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Samstag, 21. September 2019
Ausgabe 6606 | Nr. 264 | 19. Jahrgang

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 13

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Michael | 28. September 2017 - 15:56

Es ist echt erschreckend hier zu lesen, dass einige unter 3300 € Brutto verdienen mit einigen Jahren Erfahrung. Lasst Euch nicht veräppeln, meine Güte. Ich habe mich nach meinem Studium (trotz sicherer Jobzusage) an weiteren 20 Stellen beworben und habe 3-4 Einladungen bekommen, die ich wahrgenommen habe. Überall habe ich hoch gepokert und langsam einen Riecher bekommen, was ich Wert bin.

Heute, nach 2 Jahren im öffentlichen Dienst bin ich bei 48.000 EUR Jahresgehalt (inkl. Jahressonderzahlung) angelangt. Habe bei 3.500 Brutto begonnen und bin jetzt bei 4.000 Brutto. Ich weiß bis heute nicht was ich hier wirklich geleistet habe, habe viel Freizeit (maximal 39 Stunde die Woche + Gleitzeit), fahre jedes Jahr in den Bildungsurlaub und mache Freitags kurz nach 12 Feierabend. Freie Wirtschaft würde ich mir nur antun, wenn ich +60.000 € bekommen würde und ein Firmenfahrzeug. Bis dahin bleibe ich im öffentlichen Dienst.

Baufuzzi | 20. September 2017 - 12:45

Wer sich heutzutage für 36.000 € Jahresgehalt verkauft, gehört vom Hof gejagt. Diese Summe konnte ich schon 1997 als blutigster Anfänger aushandeln - und die Zeiten damals waren für Bauingenieure eher durchwachsen bis schlecht. Unter der Annahme eines Kaufkraftverlustes von 1.5% / Jahr sollten daher heute (für Anfänger) mindestens 48.000 € Gehalt / Jahr drin sein. Alles darunter würde ich niemals annehmen.

Master | 19. September 2017 - 06:51

@Ingo:
Ich verstehe nicht, wieso man aktiv einen Job sucht und sich dann nur 200 € mehr Gehalt "wünscht"... Wenn ich den Job wechseln wollte, dann habe ich immer satt zugelangt (also je nach Position 500-1000 € mehr gefordert pro Monat). Für effektiv 100 € netto brauche ich doch gar nicht anfangen.

Zu Mir:
Ich bin als Projektleitung in der Bauherrenvertretung unterwegs und verdiene meine 80.000 € Jahresgehalt, bin Anfang 30. Wie schon gesagt wurde: Solange man sich ausnutzen lässt, braucht man sich nicht wundern, dass man es auch wird. Ich habe das Spiel von Anfang an nicht mitgemacht, habe hoch gepokert und gefordert. Natürlich schlucken die ein oder anderen, dann wird es halt nix. Aber es gibt auch Leute die das nicht abschreckt, die etwas weiter denken, also an 200-300 € monatlich mehr oder weniger. So kam ich zu meinem Einstiegsgehalt von 3800 € monatlich + Weihnachts- und Urlaubsgeld und Prämie.

Also mein klarer Hinweis: Hört auf euch für dumm verkaufen zu lassen, die Baubranche boomt massiv, davon sollten auch wir was abbekommen. Ich merke schon (auch bei frühreren Kollegen) dass diese irgendwo beim Gehalt steckenbleiben. Die bekommen den Wandel gar nicht so mit, so dass ich als Einstieg schon fast genauso hoch war wie die nach 20 Jahren. Spricht nicht unbedingt für das Unternehmen bzw. den Chef, aber so ist das Leben. Es wird einem nichts geschenkt.

Sandro | 13. September 2017 - 20:54

@Ingo:
Nach 12 Jahren 3300 € als Statiker in Berlin zu verdienen, ist mehr als lächerlich. Ich habe das schon nach einem Jahr in Berlin gehabt und empfand es als eindeutig zu wenig. Mittlerweile habe ich den Job gewechselt und vediene um einges mehr. Aber wie du meintest - sofern alle still in der Ecke rumsitzen, wird man wohl weiter für einen Hungerlohn abgespeist. Und in der Baubranche gibt's genung Hirnies, die das mit sich machen lassen.

Ingo | 12. September 2017 - 13:06

Nach meiner Erfahrung kommt der Verdienst ganz auf die Gegend und Bürogröße/-bekannheit an. Ich habe als Tragwerksplaner in einem kleinen Ingenieurbüro in Berlin trotz (auch) vieler größerer Projekte zum Schluss nach 12 Jahren Berufserfahrung 3100 € Gehalt im Monat brutto bekommen. Das war i.O. und unser Geschäftsführer hat immer von sich aus Gehaltserhöhungen ermöglicht, wenn es wirtschaftlich für das Büro vertretbar war.

Als ich mich jetzt bei einem größeren Büros beworben habe, ist man ohne zu zögern auf meine Wunschvorstellungen 3300 €/Monat eingegangen und hat sogar noch etwas drauf gepackt, was mir zeigte, dass ich wohl eher tief rangegangen bin. Meine Kollegin hat jetzt als techische Zeichnerin von dem gleichen Büro 3700 €/Monat verhandelt. Kommt also auch darauf an wie frech und hoch man pokert, schließlich ist auch hier in Berlin mittlerweile der Fachkräftemangel angekommen.

Jakub | 09. September 2017 - 22:57

Hat jemand von Euch bei Peri/Doka oder ähnlichen Schalungstechnikfirmen gearbeitet? Ich würde gerne erfahren aus welchen Tätigkaiten der Job besteht. Nur Planung oder ist es auch möglich, als Bauleiter/Bauüberwacher beschäftigt zu werden? Wie ist das eventuelle Einstiegsgehalt? (Ostdeutschland). Für jeden Tipp bin ich dankbar!

Baufrosch90 | 18. August 2017 - 05:50

Ich bin jetzt fast ein Jahr im Beruf und als Projektingenieur für Ingenieurbauwerke tätig. Bald steht ein Mitarbeitergespräch an und dann wird auch das Gehalt neu verhandelt. Ich wollte euch daher nach euren Verhandlungs Tipps fragen. Was sind eure wichtigsten Argumente? Wie geht ihr vor? Danke im Voraus!

Rebekka | 17. Juli 2017 - 16:05

Ich bin eine Bauingenieurin und habe 12 Jahre Erfahrung im Tiefbau. Jetzt habe ich ein Angebot als Projektleiterin in Baden-Württemberg bekommen. 63.000 EUR Jahresgehalt, wäre das zu wenig?

stone | 14. Juni 2017 - 06:04

Ich würde auch gern eine Lanze für den Beruf des Bauingenieurs brechen. Ich habe es eigentlich nie bereut, Bauingenieur geworden zu sein (seit 2000). Bin seit dem in Bauleitung und PM tätig, habe interessante Bauvorhaben und Leute kennen gelernt und immer wieder viel Abwechslung, aber auch gut Stress. Ich habe insgesamt 4 Jahre Auslandserfahrung, die in meinem Beruf definitiv eine Rolle spielt. Ich verdiene > 90.000 EUR Jahresgehalt für einen internationalen Bauherren als PM plus Boni. Ich glaube, die Situation ist momentan sehr gut in bestimmten Bereichen, es werden ja überall händeringend Abwickler, Projektmanager, Bauleiter, aber auch Poliere etc. gesucht.

AS | 02. Juni 2017 - 15:46

@Gypsi:
Es hängt von verschiedenen Faktoren ab. In einigen Ländern sind die Steuerabzüge viel geringer (z.B. Spanien/Lateinamerika ca. 20 %). Nur als Beispiel: IN Deutschland zahlst du bei 50000 brutto Jahresgehalt ca. 40 % an Steuern (ledig, ohne Kinder). Das bedeutet du hast netto um die 2500 EUR Monatsgehalt. Bei den von dir genannten 33000 EUR Gehalt pro Jahr im Ausland (z.B. bei 20 % Steuerabzüge) hättest du 2200 EUR/Monat zur Verfügung. Wenn die Miete schon drinnen ist (in München würdest du mind. 600 Euro/Monat für ein kleines Zimmer zahlen müssen) wäre dein effektiver Lohn fast 2800 EUR Gehalt monatlich. Das wäre ein äquivalentes Einstiegsgehalt von fast 57000 EUR Brutto/Jahr in Deutschland, gar nicht so schlecht oder? Plus die Verpflegung in manchen Ländern ist viel billiger.

In Lateinamerika wären 2800 EUR/Monat unglaublich viel Geld! Also Steuern und Unterhaltskosten vom Land genau anschauen. Wichtig ist nur, dass du das Projekt interessant findest!

Bauing | 01. Juni 2017 - 14:17

@Gipsy: Absolut untragbar! Auf keinen Fall unterschreiben, wer mit Master unter 45.000 € Jahresgehalt unterschreibt, ist selber Schuld! Wobei ein paar mehr Infos schon noch gut wären, z.B. Arbeitsland, Firma (deutsche Firma, oder ausländisch?) usw.

Gipsy | 31. Mai 2017 - 22:16

Ich bin 26, werde voraussichtlich Ende September mein Masterstudium beenden, Vertiefung: Konstruktiver Ingenieurbau, bisher keine Berufserfahrung und habe eine Stelle für € 33.000 Jahresgehalt für ein Projekt im Ausland (Wohnung, Flüge etc. außer eigene Verpflegung werden übernommen) gefunden. Unterbezahlt ja oder nein?

ProGerd | 30. Mai 2017 - 14:53

@Gerd:
Dem kann man kommentarlos zustimmen. Wer es aktuell nicht schafft einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden, der hat den Umbruch verschlafen. Beinahe jeder Einsteiger verdient (hier in Bayern) aktuell mind. 45000 EUR Einstiegsgehalt mit Master/Dipl.-Ing. Wer sich mit weniger abspeisen lässt, der ist selber Schuld. Nutzt doch den Mangel an Personal aus, bewerbt euch und sucht euer Glück.

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