Forum & Erfahrungen
Sonntag, 25. August 2019
Ausgabe 6579 | Nr. 237 | 19. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 3

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Dr. Concrete | 05. Juli 2019 - 12:00

Als Berufseinsteiger hatte ich ein paar Stellen zur Auswahl. Die eine war eine Stelle als Produktionsleiter in einer Feldfabrik für Betonfertigteile eines großen Schweizer Bauunternehmens. Auf das Bewerbungsgespräch war ich natürlich vorbereitet, indem ich mich über geltende Tarifverträge und hier im Forum schlau gemacht hatte. Nach selbstbewusstem Auftreten wurden mir als Einstiegsgehalt ca. 64.000 EUR geboten. Schlussendlich entschied ich mich aus persönlichen Gründen für eine Projektingenieur-Stelle in einem Planungsbüro mit einem Einstiegsgehalt von ca. 48.000 EUR + Firmenwagen. Nach einem Jahr wurde auf ca. 51.000 EUR erhöht.

Dieses im Vergleich zu Anderen hier im Forum relativ hohe Einstiegsgehalt ist meiner Meinung nach der Tatsache geschuldet, dass ich wusste was ich aufgrund der Konjunktur und Marktsituation "verlangen" kann. Andere Kollegen, die weniger selbstbewusst aufgetreten sind und auch uninformiert waren, wurden im Bewerbungsgespräch eiskalt mit ca. 41.000 EUR als Einstiegsgehalt abgespeist. Also mein Tip an alle: Informiert euch und tretet bei Gehaltsverhandlungen selbstbewusst (dabei nicht unverschämt) auf. Lieber zu hoch (~55.000EUR) einsteigen und ein paar EUR runtergehandelt werden, als ewig auf einem niedrigen Niveau rumzutingeln.

Bau-Ing. | 03. Juli 2019 - 17:00

Für Berufseinsteiger sollte bei aktueller Konjunktur das Tarifgehalt, je nach Abschluss und Qualifikation, schon drinnen sein. Das wäre Tarifgruppe A5-A7, je nach Abschluss. Alle anderen, mit jahrelanger Berufserfahrung, sollten bei naher Zukunft eintretender Gehaltsverhandlung ruhig etwas nach oben pokern. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Hannes | 27. Juni 2019 - 14:03

Nach dem Studium (Master an der Uni) Einstieg als Bauführer mit 2.800 €. Nach einem halben Jahr gewechselt und seit 2 Jahren bei einem kleinen Planungsbüro mit 2.700 € tätig. Jetzt bin ich auf der Suche und überlege, ob 40.000 € Jährlich in Sachsen in Ordnung wäre.

Der Projekteinkäufer | 24. Juni 2019 - 22:01

Hier mal ein beitrag von einem nicht studierten. Kfm lehre von 2006 bis 2009, mit 1600 brutto eingestiegen als kaufmann im einkauf und pm bis 2015 zum technischen Leiter in ner kleinen klitsche hochgearbeitet, bei lächerlichen 36.000 EUR zzgl firmenwagen dann wechsel als projekteinkäufer zu ner baufirma mit 46.000 EUR Gehalt eingestiegen. Nun mach 3,5 jahren bei knappen 80.000 EUR Gehalt und 40 std woche +- 2 stunden. Verhandelt, markt sondiert und co. Die branche boomt! Nutzt es!

Peterchen | 20. Juni 2019 - 17:05

Was kann ich als Projektleiter im Hochbau verlangen bei einem Firmenwechsel? Gerade bin ich als Vertragsmanager bei einem größeren Bauunternehmen bei A9 + kleiner Jahresbonus ohne Auto. M 34, Master Uni, 6 Jahre Berufserfahrung, ca. 50 Wochenstunden. Ich denke mal die A10 + Auto ist kein Problem. Aber wie hoch ist da dann der Bonus noch?

MasterBau | 28. Mai 2019 - 08:10

@Keeper83:
Da hast du Recht! Jeder hängt sich an meiner Situation auf. Diese ist real, spiegelt aber nicht das Bauwesen wieder mit seiner Bezahlung. Das habe ich ja gesagt.

Fakt ist: Der Bau ist und bleibt im Vergleich unterbezahlt (auf den Stundenlohn gesehen), aber auch hier wäre momentan sehr gute Bezahlung möglich. Habe auch aus dem Bausektor das ein oder andere Angebot bekommen über Headhunter, was aber nicht an meine jetzigen Bedingungen rankommt. Hatte interessehalber auch ein paar Vorstellungsgespräche, um den Marktwert zu checken. Sehr wohl aber sind ähnliche Gehälter möglich, aber das halt dann bei einer 50-60 h / Woche und Großprojekte in ganz Deutschland oder dem Ausland. Das muss man halt mögen.

Der Durchschnittsingenieur mit festem Wohnsitz und wenig Flexibilität bekommt aber eben vielleicht eher die "niedrigen" Gehälter. Wobei ich auch hier von Kommilitonen und alten Kollegen weiß, dass ein Einstieg nach dem Studium in der Bauleitung im Gesamtpaket unter 50.000 € + Auto (in Bayern) fast nicht mehr zu finden ist. Mir wurde im Studium auch von Ingenieurkammern usw. (die Vorträge gehalten haben), propagiert, dass ein Gehalt von 40.000 € bei Ingenieuren die Regel ist. Als ich aber mit dem Bachelor fertig war, war ich schon bei 45000 € in 2010! Tendenz steigend.

Keeper83 | 27. Mai 2019 - 15:02

Das Problem ist die überproportionale Wahrnehmung dieser Nischenjobs und deren Entlohnung in dieser Runde. Das verzerrt das Bild einfach. Und Konzerne, die für das unfallfreie Bedienen eines Schlagschraubers über 20 Euro die Stunde zahlen, wobei diese Arbeit im Nachgang auch noch dreimal kontrolliert wird (Qualitätssicherung), zahlt eben auch bei den Ingenieuren entsprechend überproportional. Ob ich mir da jetzt viel drauf einbilden würde sei mal dahingestellt. Und ein für solche Jobs fast zwingend erforderlicher Wohnortwechsel muss auch nicht jeder gleich gut finden. Wohnt halt nicht jeder in Wolfsburg, Stuttgart, Ingolstadt oder Leverkusen.

MasterBau | 24. Mai 2019 - 10:08

@arbeitssuchend:
48.000 € für Statik ist in meinen Augen etwas zu wenig, große Sprünge wirst du da aber in der Statik nicht machen können mit deinem Alter und Erfahrung. Wenn du mehr willst, dann wirst du Richtung Bauleitung/Projektleitung gehen müssen, was aber auch mehr Arbeit und Stress bedeutet. Das muss glaub ich jeder für sich selber wissen.

@Snowflake:
Ehrlich gesagt bin ich es leid, dir hier gegenzureden. Ich kann hier sagen was ich will, du wirst es sowieso nicht glauben, da du in deiner Blase festsitzt. Vielleicht solltest du dich mal etwas informieren. IG Metall hat 40 h Verträge, natürlich hat die Basis 35 h, aber 40 h gibt es und sind natürlich an eine bestimme Position/Aufgabe und Auslastung geknüpft. 35 h ist mit dem Bau einfach nicht machbar, soweit haben das die Leute bei uns auch kapiert. Von daher bekommt man dann eine Aufstockung auf 40 h (mit anteiligem höheren Gehalt). VIelleicht solltest du da mal jemand finden der bei einem IG Metall Betrieb arbeitet und dem du vertraust. Der wird dir nix anderes sagen.

Und zu meinem Alter: Es spielt keine Rolle! Ich bin tatsächlich U 40, aber wer sich mit der IG Metall etwas auseinander setzt, der weiß, dass man mit einem Master bei der IG Metall eig. nicht unter EG 11 (Bayern) einsteigen kann. Und wenn man jetzt wissen will, wie viel das ist, dann kann man einfach Google bemühen. Zu dem Grundgehalt dort kommt dann eine Leistungszulage (beginnt bei 7% und geht auf 28% vom Monatsgehalt). So hat man sein Gehalt (bei mir eben ca. 6500 €/Monat bei 40 h). Dreisatz von 35 h auf 40 h traue ich dir noch zu als super weiser Experte.

Und dann hat die IG Metall halt noch weitere Vorzüge wie z.B. Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld (Höhe steht im Internet) und Bonus/Einmalzahlung. Ich denke ihr erinnert euch an die Zeitungsartikel wo es heißt (BMW/Porsche/Audi usw. Mitarbeiter bekommen Bonus von 9000 €). Dieser Bonus ist für die Facharbeiter, das ist idR EG 5/6 (ich hoffe ich sag nix falsches), Leute in meiner Position haben aber einen viel höheren Basiswert, so dass unser Bonus dann bei den o.g. 9.000 € eben ca. 15.000 € sind.

Und ja nochmal, es ist eine Nische. Damit meine ich es sind seltene Jobs. In meinem Konzern sind wir ca. 600 Leute weltweit! Das ist quasi nicht mal in der Nachkommastelle der Bauingenieure der Welt zu finden. Aber diese Nischen gibt es, und zwar bei vielen großen Firmen und Konzernen.

Und wer es mir nicht glaub, es ist mir egal! Mir stellt sich die Frage: Warum sollte ich das hier zum Spaß oder Lobby schreiben? Ich propagiere ja nicht, dass Bauingenieure toll bezahlt werden und alles super läuft?! Eben weil die Bedigungen im Bau hart sind habe ich mich umgeschaut und riesen Glück gehabt. Ich will nur ermutigen, den Job mal zu wechseln und sich umzuschauen. Momentan ist die richtige Zeit, um einen Gehaltssprung zu machen, auch im Bauwesen. Und mit etwas Glück kommt man auch an seltene Jobs ran.

Alonso | 23. Mai 2019 - 21:43

@snowflake:
Ich glaube nicht, dass es irgendjemand in diesem Forum nötig hat Lügen zu verbreiten. Ich hoffe, dass die Beiträge hier wieder sachlicher werden. Fakt ist, wer mutig genug ist sich zu bewerben, die Augen nach guten Stellen offen hält und natürlich auch gute Leistungen bringt sowie bereit ist Verantwortung zu übernehmen, kann bei der momentanen Marktlage ohne Weiteres 20 - 30 % mehr Gehalt herausholen. Und ja, bei einer 40 h Woche mit Arbeitszeitkonto und flexiblen Arbeitszeiten. Ich bin im Infrastrukturbau, sprich Straßen- und Brückenbau als Projektleiter tätig.

Horst | 23. Mai 2019 - 19:25

Das eigentlich Tragische ist ja, dass Bauingenieure es nicht einmal in Zeiten des Baubooms schaffen, ihre Gehälter zu steigern, sondern nach wie vor die mit deutlichem Abstand am schlechtesten bezahlten Ingenieure bleiben und heute im Durchschnitt sogar noch weniger verdienen als einige Jahre zuvor! Es kann sich ja jeder ausmalen, wo die Gehaltsentwicklung hin geht, wenn die derzeit sehr gute Baukonjunktur wieder ins Stottern gerät.

JünglingMcDüngling | 23. Mai 2019 - 18:10

Also ich finde MasterBaus Beitrag durchaus plausibel. Ich habe bspw. auch bereits ein Jobangebot bekommen als klassischer Bauleiter im Schlüsselfertigbau mit 4200 Euro je Monat, 13,5 Gehältern und Firmenwagen + Notebook, Smartphone etc., und das nur als Bachelor-Absolvent (der gerade halt seinen Master macht).

Snowflake | 22. Mai 2019 - 22:26

@arbeitssuchend:
Jetzt bist du aber gemein. Der gute MasterBau muss doch jetzt erstmal bei seinem Führungsoffizier in der Baulobby nachfragen, was er auf deine Frage antworten soll. Ich denke mal er wird sowas in der Art von “Mitte 30, Master Abschluss und nun Bauherrenvertreter bei Bayer” zum Besten geben. Vorher war er natürlich Bauleiter oder als Projektmanager unterwegs, ebenfalls ohne Überstunden - und Stress kennt er nur vom Hörensagen.

Natürlich hatte er, als er zu Bayer gewechselt ist, noch bessere Angebote bei internationalen Grosskonzernen, die sich alle um ihn geprügelt haben. Aber das waren Führungspositionen deutlich jenseits der 180.000er Marke mit 45-50 h und internationalen Einsätzen. Er schiebt aber lieber eine ruhige Kugel. Deshalb ist er mit den 100.000 EUR zufrieden. Irgendsowas kommt hier immer. Er hat in seiner Story allerdings noch nicht mal geschnallt, dass bei der IG Metall keine 40h Woche herrscht.

@arbeitssuchend | 21. Mai 2019 - 17:43

@Masterbau:
Ich bin zurzeit auf der Suche nach einem neuen Job und würde sehr gerne wissen was ihr bzw. du über Nischen verstehst? Zudem dein Alter und deine Berufserfahrung, wenn es dir nichts ausmacht.

Kurz zu mir: Ich bin 28 Jahre alt und in Österreich Wien zurzeit als Statiker tätig. Habe 2 Jahre Berufserfahrung und den Master in Deutschland absolviert (KIB). Ich bin mit 48.000 EUR Jahresgehalt eingestiegen, was für die derzeitige Situation der Baubranche meiner Meinung nach wenig ist. Ich kann mir leider nicht vorstellen als Tragwerksplaner (Hochbau) alt zu werden und bin daher offen für alles.

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