits Studierte (Wa?), die besser früh nicht aufstehen sollten - dann richten sie wenigsten keinen Schaden an. Sie tun es aber leider trotzdem (ich glaub' manchmal, nur um mich zu quälen), aber wer fragt mich schon. Der Abschluß hat damit nicht wirklich was zu tun.

Im Bauleitungsgeschäft z.B. wüßte ich nicht, warum Dir jemand für ein Dr. vorm Namen plötzlich mehr zahlen sollte. Da ist es halt ein hübscher Kopfschmuck. Und wenn man es auf die Karte schreibt, provoziert das nur die Frage, ob es da etwas zu kompensieren gibt. Das wäre in etwa so, als wenn Du in eine Vertragsverhandlung auf Technikerebene mit Anzug und Kravatte gehst. Der andere fragt sich dann bloß: "Wat soll dat den?, Für wen hält der sich?" Nicht der Abschluß ist wichtig, sondern was Du draus machst!

Geotechniker | 26. Januar 2014 - 21:40

Ich arbeite jetzt für 40.000 € pro Jahr (mit 1 Jahr Erfahrung) und bekomme bald meinen Promotionstitel, soll ich dann eine Gehaltserhöhung fordern? Zählt das überhaupt, wie viel denn?

Hornisse | 22. Januar 2014 - 20:16

@Ole:
Wochenendtrip war im übertragenen Sinne gemeint. Die Goldwaage und die Worte, eine nette deutsche Angewohnheit, die man auch nach vielen Monden im Ausland ungern ablegt. Die Anzeige ist bezüglich des Gehaltes relativ eindeutig:

"Tax Free Basic Package up to 30,000 SAR per month or $96k per year. Package includes transport, living & accommodation allowance and contractual bonus."

Package up to $96k per year... package INCLUDES!!!!! transport, living and accomodation"
Das heisst in den €70k sind die entsprechenden allowances enthalten. Da gibt es keine extra allowances ausser für health insurance. ("Additional Benefits: Tickets, Bonus, 1st class Medical and family status if required.").

Die Stellenanzeige ist für Tragwerksplanung, nicht für Projektmanagement. Das man in Saudi Arabien als Expat nichts mieten kann, wusste ich nicht. Dubai ist da viel generöser.

Bauleiter FFM | 20. Januar 2014 - 14:42

Teilweise liest man hier echt Murks. Ich habe mit 23 meinen Master an einer Technischen Hochschule gemacht und habe dann als Jungingenieur in einem großen Planungsbüro angeheuert. Die einzige "Erfahrung" die ich vorweisen kann, war die Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule. Einstiegsgehalt: 13 x 3200 € + Jobticket + kl. Prämie. Schnell ist mir klar geworden das mir das zu langweilig ist.

Nach nur 5 Monaten im Planungsbüro werde ich zu einem der großen Baufirmen in Deutschland wechseln. Meine neue Tätigkeit wäre dann die Bauleitung im Hochbau. Einstiegsgehalt nach Tarif mit der Gruppe A VI (3659,00 €) + Fimenwagen, Handy und Laptop alles auch zur privaten Nutzung. Ich bin mit diesem Paket vollsten zufrieden (für den Einstieg) und mit richtiger Motivation und Glück kann man sich auf jedenfall hocharbeiten.

PM | 20. Januar 2014 - 09:19

@Hornisse:
Ich konnte aus deinem Beitrag nicht herauslesen, dass dir das mit Brutto = Netto bewusst war. Sieht nämlich aus als ob du Äpfel mit Birnen vergleichst. Klar, wie Ole auch sagt, KSA ist auch für mich das Land mit den größten Entbehrungen, aber ich hatte bisher immer das Glück in Jubail und Dammam zu sein, da konnte ich für meine Pflichtausreise nach 30 Tagen mal eben mit dem Auto nach Bahrain fahren oder auch so am Donnerstag für eine Nacht mal über die Brücke fahren und ein echtes Bierchen trinken. Riad selber kenne ich noch nicht, aber sehr wahrscheinlich werde ich bald noch Yanbu kennen lernen.

stb | 20. Januar 2014 - 00:20

Hallo Leute, ich werde bald meinen Abschluss an der FH zum Bauingenieur mit dem Schwerpunkt "Konstruktiv" erwerben und wollte fragen, mit wie viel Gehalt ich rechnen kann? Was sollte ich erwarten, oder sagen wir mal so wie viel sollte ich wollen? Ich wollte mich bei einer Firma mit ca. 150-200 Mitarbeitern bewerben, ich bin auch zurzeit dort tätig und hatte auch dort vorher meine Ausbildung abgeschlossen. Ist es echt so schlimm wie man es hier im Forum liest? Ich wäre echt dankbar für eine Antwort!

Bauing BA | 19. Januar 2014 - 15:34

@Nussknacker:
In Dresden bekommst Du für den Preis (450 € warm) z.B. eine sanierte WBS70 3-Raumwohnung ca. 75m² am Stattrand, z.B. Leubnitz, (grundsätzlich gute Lage u. 15 Min ins Zentrum) mit allem was dazugehört. Als da z.B. wären: hellhörige Wände und dasLeben in einem Silo. Wenn Du in guter Lage eine richtig schöne Wohnung willst, kannst Du für diese Größe auch ruhig mal das 3-4-fache rechnen. Sicherlich kein Vergleich mit München oder Hamburg. aber für eine Großstatt in BW reicht das allemal. Ich hatte mich vor etwa 6 Jahren (Damals dachte ich noch, ich würde demnächst fertig werden) nach einer kleinen schönen Wohnung (DG, 2-Raum + Minizimmer, ca. 65 m², wenn ich mich recht erinnere) in DD-Äußere Neustadt umgesehen und habe da schon mal für meine Gehaltsvorstellung etwa 800 € warm eingeplant.

Dann später im "teuren" BW bin ich überhaupt nicht erschrocken, das Preis- und Mietniveau kannte ich von Dresden. Jetzt wohne ich für 550 € warm (@49m²) mit Einbauküche, ist halt ein 2-Wohnsitz, schöne Wohnung, Lage zentral aber nich so doll. Und nach allem, was ich so höre, wäre der damalige Preis heute für eine entsprechende Wohnung in der Dresdner Neustadt noch ein Schnäppchen - über den Weißen Hirsch o.ä. will ich gar nich reden. Also das Ost-West-Gefälle ist Augenwischerei, Nord-Süd und Stadt-Land sind da schon lang drüber.

Mike | 19. Januar 2014 - 14:43

@Hornisse:
Wer in aller Welt bietet dir denn Jobs an?! Nachdem wie man dich hier einschaetzt muss du ein so grosser Pessimist sein das ich mir nicht vorstellen koennte so einen wie dich in irgendeinem vernuenftigen Unternehmen zu sehen. Wer so unzufrieden mit seinem Leben ist sollte sich wirkliche "HILFE" besorgen.

Bauing BA | 19. Januar 2014 - 14:06

Ich hab mir nur ein paar Posts durchgelesen, denke aber, das ein oder andere wiederholt sich dann auch. Ich denke, man muß da differenzieren. Wer einen Wald- und Wiesenjob macht, kann grundsätzlich nur weniger verdienen, da das fast jeder kann. Einstiegsgehälter ohne Berufserfahrung in der Größenordnung unter 2500 € Brutto halte ich da nicht für unangemessen, man hat ja auch selbst in der Hand, was man draus macht, und ein guter Chef nimmt das auch war und reagiert dann entsprechend.

Kleine Ingenieurbüros, wenn sie "nur" Häuslebauen und sonst nix besonderes machen, können auch nicht die Supergehälter zahlen. Planungsleistung wechseln, werden heute oft für Spotpreise erbracht und mittlerweile meinen Bauherren, daß sie die als Nebenleistungen von den Ausführungsbetrieben dazubekommen können (sehr gefährlich).

Auch verdient man in kleineren mittelständigen Unternehmen i.A. weniger (etwa 10-20%) als in großen Konzernen. Dafür hat man aber meist auch wesentlich mehr Freiheiten und der Frustfaktor durch dumme Entscheidungen von Vorgesetzten auf der Endstation nach Peter-Prinzip ist wesentlich geringer. Hat also alles seine Vor- und Nachteile. Ein Großkonzern käme für mich nie (aus heutiger Sicht) in Frage, ich würde nur noch dauergefrustet rumlaufen.

Auch, und das gilt für Ingenieure so ziemlich aller Fachrichtungen (wenn es dort nicht gerade mal einen Fachkräftesog gibt), heißt es ab einem bestimmten Punkt "mehr Geld = weniger Ingenieur", außer man ist der absolute Überflieger, hat also z.B. das ein oder andere wertvolle Patent in petto oder rechnet Superduperspezialstatiken und -bemessungen zu Fuß (weil es keine Software gibt). Man muß sich mit höheren Gehaltsvorstellung immer mehr in fachfremde Bereiche (z.B. Wirtschaft) reinfinden oder sich mit sinnlosen, überbürokratisierten Organisationsstrukturen rumschlagen. Die technische Ingenieursarbeit wird in Deutschland halt nicht angemessen geschätzt, dabei ist neben den Mitarbeitern, welche sich jeden Tag die Hände schmutzig machen (und z.B. im Bau meist noch viel schlimmer unterbezahlt sind, die lebenden Roboter in der Automobilindustrie meine ich nicht, die sind überbezahlt, da kann ein Bauingenieur oft nur von träumen) die Ingenieurarbeit die zweite Hauptsäule der Wertschöpfung, also jenes Prozesses, der es z.B. den Managern ermöglicht, sich selbst horrende Gehälter und Bonusleistungen zu zahlen oder Bankern sich dumm und dusslich zu verdienen, indem Sie mit unserer hart erwirtschafteten Kohle spielen. Aber die Welt ist nun mal nicht gerecht.

Wenn man sich in spezielle Bereiche einarbeitet, hebt das immer auch den Marktwert der eigenen Arbeit und ermöglicht damit auch in relativ kurzer Zeit übertarifliche Gehälter. Immer ist natürlich auch wichtig, mit welchem Einsatz man dabei ist (die "Extrameile"). Ein Neuling kann durchaus 20 unbezahlte Überstunden die Woche stemmen, schließlich bringt er noch nicht die volle Leistung und ist jung und belastbar. Andererseits kann er mit diesem Einsatz sehr schnell sehr viel lernen. Ein Dauerzustand ( >3,4 oder 5 Jahre) sollten > 50 h/Woche ("8h sind ein Witz, für halbe Tage lohnt es sich nicht aufzustehen") ) meiner Meinung aber nicht werden, das geht dann doch arg aufs Nervenkostüm und die Gesundheit.

Vor den Lohn hat der liebe Gott nunmal die Mühe gesetzt, und das finde ich auch richtig so. Wenn ich mir hier einige Posts anschaue, dann habe ich den Eindruck, mancher sieht sich hier als Gottesgeschenk an die Arbeitgeber und fühlt sich als solches nicht angemessen (v.a. finanziell) geschätzt. Und ihr Anfänger: Nach 6 Monaten hat Euch Euer Chef an der Backe und wird Euch nur noch gegen Abfindung los, außer Ihr sammelt Abmahnungen wie schöne Frauen Blumensträuße. Ein Studienabschluß bedeutet einen Scheiß, der sagt nichts darüber aus, wie Ihr in der Praxis klar kommt. Daher tritt der Abschluß auch nach einigen Berufsjahren immer mehr in den Hintergrund (außer vielleicht im Öffentlichen Dienst), in meiner Firma hat er meine Chefs bei meinem Einstellungsgespräch auch als frischer Absolvent (mit etwas Berufserfahrung, BA-Studium und vorher Nebenjob neben Uni-Studium) nur am Rande interessiert.

Nach diesen allgemeinen Worten komme ich jetzt zu meinem Werdegang: Mittlere Reife dann Berufsabi Bau. Uni-Studium, erst Maschinebau, dann Wechsel zu Bauingenieurwesen. Totgeprüft, dann BA mit Ehrenrunde und 2,3 (z.B. Massivbau zu verinnerlichen und zu Fuß mit dem Taschenrechner rechnen zu können sind halt 2 Paar Schuhe) - alles in allem nicht gerade rühmlich und hat auch noch 9 Jahre gedauert.

Ich bin im Baunebengewerbe in BW (mittelständiges (Familien-)Unternehmen, ein momentan ziemlich gebeutelter Spezialbereich) mit 2750 € Brutto + ca. 1/3 zu Weihnachten eingestiegen. Ich habe mich engagiert (ca. 50-60 h/Wo) eingebracht und dabei auch sehr viel gelernt. Scheiß-Chef gehabt, 2½ Jahre keine Erhöhung (außer für Ihn), aber viel Frust. War nach 2 Jahren kurz davor, mich neu zu orientieren, da plötzlich: mein Chef fühlt sich zu höherem berufen und wechselt in einen Großkonzern. Vorher macht er mich noch bei unserer Geschäftsführung madig. Meine Geschäftsführung sah das anders und sagte: "Sie schaffen das, wir unterstützen Sie". Damit war ich plötzlich kommissarischer Standortleiter mit 33, effektiven 3-4 Jahren Berufserfahrung und Verantwortung für einen Millionenstandort und 25 Leute. Es gab erstmals ein Schäppchen mehr und einen gut ausgestatteten größeren Kompaktwagen mit uneingeschränkter Privatnutzung in Deutschland (ich pendle quer durch halb Deutschland!). Ich hab ziemlich kämpfen müssen, hab hier und da auch den einen oder anderen kostspieligen Fehler gemacht, insgesamt steht meine Geschäftsführung aber hinter mir, gibt mir Hilfestellung, wenn ich sie brauche läßt mir aber auch sehr viel Freiraum. Unaufgefordert nochmal eine Erhöhung nach 1¼ Jahren hinterher - bin jetzt bei 3600 € Brutto + FW bei einer ca. 50 h/Wo und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Mir geht es hier nicht darum, mich als Überflieger aufzuspielen, so dolle bin ich nicht, sondern darum, zu zeigen, daß man mit entsprechendem Schweiß, Herzblut und Glück (das man sich immer auch verdienen muß) sehr viel (und das irgendwann auch finanziell) erreichen kann. (Und daß man erstmal Scheiße fressen muß, bis es irgendwann mal anfängt süßer zu schmecken) Es hängt natürlich immer von den äußeren Umständen und den handelnden Personen ab. Ich denke, in einem Großkonzern wäre es anders (und nicht gerade besser) gelaufen. Zudem ist unsere Firma ein bodenständiges Unternehmen (ich sollte sagen: unsere Geschäftsführung, die handelnden Personen halt), zeigt sehr viel soziales Engagement, z.B. wenn Mitarbeiter Probleme haben und legt auch sonst einen äußerst fairen Umgang an den Tag. Das alles ist nach meiner Erfahrung heute nicht selbstverständlich. Und ich finde, daß ist auch den einen oder anderen finanziellen Abstrich z.B. ggü. einem richtig großen Unternehmen wert.

Andererseits habe ich auf der Seite von Geschäftspartnern (Auftraggeber- und -nehmer, Planungs- oder Statikbüros), schon etliche Vollpfosten kennengelernt, welche IMHO noch mit 1500 € Brutto überbezahlt wären. Da konnte ich ja als ewiger Student mehr. Vielleicht hat ja der eine oder andere von dehnen hier auch rumgejammert?

Zum Abschluß mein (unerbetener) Rat an alle Unzufriedenen: Ihr solltet immer die Gesamtsituation im Auge behalten, das Leben ist kein Ponyhof, nirgendwo, macht Euch da mal keine falschen Vorstellungen. Wer in einem soliden Unternehmen arbeitet, der wird für seine Mühen auch im Rahmen der Möglichkeiten angemessen entlohnt. Und wenn Ihr das Gefühl habt, das dem nicht so ist, jammert nicht gleich rum. Fragt Euch lieber selbst, ob Ihr genug tut, um aus der grauen Masse herauszustechen und hinterfragt Eure Selbsteinschätzung kritisch. Selbstbewußtsein, Engagement (die Extrameile), Fachkunde und Fairness gepaart mit einem gewissen Unterstatement kommt nach meiner Erfahrung gut an und wird nicht auf Dauer übersehen.

Eure Chefs haben auch meist sehr viel um die Ohren und verlieren da vielleicht mal den Blick auf Euer Gehalt, dann kann man auch mal vorsichtig drauf aufmerksam machen. Betrachtet immer Euren individuellen Wert für das Unternehmen und die Möglichkeiten desselben. Neidisch auf das Gehalt des Kollegen zu schielen, halte ich für falsch. Und wenn Ihr nach dieser kritischen (Selbst)Einschätzung immernoch das Gefühl haben solltet, daß Ihr unfair behandelt werdet, dann haben Euch Euer Chef und Eure Firma nicht verdient und Ihr solltet das Revier wechseln. In diesem Sinne, viel Spaß und Erfolg!

Ole | 19. Januar 2014 - 12:11

Man kann keinen Abstecher nach Saudi machen. Es gibt kein offizielles Touristen-Visa. Man kann religiös motivierte Reisen nach Mekka unternehmen, allerdings nur als Moslem. Am Wochenende bleibt man da mal besser ganz weg, weil einem z.B. der Aufenthalt in Malls usw. ohne weibliche Begleitung untersagt ist. Ich weiss auch nicht, ob das Leben in der Expat Community so schön ist. Klingt für mich immer etwas nach Luxus-Straflager.

Saudi ist für Kollegen, die das erste mal ins Ausland gehen, nicht so empfehlenswert. Die Anzeige, die weiter unten geposted wurde weisst "Benefits" aus. Mit diesen Benefits ist Accomodation, Health Insurance Provident / Retirement Fund usw gemeint. Die 70.000 sind ziemlich sicher der Nettoverdienst von dem ausser für Nahrungsmittel nichts mehr abgeht. Ich wollte erst noch Genussmittel schreiben aber wir sprechen ja hier über Saudi... Es ist etwas unverständlich beschrieben aber das ist dort immer so. Ein Ausländer kann normalerweise nicht einfach dort mieten. Einen Baucontainer als Unterkunft gibt es auch nicht. Es geht ja hier um einen Designjob. Die haben ihr Büro ganz sicher nicht im Container. Wie gesagt, die Anzeige ist durchschnittlich. Wäre nichts für mich. Zu viel Freiheitsentzug!

Otto | 18. Januar 2014 - 17:54

Ich verdiene Brutto 13 x 7.200 Franken, arbeite bei der Öffentlichen Hand mit nunmehr knapp 2 Jahren Berufserfahrung. Das erste Jahr verbrachte ich auch bei einem Ingenieurbüro bei einem gehalt von 13 x 6.000 Franken. Die beste Entscheidung welche ich getroffen, weg vom Ingenieurbüro wegzugehen:
* ständig unter Termindruck
* Überzeiten werden erwartet, wenn es terminliche Engpässe gibt
* 4 Wochen Ferien
* Zeit für eine Einführung

Wenn man in einem Ingenieurbüro was erreichen will, kann man gleich seine Familienplanung an den Nagel hängen. Man ist einem gewaltigen Preisdruck ausgesetzt, mit was für Stundenlöhnen bei Ingenieuren teilweise kalkuliert wird war für mich nicht mehr tragbar wenn man andere Berufsgruppen betrachtet. Zum Glück hat sich das geändert, so dass ich jetzt wieder gerne Arbeiten gehe. Aber NIEMEHR in einem Ingenieurbüro! Mein ganz persönliches Fazit: Ich würde praktisch niemandem empfehlen Bauingenieurwesen zu studieren und dann in einem Ingenieurbüro zu arbeiten.

Frank | 18. Januar 2014 - 14:53

Ich bekomme 3100 €, Master, 40-Stunden arbeiten und 500 € Urlaubsgeld und 1800 Weihnachtsgeld, alles Brutto. Meine Kommilitonen (beide Master, Bauleiter) 3800 € + Auto und 3800 € Weihnachtsgeld. Arbeiten um die 55 Stunden - ich sage immer der Job muss Spaß machen und ich finde meine 3100 € für Master und gerade angefangen sehr gut. Ob ich meinen Master brauche, da muss ich ganz klar sagen nein. War an der Uni und brauche nix davon oder vielleicht um die 10%.

Bauleiter | 17. Januar 2014 - 22:09

Gejammert wurde hier denke ich genug. ich trage meinen teil zur diskussion mit einer pro und contra liste bzgl. der baubranche (bauleitung, projektierung, projektentwicklung) zur diskussion bei:

pro:
- sehr abwechslungsreich
- jobs mit absoluter suchtgarantie (bauleitung, projektentwicklung usw.)
- hält wegen der hohen entscheidungsdichte mental sehr fit
- extrem gute teamarbeit während "harter" projektphasen, jeder hilft jedem usw.
- "ausbildung" zum unternehmer bzw. geschäftsführer durch hohe verantwortung bzw. mitarbeiterführung auch bei kleinen projekten
- mit einer guten idee ist eine selbstständigkeit auf grund der vorgenannten erfahrungen problemlos realisierbar
- angenehme geschäftspartner mit richtig dickem geldbeutel fernab von möchtegern neureichen ärzten, anwälten usw. die sich mit einem vermögen von 1,5 mio € für den mittelpunkt der erde halten und eigentlich nur kleine sparer sind
- verhandlugsgeschick wird täglich verbessert
- größenwahnsinn ist nicht geächtet sondern vielmehr gewünscht
- die möglichkeit seinen beruflichen erfolg durch überlegtes handeln direkt zu steuern
- für möchtegern rennfahrer gibt es tausende autobahnkilometer auf denen man seine "bestzeiten" unter bauleitern ruhmreich verteidigen kann)
- wer einmal ein großes projekt an der "front" überstanden hat, stärkt sein selbstbewusstsein nachhaltig
- man lernt viele städte kennen wenn man kein typischer wochenendheimfahrer ist
- teils sehr gute gehälter v.a. auf großbaustellen
- für extrovertierte besteht die möglichkeit zur polygamie ohne stress; viele städte mit vielen potentiellen dates, gepflegte bauleiter mit machermentalität kommen bei frauen gut an ;)
- meist relativ lockere arbeitsatmoshpäre unter kollegen
- nacktkalender im büro...in einer bank kriegste dafür eine abmahnung
- große maschinen, firmenwägen mit ordentlich ps unter der haube generell interessante technik
- die möglichkeit die umwelt nachhaltig zu verändern und sich damit ein "denkmal" zu setzen
usw.

contra:
- lange bis extreme arbeitszeiten
- überstunden, überstunden, überstunden
- hohes stresslevel
- rauher bis aggressiver umgangston wenns ums "geld" geht
- mental schwache personen gehen gnadenlos unter
- wenig urlaub v.a. im sommer
- arbeiten am wochenende nicht selten
- workaholic chefs mit annähernd 0,0 schlaf- und erholungsbedürfnis
- das gefühl nie wirklich fertig mit der arbeit zu sein
- wenig bis keine leerlaufphasen im berufsalltag irgendwas ist immer
- schlechte bzw. keine kaffeemaschinen im baubüro
- unterirdische planung und kosten bzw. zeitdruck
- extremer leistungsdruck bzgl. projektendergebnis
- unfreundliche und arrogante anwohner
- kritische situationen mit hoher unfallgefahr (autobahnbaustellen usw.)
usw.

kurz und knapp ist die baubranche eine hoch interessante branche mit schattenseiten. ich werde weiterhin in den o.g. bereichen arbeiten, da ich bis jetzt (ca. 12 jahre) zufrieden bin. sollte ich jedoch bemerken, dass ich das ganze nicht mehr will dann werde ich ohne skrupel die reisleine ziehen und mir einen ruhigeren job suchen. mir ist durchaus bewusst, dass die branche kein pardon kennt und schwäche gnadenlos ausgenutzt wird. mein gehalt liegt übrigens im hohen 5-stelligem bereich. top projektleiter verdienen bei uns teilweise deutlich mehr als 10k pro monat. die verantwortung und der stress ist dafür gigantisch.

Hornisse | 17. Januar 2014 - 17:10

Rente (pension scheme) ist übrigens nicht inkludiert. Solche Dinge, genau wie Krankenversicherung, werden nämlich immer gesondert erwähnt, als extra goody. Sind sie nicht extra erwähnt, kann man davon ausgehen, dass es diese nicht gibt! Das heisst von den € 70 k Jahresnetto sollte man entsprechend mindestens € 20k für die Altersvorsorge abziehen. Es gibt beim geposteten Paket keinen Arbeitgeberanteil!

Bleiben also realistisch € 50k als Jahreseinkommen übrig. Von € 4.000 pro Monat kann man zwar leben, aber nicht gerade besonders fürstlich. Schliesslich möchte man eventuell neben den nötigen Rücklagen für den Pensionsfond auch noch Geld für den Erwerb von Wohneigentum zurücklegen?! Wie Ole schon gepostet hat, die Luft ist raus in Middle East.

Hornisse | 17. Januar 2014 - 10:36

@PM:
Du bist ja ein ganz schlaues Kerlchen mit excellenten Englischkenntnissen? Habe ich nicht gewusst, dass tax free steuerfrei bedeutet. Schonmal Kosten für Unterkunft, Verpflegung etc. in Middle East gesehen? Wenn Du einigermassen schön wohnen möchtest, dann zahlst Du auch dort einen entsprechenden Preis. Aber ich weiss. Wir sind ja hier nur Ingenieure. Eine schlichte Unterkunft im Container reicht doch.

70.000 Euro netto ist ein sehr moderates Gehalt für so einen stressigen und verantwortungsvollen Job in einer Umgebung wie Saudi Arabien. Und da rede ich nicht nur von den klimatischen Extremen, die man dort aushalten muss. Aber vielleicht machst du mal nen Wochenendabstecher dorthin. Am besten im Sommer. Auf Jobsuche bin ich nicht. Ich habe lange im Ausland gearbeitet und bekomme entsprechende E-Mails zugesendet.

Ole | 17. Januar 2014 - 09:10

Hornisse hat in der Tat eine ziemlich durchschnittliche Stellenausschreibung gepostet. Es gibt auch durchaus noch schlechter bezahlte Stellen aber auch Bessere. Seit 2008 ist die Luft in Middle East ziemlich raus. Oder um mal ein Beispiel zu nennen. Vor November 2008 konnte man ziemlich einfach zwischen 8.000 und 12.000 Euro netto plus Accomodation, Car, Insurance, Home Flights und so weiter bekommen. Laut Statistik verdient ein Construction- oder Project-Manager in der MENA immer noch 12.000 Euro. Das liegt aber leider daran, das sehr viele Topleute 2008 nicht entlassen wurden, die Statistik über 10 Jahre geführt wird und das die Benefits eingerechnet werden.

Wer in den letzten Jahren dort ein Jobangebot bekam, wird nur sehr selten mehr als 8000 Euro netto im Monat mit nach Hause nehmen. Saudi wird sogar immer noch vergleichsweise gut bezahlt, aber mal im ernst - Wer will dort wirklich hin? Ich habe schon ziemlich viel mitgemacht aber das Land ist ungefähr so schön, wie unschuldig im Knast zu sitzen. Lieber gehe ich Taxi fahren!

Ebert-T | 17. Januar 2014 - 00:20

Ich werde nächsten Monat meinen Bachelor an einer FH abschließen und habe von einem großen deutschen Baukonzern das Angebot bekommen nach Tarif A5 in die Bauleitung einzusteigen. 12,55 x 3292 €/Monat bei 30 Tagen Urlaub. Überstunden fallen an und werden wohl nicht ausgeglichen.

PM | 16. Januar 2014 - 17:36

Danke Hornisse für das sehr gute Beispiel: "Tax Free Basic Package up to 30,000 SAR per month or $96k per year. Package includes transport, living & accommodation allowance and contractual bonus."

Tax-Free bedeutet übrigens brutto=netto. . 96.000,00 USD = 70.500 EUR / 12 = 5875 EUR NETTO. Um das in Deutschland bei Steuerklasse 1 zu bekommen wären das ca. 11.000 EUR/mtl. oder 132.000 EUR/anno

Bist du eigentlich im Moment auf der Suche? Ich frage, weil du schon des Öfteren Jobs gepostet hast.

Hornisse | 16. Januar 2014 - 14:35

Hier gibt es ja immer mal wieder ein paar Traumtänzer, die denken, dass man als Bauingenieur die exklusive Möglichkeit hat den deutschen Mikrogehältern zu entgehen und im Ausland zu arbeiten.

Realitätscheck gefällig?

Bitte sehr:

"Chief Structural Design Engineer for Consultancy, Riyadh. Pack $96kpa
Location: Saudi Arabia
Salary: Unspecified $96k Package + additional benefits
Job Type: Permanent
Date posted:12/01/14 13:45

Job Description:
Company Profile: An award winning Engineering & Architecture Consultancy with offices throughout the Middle East. They demonstrate a clear understanding of their client's aspirations, integrating style and culture, and reflecting the long term cost-effective implementation of construction technology

Title: Chief Structural Design Engineer required for exclusive projects in Riyadh.

Job Description: Our client urgently requires a Chief Structural Design Engineer for their Head Office in Riyadh. Middle East & Western experience working on large scale projects is preferable.

Skills, Knowledge, Experience:

-Relevant Degree Essential
-Must have Western Experience.
- At least 10+ years of relevant experience working on mega projects. Good command of American standard codes and fluent English.

Tax Free Basic Package up to 30,000 SAR per month or $96k per year. Package includes transport, living & accommodation allowance and contractual bonus.

Additional Benefits: Tickets, Bonus, 1st class Medical and family status if required."

Wer meint, dass $96k (umgerechnet € 70k) pro Jahr als Gesamtpaket für so einen Job ein hohes Einkommen ist, der denkt auch, dass man als Bauingenieur in Deutschland gut verdient. Solche Leute haben es dann aber auch nicht besser verdient als sehenden Auges in die Altersarmut zu studieren.

Für die Leute, die nicht ganz wissen wie so ein Paket gemeint ist, hier mal ein simplifiziertes Beispiel: Gesamtpaket $96K = $70k Grundgehalt + $10k Jahresendbonus + $16k Unterkunft. Das oben stehende Inserat ist ein Paradebeispiel für Jobs in Middle East im Bereich Tragwerksplanung. Das schöne an der Sache mit anglikanischen Jobinseraten ist, dass häufig fairerweise die gebotenen Gehälter angegeben sind. Diskussionen wie hier im Forum mit den üblichen Dummschwätzern, die behaupten über relevante Praxiserfahrung zu verfügen und Gehälter jenseits der € 100k Marke posten sind damit obsolet.

GT1912 | 15. Januar 2014 - 20:51

Die letzten Beiträge handeln wieder nur von Tragwerksplanungsbüros, somit nicht auf andere Bereiche übertragbar.

stefan750kv | 15. Januar 2014 - 19:32

Ich bin im Sommer mit meinem B.Eng (konstruktiv) an der FH fertig geworden und habe in einem größeren mitteldeutschen Planungsbüro angefangen. Haupttätigkeit ist in erster Line die Berechnung von Stahlbaukonstruktionen mit allem was dazugehört. Bei echter 40 h/Woche (mit elektr. Zeiterfassung) habe ich ein Startgehalt von 3100 €/Monat. Die ehemaligen Studienkollegen, die in die Bauleitung gegangen sind, lagen nochmal um ca. 500 € höher. Als Startgehalt sollte man je nach Abschluss (Bachelor/Master) und ggf. vorheriger Ausbildung schon zwischen 3000-4000 €/Monat im Vorstellungsgespräch anklingen lassen dürfen.

gh69 | 15. Januar 2014 - 13:27

@Nussknacker:
Ja klar, insbesondere bei den berühmten Westablegern ein berühmtes Argument zur Begründung unterschiedlicher (im Osten niedrigerer) Gehälter: Im Osten sind die Mieten geringer, deshalb muss hier weniger gezahlt werden. Allerdings gilt hüben wie drüben die gleiche HOAI. Da wird man mal sehen, ob mit dem derzeitigen Mietenirrsinn in Leipzig und Dresden die höhere Miete auch als Argument für ein höheres Gehalt zieht. Hier ist nämlich die Zeit der niedrigen Mieten vorbei.

Nussknacker | 14. Januar 2014 - 21:12

Die Gehaltsangaben von gh69 kann ich nur bestätigen. 7 Jahre im Tragwerksplanungsbüro (Dipl.-Ing.) mit 12,5 Gehältern á 3000 € (inkl. Überstunden versteht sich von selbst). Den Erfahrungen im Freundeskreis nach, voll im Schnitt (im Raum Leipzig). Ich finde jedoch man sollte immer die Mietpreise mit einbeziehen. In Leipzig bekommst Du für 450 € schon eine nette Wohnung, in München evtl. eine Besenkammer.

gh69 | 14. Januar 2014 - 13:38

Einstiegsgehälter Tragwerksplanung lagen in Sachsen (Städte C/DD/L) Mitte der Neunziger Jahre bei 2200 bis 2500 Euro. Heute vielleicht 2600 bis 2700. Mit 15-20 Jahren im Ingenieurbüro kommt man dann auf 2800 Euro bei 12 Monatsgehältern. In Prüfbüros kann man mit 20 Jahren Erfahrung 3200 bis 3500 bei 13 bis 14 Monatsgehältern erzielen.

Etablierte Büroinhaber verdienen wesentlich besser, müssen aber sehen, dass der Laden läuft. Selbständige Einzelkämpfer habens schwer und kommen nur bei Verzicht auf eine Altersvorsorge über die Runden. Für die Angestellten gab es in vielen Büros zwischen 1998 bis 2009 überhaupt keine Gehaltserhöhungen, nicht mal einen Inflationsausgleich, es wurden auch kaum Absolventen und Berufsanfänger im Ingenieurbereich (Statikbüros) neu eingestellt.

GT1912 | 13. Januar 2014 - 17:45

@c4cm:
Einen Master an einer Technischen Universität für 3100 Brutto? Sorry, aber das verdient jeder durchschnittliche Bachelor, der sich gut verkaufen kann bei normaler Arbeitsbelastung. Du solltest unbedingt versuchen mehr auszuhandeln.

@GT1612:
Als Bachelor hatte ich auch bereits 3000 Brutto, umgerechnet sogar ca. 3200 Brutto. Als Master sollten es 4000 Brutto sein mit vorheriger Ausbildung. Natürlich wollen manche Ingenieurbüros billige Arbeitssklaven, man darf das nicht mit sich machen lassen.

Chris | 13. Januar 2014 - 08:51

Ich habe mit 3300 € brutto/Monat angefangen. Nach der Probezeit soll noch eine kleine Erhöhung folgen. Liege damit im gleichen Bereich wie meine Kollegen. Hab 30 Tage Urlaub und Urlaubsgeld. Überstunden sind jedoch mit dem Gehalt abgegolten. Andere Masterabsolventen aus meinem Semester liegen zwischen 3200 und 3500 €/Monat. Bezieht sich alles auf Hamburg.

c4cm | 12. Januar 2014 - 21:06

Hallo, ich arbeite seit fast 6 Monaten in einem Planungsbüro für Verkehrsanlagen. Ich habe einen Masterabschluss (1,8) einer Technischen Universität. Mein Gehalt liegt bei 3100 € brutto monatlich. Vor kurzem habe ich erfahren, dass ich für meine Abschlussarbeit (1,0) einen Preis gewonnen habe. Dementsprechend habe ich sofort ein Jobangebot einer Baufirma als Bauleiter erhalten. Dort würde ich deutlich mehr verdienen (3700 brutto monatlich + firmenwagen + weihnachtsgeld + prämien, etc). Auf den ersten blick ist das wirklich sehr viel.

Allerdings habe ich Sorgen, dass die Arbeitsbelastung als Bauleiter zu extrem werden könnte. Wenn ich an 60-70 h/Wochen denke, krieg ich die Krise. Derzeit habe ich eine 40 h/Woche. Ich weiß nicht wie ich mich entscheiden soll. Ich bin am überlegen, ob ich zu meinem Chef gehen sollte und ihm von dem Angebot erzählen soll und mehr Gehalt forden soll (200-400 mehr). Was meint ihr dazu?

Justus | 10. Januar 2014 - 22:56

@fankfh:
Haha, also das was ich mir selbst wert bin, kann niemand bezahlen. Die Frage wird doch eher dahingehend entschieden, was der Markt bereit ist zu zahlen und nicht was ich gern bekommen möchte. Am Ende wird es meistens ein Kompromiss sein.

GT1612 | 10. Januar 2014 - 19:25

@GT1912:
Es handelt sich hier um die Region mittleres bis nördliches Rheinland-Pfalz, eher ländliches Gebiet. Nähre Ortsangaben möchte ich an dieser Stelle nicht machen. Als Bachelor wurden mir bereits über 3000 € brutto angeboten, weshalb ich das Angebot dann auch abgelehnt habe. Da ist ja die Bezahlung im öffentlichen Dienst besser. Anscheinend geht es einigen Büros nicht darum gute Leute sondern einfach nur billige Arbeitskräfte zu finden.

Pesto | 10. Januar 2014 - 18:27

@frankfh:
Ich kann mir das zwar gut mit ein paar Jahren Berufserfahrung auf jeden fall vorstellen. Jedoch als Berufseinsteiger? Weiß wirklich keiner mit welcher Eingruppierung man einsteigt?

GT0901 | 09. Januar 2014 - 22:47

@Chris:
Für welches Jahresgehalt hast du als Master angefangen, wenn man fragen darf?

fankfh | 09. Januar 2014 - 22:45

@Pesto:
4000 Brutto ist das Mindeste was du dir als Master wert sein solltest.

Chris | 08. Januar 2014 - 22:11

@Ej:
Hallo, ich habe 2,5 Jahre in einem Planungsbüro für Verkehrswesen und Wasserbau als studentische Hilfskraft während meines Bachelor Studiums gearbeitet. Dort habe ich 10 €/h verdient. Danach als Master Student in einem Planungsbüro für Wasser-, Hoch- und Tiefbau. Dort waren es dann 13 €/h. In beiden Büros ist es mir hauptsächlich darum gegangen zu lernen!

Im ersten Büro hab ich sehr gute Kenntnisse in der CAD und in der Bauleitung gesammelt. Im zweiten Büro hab ich meine Statik-Kenntnisse vertiefen können und auch dort meine Thesis an einem praxisnahen Projekt geschrieben! Wichtig war mir auch, dass ich mir meine Zeit flexibel einteilen konnte (Klausuren und Hausarbeiten). Ach und im Anschluss habe ich im zweiten Büro als fertiger Master angefangen zu arbeiten!

Pesto | 07. Januar 2014 - 13:43

Hallo Zusammen,
ich wollte mal nachfragen, ob ihr wisst in welche Gehaltsstufe die Bauingenieurabsolventen (Master Uni) bei den großen Bauunternehmen (Top10) eingestuft werden? Im Bautarif steht zwar, dass Uniabsolventen mit Masterabschluss in A7 eingestuft werden, doch das halte ich nicht für realistisch. Das wären ja über 4000 EUR pro Monat für einen Anfänger. Welche Gehaltsstufe wäre denn für einen Masterabsolventen realistisch? A6 oder doch nur A5? Oder sogar A4?

kriss | 07. Januar 2014 - 04:55

@Ej:
Das kommt ganz drauf an. Ich selbst habe während meiner Zeit als Werkstudent zwischen 7-10 Euro verdient. Ich würde Dir aber den Rat geben dies nicht vom Gehalt abhängig zu machen. Die Tätigkeit als Werkstudent ist dazu da das du erste Erfahrungen in dem Bereich machst. Viel wichtiger ist die Erfahrung als das Geld! In der Hinsicht, spreche offen mit deinem Chef und sag ihm was du dir vorstellst. Ich kenne Leute die 12-16 Euro die Std. verdienen, aber das ist immer von deiner Tätigkeit abhängig.

Mazi | 06. Januar 2014 - 11:52

@Ej:
Wenn Du dich nicht unter Preis verkaufen willst, so würde ich auf Stundengehaltsvorstellungen unter 40 Euro gar nicht eintreten.

Ej | 06. Januar 2014 - 09:55

Gehalt Werkstudent

Hallo zusammen,
aktuell befinde ich mich im 3. Semester an einer FH, Notenschnitt 1,7. Im vergangen halben Jahr war ich für ein Ingenieurbüro als Praktikant beschäfigt mit 7 Std/Woche für 200 € im Monat. Davor war ich als Urlaubsvertretung in einem Bauunternehmen als Abrechner für 10 € / Std. angestellt. Insgesamt beläuft sich meine Erfahrung auf ca. 1 Jahr Vollzeit.

Nun läuft der Vertrag beim Ingenieurbüro Ende Januar aus, jedoch wollen diese mich übernehmen. Da ich dann als Werkstudent beschäftigt sein werde (7 Std / Woche bei Vorlesung; sonst Vollzeit) soll ich mir Gedanken übers Gehalt machen. Außerdem verfüge ich als einziger im Ingenieurbüro über den Sigekoschein, damit fällt der Kostenfaktor eines externen Sigeko weg.

Im Büro plane ich vor allem Anlagen der Siedlungswasserwirtschaft und die dazugehörenden Verkehrswege und mache einige Programmierungen über VBA. Was wäre ein angemessener Stundenlohn?

Michael | 24. Dezember 2013 - 11:44

Hier mal meine aktuelle Situation:
Bauleitung Tiefbau, Firma mit ca. 150 Mitarbeitern,
etwas mehr als 2,5 Jahre Berufserfahrung,
rund 4000 €/Monat brutto,
dazu noch einen Dienstwagen und unregelmäßige Prämien, falls es in der Firma gut läuft. Ob das jetzt im Vegleich gut oder schlecht, kann ich nicht beurteilen. Allerdings kann ich mich über meine Situation nicht beklagen.

GT1912 | 19. Dezember 2013 - 17:44

Zitat GT1612:
"Nachfolgend meine Erfahrungen zum Thema Einstiegsgehalt: Ausbildung zum Bauzeichner, Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker (Teilzeit), Studium B.Eng. und M.Eng. im Bereich Tiefbau u. Wasserwirtschaft (beides mit sehr guten Abschlüssen). Während der Weiterbildung und des Studiums Jobs in mehreren Ingenieurbüros. Angebotenes Einstiegsgehalt beim letzten Vorstellungsgespräch 3000,- € brutto (mittelständisches Ingenieurbüro, 60 bis 70 Mitarbeiter, Rheinland-Pfalz)."

@GT1612:
Darf ich fragen in welchem Ort dir das angeboten wurde? ich finde das mega wenig. Soviel hatte ich mit Ausbildung und Bachelor schon (und ich fand das wenig, Kollegen hatten teils 3200-3300 brutto als Bachelor in RLP). Warum bieten die Ingenieurbüros einem nix, ich verstehe das nicht. Dann sind sie doch selbst Schuld, keinen guten Nachwuchs zu erhalten.

Ich hoffe mit der Qualifikation hast du die 3.000 Brutto als Bauzeichner, Bautechniker, B.Eng. M.Eng. abgelehnt. Das sind 36.000 Brutto im Jahr. Deiner Qualifikation zufolge könntest du aus meiner Sicht 50.000 aushandeln.

Frank | 17. Dezember 2013 - 22:17

@Marko:
Ich kann halt nur aus unserer Firma berichten (größeres Straßenbauunternehmen). Dort werden im Bereich der Bauleitung die FH-Absolventen mit vorheriger Berufsausbildung bevorzugt. Jemand der Maurer, Fliesenleger, Wasserbauer, etc. gelernt hat und nach ein paar Berufsjahren auf dem zweiten Bildungsweg an der FH mit 30 seinen Abschluss macht kann halt schneller an die "Front" geschickt werden, als der ABI-UNI-Absolvent. Nach einigen Jahren Berufserfahrung, wenn es um die Leitungsposten geht, wird sich das Blatt vermutlich eher in Richtung Uni-absolvent wenden, da es als der höherwertige Abschluss anzusehen ist.

In diesem Sinne, verkaufe dich nicht unter Wert. Die Job Situation ist momentan noch rosig. Das kann sich aber schnell wieder ändern.
VG, Frank

SX | 17. Dezember 2013 - 10:51

@Hornisse:
Dass die Gehälter in der Branche nicht die besten sind, sollte mittlerweile jedem hier klar sein! Und dass die Absolventen es wissen dürfen, da gebe ich dir voll recht. Aber von einem Hungerlohn kann hier überhaupt nicht die Rede sein - bei den meisten ist es halt ein Durchschnittslohn. Mehr könnte es immer sein, aber das dürfte es aus der Arbeitnehmersicht immer. Also wer sein Studium nur nach dem Gehalt richtet, der wird immer unzufrieden sein, egal welche Branche man wählt.

Übrigens sind die Gehälter in den anderen Ingenieursbranchen auch nicht so "gut" wie man es hier darstellt. Mag sein, dass der Ingenieur bei BMW oder Mercedes (teilweise) deutlich mehr verdient, aber die Regel ist das bei denen auch nicht. Ich kenne Leute aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik die viel schlechter als der durchschnittliche Bauingenieur dastehen.

Hornisse | 17. Dezember 2013 - 08:27

@SX:
Das trifft vielleicht auf berufserfahrene Leute zu, aber nicht auf diejenigen im Studium oder vor dem Studienbeginn. Wäre es anders, würden Gehaltsthreads nicht so populär sein. Woher soll ein Abiturient wissen, dass diese ganzen Phantasiegehälter blanke Lügen sind?

Es gibt nämlich Berufe, in denen man entsprechend vergütet wird - nur halt nicht im Bauwesen. Und das sollte einem fairerweise vor der Aufnahme eines Hochschulstudiums klar gesagt werden. Eine Studienwahl auf Lügen zu basieren ist mehr als unfair. Aber nichts für ungut falls du der humorige Erstsemester mit den wilden Karrierephantasien bist.

Marko | 16. Dezember 2013 - 22:15

@Frank

Ich dachte immer, dass die Uni-Absolventen höher eingestuft werden, als die FHler. Oder sehe ich das falsch?

Frank | 16. Dezember 2013 - 16:11

@Marko:
Bei der Bauleitung in einem größeren Unternehmen sind 3200-3700 €/Monat für das erste Jahr realistisch. Ich kann hier aber nur von FH Absolventen berichten. Mag sein, dass diese aufgrund vorheriger Ausbildungen und Praxiserfahrung am Berufsanfang etwas besser eingestuft werden als die Uni Leute. Ich bin als Trainee in einem großen Straßenbauunternehmen vor 1,5 Jahren mit 3200 €/Monat eingestiegen. Nach dem Traineejahr wurde es dann auf 3700 erhöht.

Im konstruktiven Bereich waren die Startgehälter aber teilweise viel niedriger. Ich würde es im Bereich der Bauleitung mit +/- 3400 im Vorstellungsgespräch versuchen. Ein wenig runterhandeln kann man sich dann ja immer noch lassen.
VG, Frank

GT1612 | 16. Dezember 2013 - 15:22

@Marko:
Nachfolgend meine Erfahrungen zum Thema Einstiegsgehalt: Ausbildung zum Bauzeichner, Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker (Teilzeit), Studium B.Eng. und M.Eng. im Bereich Tiefbau u. Wasserwirtschaft (beides mit sehr guten Abschlüssen). Während der Weiterbildung und des Studiums Jobs in mehreren Ingenieurbüros. Angebotenes Einstiegsgehalt beim letzten Vorstellungsgespräch 3000,- € brutto (mittelständisches Ingenieurbüro, 60 bis 70 Mitarbeiter, Rheinland-Pfalz).

Marko | 16. Dezember 2013 - 14:55

Traineegehalt bei großen Bauunternehmen?

Hallo, ich habe demnächst ein Vorstellungsgespräch bei einem großen Bauunternehmen (mehr als 5000 Mitarbeiter) im Raum Köln/Düsseldorf. Ich habe meinen Master an einer Uni (Note 1,9) gemacht. Habe schon von Kommilitonen gehört, dass Neulinge gerne als Trainees eingestellt werden, weil man sie geringer bezahlen kann.

Deshalb wollte ich mal fragen, ob jemand in solchen Sachen schon Erfahrung hat? Wie hoch ist denn so ein Einstiegsgehalt bzw. wieviel kann ich verlangen, ohne dass es unverschämmt wird?

MfG Marko

SX | 11. Dezember 2013 - 18:59

@Hornisse:
Die meisten hier sind intelligent genug um selber zu entscheiden, ob die Posts wahrheitsgemäß sind oder nicht, auch ohne deine "genialen" Kommentare.

Tiefbauer | 10. Dezember 2013 - 09:28

Liebe(r) Hornisse.
Was verdienst Du? Nenne mir 10 schöne Dinge, die den Beruf des Bauingenieurs ausmachen. Vielen Dank!

Hornisse | 08. Dezember 2013 - 16:39

Zitat Reinhard:
"Hallo, ich bin selbstständiger Prüfstatiker in der Schweiz und bin in die Qualifikationskategorie A eingeteilt: Das heisst 230 Franken/h. Bevor jemand sagt dass sind nur KBOB Ansätze, die auf Papier existieren, so kann ich versichern, dass ich nur Arbeiten zu diesem Preis annehme.
Wer das Gefühl hat, er bekommt einen günstigeren mit meiner Erfahrung und Wissen, der kann sich gerne weiter umsehen. (Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir die Aufträge aussuchen kann und mich nicht auf Preisdumping einlassen muss)."

Natürlich doch. Du hast nett im Internet recherchiert und die KBOB Tabelle gefunden. Und als kecker Erstsemester mit Phantasie und Drive stellst Du Dir ein glamoröses Leben als gefragter Prüfstatiker mit Maximalstansatz vor. Naja....warum soll man nicht träumen dürfen, oder? Solche Stundenansätze sind den absoluten Topleuten mit Rang und Namen vorbehalten. Meist mit Lehrstuhl an der ETH. Diese Leute haben allerdings anderes zu tun als hier mit ihren Stundenansätzen hausieren zu gehen.

Bis hierher war Deine Story zwar höchst unglaubwürdig aber kaum widerlegbar. Allerdings hast Du, wie alle Deine top verdienenden Erstsemesterkollegen hier, peinliche aber typische Anfängerfehler eingebaut.

Kostprobe gefällig? Der hier ist mit Abstand der dümmste Fehler, der einem so gefragten Topmann wie Dir passieren konnte (Gesundes Alltagswissen ist halt nicht jedermans Sache...):

"Monat hat 20 Arbeitstage, ich ziehe noch 2 Tage als Ferien ab"

Du kannst als international gefeierte Topfachkraft doch sicherlich mit einem Kalender umgehen? Der Monat hat im Schnitt 22 Arbeitstage. Zähl ruhig mal nach. Aber woher will so ein Topmann das wissen. Den Kalender pflegt bei Dir sicherlich die persönliche Assistentin.

Hier noch so ein Fauxpas:
"18 Tage * 8 h * 230 Fr = 33.000 Fr. pro Monat. Wobei da noch Abzüge für die Vorsorge, Pensionskasse, AHV, EO etc. anfallen, so dass mir noch ein Nettogehalt von 25.000 Fr. übrig bleibt."

Hier mein Lieber verwechselst Du den theoretischen Maximalstverdienst pro Jahr mit der Realität.

1.) Kein Freiberufler hat eine 100% Auslastung über das gesamte Jahr. Deshalb ja auch die entsprechend hohen Stundensätze

2.) Wenn Du schon die Topfachkraft bist, dann hast Du sicherlich Ausgaben für ein standesgemässes und represäntatives Büro, für eine Assistentin (Schriftkram und Buchhaltung), für Computer und diverses Büromaterial etc.

3.) Wenn du vom Bruttoeinkommen das übrigbleibende Nettoeinkommen ausrechnest, dann darfst du die gute alte Steuer nicht vergessen. Sonst bist du bald in der misslichen Situation Deine Beratertätigkeit von der Gefängnistelefonzelle aus zu führen. Also nicht nur Sozialabgaben im Internet recherchieren, sonder auch die Steuersätze (Kantonsabhängig und daher etwas mühevoller zu finden.)

Ansonsten habe ich mich gut über deinen Versuch amüsiert, ein theoretisch maximal erzielbares Ingenieursgehalt von CHF 300 k herzuleiten. Halten wir also deine Erkenntnisse zum Ingenieursgehalt der Zukunft kurz fest.

Voraussetzungen für ein 300k Gehalt als Ingenieur:

1) Realitätsfremdheit - d.h. 100 % Arbeitsauslastung zum Höchststundensatz
2.) Keinerlei geschäftlich bedingte Abzüge wie Büro, Angestellte für Buchhaltung etc pp
3) Steuern werden nicht gezahlt, sondern nur Sozialabgaben
4) Es verbleibt auch bei einer Auslastung von 100 % genug Zeit in einem von Erstsemestern gerne frequentierten Forum zu posten.

Reinhard | 05. Dezember 2013 - 22:08

Hallo,
ich bin selbstständiger Prüfstatiker in der Schweiz und bin in die Qualifikationskategorie A eingeteilt: Das heisst 230 Franken/h. Bevor jemand sagt dass sind nur KBOB Ansätze, die auf Papier existieren, so kann ich versichern, dass ich nur Arbeiten zu diesem Preis annehme. Wer das Gefühl hat, er bekommt einen günstigeren mit meiner Erfahrung und Wissen, der kann sich gerne weiter umsehen. (Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir die Aufträge aussuchen kann und mich nicht auf Preisdumping einlassen muss).

Da ich bei diversen Kunden einen guten Ruf geniesse, entfällt auch die aufwändige Auftragssuche, dadurch kann ich grösstenteils produktiv arbeiten. Ich arbeite ca. 9 h pro Tag, von denen ich im Schnitt 8 h verrechnen kann. (Monat hat 20 Arbeitstage, ich ziehe noch 2 Tage als Ferien ab) Bruttogehalt = 18 Tage * 8 h * 230 Fr = 33.000 Fr. pro Monat. Wobei da noch Abzüge für die Vorsorge, Pensionskasse, AHV, EO etc. anfallen, so dass mir noch ein Nettogehalt von 25.000 Fr. übrig bleibt. Mit 300.000 Fr. im Jahr lässt sich eigentlich ganz gut Leben und ich muss nicht mal ein Workaholic sein.

Pro Peter | 05. Dezember 2013 - 21:15

Lest Peters Beitrag und Ihr wisst alles was Ihr wissen müsst!

Maik | 05. Dezember 2013 - 13:41

Ich wollte mal nachfragen, ob jemand was zu den Einstiegsgehältern bei Strabag oder den anderen größeren Bauunternehmen im Raum Köln hat (bzw. in welche Lohngruppe man nach Bautarif kommt)? Habe meinen Master an einer Uni im Bereich Infrastruktur fast abgeschlossen und wollte mich demnächst bei einer diesen Firmen als Bauleiter bewerben. MfG Maik

Hornisse | 05. Dezember 2013 - 13:24

Mal ein Kniff, wie man die offensichtlichen Gehaltslügner identifiziert: Das Verhältnis Festgehalt zu Bonus (falls dieser überhaupt gezahlt wird) ist im Bauwesen ca. 90:10 (weil wir keine Finanzbranche sind!) und nicht wie von Carsten behauptet 60:30. Aber woher wollt ihr denn Sachen aus der realen Welt wissen? Ist doch schliesslich so schön kuschelig als Internet-Bauingenieur, nicht wahr?

Peter | 04. Dezember 2013 - 20:20

Hallo,
anbei meine Erfahrungen:
- Abschluss Diplom-Bauing. Uni Ende 2005
- Anschl. in einem mittelständischen Unternehmen als Bauleiter angefangen, Anfangsgehalt ca. 3000,- € brutto, jetzt ca. 4400,- € brutto + Firmenwagen mit priv. Nutzung + Urlaubsgeld + ca. 1/2 Anteil Weihnachtsgeld + ggf. Prämien.

Als Grundorientierung kann erstmal der Tarifvertrag dienen: In den Tarifgruppen sind die jeweiligen Abschlüsse und Tätigkeiten angegeben. Die Tätigkeiten sind zwar teils etwas subjektiv zu beurteilen, aber das kann schon helfen, der Abschluss ist im Grunde klar definiert.
Tarifgruppen:
http://www.johannes-hermanns.de/cgi-bin...
Entsprechende Gehälter:
http://www.johannes-hermanns.de/cgi-bin...

Wie gesagt, kann als Orientierung dienen. Manche Firmen halten sich strikt daran, andere gar nicht. Z. B. hatte ich vor kurzem ein Vorstellungsgespräch bei einem sehr großen deutschen Bauunternehmen als Projektingenieur, diese teilten mir direkt mit, dass sie strikt nach Tarif bezahlen. Bei Gesprächen mit einem Unternehmen bzgl. Projektmanagement waren diese Gehaltsvorstellungen schon zu hoch. Bei Gesprächen bei baufremden Unternehmen, in diesem Fall in der Chemiebranche als Bauleiter konnte man eine ordentliche Schippe drauflegen, ohne dass sie mit der Wimper gezuckt haben, andere Branche eben. Weitere ähnliche Erfahrungen hatte ich in der Schweiz und in Gesprächen mit ehemaligen Studienkollegen.

Kleines Fazit: Es gibt erhebliche Unterschiede, selbst bei Bewerbungen in der gleichen Position, z.B. als Bauleiter.

Wenn man sich den Markt anguckt, sind meiner Meinung nach derzeit Bauleiter sehr gefragt, hier hat man dadurch sicherlich auch etwas Verhandlungsspielraum, es kommt aber auch auf Details an wie z. B. Firmenwagen (mit priv. Nutzung), Urlaubs-/Weihnachtsgeld, Prämien usw. Das kann viel ausmachen. Hier spielt aber auch wieder die Unternehmens- und Projektgröße eine Rolle: Bauleiter ist nicht gleich Bauleiter! Ich habe Bauleiter (oder sogar Projektleiter :-)) kennengelernt, die Projekte um 200.000,- € (oder auch 20.000,-) abwickeln und Bauleiter, die ein Projekt mit 200.000.000,- betreuen, es ist eben nur ein Begriff, sehr dehnbar.
Allerdings sollte man gerade in der Bauleitung aufpassen, dass man nicht verheizt wird, oder besser, dass man sich selber nicht verheizt, das ist dort nicht zu unterschätzen (Arbeitszeiten, Termin-/Druck-/Ärger-Stress, Verantwortung!). Die Erfahrungen (technisch, juristisch, Führungserfahrungen, Verhandlungsgeschick usw.) die man dort sammelt sind meiner Meinung nach allerdings sehr empfehlenswert, egal was man danach im Baubereich machen möchte. Ich beziehe mich hierbei auf "richtige" Bauleitungsstellen, also nicht ein Bauleiter, dessen einzige Tätigkeit z. B. die Abrechnung ist, hier gibt es ebenfalls große Unterschiede.

Ein ganz wichtiger Punkt bei der ganzen Gehaltsfrage ist meiner Meinung nach allerdings der "Stundenlohn"! Auch wenn 40h/Wo im Vertrag stehen und Überstunden damit abgegolten sind, kann das Gehalt auf den ersten Blick oder die Aussage einer Person teils ja sehr hoch erscheinen, rechnet man aber mal den Stundenlohn aus sieht die Sache meiner Erfahrung nach ganz anders aus. Ich habe bisher noch keine Person mit einem sehr hohen Gehalt getroffen, die abends um 18 Uhr zuhause ist, da sieht es mehr nach 20 Uhr und danach aus. Das muss jeder für sich selber entscheiden.

So, das mal kurz dazu von mir.

@DR: Auf Anhieb finde ich das eher sehr hoch angesetzt. Bin nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, Bachelor entspr. so ca. FH-Abschluss? Man sollte zwar auf jeden Fall etwas Verhandlungsspielraum lassen, aber auch nicht zu hoch ansetzen. Kommt auch wieder darauf an wo man sich bewirbt. Meiner Erfahrung nach war konstruktiv nicht ganz so gut bezahlt wie z. B. Bauleitung. Und als FH-Abgänger als Bauleiter mit 3500,- anzufangen wäre meiner Meinung nach schon eine Ansage. Sollte viell. noch jemand mit aktuellen eigenen Erfahrungen etwas dazu sagen. Wie gesagt, nur meine Meinung.

Gruß

Heino | 04. Dezember 2013 - 14:42

Versuch es und berichte was draus geworden ist! Da ich davon ausgehe das du in den Statikbereich gehen wirst denke ich aber nicht das es realistisch ist mit 3500,- € Gruss

Hornisse | 02. Dezember 2013 - 16:47

Zitat Magnus: "Als Arzt hat man ein Problem im Ausland zu arbeiten, weil die Abschlüsse oft nicht anerkannt werden. Als Rechtsanwalt hat man ein Problem, weil die Rechtssysteme unterschiedlich sind, als Lehrer kann man noch nichtmal von Bundesland zu Bundesland wechseln. Als Elektrotechniker und Maschinenbauer geht es schon, vorrausgesetzt es gibt im Zielland die entsprechende Industrie"

Sorry. Aber diese Aussage ist mehr als gewagt. Wenn du in deinem kurzen Berufsleben mal deine Nase in den Wind der grossen weiten Welt gesteckt hättest, dann wüsstest du, dass das oben geschriebene B.S. ist. Es wurde schon von @Tom angesprochen - diese Berufsgruppen haben ebenso wenig Probleme im Ausland Fuss zu fassen wie Bauingenieure. Und der Hinweis auf den nötigen Bedarf an dem jeweiligen Beruf, naja. Als Bauingenieur benötigt man natürlich keinen Bedarf der Industrie im "Zielgebiet"? Da geht man einfach so hin, man ist ja Bauingenieur und fängt mit der (gut bezahlten) Arbeit an?

Und an die entsprechende landesübliche Normung und Baukultur muss man sich auch erst gewöhnen - geht nicht nur Juristen so,dass sie entsprechedne Regelungen des Gastlandes lernen müssen.

Magnus, sorry, aber du bist recht naiv und unerfahren. Ich schätze mal, ähnliches Kaliber [email protected] - so Anfang/Mitte 20?!

Sven | 02. Dezember 2013 - 16:47

@DR:
Ich finde das etwas zu viel, aber warum nicht. Vielleicht hast du ja Glück! Ich denke da eher so an 3000 € - 3200 € im Bereich Darmstadt.

Hornisse | 02. Dezember 2013 - 16:36

Zum ersten mal muss ich @Ole recht geben. Ausland ist für Bauingenieure erst ab einer gewissen Erfahrung und vor allem erst ab einem gewissen Portfolio interessant. Und wenn man da angekommen ist, so wie Ole, dann ist man keine 25 Jahre mehr alt und hat seine "Abenteuerlust" bereits befriedigt. Die dann angebotenen Jobs sind zwar relativ gut bezahlt aber eben auch extrem hart - genau deshalb wird auch mit etwas mehr Kohle geködert. Es will eben nicht jeder nach Nigeria oder andere instabile Regionen (Lybien etc pp.).

Wer in New York, London, Singapur, HongKong etc pp im Statikbüro sitzt und "normale" Projekte bearbeitet, der wird eben auch nach 10 Jahren Auslandsaufenthalt kein gutes Geld verdienen. Leider haben die wenigsten User hier im Forum genug Lebens- und Berufserfahrung um diese Realitäten zu erkennen. Da wird dann lieber etwas von dem angeblich so grossen Vorteil des Bauingenieurberufes postliert. Man kann ja schliesslich ins gelobte Ausland ausweichen - weil genau das ja der grosse Vorteil, sorry einer von unzähligen Vorteilen, des Bauingenieurberufes ist.

Saber | 02. Dezember 2013 - 13:13

Hallo zusammen,
ich habe mein Studium 2006 abgeschlossen und bin Dipl.-Ing., aber nach meinem Studium bin nach Hause geflogen und habe dort als Bauleiter gearbeitet in großen und kleinen Projekten. Und seit einem Monat bin ich wieder in Deutschland und versuche es wieder. Ich habe fast 6 Jahre Erfahrung, aber wie gesagt nicht in Deutschland (doch bei uns macht der Bauleiter fast alles: Zeitpläne, Ausschreibung und die ganze Kalkulation und was man als Bauleiter noch macht). Was glaubt ihr soll ich in meine Anschreiben schreiben, was Erfahrung und Gehalt angeht! Ich bin dankbar für jede Hilfe!

Hornisse | 02. Dezember 2013 - 12:25

Zitat Carsten:
"Ich arbeite - wie bereits ein paar andere hier gepostet haben - ebenfalls in der Schweiz. Ich bin Abteilungsleiter im Bereich Wasserbau und für ca. 15 Leute verantwortlich (Bin angestellt und nicht selbstständig). Ich habe ein Grundjahresgehalt von 160.000 Euro, dazukommt eine Gewinnbeteiligung, die ca. 50.000 bis 80.000 Euro beträgt. Macht bitte die Gehälter und den Beruf des Bauingenieurs nicht schlechter als er ist."

Dann hättest Du ein Gehalt als Angestellter (kleiner Abteilungsleiter) von CHF 300k.

Hahaha - that really takes the cake Sir. Das ist mit verlaub eine der wohl dreistesten Uebertreibungen, die hier bisher gepostet wurden. Das ist an Realitätsferne nichtmal von den hier sich sonst austobenden "Experten" und "Leistungsträgern" zu toppen. Selbst wenn du dich etwas zurückgehalten hättest und deine Gehaltsangaben "nur" in CHF gepostet hättest, wäre es noch extremst unglaubwürdig.

An die Jungs und Mädels im 1.Semester, die ihr hier so phantasievolle Gehälter posten: Wann sehe ich hier den ersten mit einem 7-stelligen Gehalt? Kann doch nichtmehr lange auf sich warten lassen.

DR | 02. Dezember 2013 - 11:50

Hallo ich beende dieses Semester meinen Bachlor of Engineering konstruktiv im Stahlbau. Ich wollte wissen was ich so gehaltstechnisch verlangen kann. Dachte so an 3.500 Brutto für den Bereich Darmstadt. Ist das realistisch?
Grüße, DR

Ole | 02. Dezember 2013 - 09:42

Natürlich kann man als Bauingenieur im Ausland arbeiten und ausserdem ist es sehr auskömmlich. Ich war schon in Polen, China, Südafrika, Indien und bin jetzt in Nigeria gelandet. Es ist das mit Abstand beste Gehalt, das ich je bekommen haben und jeder Monat hier bringt mir 6 mal so viel wie mein letztes Gehalt in Deutschland. Nur langsam habe ich das Gefühl, das ich zu alt für diese Art von Job bin. Es ist auch mit Abstand der härteste Job den ich jemals gemacht habe. Ich baue eine Hafenerweiterung auf einer Insel vor Lagos. Ein Joint Venture zwischen Samsung und Total Oil. Es klingt immer wieder so als wäre das Ausland für jeden eine einfache Lösung. Das stimmt so nicht. Man muss auch im Ausland Erfahrung nachweisen können, um die wirklich guten Jobs zu bekommen.

Das heisst man muss sich einen Lebenslauf aufbauen, damit die Personalchefs einem den Job auch zutrauen. Man kann nicht einfach mit 40 beschliessen, das man ins Ausland geht und viel verdient. Die wirklich guten Jobs mit 10.000 Euro und mehr an Gehalt setzen immer mindestens 10 Jahre Erfahrung im Ausland voraus. Wer neu anfängt wird sich mit 5.000 Euro netto oder weniger anfreunden müssen. Ausserdem sprechen die meisten Deutschen kein gutes Englisch und insbesondere unter Ingenieuren sind Sprachkenntnisse Mangelware. Vertragssicheres Englisch ist nicht mal eben so in 5 min gelernt.
Ole

Tom | 01. Dezember 2013 - 19:28

Also, in meinem Bekanntenkreis gibt es keinen Arzt, der im Ausland (Schweiz, Norwegen, USA) bisher Probleme mit dem Studientitel gehabt hätte. Lehrer kenne ich auch einige, die ins Ausland gewechselt sind, die mussten in der Regel halt eine Sprachprüfung ablegen. Bei Bauingenieuren muss am Zielort auch eine entsprechende Industrie vorhanden sein. Es kann aber auch jeder Hilfsarbeiter, Handwerker oder meinetwegen Physiker ins Ausland wechseln, wenn die entsprechenden Arbeitsplätze vorhanden sind. Da also noch einen Vorteil für Bauingenieure (und ein paar andere) konstruieren zu wollen, halte ich schon für etwas verwegen. Einzig bei den Juristen geb ich dir Recht, die sind wirklich an ihr Rechtssystem gebunden.

Magnus | 28. November 2013 - 08:46

@Hornisse:
Du machst das ganz geschickt, in dem Moment wo deine Argumente offensichtlich am Ende sind, bezweifelst du die Glaubwürdigkeit des Gesprächspartner und wechselst das Thema! Als Arzt hat man ein Problem im Ausland zu arbeiten, weil die Abschlüsse oft nicht anerkannt werden. Als Rechtsanwalt hat man ein Problem, weil die Rechtssysteme unterschiedlich sind, als Lehrer kann man noch nichtmal von Bundesland zu Bundesland wechseln. Als Elektrotechniker und Maschinenbauer geht es schon, vorrausgesetzt es gibt im Zielland die entsprechende Industrie.

Hier hast du auch mal was richtiges bemerkt (großes Lob)! Um Dir gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, ich fordere hiermit nicht alle Bauingenieure auf, ins Ausland zu gehen; die Fragestellung war nur, ob es dem Erkenntnisgewinn erhöht, wenn jemand aus Liechtenstein seine Erfahrungen postet und das tut es auf alle Fälle, wie PM ja richtig analysiert hat.

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