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Freitag, 05. Juni 2020
Ausgabe 6864 | Nr. 157 | 19. Jahrgang

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 3

1537 Kommentare | 693807 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Steve | 24. Februar 2020 - 15:31

Bei mir ist es demnächst soweit. Kurz mal zu mir: 2010 eine Ausbildung begonnen und erfolgreich beendet. Anschließend 2 Jahre Berufserfahrung gesammelt und mich dann intern für eine Weiterbildung als Meister beworben. 2015 mit der Weiterbildung angefangen und Mitte 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Im Anschluss daran mich dazu entschieden zu studieren (Bauingenieur), das Studium beende ich höchstwahrscheinlich in der Regelstudienzeit noch dieses Jahr. Angeboten wird mir ein Firmenfahrzeug auch zur privaten Nutzung (1% Regelung). Nun meine Frage was wäre in meinem Fall als Jahresbruttolohn realistisch? Ich bin seit meiner Ausbildung (2010) im Betrieb angestellt, bis heute keine Probleme gehabt und der Chef war immer zufrieden.

Adalbert | 19. Februar 2020 - 13:49

Alles unter 40.000 EUR Gehalt Brutto ist Ausbeute. Wer drunter arbeitet, ist selber Schuld. Überall werden zurzeit Bauingenieure gesucht. Der Boom ist real. Ich selber verdiene ca. 4500 € Netto nach 5 jahren Arbeit. Nicht, weil ich ein Überflieger bin, jedoch habe ich die Notlage vieler Firmen genutzt. Ich benutze das Office im öffentlichen Dienst als Büro und arbeite Nachmittags als Bauleiter. Im Öffentlichen Dienst bekomme ich über 2000 EUR netto bei 2/3 der Arbeitszeit und weitere 20-30 Stunden die Woche arbeite ich als Bauleiter.

Ich könnte sofort wechseln wenn ich wollen würde. Man muss sich nur mal umhören - auf den Baustellen mal mit den Bauherren quatschen. Vieles läuft über Vitamin C. Ich hatte bisher noch nie ein Bewerbungsgespräch bis auf das vom öffentlichen Dienst. Wer will, sollte seine Chancen jetzt nutzen und jeden Arbeitgeber, der unter 40.000 EUR bietet eiskalt die Schulter zeigen. Verkaufen darf man sich nicht unter Wert. Da lohnt sich ja schon eine Ausbildung als Handwerker mehr. Die verdienen durch den Boom mehr als manch Akademiker hier.

Bauigel | 19. Februar 2020 - 11:03

@Bauingenieurin_Berlin:
Ich muss dem vorherigen Kommentar Recht geben: Das ist Ausbeutung! Fachlich lernt man dazu natürlich. Aber vor allem mit Verantwortung und Erfahrung im Außendienst steigt das Gehalt! Und diesbezüglich kannst du dich auf der derzeitigen Position nicht weiterentwickeln. Im Innendienst macht man keine Karriere.

Entweder den aktuellen Stand ohne Aussichten akzeptieren oder andere Stelle suchen. Bei vielen Baufirmen werden Bauleiter händeringend gesucht, auch ohne Erfahrung. Mein Rat: Such dir was anderes. Bleibe nicht allzu lange auf der Position. Sonst wird es immer schwerer. Und verkaufe dich gehaltstechnisch nicht zu niedrig. Kenne mehrere Bachelorabsolventen. Auch Frauen. Keiner verdient weniger als 45.000 €/ Jahr.

Alex | 16. Februar 2020 - 09:20

@Bauingenieurin_Berlin:
Als Ingenieur sollten 40.000 € p.a. das Minimum darstellen. Du trägst Verantwortung und hast vermutlich auch keine 40 h Woche. Du musst unbedingt nachverhandeln oder etwas Erfahrung sammeln und wechseln. Viel Erfolg!

Marina | 14. Februar 2020 - 11:13

@Bauingenieurin_Berlin:
2.700 € sind zu wenig - such Dir einen Job in einem Büro, ich selber arbeite in einem Unternehmen mit einer Frau als Geschäftsführerin im Norden von Berlin. Öffentlich gut zu erreichen, Bezahlung gut, Homeoffice, nette Auftraggeber und mit Familie sehr unterstützend - und nach 2 Jahren bist Du fit.

Martin_DA | 12. Februar 2020 - 07:20

@Bauingenieurin_Berlin:
Das ist Ausbeutung! Ich bin auch Bauingenieur, 25 J, und habe im Januar 2019 das Studium abgeschlossen. Vorher ein Jahr als Werkstudent beim Bauträger, danach übernommen. Fest angefangen die ersten 6 Monate als Ass. für Bauleitung und Projektsteuerung für 43.000 € - 45.000 € + Wagen. Nach 6 Monaten aufgrund von Personalmangel selbst als Bauleiter bestellt worden, nach 2 Monaten in dieser Tätigkeit Gehalt auf 52.250 € + besagtem Firmenwagen nachverhandelt.

Bauingenieurin_Berlin | 08. Februar 2020 - 22:39

Ich habe dieses Forum interessiert verfolgt und würde nun gerne auch meine Daten teilen. Ich bin 25 Jahre alt, habe im April 2019 mein Bachelorstudium absolviert, leider ohne Berufserfahrung. Seit Juni 2019 arbeite ich bei einer Firma (Baufirma im Tiefbau, Rohrbau und Anlagenbau) mit über 100 Mitarbeitern, bei zwei Niederlassungen. Unsere Firma gehört zu einer Unternehmensgruppe. Ich werde hier zur Bauleiterin ausgebildet. Mein Gehalt liegt bei 32.400 €. Meine Aufgaben sind zurzeit eher im Bereich der Assistenz der Bauleitung (Backoffice), hauptsächlich in der Abrechnung, Koordinierung einiger Arbeiter, Mehrkostenerstellung, Nachträge, Vermesser bestellen usw. quasi die Zuarbeit. Findet ihr das im Rahmen, bei meiner geringen Erfahrung? Ich muss anmerken, dass ich einen befristeten 2 Jahres Vertrag habe und kein Auto.

Ich muss gestehen, dass ich momentan mit meinen Aufgaben unzufrieden bin. Ich habe das Gefühl, in meiner Firma wird mein Können nicht wirklich ausgenutzt, ich werde nicht gefördert, trage keine wirkliche Verantwortung. Ich mache nur Schreibtischarbeit, soll nicht auf die Baustelle, bevor ich mir nicht alles, was man dafür braucht, selber beigebracht habe, geschweige denn ein eigenes Bauvorhaben in irgend einer Weise leiten.

Was das Gehalt und den befristeten Vertrag angeht, weiß ich, dass meine Kollegen (auch junge Bauingenieure) zu den selben Konditionen arbeiten, weil das für diese Firma üblich ist und laut meinem Chef soll ich mir um meine Zukunft keine Sorgen machen, was ich ihm glaube. Ich bin aber verzweifelt, zum einen denke ich mir, dass ich wo anders besser aufgehoben wäre und vielleicht mehr dazu lerne, zum anderen denke ich, dass ich noch total unerfahren bin und die zwei Jahre (noch 1 Jahr und 2 Monate) sich gut in meinem Lebenslauf machen.

Fuschermvluschet | 07. Februar 2020 - 21:31

@Bernd:
Entscheide dich zwischen einem größeren Bauunternehmen oder dem Betrieb von nebenan. Hier gibt es gravierende Unterschiede, auch bzgl. der Arbeit an sich (eine Großbaustelle vs mehrerer Kleinbaustellenen). Ich würde dir ein größeres Bauunternehmen empfehlen (Hier wendet sich das Blatt zum Positiven - die Unternehmen wissen, dass unsere Generation ziemlich weichgespült ist und versuchen möglichst Baustellen in der Nähe vom Wohnort zum finden).

In der Regel wirst du hier nach Tarif abgefertigt. Als Jungbauleiter landest du bei A5 oder A6, eventuell, wenn du dich gut verkaufen kannst, A7. Aufpassen: Aus eigener Erfahrung gilt dies nur für Männer! Alle meine Kolleginnen werden mit A3 und A4 abgespeist!

Ansonsten: 30 Tage Urlaub, Auto zwischen 25.000 und 40.000 EUR zur eigenen, freien Verfügung auf 1-%-Basis, Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten, ergo dein Unternehmen geht davon aus, dass du Überstunden machst. Aber auch hier: Sehr vom Projektteam abhängig! Bei uns gilt eine 4-Tage-Woche oder man macht, so wie ich, täglich pünktlich Feierabend.

Bernd | 06. Februar 2020 - 15:40

Nach erfolgreich absolviertem Studium im Bauingenieurwesen möchte ich nun in die Berufswelt einsteigen. Meine Vorstellung ist Bauleitung im Bereich Gewerbebau oder Strassenbau. Leider kann ich mir hierfür keine konkreten Einstiegsgehälter vorstellen und frage euch deshalb um mögliche Erfahrungswerte. Worauf ist - neben dem Gehalt- womöglich noch zu achten bezüglich Urlaubstage, Firmenwagen, Überstunden etc.

Ice | 04. Februar 2020 - 21:12

Ich bin Bauleiter im Hoch- und Tiefbau, seit ungefähr 10 Jahren im Job. Zuerst eine Ausbildung und dann ein Studium in Osnabrück im Bereich Baumanagement. Tiefbau von der Pike auf gelernt, Hochbau erst in den letzten Jahren mit "abgefrühstückt". Ca. 50 Stunden / Woche bei Auto mit privater Nutzung für ca. 45.000 EUR, Gehalt 5.500 EUR im Monat, wenn es läuft auch ein 13. Gehalt. Und ich glaube bei dem Gehalt ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Seit 4 Jahren im jetzigen Unternehmen, ca. 1000 Mitarbeiter. Bin mehr als zufrieden!

Haywan | 04. Februar 2020 - 08:17

Ich habe Bauingenieurwesen studiert, den Master draufgesattelt (war eig. nicht nötig). Danach in den öffentlichen Dienst. Seit ca. 5 Jahren "ackere" ich dort. Habe meine Arbeitszeit reduziert, sodass ich nur bis Mittags da bin und arbeite seit einem halben Jahr nebenbei für 25 netto/Stunde für einen Immobilieninvestor (Projektentwicklung, Hausmeister, Bauleitung). Insgesamt komme ich auf 4.000 bis 5.000 EUR netto im Monat (davon ca. 2.300 EUR vom Öffentlichen Dienst). Ich wollte nie Bauingenieur werden, bereue es aber auch irgendwie nicht.

Kassandra | 03. Februar 2020 - 19:57

Immer das gleiche Muster in diesem Forum. Nach ein-zwei realistischen Angaben zu den Gehältern kommen die Lobbytrolle zum Einsatz und überbieten sich gegenseitig in ihren wahnwitzigen Postings. Statiker mit 4 Jahren im Job (wer schon mal im Tragwerksplanungsbüro reingeschnuppert hat, weiss was diese Experten mit ihren wertlosen Fachhochschulabschlüssen und 4 Jahren im Job so alles „können“) und dann 80.000 EUR bis 90.000 EUR Jahresgehalt. Was für ein Müll. Oder der Herr Polier, der mal neugierig in das Ingenieursforum vorbeischaut. Klar, ist halt die lowtech Branche schlechthin. Da geht nur was mit viel und dreistem Lügen. Beim Nachwuchs anlocken genauso wie im richtigen Bauleben (Nachtragsverhandlungen).

Alex | 30. Januar 2020 - 18:57

@Sven:
Mit deinen rund 4.000 EUR Brutto bist Du im normalen Rahmen hier im Osten. Mehr geht schon, aber das Abfeiern der Stunden ist natürlich auch viel wert. Das muss man mit betrachten.

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