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Montag, 08. März 2021
Ausgabe 7140 | Nr. 67 | 20. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 21

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Equilibrium | 29. August 2012 - 13:16

Als jemand, der selbst über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung verfügt, muss ich den ebenfalls berufserfahrenen "Vorrednern" von der Tendenz her Recht geben. Es gibt im Bauwesen branchenspezifische Hindernisse (z.B. die zitierten "drei" Vergabekriterien), die eine unbekümmerte Entscheidung zum Beruf des Bauingenieurs schlichtweg unmöglich machen und die deutliche Unterschiede zu anderen Ingenieurberufen bewirken (bzgl. Gehalt, Arbeitsbedingungen etc.). Wenn dann Studenten ihr erstes Jahresgehalt anhand der Semesteranzahl oder der Anzahl der Abschlussarbeiten ermitteln wollen, dann muss man als "alter Hase" schon etwas schmunzeln. Dies entspricht nun einmal nicht der Sichtweise der Führungskraft, die letztlich das Gehalt festlegt bzw. anbietet.

Aus Sicht des Arbeitgebers geht es einzig und allein um EINE EINZIGE FRAGE: Wie viel Gehalt muss ich bieten, um einen passenden Ingenieur zu bekommen. So lange genügend Abiturienten auf die Baulobby hören und an den vermeintlichen Ingenieurmangel glauben, ist die Anzahl der Bewerber hoch und das erforderliche Gehalt niedrig. Das ist Marktwirtschaft in reinster Form. Leider ist der Wettbewerb aber etwas unfair, da jedes Jahr seitens der Baulobby überhöhte Bedarfsmeldungen an die Medien gegeben werden, damit im Karriereteil der Zeitungen von rosigen Aussichten für Bauingenieure geschrieben wird. Das Ende vom Lied kann man hier im Forum überall nachlesen.

Das einzig Positive für die jetzigen Absolventen: Die Situation hat sich in den letzten Jahren definitiv gebessert, so dass keiner mehr einen Taxischein machen muss und die überdurchschnittlich erfolgreichen Bauingenieure z.T. trotz des schwierigen Umfeldes in Gehaltsregionen von jenseits der 60.000 Euro/a vordringen können. Selbst Einstiegsgehälter über 40.000 Euro/a sind inzwischen möglich. Nur leider sind diese Gehälter eben nicht repräsentativ für das Durchschnittsschicksal eines Bauingenieurs. Aber den Optimismus und den Ehrgeiz, das erreichen zu wollen, den sollte man sich natürlich erhalten. Von daher ist das Anspruchsdenken von Biene ja in letzter Konsequenz eine positive Sache. Und ich möchte auch jeden Absolventen ermutigen, das maximal mögliche Gehalt anzustreben und sich nicht unter Wert zu verkaufen.

biene | 29. August 2012 - 12:19

@JD:
Ich habe schon etwas Berufserfahrung als Bauingenieur, soviel dazu. Zum Thema Lehrer: Kann Willy da nur zustimmen. Wieso müssen sich Studenten zurückziehen? Weil euch deren Meinung nicht interessiert? Dann lasst sie wenigstens ihre Meinung äußern, ihr müsst es ja nicht für gut heißen. Ich finde viele Aussagen auch einfach zu pessimistisch und subjektiv.

@TWP:
Ich glaube Dir einiges was du schreibst. Viel Verantwortung als Bauleiter - je nach Bereich und als Statiker sowieso. Und ich weiß auch, dass einige Sparten für diese Verantwortung einfach unterbezahlt sind. Deswegen versuche ich ja eben in eine andere Sparte zu kommen. Du schreibst ja selber z.B. Industriebau. Es gibt noch einige Bereiche mehr. Wie gesagt, entweder man wird vernünftig bezahlt oder geht eben in eine andere Branche. Das ist meine Meinung dazu.

Hornisse | 29. August 2012 - 11:06

Ich werde das Gefühl nicht los, dass der User, der hier als "biene" postet, auch als "Willy" seinen Senf dazu gibt. Beide schreiben in dem gleichen, ziemlich herablassenden Stil (mit der gleichen Wortwahl) und glänzen durch Unwissenheit über die Baubranche.

Ich selber habe ebenfalls über 10 Jahre Berufserfahrung als Bauingenieur und kann nur jedem angehenden Studenten anraten sich genau mit der Baumaterie vertraut zu machen, bevor man sich in diesen Studiengang locken lässt (Stichwort Lobbyarbeit). Der Berufsalltag eines Bauingenieurs ist geprägt von extremsten Zeit- und Kostendruck. Die Honorare sind entsprechend niedrig, so dass man sehr viel über unentgeltliche Mehrarbeit kompensieren muss. Dazu kommt, wie hier schon von berufserfahrenen Kollegen beschrieben, die enorme Verantwortung.

Dieser Mix ist mit sehr grossem Stress verbunden und wird wie ein einfacher Facharbeiterberuf entlohnt. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern, denn Dank der Globalisierung wird es immer irgendwo Baufirmen, Bauplanungsbüros geben, die um zu überleben, zu extrem niedrigen Honoraren anbieten. Wer aufmerksam die Zeitungen verfolgt, dem dürfte aufgefallen sein, dass es der Bauwirtschaft in UK, Spanien, Portugal seit geraumer Zeit sehr mies geht. Planungsbüros und Baufirmen aus diesen Ländern dürfen aber sehr wohl bei ausgeschriebenen Bauten in Deutschland mitbieten.

Da im Bauwesen Werkverträge abgeschlossen werden, bekommt der Bauherr also per Vertrag eine bestimmte Qualität (Stichwort Ausschreibung / Leistungsverzeichnisse) zugesichert. Er nimmt natürlicher Weise das niedrigste Angebot. Diese Verfahrensweise, dass der billigste und der teuerste Anbieter ein und dieselbe Qualität per Vertrag garantieren, gibt es in keiner anderen Branche und daher entscheiden im Bauwesen bei der Vergabe der Aufträge genau drei Kriterien:

Kriterium 1: Der Preis
Kriterium 2: Der Preis
Kriterium 3: Der Preis

Ihr werded als Bauingenieure immer genötigt sein mit den verzweifelten Firmen aus anderen Ländern oder Regionen in Deutschland um den niedrigsten Angebotspreis zu kämpfen. Welche Konsequenzen das auf euer Gehalt hat, überlasse ich eurer Weitsicht (oder wie "biene" und "Willy" so treffend sagen: über den Tellerrand schauen).

JD | 29. August 2012 - 07:51

@biene:
zu deinen äußerungen (und die mancher anderer, die erst mal ein paar tage auf die weide müssen, bevor sie zu allem etwas "zu sagen haben" sollten....) die sich auf NULL erfahrung gründen, kann ich nur einen cleveren menschen zitieren:

"Everyone is entitled to his own opinion, but not his own facts."
Daniel Patrick Moynihan

ihr solltet lieber die kommentare, derer mit erfahrung einmal gründlich überdenken! stattdessen kommt hier eine arroganz zu tage, alles viel besser machen zu können (die erfahrenen "realisten" hier sind ja alle solche "looser", schrecklich.....), dass man sich fragen muss, aus welchen leistungen "grünschnäbel" diese arroganz eigentlich beziehen. erfahrungen sind leider nicht übertragbar, was man hier wieder prima sehen kann.

an alle "oldies": ich würde nur noch posten, wenn einer nett und offen etwas fragt (aufnahmebereitschaft für informationen signalisiert), alle anderen lasst doch sehenden auges (mit ihrer eigenen meinung und ohne profunde fakten) in ihr eigenes schicksal rennen, sie wissen doch eh alles schon durch/nach die/der aufnahme der muttermilch.

TWP | 29. August 2012 - 06:45

@Willy:
Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber für einen Student der gerade seine Abschlussarbeit schreibt, halte ich Ihre Aussagen für sehr naiv und nicht angebracht. Sie haben noch nicht eine Stunde in der Verantwortung eines Bauingenieurs gestanden und ziehen hier vollmundig Vergleiche zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Selbstverständlich haben es andere Berufsgruppen auch nicht leicht. Jedoch übernehmen diese Berufe in der Regel nicht diese Verantwortung, welche ein Bauingenieur übernimmt. Mit Ihrer Aussage: Zitat "Nach einer gewissen Zeit ist der Job eben Alltag und "nervt dann und wann" outen Sie sich als unwissend.

Es geht hier nicht um Alltag und "nerven" , es geht um ganz andere Dinge in diesem Beruf. Es geht um sehr viel Verantwortung, im Zweifelsfalle für Leben und Tod. Und diese Verantwortung steht oft im grassen Gegensatz zu wirtschaftlichen Interessen, die heute immer mehr dominieren. Es geht darum, dass diese Gegensätze kaum noch in Einklang zu bringen sind. Es kommt auch darauf an in welcher Liga Sie als Bauingenieur spielen. Im EF-Haus, MF-Haus, normalen Industrie - und Wirtschaftsbau werden diese Verwerfungen nicht so ausgeprägt sein.

Jedoch verdienen Sie in diesem Segment auch nicht auskömmlich. Sie wissen auch nicht was Behinderungen im Bauablauf, Mehrkostenanmeldungen sind und was diese Dinge bewirken. Sie wissen auch nicht was in diesem Zusammenhang Zeitdruck bedeutet. Sie wissen auch nicht was Nachtragsmanagement in der Realität bedeutet. Ihr Vergleich mit dem Beruf des Lehrers (der bestimmt nicht einfach ist) zeigt, dass Sie von dem "Alltag" eines Bauingenieurs überhaupt NICHTS wissen.

Das Ihre eigenen Aussagen "total sinnfrei" sind, schreiben Sie ja selbst. Deshalb erübrigt sich ein weitere Kommentar. Von einem Studenten hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung anstelle dieser bornierten und unsinnigen Abhandlung gewünscht. Wie groß meine Weitsicht ist, werden Sie vielleicht mit mehrjähriger Berufstätigkeit erkennen können.

biene | 28. August 2012 - 12:14

@GT2608:
Und schon wieder der Bauleiter. Ich bin und werde kein Bauleiter. Dein Vorposter hat es richtig geschrieben. Bei Audi oder Thyssen oder sonst wo bekommt ein Mechatroniker mit schlechtem Realschulabschluss schon 2700 EUR brutto. Und dann soll ich nach Ausbildung, Abi, Bachelor und Master für 3000 EUR arbeiten gehen. Sorry, aber das ist mehr als unverschämt! Mag schon sein, dass manche Firmen so unverschämt sind. Dann sind das eben die falschen Firmen. Ich studiere doch nicht 8-9 Jahre (solange brauche ich) einen der anspruchvsollsten Studiengänge für so Bedingungen. Und zum Glück weiß ich, dass es auch Bereiche gibt, wo man Geld verdienen kann und gücklich werden kann.

Zum Thema Bauleiter: Meiner Meinung nach ist es da manchen Firmen egal, ob Bautechniker, Bachelor oder Master. Aus diesem Grund würde ich für so etwas niemals einen Master machen. Dann eher ins Baumanagement.

@TWP:
Was ist daran sehr vermessen? Du darfst das ruhig für sehr vermessen halten. Aber ich habe diese Meinung und bleibe auch dabei. Was du sagst über den Bereich Tragwerksplanung, da bin ich voll bei dir. Und ich kenne auch glückliche Bauingenieure. Allerdings kenne ich kaum Statiker, das gebe ich zu. Deswegen kann ich dazu wenig sagen.

Willy | 28. August 2012 - 12:01

@TWP:
Tja, ob diese Aussagen mal wohl stimmen. Aber dann muss man auch über den Tellerrand hinausschauen und sich andere Berufe ansehen. Frag mal bei Lehrern nach. Wieviele von denen würden denn wieder Lehrer werden wollen? Das gleich kannst Du auf etliche andere Berufe auch beziehen. Diese Aussage ist total sinnfrei. Nach einer gewissen Zeit ist der Job eben Alltag und "nervt" dann und wann. Aber das ist nicht nur im Bauwesen so. Für 20 Jahre Berufserfahrung hätte ich da aber mehr Weitsicht erwartet!

TWP | 27. August 2012 - 09:58

@biene:
Ich halte es schon für sehr vermessen wie Menschen die im Studium stehen (noch keinen Tag in diesem Beruf wirklich gearbeitet haben) bzw. Berufsanfänger sind, sich hier über den Beruf des Bauingenieurs äußern. Mit meinen 20 Jahren Berufserfahrung (davon 7 Jahre als selbstständiger Tragwerksplaner und 13 Jahre in TOP-Büros als Angestellter tätig) sieht es schon etwas anders aus. Mit dieser Erfahrung kann man sagen, dass Gehalt ist ein Übel des Bauingenieurwesens, aber nur eins.

Viel schwerer wiegt die mangelnde Lebensqualität, die dieser Beruf mit sich bringt. Ich habe in den letzten 20 Jahren sehr viele Bauingenieure der unterschiedlichsten Bereiche kennengelernt. Die Zahl die diesen Beruf noch einmal machen würden, kann ich an einer Hand abzählen. Insofern ist man geneigt zu denken, "beende erst einmal dein Studium und arbeite erst einmal 6-8 Jahre in diesem Beruf, dann kannst du dir ein umfassendes Urteil erlauben". Alles andere ist einfach nur albern.

GT2608 | 26. August 2012 - 18:10

@biene:
Was das Gehalt eines Bauleiters betrifft, da muss ich Dir leider den Zahn ziehen. Hier wird nämlich kein Unterschied zwischen den Abschlüssen gemacht. Ein Bachelor oder Diplom (FH) verdient das gleiche Einstiegsgehalt wie ein Master bzw. Diplim (TU/TH). Dessen musst Du Dir bewusst sein. Daher ist Deine Anmerkung auch nicht ganz falsch. Die Unterschiede im Gehalt werden erst im "Büro" bemerkbar.

Sahel | 25. August 2012 - 21:17

Ich finde es unglaublich dass man in diesem Bereich nur so wenig Geld verdient! Ich bin 15 Jahre und möchte ein Bauingenieur werden, da es mir Spaß macht Gegenstände zu konstruieren. Ich habe mein Praktika bei Audi absolviert (ein halbes Jahr jeden Dienstag) und finde es unglaublich was für Gehälter man hier bekommt! 2700 EUR bekommt ein ganz normaler Kfz-Mechatroniker bei uns, der noch noch nicht einmal sein Abi gemacht haben muss. Daher ist es wirklich unverschämt, wenn man den Bauingenieuren nur so wenig Geld gibt wie einem Kfz-Mechatroniker, der jeder Zeit alle Infos, des bezüglichen Wagens herausfinden kann und noch jede Info bekommt, wie man das macht.

Das ist wirklich in diesem Fall nicht fair! Und wer einem 15 Jährigen nicht glaubt, nur weil er denken muss das er älter ist und mehr Erfahrung hat, der kann sich ja mal Informieren! Und der Kfz-Mechatroniker hat erst sein 5. Jahr hinter sich!

biene | 24. August 2012 - 11:19

@Bau:
Weitersuchen, die Gehälter sind definitiv zu gering.

@Willy:
Als Master 3200-3500 EUR ist auch nicht der Oberbrüller bzw die 42000 EUR. Die hat in manch einer Firma schon der Bachelor. Irgendwie gehts hier immer um Statik und Bauleitung. Mich würde mal interessieren, was für Gehälter im Rohrleitungsbau, Verkehrstechnik, Verfahrenstechnik, Wasserwirtschaft etc. bezahlt werden.

Bau | 23. August 2012 - 12:17

Hi lese nun hier schon länger und wollte mal meinen Senf dazu geben .

Ich bin 29 und werde in kürze mein Studium abschließen.
Fachrichtung Konstruktiver Ingenieurbau Abschlussnote 3.0
Studiendauer 12 Semester.
3 Jobs nebenher.
5 Bewerbungen
4 Vorstellungsgespräche.
Gehaltsangebote
Bauleiter 3000-3200 pro Monat 12.55 Löhne
Statikbüro 2400-2700 pro Monat.

Willy | 23. August 2012 - 08:29

Ich möchte nun auch nochmal meinen Senf dazugeben, nachdem ich mich die letzten Tage aus der Disukussion genommen habe.

@FlipB:
Richtig, ich habe noch keinen Job. Falsch ist aber, dass ich auf der Suche bin. Ich schreibe aktuell meine Masterarbeit in einem der größten deutschen Unternehmen. Suchen brauche ich nicht mehr nach einem Job, wenn ich das so wollen würde. Man hat mir bereits einen angeboten :-p

Nun aber mal zum Thema und den Durchschnittsgehältern. Ich habe ja nach meinen FH-Diplom nun noch den Master an einer TU draufgesetzt. 2 ehemalige Kommilitonen, die bereits fertig geworden sind, haben beide auch ohne große Schwierigkeiten einen Job gefunden (einer der beiden dort, wo er seine Masterarbeit geschrieben hat, der andere witzigerweise hier in dem Büro, in dem ich auch sitze). Interessant ist aber, dass einer der beiden ein Diplom gemacht hat, der andere seinen Master.

Beide sind nun in die Tragwerksplanung für den Ingenieurwasserbau gegangen. Und beide verdienen interessanterweise das gleiche Einstiegsgehalt (~ 3500 € brutto im Monat / also ~ 42000 € p.a. ). Beide sind aber keine Trainees. Das möchte ich hier nochmal betonenen. Bei einem Einstieg als Trainee fällt das Gehalt i.d.R. doch etwas geringer aus. Und wie ich auch schon vorher geschrieben habe, sind 3 andere Kumpels als Bauleiter eingestiegen. Hier lagen die Einstiegsgehälter zwischen ~3200 € und ~3500 €.

Man muss bei der ganzen Diskussion natürlich immer das entsprechende Unternehmen betrachten. Kleine Ingenieurbüros zahlen natürlich wesentlich weniger, dass muss hier bewusst sein.

Was ich auch noch sagen möchte ist, dass zwischen dem Diplom (TH/TU) und dem M.Sc. (TU/TH) kein Unterscheid gemacht wird. Diese Abschlüsse werden gleichgestellt. Das ist in meinen Augen auch relativ sinnvoll, da es nicht wirklich relevante Unterschiede im Studium gibt. Mein Einstieg wird ja nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ich werde dann mal von meinem Einstiegsgehalt berichten!

biene | 20. August 2012 - 12:17

@Ole:
Das werde ich ja dann sehen, ich werde es allerdings fordern und ich sehe das nicht als zu viel an. In 2-3 Jahren eher zu wenig. Wie gesagt, ein Bachelor bekommt min. 40 000 Euro in der richtigen Firma als Einsteiger. Die Betonung liegt auf "in der richtigen Firma". Und das Ziel ist es diese zu finden. Ich hab auch von Leuten gehört. die für 2000 Brutto im Statikbüro anfangen. dass mache ich erst dann, wenn wirklich gar nichts anderes mehr übrig bleibt. Und selbst dann nicht, weil (ich spreche hier nur für mich) Statik mich nicht sonderlich interessiert (zumindest nicht im Bereich Hochbau/Brückenbau).

Das unterstelle ich auch nicht, dass andere Unrecht haben. Aber hier wird doch ein sehr einseitiges Bild vermittelt. Es kommt auf die Firma, Vertiefungsrichtung, Branche etc an. Ich stimme vielen Meinungen, was das Tätigkeitsfeld als Statiker oder Bauleiter betrifft, sogar zu 100% zu. Und dass dort die meisten Bauingenieure arbeiten stimmt auch.

Ole | 20. August 2012 - 06:35

Hallo Biene,

ich lese das hier und muss schmunzeln. Finde ich schon komisch, dass Du einen Beitrag schreibst und Dich am Ende dafuer auch gleich wieder entschuldigst. Das Dir die Meinungen anderer Forums-Teilnehmer nicht gefallen, kann ich auch verstehen, aber nur weil etwas Polemik mitschwingt heisst das nicht, das diese Herren unrecht haben. Vielleicht sollten sich Menschen vor Beginn eines Studiums darueber klar werden, was diese Wahl am Ende bedeutet.

Das Baugewerbe ist seit mehr als 15 Jahren fuer die Lohnpolitik bekannt. Deine Vorstellungen haetten ein Gehalt von 45000 Euro im Jahr zur Folge und das wird am Anfang doch etwas schwer umsetzbar. Ich sage nicht ausgeschlossen, nur waere es mehr als ungewoehnlich.

Ole

biene | 16. August 2012 - 21:42

@Earl Grey:
Es ist bekannt, dass Tragwerksplaner im Schnitt weniger verdienen als Bauleiter, Baumanager, Verkehrsingenieure, Wasseringenieure, Verfahrensingenieure etc. Und dass du das gut findest wundert mich? Ich finde es mehr als mies. Hatte als Bachelor 3000 Brutto x 13 als Einstiegsgehalt und war unterbezahlt finde ich (war eine Techniker-Stelle). Da sieht man mal wie kaputt die Preise in der Tragwerksplanung sind - für mich nichts Neues. Also im Westen sind 2800 EUR als Ingenieur ein Hungerlohn. Im Osten ist das was anderes.

Die Quelle von 3780 EUR sind einfach das, was ein Master of Engineering bekommen sollte zum Einstieg. Ich studiere nicht umsonst 16 Semester. Und ich werde die auch verlangen, basta. Allerdings denke ich auch, dass ich ein guter Ingenieur mit spezieller Richtung bin/mich zu diesem weiterbilde im Masterstudium. Soll nicht arrogant klingen, aber wofür studiert man denn dann sonst? Man studiert um gut zu verdienen, interessante Tätigkeiten zu haben und sich nicht von jedem Deppen rumkommandieren zu lassen. Und ich habe schon gearbeitet und habe auch eine Lehre bereits hinter mir, also erzählt mir nix vom Erwachen. Sorry, diese harten Worte mussten mal sein.

@flip:
Lass woanders deine miese Laune aus, bitte bitte.

FlipB | 16. August 2012 - 20:40

>Auch andere akademische Berufsgruppen steigen bei uns bei 35.000 - 40.000 Euro ein.

Dann werden bei euch offensichtlich weder Fernmeldetechniker, noch technische Chemiker, noch Elektroingenieure oder Maschinenbauer als Trainees angestellt. Die verdienen gleich mal locker 1000 EUR mehr pro Monat (!)

http://www.ilmforum.de/bau/...

Earl_Grey | 15. August 2012 - 18:58

Hey, ich bin Bauingenieur mit Diplom. Mein Gehalt nach der Probezeit lag bei 2700 Euro mit 14 Gehältern und 40 h (Überstunden max. durch Messen, arbeite für ein Softwareunternehmen). Bezahle 250 Euro Miete und bin sehr zufrieden mit dem Geld v.a. da es jährlich um ca. 100 Euro zunimmt (fix, pers. Gehaltanpassungen müssen mit dem Chef ausgemacht werden).

Vielleicht ein paar andere Zahlen. Einstiegsgehalt von Bekannten, weiblich, 2300 Euro Brutto mit 13 Gehältern (Sachsen, Leipzig), Tragwerksplanung / Weiblich, 2400 Euro, 13 Gehälter (Sachsen, Zwickau) Konstrukteur / Männlich, 2600 Euro, 13 Gehälter + Auto (Sachsen, Leipzig) Baustellenvorbereitung - Bauleiter / Männlich 3300 Euro, 13 Gehälter + Auto (Brandenburg) Bauleiter

Ich kenne viele Tragwerksplaner / Statiker die um die 2800 Euro / 13 Gehälter verdienen und 5-10 Jahre Berufserfahrung haben (Raum Leipzig). Das finde ich jedoch zu wenig wobei Ingenieurbüros mit ca. 50 Angestellen nicht viel mehr bieten können. Die Gehälter beziehen sich alle auf Dipl.-Ing. als Abschluss. Was man mit einem Master herausschlagen kann, kann ich nicht beurteilen, aber 40.000 Euro per Anno sind denke ich ein gutes Maß.

Es war absolut kein Problem einen Job zu finden. Auch im Ausland ist man schwer gefragt als Bauingenieur. Das merkt man vor allem auf Messen. Die Gehälter bspw. in der Schweiz liegen da bei weitem höher.

Pro 21 | 15. August 2012 - 14:03

Servus,
die Quelle von Biene würde ich nicht unbedingt als Mist bezeichnen. Man sollte diese nur richtig lesen können. Der Basiswert von 3.780 EUR ist nur so hoch, weil die Hochlohnzentren mit einberechnet worden sind. Die Werte bei der regionalen Abweichung sind da schon plausibler.

@FlipB:
Auch andere akademische Berufsgruppen steigen bei uns bei 35.000 - 40.000 Euro ein. Nicht nur Bauingenieure. Wie Equilibrium schon erkannt hat, sind dies Trainees.

Gruß

GT | 14. August 2012 - 11:53

@Willy:
Zitat: "Das Einstiegsgehalt liegt (bei Bezahlung nach Tarif) für FH-Absolventen bei A6 und für Uni-Absolventen bei A7"
Ja, bei der IG Bau (und auch dann nicht zwangsläufig). Dann schau Dir mal den ASIA-Tarif für Planer an. Und falls dein Arbeitgeber da nicht drin ist, gibt es ggf. noch weniger. Prinzipiell finde ich es aber natürlich gut, nicht jede Stelle mit Hungerlohn anzunehmen.

FlipB | 11. August 2012 - 12:05

Man sieht, dass biene und Willy immer noch auf Jobsuche sind. Offensichtlich haben beide es noch nicht zu einem Bewerbungsgespräch geschafft, sonst würden beide nicht hier dicke Max-Sprüche klopfen.

>> Zur Info: Bei uns steigen die Trainees unter 40.000 ein. Jeder der über 40.000 bei uns einsteigen will, kann gleich wieder gehen.

Schon in anderen Branchen hat es sich herumgesprochen, was für Opfer Bauingenieure sind. oO

>> Und jetzt sagt nicht wieder die Quelle sei mist.

Die Quelle ist Mist.

Willy | 10. August 2012 - 10:22

@Pro21:
Ich habe die gesamte Diskussion über von Berufseinsteigern gesprochen. Also ohne Berufserfahrung. Unabhängig vom Auftragsvolumen sehe ich es auch als unrealistisch bzw. unüberlegt an, einem Berufseinsteiger gleich ein Projekt allein auf's Auge zu drücken. Ein Einsteiger kann in meinen Augen ein Projekt gar nicht alleine schultern. Und diese Verantwortung kann man ihm auch nicht aufbürden.

Berufseinsteiger müssen/sollten "angelernt" werden. Daher sollte ein Projekt möglichst von 2 Personen betreut werden. Ein erfahrener Ingenieur und ein "Jung"ingenieur. So kann man den "Nachwuchs" einarbeiten. Nur so kann der Einsteiger vernünftig lernen. Dieses Prinzip wird auch in vielen (leider nicht in allen) Firmen verfolgt. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass das Einstiegsgehalt dann automatisch unter 40.000 € liegen muss. Das wiederum ist abhängig von verschiedenen Randbedingungen (u.a. Unternehmensgröße, tariflich oder nicht, Umsatzvolumen der Projekte etc.).

Wie dem auch sei: Das Einstiegsgehalt liegt (bei Bezahlung nach Tarif) für FH-Absolventen bei A6 und für Uni-Absolventen bei A7. Das kann jeder nachlesen und sich dann auch über das entsprechende Gehalt schlau machen.

P.S.: Sorgen mache ich mir gar keine um Dich ;-)

GT | 08. August 2012 - 20:31

Hallo zusammen,
ich verfolge die Diskussion seit einiger Zeit. Ich arbeite parallel zu meinem Masterstudium in einem Ingenieurbüro (Tragwerksplanung) und habe bereits kleinere Projekte "alleine" abgewickelt. Man muss meinen Vorredner erstmal recht geben. Bei der praktischen Arbeit stößt man doch häufig an seine Grenzen und braucht die Unterstützung eines Kollegen. Zur Zeit sieht es so aus, als wenn ich in dem Betrieb nach Beendigung meines Studium in ca. 6 Monaten in dem Büro als Tragwerksplaner anfangen kann.

Meine Frage welches Gehalt ist realitisch? Von Studienkollegen (Master) weiss ich dass sie mit ca. 2800 € Brutto pro Monat anfangen. Dies soll angeblich auch der Tariflohn für Architektur- und Ingenieurbüros sein, bei Arbeiten unter Anleitung. Die meisten Büros sind aber nicht an den Tarif gebunden. Würdet ihr versuchen bei den Verhandlungen, sagen wir mal nach ca. 3 Jahren, eine Gehaltserhöhung auf das Gehalt eines Projektleiters vereinbaren oder lieber erst einmal den Berufseinstieg sichern und dann nach 3 Jahren neu verhandeln.

Entspricht das alles der Realität?

Pro 21 | 08. August 2012 - 10:29

Mal eine Frage? Reden wir hier von Ingenieuren die noch keine Berufserfahrung haben oder welchen die schon einige Jahre im Geschäft sind? Ich wäre ja als Budgetverantwortlicher wahnsinnig einem Berufsanfänger ein Projekt über 500.000 Euro zu geben, welches er alleine abwickeln soll. Da klingelt ja ständig mein Telefon, bei der wahrscheinlich hohen Fehlerquote. Daher das geringe Einstiegsgehalt für Berufsanfänger.

@biene:
Stell Dir mal echt selbst die Frage, ob Du dir das zutraust bei einem Industrieunternehmen wie Airbus, BASF oder ähnlichem die Abwasseraufbereitung zu übernehmen, die 24h konstant laufen muss? Das Ganze noch als Direkteinleiter (ein Bein im Knast) und Personal unter Dir. Wenn ja, dann würde ich Dir sogar über 60.000 Euro zahlen, wenn ich nicht dein Chef und die Verantwortung für Dich übernehmen müsste. Als Chef würde ich einen Berufsanfänger nicht eine solche Verantwortung übergeben wollen. Der würde das erste Jahr bei mir erst einmal zuarbeiten. Nach einem Jahr kann man gerne das Gehalt und die Verantwortung neu verhandeln.

@Willy:
Ich selbst arbeite bei einem Rückversicherer. Und keine Sorge, bei uns arbeitet kein Erfahrender Bau- oder Wirtschaftsingenieur unter 50.000.

Equilibrium | 08. August 2012 - 07:41

@Pro 21:
Es ist ein Unterschied, ob jemand einen Direkteinstieg wählt oder ein Traineeprogramm macht. Daher wird hier oft auch beim Gehalt unterschieden. Traineeprogramme können bis zu 2 Jahre dauern, in denen der Trainee auch sehr viel mehr Einarbeitungsaufwand auf Seiten des AG verursacht. Der Direkteinsteiger kann dagegen oft nach wenigen Monaten schon nennenswerte Aufgaben unter entsprechender Führung/Anleitung übernehmen und einen Beitrag zu den Projekten leisten. Die Trainees, die ich in unserem Unternehmensbereich erlebt habe, waren dagegen immer nur beschränkt einsetzbar, da sie viele Unternehmensbereiche durchlaufen sollen und nie lange in einem Bereich bleiben.

@biene: Wie viele akademische Abschlussarbeiten ein Studienabsolvent geschrieben hat, interessiert in der freien Wirtschaft wohl kaum jemanden. Das ist eher die fokussierte Perspektive des Studenten, darauf zu hoffen. In der Wirtschaft zählt in der Regel immer der höchste Abschluss. Und viele ältere Ingenieure, die zur Dipl.-Ing.-Generation gehören und die Neueinstellungen vornehmen, werden den Master einfach mit dem Dipl.-Ing. gleichsetzen. Der Sinn und Zweck einer Abschlussarbeit liegt zum großen Teil in dem Nachweis, dass sich der Kandidat selbständig über einen längeren Zeitraum mit einer fachlich vertiefenden Fragestellung erfolgreich auseinander setzen kann. Wer das ein Mal konnte, wird das auch zwei Mal können. Also gibt es hier keinen großen Mehrwert für den AG. Und der fachliche Inhalt der Abschlussarbeit wird erstens aus Sicht des Absolventen oft hoffnungslos überschätzt und kommt zweitens im späteren Berufsleben oft gar nicht mehr zur Anwendung.

biene | 07. August 2012 - 11:52

@Pro 21
Hier bitte sehr: Danach kann man in etwa gehen, wobei ich finde ein Master hat mehr leisten müssen als ein Uni-Diplomer (da 2 umfangreiche akademische Abschlussarbeiten). Also eher noch mehr.

karriere.de/service/gehaltscheck/bauingenieur-uni-37/

40.000 für einen Master of Engineering sind das erste halbe Jahr noch grenzwertig aus meiner Sicht. Und jetzt sagt nicht wieder die Quelle sei mist (nur weil sich der ein oder andere angegriffen fühlt, weil er weniger bekommt). Das Gehalt meines Ausbildungsberufs stimmt dort nämlich exakt.

Natürlich ist das Entwicklungspotenzial wichtig. Trotzdem müssen 45-48k ok sein. Absolvent2012 (Tragwerksplaner) bekommt doch auch 43k. Und zumindest laut meinen Infos verdienen im Schnitt Statiker weniger als spezialisierte Fachkräfte (Geotechnik, Spezialtiefbau, Verfahrenstechnik). Ok ich wills mal nicht übertreiben, sagen wir 45-46k. 40k hatte ich als Bachelor und das ist definitiv zu wenig als Master. Aber ich gebe dir recht. Wenn man was aushandelt, dass beispielsweise nach ½ bis 1 Jahr das Gehalt steigt, sind 40k auch ok. Aber das muss VORHER besprochen werden.

Willy | 07. August 2012 - 09:40

@Heinz:
Da zeigt sich wohl mal wieder der Unterschied zwischen Ost und West. 2 Freunde von mir haben jeweils vor 2 Jahren den Einstieg als Bauleiter in mittelständischen Unternehmen gehabt. Beide begannen mit einem Einstiegsgehalt von ~ 42.000 €/a (abzgl. Firmenwagen). Einer der beiden hat nach einem Jahr bereits den Sprung auf ~ 48.000 €/a geschafft. Unabhängig der o.g. Zahlen hängen die Gehaltserhöhungen in diesem Bereich mit dem entsprechenden Leistungsvermögen und den Umsatzzahlen der Baustellen zusammen. Aber ich muss zugeben, dass 36.000 €/a wirklich extrem wenig ist – SORRY!

@Pro21:
Ich weiß nicht, von welchem Bereich Du redest, aber ich kenne aus meinem Freundeskreis niemanden, der mit einem Universitätsabschluss (Diplom oder Master) mit einem Einstiegsgehalt von unter 40.000 €/a begonnen hat. Und ich bin hier auch mal sehr direkt und sage ganz einfach, dass ich einer der ersten wäre, der den Raum freiwillig verlassen würde, wenn man mir in den Gehaltsverhandlungen ein Einstiegsgehalt von unter 40k anbietet. Sorry, aber wer mit einem Uni-Abschluss für das Gehalt arbeiten geht, der ist in meinen Augen einfach selber schuld. Allerdings muss man hier auch differenzieren und sich das Unternehmen angucken. Die kleinen Ingenieurbüros können natürlich nicht mit den großen Unternehmen wie Hochtief, Strabag oder Bilfinger mithalten. Das muss in dieser Diskussion immer berücksichtigt werden.

Ich selber werde aber nicht in einem Ingenieurbüro starten, sondern in einem großen Konzern. Daher kann ich mir auch als Ziel ein Einstiegsgehalt von mind. 43.000 €/a setzen. Und wer sich mal dort umhört, der weiß auch, dass das keine unrealistischen Zahlen sind. Zu biene muss ich allerdings hinzufügen, das 48.000 €/a doch recht hoch scheint.

Neben dem Abschluss (in meinem Fall: M.Sc. Dipl.-Ing (FH)) ist aber auch für den Start entscheidend, was man während des Studiums drum herum gemacht hat. So habe ich zum Beispiel u.a. ein 6 monatiges Praktikum im Ausland auf einer Baustelle absolviert. Dazu habe ich 2 Zertifikate erlangt und kann mich in 4 Sprachen verständigen. Des Weiteren habe ich auf einem deutschlandweit sehr anerkannten Kongress Vorträge gehalten. All dies spielt eben auch mit in den Berufseinstieg hinein.

Pro 21 | 06. August 2012 - 15:33

Biene,
Du bist herrlich. Hat noch nicht einmal selbst eine Bewerbung als Master raus gehauen und gibt hier Meinungen ab, ob ein Gehalt gut oder schlecht ist. Zur Info: Bei uns steigen die Trainees unter 40.000 ein. Jeder der über 40.000 bei uns einsteigen will, kann gleich wieder gehen. Die Leute müssen sich erst einmal beweisen. Wichtiger als das Einstiegsgehalt ist immer das Entwicklungspotenzial, welches man in dem Unternehmen hat und ob man sich hocharbeiten kann.
Gruß

biene | 05. August 2012 - 15:33

Ich find 43k als Master jetzt nicht so doll. Da sollten schon 45-48k drin sein. Aber gut, als Tragwerksplaner ist das ok.

Heinz | 04. August 2012 - 21:01

Hallo, nur zum Vergleich: ich verdiene mit einem Jahr Berufserfahrung bei einem mittelständigen Unternehmen in der Bauleitung kapp über 40.000 €/Jahr im Osten. Einstieg lag bei ca. 36.000€/Jahr.

Absolvent2012 | 02. August 2012 - 12:21

Hallo alle miteinander,

ähnlich wie viele andere hier, habe ich die Diskussion über "(Einstiegs-)Gehälter für Bauingenieure" in diesem Forum mit großem Interesse verfolgt. Nun möchte auch ich mal einen kleinen Beitrag über meinen erst kürzlich angetretenen Berufseinstieg kundgeben:

Ich habe vor 3 Monaten meinen Masterabschluss erfolgreich an der Uni abgeschlossen. Nachdem ich 8 Bewerbungen (die meisten ohne konkrete Stellenausschreibung) verschickt hatte, hatte ich 5 Vorstellungsgespräche mit anschließendem Stellenangebot. Schlussendlich hatte ich mich auf 2 Angebote mit vergleichbaren Randbedingungen versteift und konnte zwischen diesen auswählen.

Nun arbeite ich als Tragwerksplaner in einem Ingenieurbüro (ca. 20 MA) im Rhein-Main-Gebiet. Mein Einstiegsgehalt beträgt 43k inkl. 13 Gehalt. Die Arbeitszeit liegt bei 40 h / Woche mit 28 Tagen Urlaub, Überstunden werden gesondert ausgezahlt. Persönlich bin ich sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen. Die Einstiegsgehälter der anderen Angebote lagen zwischen 38k und 43k.

Abschliessend kann ich noch jedem Studierenden den Rat geben, schon während des Studiums möglichst erste Berufserfahrungen (Praktika, studentische Hilfskraft) zu sammeln, da sie neben der Zeugnisnote mitentscheidend beim möglichen Berufseinstieg sind.

biene | 31. Juli 2012 - 20:02

@Daniel 28. Juli 2012 - 17:01
3800 als Master realitätsfern? Ich kenne Bachelor, die mit 3700 eingestiegen sind in der Maschinenbau-Branche und das in RP.

nosaint85 | 30. Juli 2012 - 14:19

Wie regelt ihr denn das eigentlich das Thema Gehaltserhöhung? Lasst ihr Euch das in den Vertrag reinschreiben z.B. jedes Jahr neue Verhandlungen,etc.? Als Beispiel fordert der Berufseinsteiger von einer Uni als Einstiegsgehalt die 3.920 EUR laut Tarif und bekommt sie auch. Wann wäre die nächste Gehaltsstufe bzw. Gehaltserhöhung fällig? MfG

Statiker | 29. Juli 2012 - 12:39

Man muß immer das Gesamtpaket beurteilen: 12x 3500 EUR, 13x oder gar 14x im Jahr? Überstunden mit drin oder zusätzlich vergütet? Muß ich umziehen oder habe ich den Job direkt vor der Haustüre? Tragwerksplaner in einem netten Ingenieurbüro, oder knallharter Bauleiterjob mit fieser, arroganter Kundschaft? Die Liste kann man endlos so weiterführen. Grüsse aus der Pfalz

Daniel | 28. Juli 2012 - 18:01

3800 EUR als Einstiegsgehalt für einen Master mit null Berufserfahrung ist realitätsfern.

biene | 27. Juli 2012 - 11:55

3500 EUR für deine 2 Abschlüsse (du hast 2 akademische Abschlussarbeiten geschrieben) wäre zu wenig. 3800 EUR als Einstiegsgehalt, weniger würde ich an deiner Stelle nicht fordern. Ich hatte ein halbes Jahr im Öffentlichen Dienst 3000 Brutto als Bachelor, fand ich persönlich zu wenig. 3200-3300 als Bachelor, 3800 als Master.

Willy | 27. Juli 2012 - 09:40

Kurz zu meiner Person: Ich bin 29 Jahre und habe nach meinem FH-Diplom noch das Masterstudium an der Universität gemacht (bzw. bin in 2 Monaten fertig). Somit habe ich neben meinem FH-Abschluss zusätzlich einen Universitätsabschluss -> M.Sc. Dipl.-Ing. (FH).

@biene & hornisse:
Aktuell taucht die Frage auf, was mache ich demnächst, wo geht es hin (operatives Geschäft, Tragwerksplanung, Öffentlicher Dienst etc.). Und da ich meine Masterarbeit in einem der größten deutschen Bauunternehmen schreibe, bekomme ich aktuell auch die Entwicklung des Marktes mit. Ein Mangel auf dem Markt für Bauingenieure ist sehr wohl vorhanden und die Zeiten für Absolventen können kaum besser sein. Allein "unsere" Abteilung hat in den letzten Monaten so viele Ingenieure eingestellt, wie lange nicht. Das ist darin geschuldet, dass sich zum Einen ein neuer Markt erschließt (Erneuerbare Energien), der gerade erst in der Entwicklung ist, zum Anderen liegt es daran, dass der demographische Wandel im Ingenieurbereich (für Bauwesen) stark voranschreitet. So scheiden in absehbarer Zeit viele Bauingenieure aus dem Berufsleben aus, während keine Absolventen (bzw. nur geringe Zahlen) nachkommen.

Diese geringen Absolventenzahlen sind auf mehrere Gründe zurückzuführen. Das liegt neben schlechteren Verdienstmöglichkeiten (im Vergleich zu anderen Ingenieuren), den teilweise sehr stressigen Jobs, einem knüppelharten Studium aber vor allem an der Entwicklung des Baumarktes. Dieser kommt einer Sinusfunktion gleich. Als ich mit dem Studium begann war die Bauwirtschaft am Boden und niemand traute sich Bauingenieurwesen zu studieren, aus Angst davor, später keinen Job zu bekommen. Der Markt war gesättigt. Somit waren die Zahlen der Studienanfänger sehr gering. Zeitgleich schieden/scheiden aber immer mehr Menschen aus dem Beruf aus. Nun ist die Wirtschaft wieder auf dem aufsteigenden Ast und die Arbeit wird mehr. Wer aber soll diese erledigen? Die in Rente/Pension gehenden Ingenieure müssen zum einen ersetzt werden, zum Anderen müssen die neuen Ressourcen mit Neuingenieuren abgedeckt werden - die aber sind nur in geringem Maße vorhanden.

Ich persönlich freue mich über die aktuelle Situation, da ich so ein absolutes Luxusproblem habe und mir tatsächlich Firma und Job "aussuchen" kann. Zudem werde ich mich definitiv bei mehreren Firmen bewerben um so auch gehaltstechnisch etwas pokern zu können und das maximale zu erreichen. Man wäre schön blöd, wenn man diese Möglichkeit nicht nutzen würde. Ich müsste dies nicht tun, da man mir in der aktuellen Firma bereits einen Job angeboten hat, aber ich werde den Teufel tun und das erstbeste Angebot annehmen.

Kurzum: man sollte sich tatsächlich nicht unter Wert verkaufen. Die Möglichkeiten sind vorhanden und wer in der heutigen Zeit für ~2500 € brutto arbeiten geht, der ist selber Schuld. Nur mal als Vergleich bzgl. der Bautarife: die Lohngruppen für Berufseinsteiger sind bei FH-Absolventen A6 und bei Universitätsabsolventen A7. Das sind 3500 € bzw. 3900 € brutto. Ich werde nicht für unter 3500 € in den Beruf starten. Das kann ich tun, weil die Zeiten gut sind und gesucht wird!

@bauingenieur:
Sorry, wenn ich das so direkt sage, aber für das Gehalt nach 4 Jahren würde ich persönlich nicht arbeiten gehen. Nach meinen FH-Abschluss sind bis auf mich alle Kommilitonen in das Berufsleben eingestiegen. Die meisten begannen dabei mit einem Einstiegsgehalt von 2900 € - 3500 €. Das ist nun aber bereits 2 Jahre her und dementsprechend ist der ein oder andere bereits im Gehalt aufgestiegen. Bei Deinen 4 Jahren Berufserfahrung finde ich das Gehalt absolut lächerlich. Harte Worte und sehr direkt, ich weiß. Aber so ist nunmal das Leben. Und man muss auch selber den "Hintern bewegen" und sich auch das bezahlen lassen, was man wert ist. Und das sind in Deinem Falle ca. 500 € brutto mehr im Monat.

biene | 18. Juli 2012 - 11:32

@Hornisse:
Sorry, wenn das so rüberkommen sollte. der Arbeitsmarkt ist nur in gewissen Regionen gut. Aber ein Ingenieurmangel herrscht wohl nicht, wenn ich das mal gesagt haben sollte, dann sorry. Für die große Masse gibt es meiner Meinung nach keinen Mangel, sonst würde man dies ja an den Gehältern sehen. Nur in ein paar Nischengebieten halt. Dass die Aussichten so ultra mies sind (wie es hier teils dargestellt wird) stimmt allerdings ebenso wenig.

Hornisse | 16. Juli 2012 - 22:31

@biene:
Du widersprichst dir selber. Auf der einen Seite behauptest du, dass es ein starkes Unterangebot an Bauingenieuren gäbe und man deshalb bei Gehaltsforderungen nicht kleinlich sein darf. Ein paar Postings weiter stellst du dann fest, dass Bauingenieure ab 40 Jahren Probleme auf dem doch angeblich leergefegten Markt haben. Wie geht das? Ist der Markt nur für Absolventen, die sich unter Wert anbieten, leergefegt? Ich bin völlig verwirrt.

biene | 14. Juli 2012 - 14:57

@Horschti: Das ist einfach meine Erfahrung. Viele Berufsanfänger pokern nicht und lassen sich unter Wert verkaufen. Ich kenne solche Leute. Es gibt auch andere, die können sich verkaufen. Die haben auch keinen besseren Abschluss! Man muss auch etwas fordern als Ingenieur. Schließlich kauft der Arbeitgeber einen Ingenieur ein. Sonst kann er sich ja auch einen Nichtstudierten einkaufen. Wer einen Ingenieur haben will, der soll ihn auch gut bezahlen.

Dass die Realität oft anderes aussieht, bestreite ich gar nicht. Aber man hat die Wahl als junger Ingenieur. Als Ü40-50 Jähriger wirds da schon hart, wenn man nicht im Öffentlichen Dienst ist oder selbstständig und auf Jobsuche ist als Ingenieur.

Horschti | 12. Juli 2012 - 09:02

Von biene: "Ich bleibe dabei, es kommt auf die Richtung an, die man einschlägt."
Das ist in jeder Branche so. Ein Anwalt für Wirtschaftsrecht verdient auch mehr als ein Anwalt für Familienrecht.

Von biene: "Und viele können sich nicht verkaufen."
Der gewiefte Bauleiter zieht über gute Nachträge dem AG den letzten Pfennig aus der Tasche, aber soll zu blöd sein sich selbst zu verkaufen? Nein er weiß genau was verdient wird, was er kostet und wie viel er fordern kann. Mach deinen Master fertig, schreib Bewerbungen und führe mal ein paar Gehaltsverhandlungen, damit du weißt wovon du redest.

biene | 10. Juli 2012 - 18:19

Ich bleibe dabei, es kommt auf die Richtung an, die man einschlägt. Und viele können sich nicht verkaufen.

Hornisse | 06. Juli 2012 - 13:40

@biene: Interessante Theorie.

Dann hältst du offensichtlich den Grossteil deiner Kommilitonen für unfähig für sich den besten Deal rauszuholen? Meinst du nicht auch, dass im Internetzeitalter jeder vor seinem Bewerbungsgespräch genügend Informationen recherchiert hat und das Optimum ziemlich genau kennt? Vom Face to Face Erfahrungsaustausch unter den Studenten mal ganz zu schweigen.

Der Markt regelt sich immer über Angebot und Nachfrage. Wenn einem Unternehmen essentielle Resourcen knapp werden und es auf dem Markt ein Unterangebot dieser Resource gibt, steigt zwangsläufig sein Preis. Je grösser die Diskrepanz desto stärker die Position der Anbieter der gesuchten Resource und folglich desto steiler die Steigerungen im Preis (Gehalt). Den angeblichen Fachkräftemangel, den du postulierst, gibt es in der realen Welt nicht. Jedenfalls nicht in der Welt, in der 99 Prozent der Bauingenieure leben. Was es allerdings gibt, und das branchenübergreifend, sind Fachleute, die für Mikrogehälter arbeiten wollen.

biene | 04. Juli 2012 - 11:40

Das Problem ist auch, dass Bauingenieure zu wenig fordern!! Auch in einem Ingenieurbüro sollte man das fordern, was man wert ist. Wenn's nicht gezahlt wird --> nächste Bewerbung. Wenn das JEDER so machen würde, hätten wir einen Gehaltsboom. Dann würden die Chefs nämlich endlich mal wissen, was ein Bauingenieur heutzutage wert ist.

Also ich kann nur für mich sprechen, mein Studium war knüppelhart (Bachelor) und ich denke es geht mehreren so. Da wir ein Unterangebot an Bauingenieuren haben, sollte mehr gefordert werden.

Bauhelfer | 02. Juli 2012 - 13:09

@tom123:
Darf man fragen wie ein "leergefegter Markt an Bauingenieuren" zum erwähnten Gehaltsgefälle Bauingenieure vs. andere Ingenieursdisziplinen passt? Müsste es bei einem "leergefegten" Markt an Bauingenieuren nicht zu steilen Gehaltsanstiegen kommen? Müssten die Gehälter der Bauingenieure dann nicht über denen der anderen Ingenieursdisziplinen liegen?

Warum gelten die Marktgesetzte gerade im Bauwesen nie? Oder habe ich da was falsch verstanden. Es heisst doch immer in den Systemmedien, dass der Markt Angebot und Nachfrage über den Preis regelt?!

tom123 | 29. Juni 2012 - 17:47

Hallo Leute,

ich habe die Beiträge in diesem Forum etwas verfolgt und stelle fest, dass bezüglich des Gehalts (auch in anderen Foren) immer wieder die gleichen Diskussionen geführt werden. Klar verdient ein Bauingenieur weniger als ein Maschinenbauer. So ist nun mal die Situation auf dem Markt, die Branche boomt eben und der Baubereich verkauft sich eben oft zu billig.

Zu meinen Erfahrungen bezüglich Gehalt:
Nach Studium an der FH habe ich in einem mittelständischen Ingenieurbüro angefangen. Bruttogehalt 3000 EUR, viel Arbeit (ca. 50 h), sehr abwechslungsreich, aber auch stressig. Wichtig ist, dass man auch mal lernt NEIN zu sagen wenn es zu viel wird. Mittlerweile kann man sich erlauben private Interessen und eine angemessene Arbeitszeit durchzusetzen, der Markt ist gerade wie leer gefegt. Leider hab ich das damals nicht gerafft.

Mittlerweile bin ich im öffentl. Dienst angekommen und arbeite in einem Tiefbauamt einer Kommune als techn. Beamter. Dazu musste ich zwar nochmal 1 Jahr lang eine Ausbildung machen, aber was solls. Danach steigt man bei A10 ein, das sind (wenn man das mit normalen Arbeitnehmern vergleicht und das Nettogehalt in einen Gehaltsrechner eingibt) ca. 3700 EUR brutto. Je nach Berufserfahrung. Die Arbeitszeiten sind sehr geregelt und es gibt Gleitzeit. Zur Arbeit hab ich ca. 40 km, gerade noch tragbar.

WAvE | 27. Juni 2012 - 11:42

@bauinghel: Es handelt sich hierbei um den Raum Süddeutschland.

bauinghel | 22. Juni 2012 - 23:01

Liebe Leute,
bitte gebt zu euren wertvollen Gehaltserfahrungen immer die Region (Arbeitsplatz plus 1 Std. Arbeitsweg) an. Ich denke zwischen Görlitz und Freiburg liegen ca 100 % Differenz im Gehaltsniveau.
Gruß hel

WAvE | 21. Juni 2012 - 16:25

Hallo zusammen,

auch ich habe dieses Forum aktiv verfolgt, bevor ich zu meinem Bewerbungsgespräch gegangen bin. Ich schreibe jetzt wie es bei mir gelaufen ist und bin hier ehrlich. Einige übertreiben hier sicherlich mit der Schwarzmalerei.

Ich mache demnächst meinen Bachelorabschluss. Mein Praxissemester habe ich im Bereich des Projektmanagements gemacht. Zusätzlich habe ich ein weiteres Semester als Praktikum genutzt (auch Projektmanagement). Dies war zufällig bei der Firma, bei der ich mich auch beworben habe. Angeboten wurde mir jetzt inkl. 13. Gehalt und Prämie ca. 42.000 € (Brutto) im Jahr. Also liebe Mitleser: Nicht durch die Schwarzmalerei hier entmutigen lassen.

karabaja | 21. Juni 2012 - 00:23

hallo alle miteinander,
ich bin Bauingenieur aus Bosnien,arbeite (in Bosnien) schon 4 Jahre im Strassen- und Tiefbau und Strassenwertung, Winterdienst usw. Mein Arbeitstag fängt um 7:00 Ihr an und endet meistens um 17:00 Uhr, also das heisst um 5:30 Uhr aufstehen und dann um ca. 18:30 Uhr wieder zu hause sein, von Montag bis Samstag. Also nur Sonntag ist frei.

Leute, ich wollte euch nur sagen, dass ihr es wirklich gut habt in Deutschland. Und was schetzt ihr so was mein monatlicher Betrag ist? Ich werde es euch sagen, es betragt 1.000,00 Mark (bosnische Wehrung) das sind genau 512,82 EUR...also noch einmal MONATLICH. Danke fürs lesen!

FlipB | 20. Juni 2012 - 19:33

Ach die biene, oder besser gesagt "Helmpflicht" aka "Fifi" aus dem anderen Forum hat den Weg hierher gefunden. Na wie siehts aus mit dem Job im öffentlichen Dienst bei 3300 EUR brutto? Immer noch nix, gell? Auch betrachte ich es als äußerst positiv, dass meine Messages haften bleiben. Kein Wunder, wirst du doch ohnehin tägich im Reallife als Student/Absolvent auf Jobsuche damit konfrontiert. Wie dem auch sei, so ist es ein fataler Fehler, zu glauben, Maschienenbau wäre in 5 Jahren überlaufen. Zurzeit wird durch den Export Asien "erobert".

Dann gibt es noch Afrika, dem noch ein gewaltiger Boom bevorsteht. Erst mal ist aber der afrikanische Frühling am Start, hier und da noch ein paar Mini-Konflikte, dort und da noch den Diktatoren eins auf den Deckel geben und bald gehts los mit der Wirtschaft in Afrika. Davon wird der Maschinenbau auf jeden Fall massiv profitieren. Fernmeldetechniker werden Kommunikation aufbauen. Software wird sowieso benötigt und Chemiker helfen mit beim Aufbau eines Gesundheitssystems. Und Bauingenieure in Afrika? Die werden zur Zeit entführt und enthauptet:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/nigeria-ent...

Händeringend von Rebellen gesucht. Und dramatisch hoch ist das Gehalt für "ins Ausland gehen" für Bauingenieure auch nicht gerade, kein Wunder, findet man in der Heimat ja keinen Job.

Equilibrium | 18. Juni 2012 - 21:24

@biene: Bist Du die gleiche Biene hier im Forum, die gerade mit einem Masterstudium vom klassischen Bau weg möchte? Dann finde ich Deinen Beitrag schon recht merkwürdig. Belo hat ausdrücklich betont, dass ihn beide Fächer gleichermaßen interessieren. Da kann man ihm ja nun wirklich schlecht erzählen, dass Maschinenbau gerade nur ein Boomfach wäre. Ein Überangebot an Absolventen gab es in den letzten 20 Jahren nur beim Bauingenieurwesen, aber nicht im Maschinenbau. Und eine Kristallkugel für die Zukunft gibt' s nun mal nicht. Da würde ich eher auf die Fakten der letzten Jahre bzgl. Gehalt und Arbeitszeit schauen. Und dann sieht das Bauingenieurwesen eben vergleichsweise schlecht aus - ganz objektiv gesehen wohl gemerkt. Aber hier im Forum wollen einige die Leser immer in Richtung Bauingenieurwesen "missionieren".

Warum auch immer. Vielleicht fühlt man sich dann selbst besser, wenn man es oft genug für andere aufschreibt?

"Es kommt auf Dich an und nicht nur auf Dein Studienfach!" Das ist einerseits zum Teil wahr und andererseits ein Stück weit auch naiv. Es gibt in den überlaufenen Fächern am Ende immer auch einige diplomierte Taxifahrer. Denn auch wenn alle selbstverständlich gut sein wollen im Studium: Irgendwer muss(!) am Ende unter dem Strich sein, der die arbeitenden von den arbeitslosen Akademikern trennt.

Also gilt die freie Studienwahl eigentlich nur für die eher talentierteren Studenten. Wer womöglich Schwierigkeiten mit der erforderlichen Selbstdisziplin oder dem Fachlichen hat, sollte von überlaufenen Fächern die Finger lassen!

Marco C. | 16. Juni 2012 - 15:33

Ich habe im letzen Jahr meinen Masterabschluss gemacht. Zur Zeit arbeite ich als Bauleiter in einem mittelständigen Bauunternehmen. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 45 h komme ich auf ein Gehalt von rund 3800 EUR brutto inkl. Firmenwagen mit privater Nutzung. Im Vergleich zu Freunden, die im IT oder Maschinenbaubereich arbeiten, ist das zwar noch relativ wenig, jedoch kann ich recht gut davon leben.

Dazu kommt noch, dass die Arbeit wirklich Spaß macht und ich auch noch Zeit im Leben für Hobbys etc. habe und nicht nur in der Firma sitze und arbeite.

biene | 12. Juni 2012 - 23:06

@FlipB, Belo:
FlipB, Du erzählst hier immer den selben Stuss und in anderen Foren mit im Swimming Pool des Maschinenbauers planschen etc. Du bist schon eine arme Wurst. Ein guter selbstständiger Bauingenieur kann sehr gutes Geld verdienen, was ich als großen Vorteil betrachte. Aber das ist Geschmackssache. Und ich rate Dir "Belo", mach dich genau schlau, ob du dir vorstellen kannst in einem großen Maschinenbaukonzern zu arbeiten und ob dir das liegt und wie die Aussichten dort in Zukunft aussehen.

Maschinenbau ist wie BWL zu einem Boom-Fach geworden. Ich schätze in 5 Jahren ist der Markt übersättigt, aber dies ist nur meine Prognose. Mich interessiert Maschinenbau auch nicht die Bohne. Ich bin eher für Verfahrenstechnik / Siedlungswasserwirtschaft und Chemie. Aber alles Geschmackssache. Und auch als Bauingenieur kannst du dich auf sowas spezialisieren (dürfte zwar die Außnahme sein, aber das gibt es). Es kommt auf dich an und nicht nur auf dein Studienfach!

FlipB | 09. Juni 2012 - 23:36

@Belo: Es ist nicht nur "fast" unmöglich, es ist schlicht definitiv unmöglich. Ein Bauingenieur verdient etwa 1000 EUR brutto pro Monat (!) weniger als ein Techniker anderer Fachrichtungen, bei VERGLEICHBARER Karriereposition:
http://bit.ly/Kf8ayT
Solange es noch Sinn macht auf Maschinenbau umzusteigen, mache es. Für viele Bauingenieure ist es schon zu spät. Der Bauingenieur darf dann im Swimmingpool vorm Maschinenbauer planschen und dann wieder zurück in seine 2 Zi.-Wohnung fahren.

Steve | 06. Juni 2012 - 14:57

@Belo: Bei gleichem Stressfaktor oder gleicher Arbeitszeit ist es nicht fast unmöglich im Bauwesen auf das gleiche Geld zu kommen, sondern völlig ausgeschlossen. Selbst in Spitzenpositionen sieht es da im Maschinenbau besser aus, darunter sowieso. Man hat die Wahl, ehrliche gründliche Arbeit zu machen und arm zu bleiben oder die Leute zu beschei..en und Gewinn zu machen.

Belo | 05. Juni 2012 - 17:38

Ich studiere gerade Bauingenieurwesen und bin am überlegen, ob ich nicht zu Maschinenbau wechseln sollte, da wie ich es hier im Forum lesen konnte, einfach zu schlecht am Bauingenieur-Markt aussieht. Meine Interessen sind wohl für beide Fächer gleich stark, daher würde bei mir nur der Teil mit dem Geld und mit der Arbeitszeit greifen.

Kann denn nun ein Bauingenieur auf das selbe Gehalt kommen wie Maschinenbauer bei gleicher Arbeitszeit oder gleichem Stressfaktor oder ist das fast unmöglich?

Calli | 15. Mai 2012 - 13:35

Danke an 20er Eisen für Deinen Beitrag! Besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können!

Gruß

Wernd | 10. Mai 2012 - 21:38

Hallo,
ich habe auch mal hier im Forum die Diskussion um die Gehälter gelesen und mir ist in einigen Kommentaren aufgefallen, dass die Abschlussnote nicht wirklich das Wichtigste sein soll. Ich studiere im 6. Semester Bauingenieurwesen und würde nun doch gerne wissen, worauf es hauptsächlich ankommt, um eine gute Stelle zu bekommen. Ich meine Praktika oder selbstsicheres Auftreten werden wohl kaum wichtiger sein als die Noten!? Oder liege ich da falsch?
Vielen Dank

bau-insch | 25. Februar 2012 - 07:17

Hallo "Belo",

gut, dass Du nicht vor hast, die Flinte nach bereits mutmaßlich 4 erfolgreich absolvierten Semestern ins Korn zu werfen. Kann Dir momentan leider nicht allzuviele Tipps geben. Aber vielleicht hilft Dir ja dieser hier weiter:

Nächstes Jahr sollen angeblich die Sätze der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ganz massiv um bis zu 50 % angehoben werden. Zumindest ist das die Forderung der Ingenieurkammer ggü. der Bundesregierung und ich meine mich daran zu erinnern, dass ich diesbzgl. weiter unten (mein erster Beitrag war am 12. Jan. 2012) schon mal etwas geschrieben habe, oder?

Allerdings wirst Du sicher nicht überlesen haben, dass ich "angeblich" geschrieben habe, oder? Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn man jedoch bedenkt, dass sich bei der HOAI von 1996 bis 2009 überhaupt nichts bewegt hat und es seit 2009 theoretisch (!) gerade mal 10 % mehr gibt, dann wirst Du meine Skepsis sicher nachvollziehen können.

Belo | 19. Februar 2012 - 18:30

Was würdet ihr denn jetzt einem angehenden Bauingenieur (FH) mitten im Studium raten den späteren Verdienst positiv zu beeinflussen? Damit meine ich eine spezielle Richtung einschlagen (welche Richtung?) oder ein Praktikum in einer großen Firma (von welchen Firmen gab es Positives zu berichten? Welche zahlen später gut?) Ich möchte den Studiengang absolvieren und nicht wechseln!

bau-insch | 11. Februar 2012 - 06:18

Obwohl ich es derzeit nicht vor habe bzw. es nicht für notwendig erachte, auch künftig meinen Senf hier abzugeben (da ich m. E. alles aus meiner Sicht zu Sagende bereits vollumfänglich mitgeteilt habe), möchte ich doch noch einen Link weitergeben, auf welchen ich gerade eben eher zufällig gestoßen bin:

http://www.lohnspiegel.de

Auf dieser Seite könnt ihr unter "Was verdienen Ingenieurinnen und Ingenieure?" folgendes nachlesen: "Ohne Sonderzahlungen 4.380 Euro brutto im Monat verdienen Ingenieur/innen im Durchschnitt. Dies geht hervor aus der Online-Umfrage von lohnspiegel.de, an der sich rund 11.000 Ingenieure und Ingenieurinnen beteiligt haben. Die Daten beziehen sich auf acht verschiedene Ingenieursberufe. Zudem gibt es hier eine Sonderauswertung nach Bundesländern (PDF, 13 kB)." => dazu sei nur soviel gesagt: mal wieder eine sehr aufschlußreiche Gegenüberstellung!

A propos TVöD: Aktuell stehen gemäß oeffentlichen-dienst.de 6,5 % zur Debatte. Auch wenn man sich erfahrungsgemäß irgendwo in der Mitte treffen wird, so kann doch gesagt werden, dass sich - im Gegensatz zu nichttarifgebundenen Arbeitgebern - etwas tut.

bau-insch | 05. Februar 2012 - 08:29

An alle Ausgebeuteten in Ingenieurbüros bzw. in Baufirmen, die sich künftig durchaus auch einen Job im öffentlichen Dienst vorstellen können. FH-Absolventen werden dort bei nichtleitender Tätigkeit zwar meist nur nach TVöD 10 oder 11 bezahlt und zudem anfangs oft nur in die Stufe 3 (bei mehr als 3 Jahren einschlägiger Berufserfahrung seit Jan. 2008 zwingend) oder gelegentlich auch mal in Stufe 4 (also entsprechend 6 Jahren Berufserfahrung) eingruppiert, aber dafür weiß man dann schwarz auf weiß, wo man dran ist.

Das fängt schon beim Tarif an (gibt es in Ingenieurbüros in der Regel nicht - einige Ingenieurbüros dürften jedoch wohl den voll miserablen Tarif für Architektur- und Ingenieurbüros mit ihren "Knechten" vereinbart haben). Zudem ist im öffentlichen Dienst gleitende Arbeitszeit die Regel. In meinem Fall sogar ohne Kernzeit.

20er Eisen | 02. Februar 2012 - 20:57

Lieber Ingenieurskolleginnen und -kollegen,

ich möchte nun auch mal meinen Senf dazu geben, seitdem ich seit ca. 2005 regelmäßiger Besucher dieses Forums bin. Ich habe sehr viele Beiträge gelesen und muss sagen, dass es sich bei mir nicht bewahrheitet hat, was ich hier lese.

Ich bin damals auf das Forum gestoßen und war mitten im Studium. Auf der Darmstädter Hobit habe ich mich damals entschieden Bauingenieurwesen zu studieren. Die Themen fand ich durchaus interessant und die Branche an sich hat für einen Außenstehenden eine interessante, komplexe Aura. Dann bin ich auf dieses Forum gestoßen und es traf mich wie ein Hammer. Niemals hätte ich gedacht, dass es um die Baubranche so schlecht bestellt wäre. Zugegebenermaßen habe ich mich recht blauäugig zum Studium angemeldet und habe mich nicht weiter um berufliche Perspektiven gekümmert. Ingenieure braucht man doch immer, dachte ich mir.

So, da stand ich junger Kerl also und wusste nicht so recht, was ich machen sollte. Das Studium hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ich hatte sehr gute Noten. Also, warum wechseln? Ich habe mehrere Praktika absolviert, habe mir verschiedene Firmen angeschaut, Baustellen, Ingenieurbüros etc. Schließlich habe ich konstruktiv vertieft und wurde als Tragwerksplaner im Hochbau im Rhein-Main-Gebiet angestellt. Ich habe mehrere Bewerbungen geschrieben und wurde überall eingeladen. Schließlich konnte ich mir meinen Job unter den Stellen aussuchen. Nach jetzt 4 Jahren verdiene ich 3700 €, bei 12,75 Gehältern und einer 40 h Woche (effektiv ca. 45 h, aber Überstunden dürfen abgefeiert werden). Ich muss sagen, dass ich damit zufrieden bin. Meine Firma investiert in Fortbildungen für die Mitarbeiter und ich bin national sowie international unterwegs.

Natürlich ist der Job stressig, anstrengend und mehr kann man immer verdienen. Ich habe aber das Gefühl, dass einem in diesem Forum suggeriert wird, dass man sich als Bauingenieur am besten seine Baugrube selber planen und sich alsbald sofort hineinwerfen sollte. Was ist das für eine Einstellung? Wir verkaufen keine Heizdecken in der Wüste, sondern planen komplexe Bauvorhaben.

Schaut mal in andere Länder! Wisst ihr eigentlich wie gut es uns geht!? Ich war in einigen euopäischen Ländern projekttechnisch unterwegs und wurde mehrmals angesprochen, inwiefern nicht deutsch-sprechende Bauingenieure eine Chance in der deutschen Baubranche hätten. In Italien, Spanien, Griechenland ist die Baubranche am Boden. UK floriert auch nicht gerade; ich habe mich mit Ingenieuren dort unterhalten die England so bald wie möglich verlassen wollen. In Europa ist Deutschland momentan eine Oase. Und hier sitzen manche und beschweren sich, dass das Wasser aus der Oase nicht nach Bier schmeckt. Liebe Leute, hier stimmt etwas nicht!

Der Baubranche geht es nicht super. Es ist eine Lowtech-Branche, in der der billigste Anbieter den Auftrag erhält. Nachträge und Streitereien sind vorprogrammiert. Aber es herrscht momentan ein Umdenken. AGs sehen doch, dass Ersatzvornahmen ein Riesenärger bedeuten und auch kosten. Das lässt sich nur unterbinden, wenn man nicht zu billig anbietet. Ordentliche Arbeit kostet nunmal. Warum unterbieten wir uns in der HOAI? Juristen würden so etwas nicht machen! Wir schneiden uns in eigene Fleisch. Hinzu kommt, dass der Nachwuchs fehlt. Finde ich als junger Ingenieur erstmal nicht schlecht. In unserer Firma sind gerade die jungen, guten Ingenieure sehr gefragt! Es gibt kaum noch welche. In unserer Firma sind auch einige junge Leute gegangen, weil Sie woanders ein besseres Angebot erhalten haben. Firmen reißen sich um den Nachwuchs, weil dieser immer spärlicher wird. Es haben an der TU Darmstadt mal 600 Erstsemester angefangen. Bei mir waren es 100! Davon haben nicht alle durchgehalten.

In unserer Firma bekommen wir kaum noch Studenten, weil durch den Bachelor/Master das Studium so zugeknallt ist, dass die Studenten keine Zeit mehr haben nebenbei zu arbeiten.

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier Leute mit 10 Jahren Berufserfahrung weniger als 3200€ verdienen. Wir Ingenieure sollten mal mehr Wirtschaftskurse besuchen und uns nicht unter Wert verkaufen. Der Beruf ist sehr interessant, umfangreich, abwechslungsreich und sollte besser bezahlt werden. Hier wird er mir zu oft so dargestellt, als ob der letzte Ausweg der Freitod wäre. Hauptsache meckern und nichts an der Situation ändern. Wir leben im 21. Jahrhundert. Einen Job von 8-16 Uhr gibt es fast garnicht mehr, schongarnicht um die Ecke und dann noch schön jeden Mittag zu Mutti essen gehen. Darf es sonst noch etwas sein? Wir haben einen Sozialstaat, Betriebsräte, Elternzeit und Kündigungsschutz. Uns geht es super!

Rechnen und planen können wir alle. Wir sollten uns aber auch besser verkaufen. Nehmt keine Stellen für einen Hungerlohn an. Momentan geht es uns gut, also wenn ihr eine schlechte Stelle habt, dann ist JETZT die Zeit zu wechseln. Und das kann jeder einzelne nur für sich selber.

Wir sind Ingenieure. Darauf sollten wir stolz sein. Wir planen komplexe Dinge unter Zeitdruck. Kommunizieren mit Polieren, Architekten, Juristen, Politiker etc. und arbeiten an Projekten, an denen wir bis zum Rest unseres Lebens vorbeifahren können. Ich finde das eine tolle Sache!

Wie einst Oliver Kahn gesagt hat: "Wir brauchen Eier". Also, nutzt diese und lasst uns alle zusammen diese Branche verbessern. Nur meckern und mit dem Finger auf andere zeigen - denen es besser geht - hilft nämlich nicht.

In diesem Sinne, einen baulichen Gruß an alle!

Patrick | 01. Februar 2012 - 13:49

@Tim:

Maßgebender als die vergleichsweise schlechte Bezahlung in der Branche ist meines Erachtens der enorme Zeitaufwand der dahinter steckt. In der Abwicklung von Bauprojekten muss durch jeden Beteiligten ein enorm hohes Pensum geleistet werden, um fristgerecht fertigstellen zu können. Das hat zur Folge, dass je nach Projekt bis zu 70 Wochenstunden gearbeitet werden muss.

Und diesbezüglich kann ich dir nur den Rat geben, studiere nicht Bauingenieurwesen. Wenn du ein wenig technikaffin bist, hast du in Deutschland auf allen anderen Gebieten mehr
Möglichkeiten Dir ein auskömmliches Leben zu gestalten.

baumensch45 | 31. Januar 2012 - 19:05

hallo,
ich arbeite nun seit ca. 10 Jahren in der bauindustrie als bau- bzw. projektleiter. sicherlich ist der kosten- und termindruck enorm. jedoch muss ich immer wieder feststellen, dass das bauwesen eine der letzten möglichkeiten ist seine umwelt mitzugestalten. wenn ich nach jahren an einem bauwerk vorbeifahre das ich mit gebaut habe, dann freue ich mich jedesmal. es ist doch viel besser etwas der nachwelt zu hinterlassen, als jahrelang im büro zu sitzen und ein papier auf das andere zu legen und zu einem trägen und ängstlichen sesselpupser zu verkommen. außerdem kann man doch nicht erwarten, dass jeder 100.000 € netto im Jahr kassiert und dafür nur 35 stunden pro woche arbeitet. es ist doch schon immer so gewesen, dass großverdiener sehr viel und hart arbeiten mussten.

in anderen branchen ist es auch nicht besser. ein guter freund arbeitet als projektleiter in der it-branche und er hat ebenso einen nicht zu verachtenden termin- und kostendruck. von 40 stunden pro wochen ist er überdies recht weit entfernt. ich würde wieder bauingenieur werden, da ich reine bürotätigkeit nicht ausstehen kann und gerne im freien bin. außerdem gibt es nicht besseres als einen durch erdarbeiten verursachten stau den man mit dem baustellenfahrzeug locker umfahren kann, während schnösel, banker und anwälte verärgert in ihren autos warten.

GT | 31. Januar 2012 - 09:49

"Denke das für jeden Berufsanfänger mindestens die A VI drin sein sollte. Alles andere ist Betrug."

@bauing83: Langsam junger Padawan... AVI = Grundgehalt!? "Gefühlt" magst Du recht haben, aber... In einem (größeren) Bauunternehmen (IG Bau) ist es durchaus üblich Absolventen in AVI (als Uni-Absolvent evtl. sogar AVII) einzustufen. Im Ingenieurbüro (ASIA) sieht das anders aus. Da wird man wohl eher mit T4 (ca. 2,6k) eingestuft (wenn man Glück hat und das Büro überhaupt Tarifgebunden ist).

DickerBert | 30. Januar 2012 - 13:03

Bin 2002 mit dem Studium fertig geworden, war daraufhin 1,5 Jahre in einem Ingenieurbüro für Planung, dann 1 Jahr in einem Baustoffprüflabor tätig. Seit 2005 bin ich in der Bauüberwachung bei einem mittelständigen Ingenieurbüro. Ich habe mich von 2.200 € brutto Anfangsgehalt auf jetzt 3000 €, plus Firmenwagen (ca. 25.000 €) und 13. Monatsgehalt hochgekämpft. Jetzt scheint erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Mein Chef lässt nicht mehr mit sich über mehr Gehalt verhandeln. Sofern ich mehr Geld möchte, müsste ich wohl den Arbeitgeber wechseln. Für diese 3000 € bin ich aber die ganze Woche unterwegs, da wir Baustellen in ganz Deutschland abdecken müssen, zudem reißt man mehrere Überstunden die Woche runter. Mitunter bin ich jetzt auf dem Standpunkt, dass dieser Beruf mehr als nervenaufreibend und dazu noch ziemlich unterbezahlt ist.

Da ich wie oben schon gesagt in der Bauüberwachung bin und somit eine Vielzahl von Firmen kennenlerne ist mein Erfahrungsreichtum in den letzten Jahren sehr gewachsen. Man kann es mit ein paar Sätzen beschreiben: Immer weiter sinkende Preise, da sich die Baufirmen gegenseitig die Preise kaputt kalkulieren, immer mehr Druck auf den Bauleitern (die unterdeckten Kosten müssen über Nachträge reingeholt werden), immer weiter sinkende Gehälter und immer mehr Arbeitspensum, was vom einzelnen erbracht werden muss. Sicherlich gehört ein gewisser Druck und Überstunden zu dem Beruf dazu, dann aber bitte schön mit einer entsprechenden Bezahlung. Die ist hier in Deutschland für Bauingenieure in weiter Ferne. Ich kann nur jedem raten, der in die Richtung Ingenieur geht, vom Bauingenieurwesen die Finger zu lassen. Wenn Ihr naturwissenschaftlich fit seit, geht in die Richtung Maschinen-, Elektro-, Fahrzeugingenieur, etc. Ihr werdet es euch später danken!!

bau-insch | 28. Januar 2012 - 13:45

Hallo Tim,

Du solltest Dir unbedingt mal die Zeit nehmen und sämtliche Beiträge hier zur Frage "Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen ?" durchlesen. Am besten chronologisch, also von hinten nach vorne bzw. von unten nach oben. Falls Du Dir einen Job im öffentlichen Dienst vorstellen kannst, solltest Du das Studium unbedingt bis zum M.Eng. durchziehen, da M.Eng. (Uni) in der Regel in Gruppe 13 eingruppiert werden. Die derzeitige Vergütung kannst Du der Tabelle
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner...
entnehmen: Die Stufe 5 (10 J. Berufserfahrung) wird demnach momentan mit 4.489,48 Euro brutto bezahlt.

Was dagegen ein Dipl.-Ing. (FH) bzw. B.Eng. in einem seriösen Ingenieurbüro beispielsweise im Raum München in etwa brutto verdienen sollte, habe ich unten am 12. Jan. 2012 geschrieben. Zur Ermittlung des Netto-Gehaltes kannst Du einen Gehaltsrechner wie beispielsweise
http://www.n-heydorn.de/gehaltsrechner.html
benutzen: So bleibt von z. B. 4000 Euro brutto bei Steuerklasse I etwa 2400 Euro netto bzw. bei Steuerklasse III etwa 2700 Euro netto übrig.

Ich habe noch einen weiteren Link gefunden, in welchem unzweideutig dokumentiert ist, dass die Bauingenieure mal wieder am wenigsten verdienen:
http://www.lohnspiegel.de/main/...

bauing83 | 27. Januar 2012 - 23:26

Ich habe einen Dipl.-Ing. (FH) und während der Diplomphase schon Bewerbungen abgesetzt. Meine Noten waren gut, wobei das einen arbeitgeber eher weniger interessiert. Die Firma - eine Mittelständische Bauunternehmung - hat mir A VI angeboten also 3360 Brutto + halbes 13tes und eine Leistungsabhängige Sonderzahlung zur Mitte des Jahres. Dazu kommt noch gestützte private Altersvorsorge 150 € Monat, Firmenwagen, bezahlte Wohnung und Auslöse. Macht zusammen 4600 € Brutto. Ohne zu verhandeln. Denke das für jeden Berufsanfänger mindestens die A VI drin sein sollte. Alles andere ist Betrug. Die Ingenieure die für weniger arbeiten gehen prostituieren sich und ziehen das Lohnniveau nach unten. Schämt euch wenn ihr für weniger als das Grundgehalt arbeiten geht.

SIEN | 26. Januar 2012 - 19:00

Meine hilfreiche Antwort: 1600-1700 Netto verdient man als Berufseinsteiger.

Tim | 26. Januar 2012 - 18:06

Gehalt nach dem Studium und die darauf folgende Jahre

Hallo Leute,

ich studiere jetzt im 1. Semester Bauingenieurwesen an einer Uni und habe mir in letzter Zeit des öfteren im Internet Beiträge zu den Gehältern von Bauingenieuren durchgelesen, bei denen es hieß das man auch nach mehrjähriger Tätigkeit in diesem Beruf (7-8 Jahre) Netto ein Gehalt von 1700-2000 EUR raus habe. Nun würde ich gerne wissen ob dies die Regel ist? Ansonsten wäre das für mich ein Grund ein Studiengangwechsel in Betracht zu ziehen. Nicht das es mir nur um das Geld geht, aber ich erwarte im Verhältnis zu dem Aufwand im Studium auch eine gewisse Leistung im späteren Berufsleben.
Ich hoffe auf hilfreiche Antworten :)

Vielen Dank im Voraus!

bau-insch | 23. Januar 2012 - 09:16

Interessant ist auch der Artikel der Ingenieurkammer Baden-Württemberg unter
http://bit.ly/xSFRFQ
in welchem das unattraktive Gehalt bei den Bauingenieuren schwarz auf weiß bestätigt wird:

"[...] Mit Blick auf die Zukunft der Ingenieure und Architekten warnte Ebert besonders vor einem weiteren Anwachsen der Ingenieurlücke in Deutschland. Im März 2011 waren 66 000 Ingenieurstellen nicht besetzt. Diese Entwicklung macht vielen Büros zu schaffen. "Nur mit einem attraktiven und auskömmlichen Gehalt kann der dringend erforderliche Nachwuchs in den Ingenieur- und Architekturbüros gewonnen werden" mahnte der AHO-Vorsitzende und appellierte an die Politik, die Honorarsätze der HOAI nun endlich marktgerecht anzupassen. Die Honorarsätze der HOAI wurden seit 1996 einmalig pauschal um 10 Prozent angehoben."

bau-insch | 14. Januar 2012 - 20:53

In wikipedia habe ich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Durchschnittseinkommen...
eine aufschlußreiche Liste des statistischen Bundesamtes gefunden. Demnach sollen vor 6 Jahren folgende durchschnittliche Bruttojahreseinkommen erzielt worden sein:

- Architekten, Bauingenieure ca. 54.000 Euro
- Bautechniker ca. 48.000 Euro

Zum Vergleich:
- Ingenieure Maschinen- und Fahrzeugbau ca. 71.000 Euro
- Ingenieure, Sonstige ca. 61.000 Euro

bau-insch | 12. Januar 2012 - 16:09

Obwohl ich das Portal bauingenieur24.de schon seit Längerem zur Beobachtung des Stellenmarktes nutze, habe ich dieses Forum in der Tat erst vor einigen Tagen entdeckt. Die vielen aufschlussreichen Antworten auf die vorliegende Frage haben mich dann animiert, sämtliche Beiträge auf einmal zu lesen. Auch wenn dies - von hinten nach vorne - etwas gewöhnungsbedürftig war, so hat es sich doch gelohnt.

Einige der seitherigen Kommentare haben den Tenor, dass Bauingenieure im Vergleich zu anderen technischen Berufen in der Regel eher unterbezahlt sind. Dem muss ich - selbst wenn die unten genannten Gehälter bezahlt werden sollten - voll und ganz zustimmen.

Vollends schockierend sind nicht nur die ausbeuterischen Hungerlöhne unter 2.500 Euro monatlich, sondern auch der Beitrag "regelmäßig mind. 60 Wochenstunden bei einigermaßen normalem Gehalt". Kann das sein? Ja, das sind leider keine Hirngespinste oder Erfindungen irgendwelcher - möglicherweise gestrauchelter - Bauingenieure, sondern das ist traurige Realität!

Darf das sein? Nein, nie und nimmer! Aber wie kann so etwas passieren? Auffallend ist, dass die Ausbeutung vor allem in Ingenieurbüros stattfindet. Also in der Regel eher kleine Firmen mit wenig Mitarbeitern sowie mit Sicherheit ohne Betriebsrat (fast hätte ich "ohne Betriebsverfassungsgesetz" geschrieben).

Was die oben erwähnte Ausbeutung betrifft, so kann ich da leider Einiges ergänzen. Allerdings möchte ich offen lassen, ob es meine ganz persönlichen Erfahrungen sind oder ob es mir zugetragen wurde.

Zwei Beispiele sollen genügen:
a) Jemand hat in einem Ingenieurbüro während 4 Jahren insgesamt etwa 500 unbezahlte Überstunden angehäuft. Wie konnte das nur passieren, schließlich waren im Arbeitsvertrag doch 40 Std. pro Woche vereinbart? Ganz einfach: Es wurden keine Überstunden angeordnet, also gab es auch keine! Zu den tagsüber festen Arbeitszeiten kamen - spezialisierungsbedingt - in den Abendstunden sehr oft bis zu 150 km entfernte Baustellentermine. Zudem hat der Chef dieser Person einmal einem Kunden eine sehr kurzfristige Planung und Ausschreibung versprochen mit dem Ergebnis, dass sie damals während 4 Wochen sage und schreibe 120 unbezahlte Überstunden gezählt hat.

b) Jemand verdient in einem Ingenieurbüro mit zwischenzeitlich etwas mehr als 15 Jahren Berufserfahrung gerade mal 39.300 Euro pro Jahr! Kann das wirklich sein, schließlich ist sogar das derzeitige Jahresgehalt von TVöD 10, Stufe 3 um 259,53 Euro höher? Ja, weil diese Person schlicht und ergreifend zum wiederholten Mal den Fehler gemacht hat, sich mit ihrem Chef anzulegen. Dazu kann man nur "selbst schuld" sagen, oder?

Was sollte man dagegen derzeit in einem seriösen Ingenieurbüro als FH-Absolvent bzw. B.Eng. verdienen? Wie bereits in verschiedenen Beiträgen erwähnt, kommt es auf die Region an. So kann man meines Erachtens in München oder Stuttgart mit dem folgenden Einkommen analog TVöD 12 rechnen:
- ab dem 3. Berufsjahr (Stufe 3) etwa 3.500 bzw. 45.000 pro Jahr inkl. Gratifikation
- ab dem 6. Berufsjahr (Stufe 4) etwa 3.900 bzw. 50.000
- ab dem 10. Berufsjahr (Stufe 5) etwa 4.400 bzw. 56.000
- ab dem 15. Berufsjahr (Stufe 6) etwa 4.600 bzw. 59.000

Noch etwas: Ein Verdienst von weniger als 2/3 des Durchschnitts einer Berufsgruppe wie z.B. oben unter b) beschrieben erfüllt meines Erachtens eindeutig den Tatbestand der Sittenwidrigkeit und könnte deshalb juristisch angegangen werden. Das Problem dabei ist jedoch, den Durchschnittsverdienst der Berufsgruppe hieb- und stichfest nachzuweisen.

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