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Freitag, 05. Juni 2020
Ausgabe 6864 | Nr. 157 | 19. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 2

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Statiker01 | 27. April 2020 - 13:09

Ich bin kurz vor meinem Masterabschluss an einer TU. Ich habe mich entschieden Tragwerksplaner zu werden. Verdient man als Tragwerksplaner wirklich sooooo schlecht? Vor einigen Jahren waren die Gehälter erschreckend niedrig. Hat sich dies inzwischen gebessert? Ich will eigentlich schon mit mindestens 55.000 € im Jahr einsteigen. Ist das realistisch?

Jan | 27. April 2020 - 08:19

@Civileng:
Ich würde versuchen nach Tarif zu verhandeln. Einstiegslevel ist da A5-A7 (je nach Abschluss, Erfahrung und Verhandlungsgeschick). In den Bautarifen sind auch sehr gute Positionsbeschreibungen drin, nach welchen man sich richten kann. Folgende Tarifgruppen als Beispiele:

  • A5: Erstellen von Aufmassen und einfachen Bauabrechnungen
  • A6: Koordinieren und Überwachen von Bauausführungen unter Aufsicht eines verantwortlichen Bauleiters
  • A7: Koordinieren und Überwachen von Bauausführungen oder Abschnittsbauleitung, Veranlassen und Überwachen von Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
  • A8: Selbstständiges Leiten von Bauausführungen, Selbstständiges und eigenverantwortliches Veranlassen und Überwachen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Jetzt kommt es natürlich noch darauf an ob Ost oder West. Ich habe grade nur allgemeine Angaben in einer Tabelle im Netz gefunden:
  • A5 - 3.852 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 48.912,60 €
  • A6 - 4.281 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 54.296,55 €
  • A7 - 4.732 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 59.956,60 €
  • A8 - 5.198 € - Jahresgehalt inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld = 65.804,90 €
Somit würde ich fragen was deine Aufgaben sind, welche Verantwortung du tragen wirst und demzufolge eine Tarifgruppe auswählen.

Ein Dienstwagen gehört in der Bauleitung zur Standardausrüstung und wird benötigt um den Job auszuführen. Der gehört dazu und wäre für mich auch nicht verhandelbar (im Sinne von Gehaltsabzug). Ebenso die private Nutzung dieses Autos. Ich persönlich habe noch nie einen Bauleiter (egal welche Position - ob Einstieg oder Oberbauleiter) ohne Dienstwagen zur privaten Nutzung gesehen (bin selbst auch Bauleiter). Grüsse und viel Erfolg beim Verhandeln!

Bauing | 23. April 2020 - 20:40

@Civileng:
Angefangen habe ich in einem mittelständischen Unternehmen im Januar 2018 mit absolut null Erfahrung. Auch mit 23. Als Einsteiger habe ich 42.000 EUR mit Firmenwagen (gebraucht bis Ablauf der Probezeit) erhalten. Fand ich ok, für jemanden der nur theoretische Kenntnisse hat. Nach Ablauf der Probezeit neuen Firmenwagen erhalten. Nach 1,5 Jahren Anstieg auf 52.000 EUR. In einem halben Jahr steht die nächste Gehaltsverhandlung an. Ich denke, dass 42.000 EUR für einen Anfänger Ok sind. Meiner Erfahrung nach wird auch oft zwischen Bachelor und Master im Bereich Bauleitung nicht unterschieden. Anfänger erhalten das Gleiche.

Civileng. | 22. April 2020 - 18:37

Ich bin 23 Jahre alt und habe kaum Berufserfahrung - außer meine Praktika. Eingeladen wurde ich bei einem großen Unternehmen (3000 MA) als Bauleiterin. Wieviel darf ich als Einstiegsgehalt verlangen? Und soll ich mit dem Gehalt runterschrauben, falls ein Dienstwagen zur privater Nutzung (1%) angeboten wird? Danke im Voraus!

BauingMauing | 18. April 2020 - 06:05

Ich arbeite bei einem größeren Mittelständler (~ 2000 MA) als (Bereichs-) Bauleiter im Schlüsselfertigbau (Großprojekte bis 80 Millionen). Ich bin dort seit ca. 1 Jahr angestellt, bin 24 Jahre alt und habe einen B. Sc. (TU) (meinen Master habe ich bis dato nebenbei zur Hälfte abgeschlossen - gerade habe ich das aber pausiert, da das Projekt zur Zeit deutlich zu viel Zeit auffrisst, heiße Phase halt). Ich verdiene derzeit ca. 4000 Euro Brutto (A5), 13 Gehälter + Firmenwagen zur privaten Nutzung). Tätigkeitsbereich ist Niedersachsen.

Als Bereichsbauleiter wurde mir, wie der Titel schon sagt, nur ein Bereich der Baustelle zugeteilt. Jedoch hat sich das soweit geändert, dass ich nun, bis auf die Außenanlagen und Dach/Fassade, für den kompletten Innenbereich zuständig bin inkl. nahezu aller Nebendienstleister (Container etc.). Obwohl natürlich auch (mehrere) Poliere und Projektleiter für die Baustelle zuständig sind, hat sich das mit der Zeit so ergeben, dass ich tatsächlich alleine alle Aufgaben bewältige, sprich Projektleiter und Poliere obsolet werden.

Insgesamt ist mein Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbereich seit meiner Anstellung also deutlich deutlich gestiegen. Denkt ihr ich könnte bzgl. meines Gehalts erfolgreich in Nachverhandlung treten? Wenn ja, welches Gehalt? Wäre A6 vllt. auch A7 gerecht, oder wirkt das schon zu "gierig"? Ich bedanke mich vorab für die Antworten.

Arev | 13. April 2020 - 00:25

Ich bin derzeit Tragwerkslaner (NRW), 27 Jahre alt (1 Jahr im Beruf) und verdiene 45.500 € brutto im Jahr. Dazu 24 Urlaubstage und 41 Stunden Woche. Meine Frage dazu kurz und knapp: In welchem Bereich des Bauingenieurwesens verdient man am meisten?

Ich möchte weg aus der Tragwerksplanung, da mir die Aufstiegs- und Gehaltschancen zu gering erscheinen. Mein Interessensbereich ist weit gefächtert und neben der Bauleitung kämen nahezu alle Bereiche in Frage. Und falls mir jetzt jemand unterstellt, es geht mir nur um das Geld: In gewisser Weise tut es das, und ich würde es ein Stück weit auch als Motivation sehen. Mein aktuelles Gehalt fühlt sich einfach nicht gerechtfertigt an für das aufwendige Studium und das spiegelt sich ein Stück weit auch in meiner Lust auf die Arbeit wieder. Wobei das auch eher daran liegt, dass mir die Tragwerksplanung an sich nicht mehr all zu viel Freude bereitet.

Manuel | 30. März 2020 - 09:06

@Peaceduke:
Also ein Bauingenieurstudium ist ja wohl überhaupt nicht geeignet, um gutes Geld zu verdienen, 50.000 € nach 6 Jahren Berufserfahrung, dass bekommt man in manch anderen Branchen beim Einstieg. Ich würde mir wirklich überlegen ob ich an diesem Job so viel Freude habe, um mit solch einem Gehalt umgehen zu können.

Ich hatte es nicht und bin am Ende durch viel Glück in der Energiebranche gelandet. Ergebnis: Gehaltssteigerung von 53.000 € auf knapp 70.000 € bei weniger Arbeit und weniger Verantwortung. Selber schuld wer Bauingenieur wird. Ich kann nur jedem empfehlen sich vor der Berufswahl die Gehaltsstruktur zu ermitteln. Andernfalls kommt irgendwann das böse Erwachen.

Maestro | 26. März 2020 - 08:56

Tatsächlich ist das momentan eine Gefahr. Jeder der es bis jetzt nicht geschafft hat zu wechseln, wird sich die kommenden Jahre in den Arsch beißen, da sicherlich für den Bau wieder schlechtere Jahre kommen. die Weltwirtschaft ist in der Krise, das wird in 1-2 Jahren auch wieder voll auf den Bau durchschlagen. Von daher ist es tatsächlich am sichersten, auf dem Job sitzen zu bleiben wo man ist, da man dort im Zweifel den besten Schutz vor Kündigung hat.

Peaceduke | 24. März 2020 - 17:22

Nachdem ich das Forum schon länger verfolge dachte ich, ich gebe auch mal meinen Senf dazu. Vor 6 Jahren habe ich bei einem mittelständischen Ingenieurbüro in Norddeutschland angefangen für 33.000 Euro im Bereich Planung Strassenbau/Tiefbau. Seitdem im Gehalt jährlich recht passable Sprünge gemacht und nun nach 6 Jahren bei knapp 50.000 Euro brutto im Jahr plus Weihnachtsgeld bei 40h Woche und 30 Tagen Urlaub. Auch wenn man niedrig anfängt wird gute Arbeit in Form von unbefristeten Verträgen und Gehaltssprüngen belohnt. Ich denke für ein Planungsbüro sind 50.000 Euro Gehalt in Ordnung und entsprechen im Mittel dem was hier auch andere verdienen.

Ing. Ding | 14. März 2020 - 07:52

@InsiderBAU:
Das ist eine wirklich super Idee! Wenn wir tatsächlich vor einer Rezession stehen, was möglich ist, noch schnell den Arbeitgeber wechseln? 10 Jahre Zeit waren nicht genug? In den Jahren um 2003 wurde gefühlt jeder 3. Bauingenieur entlassen. Wenn ich nun neu im Unternehmen bin und es zu Entlassungen kommt, wer darf denn als erster gehen? Vieleicht der zuletzt gekommen ist? Gehen Sie bitte nochmal in sich, ist meine Empfehlung.

InsiderBAU | 13. März 2020 - 08:39

Die Rezession steht vor der Tür. Ich rate jedem, wirklich jedem, bei Unzufriedenheit noch einen Wechsel anzustreben. Ich habe als Projektleiter viel Kontakt zu Investoren bzw. Bauherren. Ausnahmslos ALLE bestätigen Unsicherheiten aufgrund der einstürzenden Märkte. Kaufinteressenten springen ab und hoffen auf eine Rezession, um an billigere Immobilien zu gelangen. Dies ist die letzte Chance für einen besser bezahlten Wechsel, bevor der Bauboom stagniert. Bis es wieder Bergauf geht, werden Jahre vergehen. Lasst euch die Chance nicht vergehen.

Eren | 02. März 2020 - 23:36

@Steve:
Also ich habe einen relativ ähnlichen Werdegang. Ich habe erst eine drei Jährige Ausbildung zum Maurer gemacht und daraufhin direkt den Maurer- und Stahlbetonbau-Meister. Während dieser Zeit habe ich jedoch schon viel in der Leitungs- und Managementebene gearbeitet, da ich im Familienbetrieb war. Ich war demnach schon ab dem 3. Lehrjahr als Bauleiter tätig und habe mir viel Wissen angeeignet. Ich habe ein Semester Bauingenieurswesen an der FH studiert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht meins ist. Ich wollte wieder raus in die richtige Bauwelt.

Ich habe mich bei einem Ingenieurbüro als Bauleiter beworben, da ich nicht mehr im Familienunternehmen bleiben wollte. Hierbei mache ich nach HAO die Leistungsphasen 8 und 9, Branche: Breitbandausbau.

Beim Gespräch habe ich folgendes Verhandelt: 30 Tage Urlaub, 40 h Woche (Mehrstunden werden abgefeiert), 1 % Regelung, Jährliche Gehaltsanpassung, 60.000 € / Jahr (12 Monate á 5.000 €). Das gilt für die ersten 6 Monate, danach wird erneut verhandelt. Dafür das ich 22 Jahre alt und am Anfang der Karriereleiter stehe, kann ich das schon als einen guten Einstieg betiteln.

Also ich denke Du könntest ganz locker > 55.000 € erwarten!

Chris | 01. März 2020 - 14:14

Da ich vor längerem schon einmal in meiner Studienzeit den Thread gerne gelesen habe und dankbar um die damaligen Angaben war, hier meine Angaben:

  1. 6 Jahre Berufserfahrung in der Bauleitung SF Bau in einem mittelständigen Bauunternehmen
  2. Firmenwagen (Fabrikat frei wählbar) + Handy + Laptop (alles auch zur privaten Nutzung)
  3. 6.200 €/Monat Gehalt + vertragliche Erfolgsbeteiligungen (Prozentual) bei Baustellen. Erfolgsbeteiligung ist eine faire Sache. Hier kann bei gut gehenden Baustellen das Gehalt deutlich gesteigert werden. (>120.000 € Gehalt im Jahr war bei mir bereits der Fall).
Das A und O für den jungen Berufsweg als Bauleiter ist, engagiert zu sein, selbstständig lernen zu wollen, Verantwortung übernehmen zu wollen, ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz mitzubringen, Durchsetzungsvermögen und auch ein gewisses Maß an Überstunden zu akzeptieren. Als Bauleiter hat man keine 40 Stunden/Woche - wenn doch, verdient man dementsprechend weniger.

Sollten diese Vorraussetzungen mitgebracht werden und man arbeitet nach 5 Jahren (würde ich behaupten, gilt man als jung berufserfahren) immer noch für 3500 €/Monat (und hat bereits in Personalgesprächen vergeblich versucht mehr Geld rauszuschlagen), würde ich den Arbeitgeber wechseln.

Einstiegsgehalt für Bauleiter (aufgrund der Lebenserfahrung, nicht unbedingt aufgrund der Qualifikation: Master) in unserem Unternehmen beträgt: Lohngruppe A6 der Bauindustrie - 4.200 € + Firmenwagen. Gerne beantworte ich zum Berufseinstieg eure Fragen, falls gewünscht.

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