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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 2

1285 Kommentare | 488408 Aufrufe
Dipl-Ing | 25. April 2017 - 10:37

Kurz und knapp: Wechselt den Job, bewerbt euch, schaut euch um! Ich verstehe viele Kommentare hier, die sowohl positiv als auch negativ sind. Ich kann sie sehr gut nachvollziehen, und kann nach 15 Jahren im Beruf als Bauingenieur sagen, dass beide Seiten recht haben!

Ich selber war jahrelang geknechtet im Job, wurde als Statiker mit 3000 € Gehalt abgefrühstückt, wurde als Bauleiter mit 4500 € Verdienst verheizt (60 h die Woche) und bin jetzt aber als Projektleiter bei einem Mittelständler angekommen und sehr zufrieden. Ich verdiene mit Boni ca. 70000 €, bei einer realen Woche von 40 h, wobei auch mal bei Bedarf mehr gemacht wird, aber dafür auch kulant damit umgegangen wird, wenn man mal einen halben Tag braucht für Arztbesuch o.ä.

In meinen Augen ist es immens wichtig sich umzusehen, ich selber habe viele Angebote bekommen über Headhunter, habe mir viele Angebote angehört und Vorstellungsgespräche geführt. Schon allein, um zu sehen wie mein Marktwert ist. Und dann, wenn mal das passende Angebot dabei ist, kann man wechseln. Ich verstehe nicht, wie jemand nur rumjammern kann und den Beruf schlecht macht. Der Verdienst ist nicht so gut wie bei anderen Ingenieuren, aber du bist was du aus dir machst. Und wer es nicht versucht, der darf sich dann auch nicht beschweren!

Also mein Rat an alle, die unzufrieden sind: Bewerbt euch, hört euch an was man zu bieten hat. Man kann doch nichts verlieren, wenn man schon einen Job hat. Irgendwann kommt die Möglichkeit, dass ein gutes Angebot dabei ist.

Magnus | 22. April 2017 - 17:12

@Ole:
Deine Kunden verlangen wahrscheinlich, dass das Gebäude in 20 Monaten fertig sein soll, weil sie es gewohnt sind, das ohne Aufpreis zu bekommen? Wenn man hierfür einen Preis verlangen würde, für den 2 oder 3 Oles tätig sein könnten, würde das vielleicht ganz anders bewertet.

Mit einem deutschen Paß, kannst du dir doch fast auf der ganzen Welt Stellen suchen. Wenn du auf das viele Arbeiten keinen Bock mehr hast, such dir doch einfach was anderes. Im Baubereich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten, als in der Bauleitung auf Seiten der Ausfühung. Mit deinem Wissen müßte da doch irgendwo was drin sein. Vielleicht einfach mal ein bisschen Zeit damit verbringen und darüber nachdenken, wo es besser passen würde, als permanent dem nächsten Termin auf der Baustelle hinterherjagen.

Flip | 22. April 2017 - 13:15

@Magnus:
Job wechseln bringt nix, die Angebotspreise der Baubranche sind bei Bauherren, Investoren, Architekten, Behörden etc bekannt. Da kann man nicht einfach die Angebotspreise um 50 % erhöhen, damit die Gehälter um 50 % wachsen (damit man mit anderen technischen Fachkräften mehr oder weniger gleichziehen könnte). Ich habe mich natürlich auch bei Kollegen umgehört, die in anderen Büros und großen Firmen arbeiten - überall der gleiche Sch.... Es wird bestenfalls eben so gebaut, dass Richtlinie, Normen und Gesetze gerade noch erfüllt sind. In der Elektrotechnikbranche zahlt hingegen der Kunde gerne Aufpreise für OLED Displays in Smartphones (obwohl LCD es auch tut), in der Automobilbranche wird gerne die Rückfahrkamera bezahlt, als ob Rückwärtseinparken bisher nicht möglich gewesen wäre etc.

Ich kenne wirklich niemanden, der eine positive Meinung über die Baubranche hat. Die naiven Absolventen sind mit dem Thema überfordert und haben mangels Erfahrung keine echte Meinung dazu oder teils wird sogar geleugnet und jene die schon länger dabei sind haben eine negative Meinung entwickelt.

Beim Kurs zum Ziviltechniker wird sogar beigebracht, was man als Büro so für Stundensätze verlangen soll, "bitte nicht auf die Idee kommen unter 80 EUR pro Stunde anzubieten, besser 100-120 EUR", wurde mir berichtet. Dachte Preisabsprachen sind verboten, aber ok, zeigt nur wie kaputt die Branche ist.

Mein Chef ist 75, da is nix mit "ich suche mir mal Arbeit"! Ich habe ihn gefragt, warum er sich das noch antut (er stellt immerhin von selbst fest, er wird von allen verarscht, Bauherren, Rechtsanwälte, Architekten, Ausführende etc...), er meint: Weil ihm der Job Spaß macht. Das glaube ich ihm sogar (sonst wäre er in Rente), aber es ist eben die völlig falsche Einstellung. Richtig ist: Er soll Spaß machen UND angemessen entlohnt werden.

Gsiberger | 21. April 2017 - 19:08

Statiker mit 1,5 Jahren Erfahrung in Österreich in einem kleinen Statikbüro mit 7 Mitarbeitern, 37000 € Jahresgehalt. Kommt mir relativ wenig vor, habe aber trotzdem andere Vorteile wie z.B. wenig Stress, Überstunden die zu mehr Freizeit führen (1 Monat Urlaub an Weihnachten). Das ist sicher sehr wichtig fürs persönliche Leben. Ich frage mich wie viel Urlaub in einem großen Konzern gegeben wird. (Von den gesetzlichen Urlaubstagen darüber hinaus)

Ole | 21. April 2017 - 08:27

Ich habe hier ja bereits gepostet, aber eigentlich ist es eher selten geworden. Was mir hier zu kurz kommt, ist die Diskussion über die Zeit und die Umstände in denen Bauingenieure arbeiten. Ich verdiene außergewöhnlich gut, der Teil fällt hier also aus.

Was mich allerdings mehr und mehr stört, sodass ich wirklich an Branchenwechsel denke, sind meine Arbeitszeiten. Außerdem hatte ich in 20 Jahren nur Arschlöcher als Kunden. Es wird immer vorausgesetzt, das wir pausenlos arbeiten. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Nachts - alles kein Problem. Wozu eigentlich muss ein Bauwerk, das vermutlich so 100 Jahre steht und 20 Stockwerke plus hat in 20 Monaten fertig sein? Zinsen sind unglaublich günstig. Ich habe in 20 Jahren fast nie einen Bauzeitenplan gehabt, der machbar war, nicht mal mit außergewöhnlichem Aufwand.

Wir müssen permanent mit dem Bodensatz der Gesellschaft arbeiten. Mehr als die Hälfte der Typen in der Ausführung sind irgendwelche gescheiterten Vollidioten. Den Typischen Oberpolier, den viele Ältere noch kennen, gibt es kaum noch. Die Anforderungen werden immer höher, die Ausbildung immer schlechter. Oft können die Typen nicht mal untereinander reden, weil die alle möglichen Sprachen sprechen. Richtige Gesellen sind viele auch schon nicht mehr.

Magnus | 17. April 2017 - 00:03

@Flip:
Wieso hast du nicht einfach das Büro gewechselt? Die Erfahrungen die Du schilderst, entsprechen so überhaubpt nicht meinen. Scheint eher am Büro als an der Branche zu liegen. Vielleicht wäre auch dein Chef besser gefahren, wenn er sich eine Anstellung als Projektleiter gesucht hätte, wenn ihm das Finanzielle nicht so liegt.

Merkaba | 07. April 2017 - 21:18

Was verdient man in München als Tragwerksplaner (Statiker) mit 5 Jahre Erfahrung?

Koala1111 | 02. April 2017 - 10:35

Da ich hier auch immer wieder mal mitlese anbei meine aktuelle Situation: Angestellt im Statikbüro im ländlichen Raum in Bayern - seit 17 Jahren, Dipl.-Ing. FH. Erstellung von statischen Berechnungen, aber auch bauphysikalischen und brandschuztechnischen Nachweisen. Ursprünglich angefangen in 2000 mit 2750 Euro/Monat * 13 + Urlaubsgeld + Zuschuss. Gesamt ca. 37.000 Euro.

Ich bin jetzt bei 4900 Euro/Monat * 13 + Urlaubsgeld usw., also bei ca. 65.000 Euro Jahresgehalt. Das Ganze bei 40 h/Woche. Überstunden fallen an und werden mit 25% Zuschlag vergütet. Da kommen öfters mal noch ein paar Tausend Euro im Jahr dazu. Wichtig für mich dabei ist dass das Verhältnis Arbeitszeit zu Gehalt stimmt. Wenn hier einzelne von Gehältern von 80.000 Euro/Jahr bei 50 h/Woche berichten, denk ich mir immer das hab ich eigentlich auch fast. (Überstunden von 10 h/Woche * 40 Wochen/Jahr (Rest Urlaub, krank, Feiertag usw.) * 35 €/Überstunden = 14.000 Euro/Jahr für Überstunden + 65.000 Euro/Jahr regulär = 79.000 Euro/Jahr.

Bau.Master | 29. März 2017 - 23:08

Kurz vorne weg: Ja, ich bin zurzeit noch Master-Student, verfolge dieses Forum jedoch schon seit Jahren. Es mag, wie im Internet üblich, viel Schrott dabei sein, viele sind nur hier die "Macker" und Wahrheit und Lügen liegen wahrscheinlich teilweise auch nah beieinander. Nur wie hier auf die Ingenieurbüros geschimpft wird und das Berufsbild schlecht geredet wird, ist traurig.

Seit langem Hornisse und jetzt auch Flip. Würde Hornisse die hier verschwendete Energie und Zeit sinnvoll nutzen, wer weiß wo er heute wäre. Sicherlich nicht so frustriert wie jetzt. Flip ist übrigens der Selbe, der vor Jahren seine Hetze in Studienforen gestartet hat. Ich freue mich auf den Beruf und bekomme von Studienkollegen meist nur gutes zu hören.

Hornisse | 27. März 2017 - 08:30

@Tiefbauer:
Du hast recht. Ich werde in diesem Forum nichts mehr posten. Haut euch doch gegenseitig die Hucke voll mit euren plumpen Lügen. Nach 3-4 Jahren 72.000 EUR Gehalt plus Bonus (plus Auto?). Es ist hier wie im zivilen Leben. Ein paar besonders laute und dreiste Typen geben mit ihrem "Narrativ" den Ton an, die Masse ist feige und schweigt.

HolgerM | 25. März 2017 - 23:59

Ich bin erst vor Kurzem auf das Forum aufmerksam geworden, aber es geht ja teilweise heiß her. Wenn ich das alles so lese, kann ich nur sagen, dass man auch im Öffentlichen Dienst nicht schlecht verdienen und dabei recht entspannt arbeiten kann. Ich bin mit meinen 45 Jahren bereits seit Abschluss meines Studiums bei einer großen Kommune angestellt (18 Jahre mittlerweile) und in die E13 eingruppiert (Endstufe 6). Mit einer alten Zulage komme ich damit auf knapp 71.000 € brutto Jahresgehalt. Das Ganze allerdings bei regulären 39 h pro Woche, flexible Gleitzeit ohne Kernzeit und als Sachbearbeiter für komplexe Bauten auch ohne Führungsverantwortung. Zusätzlich kommt noch ein ordentlicher Zuschuss zum Jobticket. Kann mich also wirklich nicht beschweren.

Flip | 25. März 2017 - 18:27

Ich bin froh, dass es hier einen Augenöffner wie "Hornisse" gibt, der aufzeigt, wie erbärmlich Bauingenieure in der Branche entlohnt werden - bemessen an der Verantwortung - die sie übernehmen. Hier im Forum geht einem Vorposter mit "Ingenieurstunde 75 EUR" einer ab... einfach mal schauen was eine Kfz-Mechanikerstunde bringt.

Ich selbst war hier vor Jahren im Forum unterwegs, als ich mich darüber informierte, was man so als Absolvent verlangen kann. Da gurkte die naive "Biene" noch rum und auch Hornisse gab es hier schon. Nach Jahren der Praxis sieht es im Bauopferbüro bei uns so aus: Anfangs waren 10 Leute angestellt, vor wenigen Monaten flogen 3 raus und das Büro wurde räumlich verkleinert, schlechte Auftragslage und das 3 km neben einer 1,8 Millionen-Einwohner-Stadt. Liegt aber auch daran, dass der Chef eben Bauingenieur ist, also Techniker und kein Verkäufer, Hauptsache der Job macht Spaß, so ein Motto als ich ihn fragte, warum er sich die Sch... antut.

Meine Analyse nach den wenigen Jahren im Büro über Bauingenieure:

  • katastrophale Verkäufer
  • Mischung aus Galgenhumor und Selbstaufgabe
  • minderwertiges Selbstwertgefühl, denn wer tut sich den Schwachsinn freiwillig an
Ständig wird man verarscht von Rechtsanwälten, Kunden, Bauherren und Konkurrenzbüros. Neulich rief einer an, er wollte eine Leistung von uns abrufen: "es darf aber nichts kosten" lol, so einen Ruf haben Bauingenieure bereits, soweit ist es schon gekommen.

Zu den Gehältern bei uns im Büro (7 Personen Klitsche), die Dienstverträge liegen offen am Server, alle Gehälter x14, 40 h-Woche wenn nicht anders erwähnt:
  • 2 Statiker, jeweils ca 3500 EUR Gehalt, beide ca. 20 Jahre in der Branche
  • Schalltechniker (Gewerbelärm, Schallschutzwände, Schallpegelmessungen): 4600 EUR Gehalt, 25 Jahre
  • Teilzeit-Bauphysiker, bei uns eingestiegen, ca 1400 EUR Gehalt für 20 h, 9 Monate dabei
  • Tochter vom Chef: ca. 1700 EUR Gehalt für 20 h, seit ca. 10 Jahren dabei
  • technische Zeicherin, nicht relevant
  • Chef unbekannt
Zu mir: 3359 EUR Gehalt, 5 Jahre. Habe mich "gut" verkauft, eingestiegen mit 2800 EUR Gehalt, nach 1,5 Jahren - als der Laden noch gut lief - 3200 EUR ausverhandelt, kenne aber auch die mitleidigen Blicke branchenferner Techniker. Aktuelles Erlebnis aus dem Bekanntenkreis: Telekommunkation, Admin, nur Abitur, 67.000 EUR Jahresbruttogehalt, 43 h Woche, ca. 16 Jahre dabei.

Unser Chef hat bereits eine Lebensversicherung aufgelöst und sein Haus verpfändet, damit er unsere Gehälter bezahlen kann, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie lange der Laden noch rennt, weiß niemand, nicht mal der Chef, weil ganz offensichtlich kann er nicht mit Bilanzen umgehen, teilweise mussten wir 6 Monate auf Urlaubsgelder warten, weil 5 vor 12 kommt er drauf, dass sein Konto fast leer ist. Ein Bilanzgenie ist er wohl nicht und dem Büro geht es sehr schlecht. Niemand von uns schafft einen Umsatz von ca. dem 2 bis 2,5-fachen des monatlichen Bruttogehalts, was finanziell gesund wäre für so ein Büro.

Was habe ich nun daraus gelernt: Ich werde aus der Baubranche aussteigen, ich kann es mit meinem Selbstwert nicht vereinbaren, weiter in dieser minderwertigen Drecksbranche zu verweilen. Dazu habe ich mich all die Jahre zusammengerissen, weitestgehend auf Konsum verzichtet (Keine Autos, keine Reisen etc.) und ordentlich an Kohle gespart bzw. Daytrading erlernt und als Daytrader vermehrt. Im Juni werde ich den Laden verlassen und mich weiter aufs Daytrading fokussieren. Ich habe jedenfalls die Schnauze voll von der Branche und will nichts mehr damit zu tun haben. Keine Ahnung wie man sich sein Leben damit so dermassen versauen kann, wie es 95 % der Bauingenieure tun.

Bei 2 Personen möchte ich mich speziell bedanken: Ich war seiner Zeit Zivildiener und hatte beim Roten Kreuz einen Patienten, der in der Örtlichen Bauaufsicht gearbeitet hat. Er fragte mich eingehend, als ich ihm sagte, was ich studiere (Bauwesen): "Wie kannst du dir diesen Sch... freiwillig antun?" Ich verstand diese Aussage damals nicht, aber google führte mich in dieses Forum und auf die zweite Person: Danke Hornisse.

Tiefbauer | 25. März 2017 - 08:30

Leute, lasst Hornisse doch weiterhin mit seiner unterhaltsamen Schreibweise hier den einen oder anderen Akzent setzen. Was jedoch klar ist: eine objektive Diskussion ist nicht möglich und sollte man auch nicht weiter verfolgen. Und lasst doch auch den Quatsch mit "es ist schade, dass Du in Deinem Beruf nicht glücklich bist..." usw. Mitleid hat er durch seine destruktive Sichtweise doch nun wirklich nicht verdient. Ich glaube, damit fahren wir hier alle insgesamt besser, wenn er konsequent ignoriert wird!

Und nun zu mir: Einstieg 2013 mit A6 + Leistungszulage und Firmenwagen. Nach 4 Jahren im Beruf steht es jetzt bei A8, höhere Leistungszulage und höherwertigem Firmenwagen. Jahreszieleeinkommen 2017 ca. 72.000 € Jahresgehalt, ohne Tantiemen. Tätigkeit: Bauleitung im Tief-, Kanal- und Straßenbau. Raum Ruhrgebiet. Mittelständisches, inhabergeführtes Bauunternehmen.

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