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Montag, 08. März 2021
Ausgabe 7140 | Nr. 67 | 20. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 18

1662 Kommentare | 737025 Aufrufe Kommentar hinzufügen
biene | 02. Dezember 2012 - 11:19

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content...

S. 45/46 >> Kein Bauingenieurmangel!

Steve | 02. Dezember 2012 - 01:26

@biene:
Zitat: "Weil ich das weiß.:-)"

Nun mal langsam, junger Padawan. Ob du gute Arbeit lieferst, darüber befindet erstmal dein Auftraggeber/Chef und nicht du selbst. V.a. im Projektmanagement haben Unifächer/-noten recht wenig mit dem Arbeitsalltag gemein. Ich bin das beste Beispiel. War immer unter den besten, Abschluss mit 1,2 (Uni-Diplom), Vertiefung übrigens nicht konstruktiv sondern Wasserbau (u.a. mit Wahlfächern, die sonst kaum jemand besucht hat), ständig eine glänzende Karriere vorausgesagt bekommen. Bin dann im Projektmanagement eingestiegen.

Ich bin mit meiner jetzigen Anstellung fern vom Bauwesen mehr als glücklich. (Was zwischen den Punkten steht, wurde hier beispielhaft oft genug geschildert und kann sich jeder selbst ausmalen). Btw.: Wann hast du denn deinen Abschluss in der Hand? Ich werd mir den Termin vormerken und dann wieder ins Forum schaun.

Gruß

Pro 21 | 01. Dezember 2012 - 14:59

@biene:
…48-50k als Einstiegsgehalt….

Wenn ich so was lese stelle ich mir echt manchmal die Frage, ob Du auch bereit wärst das Risiko zu tragen und bei einer Fehlentscheidungen, innerhalb deiner Probezeit, aus dem Unternehmen zu fliegen?

Fühlst Du Dich eigentlich in der Lage, selbst ein Projekt bei einem Umsatz von 1 Mio. Euro zu steuern und zu betreuen? Selbst Verträge auszuhandeln, mit dem AG? Leitung von Mitarbeitern? Auch mal ein Telefonat aus London zu beantworten, um eine Entscheidung zu treffen die weitreichende Folgen für das Unternehmen haben kann?

Das Ganze ohne einen Mentor?

celik | 30. November 2012 - 23:29

Ich lese hier schon eine zeitlang mit und denke das viele Kommentare bzgl. der Bezahlung etwas zu negativ angehaucht sind. Ich bin gelernter Fliesenleger und bin im Sommer mit meinem B.eng an einer FH fertig geworden.

Ich hatte 4 Bewerbungen geschrieben, 3 Vorstellungsgespräche gehabt und direkt 2 Jobzusagen als Bauleiter im Hochbau bekommen. Ich arbeite jetzt für 46000 € + weißer Ferrari Kombi, Handy, Notebook, etc. (Überstunden fallen reichlich an und werden im Januar in einem Rutsch abgebummelt)

Mein Bachelorabschluß war eher schlecht. Das hat jedoch in den Vorstellungsgesprächen überhaupt niemanden interessiert. Sicherlich wird man als Bauleiter im Hochbau nicht reich. Dennoch würde ich das Bauingenieurstudium nicht verteufeln. Wer sich (wie ich) auf dem Bau mit knapp über 30 die Knie schon runtergenudelt hat, kann sich durch ein Bauingenieurstudium ein normales Gehalt sichern und sich als Arbeitnehmer auch noch bis ins höhere Alter retten.

Also mir macht der jetzige Job Spaß und meine Familie kann ich auch ernähren. Jedenfalls tausend mal besser als auf dem Boden rumzukrauchen und mit osteuropäischen Wanderarbeitern zu konkurrieren.

mittelalter Hase | 30. November 2012 - 22:31

@biene:
Niemand bezahlt einem Bachelor ein Einstiegsgehalt von 40.000 Euro p.a. Ein Bachelor im Bauingenieurwesen ist nicht berufsqualifizierend.

siehansiehan | 30. November 2012 - 21:26

Na also, hier steht's doch:
http://www.karrierefuehrer.de/magazine/bauingenieure...

TWP | 30. November 2012 - 17:03

@biene:
Dann wollen wir einmal hoffen das es die Anderen auch wissen :-)

biene | 30. November 2012 - 11:07

@TWP:
Weil ich das weiß.:-) Ich spezialisiere mich auf Fächer, auf die sich keiner spezialisiert. Im übrigen habe ich bereits irgendwann einmal geschrieben, dass ich 40.000 EUR Einstiegsgehalt als Bachelor hatte und das für mein Aufgabengebiet zu wenig fand. Die Horrorgehälter hier kann zumindest ich nicht bestätigen.

@PM:
Sorry PM, hab einen Beitrag von Dir falsch verstanden. So ist das wenn man zu schnell liest.

TWP | 29. November 2012 - 16:32

@biene:
Ich würde jetzt den ganzen theoretischen Abhandlungen über die Verdienstmöglichkeiten im Bauingenieurwesen endlich mal Taten folgen lassen. Am besten den Arbeitsvertrag mit allen relevanten Daten (Einstiegsgehalt) hier veröffentlichen. Eine Frage bleibt noch, woher wissen Sie, dass Sie in diesem Beruf gut sind, das angestrebte Gehalt wert sind?

PM | 29. November 2012 - 15:30

@Biene:
Wo hast du denn die 53.000 €/anno her? Das wäre wirklich mies ;-)

@Magnus:
Das glaube ich dir sofort. Ein Tragwerksplaner, der sehr viel für uns rechnet und den ich persönlich gut kenne, ist ebenso sehr zufrieden mit Gehalt, Arbeitszeit und sonstigen Bedingungen.

@Sehbär:
Wenn dich jemand nach deinen Arbeitsstunden pro Woche fragt, was antwortest du? 40 Stunden, weil dies in deinem Vertrag steht oder was du tatsächlich an Arbeitsstunden pro Woche leistest? Ich würde Zweiteres beantworten. Grundsätzlich ist es mir auch egal. Du darfst in diesem Fall auch gerne recht behalten, wenn es denn so sein soll und du dich besser fühlst. Über die Sinnhaftigkeit, der Lohnspiegelumfrage kann man auch streiten. Was macht es für einen Sinn ein Monatsgehalt, ohne Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und sonstige Zulagen anzugeben und dann anderen gegenüberzustellen? Ausschlaggebend ist doch das Gesamtgehalt pro Jahr, wie von bauingenieur24 abgefragt.

Hast du es denn wirklich nicht verstanden, dass du diese zwei Erhebungen nicht so einfach gegenüber stellen kannst? Was möchtest du denn mit einem Auszug aus meinen Beiträgen mit falschen, von dir dazugedachten Interpretationen, aussagen? Dass du Zusammenhänge nicht verstehst?

Was soll das eigentlich ständig mit deiner englischen Definition für Generation? Beantworte mir doch bitte, warum du mir widersprochen hast, als ich gesagt habe, dass es in einem Berufsleben von 30-35 Jahren immer gute und schlechte Zeiten geben wird. Du hast doch dann von einer Führungsgeneration gesprochen, die nur den Abschwung kennt. Gerne können wir dann von einer 10-Jahres-Generation ausgehen. Bei einem Eintrittsalter in eine Führungsposition von ca. 40 Jahren, hat dieser bereits ca. 15 Jahre gearbeitet (nur im Abschwung?) und wird nach 10 Jahren Abschwung, noch weitere 10-15 Jahre arbeiten (nur im Abschwung). Was war dann bitte an meiner Aussage falsch?

Ich fasse meine Ursprungsaussagen, welche der Ursprung dieser unserer Diskussion war, nochmals zusammen: Die Erhebung von bauingenieur24 und Lohnspiegel sind so nicht vergleichbar, wie du es getan hast. In 30-35Jahren im Berufsleben wird es immer gute und weniger gute Zeiten geben. Abschließen noch: Du beschwerst dich über meinen Schreibstil. Lies dir bitte deine letzten Beiträge durch.

PS: Da bin ich aber froh, dass du kürzer getreten bist in deinen letzten Beiträgen. Wie lang wären diese sonst geworden?

biene | 28. November 2012 - 17:37

@PM:
Sorry PM, aber du verdienst mehr als mies für deine Tätigkeit und Bildung! Im Anlagenbau ist deutlich mehr drin. Ich werde als Master auch meine 48-50k als Einstiegsgehalt verlangen basta. Alles andere ist Ausbeutung. Und wenn ich dann eben in den Anlagenbau, die Chemiebranche, Energie o.ä. gehen muss, dann tu ich das. Ich lass mich nicht von irgendeinem Ingenieurbüro in der Baubranche ausbeuten, es sei denn die Konditionen stimmen wirklich und es bietet Nischen an. Guckt euch das Forum an. Guckt euch Elektrotechnik-Foren an, Metalltechnik-Foren. Dann werden einigen mal die Augen geöffnet.

Jetzt mal ganz doof gefragt: Was ist bitte an 53000 Euro mit 36 Jahren und Auslandserfahrung viel? Ich finde das ist nicht viel! Das ist ein Witz! Guckt euch bitte mal die Chemiebranche, Metallbranche, Automobilbranche etc an. Da fängt man ohne jegliche Berufserfahrung als Master soweit ich richtig informiert bin (gibt Tariftabellen) mit ca.50 k an oder? (ohne Ausland). Oder stimmt das nicht, dann verbessert mich bitte. Hier habs gefunden, z.B.:

http://www.uni-saarland.de/fileadmin/user_upload/Sonstiges...

Ca. 50 000 Euro Einstiegsgehalt als Master of Engineering (als Master-BWL ähnlich), Grundlage: 35 h Woche. Soweit ich richtig informiert bin ist der Chemie-Tarifvertrag etc. ähnlich.

Magnus | 27. November 2012 - 23:05

@PM:
Ich finde von der Sache her hast Du recht, wobei ich mein Leben als Tragwerksplaner auch nicht so trist finde, wie das hier immer dargstellt wird (Gehalt + Arbeitszeiten vergleichbar wie bei Dir).

Sehbär | 27. November 2012 - 22:15

@PM:
Nur um Missverständnissen vorzubeugen. Bei der Lohnspiegelumfrage wird 100% nicht ein Gehalt, welches explizit ohne Gratifikationen für Überstunden und besonderen Einsatz abgefragt wird mit einer Arbeitszeit verglichen, die eben diese Überstunden und Extraarbeitsleistungen inkludiert.

Du allerdings behauptest genau das. Nämlich dass die Lohnspiegelumfrage erst ein Gehalt (welches sich ja ausdrücklich auf die arbeitsvertragliche Wochenarbeitszeit ohne Überstunden bezieht) abfragt um es anschliessend durch die real abgeleistete Arbeitszeit mit Überstunden zu teilen.

Das dem nicht so sein kann, sollte jedem logisch denkenden Menschen klar sein. Wenn du jetzt mal kurz inne hälst und das oben stehende einsinken lässt, dann dürfte dir jetzt hoffentlich dein Denkfehler deutlich werden.

Und bitte nicht wieder behaupten, dass du das so nicht gesagt hättest. Es steht hier im Forum. >>> Falls diesbezüglich Zweifel bestehen, kannst du ja gerne eine E-Mail an lohnspiegel.de schreiben und dir erklären lassen wie die Gehaltswerte der Umfrage ausgewertet werden.

Vielleicht solltest du wirklich mal ein paar Momente in dich gehen, bevor du hier den Oberlehrer heraushängen lässt. Wenn man nämlich Oberlehrer sein möchte, sollte man auch ein bisschen was auf dem Kasten haben.

Sehbär | 27. November 2012 - 20:21

@PM:
Bitte nimm es mir nicht übel, wenn ich ab jetzt hier etwas kürzer treten werde und erstmal nicht mehr posten kann. Ich bin beruflich doch recht eingebunden und kann soviel Zeit wie du nicht opfern.

Ich habe gerademal deine Postings der letzten 6 Wochen durchgeflogen und muss sagen, Du hast ja mit deinen 36 Lenzen, jedenfalls nach deinen eigenen Aussagen, einen ziemlichen Lebenslauf absolviert. Hoffentlich kannst du da noch selber den Überblick behalten.

1) Lehre zum Strassenbauer >> 3Jahre (Posting vom 27. Nov.)
2) Fachabitur? (1-2 Jahre?)
3) Studium Bauingenieur FH (mit Abschluss Bachelor), entnehme ich jetzt mal deinem ganzen Auftreten >> 3 Jahre
4) Jahrelange Auslandsaufenthalte in "the middle of nowhere", wo man dich in die sprichwörtliche Wüste geschickt hat >> 4-5 Jahre? Mit Einarbeitungsphase in der Heimat (Posting vom 27. Nov.)
5) Tätigkeit in der Schweiz als Bauleiter >> 2-3 Jahre? (Posting vom 12. Okt.)
6) Aktuell tätig auf "der Gegenseite" - also Bauherrenseite (Posting vom 12. Okt.)
7) Aktuell tätig im Anlagenbau (diverse Postings)
8) Betriebswirtschaftliches Aufbaustudium >> 2 Jahre (Postings vom 18. Okt.)
9) Führungskraft im Anlagenbau mit wöchentlichen Head-Hunter Anfragen >> seit 36 Jahren (kleiner Scherz) (Posting vom 24. Okt.)

Man sollte bei solch einer Vita einen prägnanteren Schreibstil (Zielstrebigkeit) und etwas mehr Offenheit gegenüber den Meinungen anderer Kollegen erwarten. Eigentlich. Leider kommt hauptsächlich Rumgeeiere und Haarspaltereien.

Interessant auch dein Posting vom 16.Oktober: "Meine Theorie und meine Erfahrung aus der Schweiz ist aber, dass in anderen Ländern ALLE Firmen nur so anbieten, dass auch ein ordentlicher Gewinn erzielt werden kann". So eine naive Verallgemeinerung von einem weit gereisten und abgehärteten Mann von Welt? Warum erwähnst du hier eigentlich dein stärkstes Auslandserfahrungsasset nicht? Kann sich ja jeder selber einen Reim drauf machen.

Ganz kurz zu deinem, leider wieder sehr oberlehrerhaft abgefassten, letzten Belehrungspost:
1.) Die Lohnspiegelumfrage erfragt explizit das Monatsgehalt basierend auf einer 40 h Woche.

Hier die Originalfragen: "Wie hoch ist Ihr Gehalt monatlich ohne Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und sonstige Jahressonderzahlungen?" und "Auf wievielen Wochenstunden basiert dieses Gehalt?"

Wenn in Gehaltsumfragen die Frage nach Gehältern und Wochenstunden gestellt wird, ist immer und ausnahmslos das per Arbeitsvertrag geregelte Entgeld und die dazugehörige Arbeitszeit gemeint. Alles andere ist vollkommen sinnlos. Es soll ja schliesslich eine Gehaltserhebung erstellt werden und nicht eine Erhebung über Überstundenvergütungen. (Bitte nicht wieder mit deinen Milchmädchenrechnungen antworten sondern erstmal kurz drüber nachdenken. Danke.)

2) Gererationsdefinition hatte ich gepostet. Der Schlüssel liegt hier im "the same approximate age, having similar ideas, problems, attitudes,".´Wer lesen kann...

Eine Generation von Bauingenieuren würde nach deiner Logik dann eine Zeitspanne von ca. 40 Jahren umfassen? Bitte hier auch erstmal kurz drüber nachdenken bevor du wieder was in die Tastatur hämmerst.

PM | 27. November 2012 - 14:04

Hallo Biene,
inkl. meiner Ausbildung zum Straßenbauer sind es dann 15 Jahre und ich bin 36 Jahre alt. Nun soll sich bitte jeder Interessierte anhand dieses Forums selber ein Bild machen. Denn in einem hat Ralf recht: Wir drehen uns im Kreis.

Abschließend noch: Das Bauwesen ist eine interessante, spannende und äußerst vielseitige Branche. Wer daran wirklich Interessiert ist, sollte sich nicht davon abhalten lassen, dass es zur Zeit oder seit längerer Zeit oder von Zeit zu Zeit.... wie auch immer .....in Deutschland einen Abschwung gibt.

Fakt ist, dass man nach dem Studium 30, 35 oder gar 40 Jahre in dem Beruf arbeiten wird. Da wird es immer mal gute und weniger gute Zeiten geben. Egal in welchem Beruf. Und wer wirklich möchte und bereit dazu ist, wird auf der ganzen Welt immer interessante Projekte finden, an denen gute Ingenieure gesucht werden. Wer NUR nach Geld strebt im Beruf, wird sowieso unglücklich, weil es immer Leute geben wird, die mehr verdienen mit weniger Aufwand.

Grüße PM

PM | 27. November 2012 - 12:29

Satzzeichen sollten sinnvoll angewendet und auch verstanden werden. Nochmals zur Verdeutlichung: 13 Monatsgehälter, (KOMMA) darin enthalten Weihnachtsgeld + Urlaubsgeld + eventuelle Zulagen. Damit ist NICHT gemeint 13 Monatsgehälter + Weihnachtsgehalt + Urlaubsgeld + Zulagen!!!

Das mit den Stunden ist sehr mühsam dir zu erklären.... Noch einen Hinweis für dich: STANDARDISIERTE regelmäßiges Bruttomonatsgehalt. Standardisierung bedeutet im eigentlichen Wortsinn eine Vereinheitlichung von Maßen, Typen, Verfahrensweisen oder anderem. Ziel ist die Schaffung gemeinsamer Standards.

Von der Lohnspiegel.de Seite: "Die Befragten haben unterschiedliche Arbeitsstunden in der Woche. Um die Monatsverdienste zu berechnen, werden zunächst die Verdienstangaben auf einen Stundenlohn standardisiert. Der Monatsverdienst wird im zweiten Schritt auf Basis von 40 Wochenstunden berechnet." Hier wird von ARBEITSSTUNDEN gesprochen und NICHT von Stunden laut Arbeitsvertrag.

Und selbst wenn wir die Standardisierung auf Arbeitsstunden außer Acht lassen, ist der Unterschied der Erhebung von bauingenieur24 und Lohnspiegel relativ gering. Und ich bleibe dabei, Sehbär, du kannst die Zahlen dieser zwei Erhebungen nicht nebeneinander stellen und vergleichen, so wie du es getan hast.

Das Durchschnittsalter von Führungskräften liegt nach Angaben des SOEP bei ca.44 Jahren. DURCHSCHNITTSALTER 44 Jahre, d. h. bei Eintritt in eine Führungsposition noch Jünger. Von mir eben auf 40 Jahre geschätzt, d. h. bis zum Rentenalter von 65 Jahren sind Führungskräfte dann 25 Jahre in einer solchen Position. Hier in diesem Zusammenhang ist doch gemeint, dass Führungskräfte in Ihrer Zeit in dieser Position nur den Abschwung kennen. Oder etwa nicht?? Und wenn das nicht so gemeint war, warum hast du dann bitte meiner Aussage widersprochen:
Zitat PM: "Die Wahrscheinlichkeit, dass es in 35-40 Jahren gute sowie schlechte Zeiten gibt ist sehr hoch."

Antwort Sehbär: Kennste den hier? Die Branchenzahlen machen nicht unbedingt Mut. Auf dem Tag der Deutschen Bauindustrie 2010 sagte ein Redner: "Eine ganze Generation von Führungskräften kennt inzwischen nur den Abschwung."

Zitat Sehbär: "Nicht unmassgeblich dürfte dabei auch sein, dass du in der Nische Anlagenbau tätig bist."

Genau darum geht es doch! Das ist doch auch was Biene und ich sagen! Man sollte sich abheben von der Masse! Denkst du wenn ich nach meinem Studium in meinem Dorf geblieben wäre, wegen gemütlichen Arbeitswegen. Einfamilienhäuser oder Gemeindekanäle geplant und gebaut hätte, wäre ich jetzt da wo ich bin. Nein, ich bin den ungemütlichen Weg gegangen. War mehrere Jahre im Ausland, weltweit unterwegs. In Ländern die richtig ungemütlich sind, in der Wüste. Weg von Freunden und Familie. Weil ich eben dieses Ziel hatte. Und nun darf und kann ich eben ernten.

Viele internationale Baufirmen und Anlagenbauer nehmen mit Handkuss Absolventen von der Uni, wenn sie bereit sind für einige Zeit nach Nigeria, Qatar oder nach Indien zu gehen. Ich sage nicht, dass das der einzige richtige Weg ist sich abzuheben. Aber wenn jemand sagt, als Bauingenieur kann man kein gutes Geld verdienen, ist das FALSCH!

TWP | 27. November 2012 - 12:05

"Die Legende vom heiß begehrten Ingenieur", Beitrag in der ARD Report München vom 10.07.2012. Da kommt man der Wahrheit schon etwas näher.

Eigentlich sollten sich hier Einige erst einmal im Beruf beweisen, bevor hier irgendwelche Theorien über den Beruf des Bauingenieurs veröffentlicht werden. Es ist schon erstaunlich wie die langjährige Erfahrung von Kollegen negiert werden.

Equilibrium | 27. November 2012 - 11:47

Die Gedanken von PM zur Generation von Führungskräften besitzen auch noch einen Denkfehler: Es würde nur dann viele aktuelle Führungskräfte geben, die noch die Boomphase Anfang der 90er Jahre als Führungskraft erlebt hätten, wenn die Führungskräfte auch alle etwa 65 Jahre alt wären. In meinem Umfeld sind die Führungskräfte mit einer Ausnahme zwischen 45 und 60 Jahre alt und sind seit weniger als 15 Jahren Führungskraft. Also haben sie tatsächlich noch nie einen echten Aufschwung in der Baubranche als Führungskraft erlebt. Und genau darauf wollte der zitierte Redner hinaus. Diese Gruppe ist m. E. tatsächlich repräsentativ für die heutigen Führungskräfte im Bauwesen.

Sehbär | 26. November 2012 - 19:23

Lieber PM,

Zitat:"Die Regel sind ca. 13 Monatsgehälter, Weihnachtsgeld + Urlaubsgeld + eventuelle Zulagen (ich hatte zumindest noch nie weniger, eher mehr)."

Die Regel im Bauwesen sind eben nicht 13 Monatsgehälter + Weihnachtsgeld + Urlaubsgeld + Zulagen. Woher nimmst du jedesmal die Chuzpe solche haltlosen Behauptungen aufzustellen?

Dass du dich von Anfang an, und auch durch die wirklich dunklen Jahre 2002-2006, über solche Gratifikationen freuen durftest, ist sicherlich eine absolute Ausnahme. Nicht unmassgeblich dürfte dabei auch sein, dass du in der Nische Anlagenbau tätig bist. Vielleicht liegt es aber auch nur an deiner bestechenden Brillianz als Ingenieur, Führungskraft und Mensch. Wer weiss. Du solltest wirklich nicht den Fehler machen von einer Nische auf den Gesamtbereich zu schliessen.


Zitat PM: "Aber es wird nach dem Gehalt und den zugrundegelegten Stunden und den tatsächlich zusammenkommenden Stunden gefragt. Dann wird das Gehalt auf 40 Stunden umgerechnet. So ist es beschrieben und nur so ist es dann auch vergleichbar!"

Wo bitte steht das in der Umfrage? Ich habe nur folgenden Hinweis gefunden: "Unter Monatsverdienst wird hier das auf 40 Wochenstunden standardisierte regelmäßige Bruttomonatsgehalt verstanden (ohne Sonderzahlungen....)"

Das heisst für mich nur, dass bei allen Leuten, die eine reguläre 40h Woche im Arbeitsvertrag haben, auch das im Vertrag darauf bezogene Gehalt gezählt wird. Bauingenieure ausserhalb deiner Nische leben in einem dir unbekannten "Paralleluniversum". Wir haben eine reguläre 40h Arbeitswoche auf dem Arbeitsvertragspapier. Real abgeleistet werden nicht selten 45-50h. Und zwar in den allermeisten Fällen ohne Kompensation.

Dass du wenig Einblicke in die Bauindustrie ausserhalb deiner Nische hast, beweisen einige deiner Beiträge in sehr grosser Deutlichkeit. Ich würde dir dein fehlendes Insiderwissen auch überhaupt nicht verübeln. Aber, die Art und Weise wie du deine "Weisheiten" hier als unumstössliche Wahrheiten präsentierst, grenzt an Ignoranz und Anmassung.

Apropoz Weisheiten: Ich möchte meinen Mitforisten hier nicht vorwegnehmen, aber ich habe mich übrigens auch königlich darüber amüsiert, dass du zum wiederholten mal eine Generation von Führungskräften auf eine Spanne von 25 Jahren datiert hast.

Die Definition einer Generation richtet sich hierbei wohl eher nicht nach dem traditionellen Generationenbegriff der Bevölkerungswissenschaften. Sollte eigentlich selbsterklärend sein.

Definition Generation:
"a group of individuals, most of whom are the same approximate age, having similar ideas, problems, attitudes, etc."

biene | 26. November 2012 - 16:35

@PM:
Danke für deine tollen Beiträge. Wenigstens mal einer, der optimistisch ist und das auch belegen kann! Wieviel Berufserfahrung hast du?

PM | 26. November 2012 - 12:23

@Sehbär:
Ja, ich hoffe einen Orden von der Bauindustrie zu bekommen. Die Regel sind ca. 13 Monatsgehälter, Weihnachtsgeld + Urlaubsgeld + eventuelle Zulagen (ich hatte zumindest noch nie weniger, eher mehr). 53.688 €/Jahr durch 13 Monate macht 4.130 €/Monat. Hast du die Lohnspiegelumfrage gemacht? Die Personen, welche bei der Lohnspiegelumfrage ihre Angaben gemacht haben, arbeiten sicher auch 45 h oder mehr. Aber es wird nach dem Gehalt und den zugrundegelegten Stunden und den tatsächlich zusammenkommenden Stunden gefragt. Dann wird das Gehalt auf 40 Stunden umgerechnet. So ist es beschrieben und nur so ist es dann auch vergleichbar! Das hat nichts mir Schönrechnerei zu tun.

@BS-PM:
Kannst du mir bitte den Zusammenhang deiner Beispiele (Computerchips, Motoren, Führungskräfte) erklären? Ich gehe bei meiner Definition von 25 Jahren davon aus, dass man mit ca. 40 Jahren eine Führungskraft ist (wenn man denn möchte, nicht jeder strebt eine Führungsstelle an) und dann bin ich ca. 25 Jahre bis 65 im Dienst.

@Ralf:
Vielen Dank. Dein Beitrag hat mir den Montag gerettet und tatsächlich Freudentränen bereitet. Selten so gelacht ;-). Also ich beende dann nun mal mein Studium. Nochmals vielen Dank für deinen Humor.

Inzwischen denke ich, ist das Meiste hier im Forum gesagt worden und Interessierte können sich an Hand der Quellen selber eine Meinung bilden. Es wird immer unterschiedliche Lager geben, doch mag ich generell keine Schwarzseher und Jammerlappen. Auch ist es so, dass sich meistens diejenigen zu Wort melden die unzufrieden sind.

BS-PM | 24. November 2012 - 14:30

Eine Generation von Führungskräften umfasst 25 Jahre? Also ich denke mal das ist grober Unsinn. Eine Generation von Computerchips beispielsweise umfasst ja auch nicht 25 Jahre. Oder eine Generation von Motoren. Da reden wir auch nicht von 25 Jahren. Bei einer Generation von Führungskräften dürfte die Rede von ca. 10 Jahren sein.

Ralf | 23. November 2012 - 17:33

Ich lese hier sehr oft mit und irgendwie drehen wir uns im Kreis. Ich bitte doch Biene und PM erstmal ihr Studium zu beenden und sich dann wieder zu melden, bzw. wenn schon beendet was ihr verdient mal anzugeben. Spezialwissen ist super, aber ohne Berufserfahrung hört kein Schwein auf euch, wenn ihr euch noch nicht bewiesen habt. Und wenn ihr euch selbstständig macht wird es als junger Ingenieur noch schwieriger.

biene | 23. November 2012 - 14:01

Allerdings will ich hier nix schön reden: Es gibt in Deutschland keinen Ingenieurmangel, sondern einen Mangel an Ingenieuren, die sich ausbeuten lassen von der Wirtschaft. Und es hat mich auch viel Zeit und Kraft gekostet mein Master-Studium so zu organisieren wie ich es derzeit vorhabe.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/ingenieurmangel-mit...

biene | 23. November 2012 - 12:03

@alter Hase:
Ich kann das einfach nicht verstehen, was da in dem Bericht erläutert wird. Das nicht alles Gold ist was glänzt ist klar. Aber ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht und auch in meinem Umfeld gesehen. Irgendwas macht der Absolvent falsch. Ich hatte damals genau 1 Vorstellungsgespräch und sofort den Job und das als Bauingenieur. Ich würde eher sagen, es mangelt an der Aufmachung der Bewerbung bei vielen und was mir persönlich aufgefallen ist: Viele können sich einfach wahrscheinlich nicht verkaufen oder machen einen komischen Eindruck.

Allerdings will ich das mit den Zeitarbeitsfirmen nicht runterspielen. Das ist oft das Letzte. Da wird nicht gesagt, welcher Wirtschaftsingenieur der Absolvent ist, außerdem ist ein Wirtschaftsingenieur nicht Fleisch und nicht Fisch, das sage ich seit Jahren. Ich kann nur für mich persönlich sprechen, einen "NUR" Wirtschaftsingenieur würde ich nicht einstellen (eher einen Ingenieur mit Master-BWL Studium (wenn denn unbedingt BWL). Und es wird auch nicht gesagt, in welcher Branche der Chemiker/Ing. ausgebildet ist, welches Spezialwissen etc. Gerade kommt im Radio die Stimmung in der Bauwirtschaft hat sich aufgehellt. Der Bericht kam in ähnlicher Form schon vor Monaten.

Alter Hase | 22. November 2012 - 12:29

Der angebliche Ingenieurmangel hat es jetzt bis in Plusminus bei der ARD geschafft. Ab 5'45'' geht es um das Thema und auch um den VDI/IW-Ingenieurmonitor. Aber seht selbst.
http://bit.ly/SgbvPk

Sehbär | 22. November 2012 - 12:08

@PM:
Deine Ausführungen und dein Fleiss, der dahinter steht, in allen Ehren. Und das alles bei einem viel beschäftigten Projektmanager in einer Führungsposition. Chapeau. Dieser selbstlose Einsatz zur Ehre und zum Ruhme der Bauindustrie wird sicherlich nicht unbelohnt bleiben.

Aber. Woher nimmst du die Chuzpe ein Weihnachtsgeld von 4.000 EUR anzunehmen? Woher hast du die Zahl 45 h Wochenarbeitsstunden bei der bauingenieur24-Umfrage? Warum kann es nicht sein, dass auch bei der Lohnspiegel-Umfrage Leute 45 h arbeiten, aber wie es in unserer Branche üblich ist, diese nicht extra vergütet bekommen?

Diese Schönrechnerei der Zahlen mit willkürlichen Annahmen und dein genereller Stil sich mit fadenscheinigen Konstrukten zu behelfen finde ich persönlich kritikwürdig. Weiter möchte ich darauf hinweisen, dass dein genereller Schreibstil sehr von oben herab ist. Einer respektablen Führungspersönlichkeit, so wie du es vorgibst zu sein, unwürdig.

Abschliessend noch eine Anmerkung zu den von dir erwähnten Zahlen, dass Bauingenieure mit Tarifvertrag im Schnitt 49k verdienen, die Kollegen ohne Tarifvertrag aber nur auf 41k kommen. Wie hoch ist der Prozentsatz der Kollegen, die gemäss Tarifvertrag vergütet werden? Ich denke da reden wir über eine absolute Minderheit. Die grosse Mehrheit bewegt sich ausserhalb der Tarifvereinbarungen. Also sind wir wieder bei den vom Lohnspiegel erhobenen Zahlen, die da aussagen, dass 75 % aller Bauingenieure weniger als 52 k/annum bekommen und dass der Median bei ca. 41-42 k/annum liegt (Jahr 2010).


Zitat PM: "Für die Bauingenieure kommen jetzt Zeiten in denen von Ihnen Forderungen gestellt werden können. Bei einer Generation spricht man von 25 Jahren. Zwischen 1987 und 2012 gab es nicht nur Abschwung in der Bauwirtschaft."

Ist schon angekommen. Du weisst einfach alles besser. Wenn ein Redner auf dem Tag der deutschen Bauinduistrie (Redner dort stehen bestimmt nicht im Verdacht das Bauwesen schlecht zu reden - ganz im Gegenteil) den Finger in die Wunde legt, dann weiss @PM es natürlich besser.

Warum Bauingenieure jetzt auf einmal "Forderungen stellen" können, das bleibt wahrscheinlich auch dein Geheimnis. Oder nach Rückfragen kommt wieder ein "das habe ich doch so gar nicht gesagt, sondern ich sagte ja es kommen die Zeiten. Also später können Forderungen gestellt werden. Jetzt doch noch nicht ....usw. usw."

biene | 22. November 2012 - 10:59

@PM:
Ich sehe das ganz genau so, wenn man nicht grade Bauleiter oder 0815 Statiker werden möchte. Ein Masterstudium machen, womit man sich von anderen abhebt und Spezialwissen erwirbt, welches nicht unbedingt klassisch für den Bauingenieur ist.

PM | 21. November 2012 - 12:13

@Biene:
Das ist ja auch genau was ich geschrieben und gemeint habe: Von mir am 15. November 2012 - 10:41: "Da komme ich wieder auf meine Ursprungsaussage zurück, man muss sich schon im Studium genau überlegen in welche Branche und Fachrichtung ich gehen möchte. Ein Bauingenieur der konstruktiv vertieft hat hilft mir nicht wenn ich einen Bauingenieur für z.B. Spezialtiefbau oder Siedlungswasserwirtschaft suche...."
Wobei die Vertiefungen hier nur als Beispiel gewählt wurden und keine wertige Aussage sein sollen.

PM | 21. November 2012 - 12:09

@Sehbär:
Zweite Fußnote auf Seite 28 (bzw. Seite 1 des Auszuges) des WSI Berichtes: "Unter Monatsverdienst wird hier das auf 40 Wochenstunden standardisierte regelmäßige Bruttomonatsgehalt verstanden (ohne Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bzw. Jahresgratifikation) Umfrage von bauingenieur24: "Wir möchten von Ihnen wissen, wieviel Sie im Jahr verdienen (Bruttoeinkommen inkl. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Boni, etc.)." Erkennst du den Unterschied? Weiterer Unterschied dieser zwei Erhebungen: Umfrage von bauingenieur24 vom November 2012, Auszug aus deinem WSI-Bericht: "Insgesamt liegen zu diesen Berufen rund 11.000 Datensätze vor, die von 2006 bis Mitte 2010 erhoben wurden." Also schon etwas älter.

Dann rechnen wir mal nach: Mittelwert laut WSI beim Bauingenieur: 3709 € mal 12 Monate = 44.508 €/Jahr (OHNE jegliche Sonderzahlungen, Bereinigt auf 40 Std./Woche, Umfrage von 2006-Mitte 2010)

Mittelwert laut bauingenieur24 = 53.688 €/Jahr, ziehen wir hier nur mal für Weihnachts- und Urlaubsgeld 4.000 € ab erhalten wir 49.688 €/Jahr. Dieser Betrag ist dann aber noch nicht auf eine 40 Std./Woche bereinigt. Wenn ich das mal von einer 45 Std./Woche auf eine 40 Std./Woche umrechne (ohne genaue Zahlen zu kennen, sondern einfach mal so von mir geschätzt.) erhalte ich: 44.167 €/Jahr. Also ich sehe hier keinen großen Unterschied, ganz im Gegenteil.

Außerdem hast du sicher auch diesen Absatz von bauingenieur24 "überlesen", der direkt Bezug zu der Erhebung von WSI nimmt, aber wohl auf eine aktuellere: "Laut WSI-Lohnspiegel verdienen Bauingenieure in Deutschland pro Jahr rund 49.000 Euro mit Tarifvertrag und 41.000 Euro ohne Tarifvertrag. Sonderzahlungen sind darin nicht enthalten.
Zahlen sollten nicht einfach, ohne vorher vergleichbar gemacht zu werden, miteinander verglichen werden. Das sollen vor allem Ingenieure wissen!

Zu deinem zweiten Link und dem Bericht "Das Dilemma der Baubranche" : Dieser Bericht sagt doch eigentlich genau das aus was ich meine. Für die Bauingenieure kommen jetzt Zeiten in denen von Ihnen Forderungen gestellt werden könne. Bei einer Generation spricht man von 25 Jahren. Zwischen 1987 und 2012 gab es nicht nur Abschwung in der Bauwirtschaft. In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung gab es sogar einen Boom.

biene | 21. November 2012 - 11:06

@PM:
Und was sagt uns diese Statistik, dass ein sehr guter Ingenieur 50-80.000 auch als Bauingenieur verdienen kann. Der Durchschnittsbauingenieur allerdings ziemlich mies verdient (im Gegensatz zu anderen Ingenieuren).:-) Man muss sich vom Durchschnittsbauingenieur abheben, ganz einfach. Indem man ein paar verfahrenstechnische Dinge o.ä. im Studium dazunimmt. Ich sehe es doch selber. Die meisten machen eben Stahlbetonbau oder so ein Kram wie Verkehr. Da braucht man sich nicht wundern.

Sehbär | 20. November 2012 - 20:50

Zitat PM: "PS: Mich hat es übrigens gewundert, dass es keine Kommentare zu der Gehaltsumfrage von bauingenieur24 gab. Diese zeigt doch auch, dass der Großteil der Bauingenieure doch recht gut verdient."

Bei einer Samplesize von 135 Leutchen ist die Umfrage auf dieser Plattform auch nicht besonders repräsentativ wie ich finde. Die Umfrage von "Lohnspiegel" gibt beim Bauingenieur komischerweise an, dass 75 % der Ingenieure weniger als 4.331 Eurönchen pro Monat Brutto bekommen.

http://www.lohnspiegel.de/dateien/wsimit...

Zitat:
"Wie die Immobilien Zeitung berichtet, hat eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), einer Forschungsabteilung der Hans-Böckler-Stiftung, ergeben, dass Bauingenieure die Geringverdiener unter den Ingenieuren sind - trotz ihrer enormen Verantwortung. So verdienen Bauingenieure im Schnitt 1.127 Euro monatlich weniger als etwa Elektronik- und Fernmeldeingenieure."

Zitat PM: "Die Wahrscheinlichkeit, dass es in 35-40 Jahren gute sowie schlechte Zeiten gibt ist sehr hoch."

Kennste den hier? Die Branchenzahlen machen nicht unbedingt Mut. Auf dem Tag der Deutschen Bauindustrie 2010 sagte ein Redner: "Eine ganze Generation von Führungskräften kennt inzwischen nur den Abschwung."

http://www.ilmforum.de/bau/das-dilemma-der...

PM | 20. November 2012 - 08:42

@Equilibrium:
Von mir am 15. November 2012 - 10:41: "Da komme ich wieder auf meine Ursprungsaussage zurück, man muss sich schon im Studium genau überlegen in welche Branche und Fachrichtung ich gehen möchte. Ein Bauingenieur der konstruktiv vertieft hat hilft mir nicht wenn ich einen Bauingenieur für z.B. Spezialtiefbau oder Siedlungswasserwirtschaft suche.... "
Man kann sich auch im Bereich des Bauingenieurstudiums auf unterschiedliche Branchen vorbereiten und unterschiedliche Fachrichtungen vertiefen. So habe ich das gemeint.

Aber wenn jemand "nur" viel Geld verdienen möchte, sollte man sich generell überlegen ob man überhaupt in das Ingenieurwesen investiert oder lieber gleich eher Richtung Bankwesen gehen sollte. Generell hoffe und denke ich, dass sich die jungen Menschen vor dem Studium Gedanken machen. Und das Empfinden, ob ich nun viel oder wenig Geld verdiene ist doch sehr individuell. Kommt immer auf den Standpunkt an. Für 80 % der Arbeitnehmer in Deutschland ist 50.000 €/anno übrigens viel.

Mich hat bei dieser Diskussion gestört, dass es einen "Rundumschlag" gegen das Bauingenieurwesen war. Hier wollte ich einfach zeigen und verdeutlichen, dass nicht alles schlecht ist. Und wie gesagt: auch bei den Maschinenbauingenieuren ist nicht alles Gold was glänzt. Ausnahmen sind vielleicht im Moment die Elektroingenieure.

Doch jeder der sich für ein Studium entscheidet, sollte bedenken, dass er ca. 35-40 Jahre (kommt auf unsere Rentenpolitik an) arbeitet. Und dann sollte es schon etwas sein, was einem gefällt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in 35-40 Jahren gute sowie schlechte Zeiten gibt ist sehr hoch.

PS: Mich hat es übrigens gewundert, dass es keine Kommentare zu der Gehaltsumfrage von bauingenieur24 gab. Diese zeigt doch auch, dass der Großteil der Bauingenieure doch recht gut verdient. Zugeben muss ich allerdings, dass es keinen Bezug auf Wochenstunden gibt. Hier nochmal der Link:

http://www.bauingenieur24.de/url/700/2494

biene | 19. November 2012 - 11:01

@Equilibrium:
Letztendlich hat es doch jeder selbst in der Hand, was er draus macht. Klar, ein bisschen Glück gehört auch dazu. Aber v.a. dein letzter Satz hat mich beeindruckt. genau so denke ich auch, ich bin kein Ingenieur geworden um Projektsteuerer zu werden, da wäre ich doch besser BWLer geworden :-) Oder Wirtschaftsingenieur. Problem ist nur, mich interessiert der ganze BWL-Kram nicht die Bohne und auch ein Maschinenbaustudium finde ich extrem trocken. Außerdem studieren mittlerweile fast so viele Maschinenbau wie BWL, oder?

Equilibrium | 17. November 2012 - 10:14

@PM:
Zitat: "Es kommt auf die Branche bzw. Fachrichtung an. Das muss man sich eben genau überlegen."

Genau davon reden wir hier doch! Man muss sich eben genau überlegen, ob man Bauingenieur werden möchte. Und als Informationsquelle ist dieses Forum sicher nicht die schlechteste Wahl, da es die unterschiedlichen Sichtweisen widerspiegelt und auch mal auf die Nachteile dieser Berufswahl hinweist. Denn die Vorteile dieses Berufes (die es ja auch gibt) werden bereits ausgiebig durch die Bauwirtschaft kommuniziert.

Ich halte es einfach für falsch, so zu tun, als wäre es um den Beruf des Bauingenieurs bestens bestellt, nur weil der ein oder andere sich hier selbst als Positivbeispiel darstellen kann und möchte. Es ist einfach albern einen ganzen Beruf gesund zu beten, weil ein paar Leute ein paar Nischen kennen oder auch einen Ausweg aus der Baubranche.

Wenn der Beruf des Bauingenieurs aus Sicht eines Abiturienten attraktiv sein soll, dann muss eben der ganz normale Durchschnitts-Bauingenieur ein angemessenes Gehalt und auch angemessene Arbeitsbedingungen haben. Dies ist aber seit mindestens 20 Jahren nicht mehr der Fall. Da würde es mich als junger Mensch bei der Berufswahl wenig interessieren, wenn von zigtausend Ingenieuren hier ein paar Leute darüber philosophieren, was für tolle Hechte sie sind. Dann sind wir nämlich am Ende doch wieder bei meinem vorigen Beispiel von Udo Walz.

Es kann auch nicht die Lösung sein, dass tausende von jungen Bauingenieuren, die sich aus Interesse an der Technik für diesen Beruf entschieden haben, jetzt alle Projektsteuerer werden, nur weil das vielleicht besser bezahlt wird.

biene | 16. November 2012 - 15:51

@Mittelalter Hase:
Das trifft aber nicht für alle Bereiche - in denen der Bauingenieur anzutreffen ist - zu. Gerade in der SWW/Verfahrenstechnik, im Spezialtiefbau, der Energiebranche etc. arbeiten verschiedene Ingenieure zusammen. Ich fühle mich auch ehrlich gesagt auf den Schlips getreten, wenn immer alle Bauingenieure über einen Kamm geschoren werden. Eine Statistik kannste in die Tonne kloppen. Aber unterhalte dich da lieber mal mit einem studierten Statistik Mathematiker, der wird dir und einigen anderen hier das nochmals genau erklären.

Ich jedenfalls vertiefe in meinem Master Energiefächer, Verfahrenstechnik, Wasserwirtschaft, Umwelttechnik etc. und glaube damit gut zu fahren und nicht der 0815 Bauingenieur zu werden. Mir ist das hier alles viel zu schwammig teils beschrieben. Ich werde nie eine Statik machen, kein Haus planen, keinen Flugplatz und keine Baustelle (Baubetrieb) managen, sondern mein Ziel ist es umwelttechnische Dinge zu planen/zu optimieren! Ebenso wenig wird der Statiker Bauleiter usw. Man muss unterscheiden wo man als Bauingenieur hinwill. Jeder weiß was Bauleitung bedeutet, dass Architekten und Statiker "teilweise" schlecht verdienen (zumindest sollte es jeder wissen), dass es aber auch sehr erfolgreiche Architekten und Statiker (Stadien, Hochhäuser etc.) gibt.

Mittelalter Hase | 16. November 2012 - 00:35

Ich fand das schon interessant, dass Initiator von think-ing ein Arbeitgeberverband ist (Gesamtmetall), dass Statistiken vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) publiziert werden und, das gehört quasi zur Masche, der VDI als Neutralisator dient, obwohl er auch eher arbeitgebernah ist. So funktioniert Agendasetting.

Von wegen Ingenieurmangel - direkt Volkswagen (ohne Skoda, Audi usw) sucht aktuell 95 Berufserfahrene, was für einen Betrieb wie VW die normale Fluktuationsquote sein dürfte. Tut mir übrigens leid, dass ihr bereits zwei Jahre lang vergeblich "passende" Ingenieure für Spezialtiefbau und Siedlungswasserwirtschaft mit brauchbaren Englischkenntnissen sucht. Die, die ich kenne, sind alle in der Schweiz oder in Norwegen und würden ein Kleinunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern in Deutschland, also so das typische Planungsbüro, nicht mehr betreten.

Ich kann euch nur raten, nicht mehr länger auf die eierlegende Wollmilchsau zu warten, sondern Leute aufzubauen und vor allem realistische Erwartungen an das Personal zu stellen. Wer das Studium in den technischen oder Ingenieurwissenschaften nicht abbricht, bleibt zuerst mal an der Uni, dann kommen in der Beliebtheit die namhaften Konzerne, als nächstes der öffentliche Dienst und die öffentlichen Betriebe und der Rest geht in die Planungsbüros und in die kleinen Baubetriebe.

Und wenn dann die Verhältnisse nicht stimmen, rebellieren die jungen Leute nicht, sondern stimmen einfach mit den Füßen ab und machen eben etwas anderes. Problem, neben der eher mauen Gehaltssituation in der Bauplanung ist ja auch, dass Junginenieurinnen und Jungingenieure verheizt werden, da sie oft im Stich gelassen werden und dann nach ersten Frustationen entweder innerlich kündigen oder das Weite suchen. Einarbeitung von Personal will auch gekonnt sein, das funktioniert nicht mit Management by Anschiss und Mangemant by "könnsemalschnell...".

Dann kommt ja noch dazu, wer wirklich karrierebewusst ist merkt ja schnell, dass die kleinen Baubetriebe und Planungsbüros keine nennenswerte Entwicklungsperspektive bieten. Sprich, sind die Leute eingearbeitet, spuren sie umso lange sie noch jung genug sind, z.B. verbeamtet zu werden. Fazit, wer Bauwesen oder Architektur studiert, entscheidet sich neben einem eher harten Tag auch ganz bewusst dafür, 25 Prozent weniger als Maschinenbauer, E-Techniker oder Informatiker zu verdienen. Und zwar ein Leben lang.

jd | 15. November 2012 - 16:10

ingenieurmangel ist ein witz, aber ein schlechter...
jeder clevere unternehmer würde sich dann am arbeitsmarkt die greifen, die der Aufgabe am "ehesten gewachsen sind/wären", ein paar monate betrieblich "schulen" und dann die aufträge abwickeln die er/sie aufgrund des "mangels" nicht abwickeln hätte können...

die gehälter würden steigen, wie z.b. in der gießereitechnik.....wegen "mangel"....dies kann theoretisch so weit gehen, dass gewisse bereiche überbezahlt und im sinne einer mischkalkulation quersubventioniert werden, da sonst andere unternehmensbereiche auch zum erliegen kommen könnten...theoretisch...

da aber nichts dergleichen passiert bzw. in den letzten 10 jahren passiert ist, sind entweder die unternehmer unfähig und verzichten auf umsatz statt kreativ zu sein und eigenständig lösungen zu suchen, die marktgesetze sind außer kraft gesetzt oder IRGENDETWAS SONST stimmt nicht...

vielleicht könnten das ja die "statistiken" sein...übrigens waren ende der neunziger noch etwa 38 k euro (72-78 k dm völlig normal) einstiegsgehalt drin. 15 jahre mit einer inflationsrate von 2 prozent (die reale inflation ist eher um einiges höher) wären das dann etwa 50 k euro zum einstieg, nur zum kaufkrafterhalt und ohne mangel an ingenieuren.

Pro 21 | 15. November 2012 - 14:28

@PM:
Zitat: "Wir suchen bei uns schon seit knapp zwei Jahren passende Bauingenieure, und da ist die mangelnde Sprachkenntis nicht das einzige Problem. Englisch... "

Das gleiche Problem mit den Sprachkenntnissen haben wir hier auch, unabhängig von der Ingenieurdisziplin. Aber das kann kein Grund sein, einen Ingenieur nicht einzustellen. Stellen wir das Defizit bei einem Bewerber hier fest, der ansonsten hervorragend ist, dann muss er halt während seiner Probezeit, nach Feierabend, noch in die Schulung, die wir hier täglich anbieten. Diese Methodik ist natürlich nicht für die Leute interessant, die einen Ingenieur suchen der Oxford-English sprechen soll.

PM | 15. November 2012 - 10:41

@Mittelalter Hase:
"Lieber PM, Quelle der Zahlen ist nicht der VDI, sondern der Ingenieurmonitor von VDI/IW...."
Aha, ...also nicht VDI, sondern der Ingenieurmonitor von VDI/IW. Man könnte fast meinen hier ist jemand kleinlich. Ich wollte dir damit eigentlich nur sagen, dass der Herausgeber NICHT der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist, wie von dir behauptet. Und "wirtschaftsnahe in dem Sinne, dass eher arbeitgebernahe Positionen vertreten werden" relativiert die Aussage von dir "direkt von der Lobby" herausgebracht, auch wieder.

"demnach wird der Bedarf an Ingenieuren und Ingenieurinnen gedeckt durch die derzeitigen Absolventen". Wenn das so sein sollte ist es aber trotzdem nicht so einfach. Ein Bauingenieur ist nicht gleich ein Bauingenieur. Da komme ich wieder auf meine Ursprungsaussage zurück, man muss sich schon im Studium genau überlegen in welche Branche und Fachrichtung ich gehen möchte. Ein Bauingenieur der konstruktiv vertieft hat hilft mir nicht wenn ich einen Bauingenieur für z.B. Spezialtiefbau oder Siedlungswasserwirtschaft suche. Wir suchen bei uns schon seit knapp zwei Jahren passende Bauingenieure, und da ist die mangelnde Sprachkenntis nicht das einzige Problem. Englisch ist z.B. für Elketroingenieure tägl. Brot!

@Doktorand:
Das ist übrigens jedes Jahr so wenn es auf den Winter zugeht, dass die Stellenanzeigen weniger werden!

Doktorand | 14. November 2012 - 22:28

Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, haben wir sehr schnell beim Bau wieder Krise. Die Anzahl der Stellenanzeigen auf dieser Seite ist in der letzten Zeit von im Mittel 330 auf heute 287 abgesunken. In den VDI-Nachrichten war in der letzten Ausgabe auch nur eine Seite mit Stellenanzeigen. Und in ca. 4-5 Jahren kommt die Welle der Absolventen, die geblendet von der "guten Situation" der letzten Zeit sich das Bauingenieurstudium nicht verkneifen konnten...

Mittelalter Hase | 14. November 2012 - 20:15

@PM:
Lieber PM, Quelle der Zahlen ist nicht der VDI, sondern der Ingenieurmonitor von VDI/IW. Was VDI heißt, hast du ja herausgekriegt. IW steht für das Institut der deutschen Wirtschaft und dieses vertritt nun mal wirtschaftsliberale Positionen. Und ja, auch der VDI ist wirtschaftsnah in dem Sinne, dass eher arbeitgebernahe Positionen vertreten werden. Wie z. B. die jahrelange Kampagne zum Ingenieurmangel, die methodisch in der Kritik ist. Das DIW, also das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht dies nun anders als das IW, demnach wird der Bedarf an Ingenieuren und Ingenieurinnen gedeckt durch die derzeitigen Absolventen.

Der Unterschied liegt im Betrachtungsansatz, demnach nimmt das IW an, dass auch die nun (zu vielen) fachfremd arbeitetenden Ingenieure ersetzt werden müssen, während das DIW nur den Bedarf an Ingenieurstellen gelten lässt. Eine Ausnahme sind derzeit in der Tat möglicherweise Bauplaner, allerdings ist der Beruf auch wenn er bezahlt werden würde wie ein Ingenieur im Maschinenbau oder in der E-Technik auf Grund der jahrelang eingeschliffenen schlechten Arbeitsbedingungen (Aufwand, Zeitdruck, Arbeitsumfeld, Wertschätzung, Familienverträglichkeit) unattraktiv.

Und mit einer schlechteren Konjunkturprognose wird auch hier die momentan befriedigende Auslastung (nicht der Ertrag!) wieder dem Kampf um einen Aurftrag weichen. Stichwort HOAI, Erhöhung seit 1996 um zehn Prozent und indirekt durch den Baupreisindex und immer noch die Probleme mit der Unterschreitung der HOAI. Und das bei einem unhandlichen Regelwerk und ständig komplexeren Bauvorhaben. Wo das hinführt, sieht man gut bei BER, da war nicht nur Schlamperei im Spiel, da sind alle Beteiligten an die Grenze des Machbaren gekommen.

ISMA | 14. November 2012 - 19:56

Ort: Osnabrück
Abschluss: FH
Gehalt: 57000/a - 7 Jahre Berufserfahrung
Wochenstundenzahl: ca. 45+
Firmengröße: 200+
Firmenzugehörigkeit: 5 Jahre
Position in der Firma: Projektsteuerer

PM | 14. November 2012 - 16:06

@Mittelalter Hase:
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Die Quelle der Grafik sind Zahlen des VDI: "Laut des neuen VDI-/IW-Ingenieurmonitors waren im September 2012 gesamtwirtschaftlich in den Ingenieurberufen 80.500 Stellen nicht besetzt....."

Herausgeber der Internetseite think-ing.de ist die Gesamtmetall, welche sich den Zahlen des VDI bedient hat. Ist deiner Meinung nach der VDI auch an einem überflutetem Markt von billigen Ingenieuren interessiert?

PM | 14. November 2012 - 13:30

@Equilibrium:
Ja, mir ist aufgefallen, dass alle am Bau Beteiligten zusammengefasst sind! Elektro- und Maschinenbauingenieure als Beteiligt an der Gebäudetechnik sind mir auf meinen Baustellen noch nicht begegnet, sondern Ingenieure der TGA, der Gebäudeklimatik oder der Energiesysteme.

Und dein Vergleich mit dem Frisör ist sehr "schlau" und könnte am Stammtisch gut ankommen. Allerdings zeigt es auch, dass du meine Message nicht verstanden hast: Es kommt auf die Branche bzw. Fachrichtung an. Das muss man sich eben genau überlegen.

Wert macht es vor. | 13. November 2012 - 16:04

Ort: FFM
Abschluss: Uni
Gehalt: 47000/a - 4 Jahre Berufserfahrung
Wochenstundenzahl: ca. 45+
Firmengröße: 20+
Firmenzugehörigkeit: 6 Monate
Position in der Firma: Projektsteurer

Kain | 13. November 2012 - 12:02

@kakadou:
stimmt, es war auch beim Einsturz der Eissporthalle ein Arzt am Ende dran Schuld. Also sowas Unsinniges habe ich selten gehört. Wenn ein Bauingenieur eine Schule baut und sich verrechnet, vertan oder nicht aufgepasst hat, ist wohl kaum ein Rettungsassistent der Schuldige, wenn er am Ende jemanden reanimieren muss. Und er ist auch nach einem Autounfall nicht am Tod schuld.

Das ist irgendwie ein großer Irrtum. Dann müsste ja nach jedem Verkehrstoten jemand in den Knast wandern. Passiert aber nicht, aber schon, wenn ein Gebäude einstürzt. Das man als Bauingenieur nicht gutes Geld verdienen kann, bestreitet hier niemand. Hingegen schon, dass man nach der Uni 100 Angebote (!) auf dem Tisch hat und alle mindestens mal nach Tarif zahlen wollen + Auto und sonstige Bezüge. Und "think-ing"...ist das ernst gemeint?

Fallstudie | 12. November 2012 - 21:30

Ich kann nur empfehlen, sich vor / während des Studiums vor Augen zu halten, welche beruflichen Auswirkungen die schon im Osten sichtbaren Entwicklungen (s.g. beigefügten Link ) haben werden. Denn was momentan noch eine Ausnahme ist, wird im Laufe eines zu erwartenden Berufslebens von mehr als 40 Jahren der Standardmarkt für Architekten und Bauingenieure werden. Die grossen Themen in Deutschland sind in naher Zukunft nämlich Vergreisung bzw. Bevölkerungsrückgang.

Also nicht der momentan propagierte Mehrbedarf an Wohnraum / Infrastruktur sondern genau das Gegenteil, nämlich der Rückbau. Der aktuell zu verzeichnende Bauboom in einigen Metropolregionen wird in dem Zusammenhang nur eine kurze Episode darstellen.

Mittelalter Hase | 12. November 2012 - 15:47

Die Grafik ist natürlich nicht "von der lobby geschönt" - mit dem Impressum vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist sie ja nun direkt von der Lobby. Natürlich werden zehntausende - billige - Ingenieurinnen und Ingenieure gesucht, ein Drittel zum Einstellen und zwei Drittel, die die Gehälter nach unten konkurrieren. Der Missstand im Berufsleben des planenden Bauingenieurs beschränkt sich aber nicht nur auf die vergleichsweise schlechte Bezahlung, sondern erstreckt sich auch auf schlechte Arbeitsbedingungen wie Bürogröße/-ausstattung, eine nicht praxisgerechte Normung und Regulierung, schlechte Arbeitsorganisation, unrealistische Termine, keine Zeit für Weiterbildung, ausufernde Arbeitszeiten und auch unrealistische Erwartungen in die Machbarkeit von Bauwerken überhaupt und zu einem bestimmten Preis und in einer realistischen Frist.

Ich kann nach fast zwanzig Jahren im Beruf auch nur abraten, Architektur oder Bauingenieurwesen zu studieren. Wer denkt, die finanziell besser gestellten Selbständigen (finanziell besser gestellt sind aber auch nur die Geschäftsführer von mittleren oder großen Büros) fühlen sich wohler, der irrt. Die Leute stehen fortwährend mit einem Bein in der Pleite und mit dem anderem im Gefängnis. Denn die technischen, juristischen und wirtschaftlichen Anforderungen übereinander zu bringen, ist fast unmöglich. Und auch das bestorganisierte fachlich kompetenteste Büro kann völlig unschuldig, z.B. durch Zahlungsausfälle in eine existenzbedrohende Lage kommen, die auf die privaten Vermögensverhältnisse der Inhaber durchschlägt.

Equilibrium | 12. November 2012 - 12:44

@PM:
Dir ist aber schon aufgefallen, dass in der Zahl, auf die Du anspielst, Architekten, Geodäten sowie Elektro- und Maschinenbauingenieure im Bereich der Gebäudetechnik enthalten sind, oder? Man kann als Friseur übrigens wahnsinnig viel Geld verdienen! Siehe Udo Walz. Was folgern wir daraus jetzt? Ist Friseur deswegen jetzt eine weise Berufswahl?

PM | 08. November 2012 - 13:39

Interessanter Link: http://www.think-ing.de/grafik-des-monats
Ironie on *Sicher wieder von irgendeiner Lobby geschönt* Ironie off. Fakt ist: Als Bauingenieur kann man sehr gut verdienen und Karriere machen. Natürlich kommt es - wie in anderen Ingenieur-Disziplinen auch - auf die Branche bzw. Fachrichtung an. Als Bauingenieur im Einfamilienhäuslebau ist es genauso schwer wie als Maschinenbauingenieur in der Papierindustrie!

biene | 08. November 2012 - 11:49

Ok, ich verbessere mich; im Westen und um Süden.:-)

kakadou | 07. November 2012 - 20:42

@Equilibrium:
Zitat: "Wenn es mit der Statik mal länger dauern würde, glaubst Du, dass die Baustelle dann den Termin für die nächste Bestellung und die Betonage mal eben verschiebt und Du beim nächsten Projekt noch einmal für den gleichen Auftraggeber ran darfst? Den Stress, den der Bauleiter hat, hat der Planer oftmals genauso. Wir haben die gleichen Termine einzuhalten und die Zeiträume sind wie immer zu knapp bemessen."

Du hast völlig recht - aber Du hast mich falsch verstanden. Wenn ich sage "hat Zeit" - dann denke ich nicht an Stunden oder Tage, sondern an Minuten. Ein Rettungsassistent (oder ein Krankenpfleger), dem sein Irrtum nach 6 min einfällt, hat einen Toten. Das Kleinkind, das auf die Straße springt, lässt der Aufsicht auch keine Zeit, einzugreifen. Ein Planer, der sich vertut, kann das korrigieren (nicht nach Bauende natürlich, aber in dem Zeitrahmen, in dem man mal aufsteht, das Fenster öffnet, vielleicht den Kollegen befragt und dann nochmal drüberschaut).

Wer sich dauernd vertut und damit lang braucht, den bestraft der Markt. Ein Sportler oder Musiker muss sogar in Sekundenbruchteilen fehlerfrei arbeiten, aber wir dürften uns einig sein, dass hier die Verantwortung für unser höchstes Gut - Leib und Leben - recht gering ist. Und das ist mit der bestellten Betonmenge genauso, darauf bestehe ich. Es ist nur Sachschaden.

Fazit: Bitte unterscheidet Stress von Verantwortung. Bezahlt werdet ihr nicht für die Verantwortung, sondern dafür dass ihr eine Aufgabe tut, die nicht jeder kann und die zu einem hochwertigen Produkt führt (Kinder daran hindern, auf die Straße zu springen oder Herzinfarkte zu reanimieren ist ja nicht schwer, das ist leicht erlernbar).

Das Stresslevel ist auf dem Bau riesig, das sehe ich auch so. Dagegen hilft aber nicht mehr "Schmerzensgeld" sondern kollektives Wehren gegen unzureichende Arbeitsbedingungen (Personalmangel, schlechte Ausstattung, Vorgesetzte die einem in den Rücken fallen etc.....).

TWP | 07. November 2012 - 17:21

@biene:
Es bringt nichts, wenn man gebetsmühlenartig irgendwelche Statistiken bemüht und mit diesen versucht seine Wunschvorstellung zu untermauern. Ich habe in der letzten Woche einen Bericht in der FR gelesen: Stundelohn im Baugewerbe auf einer Frankfurter Baustelle 1,09 Euro/Stunde! Die IG-Bau ist auf diese Baustelle gefahren und hat diesen armen Teufeln Essen gebracht. Alles Selbstständige aus dem nahen Osten. Was erwarten Sie eigentlich noch von dieser Branche?

Gehen Sie mal in diesen Beruf und nach 10 Jahren schreiben Sie dann hier Ihre Erfahrung. Die können dann eventuell positiv sein, wahrscheinlich sind die Erfahrungen eher von bescheidener Natur. Das ist genauso wie Menschen welche in den Castingshows von einer Karriere als Star träumen, dabei nicht wissen, dass die Chance dafür eine Haaresbreite über Null liegt. Der Unterschied zwischen uns ist, ich habe meine Erfahrungen schon gemacht und die decken sich mit vielen die in diesem Metier tätig sind. Sie müssen Ihre Erfahrungen noch machen.

Kain | 07. November 2012 - 14:46

Die genannten Beträge sind 1. Tarifverträge, niemand hat gesagt, dass man diese in großen Firmen nicht auch bekommt. Davon gibt es in Deutschland bestimmt noch fast 10 Stück. 2. ist das nicht Westen, sondern München. Die Lebenshaltungskosten usw. sind nicht mal im Ansatz vergleichbar mit bspw. dem Rhein-Main Gebiet, welches schon teuer ist.

biene | 07. November 2012 - 09:48

@TWP:
Schau was Nachwuchsing. schreibt. Ich hab die Hausnummern schon einmal genannt: (für den Westen) Einstiegsgehalt Bachelor: ca. 3300 Brutto, Einstiegsgehalt Master: ca 3800 brutto. Warum reden Sie alle mundtot. Es bringt nichts mit Ihnen zu diskutieren (so mein Gefühl).

Traum(a) | 06. November 2012 - 18:18

Wenn ich das so lese, ist die Zukunft der Bauindustrie nicht unbedingt brilliant. Denn der Rückbau findet nur einmal statt und verlangt sicher keine Statiker, Architekten etc. Aber wie heisst es so schön => die Hoffnung stirbt zuletzt und deswegen noch viel Spass beim Studium!

Nachwuchsing | 06. November 2012 - 14:00

Hallo zusammen,
ich habe seit diesem Sommer mein Bauingenieurstudium an der Hochschule München abgeschlossen (Bachelor). Ich bin 26 Jahre alt und habe mich bei drei Firmen in München beworben und habe auch bei allen ein Jobangebot erhalten. Alle drei Firmen bezahlen den Tarifvertrag und es gab keine Abweichungen:
* 3.300 € brutto
* 12,55 Monatsgehälter
* 30 Urlaubstage
* 24 € / Urlaubstag
* Firmenauto nach 6 Monaten Probezeit

Hoffe ich konnte weiterhelfen
Gruß

Magnus | 05. November 2012 - 23:35

@kakadou:
Das man als Tragwerksplaner lange Zeit hat, das Für und Wider abzuwägen möchte ich in Zweifel ziehen. Der Termindruck und der Durchsatz ist manchmal brutal, da geht es dann nur darum die Statik rauszukot...

Equilibrium | 05. November 2012 - 21:26

@kakadou:
Zitat: "Für die Tragwerksplaner gilt das nicht. Die haben Zeit, sich auf die Suche nach Fehlern zu machen und das Ergebnis auf Plausibilität zu prüfen."

In welcher Arbeitswelt lebst Du denn? Meinst Du, dass Statiker vom allgemeinen Kostendruck in der Baubranche ausgenommen sind? Wenn es mit der Statik mal länger dauern würde, glaubst Du, dass die Baustelle dann den Termin für die nächste Bestellung und die Betonage mal eben verschiebt und Du beim nächsten Projekt noch einmal für den gleichen Auftraggeber ran darfst? Den Stress, den der Bauleiter hat, hat der Planer oftmals genauso. Wir haben die gleichen Termine einzuhalten und die Zeiträume sind wie immer zu knapp bemessen.

TWP | 05. November 2012 - 18:58

@kakadou:
Ich habe selten so einen globalen Unsinn gelesen. Mehr muss man dazu nicht sagen. Man kann einfach nur den Kopf schütteln.

@biene:
Wer noch nie in dem Beruf der Bauingenieurs gearbeitet hat, kann den Beruf nicht im geringsten einschätzen. Insofern ist Ihre Argumentation nicht viel mehr als eine theoretische Trockenschwimmübung. Nicht weniger und nicht mehr. Erfahrene Ingenieure benötigen keine Statistiken um irgendwelche obskuren Beweise anzutreten. Da reicht die Erfahrung. Das einzige Problem, welches ich bei Ihrer Argumentation erkenne, wird der Aufschlag sein der sich ergibt, wenn die Realität an die Stelle des Wunschdenkens tritt. Sie können noch so intensiv ihre theoretischen Sichtweise hier darlegen, die Frage ist, ob es in der Wirklichkeit einen interessiert. Da sind Zweifel angebracht.

kakadou | 03. November 2012 - 19:14

Danke Ole,
die Polizisten, Krankenschwestern etc. wollte ich auch ins Feld führen. Bauingenieure haben vor allem Verantwortung für viel Geld. Erzieherinnen für unsere Kinder, was ist da höher anzusiedeln?

Gemeinsam ist den Bauingenieuren (sofern Bauleiter) und den Erzieherinnen, dass sie schnell entscheiden und handeln müssen und keine Zeit haben, sorgfältig für und wider abzuwägen. Wer damit nicht zurecht kommt, hat den falschen Beruf.

Für die Tragwerksplaner gilt das nicht. Die haben Zeit, sich auf die Suche nach Fehlern zu machen und das Ergebnis auf Plausibilität zu prüfen. Damit möchte ich zwar die Verantwortung für die Standsicherheit einer Eishalle nicht kleinreden, aber die ist nicht höher als die eines KFZ-Mechanikers, der an einem Omnibus die Bremsen richtet. Wahrscheinlich erfordert die Eishalle mehr Grips - das rechtfertigt die höhere Bezahlung.

Spezialtiefbau: Wer da interessante Projekte erarbeiten will muss deshalb ins Ausland, weil es in Deutschland überhaupt nicht so viele Projekte gibt. Ich bin im Grenzbereich Tiefbau - Geotechnik - Maschinenbau unterwegs und damit in Deutschland gut aufgehoben. Spezialtiefbau (oder Bergbau) ist aber dann mein Ziel, wenn ich hier aus irgendeinem (vermutlich nichtfinanziellen) Grund meine Zelte abbrechen sollte.

biene | 03. November 2012 - 12:36

@Pro21:
Ich kann deinen Worten nicht folgen. Aber ja, einen Tariflohn gibt es. Aber wieso soll ausgerechnet die Angabe der Bauingenieure dort nicht stimmen?!? Viele andere Angaben dort stimmen. Man kann es sich eben auch so zu recht legen wie man mag. Für mich verdient ein Bauingenieur Uni oder Master seine 3800 Euro als Einstiegsgehalt.

Alles andere ist unterbezahlt aus meiner Sicht. Ich spreche hier nur so, wie ich denke. Wenn sich jemand im Statikbüro für 2800 Euro als Master verheizen lässt (auch die kenne ich), dann muss er das mit sich selbst ausmachen. Es gibt genauso andere Beispiele, Menschen die sich besser verkaufen, verhandeln können, Glück haben, einen anderen Schwerpunkt wählen usw.

@Ole:
Genau das ist es doch, was Bauingenieure sauer macht. Dass eben ein Industriemechaniker oder Werkleiter mehr als ein Bauingenieur verdienen kann mit Real- oder Hauptschulabschluss. Das liegt eben daran, dass diese Firmen (z.B. Automobilindustrie) in der Lage sind sehr hohe Gehälter zu zahlen. Aber ich stelle mal eine Frage: Ist es nicht wichtig, dass der Beruf Freude bereitet? (Auch wenn mich einige wieder beschimpfen werden). Für mich wäre einfach Maschinenbauingenieur in der Autoindustrie nichts, da ich mich nie für Autos so sehr interessiert habe und ich mich damit irgendwie nicht identifizieren kann.

Warum versuchen hier einige einen immer mundtot zu reden. Und von mir aus bin ich auch naiv, aber ich weiß was ein guter Bauingenieur Wert ist und das sollte er auch bekommen. Das ist meine Meinung dazu.

Ich kann hier auch vielen Beiträgen recht geben, dass Bauingenieur nun mal oft mies bezahlt werden für das was sie im Studium geleistet haben und im Beruf leisten müssen. Aber es gibt eben auch viele andere, denen es mehr als gut geht.

Equilibrium | 02. November 2012 - 22:01

@biene:
Zitat: "Na und, natürlich stimmen die Angaben in etwa bei karriere.de. Aus folgendem Grund: Ich habe vorher noch einen anderen Beruf gelernt und da stimmt das Gehalt dort auch."

Entschuldige biene, aber Deine Argumentationskette ist einer Akademikerin unwürdig. Wenn Du unter den unzähligen Gehaltsangaben dieser Quelle eine einzige Zahl anhand Deiner persönlichen Erfahrung und nach eigenem Ermessen für richtig hältst, dann sind gleich alle Zahlen dieser Quelle richtig und wir müssen das dann alle glauben? Ohne mich.

Laut karriere.de hat sich das Gehalt der Bauingenieure von 2007 auf 2010 inflationsbereinigt um knapp 20 % erhöht, d. h. die nominelle Lohnsteigerung lag demnach innerhalb von nur drei Jahren bei über 25 %! Das sind ja wahrhaft astronomische geradezu erdrutschartige Verschiebungen - und das inmitten der großen Finanzkrise?

Was sagt uns das?
1.) Das Gehalt hat sich tatsächlich um über 25 % erhöht.
oder
2.) Die Erhebungsgrundlage von dem ominösen Hr. Kraus ist vielleicht etwas klein und die Zahlen schwanken eben deswegen so stark, weil er pro Jahr nur eine Hand voll Daten vorliegen hat.

Möge jeder selbst entscheiden, was er glaubt. Mir erscheint die Quelle von Sehbär (ca. 4 Seiten weiter vorne weitaus seriöser.
http://www.lohnspiegel.de/dateien/wsimit...

biene | 02. November 2012 - 11:24

@Hornisse:
Ich habe das Gefühl, du gönnst anderen Menschen keinen Erfolg. Aber mache das mit dir aus, mir ist es recht egal, was du hier schreibst. Ich halte an meinem Ziel fest und werde es erreichen.

Pro 21 | 02. November 2012 - 10:06

@Biene:
Zitat: "Aus folgendem Grund: Ich habe vorher noch einen anderen Beruf gelernt und da stimmt das Gehalt dort auch."

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass es bei fast allen Ausbildungsberufen so was wie einen Tariflohn gibt und sich daher eigentlich keine Statistik lohnt? Eine solche Statistik stellt Dir für Ausbildungsberufe jeder passend zusammen, ohne jemals wirklich eine richtige Erhebung durchführen zu müssen.

Ole | 02. November 2012 - 05:32

@Hornisse:
Du bis ja echt witzig. In einem von Dir selbst am 29 October gepostetem Link kann man lesen, dass das Gehalt der Bauingenieure in Deutschland im Mittel 50.300 Euro brutto betraegt. Laut Statistischem Bundesamt bekommen 75% aller Deutschen 32.500 Euro oder weniger. Das habe ich weiter unten bereits geschrieben. Leider verwendet das Amt fuer diese Statistik nur Gehaelter, die lohnsteuerpflichtig sind, ansonsten waere das Gehalt irgendwo zwischen 28 und 29.000 Euro.

Die Verantwortung lasse ich nicht gelten. Ein Polizist, ein Feuerwehrmann oder eine Krankenschwester haben auch Verantwortung. Es ist in Deutschland weit verbreitet, das man auf geringer Verdienende herabschaut und Menschen, die mehr verdienen das Recht daran abspricht und deren Gehalt in Frage stellt. Aus der Sicht einer Erzieherin ist unser Gehalt wahrscheinlich unangemessen hoch. Es ist immer die Perspektive die zaehlt.

Ich habe Deutschland verlassen, weil ich fuer mich selber mehr wollte. Nicht nur in finanzieller Hinsicht. Jeder kann das machen. Ich habe auch die Sicht auf die Deutsche Bauindustrie nicht verloren. Ich habe immer noch ziemlich viel mit Deutschen zu tun. Beispielsweise lasse ich die Bodenuntersuchung und die Tragwerksplanung fast immer in Deutschland machen, weil es dort einfach besser und vor allem zuverlaessig gemacht wird. Es ist mir klar, das viele Industriemechaniker mehr bekommen als die meisten Bauingenieure, obwohl die nicht studiert haben. Aber es kann doch nicht das Problem der Gesellschaft sein, das einige Menschen nicht in der Lage sind sich vernuenftig ueber einen Beruf zu informieren.

Ole

FlipB | 01. November 2012 - 20:08

> Für einen TH-Einsteiger als Statiker z.B. müssen lt. Kollektivvertrag mindestens 14 x 2.300 gezahlt

Falsch, der Mindestlohn liegt bei 1883 EUR brutto: http://www.arching.at/baik/upload...

FCP.at hat vor ca 1 Jahr für Einsteiger lächerliche 2500 EUR brutto (ca 1650 EUR netto) zahlen wollen und natürlich hat sich ein Waschlappen gefunden um für 35k jährlich zu beginnen.

> Ich hatte nicht vor damit reich zu werden.

Falsche Einstellung. Das setzt Bauingenieure, die ANGEMESSEN bezahlt werden wollen, massivst unter Druck.

> Ich habe unter anderem in China, Polen, Afrika und Indien gearbeitet und in Zunkunft werde ich in Doha oder Australien im Spezialtiefbau arbeiten.

Daran sieht man schon, wie tief die Branche gesunken ist. Das muss man sich erst mal vorstellen, man muss ins Ausland (!) gehen, um angemessen bezahlt zu werden. Was das für Familienplanung bedeutet ist wohl klar. Aber gut, der Bauingenieur ist es ja schon gewohnt mit Arbeit in Deutschland keine Familie gründen zu können.

> Jeder Bauingenieur wird statistisch betrachtet mehr verdienen als 75 % der restlichen Bevoelkerung.

Offensichtlich muss man schon auf die Schwachen in der Bevölkerung zurückgreifen und einen Apfel-Birnen-Vergleich rausholen um den eigenen Missstand in der Branche beschönigt darzustellen.

Hornisse | 01. November 2012 - 15:26

@biene:
Geh dich doch bitte erstmal in der realen Bauingenieurswelt bewerben. Warte dann bitte ab welche Angebote dir unterbreitet werden und melde dich erst dann wieder mit schlauen Sprüchen ala "wer gut ist, der verdient auch gut" zu Wort. Damit ist die Sache hier für mich ein für allemal beendet.

biene | 31. Oktober 2012 - 21:40

@Hornisse:
Na und, natürlich stimmen die Angaben in etwa bei karriere.de. Aus folgendem Grund: Ich habe vorher noch einen anderen Beruf gelernt und da stimmt das Gehalt dort auch. Versteh doch endlich mal, dass ein guter Bauingenieur auch gutes Geld verdient! Ich weiß ja zum Glück auch, dass man dies mittlerweile so erreichen kann.

Hornisse | 31. Oktober 2012 - 19:59

@Ole:
Zitat: "Die Hauptaussage ist, das wir im Bundesdurchschnitt gar nicht schlecht verdienen. Jeder Bauingenieur wird statistisch betrachtet nehr verdienen als 75 % der restlichen Bevoelkerung. Deutschland ist ein freies Land und unsere Berufswahl wird von uns selbst getroffen. Eigenverantwortung scheint generell nicht im Trend zu liegen, trotzdem waere sie wuenschenswert."

Woher hast du die Zahl 75% verdienen schlechter als Bauingenieure? Dass 75% der Bevölkerung schlechter als Bauingenieure verdienen möchte ich mal getrost anzweifeln. Interessant ist aber nicht der Querschnitt durch die Bevölkerung. Vielmehr sollten wir an unserer immensen Verantwortung und schwierigen Ausbildung gemessen werden. Da schränkt sich die Gruppe der vergleichbaren Berufe schon deutlich ein. Und wo stehen die Bauingenieure bei solch einem aussagekräftigeren Vergleich?

Das mit der freien Berufswahl hatten wir ja schon. Es sollte immer ein "level playingfield" vorherrschen. Geschönte Aussagen zum Gehalt einzelner Niedriglohnsparten, wie z.B. Hochbautragwerksplanung, sind nicht hilfreich bei der "freien" Berufswahl.

Da du aber laut eigener Aussage hauptsächlich im Ausland tätig bist, hast du wahrscheinlich auch nicht mehr so den tiefen Einblick in die deutsche Bauingenieurswelt. Vor allem das Kerngeschäft und hier der Hochbau sind Dumpinglohnterritorium. Da sollte man auch nichts beschönigen. Siehe dazu die bereits geposteten Gehaltserhebungen und die Aussage von @TWP et al. die die Gehälter ziemlich gut beschrieben haben. Und nicht jeder ist so vogelfrei und kann sich Jobs in der grossen weiten Welt suchen. Das weisst du aber auch selber.

Dass du im Spezialtiefbau gelandet bist, ist eine gute Entscheidung von dir gewesen. Hast du von Anfang an gezielt nach diesen Nischen gesucht oder war es eher Lady Luck, die dich in diese Schiene getrieben hat? Spezialtiefbau in Australien klingt nach Minengesellschaft und da wird sehr sehr gut bezahlt. Kein Vergleich zum Otto-Normalingenieur im Dumpinglohnparadies Deutschland.

biene | 31. Oktober 2012 - 09:54

@Hornisse:
Eine Umschulung vom Ingenieur zum Bankkaufmann? Komische Freunde hast Du. Bankkaufmann wäre so einer der letzten Berufe, die ich wählen würde.:-) Aber das muss jeder selbst mit seinem Gewissen ausmachen. Du schreibst hier deine Erfahrungen nieder, d.h. aber noch lange nicht, dass es jedem so gehen wird. Und Durchschnitt ist nur der, der eben nicht zu den Besseren gehört, wie der Name Durchschnitt ja schon bereits sagt. Außerdem spielt es eine große Rolle, wie man sich verkauft.

Ole | 31. Oktober 2012 - 06:19

@Hornisse:
Wer heute 45 ist, hat ziemlich wahrscheinlich sein Studium vor 24 Jahren begonnen. Damals konnte noch niemand wissen, das die Mauer fallen wuerde. Im gesamten Europa gab es damals eine Baukrise, weil die Reperaturen nach dem 2. Weltkrieg als abgeschlossen galten. In Westdeutschland hat sich diese Krise dann niemals so ausgewirkt, wie in Frankreich oder Grossbritannien, weil man Ostdeutschland als neues Marktgebiet erschliessen konnte.

Die Wiedervereinigung hat die Situation einfach verzoegert und verhindert, das eine damals sehr notwendige Marktbereinigung vollzogen wurde. Wie auch immer, das ist gar nicht meine Hauptaussage. Die Hauptaussage ist, das wir im Bundesdurchschnitt gar nicht schlecht verdienen. Jeder Bauingenieur wird statistisch betrachtet nehr verdienen als 75 % der restlichen Bevoelkerung. Deutschland ist ein freies Land und unsere Berufswahl wird von uns selbst getroffen. Eigenverantwortung scheint generell nicht im Trend zu liegen, trotzdem waere sie wuenschenswert.

Ich sehe natuerlich auch, dass sich die Gehaelter der Topverdiener immer weiter von der Masse absetzen und besonders gut finde ich das nicht. Das sind allerdings politische und ethische Ansaetze, die eine Gesellschaft fuer sich neu finden und umsetzen muss. Ob ich diesen Beruf nochmal waehlen wuerde, weiss ich nicht. Ich verdiene wesentlich mehr, als die von Dir genannten Summen und das nur deshalb, weil ich mir nicht zu schade bin in Laendern zu arbeiten, die viele Menschen nur auf der Landkarte finden. Ich habe unter anderem in China, Polen, Afrika und Indien gearbeitet und in Zunkunft werde ich in Doha oder Australien im Spezialtiefbau arbeiten. Einfach nur jammern hilft nie. Wenn man sein Schicksal nicht selbst in die Hand nimmt, wird es auch niemand anderes tun.

Der Markt fuer Bauingenieure ist international sehr gut und wir haben noch nicht mal einen Boom. Es ist schon erschreckend, dass sich auf unsere Jobanzeigen so gut wie nie Deutsche melden. Allerdings auch keine Griechen und Spanier, obwohl die doch eigentlich dringend Arbeit brauchen. Es melden sich fast ausschliesslich Britten, Iren, Suedafrikaner und Skandinavier.Wer heute beispielsweise 30 ist, ein paar Jahre Berufserfahrung hat und gutes Englisch spricht, kann ohne grosse Probleme in Australien arbeiten, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Ole

Hornisse | 30. Oktober 2012 - 19:34

@Biene:
Zitat: "Nach 5 Jahren bekommt man auch laut karriere.de ca. 4800 Euro im Monat. Informier dich erstmal richtig."

Na wenn es bei karriere.de steht, dann muss es wohl stimmen. Dort steht übrigens auch, dass ein Elektrotechnik-Ingenieur mit Uni-Abschluss nach 5 Jahren 4'450 Euro bekommt.

http://www.karriere.de/service/gehaltscheck/elektro...

Also bekommt gemäss deiner Quelle ein Ingenieur (Uni) mit 5 Jahren Berufserfahrung in einer bekanntermassen gut zahlenden Boombranche satte € 53 k/annum während die ganzen Ingenieure in der Niedriglohn- und Dauerkrisenbranche Bau nun mit € 58 k/annum an ihm vorbeigezogen sind? Das Gleiche lässt sich über einen Chemie-Ingenieur sagen. Wer sich etwas auskennt, weiss, dass diese hervorragend verdienen (in der realen Welt von BASF und Co.). Laut deiner vertrauenswürdigen Quelle verdient ein Chemie-Ingenieur (Uni) mit 5 Jahren im Job satte € 57 k/annum. Also quasi genausoviel wie ein Bauingenieur.

http://www.karriere.de/service/gehaltscheck/chemik...

Merkst du was? Soll das etwa eine glaubwürdige Quelle sein? Woher kommen die Daten und wie gross sind die jeweiligen Datenmengen? Die Gehaltserhebungen bei deiner "karriere.de" Seite wurden von einem gewissen Dr. R. F. Kraus erhoben. Hat von dem Guten schonmal jemand etwas gehört? Wer ist dieser Mann? Wie kann er alle Berufe mit einer ausreichend hohen Datenmenge füllen und doch kennt das Internet nullkommanichts über ihn?

P.S.: Wenn man sich richtig informieren möchte, so wie du es mir mit deinem gut gemeinten Rat ans Herz gelegt hast, sollte man vorher die Quelle der Erleuchtung auf Glaubhaftigkeit abklopfen. Wie das geht habe ich dir versucht aufzuzeigen. Papier und das Internet sind halt geduldige Zeitgenossen.

biene | 30. Oktober 2012 - 18:07

@Hornisse:
Zitat: "Selbst im Projektmanagement sind 60 k im klassischen Baubereich (kein Anlagenbau, keine Energiebranche, keine Erdölbranche) mit 5 Jahren im Job ein Topgehalt. Statiker bekommen mit 5 Jahren vielleicht 50 k wenn sie einen sehr guten Abschluss haben, seit Beginn ihrer Karriere in einem renommierten Büro arbeiten und einen Gönner im Büro ihnen gegenüber wohlwollend eingestellt ist. (Siehe auch die zahlreichen einigermassen unabhängigen Gehaltstabellen)."

Ich bin ganz auf deiner Seite Hornisse, vielleicht werden wir uns ja doch noch einig.:-) Trotzdem ist der eine Vorposter doch von Beruf Tragwerksplaner mit den 60k oder? Also ich blicke nicht mehr durch, ich glaube auch, dass dies im Bereich Statik eher nicht die Regel ist. Im Anlagenbau, Erdölindustrie, Energiebranche und Umwelttechnikbranche/Wasserbranche sind diese Gehälter durchaus drin. Auch im Claim-Management und Projektmanagement.

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