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Samstag, 05. Dezember 2020
Ausgabe 7047 | Nr. 340 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 14

1610 Kommentare | 723031 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Mike | 29. April 2013 - 18:50

Ich bin "nur" FH-Bauingenieur und verdiene nach 2 Jahren Berufserfahrung 110.000 Franken brutto pro Jahr. Bin in einem mittelständischen Bauingenieurbüro angestellt.

VAL | 27. April 2013 - 08:41

@Tom:
Ne so direkt habe ich keinen Einblick erhalten. Ich hatte mich mit ein zwei Leuten über die Verdienstmöglichkeiten unterhalten, jedoch waren die, was die Offenbarung des eigenen Gehalts angeht, eher zurückhaltend bis verklemmt. Aber dein Post macht mir Hoffnung bei dem was man hier so liest. Im Vorfeld hatte ich mir natürlich auch schon ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht und war am Ende bei der Entscheidung angelangt mal mit 42k zu starten. Da lieg ich ja anscheinend gar nicht sooo weit weg.

Darf ich fragen in welcher Region du dich befindest? Bei mir geht es um das Teufelsdreieck Bremen / Hamburg / Hannover. Ich werde auf jeden Fall nach der Verhandlung einen Post da lassen was bei rumgekommen ist!
MfG

biene | 26. April 2013 - 17:38

@VAL:
Ich würde probieren (wenn es eine bekannte Uni/FH war): Als Master: 50 000 Euro Brutto, als Bachelor: 45 000 Brutto. Aber das ist letztendlich deine Sache für wieviel du dich verkaufst.

grto | 26. April 2013 - 14:35

@VAL:
Wenn du ein paar Beiträge hier gelesen hast, kannst du dir die Frage fast schon selbst beantworten. Aber da ich sowieso ein paar Sachen loswerden möchte. Interessant ist noch, in welcher Region du arbeiten wirst, was du für einen Abschluss hast und ob du Uni oder FH Absolvent bist. Ich habe ebenfalls gerade mein (Master-)Studium im konstruktiven Ingenieurbau beendet (FH) und habe schnell einige Arbeitsangebote hier in der badischen Fächerstadt erhalten. Nach meiner Priorität:

1. (hier fange ich demnächst auch an) großes Bauunternehmen, Tätigkeit im Innendienst, geregelte 40 h Woche mit Überstundenvergütung. In den ersten sechs Monaten: 3.400 € / Monat brutto. Nach Ablauf der 6 Monate: Bezahlung gemäß dem Rahmentarifvertrag ~3.650 € / Monat brutto.

2. kleines Ingenieurbüro für Geotechnik, ebenfalls geregelte 40 h Woche mit Überstundenvergütung. Etwa 2.850 € / Monat brutto. Das entspricht etwa dem typischen Einstiegsgehalt in einem Ingenieurbüro hier bei uns.

3. mittelständische Baufirma, Tätigkeit als Bauleiter, ungeregelte Arbeitszeiten 50+ h / Woche, OHNE Überstundenvergütung. In den ersten sechs Monaten: 2.800 € / Monat brutto. Nach Ablauf der 6 Monate: Bezahlung gemäß Rahmentarifvertrag etwa wie bei 1. + privat nutzbarer Dienstwagen.

Zum Jahresgehalt kommen entsprechend noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie ggf. eine jährliche Prämie hinzu (zusammen etwa ein halbes bis ganzes Monatsgehalt), so dass die Spanne in meinem Fall in etwa zwischen 35.000 (2.) bis 46.500 € (1.) / Jahr liegt.

Meine Erfahrung, die ich bereits im Studium gemacht habe und die sich immer wieder durch diverse Gehaltsreporte zieht: Je kleiner das Büro / die Firma, desto weniger gut wird gezahlt. Da du ja gute Noten hast (hoffentlich an einer angesehenen Hochschule, sonst sind die wenig wert) und bereits Erfahrung als Zimmermann gesammelt hast, kannst du ja auch noch nach Alternativen schauen und dich auf ein paar andere Stellen bewerben. Da wirst du schnell merken, wie gefragt du bist und was du in etwa verdienen kannst.

Einfach die erst beste Stelle annehmen sehe nicht als gute Wahl. Überlege dir auch gut, was du in einem kleinen Büro für weitere Möglichkeiten in den nächsten Jahren hast. Wenn du dort einmal angefangen hast, wird der Wechsel später in ein größeres Unternehmen oft schwierig.

Gaaaanz wichtig für alle Studenten: Verkauft euch nicht unter Wert. Wir haben 5 bis 6 Jahre studiert und (die meißten) verfügen über eine hervorragende ingenieurwissenschaftliche Ausbildung! Da sollte man sich nicht mit dem Gehalt eines Maurers abspeisen lassenn.

Liebe Grüße, Tobias

Berater | 26. April 2013 - 11:57

@VAL:
17.50 €/h als einfacher Zimmerergeselle? Vor 10 Jahren war mein Verdienst um die 12,70 Euro wenn ich mich recht erinnere. Einfache Rechnung:Du musst mindestens 3500.- Euro verlangen um als Bauingenieur mehr in der Tasche zu haben wie vorher als Zimmermann. Das wird ja wohl das minimale Ziel sein? Ob es umsetzbar ist steht auf einem anderen Stern.

Tom | 25. April 2013 - 22:50

@VAL:
Hast du denn während eines Praktikums keinen Einblick in die Gehaltsstruktur bekommen? Meiner Erfahrung nach werden die Kollegen beim Feierabendbier meist recht redselig. Ansonsten würde ich mal hoch genug ansetzten und je nach Region 40-45k Jahresbrutto verlangen. Runterhandeln lassen oder zur Konkurrenz wechseln kannst du immer noch.
Viel Glück!

Btw.: Poste doch bitte, was dann rausgekommen ist.

VAL | 25. April 2013 - 09:54

Hallo zusammen! Ich habe mal eine Frage: Ich stehe derzeit kurz vor meinem Abschluss des Bauingenieurstudiums mit der Fachrichtung Konstruktiver Ingenieurbau und habe demnächst ein Einstellungsgespräch. In dem Büro wo ich dieses habe, habe ich bereits mein Pflichtpraktikum während des Studiums absolviert und mich während dessen durchaus bewehrt. Nun steht in ein paar Wochen, nach Abgabe meiner Thesis, das Einstellungsgespräch an und ich habe keine Vorstellungen wie hoch ich bei den Gehaltsdingen einsteigen kann. Habt Ihr da mal ein paar Daten, die mir weiterhelfen könnten?

Zur Info: Ich bin 30 Jahre alt, gelernter Zimmermann (letztes Gehalt 17,50 EUR/Std.), ledig und habe mit 1,9 einen recht ansehnlichen Notendurchschnitt. Mein Tätigkeitsfeld würde sich, da es sich um ein eher kleines Büro handelt (Insgesamt 20 Angestellte inkl. Zeichnern etc.), auf ziemlich viele Dinge verteilen. Von Angebotserstellung über das Anfertigen von Statiken bis hin zur Projektleitung wird alles dabei sein. Für Eure Tipps bzw. Hilfe wäre ich sehr dankbar! MfG

GJS | 23. April 2013 - 14:40

Lieber Statikus_1982,
bei Ihnen liegt genau die Wurzel der Problematik unseres Berufsstandes. Sie rühmen sich auch noch damit, ihre (hoffentlich) qualifizierte Arbeit für die Hälfte anzubieten (oder haben Sie auch diese "passt schon"-Mentalität?). Das mag für Sie jetzt toll sein, dass sie aber dazu beitragen, den Markt weiterhin kaputt zu machen ist Ihnen offenbar egal. Und nicht jeder kann für 50% HOAI anbieten, da die Bürokosten, Weiterbildungskosten, etc. einen nicht zu unterschätzenden Anteil an den Fixkosten einnehmen. Ich verstehe einfach nicht, wie sich studierte Leute praktisch ohne Not weit unterhalb ihres Wertes verkaufen - das schaffen nur wir "dummen" Bauingenieure.

Und die Bauherren, insbesondere Bauträger, reiben sich dabei die Hände. Offensichtlich haben die meisten Kollegen den Sinn und Zweck der HOAI nicht verstanden. Gehe ich in eine Autowerkstatt, zahle ich für die Werkstattstunde >= 70 Euro/h (freie Werkstatt) bzw. >= 120 Euro (VW, BMW, etc.). Benötige ich einen Rechtsanwalt, Steuerberater, etc. zahle ich >=200 Euro. Den Bauingenieur (Statiker) muss ich nur schräg anschauen, schon geht er von seinen (unnötigen) 50% gleich noch einmal um 10-20% runter. Genau deshalb haben wir ja die HOAI --> als Richtwert also, wieviel Prozent ich davon abweichen kann (nach unten). Immer weiter so!

Das Verhältnis zwischen Verantwortung und Bezahlung steht dabei m. E. in einem extremen Missverhältnis! Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, was im Falle eines Schadens passieren könnte? Ein Gutachter könnte vielleicht feststellen, dass weit unterhalb der HOAI gearbeitet wurde - mit diesem Honorar ist dann seines Erachtens keine ordentliche Arbeit möglich gewesen, zumindest könnte das die Meinung der abgegebenen Arbeit beeinflussen - die Versicherung nimmt diese als Anlass, nicht zu zahlen. Den Rest können Sie sich selber ausmalen. (s. a. Forumsthema "HOAI Unterschreitung")
MfG
GJS

Berater | 22. April 2013 - 16:32

@Benjamin:
120k sind schon zu viel für 5 Jahre Berufserfahrung, 100k aber fast zu wenig direkt in Zürich. Ich würde an deiner Stelle ca. 110k fordern. Da im Moment ein grosser Ingenieurmangel in der Schweiz herrscht kannst du vielleicht auch die 115-120k fordern. Damit lebst du sicher gut, auch in Zürich. Da bleiben dir nach Steuerabzügen und KK noch ca. 6000 Netto im Monat. Rechne Lebenshaltungskosten etwa 1:2, also wäre es wie wenn du 3000 Euro Netto hast. Zum Vergleich: Ich hatte in der Region Mittelland 100k mit 5 Jahren Berufserfahrung bevor ich letztes Jahr die Stelle gewechselt habe. (kein Ingenieurbüro)

PM | 22. April 2013 - 08:45

Hallo Benjamin,
anbei ein Link zur Orientierung und denke bitte daran, dass du dir mit Zürich ein sehr teures Pflaster ausgesucht hast. Kommt eben auch darauf an ob du als Aufenthalter oder Grenzgänger dort arbeiten wirst.
http://www.staufenbiel.ch/bewerbung-karriere...
Demnach sollte, wenn du in ZH wohnen möchtest, mind. 120.000 CHF herausspringen.
Grüße, PM

krepa | 20. April 2013 - 14:16

Also ich bin mit einem Monatsbrutto von 3.000 € eingestiegen und habe nach einem Jahre eine Erhöhung auf 3.250 € erhalten. Es sollte aber noch erwähnt werden, dass mein Arbeitgeber zusätzliche Altersvorsorge für mich betreibt und via aufgeschobener Vergütung (Info siehe hier: anovia.de/glossar/items/aufgeschobene-verguetung.html) jedes Jahr Geld zurücklegt, damit ich irgendwann einmal früher in den Ruhestand eintreten kann. Alles in allem bin ich mit der Bezahlung zufrieden. Bin in NRW tätig.

Marco | 19. April 2013 - 22:55

Hallo Benjamin,
wieso willst du in die Schweiz umsiedeln? Kannst der Geldverlockung nicht standhalten? An deiner Stelle würde ich mir dies gut überlegen, denn es ist so, dass man als "Deutscher" in der Schweiz einen schweren Stand hat. Das solltest du nicht unterschätzen, denn dies ist mit ein Grund, dass in letzter Zeit viele Deutsche wieder zurück in ihr Heimatland gehen. Am Besten forderst du gleich 160 000 Fr. pro Jahr damit machst du auch noch der deutschen Arroganz alle Ehre.

Benjamin | 18. April 2013 - 20:08

Hallo alle zusammen, ich brauche dringend mal eure Hilfe, vielleicht kann mir jemand helfen. Ich bin seit 5 Jahren als Bauingenieur (Statiker; Brückenbau) in Deutschland beschäftigt. Nun möchte ich in der Schweiz arbeiten (Raum Zürich, ebenfalls als Statiker im Bereich Brückenbau). Ich habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch und weiß nicht so recht wie hoch ich bei den Gehaltsvorstellungen ansetzen soll. Liege ich mit 100.000 CHF in einem vernünftigen Bereich? Vielen Dank!

Charly | 18. April 2013 - 16:17

Wer sich für die Novellierung der HOAI inkl. der Frage nach der europäischen Vereinbarkeit interessiert, sollte sich mal in der folgenden Seite umsehen:
http://www.aho.de/aktuelles/index.php3

Charly | 14. April 2013 - 18:44

Zur Novellierung der HOAI 2013 liegt seit Anfang März der Referentenentwurf des BMWi vor:
http://www.hoai-2013.info/hoai-pdf/BMWi_Referententwurf...
Vergleicht man beispielsweise die "Honorare für Grundleistungen bei Ingenieurbauwerken" (§44 HOAI 2013) mit der entsprechenden Tabelle der HOAI 2009, so ergeben sich lediglich Erhöhungen von etwas mehr als 20 %.

bauinghel | 14. April 2013 - 08:07

@Numerobis:
Teil uns doch bitte mit, worauf Du spezialisiert bist, wo Du praktizierst, und was Deine Tätigkeit ist. Ich selbst gehöre auch zu denen, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben. MfG

Franz | 11. April 2013 - 21:34

Hallo, nach gut einem halben Jahr habe ich mich wieder mal auf eine Gehaltsdiskussion mit dem Chef eingelassen. Resultat der Diskussion ist, dass ich ab Mai 8000 Fr. Brutto/Monat (13xpro Jahr) erhalte. Wie ihr wisst bin ich erst etwas mehr als ein halbes Jahr als Bauingenieur tätig, aber was ich hier so lese, scheint mehr als realitätsfremd zu sein.

Meine Erfahrung ist ganz klar: Selbstbewusst bei den Lohnverhandlungen auftreten. Einen neuen Mitarbeiter einzustellen ohne zu wissen, ob er den Ansprüchen genügt ist bedeutend teurer und mit mehr Risiken verbunden als euch im Monat 500 Euro mehr zu zahlen. Und wenn er nicht drauf eingeht, wechselt das Büro. Gute Ingenieure sind mehr als gefragt!

Statikus_1982 | 11. April 2013 - 13:52

@Numerobis:
Sehe das ja im Wesentlichen genau wie Du, allerdings mit einer Einschränkung: Bin selbstständiger Tragwerksplaner und sitze, zwar nicht im Keller, sondern in meinem kleinen Büro und biete meine Statiken ca. 50 % unter HOAI an. Nettoeinnahmen pro Monat nach Abzug Steuern ca. 10.000 €, schwankt natürlich geringfügig. Überwiegend bin ich im Wohnungsbau tätig. Im Jahr ca. 280 WE - von Mehrfamilienhäuser mit 60 WE bis Einfamilienhäuser. Das geht auch wunderbar und ich verdiene, trotz meines Berufes als Statiker, ganz gut, wie finde - der letzte Satz ging an Hornisse.

Numerobis | 10. April 2013 - 22:49

@Hornisse:
Ich weiß nicht, ob du dich an mich erinnerst, ich bin der, der 65 k/a verdiente. Nur zur Info, das Gehalt wurde wieder um 5% angehoben! Wenn man deine Beiträge hier liest (ich hab mir die Mühe gemacht, auch wenn es mir schwer fiel), könnte man meinen, man solle sich als Bauingenieur besser arbeitslos melden oder gleich einen Strick nehmen. Sitzt in deinem ganzen beruflichen Umfeld der Frust genauso tief wie bei dir? Hast du dich in letzter Zeit mal irgendwo beworben? Einfach so?! Dann würdest du merken, dass man auch als Bauingenieur noch gutes Geld verdienen kann! Das merkt man natürlich nicht, wenn man in seinem Keller sitzt, Statik für 30 % der HOAI macht und sein Fachwissen an Bauherren verschenkt!

Die Einstellung einiger zum eigenen Beruf hier ist erschreckend. An alle, die hier mal reinlesen: Bauingenieur ist ein Beruf mit Zukunft, vorausgesetzt man spezialisiert sich!

Zu den Zahlen der Studienanfänger: Das Verhältnis von Anfängern zum Bedarf war nie anders als heute! Entscheidend ist ja zum Glück die Zahl der Absolventen! Und da besteht in meinem Umfeld hier wesentlich mehr Nachfrage als Angebot! An der Uni waren wir damals 47 Absolventen, von denen alleine 24 vakante Doktorantenstellen zu besetzen waren! Diesen Weg einzuschlagen (Promotion) würde ich jedem raten! Bereue es selbst auch nicht, die 5 weiteren Jahre Uni investiert zu haben!

Charly | 27. März 2013 - 19:16

@Pfer:
...oder meinst Du etwa den Bautarif, in Deinem Fall also A5?
Vgl. http://www.vhk-ev.de/Tarifgehalt-Bau2012.pdf

Mompfred | 27. März 2013 - 09:54

Ich wüsste nicht, wann eine öffentliche Stelle, die für einen BA ausgeschrieben ist, mit einem MA besetzt wird. Eben aus genanntem Grund: er wäre überqualifiziert.
Die Frage ist: Wieso möchte man mit einem 1er Schnitt so einen Job haben?!

Hans123 | 26. März 2013 - 21:47

Pfer:
Ist die richtige Einstufung für einen Absolventen. Aber bitte vergiss ganz schnell deine Abschlussnote! Beim Bauunternehmen zählen nur Euros!

Charly:
Für deine Ahnungslosigkeit kann er nun wirklich nix. Bauingenieur-Forum > vielleicht spricht er vom Tarif "Bau".

Charly | 26. März 2013 - 07:26

@Pfer:
Bitte drück Dich etwas deutlicher aus. Was verstehst Du unter "Tarifgruppe V"? Meinst Du etwa den Tarifvertrag der Versorgungsbetriebe, TV-V? Falls ja: Welche Entgeltgruppe, welche Stufe? Oder meinst Du den TVöD, den TV-L oder etwa einen anderen Tarifvertrag? Dann wäre es ebenfalls hilfreich, die Entgeltgruppe sowie die Stufe zu erfahren.

biene | 23. März 2013 - 16:08

@Pfer

Natürlich kommt es auf das Tätigkeitsprofil an. Wenn du dich als Master für eine TvöD 10 Stelle bewirbst (Bachelor/FH Diplom) bist du doch auch unterbezahlt und wirst anfangs nicht mehr bekommen. Am besten nur auf Master-Stellen bewerben, wenn möglich.

Pfer | 22. März 2013 - 17:15

Ist ein Absolvent einer TU (1er Notenschnitt) als Berufseinsteiger Bauleiter in der Tarifgruppe V richtig eingestuft? Als Voraussetzung wird für diese Tarifgruppe ein Bachelorabschluss gefordert - mein zukünftiger Vorgesetzter argumentiert es käme auf das Tätigkeitsprofil an, welches man als Einsteiger nur in Tarifgruppe V erfüllen kann.

Erfahrungen? Meinungen?

Magnus | 16. März 2013 - 08:40

@TWP65:
Das für den einstellenden Vorgesetzten der anspruchslose, immer fleißige und kluge Mitarbeiter deutlich angenehmer ist, glaube ich gerne. Trotzdem ist es im Sinne einer individuellen Gehaltsoptimierung sinnvoller, immer das obere Ende der Latte zu fordern. Das hier für den 1,0 FH Absolventen - der nebenbei an Feierabend promoviert - ein anderer Betrag in Frage kommt als für den 4,0 Uniabsolventen der sich nach 12 Jahren ins Ziel geschleppt hat, sollte klar sein. Aber wenn man nicht fragt und nicht bereit ist, von Zeit zu Zeit mal zu wechseln, kommt man nicht richtig weiter. Wenn sie mit wenigen Fragen die Guten von den Schlechten trennen können, spricht das für ihre große Menschenkenntnis und Fachkenntnis. Die meisten Vorgesetzen die ich hatte, verfügten nicht über diese Fähigkeiten.

Die Gefahr, das große Teile der Ingenieurtätigkeit ins Ausland verlegt werden, sehe ich nicht so. Ich wüßte sogar keinen Fall, wo das im Bereich der Konstruktion geklappt hat. Wenn Sie hier andere Erfahrungen besitzten, wäre das mal interessant zu hören. Gibt es eigentliche das NAD für den EC 2 auf Englisch ?

In andere Bereiche zu schauen ist in der Tat nicht schlecht. Hier wird man feststellen, das die große Welle des Outsourcing vorbei ist. Besonders erfolgreich sind Unternehmen,die es geschaft haben, eine Teil der Arbeit auzulagern und internationale Wertschöpfungketten aufzubauen ( VW vs. Peugeot).

@kluge:
Was würden Sie den jungen Menschen empfehlen? Soziologie oder Germanistik?

Weiser Riese | 15. März 2013 - 09:04

@PM:
Ein Wechsel ist kurzfristig nicht geplant, eher mittelfristig in ca. 24 Monaten. Ich bin stets an neuen Geschäftsbeziehungen interessiert: [email protected]

kluge | 14. März 2013 - 20:57

Hallo,
die Hoffnung, dass sich die Situation durch den Grundsatz - "Angebot und Nachfrage regeln den Preis" - verbessert, dürfte sich durch die explodierenden Studienanfängerzahlen (in 2011 ca. 17.500) bei einem von der Bauindustrie definierte Bedarf von ca. 4500 Nachwuchsingenieuren pro Jahr endgültig sterben.

Der Tsunami der Absolventenzahlen erreicht ab 2015 in "voller Härte" den Arbeitsmarkt einer Industrie, deren Perspektiven durch belastbare Fakten wie die demografische Entwicklung nur eine Richtung besitzt. Welche bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

Hornisse | 14. März 2013 - 15:13

Wer nicht weiss wie er den Märchenerzähler (Franz) einschätzen soll, hier mal eine Meldung zur Schweizer Baukonjunktur, die Franz' "Erfolgsgeschichte" in noch viel strahlenderem Licht erscheinen lässt:

"Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind im vierten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent gesunken. Für das gesamte Jahr beliefen sich die Umsätze auf rund 18,9 Milliarden Franken, das sind 3,9 Prozent weniger als 2011."

In solch einer Situation erhöht man natürlich einem blutigen Anfänger mit Bachelor Abschluss (FH), der naturgemäss in den ersten 2-3 Jahren nichts selbständig bearbeiten kann sondern ständiges Mentoring benötigt und damit nicht gewinnbringend ist, erstmal das Gehalt nach 5 Monaten um 5%.

Solche Ausnahmen befinden sich naturgemäss alle als Gäste hier im Forum. So wie Franz, der nach 5 Monaten schon solch ein gewinnbringendes Asset für die Firma darstellt, dass man ihm aus Angst vor den vielen Headhuntern (die sicherlich schon auf ihn aufmerksam geworden sind) erstmal das Gehalt auf das Niveau der Kollegen mit 5 Jahren Berufserfahrung erhöht.

PM | 14. März 2013 - 14:41

@Ole:
Das mit dem Flippen hat Herr FlipB höchstpersönlich übernommen. Ich frage mich allerdings ob er das wirklich ernst meint was er da schreibt, einfach provozieren möchte, die Beiträge der letzten Woche nicht gelesen oder einfach nicht verstanden hat.

FlipB | 14. März 2013 - 00:13

Dass man schon Schweizer Stats auspacken muss um zu zeigen "wie gut es der Branche" geht und dass man auf Busfahrer zurückgreifen muss, zeigt schon die Hilflosigkeit jener, die versuchen die Branche schön zu reden. Typisches Lobbyistensprech eben, wie z.B.: "Wenn man gut ist, kann man...", "wenn man mobil ist, kann man...", immer der gleiche Schwachsinn. Interessant, dass vergleichbare Techniker anderer Fachrichtungen diese Probleme nicht haben. "Wenn man gut ist, kann man..." bedeutet in anderen technischen Fachrichtungen 80 k € mit 5 Jahren Erfahrung, in der Opferbranche sind es wohl 50 k €... "wenn man eben gut ist" *Augenroll*

> da der Busfahrer den Bus ganz alleine lenkt

Aja, na zum Glück hat sich der Bus von alleine konstruiert und gebaut, da wurde ganz bestimmt kein Maschinenbauer benötigt, wozu auch. Zurück zur Realität: Der Maschinenbauer, der den Bus entworfen hat, wurde angemessen entlohnt. Unter anderem dafür, dass er Verantwortung übernommen hat. Nicht nur über Menschenleben sondern auch über eine wirtschaftliche Bauweise. Erhobenen Hauptes darf er sich für angemessene Entlohnung täglich im Spiegel bewundern.

Der Grund, warum Busfahrer weniger verdienen ist der, dass es viel zu viele davon gibt. Von den Bauingenieuren kennt man das schon, auch hier gibt es deutlich viel zu viele. Busfahrer und Bauingenieure haben aber etwas gemeinsam: Die selbe Perspektivlosigkeit im Leben.

> Den (öffentlichen) Auftraggebern muss klar sein, dass sie sich oft strafbar machen und eventuell dadurch auch bei Klagen in Bezug auf Planungsfehlern dann oft sehr schlechte Karte haben.

Dann verklage als Planungsbüro einen Kunden von dir. Ich gehe stark davon aus, dass dein Kunde vor Begeisterung nur noch zu dir mit Aufträgen kommen wird. Ja genau. Er und dein Gehalt sind schneller weg, als du HOAI aussprechen kann.

Ole | 13. März 2013 - 06:42

@PM:
Jetzt kannst Du Dich warm anziehen, sobald Hornisse das liest flippt er wieder aus. Eigentlich habe ich auch nur eine Anmerkung zu Deinem Text. Ich arbeite seit Jahren bei nicht Deutschen Firmen und es ist viel besser als man glaubt. Ansonsten denke ich, hast Du in weiten Teilen die Situation gut beschrieben.

Hornisse | 12. März 2013 - 11:09

Jaja. Die guten alten Salärbroschüren und Gehaltserhebungen. Wenn es um die Einschätzungen der realen Situation in der realen Bauwelt geht, sollte man doch eher den Gehaltsangaben der Stellenanzeigen vertrauen. Die geben einen recht guten Eindruck der Lage. Ich hatte mir ja die Mühe gemacht mal ein paar davon hier zu posten. Zwei davon bezogen sich sogar explizit auf den Bereich Hochbautragwerksplanung in der Schweiz. Die dortigen Gehaltsangaben sind eindeutig. Alles andere ist heisse Luft.

TWP65 | 12. März 2013 - 11:02

@Hornisse:
Die Stadt ist FFM. Dazu muss man wissen, dass dieses Angebot 40 Überstunden / Monat beinhaltet, welche nicht vergütet werden. Weiterhin, dass diese Stelle seit August 2012! ausgeschrieben ist!! Das lässt auf die Qualität der meisten Bewerber schließen.

@PM:
Ganz dunkle Zeiten in der Baubranche haben wir wohl jetzt. Wie kommen sonst Stundenlöhne auf den Baustellen von 1 Euro / Stunde (siehe Bericht FR) zustande. Dunkler kann es wohl kaum werden. Die letzten 5 Jahre hat die Baubranche in Deutschland überwiegend von Konjunkturpaketen gelebt, die 2008 realisiert wurden. Nur diese Pakte laufen jetzt aus. HOAI ist ein Papiertiger solange keine zentrale Abrechnungsstelle analog der BVS oder ärztlichen Verrrechnungsstelle geschaffen werden. Bis dahin kann man reinschreiben was man will, der Markt reagiert auf die Nachfrage.

Im Übrigen wurde bereits diskutiert, die HOAI abzuschaffen, da diese wohl nicht EU-konform ist. Wo gibt es im EU-Ausland eine HOAI? Kann also noch kommen. Um ein halbwegs vernünftiges Bild über den Beruf des Bauingenieurs zu bekommen, ist es nicht von Vorteil die eigene Situation auf die Allgemeinheit zu extrapolieren. Vielmehr sollte man sich an dem Durchschnitt orientieren und da sieht es dann etwas anders aus.

PM | 12. März 2013 - 08:59

@Weiser Riese:
Bist du an Berlin gebunden? Interessiert an einem Wechsel?
Grüße PM

Franz | 11. März 2013 - 20:13

@Hornisse:
Das Inserat ist alles andere als repräsentativ. Schau dich mal in Zürich um. Bern geht es wirtschaftlich sehr schlecht und es liegt auf der Grenze zur französisch sprechenden Schweiz, da werden die Löhne schon fast auf französischem Niveau entrichtet.

Franz | 11. März 2013 - 20:09

Der Chef wird seine Gründe haben. Er hat gemeint, dass ich so produktiv arbeiten würde, wie zwei durchschnittliche Berufsanfänger (was ich ja auch bin). Also kommt der Chef unter dem Strich noch immer bedeutend günstiger mit mir, als wenn er sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen würde. Der Arbeitsmarkt ist ziemlich ausgetrocknet. Es beklagen sich fast alle, dass man auf dem Markt kaum mehr gute Bauingenieure erhält, ausser man macht Ihnen mit dem Salär einen Anreiz, dass Sie bereit sind die Stelle zu wechseln, so läuft das.

Und ich rate jedem einfach nicht klein beizugeben. Wenn man halbwegs etwas kann, dann findet man innerhalb von zwei Tagen eine neue Stelle. Also lohnt sich durchaus dem Chef klar zu machen, entweder Salär rauf oder man ist schneller weg als er denkt. Spätestens in einem halben Jahr werde ich beim Chef wieder antraben.

PM | 11. März 2013 - 15:20

@Charly:
Danke für deine Zustimmung. Hier im Forum wird man ja sofort von einer Heerschaft als Lügner und Lobbyist abgestraft, wenn man etwas "Gutes" über den Beruf als Bauingenieur schreibt. Da tut es gut auch mal jemanden auf "seiner Seite" zu wissen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass sich immer eher diejenigen zu Wort melden, die unzufrieden sind.

Zum Thema HOAI habe ich letzte Woche in München einen Architekten getroffen, der an der Novellierung zur HOAI 2013 mitarbeitet. Er hat versichert, dass spätestens im Juni/Juli die HOAI 2013 herausgeben wird. Seiner Meinung nach mit deutlichen Verbesserungen.

Er hatte auch seine ganz spezielle Meinung über Kollegen, welche sich auf Sätze deutlich unter den HOAI-Sätzen einlassen und hat auf unterschiedliche BGH-Urteile hingewiesen. Den (öffentlichen) Auftraggebern muss klar sein, dass sie sich oft strafbar machen und eventuell dadurch auch bei Klagen in Bezug auf Planungsfehlern dann oft sehr schlechte Karte haben. Kann jeder mal "googlen"!

PM | 11. März 2013 - 14:59

Zitat TWP65: "...sondern in der Realität mit 20 Ingenieuren sprechen, die mindestens 15-20 Jahre im Beruf sind. Das ist eine zutreffendere Quelle."

Genau davon würde ich abraten. Eher mit Jungingenieuren sprechen, die 5-10 Jahre Erfahrung haben. Inzwischen ist es oft so, dass Jungingenieure mit 5-10 Jahren Erfahrung mehr verdienen als Kollegen mit 20 Jahren oder mehr an Erfahrung. Traurig ab wahr. Das liegt eben daran, dass ältere Kollegen, die wirklich ganz dunklen Zeiten in der Baubranche mitgemacht haben und teilweise einfach "verlernt" haben zu fordern und still "leiden".

Ich kann jedem nur raten sich mal zu bewerben und einfach zu fordern. Man muss ja nicht wechseln, aber es ist interessant was der Markt im Moment hergibt. Aber TWP65 sagt ja richtig: "Bewerber gibt es viele, die in der heutigen Zeit brauchbar sind ganz wenige. Was heute gesucht wird, sind Ingenieure mit einem großen Erfahrungsschatz und entsprechenden Projekten." Hier stimme ich dir voll und ganz zu. Genau davon hatten wir es schon Monate vorher, dass man sich eben von der Allgemeinheit abheben muss um was zu verlangen. Und das dies eben auch besondere Leistungen und Anstrengungen mit sich bringt. Beispiel Auslandseinsatz.

Allerdings verstehe ich unter Auslandseinsatz, nicht im Ausland bei ausländischen Unternehmen zu arbeiten, sondern für ein Deutsches Unternehmen Projekte im Ausland abzuwickeln. Das ist aber nicht nur bei den Bauingenieuren so, sondern auch bei den Maschinenbauern. Das sehe ich ja bei uns im Anlagenbau ganz genau. Ausnahmen sind im Moment die Elektroingenieure. Die sind hart umworben.

Die ewige Litanei mit der Verantwortung lasse ich nicht gelten. Ein Schulbusfahrer hat in meinen Augen mehr Verantwortung als ein Tragwerksplaner, da der Busfahrer den Bus ganz alleine lenkt und keinen "Prüf"fahrer im Falle eines Falles mit im Boot sitzt. Interessant finde ich allerdings auch wie gut sich Hornisse auf dem deutschen Arbeitsmarkt auskennt, obwohl er seit 2005 (seit 8 Jahren) nicht mehr in Deutschland lebt und arbeitet, sondern in der Schweiz. Dann kommen auch noch solche Aussagen von ihm: "Bei einem 80k (Anm. CHF) Bruttogehalt (welches es für Fachhochschul-Bachelor defakto nicht gibt, selbst in Zürich nicht!)...."

Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Ich hatte im Jahr 2005 bereits 80.000 CHF/anno in Zürich, als Dipl-Ing. (FH). Vermutlich war der Beitrag von „Schweizer“ am 31. Januar 2013 - 13:10 an Hornisse gerichtet: "Jedem deutschen Auswanderer in der Schweiz kann ich die Salärbroschüre der Swiss Engineering empfehlen (allenfalls kostengünstiger eine letztjährige Version). Denn ich stelle immer wieder fest, dass Deutsche oftmals keine Ahnung vom Lohn- bzw. Preisniveau der Schweiz haben und so durch ungewolltes Lohndumping auffallen. Ein Ergebnis der Salärbroschüre gibts auch online abzurufen.

http://www.staufenbiel.ch/bewerbung-karriere/gehalt/einstiegsgehalt-ingenieure-und-architekten.html

Ansonsten lassen sich auch Auszüge der Salärbroschüre per google finden. Tabelle: Einstiegsgehälter nach Region. Aufgefallen ist mir sofort der eklatante Unterschied zwischen Fachhochschule und Uni ;-) Wie gesagt habe ich ebenfalls ab 2005 bis 2011 in der Schweiz gearbeitet. Erst als Bauführer und später im internationalen Anlagenbau. Allerdings ab 2007 als Grenzgänger. Bei meinem Wechsel zu einem deutschen Anlagenbauer musste ich keine Gehaltseinbußen einfahren und das bei besseren Arbeitsbedingungen (weniger Wochenarbeitszeit und mehr Urlaub/Feiertage). Also sogar eine Verbesserung.

Auch ich schlage Hornisse ein Treffen vor indem ich alle meine hier getroffenen Aussagen beweisen kann, da ich eben auch im Grenzgebiet zur Schweiz wohne. Nur eben auf Deutscher Seite.

Hornisse | 11. März 2013 - 12:27

Zitat TWP65:
"Ein Bekannter mit fast 23 Jahren Berufserfahrung hat sich zur Zeit bei einem der größten Ingenieurbüros in Europa auf die Stelle eines Abteilungsleiters beworben. Er kann die Stelle
haben, Gehalt ca. 63000 Euro brutto."

Wenn die Stelle in einer Stadt wie HH, München oder FFM ist, dann ist dieses Gehalt aber anders zu bewerten als in z.B. Dortmund. Trotzdem ist es, egal welche Stadt, natürlich viel zu gering für die enorme Verantwortung und den Stress. Allerdings sind diese Gehälter nunmal die Realitäten, mit denen wirkliche Ingenieure in der wirklichen Welt ausserhalb dieses Forums konfrontiert werden.

Darf man fragen um welche Stadt es sich handelt - oder falls Du das nicht sagen möchtest, um welche Region (hohe/mittlere oder billige Lebenshaltungskosten)?

Hornisse | 11. März 2013 - 12:08

Komisch, dass ein @Franz schon nach weniger als 6 Monaten eine 5% Gehaltserhöhung bekommt. Das ist, genau wie die Höhe seines geposteten Gehaltes, äusserst ungewöhnlich. Normalerweise wird nach 1 Jahr gemeinsam mit dem Chef geschaut wie es gelaufen ist.

Und der Bereich Tragwerksplanung ist auch in CH ein äusserst hart umkämpfter Markt mit Mikro-Margen (sehr oft zahlen die Büros drauf). Das nur mal so nebenbei bemerkt. Die realen Gehälter sind gemäss folgenden Stellenanzeigen für jeden denkenden Menschen zu erahnen. Franz ist scheinbar, wie auch andere "Spezialisten" hier im Forum, eine absolute Ausnahme.

http://www.bauingenieur24.de/stellenmarkt/stellenangebot/...

Gehaltsbenchmark: 60T Euro = 73-75k CHF für einen Absolventen. Gehaltsbenchmark: ca. CHF 85-90k für einen Tragwerksplaner mit 5 Jahren Berufserfahrung

http://www.careerstructure.com/JobSearch/JobDetails...

Defakto bezahlt man einem @Franz mit seinen 5 Monaten im Job das gleiche Gehalt wie einem erfahreneren Kollegen mit 5 Jahren auf dem Buckel. Ganz grosses Tennis wird hier im Forum gespielt!

TWP65 | 11. März 2013 - 11:23

@Magnus:
Das sind einseitige Sichtweisen ohne Berücksichtigung der betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Fordern kann man viel, ob man auch die entsprechende Leistung bringt steht auf einem ganz anderen Blatt. Darüber hinaus wird hier wieder einmal das Wirtschaftsprinzip - die Nachfrage bestimmt das Angebot - vernachlässigt. Ich habe schon viele Tragwerksplaner in einem Vorstellungsgespräch erlebt, die entsprechend selbstbewußt mit bestimmten Gehaltsvorstellungen angetreten sind. Nach ein paar fachlichen Fragen, war das Selbstbewußtsein und der Gehaltwunsch ganz schnell dahin. Bewerber gibt es viele, die in der heutigen Zeit brauchbar sind ganz wenige.

Was heute gesucht wird, sind Ingenieure mit einem großen Erfahrungsschatz und entsprechenden Projekten. Der kann auch etwas verlangen. Bei den Anderen wird es bei der Wunschvorstellung bleiben. Was glauben Sie denn wird in der Zunkunft für eine Nachfrage da sein? In einem Land in dem viele Bundesländer, Städte und Kommunen faktisch insolvent sind? Da bin ich einmal gespannt. Warum werden denn im gewerblichen Baubereich ausschließlich Arbeitnnehmer aus dem nahen Osten zu Minilöhnen rekurtiert? Und diese Entwicklung soll vor den Planungsbüros halt machen? Wohl eher nicht. Es ist besser etwas globaler zu denken und die Entwicklungen außerhalb des Ingenieurwesens zu sehen, denn diese bestimmen in erster Linie.

Magnus | 10. März 2013 - 10:06

@TWP65:
Zitat: "Sei erst etwas bescheiden und zeig erst einmal deine Leistung, dann sehen wir weiter".

Das ist leider der falsche Ansatz! Wenn man erst mal irgendwo angefangen hat, ist es in der Regel schwieriger, Gehaltsforderungen durchzusetzten. Die Vorstellung, das es da den "gütigen und allwissenden" Vorgesetzten gibt, der das Gehalt an die Leistung anpasst, ist etwas naiv. Natürlich muss man mit der Gehaltsforderung in seinem Gehaltsspektrum bleiben, aber hier sollte man immer nach dem oberen Bereich oder sogar etwas höher zielen. Wenn der Arbeitgeber einen haben will, wird er das bezahlen oder zumindest ein Gegenangebot vorlegen.

Die Arbeitsmarksituation ist zur Zeit eigentlich ganz gut, so dass man keine schlechte Verhandlungsposition hat. Übertriebene Bescheidenheit ist eines der Hauptprobleme von Tragwerksplanern. Das gilt nicht nur für Gehaltsforderungen sondern auch für Honorarforderungen. Die Schere im Kopf - mit dem Bezug auf scheinbare Realitäten - ist bei vielen übermächtig.

Franz | 09. März 2013 - 16:24

Hallo,
ich habe nur gut 5 Monate Berufserfahrung. Als Abschluss habe ich nur einen viel belächelten Bachelor. Da mein Chef mit meiner Leistung (Tragwerksplanung) sehr zufrieden ist, hat er mein monatliches Bruttogehalt (Umrechnungskurs 1 Euro = 1.25 Fr) auf 5200 EUR (bei 13 maliger Auszahlung im Jahr) hochgeschraubt.

Mir ist schon klar, dass es Branchen gibt, die gehaltsmässig in einer anderen Liga sind. Aber meiner Meinung nach wird hier auf sehr hohem Niveau gejammert. Denkt mal an die Verkäufer, Coiffeure etc. die den Gürtel bedeutend enger schnallen müssen als wir.

Charly | 08. März 2013 - 15:32

@Bautiger Tom:
Bzgl. Deiner Anfrage vom 26. Feb. möchte ich Dich lediglich darauf hinweisen, dass sich "bau-insch" in diesem Thread hier Anfang Jan. 2013 (?) bereits zur Problematik der in der Regel sehr schlecht bezahlenden mittleren und kleinen Ingenieurbüros geäußert hat. Konkret dürfte das Problem wohl mit der oftmals nicht auskömmlichen Honorierung der zu erbringenden Leistungen zusammenhängen.

Auch hat er die Hoffnung geäußert, dass es wohl dieses Frühjahr bzw. ansonsten noch vor der Bundestagswahl eine Novelierung der HOAI geben soll. Dabei soll es auch wiederholt vorgebrachte Forderungen der an der Novellierung beteiligten Ingenieurbüroinhaber hinsichtlich einer deutlichen Erhöhung der Honorarsätze geben.

@PM:
Danke für Deine beiden Beiträge vom 4. März! Du hast mir sozusagen "aus dem Herzen" gesprochen!

TWP65 | 08. März 2013 - 13:57

Zur Ausgangsfrage: Ist ein Gehalt von 2700 Euro brutto mit 4 Jahren Berufserfahrung angemessen? Die durchschnittlichen Arbeitnehmerverdienste werden in vierteljährlichen Verdiensterhebungen durch das Bundesamt für Statistik festgestellt. In Abhängigkeiten von Leistungsgruppen werden hier die durchschnittlichen Bruttoverdienste angegeben. Für das letzte Quartal im Jahre 2012 wurden für den Wirtschaftszweig Architektur- und Ingenieurbüro folgende durchschnittliche Gehälter angegeben:

Leistungsgruppe 4: ca. 2500 Euro Brutto
Leistungsgruppe 3: ca. 3274 Euro Brutto
Leistungsgruppe 2: ca. 4215 Euro Brutto
Leistungsgruppe 1: ca. 6283 Euro Brutto

Dabei stellt die Leistungsgruppe 3 Fachkräfte mit schwierigen Fachtätigkeiten und Berufserfahrung dar. Die Leistungsgruppe 2 sind "herausgehobene Fachkräfte" mit sehr schwierigen bis komplexen Tätigkeiten. Die überwiegend selbstständig ausgeführt werden. Dazu gehört Dispostions- und Führungsaufgaben im begrenzten Maße gegenüber anderen Mitarbeitern. In der Leistungsgruppe 1 bewegen sich Arbeitnehmer in leitender Stellung mit Aufsichts- und Dispositionsbefugnis.Hierzu gehören z.B. angestellte Geschäftsführer.

Insofern wird man sich mit 4 Jahren Berufserfahrung wahrscheinlich am Rande zur Gruppe 3 bewegen. Daher könnte das Gehalt - je nach realer guter Berufserfahrung - etwas höher als 2700 Euro liegen. Der überwiegende Teil der Beschäftigten wird sich im Segment 3 bewegen. Das zeigt auch die Realität.

Was bei vielen Diskutanten hier festzustellen ist, ist der große Mangel an betriebswirtschaftlichem Denken. Wer glaubt, dass er aufgrund eines Abschlusses als Master, Bachelor oder der guten Performance im Bewerbungsgespräch eingestellt wird, irrt gewaltig.

Es zählen nur die harten Fakten, besteht die berechtigte Aussicht, dass dieser potentielle Mitarbeiter seine Kosten deckt und darüber hinaus einen Gewinn erwirtschaften kann?

Insofern bin auch ich etwas überrascht über die Gehaltsüberlegungen einiger Diskutanten hier, welche dazu noch nie oder wenig in diesem Beruf tätig waren. Wie und durch was wollen denn diese Protagonisten ihren Gehaltswunsch rechtfertigen? Ich mag bezweifen, ob sich diese Absolventen schon einmal darüber Gedanken gemacht haben, WAS SIE DAS UNTERNEHMEN KOSTEN:

Hier sei der Ratschlag erteilt: "Sei erst etwas bescheiden und zeig erst einmal deine Leistung, dann sehen wir weiter".

Da sich immer mehr Ingenieure und gewerbliche Arbeitnehmer aus dem Ausland hier zu "Dumpinglöhnen" verdingen wollen, erscheint die Frage gerechtfertigt, wie deutsche Ingenieure in der Mehrzahl im Ausland ihr Glück finden sollen (wollen)?

Die Einbahnstraße läuft doch genau in die andere Richtung. Aufgrund mangelnder Perspektiven (Überschuldung der Länder, der damit verbundenen Sparmaßnahmen) im Ausland suchen doch viel mehr Menschen aus dem Ausland hier ihr Glück.

In diesem Zuge sei auf eine Stellenausschreibung aus der Schweiz in diesem Forum hingewiesen. Hier wird ein erfahrener Ingenieur als Projektleiter gesucht, Gehalt 60.000 Euro brutto.

Ein Bekannter mit fast 23 Jahren Berufserfahrung hat sich zur Zeit bei einem der größten Ingenieurbüros in Europa auf die Stelle eines Abteilungsleiters beworben. Er kann die Stelle
haben, Gehalt ca. 63000 Euro brutto. Aus diesen Zusammenhängen ist es mir unverständlich wie hier besonders von Berufsanfängern solche Gehaltsvorstellungen postuliert werden können. Das ist eine Farce.

Wer wissen will was er von dem Beruf des Bauingenieurs erwarten kann, sollte sich nicht auf diese Beiträge hier im Forum verlassen, sondern in der Realität mit 20 Ingenieuren sprechen, die mindestens 15-20 Jahre im Beruf sind. Das ist eine zutreffendere Quelle. Dann kann man entscheiden, möchte man für diese Verdienstmöglichkeiten diese Verantwortung tragen?

JoMue | 07. März 2013 - 20:07

@Hornisse:
Da ich als Bauleiter in Deutschland viel unterwegs bin, schlage ich Dir ein Treffen vor. Ich bring Dir meinen Arbeitsvertrag, Zeugnisse und meine Promotionszusage mit. Ich würde aber sodann auch gern deine Qualifikationen und deine Bezahlung erfahren. Nebenbei eine Promotion zu machen, habe ich nie behauptet! Das Eine schließt das Andere nicht aus, heißt für mich was anderes! Zumal eine Nebenbeschäftigung bei einem Promotionsstipendium auf 450 € begrenzt ist. Um wieder auf das Thema zurück zu kommen.

Wieviel Berufserfahrung hast du? Wie sieht dein Gehalt aus? Wieviel Gehalt bekommen deine ehemaligen Studienkollegen? Da hier Studienanfängern mit Beiträgen von Ingenieuren - die in Arbeit sind - geholfen werden soll, schlage ich vor, unseren Schlagabtausch zu beenden.

Hornisse | 06. März 2013 - 21:06

@Ole:
Es geht doch letztendlich darum den angehenden Studenten eine faire Chance zu geben, sich über den Beruf und seine branchenspezifischen Eigenheiten, wie z.B. Bezahlung, Arbeitszeiten, hohe Verantwortung etc pp, zu informieren. Wer sich dann dafür entscheided, voila.

Wie du schon so richtig sagst "jeder trifft seine Entscheidung selber". ABER. Dann sollte man wenigstens so viel Sportsgeist besitzen die Karten auf den Tisch zu legen und nicht nach gutem alten deutschen Lobbygeist- und Interessen Lügengebilde ala "Bauingenieursmangel" und "hervorragende Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten für Bauingenieure" in die Welt setzten. Das ist alles andere als Fair Play. Aber wenn du sowas gut und richtig findest, bist Du ja auch nen tougher Typ.

Ich bin mit meiner Situation in CH übrigens gar nicht unzufrieden. Ich bin aber fair genug jetzt hier nicht damit rumzuprahlen - eben weil ich auch genau weiss, dass die Schweizer Gehälter nicht mit deutschen Einkommen vergleichbar sind. Nur weil ich selber, im Vergleich zu Deutschland, gut verdiene, heisst das ja nicht, dass mir die Situation der Kollegen in D am Allerwertesten vorbei gehen muss. Es gibt auch so etwas wie eine soziale Verantwortung, schau mal im (Fremdwörter) Lexikon nach.

Weiser Riese | 06. März 2013 - 13:12

Hallo,
nach langem Mitlesen in diesem Forum möchte ich nun auch meinen Beitrag leisten:
Arbeitsort: Berlin / Wochenarbeitszeit: 40 h (Überstunden werden abgebummelt oder auf Wunsch ausgezahlt f=1,0) / Jahresurlaub: 30 Tage / Anzahl Monatsgehälter: 13 / Jahresbrutto: 48.000 € (keine weiteren Benefits)
Tätigkeitsfeld: "Rechenknecht" im internationalen Anlagenbau
Berufserfahrung: 5 Jahre TWP Hochbau, 7 Jahre Anlagenbau
Höchster Bildungsabschluss: Dipl.-Ing. (FH)
MfG

Hornisse | 06. März 2013 - 12:50

Zum Thema Gehälter der Baubranche, hier mal eine Kostprobe der zu erzielenden Gehälter bei Auslandseinsätzen: Eckdaten: mindestens 10 Jahre Berufserfahrung wird erwartet und es werden $72k/annum Brutto (also ca. € 55k Brutto/Jahr) bei bezahlter Unterkunft geboten.

http://www.careerstructure.com/JobSearch/JobDetails...

Die Vorstellungen über die Höhe angemessener oder guter Gehälter sind ja offenkundig sehr unterschiedlich. Vor allem unter den Arbeitstieren (Ingenieursberufe). Ich persönlich empfinde das oben stehende Angebot als ein typisches Angebot für Ingenieure im Ausland (kann hier gerne noch mit ähnlich gearteten Beispielen aufwarten). Wer meint dass das attraktive Anstellungsbedingungen sind: Gratulation. Bauingenieur ist in diesem Fall die richtige Berufswahl.

Ole | 05. März 2013 - 05:17

@FlipB:
Ich war von 1995 bis 1999 in Polen. Damals gab es dort kaum besser qualifizierte Bauingenieure. Ich habe dort Fertigteile hergestellt. Eigentlich ganz spannend und zumindest damals eine brandneue Anlage. Die meisten Teile wurden dann nach Deutschland exportiert. Soviel ich weiss ist dort heute immer noch ein Deutscher Ingenieur beschaeftigt. Die Anlage steht in Stargard Szczeciński, das ist 20 km oestlich von Stettin. Nach Berlin braucht man von dort heute zirka 2 Stunden. Damals gab es dort noch die alte Reichsautobahn aus Beton und ich denke mein Rekord nach Berlin war fast 3 Stunden.

@Hornisse:
Da hast Du Dir doch Deine Antwort selbst gegeben. Du bewertest Freunde und Familie hoeher als Deine Arbeitsbedingungen. Wieso Du Dich allerdingst beschwerst, wenn Du in der Schweiz lebst, weiss ich nicht. So grausam bezahlen die Eidgenossen doch eigentlich nicht. Jeder trifft seine Entscheidungen. Ich habe mich erst mal fuer meinen Beruf entschieden - und hey es gibt Menschen ueberall und man kann sich sogar mit denen unterhalten und anfreunden. Du wirst dich wundern, das es sogar moeglich ist eine Partnerin zu finden die mitgeht.

Ich bleibe bei meinem Ansatz. Jeder trifft Entscheidungen und ich finde es echt unerwachsen, wenn man sich anschliessend darueber beschwert, das etwas nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Niemand hat Dich gezwungen Bauingenieur zu werden, Niemand zwingt Dich in der Schweiz zu leben und niemand haelt Dich fest. Du bist ein freier Mensch und das koennen von den 7 Mrd Menschen auf dieser Welt bei weitem nicht alle von sich sagen.

PM | 04. März 2013 - 10:18

Zitat Hornisse: "Dann können sich auch angehende Interessenten ein entsprechendes Bild des Berufes und der Branche machen und ihre Entscheidung darauf basierend fällen." Hoffentlich erkennen die Interessenten dann auch den Frust, der in deinen Beiträgen steckt und nehmen diese nicht zu ernst. An dieser Stelle wiederhole ich mich gerne nochmals: Wenn man bei der Berufswahl die (momentane) Verdienstmöglichkeit zu weit oben auf die Prioritätenliste setzt, wird man sowieso unglücklich später. Auf der Liste sollte ausnahmslos Interesse und Neigungen oben angeordnet sein. By the way: Sind das so schlechte Aussichten?

http://www.bauingenieur24.de/url/700/2494

Noch was: Ich würde das Anfangsgehalt nicht überbewerten. Hier ist es wichtiger, den Einstieg in meine Traumfirma, Traumbranche, Traumfachrichtung etc. zu finden. Nach zwei Jahren sieht die Welt und Verhandlungsposition dann schon ganz anders aus.

PM | 04. März 2013 - 09:59

@Ole, GT und JoMue:
Zitat Hornisse: "Irgendwelche Haarspaltereien, wie von deinem Alter-Ego @PM hier desöfteren vorexerziert, darfst du dir schenken" was Hornisse/Sehbär mir hiermit sagen wollte ist mir nicht bekannt. Weiterführende Erklärungen und Erläuterungen sind bei Hornisse unerwünscht, da sonst die selbst zusammengereimte Wahrheit ja nicht mehr passt.

Wenn jemand erzählt, dass er gut verdient, zufrieden und glücklich als Bauingenieur arbeitet, passt das natürlich nicht in die leidende Opferrolle von Hornisse. Und natürlich sind ALLE Lügner, denen es nicht mindestens genauso schlecht geht wie ihm. Und die Arroganz und extreme Überheblichkeit gegenüber den "billigen" und "minderwertigen" FH-Ingenieuren ist kaum zu übertreffen. Das sagt eigentlich schon alles über den Charakter aus. Ich bin sicher, du arbeitest auch in der Schweiz total unterbezahlt (wenn überhaupt), deine Schweizer Kollegen lachen über dich und du fühlst dich wohl in deiner Opferrolle. Ich stehe nach wie vor zu meinen Beiträgen.

FlipB | 02. März 2013 - 03:23

> Ich war bereits in China, Polen, Suedliches Afrika und jetzt seit fast 3 Jahren in Indien.

Warum sollte man einen Bauingenieur aus Deutschland nach Polen zu Traumgehältern schicken? Komisch, als ich ebenfalls in diese Richtung wollte, hat man mir lokale Arbeitsverträge angeboten (zu lokalen Gehältern selbstverständlich). Einer hat sogar offen zugegeben, man würde in Polen über der gesetzlich erlaubten jährlichen 150 Überstunden arbeiten und das würde nicht entlohnt. Abgesehen davon, "produziert" Polen selbst auch Bauingenieure an ihren Unis, wozu "importieren"?

biene | 01. März 2013 - 19:37

Ich möchte mal etwas zur Anregung in den Raum werfen. Ein Grundschullehrer bekommt A12 (wenn verbeamtet), ein Bauingenieur TvöD 10-13. Normaler Lehrer A13 wenn verbeamtet. Ausrechnen könnt ihr euch das ja selber (Tvöd in google eingeben). Für mich heißt das, ein Grundschullehrer bekommt mehr als ein Bauingenieur FH / Bachelor im öff. Dienst i.d.R (zumindest die ersten Jahre).

Dabei kenne ich einige, denen das Ingenieurstudium zu schwer war und die nun erfolgreich Lehrer, BWler, Architekt oder ähnliches sind. Das kann es nicht sein! Fazit: Der öff. Dienst zahlt für gute Ingenieure deutlich zu wenig. (und nicht für Lehrer zu viel) Da kann doch keiner mehr mit Motivation dabei sein, wo ist da der Ansporn?

Hornisse | 01. März 2013 - 13:56

@Ole:
Was ich noch vergessen hatte: Der Thread hier und einige andere Internetplattformen sollten eigentlich einer EHRLICHEN Reflexion über die Baubranche dienen. Dann können sich auch angehende Interessenten ein entsprechendes Bild des Berufes und der Branche machen und ihre Entscheidung darauf basierend fällen.

Es reicht aber nicht, nur darauf hinzuweisen, dass jeder sein eignen Glückes Schmied sei, man selber heldenhaft ein Nomadenleben führt um der Lage in Deutschland zu entgehen und gleichzeitig ein ernsthaftes Infrage-Stellen der offensichtlichen Phantasiegebäude hier (ich sage nur Statiker mit 5 Jahren und 65k Jahresbrutto) kritisiert.

Nicht jeder kann und will so leben wie du. Nicht jedem sind regelmässige Kontakte zu Freunden / Familie und Bekannten egal. Und es gibt auch Menschen die haben, wie soll ich es sagen, ein natürliches Bedürfnis nach Nähe zum anderen (oder auch eigenen) Geschlecht, also Partner/Partnerin. Darüber solltest du mal nachdenken.

Hornisse | 01. März 2013 - 13:41

@Ole:
Wer sagt dir, dass ich in Deutschland lebe? Ich habe mich anno 2005 aus Deutschland verabschieded. Ebenso wie du wegen der miserablen Bedingungen in der Branche. Mittlerweile lebe ich wieder in "Schlagdistanz" zu Deutschland - in der Schweiz. Das Rumreisen, so wie du es machst, ist auch nicht unbedingt der Königsweg. Jedenfalls für die meisten Leute. Viele mögen einen festen Freundes- und Bekanntenkreis. Der lässt sich nur schwerlich aufbauen/halten, wenn man alle 3 Jahre den Kontinent wechselt.

Charly | 28. Februar 2013 - 17:45

@Bautiger Tom:
Was mich betrifft, so bin ich gezwungenermassen bereits seit Herbst 2008 in der IG BAU Mitglied geworden. Jedoch ist es m. E. bis jetzt noch absolut unüblich, dass Bauingenieure die dort angebotenen Leistungen in Anspruch nehmen.

Ole | 28. Februar 2013 - 07:42

@Bautiger Tom:
Ich werde den Gewerkschafts-Thread gerne mal erstellen. Ich weiss nicht, ob das hier bekannt ist aber ich lebe seit Jahren nicht mehr in Deutschland. Ich habe mich wegen besserer Perspektiven vor Jahren aus Deutschland verabschiedet und ich habe das bisher nie bereut. Ich weiss nicht, ob ich so der richtige Ansprechpartener fuer Arbeitnehmervertretung in Deutschland bin.

Meine Meinung zu den Gehaeltern ist auch klar. Die Gehaelter der Bauingenieure in Deutschland sind eigentlich nur verglichen mit den Gehaeltern anderer Ingenieurgruppen eher schlecht. Verglichen mit dem Durchschnittseinkommen sind Bauingenieure immer noch gut bezahlt. Zumindest im Durchschnitt.

@Hornisse:
Vielleicht waere Ausland auch was fuer Dich. Ich war bereits in China, Polen, Suedliches Afrika und jetzt seit fast 3 Jahren in Indien. Ich verdiene wirklich sehr gut und wenn Du es in Deutschland so unertraeglich findest, waere das doch mal eine Moeglichkeit. Mein Lebensmotto ist: "Verantwortung fuer das eigene Leben uebernehmen". Du kannst hier schreiben, was Du willst und Menschen als Luegner hinstellen, aber gewonnen hast Du damit nichts.

Dein Gehalt ist immer noch nicht besser und Deine Arbeitsbedingungen haben sich auch nicht veraendert. Wenn Dir Dein Leben so grausam erscheint warum machst Du nicht etwas anderes? Niemand zwingt Dich. Du lebst in einem freien Land und kannst Dein Leben frei gestalten. Niemand wird Deine Situation fuer Dich veraendern, egal wie laut Du schreist.

Ole

GT1951 | 26. Februar 2013 - 19:51

@JoMue:
Lass dich doch auf die Kommentare von Hornisse nicht mehr ein. Das ist zumindest für mich nicht mehr ernst zu nehmen. Ich finde deine Angaben sehr plausibel. Als Master mit vorangegangener Ausbildung sollten es allerdings schon mehr als die 43k sein.

Wie du bereits sagtest, es gibt Firmen, die keinen Unterschied bei den Abschlüssen machen. Allerdings ist jemand mit 6+4 Sem. (Master) und Spezialisierung besser qualifiziert als jemand mit 6 Sem Bachelor. Der Master ist für eine Spezialisierung gedacht und muss auch mehr verdienen. Sonst kann sich der Ingenieur-Bachelor das ja schenken.´Master: Auf Stellen bewerben, wo auch ein Master/TU Diplom gefordert ist.

Hornisse | 26. Februar 2013 - 13:43

Zitat JoeMue: "Wer hat von einer Promotion nebenbei gesprochen?"

@JoeMue:
Eigentlich wollte ich auf deine Phantasiegeschichten nicht mehr reagieren. Ich tue es dennoch, ein letztes mal.

Du selbst hast hier unter deinem Nick JoeMue geschrieben, dass du als 1.0 Absolvent vor kurzem als Bauleiter in einem hessischen Dorf für 51k + Auto (plus versprochener Gehaltserhöhung um 3 % wenn 6 Monate abgelaufen sind) angefangen hast. Etwas später dann kam die Wasserstandsmeldung von dir, dass du nun einen Doktor machen wirst. Auf Rückfragen woher denn nun auf einmal die Sprunghaftigkeit kommt, war deine Antwort, dass du deine aktuelle Stelle gar nicht aufgibst. Ergo bleibt wohl nur die Möglichkeit, dass du deine Promotion nebenbei machen wirst.

Irgendwelche Haarspaltereien, wie von deinem Alter-Ego @PM hier desöfteren vorexerziert, darfst du dir schenken. Geschichten ala "meine Firma stellt mich für die Jahre der Promotion frei" ebenso. Aber ich bin mir ziemlich sicher, du tischst hier irgendeine (eine haarsträubende) Story auf. Phantasiegeschichten des Bauleiters, der halbtags auf der Baustelle rumspringt und die andere Hälfte des Tages an der Uni über seiner Promotion brütet braucht ebenfalls kein Mensch.

Abgesehen davon, dass Promotionsstellen in Ingenieurwissenschaften vom Zeitaufwand einer 100 % Stelle gleich kommen und zu 99.99 % mit einer Tätigkeit am Lehrstuhl des Professors verbunden sind. Aber du bist natürlich wegen deiner herausragenden Leistungen als Maurer und FH-Student eine Ausnahme. Der erste Bauleiter mit Promotionsambitionen, der nochdazu als Fachhochschulabsolvent von der Uni so sehr als Doktorant begehrt ist, dass man ihm hier Sonderrechte einräumt.

Das alles lässt sich von dir aber sehr einfach klären: An welcher Uni machst du deinen Doktor und bei welchem Professor? Easy. Falls deine Geschichte stimmt. Falls nicht, darf man wohl die üblichen gestelzten Plattheiten (sehr ähnlich einem @PM hier) erwarten.

Bautiger Tom | 26. Februar 2013 - 11:24

Anscheinend muss ich meinen Beitrag vom 20. Februar 2013 - 14:00 noch modifizieren, da es noch eine kleinere Gruppe gibt als die kleinen Unternehmen. Alle Gehälter sind Brutto und ohne Sonderzahlungen (Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld= 40 % vom Bruttogehalt nach dem 1. Beschäftigungsjahr,....13.Gehalt nach dem 10.Beschäftigungsjahr)

Selbstständige Architekten-/Ingenieur-/Planungsbüros (NRW, tarifregister.nrw.de)- >> tarifdaten aus Branchen.
2646 € - 3000 € Bruttomonatsgehalt
31752 € - 36000 € Bruttojahresgehalt
(1.Jahr Start im Betrieb - 4. Jahr im Betrieb)
Maximal sind in solchen Büros 4000 €/Monat (egal wieviel Berufsjahre) drin! Die Arbeitszeiten sind bei 40 h/Woche vertraglich festgelegt. Der Tarif wurde von ASIA und VERDI verhandelt. Im Gegensatz dazu steht die Grundvergütung von Bauingenieuren auf selbiger Seite bei 5368 €/Monat gültig ab Juni 2012 mit einer 40 h/Woche >> Grundvergütung nach Berufen/Bauingenieur.

Wenn ich so manche Beiträge lese kommt es mir vor als ob das Standard in Deutschland ist! Wenn dem so ist dann muss ja jeder Absolvent in den Öffentlichen Dienst gehen, wenn er in der Freien Wirtschaft nicht mehr bekommt! Kann mir jemand der erfahrenen Bauingenieure (auch Arbeitgeber) mal erklären ob das auch so bei mittleren Unternehmen zum Standard wird oder nicht?

Vielen Dank für jede Antwort, MfG Bautiger Tom

JoMue | 25. Februar 2013 - 18:52

Folgende Gehaltsbereiche sind für Bauingenieure als Einsteiger möglich:
Bachelor: 40.000 bis 43.000
Diplom: 40.000 bis 45.000
Master: 43.000 bis 50.000
Es gibt auch Firmen, die keinerlei Unterschiede zwischen den Abschlüssen machen. Diese Gehaltsbereiche basieren auf eigenen Erfahrungen sowie den Angaben meiner ehemaligen Studienkollegen (Insgesamt 16 Erfahrungen).

@Hornisse:
Wer hat von einer Promotion nebenbei gesprochen? Ingenieure glänzen mit Fakten, bist du wirklich Ingenieur? Leider scheinst du eine sehr negative Lebenseinstellung zu haben. Ich habe noch nie eine Aussage von dir gelesen, die Neulingen und/oder Interessierte weiterhelfen könnte. Erzähl doch mal von deinen eigenen Erfahrungen. Immer etwas schlecht zu machen oder doch besser zu wissen, ohne richtige Angaben zu machen, würde mir nicht weiterhelfen.

Bautiger Tom | 25. Februar 2013 - 13:52

> Was wir dringend brauchen ist ein branchenübergreifender Interessenverband, der ähnlich einer Gewerkschaft für Bauingenieure Gehälter/Urlaub und Arbeitszeiten aushandelt.

Dieser Satz von Ole aus dem Forum: Bauingenieure 40+ Ole 27. Juli 2007 - 12:03 zeigt mir persönlich, auf was wir uns hier in den Foren konzentrieren sollten. Wir sollten mal aktiv werden, dann ändert sich auch etwas in unserem Berufsstand. Klären wir doch mal ein paar grundsätzliche Fragen: Kann mal jemand vielleicht ein Forum aufmachen (Gewerkschaft Bauingenieure) für genau die Fragestellung? Vielleicht du Ole als erfahrener Bauingenieur.

1. Wie sollte unsere Gewerkschaft heißen? Vorschlag: Gewerkschaft deutscher Bauingenieure und Architekten, GDBA :). Die Architekten werden genauso gebeutelt wie wir als Ingenieure, wenn nicht noch schlimmer und die haben ja auch studiert. Nehmen wir diese dazu, so haben wir noch eine größere Gemeinschaft. Den vorgeschlagenen branchenübergreifenden Interessensverband von Ingenieuren sollte der VDI übernehmen, falls er dies überhaupt bewerkstelligen kann!

2. Hat jemand hier Erfahrungen in Gründungen von Gewerkschaften / Interessensverbänden? Gibt es vielleicht schon Interessensverbände, die sich für einen Zusammenschluss oder Hilfe zu Gründung gewinnen lassen? baumeister-online.de; verdi.de; VDI; VBI

3. Was sind unsere wichtigsten Forderungen? Mit einer politischen Begründung wenns geht, wie Horschti es schon sagte! Vorschlag: I. Schaffung einer Lohnuntergrenze (Einstiegsgehalt) für Ingenieur-/Architektenleistungen! Verhinderung von Dumpinglöhnen in der Wirtschaft. Das Studium muss sich lohnen und wie nach TVöD bei ca. 3000 €/Monat liegen. Da die HOAI nur Lohnobergrenzen schafft. / II. Eingrenzung von Überstunden! Die reguläre vertragliche Arbeitszeit muss 40/h betragen, alles was darüber hinausgeht sollte mit einem Stundenlohn von 18,75 €/h - 31,25 €/h abgegolten werden. Der Berufsstand Bauingenieur soll vereinbar mit einem Familienleben bleiben. Arbeitszeiten, die regelmäßig (mehr als 7 mal im Monat) 45 h/Woche überschreiten sind nicht hinnehmbar >> Vertrags-/Strafen für den Arbeitgeber! >> Neueinstellung von Jungingenieuren!?! / III. Festsetzung von Urlaubstagen! Da habe ich keine Ahnung, aber 30 Urlaubstage pro Jahr sind glaube ich üblich!

4. Mindestlöhne für Berufserfahrene! Verhinderung des Preisverfalls von Ingenieurleistungen im Baubereich! Berufserfahrene Bauingenieure, die 5 Jahre oder mehr gearbeitet haben sollen mindestens 4000 €/Monat verdienen um das Ansehen des Berufsstandes und der Ingenieurkunst zu sichern.

5. Bevorzugung von Ingenieurleistungen und Jung-/Ingenieuren aus Deutschland. Absolventen in Deutschland soll die Möglichkeit gegeben werden auch hier in Deutschland tätig zu werden und nicht ins Ausland abwandern zu müssen.

6. Regelmäßige Anpassung der Gehälter an die Lebenserhaltungkosten in Deutschland.

Vielleicht fällt ja den berufserfahrenen Bauingenieuren (Arbeitnehmern und gute Arbeitgeber) unter euch ja noch mehr oder besseres ein! Ihr könnt gerne bessere Vorschlage und Begründungen angeben!

MfG Bautiger Tom

Charly | 23. Februar 2013 - 09:17

@Bautiger Tom:
Dir ist sicher bewusst, dass die Eingruppierung der Bachelor- bzw. FH-Absolventen bereits bei E9 beginnt?

@Lui:
Bei Deinen Gehaltsangaben handelt es sich bestimmt um das Bruttogehalt, oder? Dann bist Du derzeit sicher in E10, Stufe 1 und ab Herbst dann - nach vorheriger Überprüfung Deiner seitherigen Leistungen - in Stufe 2 eingruppiert. Was jedoch die von Dir erwähnten 200 Euro betrifft, so kannst Du diese m. E. problemlos auf 400 Euro verdoppeln und erst dann Deinem Bruttogehalt dazurechnen.

biene | 22. Februar 2013 - 17:01

@Lui:
Als Master (und auch als Bachelor) eindeutig zu wenig. Wobei das im Öffentlichen Dienst nach TvöD 10 nunmal das Gehalt ist.

Lobby | 22. Februar 2013 - 17:00

Schon interessant: In 2011 haben 17.530 bzw. in 2012 haben 16.302 mit dem Bauingenieur-Studium angefangen und die Bauindustrie redet bei einem von ihr selbst definierten "Ersatz - Bedarf" von 4500 p.a. weiterhin von einem drohenden Bauingenieur-Mangel?!

Bautiger Tom | 22. Februar 2013 - 15:14

Hallo Horschti,
ich danke dir für deine Antwort. Aber versuchen wir sachlich zu bleiben und Dinge wie:

-> Mit deinem Beitrag zeigst du eindrucksvoll, dass es vielen an wirtschaftlichen und sozialen/politischen Grundkenntnissen mangelt.
-> Bei deinem Wünschgehalt gilt:

zu vermeiden. In diesem Forum sind schon einige Anfeindungen entstanden, weil man den anderen vielleicht mißverstanden hat?! Und ich glaube wir mißverstehen uns! Das ist eine falsche verallgemeinerte Behauptung. Ich habe sehr wohl wirtschaftliche und soziale/politsche Grundkenntnisse! Mit dem Dank an biene meinte ich nicht, das mein Wunscheinstiegsgehalt bei 4000-4500 € liegt, sondern dass ich ihre Meinung aus vorherigen Beiträgen schätze, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Ich habe nie gesagt was mein Wunscheinstiegsgehalt ist!

Ich bin Absolvent und habe versucht mit meinem Beitrag die Frage nach der Einschätzung des Stundenlohns für einen Bauingenieur einzuschätzen und mal zu überschlagen und Stundenlöhne abzuschätzen. Das ich als Berufseinsteiger natürlich Fehler in den Abschätzungen mache ist doch klar, oder? Stundenlöhne oder sonstige Gehaltszahlen für Berufseinsteiger abzuschätzen hat hier noch keiner versucht. Warum eigentlich der Bachelor an der Uni und der Master an der FH? Damit habe ich kein Problem beim Vorstellungsgespräch.

Habe meinen Bachelor an einer Uni fertig gemacht und bin wegen einer neuen Ausbildung meiner Frau mit ihr umgezogen. Die dortige Uni wollte mich wegen zu wenig Credit Punkte meines Uni-Bachelors nicht zum Master zulassen. Diese vergibt ihren Studenten ca. 60 Credits mehr als beim üblichen 180 C Bachelor. Deshalb habe ich mich für die letzte Möglichkeit in dieser Region entschieden und bin an die (Fach)Hochschule for Applied Sciences gegangen. Ich habe es nicht bereut und bin nun fertig.

MfG Tom

Lui | 22. Februar 2013 - 11:23

Hallo zusammen,

ich möchte etwas zu dem Thema dazusteuern. Bezogen auf den Öffentlichen Dienst. Also ich kann nur sagen, dass ich mit meiner Stelle im Öffentlichen Dienst, zufrieden bin. Erster Job seit circa 5 Monaten. Habe meinen Master an einer FH gemacht und liege zurzeit bei etwas über 2700 €. Ab September liege ich bei knapp 3000 € im Monat. Bei einer 39 Stundenwoche finde ich das ganz ok. Wohne in der Nähe vom Emsland, wo die Löhne allgemein nicht so hoch sind, nur zu Info.

Ich weiss auch das viele mit dem Lohn beim Öffentlichen nicht einverstanden sind, aber wenn man die Altersvorsorge mit einrechnet, die man als Angestellter erhält, dann sieht die Sache schon anders aus. Es werden jeden Monat um die 250 € in die Vorsorge eingezahlt von denen ich nur 50 € bezahle. Da ich auch eine hätte, wenn ich wo anderes arbeiten würde, können diese 200 € vom Arbeitgeber meiner Meinung nach auf den Bruttolohn draufgerechnet werden. So gesehen müsste ich wo anders 2900 € verdienen um den gleichen netto Lohn wie jetzt zu haben. Und ab September dann um die 3200 €. Oder sehe ich das falsch und es ist bei anderen Firmen so viel mehr drin? Finanziell gesehen.

Ole | 22. Februar 2013 - 06:21

Das mit der Gewerkschaft fand ich schon vor Jahren gut, wird aber immer wieder ignoriert. Wundert mich heute auch nicht mehr, wenn man sieht wie Bauingenieure sich darueber streiten, wer denn nun den besseren Abschluss hat. Irgendwie will immer jeder besser sein und den laengsten Schwanz haben. Das scheint der Industrie ansich egal zu sein, denn absolut betrachtet kann man nicht feststellen, das mehr FH Absolventen arbeitslos sind oder eben umgekehrt. Gehaltsunterschiede treten zumeist auch nur bei Behoerden auf.

Ich kann nicht feststellen, dass es jetzt einen akuten Mangel an Bauingenieuren gibt. Das halte ich in der Tat fuer dummes Zeug. Allerdings gibt es auch keinen erheblichen Ueberschuss, wie noch vor 10 Jahren. Ich denke wir haben zur Zeit eher eine ziemlich ausgewogene Arbeitsmarktsituation. Das heisst aber nicht, das man jetzt unmittelbar oder in naher Zukunft Traumgehaelter erwarten kann. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war man froh das man ueberhaupt als Bauingenieur arbeiten durfte. Damals war man schon gut davor, wenn man nicht nur einen Zeitvertrag bekam.

Wie auch immer - mich wuerde mal interessieren, was sich Bauingenieure denn so als Gehalt wuenschen? Gebt doch mal ne Zahl an, die Ihr fuer vertretbar haltet. Moeglichst nach FH und UNI getrennt.

Charly | 21. Februar 2013 - 12:48

@Hornisse:
Dein Beitrag vom 15. Feb. lässt erkennen, dass Du schon sehr lange keinen anderen Arbeitsplatz mehr gesucht hast. Ansonsten würdest Du ganz sicher nicht behaupten, dass der schwarz auf weiß belegbare Fachkräftemangel bei den Bauingenieuren ein Märchen sein soll.

@Magnus:
Danke für Deine entlarvenden sowie erfrischenden Gedanken in Deinem Beitrag vom 14. Feb. - einfach köstlich!

Bautiger Tom | 21. Februar 2013 - 09:27

Hier noch ein Beitrag,
wie es sich mit dem Einstiegsgehalt ungefähr meiner Ansicht nach verhält habe ich ja schon erläutert. Mir stellt sich aber auch die Frage: Wie entwickelt sich mein Gehalt während meines Berufslebens von 40 Jahren?

Hierzu bin ich dem Beitrag von Bau-insch vom 12.01.2012 16:09 teil b) dankbar. Die Entwicklung von Gehältern ist beim TVöD gut festgehalten.

Für die Berufseinsteiger: Im Gegensatz zur freien Wirtschaft zählt bei der Einstufung der Gehälter im öffentlichen Dienst allein der akademische Grad. D.h. meine Einstufung in E11, E12 oder E13 wird abhängig gemacht ob ich Bachelor-/Diplom-FH, Master-FH/-Uni oder Dr. bin! Jeder der dann mit der Arbeit im öffentlichen Dienst anfängt, startet bei Stufe1 und erhält alleine durch seine Berufsjahre mehr Geld. Auch macht es einen Unterschied ob man beim Bund oder bei den Kommunen arbeitet. Bei den Kommunen wird man tendenziell besser bezahlt als beim Bund. oeffentlicher-dienst.info

Grundgehälter ohne Sonderzahlungen TVöD-Rechner 2013a:
Bruttogehalt nach E11/Kommunen (Vielleicht Bachelor/DiplomFH):
- ab Arbeitsbeginn (Stufe 1) etwa 2.800 bzw. 33.800
- ab dem 1. Berufsjahr (Stufe 2) etwa 3.100 bzw. 37.500
- ab dem 3. Berufsjahr (Stufe 3) etwa 3.300 bzw. 40.300
- ab dem 6. Berufsjahr (Stufe 4) etwa 3.700 bzw. 44.400
- ab dem 10.Berufsjahr (Stufe 5) etwa 4.200 bzw. 50.300
- ab dem 15.Berufsjahr (Stufe 6) etwa 4.400 bzw. 53.000

Bruttogehalt nach E12/Kommunen (Vielleicht MasterFH/Uni und DiplomUni):
- ab Arbeitsbeginn (Stufe 1) etwa 2.900 bzw. 35.000
- ab dem 1. Berufsjahr (Stufe 2) etwa 3.200 bzw. 39.000
- ab dem 3. Berufsjahr (Stufe 3) etwa 3.700 bzw. 44.400
- ab dem 6. Berufsjahr (Stufe 4) etwa 4.000 bzw. 49.100
- ab dem 10. Berufsjahr (Stufe 5) etwa 4.600 bzw. 55.300
- ab dem 15. Berufsjahr (Stufe 6) etwa 4.800 bzw. 58.000

Bruttogehalt nach E13/Kommunen (Vielleicht Doktoren):
- ab Arbeitsbeginn (Stufe 1) etwa 3.200 bzw. 39.100
- ab dem 1. Berufsjahr (Stufe 2) etwa 3.600 bzw. 43.400
- ab dem 3. Berufsjahr (Stufe 3) etwa 3.800 bzw. 45.700
- ab dem 6. Berufsjahr (Stufe 4) etwa 4.200 bzw. 50.200
- ab dem 10. Berufsjahr (Stufe 5) etwa 4.700 bzw. 56.500
- ab dem 15. Berufsjahr (Stufe 6) etwa 4.900 bzw. 59.100

Man sieht hieran also gut, dass ich im Laufe des Arbeitslebens irgendetwas zwischen 3000 € - 5000 € pro Monat bzw. 36000 € - 60000 € pro Jahr als Bauingenieur verdienen kann. Vielleicht sind das ja auch gute Anhaltswerte für die Ingenieurbüros in der freien Wirtschaft. Der Stundenlohn würde sich dann auf 18,75 €/h - 31,25 €/h (bei 40 h/Woche) für den Beruf Bauingenieur begrenzen.

Beispielsweise schlug Bau-insch damals vor E12 zu nehmen. Hierbei würde ich keinen Unterschied zwischen Bachelor, Master oder Diplom machen!:

Berufsanfänger mind. 3000 bzw. 36.000
Ab dem 1. Berufsjahr 3200 bzw. 38.400
Ab dem 5. Berufsjahr 3900 bzw. 46.800
Ab dem 10. Berufsjahr 4600 bzw. 55.200
Ab dem 15.-40. Berufsjahr bis zur Rente:) 48000 € bzw. 57600 €

Vielleicht hilft das dem ein oder anderen. Wobei ich persönlich erst mal mit 4000 € nach den 5. Berufsjahr zufrieden sein werde (Die gute Mitte).

@biene:
Dem was du mal gesagt hast würde ich etwas anhängen: Verkauft euch nicht unter Wert, aber lauft dem Geld nicht hinterher! Wenn die Arbeitsstunden, die Kollegen, die Arbeit, die Weiterentwicklungsmöglichkeiten gut sind, kann man dann nicht ein glücklicher und zufriedener Bauingenieur sein?

MfG Bautiger Tom

Zukunft | 20. Februar 2013 - 23:43

Die relativ geringe Anzahl von Bauingenieur-Studenten um die Jahrtausendwende hat momentan einen relativ guten Arbeitsmarkt für diese Berufsgruppe zur Folge. Auf die Gehälter hat dieses aber wie in zig- Erhebungen nachgewiesen, nur marginale Auswirkungen. Sie sind weiterhin das Schlusslicht beim Ranking innerhalb der Ingenieur-Bereiche. In dem Zusammenhang garantieren die ab dem Jahr 2008 explosionsartig ansteigenden Studentenzahlen (siehe beigefügte Übersicht vom Statistischem Bundesamt) eine Stabilisierung dieser Situation.

Wobei viele der Absolventen froh sein werden, wenn sie überhaupt einen Job erhalten. Aber genau dieses Szenario ist für die Bauindustrie nichts Neues, sondern der seit Jahrzehnten zu bewältigende Megatrend. Es handelt sich eben um eine Low Tech - Branche mit negativen Wachstumsaussichten (Stichworte Demographie, kaum noch umsetzbare Grossprojekte wie S21 etc.). Unerklärlich ist mir, dass es die Bauindustrie aber immer noch versucht und schafft, tausende von offensichtlich naiven Abiturienten in diese Sackgasse zu führen.

P.S.: Vergessen werden sollten bei diesen Betrachtungen natürlich nicht die Architekten, denen die gleiche, negative Zukunft bevorsteht.

Jahr Studienanfänger
1993 13 373
1994 13 818
1995 13 485
1996 12 335
1997 11 520
1998 9 908
1999 8 759
2000 8 425
2001 7 908
2002 8 123
2003 9 491
2004 8 814
2005 8 290
2006 8 086
2007 8 936
2008 10 701
2009 12 612
2010 14 535
2011 17 530
2012 16 302

GT1709 | 20. Februar 2013 - 17:09

@Tom:
Versuchs mit 4000-4500, du siehst ja was dann bei rum kommt. 40000 sind eher als Bachelor-Einstiegsgehalt möglich. Ich denke schon, dass die 4000 mit deiner Vertiefung möglich sind. Aber letztendlich ist es eine Verhandlung, die du führen musst.

@bauinsch:
Danke für "einige" deiner Beiträge und schade, dass du dich zurückgezogen hast.

Equilibrium | 20. Februar 2013 - 15:44

@Tom:
Ich finde es lobenswert, dass Du dem Gehaltsverfall bei den Bauingenieuren entgegen wirken möchtest und drücke Dir die Daumen! Aber Du solltest bei Deiner kleinen Rechnung eines nicht vergessen: Wenn ein Ingenieurbüro vom Auftraggeber ein Stundenhonorar für eine Tätigkeit erhält, dann kann dieses Honorar nicht einfach in den Bruttolohn den Mitarbeiters umgesetzt werden. Aus den Honoraren, die ein Büro erzielt sind "nebenbei" sämtliche Kosten des Büros abzudecken:

- Da wäre zuerst der Arbeitgeberanteil zu den ganzen Lohnnebenkosten (Krankenversicherungen, Rentenversicherung etc.). In Deinem Bruttolohn steckt ja nur der Arbeitnehmeranteil!
- Dann hätten wir noch Deine Bürokosten für Deinen Arbeitsplatz (Miete, Strom, Heizung, Wasser, Reinigung, Büromöbel etc.)
- Dazu noch Softwarelizenzen und andere laufende Ausgaben (Versicherungen), die Deine Arbeit überhaupt ermöglichen
- Da die Sekretärin des Büros nicht nach außen abgerechnet werden kann, muss ihr Gehalt von den "produktiven" Mitarbeitern erwirtschaftet werden.
- Auch der Chef des Büros wird sein Einkommen in der Regel nicht durch eigene Planungsleistung vollständig erwirtschaften, sondern sitzt häufig "unproduktiv" in Meetings oder telefoniert. Auch "sein Geld" muss durch abrechenbare Leistungen verdient werden.

Als grobe(!) Hausnummer würde ich mal schätzen, dass Du mindestens mit dem Doppelten Deines persönlichen Bruttostundenlohns nach außen abgerechnet werden musst, damit die Rechnung für das Ingenieurbüro aufgeht.

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