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Donnerstag, 03. Dezember 2020
Ausgabe 7045 | Nr. 338 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 16

1608 Kommentare | 722754 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Heinz | 18. Januar 2013 - 13:33

@Willy:
Das ist richtig, dass es diese Unterschiede nach dem gültigen Tarifvertrag gibt und ich finde es auch gerechtfertigt (ich FH Absolvent), weil ich denke das Uni schon schwieriger ist (soll jetzt aber nicht das Thema sein).

Großes ABER:
Ich kenne viele Uni- und FH-Absolventen die beim Einstiegsgehalt das gleiche bekommen
haben ohne Unterschiede zum Abschluss. Also wie Du bereits gesagt hast, ist es Verhandlungssache. Ich selbst arbeite bei einem mittelständigen Unernehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern, die angeblich auch nach Tarif bezahlen. Machen Sie auch, nur nicht in der entsprechenden Tarifgruppe (es gibt dann halt Tarifgruppe XY und eine übertarifliche Zulage). Ich bin momentan damit zufrieden, also will ich mich nicht beschweren - ist also wieder Verhandlungssache. Einem bekannten Bauleiter einer gleich großen Firma geht es genauso. Also Tarif ist nicht Tarif ;)

biene | 18. Januar 2013 - 11:21

@Willy:
Ich glaube dir aufs Wort, dass an deiner TU sehr hohe Ansprüche gerade in deiner Vertiefung waren. wie gesagt, es kommt auf die HS oder TU an, wo studiert wird. Für deine Vertiefung hast du dich ja selbst entschieden und ich habe Respekt davor. Mit Baustoffkunde, Baubetrieb oder Verkehrswesen fährt man aus meiner Sicht (zumindest an der HS, wo ich meinen Bachelor gemacht habe) sicherer was das Bestehen angeht. Aber ist auch alles eine Sache des Interesses.

biene | 18. Januar 2013 - 11:17

Ich muss Heinz da zustimmen. Ich denke auch, dass es zukünftig einigen Chefs egal sein wird, ob FH-Master oder Uni-Master. Uni Master ist eben sehr gut für die Forschung. FH-Master praxisorientierter, obwohl bei uns mittlerweile auch einige Module zum wissenschaftlichen Arbeiten angeboten werden.

Willy | 17. Januar 2013 - 17:36

Hallo Heinz, ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber dass es im Einstiegsgehalt unerheblich ist, welchen Abschluss man hat, das ist ein Trugschluss. Ich habe es hier schon öfter versucht, zu verklickern. Sobald nach aktuellem Tarifvertrag gezahlt wird, macht der Unterschied FH Uni ungefähr 400 € brutto im Monat aus. Im Einstieg! Dies ist jedem Menschen öffentlich zugänglich nachlesbar. Ich verstehe bis heute nicht, wieso das so viele Leute hier nicht einsehen wollen. Ich hab das sogar selber erlebt. Während meiner Masterarbeit wurden nach Tarif eine Uniabsolventin und ein FH-Absolvent eingestellt. In der gleichen Abteilung mit den gleichen Aufgaben. Eingestuft wurde dabei folgendermaßen: Uni nach A7 (3920 €) und FH nach A6 (3540 €)!

DAS SIND DIE GÜLTIGEN TARIFE. In kleinen Ingenieurbüros, da ist alles Verhandlungssache. Daher gelten diese Zahlen dort nicht. Selbst bei meinem Vorstellungsgespräch für eine Bauleiterstelle konnte man mir dieses Gehalt nur zugestehen, weil ich einen Uniabschluss habe. Ich finde es schade, dass sich viele alteingesessene Ingenieure dessen verschließen und vehement das Gegenteil behaupten. In diesem Sinne: "Stillstand ist Rückschritt" ;-)

Heinz | 15. Januar 2013 - 21:19

Der Abschluss FH oder Uni ist den zukünftigen Chefs denke ich relativ egal. Auch wo ihr diesen Abschluss gemacht habt ist egal, außer es ist klar bekannt, dass es eine TOP Uni oder FH ist(welcher "kleine" Chef weiß welche Uni/FH gute Ingenieure ausbildet - keiner). Ich würde nur unterscheiden in Ingenieurbüro (Uni) und Bauleitung (FH). Auch beim Einstiegsgehalt ist es hier relativ egal welchen Abschluss man hat. Es kommt auf die Leistung an die Er im Berufsleben bringt. Jeder muss nunmal wirtschaftlich denken.

Willy | 15. Januar 2013 - 18:06

@biene:
Also wenn ich mit meinen Posts keine Tolerantheit dargelegt habe, dann musst DU irgendetwas anderes gelesen haben als ich schrieb. Ich habe sogar hervorgehoben, dass beide Abschlüsse (FH oder Uni) Vor- bzw. Nachteile bieten und für den ein oder anderen besser passen. Was bitte ist da jetzt Intoleranz unterschiedlichen Abschlüssen gegenüber?

Und ja, es ist definitv Vieles von den Hochschulen abhängig. Und auch davon, was man vertieft. Ich habe in Braunschweig an der TU studiert und die Vertiefungen Stahlbau, Massivbau und Grundbau gewählt. Dass, was dort inhaltlich verlangt wurde, findet man in der Art sicherlich nicht an einer Fachhochschule (glaube ich zumindest). Wir waren viele Studierende, die von externen FH's dazukamen. Die Vorbildung durch die unterschiedlichen FH's war sehr verschieden, aber alle haben durch die Bank weg gesagt, dass es an der Uni weit anders zugeht. Aber auch da war vieles von den Vertiefungen abhängig. Wenn man Baustoffkunde oder Bauwerkserhaltung vertieft, dann ist das Leben an einer Uni doch wesentlich angenehmer als mit der reinen konstruktiven Vertiefung!

biene | 15. Januar 2013 - 16:10

@Equilibrium (zum Beitrag vom 11 Jan.):
Ich studiere sowohl an einer HS als auch derzeit an einer Uni. Ich kann keinen Qualitätsunterschied feststellen, muss dazu sagen, dass meine HS allerdings einen sehr guten Ruf hier genießt.

Wieso soll ich meinem Vorgesetzten erklären was er falsch macht? Verstehe nicht was Du damit meinst, Wenn der Vorgesetzte eine gute Einstellung hat dann passts doch. Jeder fängt mal klein an. Im Übrigen hat man als Master die Chance irgendwann selber Vorgesetzter zu werden, Selbstständigkeit anzustreben o.ä. (aber wem erzähle ich das).

@bau-insch: Deinen letzten Beitrag hättest du dir echt sparen können.:-)

Equilibrium | 15. Januar 2013 - 13:26

@bau-insch:
Ja, Du hast Recht: Ich arbeite in einer Baufirma bzw. einem großen Baukonzern. Die wöchentliche Arbeitszeit in meiner Abteilung liegt normalerweise bei ca. 45 Arbeitsstunden, wobei man je nach persönlicher Situation auch mal phasenweise mit 40 Arbeitsstunden auskommt (hängt immer auch von den Projekten ab und ob sich der Mitarbeiter überhaupt traut, 5x in einer Woche pünktlich nach 8 Stunden Arbeit nach Hause zu gehen). Manchmal werden es aber auch eben 50+. Wir haben tatsächlich Regelungen zum Zeitausgleich, die jedoch nicht von jedem in Anspruch genommen werden. Manche Führungskräfte schauen schon etwas gequält, wenn der eigene Mitarbeiter Überstunden tatsächlich abfeiern will. Da muss man dann eben auch selbstbewusst genug sein, das entsprechende Formular trotzdem auszufüllen und einzureichen. Ohne Grund ablehnen darf es der Vorgesetzte ja nicht.

Bezüglich meines Gehaltes und meiner Arbeitszeit erlebe ich hier - verglichen mit den durchschnittlichen Arbeitsbedingungen im Bauwesen - quasi ein kleines Stückchen heile Welt. Aber meinen Job gibt es so in dieser Form auch nicht unendlich oft in Deutschland. Daher ziehe ich aus meiner persönlichen Erfahrung - im Unterschied zu anderen Forums-Usern hier - nicht den Schluss, dass alles super ist und es "jeder selbst in der Hand hat", wie einige hier gebetsmühlenartig wiederholen.

Ganz ehrlich: Als ich am Ende meiner Promotionszeit einen Job gesucht habe, war der Arbeitsmarkt schwieriger als heute. Ich hatte durchaus auch Glück, dass es sofort bei einem großen Konzern geklappt hat und wäre sonst wohl in ein Ingenieurbüro gegangen. Dort würde ich vermutlich bei gleicher oder höherer Leistung 10k weniger verdienen als jetzt.

bau-insch | 14. Januar 2013 - 14:25

@Equilibrium (Beitrag 11. Jan.):
Vor allem Dein letzter Absatz mit dem Tipp für biene: EINFACH KÖSTLICH !!! Danke ;-) Obwohl: Falls biene vom Typ her eine Person sein sollte, die sehr gerne das Rad unter allen Umständen nochmals neu erfinden will: Warum eigentlich nicht dem Chef bereits in der ersten Woche sagen, wo's lang geht? Dann ist der überraschende Rauswurf umso schmerzloser...

@JoMue:
M. E. lassen nicht alle Masterabschlüsse eine anschließende Promotion zu. Diese werden dann wohl die minderwertigen sein. Jedoch - wie unten von mir beschrieben - ist und war das noch nie ein Thema für mich als FH-Absolvent.

Süßli | 14. Januar 2013 - 13:14

Ich verfolge dieses Forum - wie viele andere mit großem Interesse - auch wenn leider von Zeit zu Zeit etwas an Niveau mangelnde Beiträge in dieser Diskussion landen. Daher bitte ich alle, die Beiträge von FlipB einfach zu ignorieren. Offensichtlich ist dieser Mensch an keiner Diskussion interessiert und steuert auch sonst keine inhaltlich wertvollen Texte bei. Ich denke das jeder seine Haltung verstanden hat und ich möchte nicht abstreiten, dass Bauingenieure unter den Ingenieuren durchschnittlich am wenigsten verdienen. Sicherlich gibt es auch, wie in dieser Diskussion bereits öfter dargelegt, genügend Ausnahmen.

Seine Mitteilungen (1000 EUR weniger usw.) wiederholen sich einfach immer wieder und sorgen weniger dafür das sie angehende/bestehende Bauingenieure informieren, sondern vielmehr das diese Diskussion an Sachlichkeit verliert, dadurch das immer wieder Mitglieder dieses Forums angestachelt werden ihm Kontra zu bieten. Jeder kann seine Meinung aus verschiedenen Gründen, die wir mittlerweile alle gehört haben, teilen oder nicht. Jedoch lasst bitte davon ab erneut auf eine derart flache Diskussion abzustumpfen, wie sie hier leider schon zu oft gehalten wurde. Ich wiederhole, bitte ignoriert einfache seine Beiträge, solange diese weiter dermaßen grobschlächtig formuliert und inhaltlos sind.

Equilibrium | 14. Januar 2013 - 12:50

Zitat JoMue: "Inhaltlich ist der Stoff bei einer akkreditierten, ehemaligen FH und einer Uni gleich!" Wer kann denn wirklich wissen, was wann wo gleich ist? Während meiner Assistentenzeit an der Uni hat der Lehrstuhlinhaber gewechselt. Auch bei den Vorlesungen, bei denen anschließend weder die Bezeichnung noch der Zeitumfang geändert worden sind, war die Vorlesung unter dem neuen Professor stark verändert. Er wollte vieles verändern und er hat es auch getan (überwiegend zum Positiven). Er hat u.a. neue Schwerpunkte gesetzt.

Zitat JoMue:"Ansonsten würde ich gern wissen, was dort in 5 Jahren angeblich mehr bzw. intensiver gelehrt werden sollte." Die Intensität, mit welcher der Stoff gelehrt und (hoffentlich auch) gelernt wird, hängt von dem Anspruch ab, den die Hochschule stellt. Zwei inhaltlich auf den ersten Blick gleiche Vorlesungen können in Abhängigkeit des tatsächlichen Prüfungsniveaus dem Studenten völlig unterschiedliche Leistungen abfordern mit einem entsprechend unterschiedlichen Zeitaufwand für die Vorbereitung der Prüfung.

Sowohl die inhaltlichen Schwerpunkte innerhalb der Fächer als auch die Anspruchsniveaus der jeweiligen Hochschulen haben sich über die Jahrzehnte hinweg entwickelt. Da kann doch keiner behaupten, dass im Rahmen einer neuen Prüfungsordnung o. ä. irgendwo einer den Resetknopf drückt und dann ist plötzlich alles gleich. Das klingt dann doch eher nach Wunschdenken.

biene | 14. Januar 2013 - 11:57

@Willy:
Das werde ich sehen, ich werde demnächst an einer Uni ein Semester studieren. Es kommt doch auf die HS oder Uni an. Eine allgemeine Aussage kann man laut meiner Sicht nicht treffen.

Ich halte meine Aussage nicht für sehr gewagt und spreche auch aus eigener Erfahrung. Das was bei uns in Statik verlangt wurde, da wird sich so manche Uni aber noch umgucken. Habe Klausuren anderer Unis mit denen meiner HS verglichen (vgl. den Beitrag von JoMue, dessen Beitrag ich übrigens zu 100% bestätige). Ich bin derzeit ein Semester an einer Uni am studieren und kann keineswegs eine Erhöhung des Niveaus erkennen. Es ist in meiner Situation eher umgekehrt der Fall (was allerdings auf keinen Fall heißen soll, dass Unis leichter sind; es kommt eben auf die Uni/HS/TU an).

Ich halte deine Aussage für sehr gewagt, denn nur weil du diese Erfahrungen gemacht hast, heißt dies nicht, dass andere diese Erfahrungen auch machen und eine Uni besser bzw. schwerer ist. Ich habe mich bewusst für eine HS und keine Uni im Master entschieden.

PS: Du solltest ebenfalls an deinen didaktischen Fähigkeiten arbeiten, v.a. toleranter bzw. offener gegenüber anderen Hochschulabschlüssen werden. Wenn du es beurteilen kannst (wie du oben schreibst), dann sind das DEINE Erfahrungen. Ich kann dies absolut nicht bestätigen, da meine Erfahrungen andere sind.

@Equilibrium:
Bei uns wurde fast der gesamte Stoff des alten FH Diploms in den 6-semestrigen Bachelor gepackt. Ein paar Fächer sind weggefallen, dafür kamen zig Projekte hinzu. Und jetzt mache ich nochmal 4 Semester logischerweise für den Master.

FlipB | 14. Januar 2013 - 00:01

>sind bei der Bundesagentur für Arbeit 56 607 Ingenieure arbeitslos gemeldet.

Darunter Bauopfer mit "ich verkaufe mich nicht unter Wert".

>Aber ohne Einsatz, Glück und Cleverniss wird es halt nur der Durchschnitt und der ist zweifelsohne ein wenig niedriger als der eines Maschinenbauingenieurs.

Und wieder Zeit für Nachhilfe in Statistik: Die Statistiken sagen aus, dass man als Bauopfer ca. 1000 EUR brutto pro Monat (!) weniger verdient als vergleichbare Techniker anderer Fachrichtungen. Das trifft auf den Trainee genauso zu wie auf Führungskräfte. Man stinkt als Bauopfer immer (!) massivst ab. Ein Fermeldetechniker lacht sich einen ab, wenn er 70k im Jahr verdient, während ein Bauopfer in ähnlicher Position und mit ähnlichen Skills gerade mal 58k zugesprochen bekommt.

bau-insch | 13. Januar 2013 - 03:42

@biene:
Bereits während des Studiums mal einen Blick in die HOAI zu werfen, ist sicher kein Fehler. Sich jedoch als Absolvent/in auf eine Stelle zu bewerben, welche solche übergeordneten Tätigkeiten beinhaltet, wäre in der Tat pure Zeitverschwendung. Du kannst es ja einmal probieren. Falls Du dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden solltest und möglicherweise sogar den Job bekommst, kann ich Dir nur "Hände weg!" empfehlen. Schließlich wärst Du entweder an ein unseriöses oder aber an eines der vielen Ingenieurbüros geraten, welche seit längerer Zeit verzweifelt qualifizierte Bauingenieure suchen. Und dann für Tätigkeiten mit mindestens 5 bis 10 Jahren Berufserfahrung einen Absolventen einstellen.

Glaube mir, weder Du noch Dein Chef würden dabei glücklich werden. Jedoch mal von einem 200 km entfernten Headhunter für eine Leitungsposition kontaktiert zu werden, wie es bei mir vor anderthalb Jahren der Fall war: Das motiviert ungemein, auch wenn ich damals den Arbeitsplatz nicht gewechselt habe.

bau-insch | 11. Januar 2013 - 22:39

@biene:
Die mutmaßliche Minderwertigkeit eines FH-/HS-Masters ggü. einem Uni-Master ist mir in den von mir unten angesprochenen Websites aufgefallen. Da ich jedoch FH-Absolvent - mit übrigens überdurchschnittlichem Gehalt, unter Berücksichtigung meiner langjährigen Berufserfahrung sowie seit 2008 zusätzlich übergeordnete Tätigkeiten wie Erstellen Ing.verträge und Honorarvorschläge, Akquise und dergleichen - bin, haben mich diese Stellen selbst früher bei anstehenden Jobwechseln nie weiter interessiert. Dort werden die FH-Absolventen und dergleichen übrigens fast auschließlich in TVöD10 eingestuft.

Was die Novellierung der noch in dieser Legislaturperiode vorgesehenen HOAI betrifft, so bleibt zu hoffen, dass jede Menge Leistungen wieder von den Besonderen Leistungen zu den Grundleistungen "zurückgeholt" werden. Schließlich war das in der HOAI 2009 der Grund, dass manche Ingenieurbüros unauskömmliche Angebote gemacht haben bzw. teilweise leider sogar gezwungen wurden, solche unseriösen Spielchen zu Lasten ihrer Mitarbeiter zu machen.

@JoMue:
In meinem Beitrag wollte ich Dich bzw. Deinen Bauleiterjob nicht in Frage stellen, warum auch? Sondern ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es bei den Bauleitern oft von Vorteil ist, wenn sie praktische Erfahrung haben. Schließlich macht es doch keinen Sinn, mit den Polieren die Probleme vor Ort zu diskutieren, wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Selbst für die bauüberwachende Seite wie in meinem Fall kann entsprechende Erfahrung nur nützlich sein.

Willy | 11. Januar 2013 - 15:01

@biene:
Die Aussage, dass Du an einer Fachhochschule mehr machen musst als an einer Universität, halte ich doch für sehr gewagt. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich habe nämlich nach meinem Diplom an der FH meinen Master an der Uni drauf gesetzt. Und Du kannst Dir glaube ich nicht vorstellen, welch Mehrarbeit da dringesteckt hat. Hast Du denn schon an einer Universität studiert, oder wieso traust Du Dich zu der Aussage?

Meiner Erfahrung nach (und ja, ich kann es beurteilen), sind die Studienverläufe einer Fachhochschule nicht wirklich mit der einer Universität zu vergleichen. Fachhochschulen bilden auch heute noch praxisorientiert aus. Hier lernt man die Anwendung gewisser Normen und Richtlinien, während an einer Uni die Hintergründe dessen beleuchtet werden - also die Theorie/Wissenschaft dazu. Ich würde daher niemals sagen, dass dies oder jenes toller oder wichtiger sei. ICH finde, dass beide Formen gewisse Vor- und Nachteile bieten. Und nicht jedermann ist für die FH oder die Uni gemacht. Da muss man schon seinen Weg finden. Mir persönlich gefiel die FH besser. Das aber nur aus dem Grunde, weil mir die praktische Richtung besser lag. MEHR Arbeit fiel aber definitiv an der Universität an. Dort musste ich das doppelte Pensum in der gleichen Zeit schaffen.

Als Tipp für Dich biene:
Daher sei bitte vorsichtig mit solchen Aussagen. Klar, es ist Dir überlassen, aber Du schneidest Dir damit im Endeffekt nur ins eigene Fleisch. Zudem solltest Du ein wenig an Deiner Didaktik feilen. Denn wenn Du mit diesen Aussagen so in die Berufswelt startest, wirst Du relativ schnell Probleme bekommen.

MfG Willy

Lau | 11. Januar 2013 - 14:29

@bau-insch:
Sorry, ich meinte natürlich E13. Beamter ist in der heutigen Zeit nahezu unmöglich. Ich habe ziemlich guten Kontakt zu Kommunen und auch RP, aber dort werden keine Master als E13 eingestellt. Ausgeschrieben sind die Stellen - ja, aber das heißt leider nichts. Zum zweiten Punkt, den 4k/Monat: dies war auf den Beitrag von Biene zum Bachelor-Gehalt gedacht, hatte sich aber ja zerschlagen.

JoMue | 11. Januar 2013 - 13:13

@bau-nisch:
Wer ist Adam Riese - Du meinst wohl Adam Ries! Lernt man in der Mathematikvorlesung an der FH! .Also die Aussage über Masterabsolventen von ehemaligen FH`s entspricht absolut nicht der Realität! Ich hatte mit meinem Abschluss eine Zusage vom Land Hessen bezüglich der Beamtenlaufbahn für eine A13 Stelle bekommen und nicht angenommen. Des Weiteren eröffnet der Master den Zugang zu Promotionsstudien - genauso wie bei Uniabschlüssen. Auch der Titel ist gleich! Früher Dipl.-Ing. FH, jetzt: M.Sc. (manche Hochschulen M.Eng.) Inhaltlich ist der Stoff bei einer akkreditierten, ehemaligen FH und einer Uni gleich!

Ansonsten würde ich gern wissen, was dort in 5 Jahren angeblich mehr bzw. intensiver gelehrt werden sollte. Lediglich die Grundlagenforschung hat an FH`s noch aufzuholen. Das Promotionsrecht wird momentan überarbeitet. Der Qualitätsunterschied ist somit nicht abhängig von der Hochschulform, sondern der Hochschule. Ich hatte mir vor 2 Jahren die TM-Vorlesung an der TU-Darmstadt angeschaut. Der Inhalt und der Anspruch war im Vergleich zu der Hochschule, an der ich studierte, nahezu lächerlich! Kurzum: Die Hochschule und die Dozenten machen den Unterschied - nicht die Hochschulform!

GT1253 | 11. Januar 2013 - 12:53

Ein paar Formulierungen aus Stellenanzeigen helfen als Realitätscheck oft besser als die "Erfahrungen" von Teilnehmern in anonymen Foren.

Proben gefällig?

Stellenanzeige 1 für einen Bauingenieur in einem Tragwerksplanungsbüro:

"In unseren Büros ... warten auf Sie komplexe Aufgaben im Rahmen der Genehmigungs- und Ausführungsplanung für anspruchsvolle Projekte ....Sie sind ein berufserfahrener Konstrukteur (Bauingenieur (FH)) oder Bauzeichner mit Schwerpunkt in der Erstellung von Schal- und Bewehrungsplänen im Hochbau...."

Gesucht wird ein Bauingenieur (FH) mit Berufserfahrung ODER !!!!! ein Bauzeichner. So sieht die traurige Realität bei den "händeringend gesuchten" Ingenieuren aus. Diese werden für Tätigkeiten eines Zeichners eingesetzt und auch entsprechend vergütet.


Stellenanzeige 2 (ebenfalls Tragwerksplanungsbüro):

hier reichen ein paar Schlüsselworte

"marktübliche Bezahlung"

Marktübliche Bezahlung!!!! Wirbt man so in einer nach Ingenieuren ausgehungerten Branche nach den sehnlichst und händeringend gesuchten Ingenieuren? Mit "marktüblicher" Bezahlung? In Branchen, in denen wirklich Leute gesucht werden, wird man doch wohl eher Formulierungen wie "überdurchschnittliche Bezahlung" oder "exzellente Vergütung/Bezahlung" antreffen.

Die Quellen der Stellenanzeigen darf ich hier wahrscheinlich wegen Schleichwerbung nicht angeben. Aber die beiden Beispiele sind aus dem Jahr 2013 und authentisch.

Equilibrium | 11. Januar 2013 - 12:48

Zitat biene: "Das Master von Fachhochschulen gegenüber Master von Unis als minderwertig angesehen werden, kann schon sein. es ist aber nicht so, zumindest nicht an meiner HS. Da ist der Inhalt eher mehr. Da wird auch noch ein Umdenken stattfinden müssen."

Ich verstehe Dich einfach nicht. Du studierst doch nur an einer einzigen HS (anscheinend eine FH?) mit dem Abschluss Master. Und dann stellst Du eine Theorie auf, dass der Master an (D)einer FH inhaltsreicher ist als an Universitäten. Woher nimmst Du pausenlos diese Überzeugung, Sachverhalte abschließend beurteilen zu wollen, die sich außerhalb Deiner persönlichen Erfahrungen befinden? Und dann hast Du auch noch die Chuzpe, dem Rest der Welt zu erklären, er müsse jetzt unbedingt umdenken. Wenn Du an einer FH den Master machst, hast Du doch noch nie an einer Uni den Master gemacht und umgekehrt. Und komm jetzt bitte nicht mit 3 oder 4 Kommilitonen aus Deinem Bekanntenkreis, die jetzt zur Beurteilung der deutschen Hochschullandschaft herangezogen werden sollen.

Ich würde Dir genauso wie bau-insch auch noch einen wichtigen Tipp für das künftige Arbeitsleben mitgeben wollen: Versuche nicht Deinem Vorgesetzten in der ersten Arbeitswoche zu erklären, was er alles falsch macht und warum. Warte wenigstens bis zur zweiten Woche.

biene | 11. Januar 2013 - 11:19

@bau-insch:
Das Master von Fachhochschulen gegenüber Master von Unis als minderwertig angesehen werden, kann schon sein. es ist aber nicht so, zumindest nicht an meiner HS. Da ist der Inhalt eher mehr. Da wird auch noch ein Umdenken stattfinden müssen. Vielen Dank für deine Tipps, in etwa so werde ich auch vorgehen.

Aber nochmals super und vielen Dank. Ich beschäftige mich derzeit schon ein wenig mit der HOAI. Insbesondere im Bereich der Maschinentechnik, Betriebstechnik etc. soll es seit der HOAI 2009 ganz gut aussehen. Aber da werde ich mich noch tiefer reinarbeiten. Das Forum hilft einem doch durch manche hier sehr weiter.

bau-insch | 11. Januar 2013 - 06:32

@Equilibrium:
AVII beträgt derzeit nach Adam Riese 3.920 Euro pro Monat bzw. (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld) 49.916 Euro pro Jahr.

@Lau:
Deine Vermutung "TV-V = 4k" war doch gar nicht so daneben, im Gegenteil. Gehe doch nur mal auf die von mir am 7. Jan. mitgeteilte Website bzw. dort in die aktuelle Tabelle. Mit einem Uni-Master bzw. Uni-Diplom kannst Du auch mit 0,0 Jahren Erfahrung bei Einstufung in die Gruppe TV-V13 bereits 4.053,59 Euro pro Monat - bzw. ab 1. Aug. dann noch um 1,4 % erhöht - verdienen. Oder TV-V11, Stufe 3 bzw. 3 Jahre Berufserfahrung: 4.112,79 Euro.

bau-insch | 11. Januar 2013 - 02:00

@Lau:
Du nimmst am 9. Jan. Bezug auf den öff. Dienst bzw. erwähnst A13. Beachte den Unterschied zwischen den Angestellten ("E..." - steht m. E. für Entgeltgruppe) und den Beamten ("A..." - steht für ??). In einem meiner Beiträge vom 7. Jan. - wo ich Dir den TV-V usw. verklickert habe - habe ich mich ausschließlich auf die Angestellten bezogen. Dagegen haben die Beamten eine völlig andere Vergütungsstruktur bzw. -staffelung. Auch wird in Stellenanzeigen gelegentlich beispielsweise "Eingruppierung in A12 oder E11" genannt. Andere Arbeitgeber wiederum haben ihre zu besetzende Stelle in "Eingruppierung in A11 oder E11" ausgewiesen. Man bekommt dabei leicht den Eindruck, dass "die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut".

Du vermutest, dass eine Anstellung als Master in A13 bzw. E13 wohl etwas utopisch sei. Vermutlich hast Du Recht. Zumindest was Stellen bei Kommunen und dergleichen betrifft. Wenn Du jedoch mal auf die Websites der Regierungspräsidien oder der Ministerien gehst, wirst Du feststellen, dass dort regelmäßig Masterabsolventen mit A13 bzw. E13 eingestellt werden. Allerdings werden oftmals keine Master der ehemaligen Fachhochschulen akzeptiert bzw. diese Abschlüsse werden wohl - ggü. Uniabschlüssen - als minderwertig angesehen.

@Equilibrium:
Deinen Ausführungen - insbesondere jedoch Bezahlung nach AVII - kann ich entnehmen, dass Du in einer Baufirma beschäftigt bist. Also demnach regelmäßig 40 + x Wochenstunden ohne Zeitausgleich, oder? Ansonsten stimme ich Deinem Beitrag voll zu, auch wenn sich meine langjährige Berufserfahrung (mehr als 15 Jahre) bis auf 2 noch heute schockierende Monate im öff. Dienst ausschließlich auf Ingenieurbüros bezieht.

@biene:
Da Du mit Deiner geringen Erfahrung im öff. Dienst offensichtlich vor hast, Deine Brötchen in absehbarer Zeit in einem Ingenieurbüro verdienen zu wollen, möchte ich Dir noch einige Tipps geben: Versuche vor der Bewerbung/Vorstellungsgespräch herauszufinden, ob das IB einen Betriebsrat hat. Falls nicht wie vermutlich 99 % der kleinen und mittleren IBs, dann stelle Dich darauf ein, dass Du oftmals der Willkür des Büroinhabers ausgesetzt sein wirst. Des weiteren solltest Du unbedingt in Erfahrung bringen, ob es gleitende oder feste Arbeitszeiten gibt. Bei Gleitzeit kannst Du in der Regel davon ausgehen, dass angefallene Überstunden in Zeiten mit weniger Stress ausgeglichen werden können. Dagegen kannst Du bei festen Arbeitszeiten in der Regel davon ausgehen, dass Du nur soviel auf den Tisch bekommst, wie Du nach Meinung Deines Chefs "locker in 40 Stunden" bewältigen kannst. Falls Du dann anfangs 50 oder gar 60 Stunden dafür benötigen solltest: Dann bist Du halt einfach zu langsam. Zudem ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Ein weiterer Tipp betrifft die unausweichliche Frage beim Vorstellungsgespräch nach Deinen Gehaltsvorstellungen. Die fatale Meinung, anstelle eines Jahres- das gewünschte Monatsgehalt anzugeben, möchte ich nicht weiter vertiefen bzw. das wurde ja erst vor ein paar Tagen von einem der anderen Beitragsschreiber unten thematisiert. Abgesehen, ob Du bei Deinen astronomischen Vorstellungen überhaupt einen Job in einem seriösen IB bekommen wirst, solltest Du bei der Nennung Deines Jahresgehalts unbedingt dazusagen, dass sich dieses selbstverständlich nicht auf die Probezeit bezieht bzw. in dieser Zeit wesentlich niedriger sein darf. Am besten, Du nennst eine Zahl wie beispielsweise "300 Euro monatlich niedriger". Ansonsten würdest Du dich als blutiger Anfänger mit 0,0 Erfahrung outen. Und das willst Du doch hoffentlich vermeiden, oder etwa nicht?

Oder anders herum: Mit Taktik kommst Du meistens weiter als Du denkst. Zum Gehalt gehört natürlich auch die spannende Frage der Gehaltsentwicklung. Dabei kann es - falls Du an ein unseriöses IB geraten solltest - durchaus sein, dass sich Dein Gehalt überhaupt nicht steigert bzw. das Einzige sich "Bewegende" das in den sprichwörtlichen Keller gehende Weihnachtsgeld ist. Und das bei einer m. E. in den letzten Jahren stabilen Inflationsrate um die 2 Prozent. Da kannst Du gleich einpacken, bevor Du in diesem IB überhaupt erst angefangen hast. Aber beim derzeitigen Stellenangebot kannst Du dir das IB ja regelrecht aussuchen. Es gibt ja jede Menge IBs, die seit über einem Jahr verzweifelt erfahrene Bauingenieure suchen und schon längst aus Resignation ihre Stellenangebote hier oder in anderen Portalen aufgegeben haben.

Dann möchte ich aber - als schon seit Jahren selbst Ingenieurverträge Aufstellender - auch nochmals das Thema HOAI ansprechen: Angenommen, die Honorarsätze würden tatsächlich um 30 bis 50 % angehoben, dann können diese neuen Vereinbarungen selbstverständlich nicht bei laufenden Objekten vereinbart werden. Sondern frühestens für Maßnahmen ab 2014. Wenn dann Dein Auftraggeber eine Industriefirma sein sollte, kann es durchaus sein, dass Du dann selbst bei einer demnächst erfolgenden Novellierung der HOAI sogar noch bei der Vertragsgestaltung im nächsten Jahr zurückstecken musst. Mir ist es genauso bei einer Maßnahme im Jahr 2010 ergangen. Der Auftraggeber hat schlüssig begründet, dass er damals einen massiven Umsatzeinbruch hatte und dann darauf bestanden, anstelle der HOAI 2009 die alte HOAI von 1996 zu vereinbaren.

So, entweder Du ziehst dann mit oder Du kannst dich - bei entsprechender Auftragslage - gleich zum "Däumchen-Dreh-Kurs" der Volkshochschule anmelden. Unter uns beiden gesagt: Wenn Du dich mit der Zeit in der HOAI auskennst, dann wirst Du mir zustimmen, dass es selbst in der HOAI 1996 gewisse Stellschrauben - Stichwort Besondere Leistungen - gegeben hat. Zumindest bei privaten Auftraggebern ist das in der Regel kein Problem, schließlich sitzt Dir dort ja auch keine GPA bzw. Gemeindeprüfungsanstalt im Nacken.

@Alle:
Macht euch um Gottes Willen keine Gedanken/Sorgen wegen der Uhrzeit meines Beitrags. Bin erkrankt mit der Aussicht auf baldige Genesung ;-)

biene | 10. Januar 2013 - 13:13

Zum Abschluss:
@Equilibrium: Ich gucke nicht arrogant auf Kollegen herab, ich will nur sagen, dass JEDER etwas an seiner Situation ändern kann (der eine hat es schwerer, der andere leichter, das bezweifle ich gar nicht). gerade mit Familie ist das schon eine riesen Herausforderung. Aber es ist oft bequemer in der alten Situation stecken zu bleiben.

Mir haben hier einige Beiträge auch gezeigt, dass die Gehälter möglich sind. Andere Beiträge wiederum reden immer sofort alles klein. Und so etwas kann ich nunmal nicht haben. Es wird oft aus der eigenen Situation auf andere geschlossen. Das mit dem Unterschied Ost-West/Süd stimmt natürlich! 42-44k im Osten sind mehr wert als 50k in München. Letztendlich hat es jeder selbst in der Hand was er daraus macht. Und ich wünsche jedem hier ein vernünftiges Gehalt und gute Arbeitsbedingungen (der es noch nicht haben sollte).

Equilibrium | 10. Januar 2013 - 12:51

Zu den Noten kann ich nur sagen: Man muss differenzieren, was der Absolvent später für Tätigkeiten ausüben soll. In erster Linie sind gute oder sehr gute Noten ein Nachweis bei Ingenieuren dafür, dass die Person technisch und/oder mathematisch komplexe Aufgaben mit analytischen Sachverstand lösen kann. Je mehr die Vertiefungsrichtung von den traditionellen konstruktiven Fächern abweicht, umso mehr wächst dann noch der Aspekt, Fachwissen auswendig lernen zu können. Wer in letzterem Bereich glänzen kann, hat erst einmal nur sein Kurzzeitgedächtnis nachgewiesen.

Wenn bei einem Bauleiter die Grundvoraussetzungen (sprich technisches und vertragsrechtliches Basiswissen) erfüllt sind, entscheidet die Persönlichkeit sehr stark über den Karrierefortgang. Es geht darum die Interessen der eigenen Firma in Meetings, Telefonaten und im Schriftverkehr durchsetzen zu können und die eigenen Mitarbeiter gut und geschickt einzusetzen. Die dazu nötigen Fähigkeiten lassen sich im Studium nur schwer abprüfen.

Bei einem Statiker ist die Überschneidung des Studieninhalts mit dem späteren Berufsalltag wesentlich größer. Wer gute oder sehr gute Noten im Studium hatte, wird später in der Regel auch entsprechende Leistungen im technischen Büro erzielen können. Und da ist die Erfahrung in meinem Unternehmensbereich wie folgt: In der Regel werden bei uns nur überdurchschnittliche Absolventen genommen - die Anforderung von Baukonzernen sind hier recht hoch. Da wir sehr international ausgerichtet sind, nehmen wir manchmal auch Absolventen wegen ihrer besonderen Sprachkenntnisse (z.B. russisch oder arabisch). In solchen Fällen werden auch Absolventen mit schlechteren Studienleistungen genommen. Und genau von dieser Bewerbergruppe gibt es überproportional viele, die dann an dem Niveau der Aufgaben leider scheitern und bald wieder weg sind.

JoMue | 10. Januar 2013 - 12:20

Ein sehr guter Abschluss (1er) ist vielleicht kein Garant für gute Leistungen in der Arbeitswelt - aber immer noch eher ein Garant für gute Leistungen in der Arbeitswelt, als ein Absolvent mit nicht so gutem Abschluss. Jemand, der schon in der Uni nicht verstanden hat, warum man ein Seil nicht auf Druck belasten sollte - hat im Statikbüro keine Chance. Leider gibt es natürlich auch Ausnahmen unter den 1er Studenten - die Sheldons! Es liegt aber in der Mentalität der schlechteren Absolventen, die 1er Studenten, die versagt haben immer und immer wieder zu erwähnen.

Die vielen schlechteren Studenten, die man aber im Arbeitsleben nicht brauchen kann, weil sich immer und immer wieder herausstellt, dass diese außer heiße Luft und Inhaltslosigkeit nichts von sich geben- aber immer und immer wieder die soziale Kompetenz als wichtigstes Werkzeug dem Werkzeug der sehr guten Leistungen überordnen - von diesen Leuten wird nicht gesprochen. Aber jeder erinnert sich an den 1er Absolvent des Bekannten aus der anderen Abteilung des Konkurrenzkonzerns, den man nicht gebrauchen konnte. Warum werden dann 1er Absolventen von Arbeitgebern bevorzugt, wenn diese untauglich sind? "Es ist immerhin besser jemanden einzustellen, der eine einfache Gleichung komplex lösen kann, als jemanden einzustellen, der eine einfache Gleichung nicht lösen kann" (Zitat: JoMue)

biene | 10. Januar 2013 - 11:38

@Equilibrium:
Ist doch super, dann verdienst du ja sogar im Bereich der Tragwerksplanung sehr gut. Es war nicht auf Dich bezogen, ich gönne es nur jedem. Und ich schaue auf niemanden herab, mich stört einzig und allein, dass hier die positiven Berichte oft auseinandergepflückt werden. Deinem Beitrag stimme ich zu 100% zu. 40k waren als Bachelor (fand das für das Aufgabengebiet unterbezahlt; aber das spielt keine Rolle), 50k sollen es als Master werden.

Das mit den 62k als Tragwerksplaner ist schon ordentlich oder? Dann nehme ich das mit dem problematisch zurück, Sorry. Aber das ist nicht die Regel als Tragwerksplaner oder?

Equilibrium | 09. Januar 2013 - 22:01

Zitat biene vom 04.01.13:
"Das stimmt nicht, ich habe schon ein gewisses Gehalt bekommen".

Aha! Ein "gewisses" Gehalt hast Du bekommen. Allerdings betrug das 40k und in Deinen Beiträgen redest Du immer von 50k, die es künftig sein sollen. Du unterstellst, dass Dein Upgrade von Bachelor auf Master 10k wert sein wird, weißt es aber eben noch nicht. Du schreibst aber immer so, als hättest Du bereits lauter Angebote über 50k und urteilst über andere Ingenieure, Zitat: "Mir will nicht in den Kopf, wieso ihr euch so unter Wert verkauft." Es gibt viele Gründe, warum sich jemand - aus Deiner Sicht - "unter Wert verkauft".

Manche Menschen sind regional gebunden, weil der Partner schließlich auch einen Job hat oder weil sie die Familie nicht mehr "entwurzeln" möchten, nachdem die Kinder bereits eingeschult sind. So etwas muss man respektieren. Und wenn jemand in Ostdeutschland 44 k hat, dann habe ich davor mehr Respekt, als wenn jemand in München 50 k hat. Letzteres ist definitiv einfacher, macht aber ärmer. Ich finde Dein Streben nach 50k übrigens nicht naiv. Bei uns im Konzern werden Masterabsolventen regelmäßig mit AVII eingestellt. Das müssten etwa 50k sein. Aber die meisten Absolventen werden nach wie vor nicht nach Tarif bezahlt.

Zu Deiner Unterstellung, dass Neid bei mir eine Rolle spielen sollte (falls es auf mich bezogen war): Ich habe am 24. September 2012 hier in diesem Thread mein Gehalt angegeben: 62k – und das im Bereich Tragwerksplanung/Statik, den Du ja bereits als problematisch ausgemacht hast (siehe Deinen Beitrag vom 2. Januar 2013 - 15:21).

Worauf soll ich denn nun neidisch sein? Sollte ich von Frust geplagt sein? Sollte ich mich etwa unter Wert verkauft haben?

Im Prinzip bin ich ja quasi auf Deiner Seite und freue mich über jeden Ingenieur, der selbstbewusst gegenüber dem Arbeitgeber auftritt. Davon brauchen wir noch viel mehr. Aber man sollte nicht arrogant auf andere Kollegen herabschauen und immer mit der "ihr-jammert-ja-nur"-Keule argumentieren.

frax061a | 09. Januar 2013 - 18:34

Wen juckt es was in irgendwelchen Studien steht, was sich einige wünschen (Biene), was irgendjemand nicht glaubt oder was ein Bekannter verdient. Am Ende zählt das was bei mir auf dem Konto steht. Ich sage mal nix zu meinem Gehalt. Ich bin zufrieden. Bin jetzt 3 Jahre in einem Bauunternehmen (Konzern) beschäftigt und habe viel 1er Studenten wieder gehen sehen. Daraus folgt: Noten sind gut für die Bewerbung und 5 EUR für jede 1,0 von Mama+Papa.

Pauschalisieren kann man allerdings grundsätzlich nix, was man hat, hat man. Ich bin der Meinung in der Baubranche kann man durchaus sehr gutes Geld (70k-100k) verdienen. Vielleicht muss man dafür ein wenig mehr investieren als in anderen Branchen. Aber ohne Einsatz, Glück und Cleverniss wird es halt nur der Durchschnitt und der ist zweifelsohne ein wenig niedriger als der eines Maschinenbauingenieurs.

Lau | 09. Januar 2013 - 16:35

Vorab: Wer bei uns, oder auch bei Bekannten mit einem 1,0er Abschluss ankommt, ohne jemals gearbeitet zu haben, hat keine Chance. Liegt auch daran, dass das Gehalt niemand zahlen möchte, für einen Ungelernten (ich meine damit Praktika, Werkstudent etc.). Nicht, das diese Leute KEINE Chance haben, nur wird da schon genau gefragt, was er denn kann (real). Als Absolvent kriegt man meiner Meinung nach im öffentlichen Dienst ein ganz vernünftiges Gehalt, durch die Vorzüge. Hingegen ist eine Anstellung als Absolvent mit A13 wohl etwas utopisch.

Zu dem Link aus der Süddeutschen: "Hochschulabsolventen mit Uni-Diplom steigen zwischen 35.000 und 43.000 Euro ein"

Weiterhin aus der gleichen Zeitung: "In diesen Einstiegspositionen zahlt jede zweite Firma beispielsweise den Ingenieuren mit Bachelor zwischen 30 000 und 40.000"

"Die Hälfte der Unternehmen zahlt Bachelor-Kandidaten das gleiche Gehalt wie den Diplom- und Master-Absolventen. Und auch bei der anderen Hälfte sind die Unterschiede nicht groß, wie wir mit einiger Überraschung festgestellt haben", sagt Konegen-Grenier.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/studienabschluss-bachelors...

Als Ergänzung schnell noch etwas hinterher:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitsmarkt...

[...]sind bei der Bundesagentur für Arbeit 56 607 Ingenieure arbeitslos gemeldet.

biene | 09. Januar 2013 - 11:34

@Hornisse:
Ich bin nicht mit den Kollegen aneinander geraten. Dort waren die Firmenpolitik und Ethik einfach kaputt! Ich muss mich dafür mit Sicherheit nicht bei Ihnen rechtfertigen. Ich weiß was mir zusteht. Das was Jomue schreibt trifft es ganz gut. Die Beiträge zeigen das, was möglich ist. Voraussetzung: Man kann verhandeln und ist sich selbst was wert. Bei den Noten muss ich jedoch auch widersprechen, die haben aus meiner Erfahrung auch keinen allzu großen Wert. Gönnt doch einem anderen Menschen einfach den Erfolg. Auf Ihre Beiträge werde ich nicht mehr eingehen Hornisse!

bau-insch | 09. Januar 2013 - 07:12

Gibt es eigentlich diese Absolventen-Anwerbungs-Veranstaltungen der Baufirmen noch? Für alle, die sich nicht nur unterbezahlt, sondern auch bzgl. den durchschnittlichen Wochenstunden ausgebeutet vorkommen: Um das Jahr 1995 hat ein Vertreter einer Baufirma auf solch einer Veranstaltung in der Nähe von Stuttgart in etwa folgende Provokation in den vollbesetzten Saal der Filderhalle gerufen: "Sie verdienen mehr als Sie verdienen!".

Damals wurden die FH-Absolventen noch nach T4 bezahlt bzw. etwa 5.200 DM pro Monat. Warum jedoch zwischenzeitlich "T..." in "A..." umgetauft wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich gab es ständig Verwechslungen mit dem "Tarifvertrag für Architektur- und Ingenieurbüros".
http://www.ingenieurkammer-mv.de/upload...
Dort werden die FH-Absolventen schließlich noch heutzutage in T4 eingruppiert. Jedoch damals waren es in diesem Tarifvertrag etwa 1.000 DM pro Monat weniger - bzw. etwa 4.200 DM - als im Bautarif!

Hornisse | 08. Januar 2013 - 20:44

@biene:
Wenn man keine Ahnung hat....(wie es weiter geht, siehe Dieter Nuhr). Mehr gibt es zu jemandem, der noch nie in seinem Leben auch nur ansatzweise etwas geleistet hat oder wenigstens ein paar relevante Erfahrungen im Berufsleben gesammelt hat, nicht zu sagen.

Einfach nur die von den MSM verbreiteten Plattheiten nachplappern hilft dir spätestens bei deinem zweiten Versuch dich im Berufsleben zu etablieren nicht mehr weiter. Oder du wirst dort, wie auch schon bei deinem ersten Gastspiel als Bauingenieur, wieder mit allen Kollegen aneinader geraten und man wird dir wieder nahelegen dir etwas passenderes zu suchen.

biene | 08. Januar 2013 - 17:01

Zitat aus "Gehälter für Ingenieure - Mehr, mehr, mehr", Süddeutsche Zeitung, Mai 2010

"Branchenunterschiede spüren auch die Einsteiger. Am schlechtesten zahlen Ingenieurbüros und Bau-Unternehmen, am besten der Fahrzeugbau. Das zeigt auch eine Studie der IG-Metall. Die Gewerkschaft hat die Anfängsgehälter im Bereich Automobil, Elektro, IT, Maschinenbau, Stahl und Telekommunikation erhoben. Ingenieure, die frisch von der Uni kommen, verdienen hier zwischen 38.383 und 46.340 Euro.

Die Gehälter von Projektmanagern liegen im Branchendurchschnitt zwischen 48.100 und 71.200 Euro. Wer in der Energieerzeugung arbeitet, kann bis zu 79.800 Euro verdienen. In Planungsbüros und im Baugewerbe gibt es dagegen Projektmanager, die ihren Job für 40.000 Euro machen."

http://www.sueddeutsche.de/karriere...

@JoMue: | 08. Januar 2013 - 14:39

@Baumeister306:
Kein Vitamin B! Wer gut ist, braucht kein Vitamin B. Was meiner Meinung nach evtl. noch positiv für mich gewirkt hat ist, dass ich vor meinem Studium eine Maurerlehre absolviert habe.

@bau-insch:
Deine Aussagen sind nicht nachvollziehbar. Laut deiner Aussage, hätte ich mit meinem Abschluss (1,0) keine Berufschancen haben dürfen? Ich vertrete eine durchweg andere Meinung als Du! Ich denke, dass ein Absolvent, der sein Studium mit sehr guter Leistung und schnellen Studium durchgezogen hat - von seinem Wesen fleißig und intelligent ist. Dieser Absolvent wird sich allen Aufgaben ehrgeizig stellen und diese - wie bisher während seines Studiums - mit bestmöglichen Leistungen belegen.

Die Aussage, dass schlechtere Absolventen besser sind, sind für mich nicht logisch und stellen somit doch nur eine Ausrede für schlechtere Absolventen dar. Über einen Stundenlohn braucht man sich im Bauwesen nicht unterhalten - hier wird Mehrarbeit vorausgesetzt! Mit meinen Beiträgen wollt ich Berufseinsteigern zeigen, dass man auch als Bauingenieur gutes Geld verdienen kann. Mit Prahlerei haben meine Aussagen hier nichts zu tun. Als Ingenieur besinne ich mich lediglich auf Fakten!

@Hornisse:
Fakten können manchmal schmerzlich sein. Die von mir geleisteten Angaben sind durchweg richtig. Ich hatte zu den Gehältern auch die Unternehmen genannt, die aber vom Betreiber des Forums gelöscht wurden. Bei großen Unternehmen wird sowieso nach internen Satzungen, die mit dem Betriebsrat etc.vereinbart wurden gezahlt. Wer Gehälter von 45 bis 50 K nicht glaubt, kann sich doch dort erkundigen.

Des Weiteren sehe ich für die jenigen, die schlecht verdienen und auf ihrer Gehaltsleiter nicht weiter kommen (aus welchen Gründen auch immer) folgende Möglichkeit. Weiterbildung zum Bauasessor! Der Staat zahlt gut! Das relativ geringe Bruttogehalt täuscht oft, denn als Beamter werden keine Sozialleistungen vom Brutto gezahlt!. Wer in Hessen beim Staat als Bauingenieur arbeitet, wird in die A13 eingestuft - d.h., dass als Netto unverheiratet, ohne Kinder noch fast 2800 € Netto im Monat übrig bleiben. Die habe ich mit meinem relativ hohen Gehalt nicht!

biene | 08. Januar 2013 - 11:27

@Hornisse:
Dann suche du mal schön die Stelle vom Amt in Freiburg raus. Man kann es so drehen wie man mag. Und ich gebe dir in einem sogar recht: Als Bachelor und FH-Ingenieur ist man "oft" im Öffentlichen Dienst unterbezahlt, vergleiche Lehrer im Öffentlichen Dienst. Öffentlicher Dienst aus meiner Sicht nur mit Master in entsprechender Position, sonst lohnt es nicht.

biene | 08. Januar 2013 - 11:21

@Lau:
Dort wo ich war, haben viele 50 h die Woche gearbeitet (gerade die Bauleiter).

Baumeister306 | 08. Januar 2013 - 11:08

Was hier meiner Meinung nach viel zu kurz kommt, ist die Perspektive in einem Job. Was bringen mir die 50k Einstiegsgehalt wenn es keine Aufstiegsmöglichkeiten gibt? Ich denke da überwiegt eher die Perspektive. War in meinem Fall auch so und bisher bin ich voll zufrieden und habe Spaß an dem was ich mache.

@Lau:
Die Frage ist eher ob man mit der Arbeitsweise einiger im Öffentlichen Dienst klar kommt und eine Zusammenarbeit möglich ist. Ich denke das ist eine Typfrage. Ich könnte es nicht.

@JoMue:
War bei deinem Bewerbungsgespräch Vitamin B im Spiel?

Lau | 08. Januar 2013 - 08:38

Ok, ich hatte mich verlesen. Hatte was von 4k/monat im Kopf und mich gewundert, wie das im TV-V möglich ist. Aber die 40k sind meiner Meinung nach für einen BA-Absolventen der absolute Durchschnitt. Die Frage ist nur, ob man nicht woanders später mehr kriegt. Im Öffentlichen Dienst kann man sich das ja leicht ausrechnen, was man übermorgen an Gehalt bekommt. Allerdings sind die Arbeitszeiten wohl auch nicht zu verachten, 50-60 Stunden arbeitet da niemand.

biene | 07. Januar 2013 - 20:17

Das ist so lächerlich was hier abgeht. Alleine die Aussage für die 51.000 musst du aber sicherlich viel arbeiten. Da fällt mir nur eins ein: ein anderes Argument um die Aussage zu hinterfragen ist Ihnen wohl auch nicht eingefallen oder? Meint ihr eigentlich ein anderer muss nicht viel arbeiten? Wolltet ihr mit eurem Arzt tauschen? Ich nicht, aber jeder hat freie Berufswahl. Ich kann das Gejammere von einigen hier nicht mehr hören. Warum habt ihr diesen Beruf gewählt? Warum wechselt ihr den Beruf nicht oder wenigstens die Branche? Warum eignet ihr euch keine Zusatzqualifikationen an?

Richtig, weil es doch viel einfacher ist in einem Forum zu jammern, wie arm man doch selbst ist. Ja nichts an der eigenen Situation ändern. Keiner zwingt euch das zu machen, was euch nicht gefällt oder wo ihr mies verdient! Es gibt immer eine Lösung.

bau-insch | 07. Januar 2013 - 15:18

Da vor Weihnachten die irrige Meinung "sehr gute Noten = bevorzugte Einstellung bei Baufirmen" verbreitet wurde, möchte ich folgenden Tipp geben: Versucht doch einfach mal, euch in den Inhaber der Baufirma hineinzuversetzen. Wenn dieser seine Pappenheimer kennt, wird er die Bewerbungen von Absolventen mit sehr guten Noten hoffentlich gleich wieder ohne Vorstellungsgespräch zurücksenden.

Schließlich will er doch keine Theoretiker, sondern Praktiker mit möglichst Maloche-Erfahrung auf der Baustelle als Bauleiter beschäftigen. Ok, wenn der Bewerber schlüssig nachweisen kann, ein ausgewiesener Praktiker zu sein, dann sollte auch diesem Streber eine Chance in einer Baufirma gegeben werden.

bau-insch | 07. Januar 2013 - 14:51

@Lau: Was du im TV-V erwarten kannst, ist z.B. in
http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/
zu ersehen. Einfach auf "TV-V" klicken, dann am besten unter "Tabellen-Archiv" die aktuell gültige Tabelle anklicken. Dort sind in den Zeilen die Gehaltsgruppen 1 bis 15 und in den Spalten die Gehaltsstufen 1 bis 6 dargestellt. Wenn Du auf eine der Zellen klickst, öffnet sich eine Brutto-Netto-Berechnung für die Lohnsteuerklasse 1. Du kannst das Jahresgehalt jedoch auch selbst berechnen: Einfach das Monatsgehalt x 13 nehmen. Die Tabellen sind im Prinzip analog für den TVöD (Kommunen) bzw. TV-L anwendbar mit dem Unterschied, dass dort das Jahresgehalt bis zur Gehaltsgruppe 12 das 12,8-fache bzw. ab Gruppe 13 dann nur noch das 12,6-fache eines Monatsgehalts beträgt.

Weitere nützliche Infos findest hier:
http://oeffentlicher-dienst.info/einstieg/einfuehrung/
http://oeffentlicher-dienst.info/einstieg/matrix/

Die Einteilung der Abschlüsse in die Gruppen wird in der Regel folgendermassen vorgenommen:
- Techniker bis Gruppe 9 (mittlerer Dienst)
- FH-Ing. bzw. Bachelor in Gruppe 9 bis 12 (gehobener Dienst)
- Uni-Ing. bzw. Master (Uni) in Gruppe 13 bis 15 (höherer Dienst)

Dagegen geben die Stufen die einschlägige Berufserfahrung wieder. Mit 0,0 Jahren einschlägiger Berufserfahrung wird der Kandidat für ein Jahr in Stufe 1 eingruppiert. Dann 2 Jahre in Stufe 2, 3 Jahre in Stufe 3, 4 Jahre in Stufe 4, 5 Jahre in Stufe 5. Nach 15 Jahren wird demnach Stufe 6 erreicht, wobei dies Stufe im TV-L nur teilweise existiert.

Bei mehr als 3 Jahren einschlägiger Berufserfahrung muss der Kandidat seit Anfang 2008 zwingend in die Stufe 3 eingruppiert werden. Jedoch kann bei entsprechend langer Berufserfahrung durchaus auch die Stufe 4 vergütet werden (Kann-Regelung).

Auch den aktuellen Tarif der DB kannst Du in der o. g. Website unter
http://oeffentlicher-dienst.info/bpt/
einsehen. Allerdings kann ich Dir diesbzgl. leider nicht weiterhelfen. Mit Sicherheit gibt es jedoch Foren, wo sich bei der Bahn angestellte Mitarbeiter geoutet haben.

bau-insch | 07. Januar 2013 - 14:07

Wenn ich mal zu den unsäglichen Gehaltsvorstellungen von biene meinen Senf dazugeben darf: Du hast 0,0 Erfahrung in Ingenieurbüros, oder? Dagegen gerade mal einige Tage in der öffentlichen Verwaltung, oder? Des weiteren strebst Du einen Job in einem IB an, ohne bis jetzt zu ahnen, dass Du dort jede halbe Stunde einem Projekt zuweisen musst. Und wehe, Du kommst in die "roten Zahlen": Dann gibt es - zu Recht - richtig Ärger von Deinem Chef.

Dann würde mich noch interessieren, ob Du meine Beiträge bzgl. unauskömmlichem Honorar sowie die Forderungen der Ingenieurbüroinhaber nach deutlich höheren Sätzen im Zuge der für dieses Frühjahr vorgesehenen Novellierung der HOAI gelesen und vor allem verstanden hast.

Was mich bei den vielen Beiträgen der Master-Absolventen - selbst diejenigen in der zurückliegenden Woche - "a bissle arg" stört: Es wird viel zu wenig auf das tatsächlich erzielte Einkommen pro Stunde sowie den zu erwartenden (Dis)Stress eingegangen. Wenn z. B. JoMue am 4. Jan. 13 damit prahlt, dass er/sie als Berufseinsteiger bereits 51.000 Euro verdient, dann wird das mit 100-prozentiger Sicherheit kein Job in einem IB sein, oder? Auch würde mich gelegentlich interessieren, wieviele Wochenstunden dafür im Durchschnitt geleistet werden dürfen.

Hornisse | 07. Januar 2013 - 12:44

So langsam wird es lächerlich. Die Gehaltsangaben, die hier gepostet werden übersteigen die Werte jeglicher unabhängiger Gehaltsstudien und meiner mehrjährigen Erfahrung um Meilen. Das Merkwürdige dabei ist, dass die unabhängigen Gehaltserhebungen und meine Erfahrungen ziemlich deckungsgleich sind. Die hier geposteten Angaben aber allesamt (bis auf Druckgurt's Angaben) nicht realistisch sind.

Wenn man den, offensichtlich interessengetriebenen, Angaben in diesem Forum Glauben schenken würde, hiesse das, dass das in den letzten 10 Jahren schwestens krisengebeutelte Bauwesen innerhalb der letzten 2 Jahre gehaltstechnisch vom abgeschlagenen letzten Platz auf den ersten Platz aller technischen Berufe gesprungen ist. Wer soll das glauben?

Wenn ich solche Angaben wie 51k Startgehalt und 65k Statikergehalt (einfacher Sachbearbeiter!!!) lese, beschleichen mich grosse Zweifel an der Seriosität dieses Forums.

Das Schlimme in Deutschland ist die fehlende Transparenz der Gehälter. Wer mal im Ausland gearbeitet hat, weiss was ich meine, denn dort sind die Gehälter oft in den Jobinseraten angegeben. Das macht solche Auswüchse wie sie hier zu lesen sind ganz rasch zu dem was sie sind - Propaganda.

Ich suche eventuell noch eine Jobanzeige des Strassenbauamtes in Freiburg heraus. Gesucht wurde dort ein Projektleiter als Freiberufler, befristet auf die Projektdauer von 2 Jahren. Vergütung waren umgerechnet 3000 Brutto pro Monat a 12 Monatsgehälter. So sieht die reale Bauwelt ausserhalb der Hochglanzpropaganda aus.

Heinz | 05. Januar 2013 - 17:29

Für die 51.000 EUR wirst du aber auch viel leisten müssen, wenn du es Wert bist. Kein Chef bezahlt für einen Abschluss, ein Chef bezahlt nach Leistung und wenn du diese nicht bringst wirst du den Posten auch nicht lange halten bzw. das Gehalt.

JoMue | 04. Januar 2013 - 18:29

Um mit Fakten zu glänzen:
Ich: Master, Bauleiter, Berufseinsteiger, ländliche Gegend, Einstiegsgehalt knapp 510000 + Auto, Gehaltserhöhung nach 6 Monaten um 3%
Kommilitone: Master, Tragwerksplaner, Baukonzern, Berufseinsteiger, Hamburg, Einstiegsgehalt: 44500
Kommilitone: Master, Bauleiter, Berufseinsteiger, Baukonzern, Frankfurt, Einstiegsgehalt: 44000 + Auto nach einem 1/2 Jahr
4 Kommilitonen: Bachelor, Bauleiter, Berufseinsteiger, Bauunternehmen, Nidda, Einstiegsgehalt: 41000
1 Kommolitone: Master ARCHITEKT, Berufseinsteiger, Gießen, 28000

biene | 04. Januar 2013 - 17:28

@Equilibrium:
Das stimmt nicht, ich habe schon ein gewisses Gehalt bekommen, siehe meine älteren Beiträge. Warum soll ich mich zurücknehmen? Ich wüsste nicht was ich falsches gesagt habe. Wenn es manche in den falschen Hals bekommen haben (warum auch immer) tut mir das sehr leid! Aber einige hier wollen sich einfach nicht damit abfinden, dass es anderen finanziell besser geht. Ist das der Neid? Keine Ahnung, vielleicht gönnen manche es dem anderen nicht).

Ich gönne und wünsche es jedem. es sind nicht nur meine Argumente, die von einigen hier auseinandergepflückt werden. Glaubt einfach was ihr wollt und ich glaube was ich will - und wenn ich naiv bin, na und. Dann werde ich eben irgendwann auf den Boden der Tatsachen zurückkommen oder eben auch nicht. Ich finde lediglich, dass sich einige Bauingenieure unter Wert verkaufen (andere aber auch nicht!). Wir leben schließlich in einer Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage. Dass es derzeit in manch anderer Branche (z.B. Medizintechnik, Flugzeugbau, Automotive) sehr gut aussieht, sehe ich allerdings auch.

@JoMue:
Das kann doch alles gar nicht sein.:-)

@pro:
Richtig, so ist das. Deswegen ist Öffentlicher Dienst für Bachelor nicht gerade toll.

Pro 21 | 04. Januar 2013 - 14:09

@Lau:
Die 40.000 (eigentlich 39637.26) Euro sind möglich als Bachelor, nach TV-V. Alle zwei Jahre bekommst Du ein bisschen mehr. Dafür hast Du keine Entwicklungsmöglichkeiten und es kann Dir passieren, dass ein Geograf im gleichen (öffentlichen) Unternehmen, mehr bekommt als Du.

biene | 04. Januar 2013 - 12:54

@Horschti:
Selbst ich finde es richtig, was du schreibst:

1.) Ich habe mein Masterstudium so ausgerichtet um aus den klassischen Feldern des Bauwesenes evtl. zu entkommen. Ob dies gelingt, weiß ich noch nicht. Ich bin da aber optimistisch und denke schon.
2.) Richtig, ich wurde nach TVV 9 als Ingenieur bezahlt. Und das war klar zu wenig, da Bautechniker, Meister etc. dasselbe Gehalt hatten. War ich aber selbst schuld, da die Stelle auch für einen Bautechniker ausgeschrieben war (was absolut nicht heißen soll, dass die schlechter sind - aber ein Studium in so einer Richtung muss sich irgendwo auch lohnen).

@Lau:
Siehe unter 2.)
3.) Ja richtig, ich mache einen Master um später mehr zu verdienen und bessere Chancen zu haben. Aber in erster Linie auch aus Interesse. Aber Ok, vielleicht sollte ich mich im Gehalt nicht so festlegen, werde es aber probieren.
4.) Und nein, es ist nicht jeder selbst schuld. Allerdings bringt Rumjammern und in der Situation verharren doch auch nichts. es gibt IMMER eine Alternative. Und wenn es ein Aufbaukurs/Studium ist o.ä.

Mir ist vollkommen bewusst was hier einige schreiben (sowohl positives als auch negatives). Aber hier wird doch oft zu sehr alles negativ gesehen. Jeder hat letztendlich auch zu einem gewissen Teil selbst in der Hand, ob er mit den Arbeitsbedingungen einigermaßen zufrieden ist oder nicht. Aber lest euch doch noch einmal die Ausgangsfrage durch. 2700 brutto nach 5 Jahren Berufserfahrung. Das ist lächerlich Leute, Sorry.

Equilibrium | 04. Januar 2013 - 11:52

@JoMue:
Die Idee, ein Monatsgehalt statt eines Jahresgehaltes als Gehaltswunsch zu nennen ist ein super Tipp! Die Sache hat aber einen Haken: Wenn Du einen Arbeitgeber findest, der tatsächlich so blöd ist, dass er dabei durcheinander kommt und Dir aus Versehen mehr zahlt als er ursprünglich vorhatte, dann wirst Du bald danach wieder einen neuen Arbeitgeber brauchen. Den alten gibt's nämlich nicht mehr lange.

Mal im Ernst: Für junge und naive Studienabsolventen mag die wundersame Welt der Jahresgehälter basierend auf unzähligen Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Dienstwagen, Gratifikationen, Sachleistungen etc.) - sofern sie denn überhaupt geleistet werden - verwirrend sein. Für den Arbeitgeber - sofern er sein Handwerk versteht - dagegen nicht

@Horschti:
Danke für diese sehr gute Zusammenfassung. Du sprichst hier wohl einigen aus der Seele.

@biene:
Zu Deinem Zitat "Mir will nicht in den Kopf, wieso ihr euch so unter Wert verkauft."
Du hast bislang noch kein einziges Gehalt erzielt, dass Deiner eigenen Vorstellung entspricht, also halte Dich doch bitte erstmal zurück, bevor Du hier Leute verunglimpfst, die bereits wissen wovon sie sprechen. Ich gebe Dir ja Recht, dass sich auch als Bauingenieur höhere Gehälter erzielen lassen, als in den Gehaltsstatistiken als Durchschnittswert angegeben.

Aber das liegt in der Natur der Sache und trifft nunmal auf alle Berufe zu. Es kann schon sein, dass Du später Deine 50k bekommst, aber diese Gehälter werden üblicherwiese in Ballungszentren gezahlt und dann ist jeder Euro effektiv auch nur noch 80 bis 90 Cent wert. Das wirst Du dann spätestens merken, wenn Du dich zuerst über 50k in Frankfurt oder München freust und dann anschließend versuchst dort ein Eigenheim zu bauen. Da ist manch einer mit 42k in einer "normalen" Gegend plötzlich der reichere von Euch beiden.

Heinz | 04. Januar 2013 - 09:46

@Horschti:
Danke, sehr gut dargestellt!

Lau | 04. Januar 2013 - 09:17

@Horschti:
Glaubst du wirklich, dass Biene sich nach (min.) 2 Jahren MA eingesteht, dass alle hier im Forum recht hatten? Wenn er/sie im ersten Vorstellungsgespräch lachend nach Hause verabschiedet wird, weil er/sie mehr verlangt, als der Personaler vor ihr verdienen will? Im Übrigen sind 40k als BA auch im TV-V schon sehr viel, oder sehe ich das falsch? So ohne Berufserfahrung usw.

Ganz nebenbei wollte ich mal fragen, da man mitlerweile ja von Werbung überrollt wird, ob jemand einen aktuellen Tarif der DB hat? Verdienen die Bauingenieure immernoch so schlecht dort? Kenne die DB nur als Partner.

Horschti | 03. Januar 2013 - 22:00

@biene:
seit mindestens einem halben Jahr bringst du hier ständig die gleichen Aussagen:
1. Du machst einen Master mit Vertiefung Wasser/Energie, damit du nicht in den klassischen Bereichen des Bauingenieurwesens (mit den schlechten Arbeitsbedingungen) arbeiten musst.
2. Du warst nach dem Bachelor-Abschluss für einige Zeit bei einem Versorgungsbetrieb (TV-V) tätig und hast dort, deiner Meinung nach, zu wenig verdient.
3. Du machst deinen Master-Abschluss um später 50k € als Einstiegsgehalt zu fordern.
4. Jeder der weniger verdient ist selbst schuld, weil er a) sich nicht verkaufen kann, b) die falsche Vertiefung gewählt hat, c) sich ausbeuten lässt.

Die Aussagen 3. und 4. wiederholst du ständig. Die Aussage, dass jeder Bauingenieur als Einstiegsgehälter zwischen 45k und 50k € erreichen kann, ist lediglich mit den Erzählungen von Bekannten unterlegt. Auch sonnst kommt, außer deiner persönlichen (aus meiner Sicht zugegeben, etwas naiven) Meinung nicht viel Sachdienliches.

Kurzum folgende bitte: Beende dein Masterstudium, schreib Bewerbungen und berichte vom Ergebnis. Bis dahin halte dich bitte etwas mit deiner Meinung zurück (die hast du ausführlich kundgegeben). Sachdienliche Kommentare, wie etwa Hinweise auf aktuelle Statistiken sind natürlich immer gern willkommen.

GT1412 | 03. Januar 2013 - 14:12

Aber die Ausgangsfrage allein schockiert ja schon. Da fragt doch tatsächlich jemand, ob 2700 Brutto mit der Vertiefung Siedlungswasserwirtschaft nach 5 Jahren Ok sind? Hallo gehts noch? Das sind in dem Bereich sogar zum Einstieg als Bachelor deutlich zu wenig (im übrigen verdienen manche Ausbildungsberufe zum Einstieg fast so viel je nach Firma) und da ist auch mehr rauszuholen. Wenn mir sowas jemand bieten würde, ich glaub ich würde das Vorstellungsgespräch verlassen. Und das verdient jemand nach 5 Jahren. Da wären 4000-4700 wohl angemessener.

biene | 02. Januar 2013 - 15:29

Angebote von 30-36k sind einfach nur ein Witz, Sorry. Ich wäre aufgestanden und gegangen, wenn man mir so etwas bieten würde. das verdient einer mit einer Ausbildung ohne Abitur, Studium FH-Diplom oder gar Master. Dann kann man sich die 10-Jahre Weiterbildung ja sparen bis zum Master für so einen Hungerlohn. Sowas nennt man Ausbeutung auf höchstem Niveau. Ich weiß auch gar nicht mehr, ob ich hier einige Beiträge ernst nehmen soll.

Nehmen wir mal die 30k, das sind 2500 Brutto (eher noch weniger mit Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld). So jetzt zum Vergleich. Ich kenne einige, die eine stink normale Ausbildung haben (hab ich übrigens auch noch zusätzlich) und die erreichen schon ca. 2500 Brutto. Denkt mal darüber nach. Dafür braucht man nicht studieren und erst recht nicht so ne hohe Verantwortung zu tragen!

biene | 02. Januar 2013 - 15:21

@druckgurt:
Dann werden du und deine Komillitonen schlecht bezahlt. Aber in deiner Branche ist das anscheinend des Öfteren so (Tragwerksplanung). Habe ich auch schon oft gehört. 45-50k als Master of Engineering (Science kenne ich mich nicht aus) sind vollkommen in Ordnung und die hat man verdient. hatte als bachelor 40k zum einstieg, Kollegen ähnlich.

Allerdings nicht in der Tragwerksplanung. Die die da angefangen haben waren deutlich schlechter dran, was man so hört. Aber das wurde hier und in anderen Diskussionen schon zig mal besprochen.:-) Mir will nicht in den Kopf, wieso ihr euch so unter wert verkauft.

FlipB | 02. Januar 2013 - 00:29

> wenn man selbst beruflich nicht weit gekommen ist.

Ganz klares "Argument" der Baulobby. Was bringt es im Bauwesen "weit zu kommen", wenn man im Vergleich zu einem "weit gekommenen" Chemiker nach wie vor gehaltstechnisch massivst abstinkt? Man ist als Trainee in Bauwesen genauso erledigt wie als Abteilungsleiter.

> Warum sollte die Baulobby hier denn Lügen nötig haben

Damit in der Baubranche ja niemand auf die Idee kommt, eines Tages mal angemessen bezahlt zu werden. Solltest dich schämen, sowas in der Probezeit noch nicht verstanden zu haben. Wer ist dein Vorgesetzter, ich will eine Beschwerde einbringen.

> dass User wie du von einer Personalabteilung sein könnten, die bereits fertigen Bauingenieuren lächerliche Gehälter als angemessen unterschieben möchten!

Ein Personaler repräsentiert IMMER die Interessen der Firma. Warum sollte ich es als Personaler begrüßen, dass Bauingenieure angemessen (also deutlich darüber, was real abgeht) bezahlt werden sollen?

Druckgurt | 31. Dezember 2012 - 15:48

Wer als Absolvent € 50.000 bekommen möchte, gehört zu den Top 2 Prozent aller Ingenieursabsolventen aller Ingenieursstudiengänge inklusive Elektrotechnik, Chemie und Mechatronik etc pp. Ich bin ebenfalls vor einem halben Jahr fertig geworden und hatte Angebote von € 30.000 bis 36.000 als Tragwerksplaner in norddeutschen Metropolregionen (HH, HB, Hannover, Braunschweig, Berlin).

Bin Uniabsolvent mit konstruktiver Vertiefung und auch meine Kommilitonen haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Alle in der Bandbreite 30.000 bis maximal 40.000 Brutto pro Jahr. Keine Extras wie Auto oder bezahlte Überstunden. Mich wundert es, dass hier irgendwie alle Fachhochschüler mit Bachelor so viel mehr bekommen als meine Kommilitonen und ich. Ich dachte wir wären mit unseren Gehältern ganz OK!?

Peter_Pan | 30. Dezember 2012 - 21:00

Nachdem ich das Forum schon länger interessiert verfolge, nun einmal meine Erfahrungen. Ich habe vor etwa einem Jahr als Tragwerksplaner in einem größeren Ingenieurbüro angefangen. Von sechs Bewerbungen wurde ich übrigens bei fünf zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich habe damals 40.000 € als Einstiegsgehalt vorgeschlagen, diese wurden auch direkt akzeptiert. Hier wäre sicherlich noch etwas mehr drin gewesen, aufgrund der vielen negativen Kommentare bzgl. Gehälter etc, nicht nur hier, hielt ich mehr zu fordern aber für unangemessen.

In Kürze rechne ich mit einer Erhöhung auf etwa 43 - 44k. Noch als kurze Info: Habe an einer für´s Bauwesen sehr guten Uni studiert und kenne niemanden, der danach Probleme bei der Stellensuche hatte. Kann also die ganze Schwarzmalerei in keinster Weise bestätigen.

JoMue | 28. Dezember 2012 - 18:30

Noch einen Rat für die Gehaltsverhandlung: Wenn nach den Gehaltsvorstellungen gefragt wird, sollte nicht ein Jahresgehalt, sondern ein Monatsgehalt genannt werden. Vorteil: Hier könnte sodann noch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld - je nach den internen Betriebsbestimmungen - abgegriffen werden. Wenn ein Jahresgehalt genannt wird, so wird dies meist durch die jährlichen Monatsgehaltsauszahlungen geteilt (meist 13,25 Monate pro Jahr o.ä.). Nennt man jedoch das Monatsgehalt, so erhöht sich das Jahresgehalt um den Faktor (13,25/12).

biene | 28. Dezember 2012 - 15:07

@JoMue:
Super, dann werde ich auch 50 000 als Einstiegsgehalt als master of engineering verlangen. Das hat man auch verdient aus meiner Sicht. Viele verkaufen sich einfach nur unter Wert! Leider - und es gibt auch sehr viele schlechte Absolventen. Wobei ich auch eher gut bin und nicht zu den ein zwei super guten gehöre. Aber das ist sowieso schnuppe denke ich. Noten sind 2rangig.

Numerobis | 28. Dezember 2012 - 08:37

@FlipB:
Es ist einfach, gutverdienende User hier als "für die Bauindustrie tätig" hinzustellen, wenn man selbst beruflich nicht weit gekommen ist. Warum sollte die Baulobby hier denn Lügen nötig haben, wenn offensichtlich Leute wie du und Hornisse für das Gehalt eines Bandarbeiters zu haben sind?! Die Unterstellung ist genauso haltlos wie die, dass User wie du von einer Personalabteilung sein könnten, die bereits fertigen Bauingenieuren lächerliche Gehälter als angemessen unterschieben möchten!

BKPM | 27. Dezember 2012 - 22:31

Arbeitet mal 10 bis 15 Jahre, dann seht ihr, was Noten wert sind, nämlich verdammt wenig. Ich kenne genug mit top Noten, die im Bauwesen - hier in meinem Schwerpunkt Projektsteuerung - sowas von falsch sind. Null Praxis, keine Erfahrung und letztlich auch "unbelehrbar" - zeigt sich unter anderem auch an extrem überhöhten Kosten, weil wieder mal was vergessen wurde und Termine nicht zu halten sind. 60.000 für einen Anfänger halte ich auch für viel und da muß man erst mal zeigen, ob man das auf Dauer halten kann.

JoMue | 23. Dezember 2012 - 22:20

@Lau:
Richtig lesen! Ich habe diese Aussage in Abhängigkeit von der Studienzeit getroffen und nicht allein von der Ausbildungsart. Meiner Auffassung nach sind sich der Diplom- und der Bachelorabschluss sehr ähnlich. Der Inhalt ist jedenfalls nahezu identisch. Die Problematik sehe ich eher in der Tatsache, dass die Studierenden immer schlechter werden. Was dort in den Schulen vorher geschehen ist, ist teilweise nicht nachvollziehbar. Nach meinem Bachelorabschluss hatte ich durch gute Leistungen das Glück, während meiner Masterausbildung einen Lehrauftrag zu bekommen. Dort unterrichtete ich angehende Bachelor- und Diplomingenieure in der Festigkeitslehre.

Hier dachte ich teilweise, dass manche Studenten noch nie etwas von einem Differential oder Integral gehört hatten - und dies unabhängig vom Bachelor- oder Diplomstudiengang. Betrifft Gehalt: Leider ist Ihre Aussage nicht zutreffend. Ich komme aus einer ländlichen Gegend und hatte mich auch nur in ländlicher Gegend beworben. Auch ehemalige Studienkollegen, mit denen ich noch in Kontakt stehe, bestätigen dieses Gehalt. Also verkauft euch nicht zu billig! (Für die Zukunft! - andere Ingenieurssparten lachen uns sonst weiter aus).

Herr Lau, falls Sie vergleichsweise zu wenig verdienen, sollten Sie neu verhandeln oder an ihrer Auftritts- bzw. Ausdrucksweise arbeiten.

@GT1712:
Diese Erfahrungen kann ich leider nicht teilen. Momentan gibt es leider sehr viele "nicht so gute" Absolventen auf dem Markt. Eine Tendenz, wer schlechter ist, kann ich hier leider nicht erkennen. Dies mag daran liegen, dass nicht der Titel, sondern der Mensch die Fähigkeit bestimmt - insbesondere deshalb, weil der Studieninhalt nahezu identisch ist.

@GT2027:
Hallo, wenn man ein Fach mit Bestnote belegt hat, bedeutet dies 100%, schreibt man eine 1,3 - bedeutet dies 91%. In meinem Zeugnis habe ich 4 x eine 1,3, aber auch überwiegend 100%. Meine Gesamtprozentzahl beträgt 95,0%. Eine 1,0 als Abschluss erlangt man zwischen 100% und 95% - leider war ich auch der Einzige mit einer 1,0. Ich hatte mich im Bachelorstudiengang in der Studienrichtung "konstruktiv" vertieft. Im Master dann konstruktiv, Kalkulation und zusätzlich Baumanagement. Beworben habe ich mich in allen Studienschwerpunkten. Das Arbeitsangebot, das ich angenommen habe, ist der Bereich der Bauleitung in einem mittelgroßen, nordhessischen Bauunternehmen.

biene | 23. Dezember 2012 - 11:40

@Lau:
ein bachelor ist nicht mehr wert als ein diplom. Aber er war zumindest an meiner FH schwerer als das alte FH Diplom (obwohl es im alten FH Diplom noch eine Vertiefung gab). Das ist einfach Fakt. Natürlich hat die Vertiefung gefehlt. Aber das wren nur 2-3 Fächer, dafür sind bei uns einige Projekte dazugekommen, die es im FH Diplom nicht gab.

Natürlich ist ein bachelor NICHT mit einem TU/Uni Diplom auch nur annähernd vergleichbar. Deswegen mache zumindest ich ja noch den Master, den ich persönlich ein wenig über dem TU Diplom ansehe (vom Stoffumfang, nicht vom Schwierigkeitsgrad, da eher gleich bzw. kommt es sowieso auf den Prof. an). Spreche hier von einer HS und keiner Uni (wo ich oft zu hören bekommen habe, dass der Diplom-Stoff nun dem Master-Stoff entspricht, kann ich aber nichts zu sagen). An meiner Hochschule sind durch den Master nur neue Fächer dazugekommen, die es im früheren FH Diplom nicht gab.

FlipB | 23. Dezember 2012 - 03:48

Sehr gute Beiträge von Hornisse und GT1912. Ganz offensichtlich ist Numerobis von der Baulobby, fehlt nur noch, dass er sich das auf die Stirn drauf schreibt. Dürfte sich wohl noch in der Probezeit als Baulobbyanwärter befinden und versucht sich hier gegenüber gestandener Kerle wie Hornisse zu behaupten. Sehr ulkig und lieb von Numerobis, das dürfte für eine unbefristete Anstellung bei der Baulobby reichen.

JoeMue ist offensichtlich kein Bauingenieur, deutlich daran zu erkennen, dass ihm wesentlich bessere Einstiegsgehälter angeboten wurden. Er schreibt auch nicht, er wäre Bauingenieur. Ich vermute, JoeMue ist ein Fernmeldetechniker, Elektrotechniker, Chemieingenieur etc. und gibt uns armen Opfern Tipps sich nicht unter Wert zu verkaufen. Gut gemeint, aber das funzt in der zerstörten Baubranche nunmal bei den Massen Büros ganz und gar nicht.

Heinz | 22. Dezember 2012 - 19:07

Das wollte ich auch schon sagen, bei uns gab es wirklich gute Leute, die haben aber auch nicht besser als 1,6 abgeschnitten, weil es einfach nicht möglich ist. Aber wie hier schon öfters gesagt, drehen wir uns hier im Kreis. Am besten wäre es, wenn sich hier nur noch neue Leute melden, die ihr Einkommen bei welchen Berufsstand, Alter, Tätigkeit, Ort mitteilen, um dass mitzuteilen um was es hier wirklich geht.

Nochmal Übersicht von mir: Einstiegsgehalt 33.000 €, Ost, Bauleitung, mittelständiges Unternehmen, nach einem Jahr auf 40.000 € p.a.

GT2027 | 21. Dezember 2012 - 20:27

@JoMue:
Was ich allerdings merkwürdig finde ist dein Schnitt von 1,0. Das bedeutet ja du hast nicht einmal eine 1,3 irgendwo? Das wäre bei uns unmöglich gewesen! Wie hast du das hinbekommen? In welcher Branche arbeitest du. Erzähl doch mal ein bisschen.

Lau | 21. Dezember 2012 - 20:12

Meine Fresse, da platzt einem so langsam echt der Kragen. Bachelor ist mehr Wert als ein Diplom? In welcher Welt leben Sie? Das ist wirklich sowas von falsch. Und jeder BA-Absolvent mindestens 40k? Meinetwegen in Hamburg oder München. Und dann auch nicht weit weg der 40. Soviel Schwachsinn auf einem Haufen!

biene | 21. Dezember 2012 - 19:49

@Jomue:
Super Beitrag! Endlich einer, der es auf den Punkt bringt! Ich fand meine 40k Einstiegsgehalt nämlich auch zu wenig.

GT1712 | 21. Dezember 2012 - 17:12

@JoMue:
Dem muss ich deutlich widersprechen! Was ich zum Prüfen von Berufsanfängern mit Bachelorabschluss FH zum Prüfen auf den Tisch kriege ist wesentlich dürftiger und fehlerbehafteter als das von Diplomingenieuren. Da fehlt meistens jegliches Verständnis für die Theorie!

JoMue | 21. Dezember 2012 - 14:39

Hallo zusammen,
ich habe dieses Jahr mein Masterstudium an einer FH mit der Note 1,0 abgeschlossen und mich bei 7 Arbeitgebern beworben. Glücklicherweise hatte ich 7 Zusagen, sodass ich hier die freie Wahl hatte. Die Lohnvorstellungen der Arbeitgeber gehen weit auseinander. Das niedrigste Gehalt wurde mir mit 42.000 €/Jahr vorgeschlagen. Ich habe als Berufsanfänger eine Anstellung mit einem Jahresgehalt von knapp 51.000 € plus Auto mit Nutzungsüberlassung angenommen. Auch Studienkollegen, die nach dem Bachelorstudium ins Arbeitsleben gestartet sind, haben über 40.000 € Jahresgehalt aushandeln können.

An dieser Stelle muss ich den Bachelorabschluss auch in Schutz nehmen! Ein Bacheloringenieur, der seine Ausbildung in Regelstudienzeit schafft, hat in der Regel mehr auf dem Kasten, als ein Diplomingenieur, der sein Studium ebenso in Regelstudienzeit geschafft hat.

Begründung: Der Lerninhalt ist gleich - die Studienzeit hingegen nicht! Der Bacheloringenieur schreibt die identischen Klausuren wie der Diplomingenieur und muss noch leider nicht nur die Studienleistungen, sondern alle Leistungen mit in sein Zeugnis einbringen. In meinem Studiengang fingen wir im Winter 2007 mit 200 Studenten im 1. Sem. an. Geschafft haben es 5 Studenten in Regelstudienzeit.

Leider lassen sich viele BAUINGENIEURE für ein zu geringes Gehalt einstellen. Es wird sich immerhin mit einer äußerst komplexen und verantwortungsvollen Aufgabe befasst, die nicht jeder erbringen kann. Die Gehälter für Bauingenieure müssen steigen. Jeder, der für ein geringes Gehalt arbeitet, arbeitet somit gegen die Zunft!

Lau | 21. Dezember 2012 - 12:52

Hier mal eine Statistik der etwas anderen Seite. Ist meiner Meinung nach nicht hetzerisch in der einen oder anderen Richtung, sondern ziemlich der Mittelweg.

http://www.berufsstart.de/einstiegsgehalt/einstiegsgehalt...

biene | 21. Dezember 2012 - 11:04

@Mittelalter Hase:
Ich antworte auf deine Aussagen noch ein letztes Mal:

"@biene:
Welche Phantasien und Wunschträume? - Anwort: Lies dir deine Beiträge der letzten Monate mal durch. Ich habe mich ja bisher einer Bewertung enthalten und versucht, mit belegbaren Fakten die Lage des Berufsstandes der Bauingenieure realistisch darzustellen, während nun doch auch mal jemand der Kragen geplatzt ist. Wer hier Leuten mit Bachelor-Abschluss vorgaukelt, ein Gehalt jenseits der 30-40.000 Euro pro Jahr erzielen zu können, hat einfach keine Ahnung."

Genau, ich habe keine Ahnung, hatte allerdings 40k als Einstiegsgehalt als Bachelor und kenne einige die mehr verhandelt haben. Das ist meine Erfahrung. Akzeptiere es oder lass es eben bleiben.

"Denn warum sollten sich dann mit allen Wassern gewaschene und durch alle Feuer gegangene Berufskollegen und -kolleginnen für weniger verdingen, wenn nun Leute mit einer dreijährigen Grundausbildung und mit nichts weiter als dem Wortschatz aus den seichtesten Hochglanz-Karriereberatern mit einem Male der rote Teppich ausgerollt wird? Man braucht sich nur mal die Fachfragen von Bachelor-Anwärtern hier im Forum anzuschauen, da spürt man ängstliches Bemühen aber wenig Ahnung. Oder die Themen von Bachelor-Arbeiten. Was ist denn die Realität?"

Da muss ich dich wieder enttäuschen. Wenn sich Leute unter ihrem Wert verkaufen ist das deren Problem aber nicht das Problem eines selbstbewussten Bachelor-Absolventen. Was ist mit den Themen der Bachelor-Arbeiten? Meine Bachelor-Arbeit war genau so umfangreich wie eine FH-Diplomarbeit (spreche nur für mich). Habe auch einen Formzettel von meinem Prof. damals erhalten wo oben draufstand "Anfertigen einer Diplomarbeit". Nach meiner Erfahrung ist das Niveau mindestens vom Schwierigkeitsgrad mit dem FH-Diplom vergleichbar.

"Klar können die 10 bis 20 Prozent der Besten sich Stelle und Gehalt aussuchen, aber 80 Prozent eben nicht. Und die 10 bis 20 Prozent bezahlen dafür einen hohen Preis, da sie dann ihr Leben ihrem Job total unterordnen müssen."

Sorry, ich habe nicht zu den besten 10% gehört und deutlich länger gebraucht. Kann ich also aus meiner Erfahrung auch nicht bestätigen.

"Klar gibt es noch die großen technischen Abteilungen von großen Baukonzernen und Planungsbüros mit Tarifen. Aber die werden eingeschmolzen. Zunehmend wird von der Planung bis zur Bauleitung/-überwachung outgesourct, was das Zeug hält. Die noch tarifgebundenen Fertigteilwerke lösen ihre technischen Abteilungen auf und vergeben die Planung per Honorarvertrag an Freiberufler, die von der Hand in den Mund leben."

Das kann ich nicht beurteilen, da mag was dran sein. Ist mir aber zu schwarz gemalt. Es gibt nämlich auch noch andere Branchen und Zusatzausbildungen die man machen kann. Wie du siehst kommen wir auf keinen grünen Zweig. Ich habe andere Erfahrungen gemacht (zumindest was das finanzielle angeht). Das sind allerdings nur meine Erfahrungen.

biene | 20. Dezember 2012 - 11:11

Ich gebs auf. Es macht keinen Sinn mit so Leuten wie Hornisse zu diskutieren.

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